Das leise Sterben

»Alle bli­cken auf die Coro­na-Sta­tis­tik, aber auch die Zahl der Arbeits­lo­sen und Ver­zwei­fel­ten steigt. Künst­ler und Selb­stän­di­ge trifft der Lock­down beson­ders hart. Letz­te Woche nahm sich eine befreun­de­te Schau­spie­le­rin das Leben. Was sie vor­her sag­te, lässt mich nicht mehr los.

Das letz­te Mal, als ich Mari­on (Name geän­dert) sah, hat­te sie ihre sonst blon­den Haa­re raben­schwarz gefärbt. Sie kam mit einer Grup­pe Musi­ker in einem Restau­rant vor­bei, in dem wir gera­de eine Team­be­spre­chung für unser nächs­tes Film­fes­ti­val abhielten.

Mari­on ist Sän­ge­rin, Schau­spie­le­rin und Enter­tai­ne­rin. Sie hat eine wirk­lich gute Stim­me, kommt aber trotz ihrer hoher Pro­fes­sio­na­li­tät nicht auf ein aus­rei­chen­des Ein­kom­men. Wie so vie­le ihrer Kol­le­gen, die noch nicht zur rich­ti­gen Zeit am rich­ti­gen Ort waren.

Ich habe mich gefreut, sie wie­der­zu­tref­fen. Obwohl sie selt­sam aus­sah mit ihren schwar­zen Haa­ren, und selt­sa­me Sachen von sich gab: „Ich gehe jetzt in die Poli­tik, Leu­te. Die­se Schei­ße hier erträgt doch nie­mand mehr!“ Sie mein­te den auf­zie­hen­den, zwei­ten Lock­down, des­sen ers­te Vor­zei­chen wir noch am sel­ben Abend spür­ten, denn der Wirt warf uns um Punkt 22.00 Uhr aus dem Lokal.

Drau­ßen auf der Stra­ße ein letz­tes Win­ken. „Ich krie­ge lang­sam kei­ne Luft mehr, Tom!“ rief sie mir noch hin­ter­her. „Wenn du mal ’ne klei­ne Rol­le beim Tat­ort hast, mel­de dich.“ Da ich sol­che Nach­fra­gen in den letz­ten Mona­ten sehr oft bekom­me, mach­te ich nur eine vage Hand­be­we­gung. Ich kann nicht alle Kol­le­gen zur Beset­zung vor­schla­gen, die gera­de wegen der Coro­na-Maß­nah­men auf der Stra­ße stehen.

Mari­on ver­stand mein Zei­chen. Sie roll­te spie­le­risch mit den Augen und wink­te resi­gniert ab. Dann ging sie nach Hause.

Mari­on gehört zu den vie­len zehn­tau­send Men­schen in Deutsch­land, die es schwer haben, von ihrer Arbeit zu leben…

Die Dunkelziffer der Verzweiflungstaten

Die Jobs in der Gas­tro sind weg, die klei­nen Auf­trit­te in der Sze­ne gestri­chen: all­ge­mei­ne Rat­lo­sig­keit. Der ban­ge Blick in die Zei­tung: Wie lan­ge geht das noch? Zah­len, die stei­gen. Infi­zier­te, Kran­ke, Tote.

Die Zah­len der arbeits­los gewor­de­nen Künstler*innen und Krea­ti­ven fin­det man aller­dings nir­gend­wo. Und auch nicht die Zahl der Ver­zweif­lungs­ta­ten. In mei­nem Bekann­ten­kreis sind inzwi­schen fünf Kolleg*innen unter­wegs, die in der letz­ten Zeit einen Sui­zid erwo­gen haben. Und dar­über auch offen gere­det haben. Fünf!

Ein mir per­sön­lich bekann­ter Schau­spie­ler sitzt seit zwei Mona­ten in sei­ner Ber­li­ner Woh­nung, geht nicht mehr auf die Stra­ße und auch nicht mehr ans Tele­fon. In sei­nem Wohn­zim­mer sta­peln sich die lee­ren Piz­za-Schach­teln. Sei­ne Agen­tur hat sich zunächst um ihn geküm­mert. Jetzt tut es nur noch sei­ne Tochter.

