Linker entsetzt über Antifa bei Berliner Schweigemarsch

Noch ist auf freitag.de ein Beitrag zu lesen, der sich mit der Berliner Demo vom 22.11. und der Gegendemo beschäf­tigt. Darin heißt es:

»Ich kom­me just vom Schweigemarsch, der am 22.11. in Berlin an der Bornholmer Brücke star­te­te. Wer es nicht weiß: Der Schweigemarsch ist ein Demo-Format, das bereits zum zwei­ten Mal in Berlin statt­fin­det und sich unter dem Motto „Alles ist gesagt“ gegen die anhal­ten­de Diskursverweigerung der Regierung und wei­ter Teile der Medien rich­tet und eine kri­ti­sche, offe­ne Auseinandersetzung mit den Corona-Maßnahmen for­dert – ein Ansinnen, dass in einer Demokratie eigent­lich unver­däch­tig sein soll­te. In der Demoankündigung wur­de expli­zit dar­um gebe­ten, Flaggen, Schilder, Banner, sowie Kleidung mit Parolen, Organisationen, Vereinen und Symbolen zu Hause zu las­sen – ein pro­ba­tes und klu­ges Mittel, um die­je­ni­gen fern­zu­hal­ten, die ger­ne ver­su­chen, sol­chen Kundgebungen ihren sym­bo­li­schen Stempel auf­zu­drü­cken, ande­rer­seits eben­sol­che Menschen anzu­spre­chen, die nicht ger­ne unter frem­der Flagge oder stump­fen Parolen gezählt wer­den möchten. 

Es wur­de fer­ner aus­drück­lich auf Einhaltung der Hygieneregeln hin­ge­wie­sen (wor­an die TeilnehmerInnen sich auch hiel­ten). Auch ein kurz zuvor ver­öf­fent­lich­tes Statement der Veranstalter sei hier der Klarheit hal­ber noch­mal genannt: „Dieses Virus und die poli­ti­schen Reaktion haben unser Land und die Welt nach­hal­tig ver­än­dert. Nochmal ganz deut­lich – aus dem Orga Team ‚Schweigemarsch‘ negiert kei­ner das Corona Virus an sich. Aber wir stel­len deut­lich die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen in Frage“. Das soll­te man dür­fen. Weiter: „Hier haben Faschismus und Extremismus auch schwei­gend kei­nen Platz“. So weit, so gut. Als jemand, der sich seit Beginn der Pandemie kri­tisch und vor allem quel­len­kri­tisch mit dem Corona-Komplex aus­ein­an­der­setzt, bin ich da hin – ande­re Möglichkeiten, dies­be­züg­lich auf der Straße Gesicht zu zei­gen, gibt es ja schlicht nicht.

Ich war mit drei Leuten dort, die alle­samt eine lin­ke Sozialisation und lang­jäh­ri­ges Engagement in lin­ken Zusammenhängen haben – und es genau­so wie ich an der Zeit fan­den, gegen die­ses zwei­fel­haf­te Treiben der hier­zu­lan­de Verantwortlichen auf die Straße zu gehen…

Weder Stil, Kleidung, noch Habitus der Demoteilnehmer (die ich gese­hen habe) haben irgend­wie Anlass zu der Vermutung gege­ben, dass es sich hier um Nazis, Nazihools oder ähn­lich unan­ge­neh­mes Volk gehan­delt haben könn­te, nein, wirk­lich nicht. Ich traf auch gleich zu Anfang auf einen alten Bekannten, der alles ande­re als ein Nazi, Antisemit oder Verschwörungstheoretiker ist – genau­so­we­nig wie ich oder mei­ne drei BegleiterInnen. Man könn­te nun ein­wen­den: Niemand kann den Leuten in die Köpfe gucken. Das ist zwar rich­tig, trifft aller­dings auf jede Demo zu, wo unter­schied­li­che Menschen mit unter­schied­li­chen Partikularmeinungen sich unter einem Thema tem­po­rär zusam­men­fin­den. (Weltfremd zu glau­ben, auf kei­ner Umweltdemo befän­de sich nicht der ein oder ande­re recht­se­so­te­ri­sche Heimatschollenverfechter oder Demos gegen TTIP oder G7 sei­en gänz­lich frei von glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­schen Rechten). Also: Mein sub­jek­ti­ver Eindruck vor Ort war ein­deu­tig der, dass dies alles war, aber kei­ne Nazidemo…

Die Mobilisierung und das Framing der Demo als Nazi- und Verschwörermarsch zuvor war immens. Schon auf der Bornholmer Brücke stan­den die ers­ten jugend­li­chen Antifas, mit Trillerpfeifen, Töpfen und laut „Nazis raus“ skan­die­rend – ich konn­te es nicht glau­ben und hab ihnen über die Köpfe der Polizei hin­weg zuge­ru­fen „Ich hab schon über Nazis geschrie­ben und in lin­ken Voküs den Kochlöffel geschwun­gen, da habt ihr noch bei Mami gewohnt, was fällt euch ein, mich hier als Nazi zu beschimp­fen?“. Keine Reaktion, tota­le Diskussionsverweigerung – ein Umstand, der uns die rest­li­che Demo beglei­ten sollte.

Auf der Bornholmerstraße wur­de es dann wild. Trillerpfeifen, Töpfeklappern, teils Musik und Lautsprecherdurchsagen von Balkonen, eine Gegendemonstrantin hup­te wie wild in ihrem Auto am Straßenrand. Schilder, Transparente, Höllenlärm. Eine mei­ner Begleiterinnen – noch­mal: eine ein­ge­fleisch­te Linke – ver­such­te immer wie­der, mit Gegendemonstranten ins Gespräch zu kom­men: Abwehr, Aggression, Diskursverweigerung. Die ande­re sah auf der Gegenseite jeman­den, mit dem sie sich gemein­sam in einem lin­ken Nachbarschaftsprojekt enga­giert, die begon­ne­ne Diskussion wur­de von der Polizei abge­würgt, aber die zwei wer­den ihr Gespräch dem­nächst unter vier Augen fort­set­zen – wenigs­ten mal ein Anfang…

