Ist dieser Mann ein Totalitarist?

Quelle: spiegel.de

Ich gebe zu, daß ich den Begriff "Totalitarismus" im wis­sen­schaft­li­chen Sinne für untaug­lich und ober­fläch­lich hal­te. Wenn man sich die Wikipedia-Definition zu Eigen machen möch­te, dann kann man die Frage ange­sichts einer von Stöcker ver­faß­ten Kolumne vom 7.2. auf spiegel.de stellen.

»Totalitarismus bezeich­net in der Politikwissenschaft eine Form von Herrschaft, die im Unterschied zu einer auto­ri­tä­ren Diktatur in alle sozia­len Verhältnisse hin­ein­zu­wir­ken strebt, oft ver­bun­den mit dem Anspruch, einen „neu­en Menschen“ gemäß einer bestimm­ten Ideologie zu for­men. Während eine auto­ri­tä­re Diktatur den Status quo auf­recht­zu­er­hal­ten sucht, for­dert eine tota­li­tä­re Diktatur von den Beherrschten eine äußerst akti­ve Beteiligung am Staatsleben sowie des­sen Weiterentwicklung in eine Richtung, die durch die jewei­li­ge Ideologie ange­wie­sen wird.«
https://de.wikipedia.org/wiki/Totalitarismus

Die Richtung ist für Stöcker, bezo­gen auf Impfbescheinigungen klar:

»Das wie­der­um öff­net den Blick auf eine post­pan­de­mi­sche Welt, in der sol­che Unbedenklichkeitsbescheinigungen künf­tig zum Alltag an den Grenzen, auf den Flughäfen und Bahnhöfen die­ser Welt gehö­ren könn­ten: Womöglich wird es in die­ser sicher nach­hal­tig vor­sich­ti­ger gewor­de­nen Welt eine neue Klasse von tat­säch­lich beson­ders Privilegierten geben, die, per­fek­ter Impfstatus und zer­ti­fi­zier­te Gesundheit sei Dank, beson­ders schnell und ein­fach aus- und ein­rei­sen kön­nen. Fast Track für Impfpassbesitzer.«

Ein gan­zes Sammelsurium von Ansprüchen an den "neu­en Menschen" fin­det sich hier, alle in posi­ti­ve Begriffe geklei­det (unbe­denk­lich, nach­hal­tig, vor­sich­tig, per­fekt, zer­ti­fi­ziert).

Zuvor erklärt er über den Umweg des Rechts auf Gewinnerzielung Grundrechte für obsolet:

»Ist Impfgegnerschaft eine »Weltanschauung«?
Selbstverständlich ist es das gute Recht pri­vat­wirt­schaft­li­cher Unternehmen, selbst zu ent­schei­den, wen sie bedie­nen wol­len und wen nicht, ins­be­son­de­re, wenn es dabei um den Schutz der rest­li­chen Kundschaft geht. Die Ausnahmen ste­hen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. Das sieht vor, dass »Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der eth­ni­schen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexu­el­len Identität zu ver­hin­dern oder zu besei­ti­gen« seien.«

Dabei geht es ihm kei­nes­wegs nur um die Privatwirtschaft. Wie gezeigt will er das Recht auf Bewegungsfreiheit ein­schrän­ken. Dafür bemüht er die Argumentationskette "Wer Bedenken gegen die aktu­el­le Impfung hat, ist Verschwörungstheoretiker. Das ist kei­ne Weltanschauung. Deshalb ist die­se Auffassung nicht schüt­zens­wert." Das Grundgesetz wird dabei kur­zer­hand aus­ge­blen­det. Schlimmer noch:

»Impfverweigerer sind, wenn kei­ne beson­de­re medi­zi­ni­sche Indikation vor­liegt, in Wahrheit aso­zia­le Solidaritätsverweigerer.«

Das ist, mit Verlaub, Nazi-Sprech und anwend­bar auf jeg­li­ches abwei­chen­de Verhalten. Das geht auch aus sei­nem schla­gen­den Beispiel hervor:

»Darf man Betrunkene hinauswerfen?
Viele Bars und Klubs haben – in nor­ma­len Zeiten – Türsteher, die her­um­pö­beln­de Betrunkene hin­aus­wer­fen. Das tun sie des­halb, weil her­um­pö­beln­de Betrunkene den ande­ren Gästen mög­li­cher­wei­se den Abend verderben… 

Immerhin ver­dirbt eine Corona-Infektion ja nicht nur einen Abend, son­dern womög­lich das rest­li­che Leben. Wer ver­sucht, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz auf den Sachverhalt »ist mög­li­cher­wei­se Überträger einer poten­zi­ell töd­li­chen Krankheit« aus­zu­wei­ten, der wird, das wäre jeden­falls mei­ne Vermutung als juris­ti­scher Laie, mit gro­ßer Wucht mit dem Bundesverfassungsgericht kol­li­die­ren.«

Derart setzt er die zahl­rei­chen Pflegekräfte, die aus guten Gründen Bedenken gegen die­se Impfung haben, nicht nur mit pöbeln­den Betrunkenen gleich, son­dern erklärt sie zu poten­ti­el­len MörderInnen.

Mit der glei­chen Begründung lie­ßen sich alle Menschen, die Auto fah­ren, aus dem Bereich der Grundrechte ausschließen.

In einem Schlenker erklärt Stöcker die Debatte für "so über­flüs­sig wie wider­sin­nig". Wie die Mitglieder des "Ethikrats", die Orwells "1984" ent­sprun­gen schei­nen, lei­tet er die Überflüssigkeit so ab:

      • »Es gibt der­zeit ohne­hin nicht genug Impfstoff für alle, die sich imp­fen las­sen wol­len. Wenn es ein Privileg gibt, dann das, über­haupt geimpft zu werden.
      • Es ist wei­ter­hin unklar, ob Geimpfte wirk­lich kein Ansteckungsrisiko mehr darstellen…«

Widersinnig ist für ihn Debatte, weil die Sache ohne­hin ent­schie­den sei:

»Ein paar Beispiele: In der »Executive Order« des neu­en US-Präsidenten Joe Biden zur Corona-Eindämmung mit Bezug auf Reisen steht unter ande­rem, man wer­de prü­fen, ob man Covid-19-Impfungen mit inter­na­tio­na­len Impfzertifikaten ver­knüp­fen und davon dann elek­tro­ni­sche Versionen pro­du­zie­ren kön­ne. Dänemark lässt gera­de digi­ta­le Pässe pro­du­zie­ren, mit denen man eine Corona-Impfung nach­wei­sen kann. Die inter­na­tio­na­le Luftfahrtorganisation IATA ent­wi­ckelt einen »Travel Pass« mit Informationen über Testungen und Impfungen. Mehrere Fluggesellschaften wol­len ihn nut­zen. Und natür­lich haben ein­zel­ne Länder längst kon­kre­te Regelungen dafür ver­ab­schie­det, wer unter wel­chen Bedingungen ein­rei­sen darf.«

Er hat Altötting ver­ges­sen (s. Bayerischer Landkreis ver­gibt digi­ta­le Impfausweise. Mutanten am Werk?).

50 Antworten auf „Ist dieser Mann ein Totalitarist?“

  1. hal­lo aa.,
    dan­ke für die vie­len stun­den, die sie in die­se arbeit stecken.
    gön­nen sie sich öfter auch eine pause.

    grü­ße
    lisamona

  2. "Nazi-Sprech" bedarf kei­nes Verlaubes Ihrerseits. Dass hybri­de Krieger wie die­ser "Leitmedium"-Kolumnisten-Professor auf die lesen­de und stu­die­ren­de Öffentlichkeit los­ge­las­sen wer­den, ist einer der Gründe, war­um ich den Hochschuldienst nach fast zwei Jahrzehnten mit Abschluss die­ses Semesters verlasse.