Er redet nicht mehr, seit­dem er erfah­ren hat, dass er aus einer TV-Serie raus­ge­schrie­ben wur­de, weil er mit 64 Jah­ren zu der Coro­na-Risi­ko­grup­pe gehört. Und die Risi­ko­grup­pen gefähr­den nun mal einen gere­gel­ten Drehablauf.

Raus­ge­schrie­ben.

Was für ein wider­li­ches, End­gül­tig­keit ver­mit­teln­des Wort…

Unsere Gesellschaft verliert ihre Seele

… Die Kul­tur­in­dus­trie ist auf die künst­le­risch Enga­gier­ten ange­wie­sen. Sie sind der vita­le Urquell, aus dem sich die pro­fes­sio­nel­le Sze­ne lau­fend bedient und der sie letzt­end­lich am Leben erhält. Und die Kul­tur hält unse­re Gesell­schaft am Leben. Wer das nicht glaubt, soll­te sich ein­mal fra­gen, wie er den ers­ten Lock­down ohne Musik, Bücher oder Fil­me über­stan­den hätte.

Daher ist es per­vers, wie sich eine Gesell­schaft in einer Kri­se mit Wer­ken am Leben erhält, deren Quel­le sie durch Unver­ständ­nis und Igno­ranz gera­de ver­nich­tet. Ein Kol­le­ge nann­te es vor Kur­zem: das lei­se Ster­ben. Unse­re Gesell­schaft ver­liert gera­de ihre See­le – und merkt es noch nicht einmal.

In der Poli­tik zählt zur Zeit ande­res: Ziel­ge­rich­te­tes Durch­grei­fen, har­te Maß­nah­men, Zügel anzie­hen. Dass dies längst nicht nur zum Woh­le der All­ge­mein­heit, son­dern auch in Hin­blick auf eine mög­li­che Kanz­ler­kan­di­da­tur und die Bun­des­tags­wah­len geschieht, ahnen inzwi­schen nicht nur die Feinsinnigen…

Warum, so fra­gen sich inzwi­schen nicht weni­ge mei­ner Berufskolleg*innen, hat die Poli­tik nicht ver­stan­den, dass es hät­te umge­kehrt sein müs­sen im Okto­ber: Kul­tur­stät­ten und Gas­tro­no­mie geöff­net las­sen, denn dort wur­de, mit zum Teil gro­ßem Auf­wand, umge­rüs­tet, fan­den Kon­takt­er­fas­sung und AHA-Rege­lung statt. Mit gro­ßem Erfolg, denn die wenigs­ten Men­schen steck­ten sich dort an.

Man hat aber alle Begeg­nungs­stät­ten geschlos­sen und so das Virus zu den Men­schen ins unge­schütz­te Pri­va­te geschickt. Und von dort wei­ter in die Senio­ren­hei­me. Wie kann es einem künst­le­ri­schen Men­schen ein­leuch­ten, dass man Kinos, Thea­ter, Klein­kunst­büh­nen und Musik­hal­len schließt, wäh­rend man den öffent­li­chen Nah- und Fern­ver­kehr unge­bremst wei­ter rau­schen lässt?

Wer die­se Fra­ge nicht ver­steht, ist noch nicht mit der Linie 101 die drei­ßig Minu­ten von der Turm­stra­ße in Ber­lin-Moa­bit bis zur Dei­des­hei­mer nach Wil­mers­dorf gefah­ren. Dicht gedrängt. Mensch an Mensch. Wäh­rend des Lockdowns.

Die Geg­ner der Maß­nah­men schei­nen noch ver­bohr­ter zu sein: Man­che Mit­glie­der der Quer­den­ker-Bewe­gung deu­ten ger­ne mit dem Fin­ger auf die zuneh­mend ver­zwei­fel­ten Künstler*innen und mei­nen scha­den­froh bemer­ken zu müs­sen: „War­um seid ihr dann nicht mit uns auf die Stra­ße gegangen?“

Rechts außen schießt man noch ein biss­chen schär­fer: „Die staats­treue Links­kul­tur soll ruhig ver­re­cken!“ Die­sen Satz fand ich ein­mal wort­wört­lich auf mei­nem Twit­ter-Account. Ich glau­be, dass die meis­ten unse­rer Mit­men­schen nicht im Ansatz ahnen, was in den künst­le­risch Schaf­fen­den vor­geht. Sonst wür­den sie anders reden…