Kann es sein, dass Linke, mit denen man sich kurz zuvor noch poli­tisch ver­bun­den gefühlt, z. T. sogar kon­kret tätig gewe­sen ist, einen plötz­lich als Nazi, Antisemiten und Verschwörungstheoretiker beschimp­fen und bedro­hen? Keiner von uns hat­te auch nur ent­fernt den Eindruck, hier „mit Nazis und Faschisten zu mar­schie­ren“; soll­te es dort über­haupt wel­che gege­ben haben, waren sie es, die umge­kehrt mit der über­wie­gen­den Mehrheit der vie­len ande­ren „mar­schiert“ sind…

Es steckt mir ehr­lich gesagt noch ganz schön in den Knochen. Selten habe ich was sur­rea­le­res erlebt. Nicht nur die schie­re Aggressivität, das gna­den­lo­se Framing jeg­li­cher Kritik an den Maßnahmen als „rechts“, die Diffamierung ande­rer Ansichten, die Schwarz-Weiß-Malerei, die Diskursverweigerung. Vielmehr fra­ge ich mich nach die­sem Tag wie es dazu kom­men konn­te, dass aus­ge­rech­net die radi­ka­le Linke, die Antifa als Putztruppe für auto­ri­tä­re Durchregierer wie Merkel, Spahn und Söder oder Angstschürer wie Drosten, Wiehler und Lauterbach durch die Straßen zieht und alles nie­der­brüllt, was in punk­to Corona irgend­wie nach Staatskritik riecht? Wieso stimmt die obrig­keits­feind­li­che Antifa am lau­tes­ten ins Lied des There-is-no-alter­na­ti­ve mit ein und heißt einen ord­nungs­staat­li­chen Amoklauf und jeg­li­che Einschränkung gut, anstatt sach­in­halt­li­che Kritik zu üben? Wie kann es wie­der zu argu­men­ta­ti­vem Austausch kom­men, wenn sich offen­ba­re gro­ße Teile der (radi­ka­len) Linken in Wort und Tat bereits so weit aus dem Fenster gelehnt haben, dass der point of no return schon über­schrit­ten scheint? Eines kann ich sagen: Die Lehre von heu­te für uns vier, die wir auf dem Schweigemarsch waren, heißt: Vernetzen, reden, über­zeu­gen. Vielleicht mit Diffamierung und Anfeindung leben.«

Die andere Seite

berlin-gegen-nazis.de hat­te so mobilisiert:

»Proteste gegen ver­schwö­rungs-ideo­lo­gi­schen Schweigemarsch

Zum zwei­ten Mal nach dem 10. Oktober soll ein ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­scher Schweigemarsch durch Berlin zie­hen. Im Oktober lief eine vier­stel­li­ge Anzahl an Personen vom Adenauerplatz in Charlottenburg in die Stadtmitte. Am 22. November soll es die zwei­te Ausgabe vom S Bornholmer Straße in Pankow durch den Prenzlauer Berg bis zum Brandenburger Tor geben…

Am 22. November ist nach dem ers­ten Schweigemarsch am 10. Oktober aller­dings mit einem – vom Ausdruck her – ruhi­ge­ren Verlauf zu rech­nen. Das Konzept des Schweigemarsches ist es, Abstände ein­zu­hal­ten und MNS zu tra­gen, ohne Plakate und Reden. Damit soll zugleich die Verschwörungserzählung vom Ende der Meinungsfreiheit und einer angeb­li­chen Corona-Diktatur sym­bo­lisch aus­ge­drückt wer­den, da man gezwun­gen sei, die staat­li­chen Regeln zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie ein­zu­hal­ten. Dieses Konzept sagt nicht allen ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­schen Spektren zu. Nach dem gewalt­för­mi­gen Verlauf des 18. November ist es aber auch mög­lich, dass von den Teilnehmenden am Schweigemarsch das beschrie­be­ne Konzept igno­riert wird und die Anmeldung nur der Anlass zur Versammlung ist, die dann in den bekann­ten Formen abläuft.«

53 Antworten auf „Linker entsetzt über Antifa bei Berliner Schweigemarsch“

  1. Diese Schreihälse ohne Hirn las­sen sich von den Regierenden instru­men­ta­li­sie­ren und mer­ken noch nicht ein­mal, dass sie zu Marionetten und Erfüllungsgehilfen gemacht werden.

    1. Beim Livestream vom Schweigemarsch haben sich die Protagonisten der Antifa auf­ge­führt wie durch­ge­knall­te Irre. Der abso­lu­te Gipfel war ein Plakat mit der Aufschrift “Impfen ist Liebe“.
      Das legt den Schluß nahe, dass die Antufa eine 100%ige Tochter der phil­antro­pi­schen “Bill and Melinda Gates Foundation“ ist.

  2. "die Antifa als Putztruppe für auto­ri­tä­re Durchregierer wie Merkel, Spahn und Söder"
    War genau mein Gedanke! Unerklärlich! Es kur­sie­ren ja Gerüchte, dass die z.T. bezahlt wer­den. Gibt es da Verlässliches?
    Erschreckender fand ich die Normalos, die sich die­sem Unsinn ange­schlos­sen hat­ten. Angst, wahrscheinlich.

    1. Ja klar sind die bezahlt, kannst du z. B.hier nachlesen:
      https://www.freiewelt.net/nachricht/renate-kuenast-unzufrieden-mit-einjahres-arbeitsvertraegen-bei-der-antifa-10081412/
      und
      Der Beweis: Antifa wird mit Steuergeld finan­ziert – Komplizen im Bundestag https://marbec14.wordpress.com/2020/06/08/der-beweis-antifa-wird-mit-steuergeld-finanziert-komplizen-im-bundestag/

      Wer finan­ziert den "Antifa"-Terror? Erschütternde Zahlen als Antwort auf eine Bundestagsanfrage – Philosophia Perennis https://philosophia-perennis.com/2018/04/22/wer-finanziert-den-antifa-terror-erschuetternde-zahlen-als-antwort-auf-eine-bundestagsanfrage/

      https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/kuenast-verlangt-dauerhafte-finanzierung-von-antifa-gruppen/
      Mehr braucht man dazu, glau­be ich, nicht mehr sagen.…!