  3. Ja, die­sem Dank kann ich mich nur anschlie­ßen!! Und auch der Empfehlung, sich nicht auf­zu­rei­ben. Denn die Beschäftigung mit Gestalten wie die­sem Stöcker kann auf Dauer die Nerven jedes red­li­chen Menschen angreifen…

  4. Man könn­te fast glau­ben, die 2,9 Millionen Dollar Unterstützung der Gates Foundation für den Spiegel hät­ten einen Einfluss auf die Inhalte …

  5. Ich drü­cke das so aus, also juris­tisch im Sinne von Stéphane Hessel:
    Christian Stöcker ist ein Objekt
    – kein Subjekt.
    Ich emp­feh­le daher Herrn Stöcker eine Trauma-Therapie zu machen.

    Seit 1948 gilt der Nürnberger
    Ärzte-Kodex auch für Paychologen, infol­ge der
    Nürnberger Prozesse, wie
    folgt:
    Gesunder Körper
    statt (vor)
    gesun­den Volkskörper

    Im NS-Staat gilt:
    Gesunder Volkskörper (Volkssolidarität)
    statt
    gesun­der / nicht gesun­der Körper

    D. h., der Staat kann mit deinem
    gesun­den oder nicht-gesunden
    Körper machen was der Staat
    will. Der Staat sieht den Einzelnen
    nicht als Subjekt (Mensch mit
    abso­lu­ter Menschenwürde), son­dern als Objekt.

    Ob das nun auto­ri­tär oder
    als tota­li­tär zu bezeich­nen ist,
    ist m. E. uner­heb­lich. Der GG-
    Staat ist auto­ri­tär und wird
    totalitärer.

    Ich gehe davon aus, dass darauf
    AA auf­merk­sam machen will.

    1. @Klaus G. Stölzel
      Das ist die Konkurrenz "Leben gegen Würde", die von den Stöckers gera­de umge­kehrt wird.

      Es ist aus Sicht der Mainstreambewegung, zu der er gehört, eine Art "Verzogenheit", dem ein­zel­nen Egoismus sei­nen Freilauf zu gewäh­ren, der dort endet, wo das Überleben der Menschheit gefähr­det ist, sei es durch Klimawandel, sei es durch die Pandemie.

      Und nun argu­men­tie­ren (!) Sie (!) mal dagegen.

      Empörung reicht nicht. Das tut sie nie­mals! Man muss ver­ste­hen, auf wel­cher Basis der ande­re UND man selbst argu­men­tiert, sonst bekommt man die­se Entwicklung nicht zu fassen.

      (Ich erwar­te an der Stelle mit Freude Herrn Storz und sei­ne Liste der "sata­ni­schen" Einflüsse. Herr Storz, wenn es Ihren Satan gibt, wer­den Sie ihn nicht mit schwar­zen Listen besie­gen, auf denen sich am Ende jeder wie­der­fin­det, außer Ihnen und dem Teufel selbst 3‑D)

      1. @some1: Ich mer­ke wie­der, daß ich end­lich die Anregung umset­zen soll­te, den Versuch zu einer the­ma­ti­schen Strukturierung zu machen. Hier nur in Kürze: Wenn denn wirk­lich "das Überleben der Menschheit gefähr­det ist, sei es durch Klimawandel, sei es durch die Pandemie", dann ist die Diskussion, ob "dem ein­zel­nen Egoismus sei­nen Freilauf zu gewäh­ren" ist, aus mei­ner Sicht berech­tigt. Da steht gege­be­nen­falls das Recht, mit dem SUV geschwin­dig­keits­un­be­grenzt zum Shoppen zu bret­tern gegen das, in einem afri­ka­ni­schen Land mit halb­wegs intak­ter Umwelt über­le­ben zu kön­nen. Wenn der Welt die Pest droh­te, wäre das Recht auf Party nachrangig.

        Wir ste­hen heu­te vor dem Problem, daß mit einer künst­lich medi­al erzeug­ten Pandemie das mensch­li­che Vermögen zu Empathie und Solidarität per­ver­tiert wird, um auto­ri­tä­re Herrschaftsstrukturen zu eta­blie­ren und zu fes­ti­gen. Es ist ele­men­tar zu begrei­fen, daß die ger­ne als "Schlafschafe" Denunzierten eben nicht nur obrig­keits­hö­rig und denk­faul sind (das sind sie lei­der oft genug), son­dern oft auch eine Verantwortung emp­fin­den, ande­re nicht zu gefähr­den. Deshalb ist es nach wie vor wich­tig und erfolg­ver­spre­chend, nach­zu­wei­sen, daß die­se Gefährdung medi­al völ­lig über­höht wird und auf fal­schen Voraussetzungen beruht.

        1. @aa Ich dach­te zu Anfang, es wür­de genü­gen, ein­fach für die Wiederherstellung eines demo­kra­ti­schen Austauschs gemein­sam zu sor­gen, in dem sich die Richtungen auf die im GG vor­ge­se­he­ne Weise über die bes­te Lösung strei­ten könn­ten mit dem Ergebnis, dass nie­mals die per­fek­te, aber auch nie­mals die schlimms­te aller Lösungen dabei herauskommt.

          Aber das war zu kurz gedacht, denn die­se "Revolution von oben", die von den meis­ten befür­wor­tet wird, geht ja mit einem Paradigmenwechsel ein­her, der genau die­se Plattform bestrei­tet mit der Begründung eines NOTSTANDS.

          Covid und die mit an Sicherheit gren­zen­de Wahrscheinlichkeit, dass es sich um kei­ne Pandemie dabei han­delt und die evi­den­te Schädlichkeit der RNA-Behandlung täuscht jedoch dar­über hin­weg, dass auch nicht weni­ge HIER im Angesicht einer ech­ten Katastrophe die Grundrechte für ein­schränk­bar und die Genmanipulation für das gerin­ge­re Übel hal­ten wür­den, wäre sie nur wenigs­tens "harm­los".

          Damit aber steht in Frage, ob wirk­lich alle den alten Austausch wirk­lich wie­der haben wol­len? Oder ob ande­re nur Covid als Anlass für das Gebaren für einen Fake hal­ten, es aber für ande­re Zwecke durch­aus beja­hen würden.

          Anders als Storz bin ich nicht der Meinung, dass man die­se grund­le­gen­de Frage unter den Teppich keh­ren soll­te, nur, um das all­ge­mei­ne Harmoniebedürfnis zu befrie­di­gen. Denn man steht lei­der und grund­le­gend wohl wirk­lich vor der Frage, Gesellschaft neu den­ken zu müs­sen auf eine Weise, der weder die alten Systemregeln noch deren neu­zeit­li­che Umkehrung a la Stöcker voll­ends gerecht wer­den können.

          Es geht also letzt­lich dar­um, wie weit die Selbstbestimmung des ein­zel­nen aus Sicht der Gesellschaft heu­te noch rei­chen darf (letzt­lich eine Neuverhandlung der Grundrechte) und vor allem, wel­che Nachweise – Pflichten – Abwählbarkeiten künf­ti­ge poli­ti­sche Repräsentanzen erbrin­gen müss­ten, um legi­tim han­deln zu kön­nen. Unabdingbar auch die Frage, wie man sie zeit­nah und legal los­wird, wenn sie das nicht tun. Derzeit wäre jede ein­zel­ne PK, die Reitschuster berich­tet, Anlass genug, die­sen Leuten frist­los zu KÜNDIGEN.

          Neulich habe ich das Ideenpanel von Kaiser mit Friebel, Sieber und Velasquez gese­hen. Allein das genügt als Eindruck, wie weit die Vorstellungen dif­fe­rie­ren kön­nen. Und sie sol­len es auch! Wesentlich ist die Neuverhandlung, und die, die ist abseits des Konsensus Covid unver­meid­lich, um zu Lösungen zu gelangen.

          Chapeau hier vor dem Ausschuss: ich habe nicht begrif­fen gehabt, wozu die Parteigründerei gut sein soll. Jetzt schon.

