»Recht überraschend will die Bundesregierung daher nun eine Übergangsregelung zur Coronavirus-Impfkampagne im Gesetz für eine Gaspreisbremse unterbringen«

Es ist üblich, daß die Regie­rung Ereig­nis­se wie Fuß­ball­meis­ter­schaf­ten nutzt, um unbe­merkt Geset­zes­än­de­run­gen durch­zu­brin­gen. Da der Ablen­kungs­fak­tor dies­mal nicht ganz so groß ist (hat jemand Autos mit Deutsch­land­fähn­chen gese­hen?), greift man zu einem beson­de­ren Trick. Auf phar​ma​zeu​ti​sche​-zei​tung​.de ist am 3.12.22 zu lesen:

»Impf­kam­pa­gne verlängert 
Coro­na-Imp­fun­gen in Apo­the­ken wer­den verstetigt
 Die Ampel-Koali­ti­on will die Coro­na­vi­rus-Imp­fun­gen in Apo­the­ken in die Regel­ver­sor­gung über­füh­ren. Das sieht ein Ände­rungs­an­trag zum Gesetz für eine Gas­preis­brem­se vor, der der PZ vor­liegt. Die bald aus­lau­fen­de Impf­ver­ord­nung soll zudem durch eine Über­gangs­re­ge­lung ersetzt wer­den – die lau­fen­de Impf­kam­pa­gne kann also wei­ter­ge­hen.«

Hier wur­de am 2.12. über die Vor­ge­schich­te berich­tet, die die "PZ" so darstellt:

»In den ver­gan­ge­nen Tagen hat es vie­le Dis­kus­sio­nen rund um die Coro­na­vi­rus-Impf­kam­pa­gne der Bun­des­re­gie­rung gege­ben. Schließ­lich läuft die Impf­ver­ord­nung, in der unter ande­rem die Ver­gü­tun­gen für Apo­the­ken, Groß­händ­ler und Ärz­te gere­gelt ist, zum Jah­res­en­de aus. Die Ärz­te­schaft hat­te ange­mahnt, dass es orga­ni­sa­to­risch nicht mög­lich ist, die Coro­na-Imp­fun­gen pünkt­lich bis Anfang 2023 in die Regel­ver­sor­gung zu überführen…

Regelungen im Gesetz für eine Gaspreisbremse

Recht über­ra­schend will die Bun­des­re­gie­rung daher nun eine Über­gangs­re­ge­lung zur Coro­na­vi­rus-Impf­kam­pa­gne im Gesetz für eine Gas­preis­brem­se unter­brin­gen, das der Bun­des­tag noch in die­sem Jahr beschlie­ßen könn­te. Mit dem Ände­rungs­an­trag sol­len alle rele­van­ten Rege­lun­gen zur Logis­tik der Impf­kam­pa­gne und der Ver­gü­tung der Betei­lig­ten in das Ener­gie-Gesetz über­führt wer­den und bis Ende 2023 gel­ten. Sowohl die Ver­gü­tung der Apo­the­ken (Bestel­lung und Aus­lie­fe­rung der Impf­stof­fe an die Ärz­te sowie für die Erstel­lung von Impf­zer­ti­fi­ka­ten) als auch die Hono­rie­rung der Groß­händ­ler blei­ben im Ver­gleich zur aus­lau­fen­den Impf­ver­ord­nung unverändert…