      1. @falter@guru.de: Sorry, das ist Quark. Ein paar weni­ge Stellen wer­den durch öffent­li­che Gelder finan­ziert, um rech­te Gewalt zu doku­men­tie­ren. Das ist ver­dammt nötig ange­sichts des­sen, was an rech­tem Terror in die­sem Land bereits pas­siert ist. Ansonsten tau­chen die meis­ten Antifa-Gruppen in jedem ein­zel­nen Landesverfassungsschutzbericht und auch dem des Bundes auf, und sie wer­den von Staats wegen beob­ach­tet. Leute, die auf Demos gehen, bekom­men dafür natür­lich kein Geld. Oftmals wer­den sie mit Straf- und Bußgeldverfahren überzogen.
        Eine ganz ande­re Frage ist, war­um sie frei­wil­lig der­ar­tig undif­fe­ren­zier­ten Unsinn über die "Anti-Corona-Maßnahmen-Bewegung" verzapfen.

  3. Ich habe mir schon end­los vie­le Gedanken über genau die­ses Thema gemacht. Als welt­of­fe­ner Mensch, der gegen Rassismus und für die Aufnahme von Flüchtlingen sowie mög­lichst offe­nen gren­zen ist und in Nationalismus kei­nen Sinn sieht, der gleich­zei­tig die Corona Maßnahmen aufs schärfs­te kritisiert,unter ande­rem da ich dar­in Faschismus sehe, habe ich mich die­ses Jahr recht allei­ne mit mei­nen Ansichten Gefühlt.

    Wie wäre es eine Gruppe zu grün­den die sich : Linke anti­ras­sis­ti­sche Corona Maßnahmen Kritiker ‑nennt ? Würde das der Pauschalen : Alle- die – die Quarantäne ‑und mas­ken-Maßnahmen nicht toll fin­den sind nazis – Logik den wind aus den Segeln nehmen ?

    Beste Grüße

    1. Linke anti­ras­sis­ti­sche Corona-Massnahmen-KritikerInnen, also kurz
      LaCMaKri
      klingt cool. Da wür­de ich mich anschließen!
      Seit Querdenken so popu­lär ist, wird die bereits vor­her ins Leben geru­fe­ne nichtoh­neuns-Bewegung kaum mehr beach­tet, die poli­tisch pro­fi­lier­ter und ziem­lich links daher­kommt. Das bedau­re ich per­sön­lich sehr.

  4. Danke Herr Aschmoneit für die noch­ma­li­ge Bestätigung mei­ner These, dass die Bewegung mau­se­tot ist. Selbst vor­blid­lich orga­ni­sier­te, gemä­ßig­te Demonstrationen wer­den ver­un­glimpft und nie­der­ge­brüllt. Das ist nicht nur auf das unge­schick­te tak­tie­ren der Querdenker zurück­zu­füh­ren, son­dern auch auf das tota­le, jäm­mer­li­che Versagen der par­la­men­ta­ri­schen und außer­par­la­men­te­rai­schen Linken.
    Aus die­ser Nummer kom­men wir nicht mehr raus.

    1. @Kai Nähr: Eine Demo mit 1000–2000 Leuten, für die noch nicht mal groß gewor­ben wur­de, spricht nicht für eine mau­se­to­te Bewegung. "Vernetzen, reden, über­zeu­gen", die­ses Fazit des Artikels hal­te ich nach wie vor für erfolg­ver­spre­chend. Ich ver­su­che das hier seit April und habe die Phase der Enttäuschung über das "jäm­mer­li­che Versagen der par­la­men­ta­ri­schen und außer­par­la­men­ta­ri­schen Linken" für mich ganz gut in die­sem Sinne ver­ar­bei­tet. Mein Eindruck ist: Die ver­nünf­ti­gen Linken, die­je­ni­gen die nicht ver­lernt haben, nach Interessen zu fra­gen, und danach, mit wem sie da gemein­sam mar­schie­ren und gegen wen, wer­den mehr und lauter.

  5. Die glei­che Beobachtung/Erfahrung und noch schlim­mer haben wir in Leipzig am Samstag gemacht. In der Innenstadt wur­den selbst nor­ma­le Passanten, die ein­kau­fen waren und im Freien kei­nen MNS auf/oder nicht rich­tig auf hat­ten (kei­ne MNS Zone) in agres­sivs­ter Weise nie­der­ge­brüllt und atta­ckiert. Unser Freund hat an sei­nem Auto einen klei­nen Aufkleber als Corona-Maßnahmen-Kritiker. Ihm wur­den in der Leipziger Innenstadt alle 4 Reifen zer­sto­chen. Wir sind auch eher Links ein­ge­stellt. Der Mensch an sich scheint nie­man­den aus die­ser Gruppe zu interessieren.

    1. Das tut mir sehr leid, ich schä­me mich als Leipziger Linke! Ich ken­ne das Problem nur zu gut. Meine eige­nen Kinder reden nicht mehr mit mir, weil ich mich "mit Nazis auf die Straße stel­le". Reden zweck­los, im Gegenteil, die Fronten ver­här­ten sich.
      Im Übrigen bekom­men mei­ne Kinder kein Geld von Frau Merkel. Die machen das frei­wil­lig. Was es nicht bes­ser macht.

  6. Wieso küm­mert sich über­haupt die Antifa und ber­lin-gegen-nazis um "ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­sche" Versammlungen? Wie kann man nur das Großkapital, die Pharmaindustrie, die Merkel, die­se dik­ta­to­ri­sche Regierung, die mas­si­ven Grundrechtseinschränkungen, die man ja selbst am eige­nen Leibe spürt, ver­tei­di­gen? Die Antifa ist im Religionskrieg gefan­gen; jeder der nicht an die Gefährlichkeit von Corona glaubt, ist ein Feind. Aus Angst vor dem Virus wird Aggression gegen die angeb­lich unso­li­da­ri­schen Coronagegner. Die Linken sind die neu­en Faschisten. Unfassbar.

      1. Die Quarantänelager gibt es schon in vie­len Ländern. Ihr Betrieb wird von den glei­chen jun­gen "lin­ken" Herren ver­tei­digt wer­den, die mich in der Innenstadt anma­chen mit "Maske auf!". Denunzianten und Blockwarte wer­den die FEIGEN Menschen, nicht die mit Rückgrat. Und die Impfung ("Massenvernichtung") wird ja auch von denen pro­pa­giert: "Impfen ist Liebe".