          1. @some1:

            Sie spre­chen eine in der Tat sehr wich­ti­ge Problematik an, deren Relevanz weit über die Coronoia hin­aus­reicht. Was die gegen­wär­ti­ge Situation in die­sem Zusammenhang –gera­de lang­fris­tig – nicht zuletzt so gefähr­lich macht, ist mei­ner Ansicht nach auch das folgende:

            Je län­ger der aktu­el­le Ausnahmezustand andau­ert und vor allem je mehr Menschen ihn schein­bar wider­spruchs­los akzep­tie­ren, des­to ein­fa­cher wird es den Verfechtern einer „Neuen Normalität“ ala Stöcker fal­len, ihre Vorstellungen als etwas Selbstverständliches und als Konsens zu ver­kau­fen, d.h. eben nicht als eines von meh­re­ren mög­li­chen Konzepten, die man ver­han­deln könnte. 

            Die Versuche, eine sol­che Sichtweise mit Hilfe der künst­lich hoch­ge­push­ten Pseudopandemie zu for­cie­ren, sind sei­tens derer, die gern einen neu­en Menschen und eine neue Menschlichkeit for­men wür­den, bereits jetzt sehr deut­lich. Auf Seiten der WEF heißt es ganz unverblümt:
            „In fact, one sil­ver lining of the pan­de­mic is that it has shown how quick­ly we can make radi­cal chan­ges to our lifestyles.“
            Und :„Likewise, popu­la­ti­ons have over­whel­min­gly shown a wil­ling­ness to make sacri­fices for the sake of health-care and other essen­ti­al workers and vul­nerable popu­la­ti­ons, such as the elderly.“
            Quelle: https://www.weforum.org/agenda/2020/06/now-is-the-time-for-a-great-reset/

            Und von sol­chen Annahmen ("Pandemie" hat gezeigt, wie leicht sich Menschen for­men las­sen) aus­ge­hend, ent­wer­fen sie ihre Vision einer Welt der Zukunft: https://www.weforum.org/agenda/2020/03/covid-19-is-a-litmus-test-for-stakeholder-capitalism

            Ein Paradigmenwechsel bei der Art und Weise, wie „Gesellschaft gedacht“ wird, voll­zieht sich aber nicht von einem Tag auf den ande­ren; er kann nicht auf Knopfdruck in die Köpfe der Menschen gebracht wer­den. Und je ein­schnei­den­der und brei­ter die von den Verfechtern einer jewei­li­gen Vision des Wechsels kon­zi­pier­ten Veränderungen aus­fal­len sol­len, des­to grö­ßer wird die Anzahl derer sein, die eine sol­che Vision nicht akzep­tie­ren. Schweigen die­se Menschen aber nun, so räu­men sie den Anderen ganz kampf­los das Feld und kön­nen schließ­lich den Moment ver­pas­sen, ab dem Widerspruch nichts mehr bringt – weil tat­säch­lich ein neu­er Konsens geschaf­fen wor­den ist.

            Dafür ist nicht nur rele­vant, ob es Widerspruch und Gegengewichte über­haupt gibt, son­dern genau­so, wo und wie sicht­bar sie statt­fin­den. Wenn die Vertreter einer Position sich nur in ihrer Blase bewe­gen, nützt ihnen ihr Widerspruch auch nichts, weil er nie die gesell­schaft­li­che Debatte erreicht. Deshalb hal­te ich auch die von aa hier immer wie­der getä­tig­ten Aufrufe, mit unse­rer Gegenmeinung zur Coronoia „raus zu den Menschen“ zu gehen (zuletzt: https://www.corodok.de/raus-aus-der-blase/) für voll­kom­men rich­tig und wich­tig. Traurig fin­de ich nur, dass zumin­dest ich damit bis­lang – und das nach mitt­ler­wei­le einem Jahr Covid-Wahnsinn! – nicht die kleins­te Spur von Erfolg bei „Pandemiegläubigen“ erzie­len konnte.

            Die media­len Großkanäle gehö­ren momen­tan klar den Verfechtern der Neuen Normalität. Die Frage lau­tet: wie kön­nen die­je­ni­gen, für die eine Vision, wie sie im Artikel von Stöcker exem­pla­risch gezeich­net wird, eher Albtraum als Traum ist, wahr­nehm­ba­re Gegengewichte schaf­fen, um nicht den Anschluss zu ver­lie­ren bzw. damit die von ihnen gewünsch­te Neuverhandlung nicht schon zu Ende ist, bevor sie über­haupt begon­nen hat?

        2. auto­ri­tä­ren Totalitarismus bzw. tota­li­tä­ren Autoritarismus sys­te­ma­ti­sie­ren zu wol­len, ist ein süs­si­fuss-arti­ger Kampf gegen Windmühlen, der nur die eige­nen Kräfte schwächt, ohne zu irgend­was zu füh­ren. Es hilft hier als Gegenmittel AUSSCHLIEßLICH radi­kal sub­ver­si­ver, blö­dis­tisch ver­bräm­ter, RADIKAL-DADAISTISCHER WÜTE-ANARCHISMUS – das wuss­te schon des aa's besag­ter TROZKI.

        3. Mittlerweile ist das Überleben der Menschheit nur schon dadurch gefähr­det dass es Mutmassungen gibt, eine von tau­sen­den neu­en Mutanten könn­te gefähr­lich sein. So kann man einen Notstand ad infi­ni­tum auf­recht­erhal­ten, wegen rein gar nichts.

          Und den Dreh zum "Klimawandel" schafft man jetzt auch schon, indem man behaup­tet die­ser sei Ursache der Entstehung von gefähr­li­chen Viren die von Tier auf Mensch überspringen.

          1. @Chrissie: Zwar nicht mit der plat­ten Zuschreibung "Klimawandel", aber schon mit einem Blick für Zusammenhänge, ist der Gedanke nicht falsch. Das ste­te Vordringen der Menschen in bis­lang uner­schlos­se­ne Lebensräume der Natur auf der Suche nach immer mehr "Wachstum", die Zerstörung die­ser Räume, der glo­ba­li­sier­te Waren- und Personenverkehr schaf­fen da durch­aus neue Gefahren.

          2. @Chrissie und @aa's Antwort auf @Chrissie
            Einen Schritt wei­ter in der Diskussion kämen wir, wenn mög­lichst vie­le "Wir kön­nen es bes­ser" von Clemens Arvay läsen. Er dis­ku­tiert dar­in sehr aus­führ­lich, war­um der Ausbruch von zoo­no­se-beding­ten Epidemien wahr­schein­li­cher wird. Oder war­um in Städten wir Bergamo wesent­lich mehr Menschen "an/mit" Covid gestor­ben sind als in ver­gleich­ba­ren Städten. Sehr empfehlenswert.

        4. @aa

          Ich stim­me Ihnen in bei­den Punkten zu, gebe aber zu beden­ken, dass die Definition schutz­wür­di­ger Interessen ers­tens trotz­dem demo­kra­tisch zu ver­han­deln ist (SUV-Fahren – was auch immer das belieb­te Hassobjekt sein mag, das ist ein Werbeslogan der Autoindustrie und ansons­ten ein PKW, wobei ein Skoda Kodiaq genau­so viel ver­braucht wie ein VW Passat und weni­ger als ein VW Multivan – ver­sus Überleben afri­ka­ni­scher Völker) und die viel­ge­prie­se­ne Solidarität zwei­tens eher durch Bequemlichkeit als durch ernst gemein­tes und gegen­sei­ti­ges für­ein­an­der Eintreten geprägt ist. Mitunter ist es auch der pure Egoismus, der sich hin­ter der Maske der Solidarität ver­steckt, nach dem regime­sei­tig vor­ge­ge­be­nen und gedan­ken­los nach­ge­be­te­ten Motto "Ich schüt­ze Dich und Du schützt mich" – also schütz mich gefäl­ligst! Und viel­leicht schützt mich die Maske ja auch noch. Maske auf­set­zen kos­tet wenig Überwindung, hat ver­meint­lich kei­ne schäd­li­chen Wirkungen, demons­triert in phi­lis­ter­haf­ter Weise Zustimmung und ver­hin­dert unge­woll­te Zusammenstöße mit der Ordnungsmacht. Nach mei­ner Erfahrung sind die eif­rigs­ten Maskenträger die, die am meis­ten Angst um sich und – oder – nahe Angehörige oder Freunde haben, nicht die Selbstlosen.