Corona-Impfungen: Apotheken werden dauerhaft ermächtigt

Doch die Bun­des­re­gie­rung will auch schon die Wei­chen für die Regel­ver­sor­gung mit Coro­na­vi­rus-Impf­stof­fen stel­len. In einem wei­te­ren Ände­rungs­an­trag will die Ampel-Koali­ti­on regeln, dass Apo­the­ken dau­er­haft ermäch­tigt wer­den, Coro­na­vi­rus-Schutz­imp­fun­gen zu ver­ab­rei­chen. »Durch die Ände­run­gen wer­den zusätz­lich zu Ärz­tin­nen und Ärz­ten Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­ker dau­er­haft auch zur Durch­füh­rung von Schutz­imp­fun­gen gegen das Coro­na­vi­rus SARS-CoV‑2 berech­tigt, soweit sie erfolg­reich ärzt­lich geschult sind und sie für eine öffent­li­che Apo­the­ke Schutz­imp­fun­gen gegen das Coro­na­vi­rus SARS-CoV‑2 durch­füh­ren. Die Berech­ti­gung umfasst die Durch­füh­rung von Schutz­imp­fun­gen gegen das Coro­na­vi­rus SARS-CoV‑2 bei Per­so­nen, die das zwölf­te Lebens­jahr voll­endet haben. Damit wird ein wei­te­rer, nied­rig­schwel­li­ger Zugang für die Bevöl­ke­rung zu die­ser Schutz­imp­fung dau­er­haft ermög­licht«, heißt es zur Begründung…

Vergütung für Paxlovid-Abgabe verlängert

Schließ­lich will die Ampel-Koali­ti­on noch eine drit­te Pan­de­mie-Son­der­re­ge­lung ver­län­gern, die nur bis April 2023 gilt. Kon­kret geht es um die Ver­gü­tun­gen für Apo­the­ker und Groß­händ­ler in Zusam­men­hang mit der Abga­be von Covid-19-The­ra­peu­ti­ka wie bei­spiels­wei­se Pax­lo­vid. Auch hier sol­len die Ver­gü­tun­gen bis Ende 2023 gel­ten, auch in die­sem Fall wer­den die Ver­gü­tungs­wer­te aus den Coro­na-Ver­ord­nun­gen unver­än­dert übernommen.«

In einem Kom­men­tar, dem ich den Hin­weis zu die­sem Arti­kel ver­dan­ke, heißt es zum Apotheken-"Impfen":

»Ohne Ana­mne­se und aus­rei­chen­de Kennt­nis von Erkran­kun­gen, Vor­er­kran­kun­gen, Wech­sel­wir­kun­gen usw.? Wer haf­tet bei einem Spritz­scha­den? Was, wenn beim Ein­füh­ren der Nadel ein Nerv getrof­fen wird? …

Der Beruf “Arzt” als Aus­lauf­mo­del, oder aus­schließ­lich als “Exper­te” ohne Praxiserfahrung.
Als Ideen:
Kno­chen­brü­che von einem Gärt­ner behan­deln las­sen. Einen Stock ran­bin­den kann der auch.
Näh­kur­se für Pati­en­ten. Eine Wun­de kann ein Pati­ent auch sicher sel­ber nähen.
OP beim nächs­ten Metz­ger. Der kennt sich doch mit Mes­sern aus.
Die Anäs­the­sie wird beim nächs­ten Dro­gen­händ­ler geholt und selbst ver­ab­reicht. Bit­te eine Quit­tung ver­lan­gen.«

8 Antworten auf „»Recht überraschend will die Bundesregierung daher nun eine Übergangsregelung zur Coronavirus-Impfkampagne im Gesetz für eine Gaspreisbremse unterbringen«“

  1. Karl Lau­ter­bach auf Twitter:

    "Sehr schö­ne Dar­stel­lung wie DNA auf RNA über­setzt wird, der Code, mit dem dann im Ribo­som die Pro­te­ine gebaut wer­den. Wich­ti­ge Theo­rie des Ursprungs allen Lebens auf Erde ist „RNA World Hypo­the­se“: DNA und Ribo­som selbst, qua­si der 3 D Dru­cker der Pro­te­ine, „aus RNA entstanden“ "

    https://​twit​ter​.com/​K​a​r​l​_​L​a​u​t​e​r​b​a​c​h​/​s​t​a​t​u​s​/​1​5​9​9​5​0​0​9​6​6​3​1​4​7​4​9​952