        1. @Claus281: Es sind unglaub­li­che Dummköpfe. Aber sie sind nir­gends an der Macht und pla­nen kei­ne indus­tri­el­le Massenvernichtung wie es deut­sche Faschisten taten.

          1. @aa
            ganz "wert­frei" (so weit das bei dem Thema über­haupt mög­lich ist): wer hät­te eine indus­tri­el­le Massenvernichtung 1933 auch nur ahnen kön­nen? Eine sol­che Ahnung hät­te frü­hes­tens im November 1938 eine über­schau­ba­re Minderheit der Bevölkerung "befal­len".
            Die spa­ni­schen Faschisten blie­ben mit der Massenvernichtungs-"freien" Methode 40 Jahre an der Macht.
            Deswegen soll­te man sie trotz­dem nicht ver­harm­lo­sen (auch wenn so man­cher Altlinke bis in die sieb­zi­ger des letz­ten Jahrhunderts noch Postkarten mit Franco-Briefmarken von dort ver­schickt hat).

            1. @Kassandro: Einverstanden. Mir geht es um den infla­tio­nä­ren Gebrauch des Begriffs Faschismus. Wir soll­ten uns dar­an machen, ihn nicht unhis­to­risch, aber zeit­ge­mäß und ver­ständ­lich zu defi­nie­ren. Oder viel­leicht vor­han­de­ne gute Definitionen auf­zu­neh­men und weiterzuentwickeln.

          2. @aa: Also wenn hier (gera­de von der sog. "Antifa") über­haupt ein Begriff infla­tio­när gebraucht wird, dann eben die Bezeichnung "Nazi". Die mer­ken das aber nicht ein­mal selbst, dass sie damit die "ech­ten" Nazis kom­plett verharmlosen.

            Wo fin­det man die­se klas­si­sche Stereotype denn über­haupt noch? Ich glau­be, nicht ein­mal die NPD hat sol­che Karikaturen noch auf Lager.

          3. @aa
            Bin dabei! Der infla­tio­nä­re Gebrauch des Begriffs "Faschismus" ist ein ech­tes Problem (hat sich, schät­ze ich, seit den 70ern ver­selb­stän­digt – da bereits in der DDR infla­tio­när gebraucht und seit den 90ern nur noch als Teil der Selbsteinschätzung man­cher Linker genutzt; wobei "links" sich spä­tes­tens im letz­ten Jahrzehnt eben­falls ver­selb­stän­digt hat …).
            Klar, dass geschmack­lo­se bis anma­ßen­de Vergleiche mit Anne Frank oder Sophie Scholl eine Verharmlosung der Vergangenheit dar­stel­len (was ist schon eine poten­ti­el­le Geldstrafe [von ein paar hun­dert Euro für eine "Ordnungswidrigkeit"] gegen [Massen]mord?).
            Allerdings soll­te die Gegenwart eben­falls nicht ver­harm­lost werden.
            Ich nei­ge des­we­gen zur infla­tio­nä­ren Benutzung des Begriffs "faschis­to­id".

  7. Nein. Das inter­es­siert sie nicht. Sie begrei­fen noch nicht mal, was sie da eigent­lich tun. Das ist ein­fach ein Reflex. Ich erle­be das in mei­nem Bekanntenkreis auch seit März/April. Vernetzen, reden, über­zeu­gen – aber ja doch! Nur: ich kann nicht mehr. Immer wie­der die glei­chen stumpf­sin­ni­gen Glaubenssätze, aus­wen­dig gelernt und nach­ge­plap­pert, wahl­wei­se auch gebrüllt. Ich wur­de schon mit Büchern über Verschwörungstheorien beschenkt (inklu­si­ve Selbsttest! Bin natür­lich durch­ge­fal­len.), als Rechtsradikaler, Spinner, Omamörder, Egoist und rück­sichts­lo­ser Hedonist beschimpft von Leuten, die sich selbst am lin­ken Rand ver­or­ten. Bezeichnender Weise ist eine Verständigung über Primärquellen über­haupt nicht mög­lich, da die­se gänz­lich unbe­kannt sind, und wenn man mit aller Kraft und Mühe mal ein klit­ze­klei­nes Löchlein in das Brett gebohrt hat, dann kann man sicher sein, dass es die öffent­lich-recht­li­che Glaubenskongregation und ihre pri­vat­wirt­schaft­lich orga­ni­sier­ten Grossinquisitoren zwei, drei Tage spä­ter schon wie­der voll­stän­dig zuge­na­gelt haben.

  8. Das sind in mei­nen Augen ein­fach nur gelang­weil­te iden­ti­täts­lo­se pawlow'sche Hunde aus über­wie­gend gut-bür­ger­li­chem Hause, deren ein­zi­ger Lebenssinn dar­in besteht, sich gegen alles abzu­gren­zen, was von irgend­wem den Stempel "Nazi" bekom­men hat. Und man hat einen ver­meint­lich legi­ti­men Grund, gewalt­tä­tig wer­den zu können.

    Netter Nebeneffekt: Die Faschisten, die in der Mitte sit­zen und der soge­nann­ten Antifa "Haltet den Dieb!" zuschrei­en, haben solan­ge Ruhe und kön­nen mit ihrer men­schen­feind­li­chen Politik unbe­merkt wei­ter vor­an­schrei­ten. Das, was da als "Antifa" rum­kra­keelt, ist nicht links. Das ist eine der neo­li­be­ra­len Mitte die­nen­de False-Flag.

    In dem Zusammenhang auch nicht zu ver­ges­sen: Die Rechten, aber auch vie­le in der Mitte wer­den mal wie­der dar­in bestä­ti­gen, dass "die Linken" ja min­des­tens genau­so schlimm, wenn nicht viel schlim­mer wären. Win-Win für die Faschos in der Mitte, die am 18.11. die Grundrechte in einem noch nie dage­we­se­nen Ausmaß ein­ge­schränkt haben.

    Ein Meisterwerk der Framing-Experten.

    1. Schon inter­es­sant, sowas von jeman­dem zu lesen, der in sei­nem eige­nen Blog der Welt kund­tut: "Denn der Hygiene-Faschismus hält seit Monaten Einzug! " Von jeman­dem, der mas­ken­tra­gen­de Menschen wie folgt kri­ti­siert: "Leute wie ihr widert mich nur noch an. Ihr seid schlim­mer wie jene Massen, die 1933 nichts gegen die auf­kei­men­de Nazi-Diktatur unter­nom­men haben ".