        5. "Wenn der Welt die Pest droh­te, wäre das Recht auf Party nachrangig."

          Es gibt kein gewähr­tes Recht auf Party. Vielmehr gibt es kein Recht, Partys ver­bie­ten zu kön­nen. Was geht den Staat an wie Menschen ihre Freizeit ver­brin­gen? So lan­ge durch die Party kei­ne Rechte ande­rer beein­träch­tigt wer­den (zum Beispiel Lärmbelästigung) kann eine Party nur in einer Willkürs-Diktatur ver­bo­ten wer­den. So wie wir es gera­de haben.

          Es wird mir immer unheim­li­cher hier …

      2. @some1
        Sie schrei­ben, wörtlich“

        „Es ist aus Sicht der Mainstreambewegung, zu der er gehört, eine Art "Verzogenheit", dem ein­zel­nen Egoismus sei­nen Freilauf zu gewäh­ren, der dort endet, wo das Überleben der Menschheit gefähr­det ist, sei es durch Klimawandel, sei es durch die Pandemie.“

        Es geht hier nicht um Egoismus
        des Einzelnen, son­dern der
        Einzelne ist vor der Mehrheit
        juris­tisch abso­lut geschützt.
        D. h., selbst, wenn eine Mehrheit für eine Impfpflichtig juris­tisch ist,
        ist das immer nur eine relative
        Impfpflicht.
        Der Begriff: Menschenwürde ist
        ein Begriff der Nürnberger
        Prinzipien – nicht der Väter und
        Mütter des Grundgesetzes. Daher
        ist die GG-Menschenwürde nur
        rela­tiv. Die UDHR-Menschenwürde ist absolut !
        Fragen: Kennen Sie den Unterschied und war­um das
        so ist ?
        Warum ist die GG-Menschenwürde geringwertiger ?

        1. @Klaus G. Stölzel
          Nein, ich ken­ne (und mache) einen sol­chen Unterschied zwi­schen rela­ti­ver und abso­lu­ter Würde nicht. Erklärung Ihrerseits wäre freund­lich, wes­halb das so ist bzw. wie Sie zu den Annahme kommen.

          1. @some1
            Zunächst Korrektur:
            Die UDHR-Menschenwürde ist absolut !
            Mit ! Ausrufezeichen – nicht mit
            ? Fragezeichen. Da ist mir ein
            Fauxpas unterlaufen.

            Die Nürnberger Prozesse haben
            das abso­lu­te Obrigkeitsrecht
            von 1648 (westf. Friede, auch der
            Friede von Osnabrück, Münster
            und Nürnberg genannt) umgekehrt.

            Was heißt das ?

            Mit Inkrafttretung der UDHR
            am 10. 12. 1948 wur­de daraus
            ein rela­ti­ves Obrigkeitsrecht.

            Die NS-Untaten wur­den in dem
            Recht von 1648 began­nen. In
            dem Recht, dass eine Obrigkeit
            mit ihren Untertanen machen
            durf­te, was die Obrigkeit wollte.

            D.h., die NS-Faschisten konnten
            juris­tisch sicher sein, zum Tatzeitpunkt, dass ihre Untaten juris­tisch nicht ver­folg­bar sind.

            Sie sind davon ausgegangen,
            dass das auch nicht im Sinne
            der west­li­chen Demokratien
            ist, also eine Umkehrung, da
            auch dann deren Untaten als Staat juris­tisch ver­folg­bar sind.

            Da hat­ten sich die NS-Faschisten
            ver­rech­net, Ihnen wur­de der
            Prozess gemacht. Die Umkehrung
            ist juris­tisch eingetreten.

            Juristisch bedeu­tet das, dass
            es kei­ne Staatsuntertanen mehr
            gibt, die einer Obrigkeit / Staat
            abso­lut unter­wor­fen sind.

            Aus dem „Absolut“ zuguns­ten des
            Staates wur­den abso­lu­te Rechte
            des Einzelnen gegen den Staat.

            UDHR heißt nichts ande­res, als
            dei­ne abso­lu­ten Rechte gegen
            den Staat. Da darf der Staat abso­lut nicht ein­grei­fen. Daher
            der Begriff der absoluten
            Menschenwürde. 

            Das es sol­che Rechte nun gibt,
            hat den auto­ri­tä­ren Väter und
            Mütter des GG nicht gefallen.
            Die Frage:
            Wie kann man das juris­tisch im
            GG aushebeln ?

            Im GG wird im Artikel 1. 1, GG,
            die Würde als Menschen als
            unan­tast­bar bestimmt, aber
            im Art. 12. 3, GG rela­ti­viert, weil
            ZWANGSARBEIT zuläs­sig ist.

            Eine juris­ti­sche Hinterfotzigkeit
            im GG ohne Gleichen. In der UDHR ist nach Art. 4 und 5, UDHR abso­lut verboten.

            Daher gewährt das GG nur
            Grundrechte statt garantiert
            die Grundrechte.

            Alle Grundrechte des GG sind
            damit ver­han­del­bar, also ein­schränk­bar. Wer für das GG ist,
            sagt damit auto­ma­tisch JA,
            dass der Staat / Parlament seine
            Grundrechte einschränken
            darf.

            Der sagt JA, dass der Staat aus
            einem Subjekt (Mensch) wie­der­um ein Objekt (Werkzeug, Untertan) machen darf.

            Ich bin 1978 in einen Gewissenskonflikt geraten,
            nach dem ich die­se Hinterfotzigkeit erfah­ren habe.

            Wie kann man als Deutscher
            für ZWANGSARBEIT sein ?
            Das Kennzeichen für den NS-
            Staat über­haupt. Das NS-Verbrechen gegen die Menschlichkeit überhaupt.

            Menschen erst aus­beu­ten, also
            dadurch lang­sam qual­voll vernichten.

            Wollen Sie wis­sen, welche
            Konsequenzen ich dar­aus gezo­gen habe ?

          2. @ Klaus G. Stölzel
            9. FEBRUAR 2021 UM 17:49 UHR
            Danke für die Ausführungen! M.E. han­delt es sich wesent­lich um eine Verlagerung an eine über­ge­ord­ne­te Instanz, die UN. Wie ver­trau­ens­wür­dig inter­na­tio­na­le Organisationen der­zeit sind, erle­ben wir gera­de. Es gibt m.W. auch Klagen, die den IstGH und auch EGMR adres­sie­ren. Zu erhof­fen ist von dort aller­dings wenig. Druckfrisch von der EU-Kommission
            https://ec.europa.eu/transparency/regdoc/rep/10101/2020/DE/JOIN-2020–5‑F1-DE-ANNEX-1-PART‑1.PDF
            Menschenrechte waren und sind stets die Peitsche des wei­ßen Menschen für jene Staaten und Menschen, die eige­ne Vorstellungen von ihrem Leben haben. Das war nie anders. Empfehle "Sklaverei und Menschenrecht" von Rainer Roth.

  6. Wir befin­den uns anschei­nend im Krieg,
    da brau­chen wir sol­che Propagandisten (s.o.) für den ange­streb­ten Nachkriegszustand:

    "Das Covid-19-Virus habe die Gesellschaft "stark beein­flusst"; aus den "Nebenwirkungen" der Pandemie kön­ne schnell eine poli­ti­sche Krise ent­ste­hen. Dabei müs­se "der Zusammenhang zwi­schen Gesundheit und Innerer wie Äußerer Sicherheit … zukünf­tig deut­lich stär­ker beach­tet wer­den", erklär­te Baumgärtner wei­ter; die Grenze zwi­schen zivi­ler und mili­tä­ri­scher Bedrohungslage "ver­schwim­me" bei "kri­ti­schen Gesundheitslagen" wie der Coronakrise. Dies sei nicht zuletzt des­halb der Fall, weil "die Hemmung einer Gesellschaft durch das Ausbringen von gesund­heits­schäd­li­chen Stoffen … ein mög­li­ches Mittel hybri­der Kriegsführung zur Schwächung des Gegners in Szenarien der Zukunft sein" könne."