    Fak­ten­check AFP:

    Nein, mRNA-Imp­fun­gen ver­än­dern nicht die DNA (16.12.2020)

    https://​fak​ten​check​.afp​.com/​n​e​i​n​-​m​r​n​a​-​i​m​p​f​u​n​g​e​n​-​v​e​r​a​e​n​d​e​r​n​-​n​i​c​h​t​-​d​i​e​-​dna

    1. 2. Febru­ar 2021 | Max-Planck-Gesellschaft 

      Das unter­schätz­te Muta­ti­ons­po­ten­ti­al der Retro­ge­ne

      mRNA-Mole­kü­le von Retro­ge­nen wer­den wie­der in DNA umge­wan­delt und ins Erb­gut eingebaut 

      Eine neue Stu­die von For­schen­den des Max-Planck-Insti­tuts für Evo­lu­ti­ons­bio­lo­gie in Plön und der chi­ne­si­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten in Peking zeigt, dass die poten­ti­el­le gene­ti­sche Belas­tung durch Muta­tio­nen, die aus Retro­ge­nen ent­ste­hen, deut­lich grö­ßer ist als bis­her angenommen. ) 

      Die gene­ti­sche Infor­ma­ti­on ist in der DNA gespei­chert. Von dort wird sie als mRNA abge­schrie­ben und dann in Pro­te­ine über­setzt. Man weiß aber schon seit lan­gem, dass mRNA auch wie­der in DNA umge­schrie­ben und zurück ins Genom inte­grie­ren kann. Man spricht in sol­chen Fäl­len von Retro­ge­nen. Ein Team des Max-Planck-Insti­tuts für Evo­lu­ti­ons­bio­lo­gie in Plön und des Zoo­lo­gi­schen Insti­tuts der chi­ne­si­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten in Peking berich­tet jetzt, dass die­ser Pro­zess bis­her um min­des­tens einen Fak­tor tau­send unter­schätzt wur­de und zudem einen wesent­li­chen neu­en Muta­ti­ons­me­cha­nis­mus darstellt. (…) 

      "Ver­mut­lich wer­den alle RNAs in einer Zel­le kon­ti­nu­ier­lich ins Erb­gut ein­ge­baut. Wir kön­nen auch davon aus­ge­hen, dass bei Virus­in­fek­tio­nen die mRNA vira­ler Pro­te­ine ins Genom inte­griert wer­den. Bei der Fül­le kör­per­ei­ge­ner mRNAs dürf­te das aller­dings kaum ins Gewicht fal­len. Da die Keim­zel­len meist nicht von der Inte­gra­ti­on exter­ner mRNA betrof­fen sind, wer­den sol­che Muta­tio­nen zudem in der Regel nicht ver­erbt“, sagt Diet­hard Tautz. 

      https://www.mpg.de/16368752/0202-limn-das-unterschaetzte-mutationspotential-der-retrogene-153345‑x

      Curr. Issues Mol. Biol. 2022, 44(3), 1115–1126
      doi​.org/​1​0​.​3​3​9​0​/​c​i​m​b​4​4​0​3​0​073

      Mar­kus Aldén , Fran­cis­ko Olofs­son Falla , Dao­wei Yang , et al. 

      Intracel­lu­lar Rever­se Tran­scrip­ti­on of Pfi­zer BioNTech COVID-19 mRNA Vac­ci­ne BNT162b2 In Vitro in Human Liver Cell Line

      Abs­tract

      Pre­cli­ni­cal stu­dies of COVID-19 mRNA vac­ci­ne BNT162b2, deve­lo­ped by Pfi­zer and BioNTech, show­ed rever­si­ble hepa­tic effects in ani­mals that recei­ved the BNT162b2 injec­tion. Fur­ther­mo­re, a recent stu­dy show­ed that SARS-CoV‑2 RNA can be rever­se-tran­scri­bed and inte­gra­ted into the geno­me of human cells. In this stu­dy, we inves­ti­ga­ted the effect of BNT162b2 on the human liver cell line Huh7 in vitro. Huh7 cells were expo­sed to BNT162b2, (…) We also show that BNT162b2 mRNA is rever­se tran­scri­bed intracel­lu­lar­ly into DNA in as fast as 6 h upon BNT162b2 exposure. 