      Der dann wei­ter aus­führt: "Weil sich in mir ein­fach nur ein Gefühls-Cocktail aus Entsetzen, Wut, Zorn und Abscheu ent­wi­ckelt; ich ein­fach nur laut schrei­en möch­te. Was ich übri­gens heu­te unter­wegs gleich zwei Mal getan habe, als ich an Maskenzombies vor­bei­fuhr, die das Ding auf offe­ner Straße tru­gen. Ich muss­te ein­fach „Nehmt die­se ver­damm­ten Scheißlappen ab!“ "

      Und das alles schon im Juli des Jahres, also noch bevor böse Antifas in Berlin einen Schweigemarsch durch Töpfeschlagen und ähn­li­ches beglei­tet haben. Was man nicht gut­fin­den muß! Aber wer sel­ber brül­lend und beschimp­fend durch die Gegend radelt, der soll­te doch viel­leicht Verständnis dafür haben, dass auch die Gegenseite mal laut wird.

      1. Oh, eine treue Leserin! Kommentieren Sie doch bei mir, anstatt dies hier zu tun?

        Ich bin übri­gens genau­so ein Linker, der sich von Transatlantifanten als "Nazi" bezeich­nen las­sen und es mit anse­hen muss, wie die­se Leute alles, wofür für mich lin­ke Politik und Werte ste­hen, in den Dreck zie­hen. Angesichts des­sen, was in die­sem Land pas­siert, hal­te ich es für ange­bracht, hin und wie­der ange­mes­sen dar­auf zu reagie­ren. Wenn ich mich über­haupt mal ver­nehm­bar in der Öffentlichkeit ver­bal geäu­ßert habe, dann mit Sicherheit nicht in der Form, wie es die "Antifa" tut. Und sor­ry, ich hal­te Leute für bekloppt, die bei 0,007 % akti­ven Fällen in der BRD bei 30 Grad mit der Maulwindel auf der Straße rumlaufen.

        Spätestens dann, wenn die Impferei los­geht und nur noch die "frei" sein dür­fen, die ihren Ariernachweis – oh par­don – den Impfnachweis vor­zei­gen kön­nen, wird es erst rich­tig übel. Und all das ist nur mög­lich, weil die sich in ihre Maulkörbe ver­liebt haben­de Masse die­sen faschis­ti­schen Irrsinn für rich­tig hält.

        Wenn die Masken-Lemminge über die Klippe wol­len, ist das deren Bier. Ich las­se mich aber nicht von denen mit ins Verderben reißen.

  9. Es sind hier doch sicher eini­ge Historiker unter den Lesern. In wel­chem Zahlenverhältnis stand ver­mut­lich 1788 in Frankreich die Anhängerschaft der Aufklärung gegen­über der der Nichtaufklärung?
    Ich bin auch geschockt – aber es hilft nichts. Als es wich­tig wur­de hat ein Riesenteil der bis­her sich links und links­li­be­ral Verstehenden ein­fach den Verstand und das pol­ti­sche Urteilsvermögen ver­lo­ren. Auch in mei­ner eige­nen Familie. Für mich selbst, damals im Ausland, war das hier das Fanal:
    https://taz.de/Lungenarzt-zu-Corona/!5669085/ – in dem Moment wuß­te ich dass die pol­ti­sche Klasse das Licht aus­macht und also betrügt. Auch ein Nichtmediziner weiß dass man das Rückgrat nur ein­mal bre­chen kann.

  10. Wer glaubt, dass 1789 jemand befreit wur­de, wird noch sein blau­es Wunder erleben.
    Allein die Tatsache, dass hier die Mehrheit zu glau­ben scheint, dass die Linke im Kern gut ist und nur die Antifa gera­de etwas aus der Art schlägt, ist fatal. Denn es ist ein­fach nicht wahr.
    Das lin­ke Denken ist a prio­ri uto­pisch, wirk­lich­keits­fremd, zer­set­zend und zer­stö­rend. Ihr tragt die Saat der Zerstörung in euch, aber ihr wollt es nicht wahrhaben.
    Wenn die Wirklichkeit nicht zur Theorie passt – umso schlim­mer für die Wirklichkeit.
    Aber nur wei­ter so. Vielleicht muss erst der Mensch vor die Hunde gehen, damit sich die­se Erkenntnis durchsetzt.

    1. "Das lin­ke Denken ist a prio­ri uto­pisch, wirk­lich­keits­fremd, zer­set­zend und zer­stö­rend. Ihr tragt die Saat der Zerstörung in euch, aber ihr wollt es nicht wahrhaben." 

      Wer spricht so? Gott, der Herr? 

      Das wirk­lich Schlimme ist, dass die­se Linken das noch nicht mal klamm­heim­lich tun! Schon 1848 taten sich zwei gott­lo­se Deutsche zusam­men und schrie­ben 1847 bis 1848 an einer klei­nen Schrift, die mit jenen dro­hen­den Sätzen ende­te: "Die Kommunisten ver­schmä­hen es, ihre Ansichten und Absichten zu ver­heim­li­chen. Sie erklä­ren es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht wer­den kön­nen durch den gewalt­sa­men Umsturz aller bis­he­ri­gen Gesellschaftsordnung. Mögen die herr­schen­den Klassen vor einer kom­mu­nis­ti­schen Revolution zit­tern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu ver­lie­ren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewin­nen. Proletarier aller Länder, ver­ei­nigt euch!"

      Noch ist nicht genü­gend geforscht, aber es es gibt Menschen, die ver­mu­ten, dass Bill Gates dahin­ter steckt, dass die­se Schrift im Jahre 2013 in das Unesco-Weltdokumentenerbe auf­ge­nom­men wur­de. Immerhin war Bill Gates 2004 in Paris, um im Auftrag von Microsoft eine Vereinbarung mit der UNESCO über die Arbeit an glo­ba­len Standards, Richtlinien, Lehrplänen und Technologien zu unterzeichnen!