    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8518/

  7. Christian Stöcker ist am Forschungsprojekt „Forum 4.0“ zur Analyse von Nutzerkommentaren beteiligt. 

    Im August 2017 schrieb er in sei­ner Kolumne über Wissenschaftsleugner, die weit­hin aner­kann­te wis­sen­schaft­li­che Erkenntnisse wie die Kugelgestalt der Erde oder die men­schen­ge­mach­te glo­ba­le Erwärmung bestrei­ten. Darin argu­men­tier­te er, dass für Menschen, die an die fla­che Erde glau­ben oder den Klimawandel bestrei­ten, das Wort „leug­nen“ zu schwach sei und daher deren „qua­si­re­li­giö­se Überzeugung, im Besitz einer von der Allgemeinheit ver­dräng­ten, igno­rier­ten oder vor ihr ver­bor­ge­nen Wahrheit zu sein“, mit einem „-ismus“ bezeich­net wer­den soll­te. Zugleich schlug er für die­ses im Englischen als „denia­lism“ bezeich­ne­tes Phänomen, für das bis­her im Deutschen noch kei­ne adäqua­te Entsprechung exis­tie­re, den Begriff „Leugnismus“ vor. 

    https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_St%C3%B6cker

  8. Da feh­len einem die Worte!
    Vorschlag: Sollen sich doch die­se „per­fek­ten“ Menschen mit dem von uns gestoh­le­nen Geld auf dem Mars ihre per­fek­te Welt schaf­fen und uns hier nicht wei­ter behelligen!
    Lange kann’s jetzt nicht mehr dau­ern, dass einer – von wel­cher „Seite“ auch immer, Gutmensch oder „aso­zia­ler Solidaritätsverweigerer“ – eine Kugel im Kopf hat.
    Der Bürgerkrieg (jetzt noch verbal/digital) ist unausweichlich.

  9. Ein von juris­ti­scher Ahnungslosigkeit strot­zen­der Zeitungskommentar, mensch­lich aber nach­voll­zieh­ba­rer Standpunkt?

    "Der Lockdown wirkt. Das erkennt man allein an den blan­ken Zahlen. Wer ande­res behaup­tet, hat kei­ne Ahnung."

    https://www.berliner-zeitung.de/gesundheit-oekologie/es-reicht-liebe-freunde-der-grundrechte-li.137282

    Oder ein aus tra­gi­scher, per­sön­li­cher Betroffenheit ver­eng­ter Blickwinkel und dar­aus erklär­ba­re, ein­di­men­sio­na­le Meinungsstärke?:

    "Miray Caliskan schreibt ein Medizintagebuch für ihren Vater, der auf der Intensivstation beatmet wird. Sie schil­dert dar­in Tag für Tag den Zustand ihres Vaters, immer in der Hoffnung, ihm nach der über­stan­de­nen Covid-Infektion zu berichten.

    11.01.2021"

    https://www.zdf.de/verbraucher/wiso/corona-tagebuch-einer-tochter-100.html

    1. @Emotionales Argumentieren
      Handelt es sich bei der guten Miray etwa um eine Art mephis­to­phe­li­sche "QuerdenkerIn"? Ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will … ?

      Das "über mich" in
      https://miraycaliskan.com/
      lie­fert, neben "Ich.Will", eine Art Erklärung.

      Man braucht nicht ein­mal Hobbypsychologe zu sein, um zu erken­nen, dass "Wir" für eine Familiengeschichte "büßen" müssen.
      Mit "Wissenschaftsjournalismus" im enge­ren Sinn hat das eher nix zu tun. Dass sie nicht ein­mal mit "blan­ken Zahlen" umge­hen kann und die­sen eine Kausalität unter­stellt, die weder veri- noch fal­si­fi­zier­bar ist unter­malt die Qualität ihrer "Ahnung".

      Den da hab' ich mir trotz­dem reingezogen:
      https://www.berliner-zeitung.de/gesundheit-oekologie/warum-manche-menschen-sich-nicht-an-corona-regeln-halten-li.121146

      wobei es mich beson­ders amü­siert, dass das "klei­ne Stück Stoff", des­sen Nutzen (im Dezember 2020) angeb­lich "wis­sen­schaft­lich belegt" war, mitt­ler­wei­le ("wis­sen­schaft­lich"?) ent­wer­tet ist: Das zwei­te A im AHA hat aus­ge­dient – "now it's the OP-Mask, stupid!"
      So ein Pech aber auch.
      Wenn man sich nicht mit der Kurzfassung der "Reaktanz" (im Artikel) zufrie­den gibt, könn­te dies ‑imho- auch auf patho­lo­gi­sche Züge bei den "Zeugen Coronas" hinweisen.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Reaktanz_(Psychologie)

  10. Was ich bei den Impfschäden-Leugnern immer nicht ver­ste­he ist, dass sie dar­auf bestehen, dass sich Alle imp­fen las­sen sol­len, damit die anstän­di­gen Geimpften sich nicht infizieren.
    Also ent­we­der die Impfung hilft gegen die Infektion, dann sol­len sich die Impfgläubigen doch freu­en, dass sie frü­her an ihren selig­ma­chen­den Schuss kom­men und die Anderen ein­fach in Ruhe lassen.
    Oder die Impfung hilft nicht gegen die Infektion, dann ver­hin­dert sie auch nicht die Übertragung des Virus und dann ist es auch egal, wenn sich eini­ge Menschen den gol­de­nen Schuss nicht set­zen las­sen wollen.
    Aber mit Logik hat das ja alles nichts zu tun: wie Gunnar Kaiser rich­tig fest­ge­stellt hat ist es ein­fach Kult.

  11. In einer WHO-Liste von 2019 zu den größ­ten Bedrohungen für die Menschheit fin­den sich Impfkritiker auf Platz; nur weni­ge Plätze hin­ter „nuklea­rem Holocaust“, „Leben in Kriegs- und Krisengebieten“ und (!) „auto­ri­tä­rer Weltregierung“.

  12. Bei den meis­ten SPIEGEL-KolumnistInnen stau­ne ich inzwi­schen nicht ein­mal mehr.
    Es scheint dort wirk­lich eine Art Wettbewerb zu geben – ähn­lich dem "Maßnahmen"-Wettbewerb der Bundesländer und dem här­tes­ten Hund im Ministerpräsidentenzwinger.
    Stöcker liegt da ziem­lich weit vorn.
    Die Geschichte des 20. Jahrhunderts bie­tet kei­nen Anlass zum Optimismus:

    Ob der von Empörung in Begeisterung über­schwap­pen­de Ausbruch des 1.Weltkriegs
    oder
    die Inbrünstigkeit über den wie­der­ge­won­ne­nen Nationalstolz eines Großteils der Bevölkerung in der NS-Zeit
    oder
    in USA die Hexenjagd der McCarthy-Ära oder die Domino-Theorie
    oder
    von den "Säuberungen" des Stalinismus und der chi­ne­si­schen "Kulturrevolution"

    Überall wur­de es von ZelotInnen beglei­tet und/oder gar "ver­schärft".
    Praktischerweise ver­füg­ten die­se wohl immer selbst über das pas­sen­de Sendungsbewusstsein (aka: "Einsicht in die Notwendigkeit" ).

    Zum Gruseln.

