In 90 Sekunden zum Lockdown-Ende

welt.de pla­ziert die­sen Artikel am 16.1. nicht etwa auf der Horoskop-Seite, son­dern im Ressort "Wissenschaft":

https://www.welt.de/wissenschaft/article224469958/Coronavirus-Was-der-Covid-19-Simulator-ueber-ein-moegliches-Lockdown-Ende-verraet.html

Bei dem sym­pa­thi­schen Herrn han­delt es sich auch nicht um einen Lebensversicherungs-Vertreter, son­dern um so etwas wie das Gegenteil.

Er bezieht sich auf den saar­län­di­schen Astrologen Pharmazie-Professor Thorsten Lehr. Der hat­te mit sei­ner App "Covid-Simulator" schon im Mai 60,000 Corona-Tote bis August allein für das Saarland berech­net (s. Seher von Saarbrücken: Simulationen schwä­cheln). Nun pen­delt er erneut:

»Der von Politikern ver­folg­te Zielwert bei Corona-Neuinfektionen für ein Lockdown-Ende wird nach Berechnungen des Saarbrücker Pharmazie-Professors Thorsten Lehr Ende Januar wohl nicht erreicht. „Die Chance ist extremst gering bis nicht vor­han­den“, sag­te Lehr der Deutschen Presse-Agentur.«

Absinken, aufsteigen, egal

Und was ist schuld an der extremst gerin­gen Chance?

»Die soge­nann­te Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktu­ell bun­des­weit laut Robert-Koch-Institut bei 139,2. „Momentan ist eigent­lich kein Absinken in Sicht“, sag­te Lehr.«

Eigentlich sieht das doch wie Aufsteigen aus: 167 (11.1.), 164 (12.1.), 155 (13.1), 151 (14.1.), 146 (15.1.), 139 (16.1.). Sieht es nicht? Man braucht von der Inzidenz-Berechnung ja viel­leicht nichts hal­ten, aber ganz offen­sicht­lich lügen muß man doch auch nicht, Herr Lehr!

"Wahrscheinlich" "könnte" die Mutante…, dann "würde"…

»Dabei brau­che es auch ange­sichts der neu­en dro­hen­den Virusvarianten, die durch Mutationen ent­stan­den und wahr­schein­lich hoch anste­ckend sind, „drin­gend eine Reduktion des Infektionsgeschehens“, sag­te er. Die neue Mutante aus Großbritannien könn­te zum Beispiel den R‑Wert sprung­haft um 0,5 nach oben schnel­len las­sen. „Dann wür­den vie­le Maßnahmen auf einen Schlag weg­ge­wischt. Und da zeigt sich dann: Je wei­ter wir unten sind, des­to bes­ser kön­nen wir die Ausbreitung bremsen.“…

Lehr sag­te, er wür­de für eine nied­ri­ge Rate von 25 oder weni­ger ein­tre­ten, bevor es Lockerungen gebe. „Die Kontakte müs­sen nach­ver­folgt wer­den können.“ …

Eine Rückkehr zum Schulalltag sieht Lehr ent­spre­chend kri­tisch. „In den Schulen fin­den Infektionen statt.“ Viele Kinder durch­lie­fen die Krankheit asymptomatisch.«

Das wird als Grund ja wohl reichen.

6 Antworten auf „In 90 Sekunden zum Lockdown-Ende“

  1. Ich wür­de die­se durch­ge­knall­ten irren rea­li­täts­en­t­rück­ten Astrologen der Moderne ein klit­ze­klein biss­chen erns­ter neh­men, wenn sie gleich­zei­tig berech­nen wür­den wie­vie­le Milliarden und Lebensjahre geop­fert wer­den pro "Inzidenzwertreduktion".

  2. "Dabei brau­che es auch ange­sichts der neu­en dro­hen­den Virusvarianten, die durch Mutationen ent­stan­den und wahr­schein­lich hoch anste­ckend sind…"

    Auf der Basis die­ser Begründung kann man den lock­down unend­lich lan­ge auf­recht­erhal­ten. Denn Viren ver­än­dern sich lau­fend und es gibt mit Sicherheit schon 10000 Mutanten. Ein neu­es gefähr­li­ches Virus kann jeder­zeit auf­tau­chen oder her­bei­ge­tes­tet wer­den. Diese Argumentation zu brin­gen macht einen Menschen schon geis­tes­krank. Es herrscht Massenwahn, initi­iert von der Hohepriesterin des Virus.

  3. Merkel hat in ihrer CDU Parteitagsansprache von einer Jahrhundertpandemie gespro­chen. Somit ist klar dass sie lügt, weil so dumm kann man gar nicht sein sonst das zu behaupten.

    1. @Chrissie:

      Du soll­test bit­te rich­tig stel­len: Das Virus bringt neue Mutationen her­vor; so was wie Herrn Lehr oder sei­ne unzäh­li­gen Mitstreiter, die wei­ter­hin Panikmache betrei­ben, kann man eben­so wie die Verantwortlichen in den Regierungen nur noch als "Mutanten" bezeichnen . 🙂

      Wenn er nur ein bischen Ahnung von Mathe hät­te, wüss­te er, dass eine Kurve; Parabel; Hyperbel wie bei der Darstellung des R‑Wertes nicht "sprin­gen" kann, son­dern ledig­lich stär­ker oder fla­cher ansteigt oder abfällt.

      Es ist letzt­lich auch egal, weil hier­mit wie­der Begründungen vor­ge­scho­ben wer­den, die strik­te­re Maßnahmen recht­fer­ti­gen sol­len. Und umso mehr hier­von bis Dienstag ver­brei­tet wer­den, des­to eher fin­den sich unse­re Angstbürger damit ab.

      Hoffentlich nicht!

  4. Viren mutie­ren nun ein­mal, um sich bes­ser an ihre Wirte anzu­pas­sen – das wis­sen schon die Schüler, ohne das es dazu die auf­klä­ren­den Star-Virologen gebraucht hät­te. Mit der Zeit erleich­tern sich die Viren das Eindringen in ihre Wirte, sie wer­den also infek­tiö­ser, aber gleich­zei­tig nim­mer auch die Schwere von Erkrankungen ab, denn das Virus kann sich ja nicht ver­brei­ten, wenn der Wirt schon nach kur­zer Zeit stirbt. Über die Unmenge "Erkältungsviren" macht sich heu­te auch kei­ner mehr Gedankene, obwohl sie zwei­stel­li­ge R‑Werte haben, aber dafür außer Rotznasen und Hüsteln nicht viel mehr anrichten.
    In abseh­ba­rer Zeit wird das hier auch der Fall sein, ohne Dauerlockdown und Impfung. Da brau­chen sich dann auch kei­ne Virologen und Politiker damit brüs­ten, dass es ihr Verdienst wäre, dass die Gefährlichkeit des Virus abge­nom­men hat.

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