    1. Wenn Sie mit "Euch" Menschen mei­nen, die ihren Kopf zum Denken benut­zen, kann ich Sie beru­hi­gen: Nein, es gibt uns eigent­lich nicht mehr. Und "wir" sind auch kein wir und schon gar kein "Euch". Ich ver­neh­me aber, dass Sie wohl zum einem "Euch" gehören -
      phä­no­me­no­lo­gisch gesehen.

    2. Auch wenn ich kurz zu einer Predigt anhob: Ich weiß, ich kann nie­man­den bekeh­ren. Es glaubt ohne­hin ein jeder das, was er will oder eben das, was Bernays will, das er gera­de glaubt. Und am liebs­ten glaubt der Mensch das, was er schon vor­her geglaubt hat.
      Wenn er aber etwas ande­res glau­ben soll, muss man ihm schon eine gute Karotte hin­hal­ten oder ihm eine Menge Angst machen.
      Das kann ich alles nicht.
      Ich sage nur, dass es nicht gut enden wird, wenn man nicht irgend­wann erforscht und tief hin­ein­horcht, was die wah­re Essenz des­sen ist, wor­an man glaubt. 

      Da lacht einer natür­lich herz­lich, wenn die Zeit noch nicht reif ist. Vielleicht ist sie es nie. So sei es.

  11. @fabianusi I
    Das Denken in poli­ti­schen Lagern wie recht/links ist in der heu­ti­gen Situation völ­lig fehl am Platz, weil sich die Definitionen was rechts oder links ist völ­lig in Beliebigkeit auf­ge­löst haben. Heutzutage ste­hen Antifanten*Innen mit Israel- und Amilandflaggen auf Demos und bezeich­nen sich als Antiimperialisten^^
    Links hieß frü­her mal, in jedem Fall huma­nis­tisch zu denken…davon ist mit­hin nicht mehr viel zu spüren : /

    1. "Heutzutage ste­hen Antifanten*Innen mit Israel- und Amilandflaggen auf Demos und bezeich­nen sich als Antiimperialisten^^"

      Das ist span­nend! Gibt es da eine zitier­ba­re Quelle für? Ich dach­te immer, die mit den Israel- und Amilandflaggen wür­den sich gera­de NICHT als Antiimperialisten bezeichnen?!

    2. Das ist wahr. Dennoch tut es Not, die Stärken und Schwächen des lin­ken und des rech­ten Denkens stets klar zu sehen. Sonst wird man die glei­chen Fehler end­los wiederholen.

    3. @Sebastian P. Krocker: Ich hal­te es mit der Definition aus Wikipedia. "Mit lin­ker Politik wer­den sehr unter­schied­li­che Umsetzungsversuche jener ideo­lo­gi­schen Ansätze bezeich­net, wel­che die Aufhebung von Ungleichheit und als Unterdrückung begrif­fe­nen Sozialstrukturen zuguns­ten der wirt­schaft­lich oder gesell­schaft­lich Benachteiligten zum Ziel haben."
      Für mich ist das ein wesent­li­cher Unterschied zu Rechten aller Couleur. Auch des­halb ist es mir wich­tig, auf die­sem Blog die Hintermänner und ‑frau­en zu benen­nen, die aus der Corona-Situation wirt­schaft­li­ches und poli­ti­sches Kapital schla­gen. Die Drostens, Wielers und Lauterbäche sind für die­se Machtstrukturen bedeu­ten­de Lautsprecher, aber sie sind aus­tausch­ba­re Figuren. Wesentlich sind die Strukturen, die es ermög­li­chen, eine gigan­ti­sche Umverteilung hin zu Großkonzernen in Gang zu set­zen. Denn selbst, wenn auch arbei­ten­de Menschen durch Kurzarbeitergeld und klei­ne­re Unternehmen mit Überbrückungsgeldern ruhig gestellt wer­den, wer bit­te wird die enor­men Schulden zu bezah­len haben? Da wird kei­ne Rolle spie­len, wer eine Maske getra­gen hat und wer nicht. Entscheidend wird dann sein, ob "die da unten" sich gegen die Rechnung zur Wehr set­zen, die die Mächtigen ihnen prä­sen­tie­ren wer­den. Das aber inter­es­siert die poli­ti­sche Rechte nicht. Auch Großunternehmen sol­len – wie schon im his­to­ri­schen Faschismus – durch­aus sat­te Gewinne machen, solan­ge sie deutsch sind. Die Frage, wie unse­re Art zu leben, sich aus­wirkt auf Gegenden, die nicht so wohl­ha­bend sind, inter­es­siert die Rechte nur inso­fern, als sie Ängste schürt, wenn die Opfer unse­rer Art zu wirt­schaf­ten sich auf den Weg zu uns machen, um dem von uns ver­ur­sach­ten Elend zu entfliehen.

      Es trifft zu, daß sich die Machtlosen zur Zeit noch weni­ger Durchsetzungskraft zuge­ste­hen, als sie "vor Corona" hat­ten. Die Angst ist ihnen der­art macht­voll ein­ge­bläut wor­den, daß sie über­wie­gend ihr wich­ti­ges Kampffeld Straße (denn wo sonst sol­len sie sich arti­ku­lie­ren?) auf­ge­ben. Sie zu ermu­ti­gen, sich die­ses zurück zu holen, erscheint mir die wich­tigs­te Aufgabe zur Zeit. Für mich ist dabei nach­ran­gig, ob die Beschäftigten der Charité-Töchter auf ihren Demos brav Masken tra­gen, wenn sie ihren Tarifvertrag erkämp­fen wol­len. Ich wer­de wei­ter­hin gegen die Maskendummheit anschrei­ben und sehe die Maske nach wie vor als Unterwerfungszeichen. Klug aber fin­de ich das inzwi­schen ver­brei­te­te Vorgehen auf den Demos gegen die "Maßnahmen", bei­des zu tun: Auf die Absurdität hin­zu­wei­sen, mög­li­che Verbote aber zu unter­lau­fen, indem man fei­xend den Lappen auf­zieht. Nicht die MaskenträgerInnen sind unse­re Gegner, wenn es auch wütend machen kann, wie wenig sie dar­über nach­den­ken. Meine Gegner jeden­falls sind die Seilschaften aus Kapital, Politik und Medien, die die Menschen so ver­blö­den und ver­un­si­chern. Gegen Verblödung und Verunsicherung hilft kein Geschrei, son­dern nur Aufklärung und Überzeugungsarbeit.