    Einziger Grund zum Optimismus: bis jetzt sind die Repressionen immer noch "über­schau­bar" (was ist schon ein Bußgeld, 14-tägi­ge Quarantäne und ‑bei ent­spre­chen­der Prominenz- eine Art Diffamierung, die igno­riert wer­den kann?) und ein wach­sen­der Teil der Bevölkerung (sogar aus den vom SPIEGEL gelie­fert-wie-bestell­ten) hat die Faxen ein­fach dicke.
    Ein Herr Stöcker meint viel­leicht noch, dass er dem durch Erhöhen der Schlagzahl ent­ge­gen­wirkt – könn­te sogar funk­tio­nie­ren, oder eben auf ihn selbst zurückfallen.

  13. Faschistische Denkmuster wer­den in aka­de­mi­schen Kreisen wie­der schlei­chend salon­fä­hig, auch ein gut fun­dier­tes Studium nutzt nichts gegen Scheuklappendenken, ganz im Gegenteil, gera­de im Wissen um die Dinge wer­den sol­che Menschen zu vor­sätz­li­chen Treibern der gäri­gen Melange aus aka­de­mi­schen Multiplikatoren. Zumindest im C3 und C4 Bereich wird seit Jahren sehr auf acht­sa­me Auslese bei der Postenvergabe geschaut.
    Diejenigen denen das nicht so rich­tig passt ver­las­sen oft gut aus­ge­bil­det die­ses Land. Siehe die Auswanderungsstatistiken.
    So ver­dich­ten sich Ansichten in aka­de­mi­schen (nicht nur dort) Berufen zu Mainstreamdenken. Wir dür­fen nie ver­ges­sen, das die Kräfte, die zur Zeit am Wirken sind, über Generationen arbei­ten und dazu über aus­ge­feil­te und wirk­sa­me Werkzeuge, Studien und der­glei­chen ver­fü­gen. Und vor allem über Kapital ohne Ende.

  14. Derselbe Herr Stöcker hat­te im SPIEGEL ein Weihnachtsmärchen erzählt unter der Überschrift: „Jesus hät­te Oma nicht besucht“. Da stand:: „Deshalb tra­gen wir Masken, des­halb waschen wir uns stän­dig die Hände, des­halb hal­ten wir Abstand von­ein­an­der. Handeln Sie so, als wüss­ten Sie, dass sie infi­ziert sind, so bit­ter das klingt. Dann, und nur dann, stel­len Sie sicher, dass Sie nicht ver­se­hent­lich jeman­den umbrin­gen. Womöglich jeman­den, den Sie lieben.“

    Ich hat­te ihm damals geschrie­ben: "Hätte dem Jesus sei­ne Oma Anna Corona gehabt, hät­te ihr Enkel sie geheilt. Hätte sie Angst gehabt, von ihm ange­steckt zu wer­den, hät­te er sie von der Angst geheilt. Wenn es jeman­den gibt, der nicht die gerings­te Scheu davor hat­te, Bettlern und Huren zu begeg­nen, Blinden, Tauben, Lahmen und Aussätzigen, dann er. "

    Kam natür­lich kei­ne Antwort. Und die­se jüngs­te Kolumne zeigt: nichts Neues unter der Sonne. Der Mann han­delt wei­ter so, als wäre er infi­ziert. Von einem Virus, den er sich ent­we­der beim SPIEGEL geholt hat oder der von ihm. Fast alle mei­ner Bekannten haben dem Blatt bereits gekün­digt. Ich lese es noch, um ihnen täg­lich bestä­ti­gen zu kön­nen, dass sie nichts ver­pas­sen. Im Gegenteil, sie erspa­ren sich Stöcker et. al. Denn wer so han­delt, als sei er infi­ziert, ist es irgend­wann auch. Die Idee, krank und eine ste­te Bedrohung sei­ner Mitmenschen zu sein, setzt sich fest in Körper, Geist und Seele. Dann ist man geis­tes­krank. Und die das wol­len, sind schon jetzt ver­dammt gefährdet.

      1. Danke für den Hinweis, war mir damals ent­gan­gen. Schön, dass sich bestimm­te Kommentarlinien kreu­zen und ver­voll­stän­di­gen. Das schärft das Profil für Strukturen, Namen, Personen. Und das Wissen, dass es sich bei Leuten wie die­sem SPIEGEL-sozia­li­sier­ten Kognitionspsychologen nicht um Eintagsfliegen, son­dern um fest­frei instal­lier­te Knechte ihres Herrn han­delt, die dann auch an Hochschulen und andern­orts die gewünsch­ten Alarmglocken schril­len las­sen. Wissenschaft anno 2021.

    1. @Franz Deubzer
      Eine unge­fäh­re Vorstellung wie vie­le Abonnenten der SPIEGEL (on- und off­line) ver­lo­ren haben könn­te lässt sich aus den Kommentaren (und deren "Bewertungen") in ein­schlä­gi­gen Beiträgen ablei­ten (am schnells­ten erkenn­bar wenn man nach "am bes­ten bewer­tet" sortiert):
      Jenseits der Bezahlschranke (z.B. einer neu­en Melanie-Brinkmann-Legende) gibt es eine 3/4‑Mehrheit der "Zeugen Coronas"
      Im Diesseits (z.B. bei einem Artikel über die gericht­li­che Aufhebung der Ausgangssperre in BaWü) stel­len die­se i.dR. eine klei­ne, radi­ka­le Minderheit dar.

      Bis August 2020 habe ich mich noch hie und da an "Diskussionen" betei­li­gen dür­fen – i.d.R. rein sach­lich – (im "Corona-Ticker", wo fast jeden Tag zumeist mehr als die Hälfte der Einzelmeldungen "teil­wei­se falsch" waren, was nach­zu­wei­sen fast immer mit Verweis auf die Ursprungs-Quelle mög­lich war) bis die Zensur irgend­wann kei­nen mei­ner Beiträge mehr durchließ.

      Meinen online-"Daumen" hat man mir immer­hin gelas­sen – und den gilt es zu nut­zen, damit man zumin­dest noch bewer­ten und die weni­gen Aufrechten unter den dort immer noch vor­han­de­nen Skeptikern bei Laune hal­ten kann …

      1. @Kassandro: Ging mir mit mei­nen Kommentaren ähn­lich. Ich hat­te zuneh­mend den Verdacht, dass bei SPIEGEL Online Bots oder bezahl­te Verleumder unter­wegs waren. Wie anders wäre es zu erklä­ren, dass der Bill-Gates-Aufmacher: "Es ist ein Wahnsinn, wie lang das dau­ert" (mit den Impfstoffen) von mir dezent kom­men­tiert mit: "Es wäre ein Wahnsinn, wenn es schnel­ler gin­ge" bin­nen einer Stunde mit Downs und Shits ohne Ende gekon­tert wur­de. Auch direk­te Schreiben an ehe­mals inte­gre Autoren (Kurbjuweit u.a.) lie­fen ins Leere. Darum immer wie­der Dank und Respekt an aa u.a.

  15. 8.2.21, "Israel und Griechenland pla­nen Reise-Korridor
    Jerusalem (dpa) – Israel und Griechenland wol­len in der Corona-Krise Tourismus für Geimpfte ermög­li­chen. Vertreter bei­der Länder ver­stän­dig­ten sich am Montag in Jerusalem dar­auf, geimpf­ten Bürgern Reisen zwi­schen den Staaten ohne Auflagen zu gestat­ten, sobald die Flugbeschränkungen auf­ge­ho­ben sind.
    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sag­te bei einer Pressekonferenz mit sei­nem grie­chi­schen Kollegen Kyriakos Mitsotakis, die Reisen soll­ten ohne Einschränkungen und Quarantäne mög­lich sein. Griechenlands Regierungschef hoff­te, israe­li­sche Touristen so schnell wie mög­lich in sei­nem Land zu begrü­ßen. Basis der Abmachung ist die gegen­sei­ti­ge Anerkennung soge­nann­ter Grüner Impfpässe. …
    In der EU wird kon­tro­vers über eine mög­li­che Aufhebung von Reisebeschränkungen für Menschen mit Corona-Impfung dis­ku­tiert. Mitsotakis hat­te sich für Reisefreiheit von Geimpften ein­ge­setzt. Absehbar kön­nen die­se inner­halb der Gemeinschaft jedoch nicht mit Erleichterungen rech­nen. Zwar arbei­ten die 27 EU-Staaten an einem gemein­sa­men Impfpass. Die Debatte über mög­li­che, damit ver­bun­de­ne Vorteile wur­de jedoch im Januar ver­tagt. Ungeklärt ist noch eine mög­li­che Ansteckungsgefahr von Menschen, die bereits geimpft sind.
    Der Tourismus zählt zu den wich­tigs­ten Wirtschaftszweigen in Griechenland. Eine ähn­li­che Vereinbarung wie mit Israel strebt die Regierung in Athen Kreisen zufol­ge auch mit Großbritannien an."
    https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gesundheit-israel-und-griechenland-planen-reise-korridor-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101–210208-99–355087