Nicht weni­gen kul­tu­rell Arbei­ten­den fliegt gera­de ihr Welt­bild um die Ohren. Es ist offen­sicht­lich, dass das Virus eine Gefahr dar­stellt. Lei­der aber merkt man auch an den Ent­schei­dun­gen, die getrof­fen wer­den, was den Ver­ant­wort­li­chen und unse­rer Gesell­schaft wich­tig ist und was nicht. Die Kul­tur scheint es nicht zu sein.

Wer­den die Todes­zah­len klei­ner, wenn man dafür bereit ist, über Lei­chen zu gehen?

Letz­te Woche wur­de ich dar­über infor­miert, dass sich Mari­on umge­bracht hat. „Ich krie­ge lang­sam kei­ne Luft mehr, Tom!“ Das lei­se Ster­ben – es hat längst begonnen.

Tom Bohn, gebo­ren 1959, ist Autor, Regis­seur von Fern­seh­fil­men (dar­un­ter auch „Tat­ort“) und Ver­an­stal­ter des Snow­dance Inde­pen­dent Film Fes­ti­vals. Bohn sitzt für die FDP als Stadt­rat im Kul­tur­aus­schuss von Lands­berg am Lech.«

Quel­le: welt​.de (Bezahl­schran­ke)

33 Antworten auf „Das leise Sterben“

  1. 17.11.20, Belgien/Lüttich
    "Vor zwei Wochen gab Alys­son der wal­lo­ni­schen Zei­tung Sud­in­fo ein Video­in­ter­view. Der Steu­er­be­ra­ter hat­te ihr gera­ten, den Salon wie­der ganz zu schlie­ßen, die lau­fen­den Kos­ten sei­en ein­fach nicht zu bewäl­ti­gen, und es sei nicht abseh­bar, wann wie­der geöff­net wer­den dür­fe. „Ich kann nicht ein­fach so schlie­ßen“, sagt Alys­son, „ich habe alles, was ich gespart habe, in mein Geschäft gesteckt. 25.000 Euro. Man kann nicht etwas mit viel Lie­be und Enga­ge­ment erschaf­fen und dann ein­fach sagen, ich mache es wie­der dicht.“ Aber sie wuss­te zugleich, dass ihr nichts ande­res übrig blei­ben wür­de: „Ich habe nichts mehr. Mein Kühl­schrank ist leer, ich kann nicht hei­zen, ich kann mei­ne Woh­nung nicht mehr bezah­len. Aber ich wer­de kämp­fen.“ Anrecht auf finan­zi­el­le Hil­fe hat­te sie keins, da das Geschäft erst so kur­ze Zeit bestand. Am gest­ri­gen 16. Novem­ber hat Alys­son sich das Leben genommen. "
    https://​www​.ach​gut​.com/​a​r​t​i​k​e​l​/​e​i​n​_​w​e​i​t​e​r​e​s​_​c​o​r​o​n​a​_​o​p​fer

    Lie­ge in shock after bar­ber kills hers­elf over virus lock­down | AFP
    https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​C​M​r​3​J​Y​W​Z​jHQ

    Sui­ci­de d'Alysson Jadin: Les Lié­geois ren­dent hom­mage à Alys­son devant son salon
    https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​m​0​C​p​M​w​o​Q​V1U

    1. Tra­gisch. 🙁 Aber selbst sol­che Schick­sa­le füh­ren nicht dazu, dass die Leu­te end­lich auf­wa­chen und sich auf­leh­nen würden.

      Und das ist nur ein Fall von Vie­len, wel­cher über­haupt bekannt wurde.

  2. "War­um geht ihr nicht mit auf die Stra­ße?" Genau die­se Fra­ge stellt sich. Ich kann sie beantworten:
    a) aus tat­säch­li­cher Angst vor dem Virus
    b) aus der Angst, kei­nen Job mehr zu bekom­men, wenn man da gese­hen wird
    c) aus Angst mit ver­meint­lich Rech­ten und Ver­schwö­rern zu marschieren.
    Das Framing hat funktioniert.

