Es gibt keine zweite Welle, sondern Corona ist eine Dauerwelle

Unter die­sem Titel haben die drei Autoren des Buches "Coro­na und die Demo­kra­tie. Eine lin­ke Kri­tik" vor der gest­ri­gen Groß­de­mons­tra­ti­on Stel­lung genom­men. Dar­in ist zu lesen:

»Seit Wochen kün­di­gen Politiker*innen und Medi­en eine neue Coro­na-Wel­le an. Das ist schon medi­zi­nisch mehr als zwei­fel­haft, wie die For­schung zeigt. Hun­der­te Land­krei­se haben seit vie­len Wochen nicht eine ein­zi­ge Infektion…

Um was geht es? Die Poli­tik und die Medi­en möch­ten die Bevöl­ke­rung auf wei­te­re Ein­schrän­kun­gen von Grund­rech­ten vor­be­rei­ten oder sie dazu kon­di­tio­nie­ren, medi­zi­nisch teil­wei­se zwei­fel­haf­te bis wir­kungs­lo­se Maß­nah­men mitzumachen.

Was aber auf jeden Fall kommt, ist die zwei­te Wel­le der soge­nann­ten Kritiker*innen der Coro­na-Maß­nah­men, die am 1. August zu bun­des­wei­ten Aktio­nen in Ber­lin auf­ru­fen. Wie sich schon im April abzeich­ne­te, han­delt es sich dabei um rechts­of­fe­ne Ver­an­stal­tun­gen, bei denen Rech­te, eso­te­ri­sche Spin­ner und Antisemit*innen jeg­li­cher Cou­leur akzep­tiert wer­den, obwohl sie nicht die Mehr­heit der Teilnehmer*innen stellen.

Es war gera­de auch die selbst ernann­te Anti­fa, die den demo­kra­ti­schen Pro­test am Rosa-Luxem­burg-Platz in Ber­lin – zu einer Zeit, wo noch nicht klar war, in wel­che Rich­tung sich der Gesamt­pro­test bewe­gen wird – mas­siv behin­der­te und den Rech­ten Was­ser auf die Müh­len goss, ja sich – für lin­kes Han­deln bis­lang undenk­bar – von der Poli­zei absicht­lich ein­git­tern ließ auf einem klei­nen Gelän­de vor der Volks­büh­ne, damit kei­ne Coronamaßnahmen-Kritiker*innen demons­trie­ren konnten.

Daher unter­stüt­zen wir an sich die anti­fa­schis­ti­schen Demons­tra­tio­nen, die unter dem Mot­to "Abstand gegen Rech­te" gegen die Auf­mär­sche pro­tes­tie­ren. Doch lei­der haben sich wei­te Tei­le die­ser Lin­ken als Teil des Pro­blems erwie­sen, da sie die irra­tio­na­len Zwangs­maß­nah­men des Staa­tes, die zu Not, Elend und Tod nicht nur in Euro­pa, son­dern welt­weit füh­ren (Zehn­tau­sen­de auf­ge­scho­be­ne Ope­ra­tio­nen, aus­blei­ben­de Vor­sor­ge­imp­fun­gen gegen Masern in Afri­ka, öko­no­mi­sche Kata­stro­phe wegen zurück gefah­re­nem Welt­han­del, Sui­zi­de wegen Per­spek­tiv­lo­sig­keit, Ende der Club- und Thea­ter­sze­ne, kei­ne Frei­heit der Wis­sen­schaft und For­schung mehr usw.), aggres­siv unterstützen.

Unver­ständ­lich ist dar­über hin­aus, dass in den Pro­test­auf­ru­fen der Begriff "Coro­na­leug­ner" ver­wen­det wird. Es ist schon bemer­kens­wert, dass nun auch die Leug­nung einer Krank­heit bzw. des pan­de­mi­schen Cha­rak­ters einer Krank­heit Gegen­stand für anti­fa­schis­ti­sches Han­deln sein soll. Doch tat­säch­lich soll­te der Fokus auf den rechts­of­fe­nen Cha­rak­ter der Ver­an­stal­tun­gen stehen.

Der Begriff Coro­na­leug­ner ist offen­bar auch von dem Bestre­ben gelei­tet, undif­fe­ren­ziert jede Kri­tik an den Maß­nah­men zu dif­fa­mie­ren oder als lächer­lich abzu­tun ("Covidio­ten", "Alu­hut-Trä­ger"). Damit ist die­se pau­scha­le, abwer­ten­de "Kri­tik" (eher Schmä­hung) der Kri­tik im Kern selbst denun­zia­to­risch und anti­auf­klä­re­risch. Der Begriff ist auch des­halb zu hin­ter­fra­gen, weil er an den Begriff des Holo­caust­leug­ners erin­nert. Es ist von ent­schei­den­der Bedeu­tung, gegen die Leug­nung des welt­weit ein­ma­li­gen Ver­bre­chens der Sho­ah vor­zu­ge­hen. Doch gera­de die­se Ein­ma­lig­keit wird offen­bar infra­ge gestellt, wenn nun die Leug­nung von vie­len ande­ren Din­gen poli­tisch sank­tio­niert wer­den soll…

… Wir sagen daher: Abstand zu allen Rech­ten und Antisemit*innen sowie zu den Staats­ap­pa­ra­ten, die eine auto­ri­tä­re Staat­lich­keit vor­an­trei­ben und die größ­te Panik­in­dus­trie in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik betreiben.
31. Juli 2020, Gerald Grü­ne­klee, Cle­mens Heni, Peter Nowak
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Eine Antwort auf „Es gibt keine zweite Welle, sondern Corona ist eine Dauerwelle“

  1. "Coro­na und die Demo­kra­tie. Eine lin­ke Kritik" 

    Eine "lin­ke Kri­tik" wür­de lin­ke Kri­ti­ker vor­aus­set­zen. Ich erken­ne aber kei­nen bei den Dreien.

    Wer den­Be­griff "rechts­of­fen" für eine Demo auf­greift, auf der "Frie­den. Frei­heit" skan­diert wird, ist nicht ein­mal linksof­fen son­dern hat arschoffen.

    Die­se drei Typen sind Büt­tel des Sys­tems die jun­ge, begeis­ter­ba­re Men­schen für die Auf­recht­erhal­tung des Sys­tems rekru­tie­ren und dazu pseu­do­re­vo­lu­tioä­res Gewäsch einsetzen

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