      1. "Mit lin­ker Politik wer­den sehr unter­schied­li­che Umsetzungsversuche jener ideo­lo­gi­schen Ansätze bezeich­net, wel­che die Aufhebung von Ungleichheit und als Unterdrückung begrif­fe­nen Sozialstrukturen zuguns­ten der wirt­schaft­lich oder gesell­schaft­lich Benachteiligten zum Ziel haben."

        Ob das nun eine umfas­sen­de oder aus­rei­chen­de Definition ist, will ich gar nicht beur­tei­len. Sie ist zumin­dest nicht grund­sätz­lich falsch und beschreibt m. E. aus­rei­chend, war­um die­se Ideologie mehr scha­det als sie nützt. Die Aufhebung von Ungleichheit ist, ein­mal begon­nen, eine nicht mehr zu stop­pen­de Wahnidee, die vor nichts mehr Halt macht und den Boden berei­tet, für die Zerstörung aller mensch­li­chen Strukturen. Das kann man leug­nen, igno­rie­ren und weg­dis­ku­tie­ren. Ändern kann man es nicht.

          1. Touché. Im Gegensatz zu den Hypothesen und Tests unse­rer Lichtgestalt, gibt es für mei­ne zuge­spitz­te These doch ziem­lich umfang­rei­che Evidenz. Sobald man in der Früh die Augen auf­macht, sieht man es im Grunde aller­or­ten, sofern man denn Augen hat. Da ich nicht ver­lan­ge, sich selbst und ande­re ein­zu­sper­ren, sich mit gif­ti­gen Latwergen zu ver­stüm­meln oder Suizid zu bege­hen aus Angst vor Denkunglücken von Ideologen, ist mei­ne ver­kürz­te Kritik ledig­lich ein Denkanstoß, der apo­dik­tisch vor­ge­tra­gen war. Das ist eigent­lich noch kein Grund hier den Vergleich zu so einem üblen Subjekt zu zie­hen, das ein ganz ande­res "Werk" verrichtet.

  12. „Warum seid ihr damals nicht aufgestanden?“ 

    Eine Frage die beson­ders unse­ren in der west­li­chen Bundesrepublik groß­ge­wor­de­nen Bürgern immer flüs­sig über die Lippen kommt.
    Während "damals" immer nie­mand etwas gemerkt haben will, deu­ten nach­fol­gen­de Generationen an Schlaumeiern und Moral-Aposteln jah­re­lang mit dem Finger auf ihre Mitbürger aus der ehe­ma­li­gen DDR oder auf Großeltern und Urgroßeltern als Bürger im 3. Reich.
    "Weil ihr damals nicht gegen den Irrsinn auf­ge­stan­den seid, habt ihr euch an den Schweinereien des jewei­li­gen Regimes qua­si mit­schul­dig gemacht" – tönt es gleich­lau­tend aus den Mündern.

    Und nun sind sie es selbst: Die "Haltung-Zeiger", die glei­chen mora­lin­sauren Meinungswächter, die kein Problem damit haben, zuse­hen und mit­ma­chen, damit Freiheitsrechte über Nacht ihre Gültigkeit verlieren…
    Wie die­je­ni­gen, die sie anpran­gern, sehen die Moralwächter heu­te selbst zu, wie klu­ge und ver­stan­de­ne Wissenschaftler mund­tot gemacht wer­den. Im bes­ten Fall nur aus­ge­lacht, den schlimms­ten Fall will ich mir nicht ausmalen…

    Überlassen wir doch den Protest nicht rechts­ra­di­ka­len Idioten!
    Wo sind die links-libe­ra­len oppo­si­tio­nel­len Kräfte geblieben?

  13. @Nairam
    „Wo sind die links-libe­ra­­len oppo­si­tio­nel­len Kräfte geblieben?“
    Sie sind tot, gehirn­tot. Wenn das poli­ti­sche Urteilsvermögen stirbt und die Fähigkeit immer zuerst die Fakten zu betrach­ten hat man kei­nen Zugang mehr zur Wirklichkeit, in der man dann nur noch vegetiert.
    Ich muss pas­sen. Wenn ein Bildungsbürger Ende März sieht dass es zu CoV‑2 unter­schied­li­che Meinungen gibt guckt er sich die­se erst an. Dann schaut er auf die Personen und ihre Biographie. Man sieht dann eini­ge Figuren, die einem in die „Mitte“ sich ori­en­tie­ren­den Menschen bizarr vor­kom­men, aber auch Leute wie Bhakdi oder Wodarg, deren Biographie man leicht erfah­ren kann. Wenn nun die „poli­ti­sche Klasse“ sol­che Leute unver­mit­telt als „Covidioten“ und „Verschwörungstheoretiker“ argu­ment­frei abstem­pelt und jede Kommunikation mit ihnen kom­plett abschnei­det muss es in einem gesun­den Verstand eine Art Alarmschranke geben, ein Warnlicht das angeht. Hier wird foul gespielt, hier wird betro­gen. Ich weiß nicht wie, ich weiß nicht war­um – aber dass kann nicht sein. Warum die­ser men­ta­le Immunreflex unter­blie­ben ist weiß ich nicht, ist mir ein Rätsel. So fühlt man sich wie ein Alien, der zu eth­no­lo­gi­schen Studien auf die Erde kam und irgend­wo im 14. Jahrhundert gelan­det ist. Unter Menschen, wel­che die offen­kun­di­gen Fakten sehen aber sie gleich­zei­tig nicht bewußt wahr­neh­men wol­len. Die empi­ri­sche Evidenz dazu dass die­se Lockdowns nichts erbrin­gen, ist überwältigend:
    https://twitter.com/ianmSC/status/1329254296978812930
    (die USA sind im Moment das wohl bes­te Beispiel)

  14. @gelegentlich: Ihr twit­ter link impli­ziert, dass Florida "bes­ser" als Minnesota mit der Situation umge­he, weil dort die Infektions-Kurve nicht so doll ansteigt, obwohl vie­le Lockerungen in Kraft sind.