  16. Meiner Meinung nach ist Herr Stöcker ein­fach ein wei­te­rer "Dummschwätzer", dem der Spiegel hier einen Raum bie­tet, der zur herr­schen­den Meinung passt.
    Die Aussage: "Impfverweigerer sind, wenn kei­ne beson­de­re medi­zi­ni­sche Indikation vor­liegt, in Wahrheit aso­zia­le Solidaritätsverweigerer" ist ein­fach nur Blödsinn.
    Welche Solidarität ver­wei­gert jemand ande­ren Menschen, nur weil er sich nicht imp­fen lässt? Wenn alle, die über­zeugt sind, dass eine Impfung sinn­voll ist und nie­man­dem scha­det, sich imp­fen las­sen – dann sind die­se Menschen (falls die Impfung wirkt) doch völ­lig auf der siche­ren Seite.
    Sie brau­chen dann kei­ne "Solidarität" von Menschen, die für sich ent­schei­den, dass sie nicht geimpft wer­den wollen!!!
    Eine medi­zi­ni­sche Behandlung muss doch in jedem ande­ren Fall auch, mei­ne ganz per­sön­li­che Entscheidung und mein per­sön­li­ches Risiko blei­ben, das ich für mich selbst abwä­gen muss – und nur selbst abwä­gen kann!
    Das ist doch ein völ­lig ver­dreh­ter Solidaritätsbegriff!

  17. Bisher behaup­ten die Impfhersteller nur, dass ihre Impfstoffe schwe­re Krankheitsverläufe ver­hin­dern. Niemand behaup­tet Immunität, und ste­ri­le Immunität schon gar nicht. Das heisst dass Impfpflichten und Impfpässe sowie­so null Sinn machen. Sinn macht aller­höchs­tens dass sich die­je­ni­gen imp­fen las­sen, die sich gefähr­det sehen.
    All das geht in der öffent­li­chen Debatte völ­lig unter. Ein Volk von Irren.

  18. „Stell dir eine Impfung vor, so sicher, dass man dazu gezwun­gen wer­den muss – für eine Krankheit, so töd­lich, dass du getes­tet wer­den musst, um zu wis­sen, ob du sie hast.“
    Dr. Christiane Northrup, US-Frauenärztin und Gesundheitsexpertin

  19. Aus dem Antwortenstrang oben:
    klaus

    9. FEBRUAR 2021 UM 17:22 UHR
    Also ich hal­te NICHTS von einer NEU-Verhandlung des §1 GG.
    Ich hal­te es eher mit Ralf Ludwig, der so argumentiert:
    https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=Tzy4H2zdXyQ
    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
    Mir wäre es lie­ber, Sie wür­den mir erklä­ren, wie er argu­men­tiert. Soweit ich weiß, spricht Ludwig von einem Fall des Art. 20 IV GG. Damit hat der glas­klar recht, denn die Regierung HAT tat­säch­lich "die­se Ordnung" besei­tigt. Die ande­re Frage ist die der Konsequenzen – Ludwig "warnt" vor Gewalttaten, die eine mög­li­che Form des Widerstandsrechts sein könn­ten. Nüchtern bis zynisch kann ich nur sagen: damit rech­nen auch die Regimeangehörigen, es gehört sogar zur Pandemie-Übung, hier­bei auch den Einsatz des Militärs für inlän­di­sche Einsätze hinzuzuziehen.
    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8518/
    Ich hal­te es schlicht nicht für klug, ihren Absichten und der ziem­lich siche­ren Übermacht der­ar­ti­ge Gefälligkeiten zu erwei­sen, die letzt­lich nur den Widerstand besei­ti­gen helfen.

    Die neue gesell­schaft­li­che Verhandlung hal­te ich für not­wen­dig, weil es nun mal in der Gesellschaft die­se aus­ein­an­der­stre­ben­den Würdebegriffe tat­säch­lich GIBT. Diese Überzeugungen kann man nicht in Luft auf­lö­sen, auch nicht auf der Straße bekämp­fen, daher hal­te ich den Dialog für zielführender.

    1. @ some1: Ja, ziel­füh­rend wäre ein Dialog auf jeden Fall. Nur: wie kön­nen wir kon­kret dar­an arbei­ten, einen tat­säch­li­chen Meinungssaustausch zu eta­blie­ren, wenn die Leitmedien und mit ihnen ein gro­ßer Teil der wahr­nehm­ba­ren gesell­schaft­li­chen Debatte der­art stark von einer bestimm­ten Vision domi­niert wer­den und sich vie­le Menschen als Folge davon Gegenargumente gar nicht est anhö­ren möch­ten? Sehen Sie dazu auch mei­ne etwas län­ge­re Antwort auf Ihren Beitrag wei­ter oben.

      1. @JW
        Sie stel­len klu­ge und berech­tig­te Fragen und Überlegungen an.

        Mein Vorschlag bezog sich auf die Tatsache, dass wir schon hier im Blog durch­aus hete­ro­ge­ne Präferenzen, Haltungen und Wünsche haben – uns eint ledig­lich die Kritik an der Coronoia und das Beharren dar­auf, dass Kritik über­haupt erlaubt sein und blei­ben muss.

        Ausgehend von die­sen Einsichten wäre mei­ne Idee, zu ver­su­chen, zunächst eine Gesellschaft zu den­ken, mit der die hier ver­tre­te­nen Menschen leben könn­ten, auch der­je­ni­ge, der Gentechnik unter bestimm­ten Umständen wie z.B. Heilung von Krankheiten für legi­tim hält und auch jener, der Grundrechtseinschränkungen ange­sichts einer – wis­sen­schaft­lich belast­bar anzu­neh­men­den – Bedrohung für legi­tim hält.

        Wenn und falls wir das schon hier – trotz der Corona-Übereinstimmung – nicht hin­be­kom­men, dann gibt es auch nichts, was wir der Entwicklung ent­ge­gen­stel­len kön­nen – daher ist es m.E. zwin­gend not­wen­dig, sich erst ein­mal an die­se inter­ne Klärung zu machen. Das Ergebnis könn­te bes­ten­falls eine Vorlage, ein kon­struk­ti­ver Vorschlag auch an Leute wie Stöcker sein.

        Sie fürch­ten, dass es dann (oder jetzt schon) dafür zu spät sein könn­te. Ich sehe das anders, sogar gegen­tei­lig. Diese Regentschaft hat mit ihren Maßnahmen vie­les zer­stört, das in den nächs­ten Jahren für jeden sicht­bar sein wird. Nahtlos wird der Übergang zum Gatesschen Imperium also sicher nicht sein, aber der­zeit noch alternativlos!

        Es sei denn, es gelingt „uns“, eine Alternative zu erar­bei­ten. Damit es DANN einen Lösungsvorschlag geben kann, einen, den wir bespro­chen haben und idea­ler­wei­se auch erprobt, eine demo­kra­ti­sche Alternative, aber eine bes­se­re als die alte. So kön­nen wir die "Spalte" der Verwüstung nut­zen, um eine Alternative zu prä­sen­tie­ren, die mög­lichst auch die ein­be­zieht, die grund­sätz­lich nichts gegen Gentechnik und Einschränkungen haben DANN, wenn der Zweck gerecht­fer­tigt und die "Auftragslage" wie­der auf demo­kra­ti­schen Füßen steht.