      https://www.mdpi.com/1467–3045/44/3/73

      “The­re is no pan­de­mic, the­re is COVAX, a crime against huma­ni­ty and a medi­cal crime.”
      “Es gibt kei­ne Pan­de­mie, es gibt COVAX, ein Mensch­heits­ver­bre­chen und glo­ba­les Medizinverbrechen.”

  2. Das kann doch nur übels­te Schwurb­le­rei sein.
    Schließ­lich wer­den unse­re abso­lut inte­gren und über jeden Zwei­fel erha­be­nen Polit­dar­stel­ler nur von den edels­ten Moti­ven geleitet.

  3. In einem wei­te­ren Ände­rungs­an­trag will die Ampel-Koali­ti­on regeln, dass Apo­the­ken dau­er­haft ermäch­tigt wer­den, Coro­na­vi­rus-Schutz­imp­fun­gen zu verabreichen.

    Da ich dau­er­haft unge­impft blei­ben wer­de, ist mir das per­sön­lich eigent­lich herz­lich egal.

    Aber man könn­te sich schon fra­gen, war­um eigent­lich Apo­the­ker nun wei­ter berech­tigt sein wer­den, gera­de die­se eine „Imp­fung“ ver­ab­rei­chen zu dür­fen. Alle ande­ren aber nicht. Und dann auch noch aus­ge­rech­net eine, bei der es wohl beson­ders wich­tig ist, das kor­rekt aspi­riert wird.

    1. Des­we­gen mues­sen die Apo­the­ker ja auch "geschult" werden:

      "Also Sie ste­chen in den Ober­arm und drue­cken bei der Sprit­ze auf den Stem­pel bis saemt­li­cher Inhalt der Sprit­ze her­aus­ge­drueckt wur­de. Haben Sie das ver­stan­den? OK, dann sind Sie jetzt geschult. Das Zer­ti­fi­kat holen Sie sich bit­te bei der Sekre­tae­rin ab. Und ver­ges­sen Sie nicht zu unter­schrei­ben, damit ich die Schu­lung auch ver­gue­tet bekom­me. Dan­ke, Der naechs­te bitte …"

  4. Besteht tat­säch­lich die Hoff­nung, dass die voll­ver­sorg­ten Dele­gier­ten der Kon­sens-Ein­heits­par­tei mit ihren zuneh­mend ver­wa­sche­nen Gren­zen zwi­schen den Frak­tio­nen die­sem nicht zustim­men würden.

    Das Pro­blem auf den ers­ten Blick mögen die pro­fit­ori­en­tier­ten Ärz­te und Apo­the­ker sein. Das eigent­li­che Pro­blem ist die Par­tei­en­olig­ar­chie in die­sem hoch­de­mo­kra­ti­schen Sys­tem der reprä­sen­ta­ti­ven Demo­kra­tie mit einer abso­lut frei­heit­li­chen Gesell­schafts­ord­nung und tota­ler Meinungsfreiheit.

    Wenn ein Grüß­au­gust ein wenig frei­heit­lich-demo­kra­ti­sches Grund­ver­ständ­nis auf­brin­gen könn­te, dann wür­de er die­se Art der Täu­schun­gen nicht durch­ge­hen las­sen. Bei Par­la­ments­auf­lö­sun­gen mit­tels eines ver­ab­re­de­ten Miß­trau­ens­vort­ums kam manch­mal zumin­dest das The­ma der Lega­li­tät auf. Vor­bei. Post-Par­la­men­ta­ris­mus nennt sich die Veranstaltung.

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