    Nun gebe ich zu beden­ken, dass Minnesota aktu­ell 589 Corona-Tote/Millionen BürgerInnen hat, wäh­rend Florida bei 842 Corona-Tote/Millionen BürgerInnen liegt. 

    Vielleicht müs­sen wir die Entwicklung noch etwas beob­ach­ten, bevor wir urteilen?

  15. @Ana-Marie Leiperz
    Klar, aber so weit ich weiß sind die­se Toten in Florida vom Beginn des Zeitraums. Jetzt geht es dar­um ob Lockdown Ergebnisse bringt oder nicht. Der Twitter-User Ian Miller doku­men­tiert das ganz gut.
    https://twitter.com/ianmSC – zeigt immer auch ver­schie­de­ne Bundesstaaten. Zwischenergebnis: Maskenpflicht bringt nichts. Bevor jetzt jemand mit rinks und lechts kommt: ich weiß nicht wie man den poli­tisch ein­ord­net. Ist mir auch egal.

  16. Ein Spion und Aufhetzer des Staates ? Am 22.11.20 war ich in Berlin beim Schweigemarsch und habe einen alten bekann­ten getrof­fen. Ich ken­ne ihn von ca. 7–8 lin­ken Antifa Demos in Friedrichshain (meist Rigaer str) bei denen Mülltonnen und Autos in Brand gesetzt wur­den. Die Polizei vom Dach mit gegen stän­den bewor­fen wur­de. Ein Video habe ich gese­hen wo die­ses Männchen einen Journalisten als Nazi beschimpft hat. Er wur­de sofort von dem Journalisten Angezeigt und die Polizei hat die Daten auf­ge­nom­men. OK . Bei einer Versammlung letz­tes Jahr bin ich mit ihm ins Gespräch gekom­men (da kann­te ich das anzei­gen Video noch nicht). Da sag­te er das er sich etwas zurück hal­ten müs­se. Und dürf­te kei­ne anzei­ge ris­kie­ren denn das wür­de sei­ne Jobchance mit im Bundestag zu arbei­ten gefähr­den. Ich frag­te was das für ein Job wäre. Er sagt : die zah­len der Rechtsextremisten eva­lu­ie­ren. Mein kom­men­tar zu ihm : Dann wür­de er ja in den nächs­ten Monaten und Jahren immer mehr beschäf­tigt wer­den. Da sagt er : Ich dach­te du bist auf unse­rer Seite. Ich wie­der : Ich bin auf gar kei­ner Seite ,,, mich inter­es­siert war­um hier stän­dig Autos und Mülltonnen bren­nen. Er ist sofort weg gelau­fen. Er woll­te nichts mehr mit mir zu tun haben. Auch bei den nächs­ten tref­fen wo ich ihn noch zwei drei Sachen fra­gen woll­te. Ist er jedes mal weg gerannt. Da ist auch mei­ne Meinung von ihm etwas gekippt. Lange rede ,,, viel Sinn. Wie schon geschrie­ben habe den Menschen auf der Schweigemarsch Veranstaltung Berlin wie­der­ge­trof­fen. Er hat mich gese­hen und in sei­nem Gesicht stand geschrie­ben. Ach nein nicht der schon wie­der. Ich konn­te es mir nicht ver­knei­fen mich neben ihn zu stel­len. Schaut mal sein blick wäh­rend ich mich lang­sam an ihn her­an pir­sche. Glücklich sieht er nicht aus. Und das bekommt der LIEBE Boris Reitschuster zu spü­ren indem er von ihm geschrien bekommt : Er sol­le sich ver­pis­sen. Als ich wie­der die mög­lich­keit habe ihn anzu­spre­chen sage ich zu ihm : „heu­te ist die nächs­te Anzeige fäl­lig“. Und das hät­te der Herr Reitschuster auch schon tun kön­nen. Aber der hat bes­se­re din­ge zu tun. Der glei­che Guy steht dann plötz­lich wie­der an der ers­ten rechts kur­ve (bestimmt 2–3 km ent­fernt) und beschip­ft den Herrn Reitschuster als Ar..loch. Ich habe das erst im Video gese­hen. Er hat sich auch viel­leicht noch klei­ner gemacht als er mich hat vor­bei lau­fen sehen. Aber mit Reitschuster steht er auf Kriebsfuß. GUT. Das woll­te ich nur mal los­wer­den und euch mit tei­len. Ich habe dazu mei­ne mei­nung. Aber die bleibt nur mei­nem Kopf. Ich fin­de jeder soll­te sich sel­ber ….….…. Ja natür­lich ,,,,, das Video vom Herrn Reitschuster gibt’s hier https://www.youtube.com/watch?v=9I1yMmRSCEI ers­te zusam­men­tref­fen Minute 16 bis 23 , zwei­te mal 1 stun­de 9 Minuten bis 1 stun­de 12 Minuten. Euch alles gute.

  17. Ich erle­be täg­lich in mei­nem beruf­li­chen und pri­va­ten Umfeld die­se Fingerzeigerei, die­se selbst­herr­li­che gegen­sei­ti­ge Vergewisserung zu den „Guten und Verantwortungsvollen“ zu gehö­ren. Ich höre mir Forderungen nach „Gefängnisinseln für Solche“ (gemeint sind Protestierende) und mitt­ler­wei­le habe ich wirk­lich erns­te Sorge wohin das füh­ren kann.
    Für mich hat das Ganze etwas Fanatisches. Es geht hier zu wie in einem pro­tes­tan­ti­schen Dorf; fana­ti­scher Eifer, pau­schal mit dem Finger auf Leute zei­gen, ruf­mor­den und sich dar­an erbau­en. Jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrie­ben; das Feindbild bestä­tigt. Absurd, dass jene, die einen Rest kri­ti­schen Verstand an die gegen­wär­ti­gen Geschehnisse anle­gen jetzt als Nazis gel­ten. Es ist zum Heulen, denn zur not­wen­di­gen Sachlichkeit fin­den die­se Menschen wahr­schein­lich nicht zurück. Diskussionen oft völ­lig unmög­lich. Ich bin mit mei­ner Haltung in mei­nem Umfeld ziem­lich allei­ne – eine Vernetzung von Linken wäre sehr wün­schens­wert. Danke an die­ser Stelle für die Berichterstattung die­ses Blogs; habe lan­ge gebraucht hier­her zu finden.

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