        Man darf nicht ver­ges­sen: die­se Leute wie Stöcker wür­den sich als "eher links" cha­rak­te­ri­sie­ren. Staatsversagen, das auf dem Rücken der Armen aus­ge­tra­gen wird, das mögen sie auch nicht. Auf ihre Weise wol­len sie ja gera­de die Welt ret­ten. Und je augen­schein­li­cher die­se Regentschaft ver­sagt, des­to eher könn­te das Denken und Hören auf Vorschläge abseits von Bill wie­der ein­set­zen – sofern es wel­che gibt.

        Das ist nur die Skizze einer Strategie, wie sie unge­fähr funk­tio­nie­ren könn­te. Sie ist dar­auf ange­wie­sen, dass die, die sie betref­fen soll – vor­erst hier – dar­an arbei­ten und tat­säch­lich eine , ja, im Prinzip "Verfassung" erar­bei­ten, wie sie für eine künf­ti­ge Gesellschaft, unter der auch ein Stöcker Platz fin­den könn­te, aus­se­hen kann.

        Selbst wenn es kei­ne deutsch­land­wei­te Verfassung am Ende wäre, ist mehr Klarheit für die Argumentation nach außen auf jeden Fall der Mühe wert,

        1. @some1:

          Vielen Dank für Ihre detail­lier­te Antwort!

          Dass von "uns" als Kritikern der Coronoia eine "Alternative", also irgend­ein Gegenmodell oder gesell­schaft­li­ches und poli­ti­sches Konzept, aus­ge­ar­bei­tet wer­den könn­te, hal­te ich aber für weder mög­lich noch erstrebenswert. 

          Warum nicht mög­lich? Den Grund haben Sie zu Beginn Ihrer Ausführungen schon genannt: "dass wir schon hier im Blog durch­aus hete­ro­ge­ne Präferenzen, Haltungen und Wünsche haben" Natürlich ist das noch kein Ausschlusskriterium für eine Suche nach gemein­sa­men Nennern oder Punkten, auf die man sich doch eini­gen könn­te. Doch braucht es das wirklich? 

          Warum also nicht erstre­bens­wert? Weil die­se Meinungspluralität – zumin­dest in mei­nen Augen – etwas ganz, ganz Wunderbares ist. Außerdem hal­te ich bei so gro­ßen und wich­ti­gen Themen den offe­nen Austausch, das kon­ti­nu­ier­li­che Aushandeln, für viel wich­ti­ger als ein "kon­kre­tes" Ergebnis in Form eines Modells, Entwurfes oder was auch immer. Einige der bes­ten Dialoge Platons (immer wie­der eine emp­feh­lens­wer­te Lektüre) enden in Aporien – und sind den­noch kei­nes­wegs weni­ger lehr­reich als die Gespräche "mit Ergebnis" – viel­leicht sogar mehr.

          Mit ande­ren Worten: so lan­ge wir es schaf­fen, uns trotz die­ser Heterogenität ein­an­der wirk­lich zuhö­rend und auch die Meinungsunterschiede respek­tie­rend aus­zu­tau­schen – und nach mei­ner Einschätzung gelingt das zumin­dest auf die­sem Blog sehr gut – ist viel­leicht mehr gewon­nen, als wenn man wirk­lich ver­su­chen wür­de, zwin­gend auf den gemein­sa­men Nenner irgend­ei­nes "alter­na­ti­ven Entwurfs" zu kommen.

          Und den Anhängern der "Neuen Normalität" kann man auch ohne Ausarbeitung eines gro­ßen "Alternativentwurfs" Einiges ent­ge­gen­hal­ten: gute inhalt­li­che Argumente näm­lich, wie das dan­kens­wer­ter­wei­se seit Monaten hier und an vie­len wei­te­ren Orten (Corona Transition, Multipolar, Rubikon, Peds Ansichten, Wodargs Webseite, Bücher von Bhakdi, Schreyer, van Rossum und vie­le wei­te­re) getan wird.

          Und nein, ich hal­te kei­nes­wegs alles für zu spät und ver­lo­ren. Meine Zuversicht ist nach vie­len geschei­ter­ten Versuchen, den Glauben der Covid-Gläubigen mit Argumenten zu erschüt­tern, nur ein klein wenig betrübt.
          Betrübt – doch noch lan­ge nicht zersört.

          1. @JW
            Eine "Verfassung" soll Pluratität abbil­den und ver­an­kern, nicht verhindern!

            Nicht die Frage: woge­gen sind „wir“? Sondern gemein­sam wofür!

            Ich fin­de immer wie­der trau­rig, wenn nicht sogar scho­ckie­rend, dass – nicht nur Sie – auf den kon­struk­ti­ven Vorschlag, Gemeinsamkeiten und Unterschied offen zu benen­nen, mit einem resi­gnier­ten "geht doch gar nicht" und einem affir­ma­ti­ven "soll man doch gar nicht" beantworten.

            Das ein­zi­ge, was eine fata­le Lösung besei­tigt, ist nicht der Widerstand dage­gen, son­dern eine bes­se­re Lösung. Die exzes­si­ve Mut- und Ratlosigkeit des Widerstands, der selbst­be­züg­lich in "Liebe" wabert ist der bes­te Komplize von Schwab.

            so far.

  20. @some1
    Auf Ihre Antwort vom 9. 2. 2021
    um 19. 32 h:

    Das ist ein Irrtum !
    Es geht nicht um eine
    Verlagerung an eine höhere
    Instanz.

    Was rich­tig ist, ist, dass die
    UDHR von der west­li­chen Welt miss­braucht wird, also vom
    wei­ßen Mann.

    So auch Nelson Mandela.

    Schon Stéphane Hessel, Mitautor der UDHR wuss­te genau, dass die UN ein kor­rup­ter Laden ist und das mis­sio­nie­ren mit der UDHR ver­bo­ten ist.

    Die UDHR ist daher ausschließlich
    ein abso­lu­tes Werkzeug eines Außenseiter als Individuum gegen den Staat – nicht für die Mehrheit.

    Also nichts für Menschen die
    in der Herde bleiben,
    trotz ihrer Gewissenskonflikte
    mit dem Staat und der Herde,
    frei nach Nietzsche:
    „Ehre den Hirten und
    ach­te das Gebiss seiner
    Hunde (damit ist Polizei und
    Justiz gemeint) und scheiss
    auf dein Gewissen, dann führst
    Du ein beque­mes, aber ein
    Scheiss-Leben.

    von Individuen in einem Staat
    gedacht.

    1. @some1
      Antwort auf Ihren Beitrag vom 10.02. um 12.31 Uhr

      Sollte mei­ne Stellungnahme, auf­grund der etwas schar­fen Formulierung mei­ner­seits, als Ausdruck einer resi­gnier­ten "Bringt eh alles nichts"-Haltung ver­stan­den wor­den sein, möch­te ich klar­stel­len, dass dies expli­zit nicht gemeint war!

      Ich glau­be, wir sind im Prinzip gar nicht so weit weg von­ein­an­der. "Gemeinsamkeiten und Unterschiede offen benen­nen" – sehr, sehr ger­ne! Was unse­re Positionen mei­ner Wahrnehmung nach unter­schei­det, ist höchs­tens, dass ich den Schwerpunkt mehr auf den Prozess und den Weg – also den dis­kur­si­ven Austausch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede – legen wür­de, als auf ein kon­kre­tes Ergebnis in Form eines Verfassungsentwurfs. Doch viel­leicht habe ich auch ein­fach eine zu star­re Vorstellung beim Stichwort "Verfassung".

      Und dass so ein Austausch gut und pro­duk­tiv funk­tio­nie­ren kann – dafür ist die­ser Blog mit sei­ner Kommentarsektion Beweis genug.

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