    1. Stimmt alles.
      Anschei­nend gibt es aber in Öster­reich und in der Schweiz der­zeit (noch) wesent­li­che Proteste.

      6. Jän­ner: Tau­sen­de Men­schen auf Öster­reichs Straßen
      https://www.wochenblick.at/6‑jaenner-tausende-menschen-auf-oesterreichs-strassen/

      wochen​blick​.at ist sicher­lich kei­ne Sei­te, auf die Kom­men­ta­tor Flat­ter schau­en würde.
      Zuge­ge­be­ner­ma­ßen, die Teaser/Bilder zu den Mel­dun­gen dort sind zum Teil reißerisch.
      Aber dann ent­ge­hen ihm auch eini­ge Din­ge, die nicht in ÖR/MSM gemel­det werden.

      – - – -
      Die Künst­ler könn­ten auch mal beant­wor­ten, war­um sie nicht so wie im fol­gen­den Video (7:36 min vom 16.12.2020) aktiv werden.

      Kunst. In. Akti­on. Risi­ko­trup­pe Bern
      https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​j​p​H​h​k​w​N​p​ki4

  3. Echt jetzt? Ein (u.A.) "Tatort"-Macher, also von ÖRR-Zwangs­ge­büh­ren finan­zier­ter Scheinheiliger.

    Euer ver­derb­tes Gewis­sen fliegt euch gera­de um die Ohren!

    No Mer­cy!

  4. Mein tief emp­fun­de­nes Bei­leid für eine geschätz­te Kol­le­gin & vie­len Dank für die­sen Arti­kel. Ich bin eben­falls Schau­spie­le­rin & ich gehe seit April demons­trie­ren in dem Wis­sen, dass ich damit mei­ne Kar­rie­re aufs Spiel set­ze. Jedoch: einem Land, in dem oppo­si­tio­nel­le Mei­nun­gen dif­fa­miert wer­den, und somit tota­li­tä­ren Ten­den­zen Haus und Tür geöff­net sind, ohne dass eine offe­ne Dis­kus­si­on dar­über statt­fin­det, mag und kann ich nicht leben. Ich fin­de es erschre­ckend, wie wenig Künst­ler sich zu Wort mel­den aus Angst, kei­nen Job mehr zu bekom­men. Künst­ler WO SEID IHR? 

    Mein Men­tor Klaus Maria Bran­dau­er hat mich gelehrt, dass gera­de wir Künst­ler schlau­er & gebil­de­ter sein müs­sen als der Durch­schnitt der Bevöl­ke­rung, um genau eben sol­che gesell­schaft­li­chen Ent­wick­lun­gen spie­geln zu kön­nen. Ich ver­ste­he das Schwei­gen mei­ner Kol­le­gen nicht. Kein Virus die­ser Welt recht­fer­tigt die Auf­ga­be der Demo­kra­tie. Ich schä­me mich fremd. Und ich erken­ne Künst­lern, die jetzt schwei­gen den Künst­ler­sta­tus ab. Ich emp­feh­le als Bett­lek­tü­re Mephis­to von Klaus Mann.

    1. @Marina

      „In einer zer­fal­len­den Gesell­schaft muss die Kunst, wenn sie wahr­heits­ge­treu ist, die­sen Zer­fall wider­spie­geln. Und wenn sie nicht von ihrer sozia­len Funk­ti­on abwei­chen will, hat Kunst die Auf­ga­be, die Welt als ver­än­de­rungs­fä­hig dar­zu­stel­len und zu ihrer Ver­än­de­rung beizutragen.“
      – Ernst Fischer

      Nach die­ser Defi­ni­ti­on sind wei­te Tei­le Ihrer Kol­le­gen, die sie Künst­ler nen­nen gar kei­ne, sie sind nichts wei­ter als Unter­hal­ter / Enter­tai­ner und zu was das haupt­säch­lich dient, dar­über will ich jetzt hier gar nichts wei­ter aus­füh­ren, das wür­de zu weit füh­ren, aber "Brot und Spie­le" soll­te geläu­fig sein.
      Was die Bil­dung betrifft, die Sie anspre­chen. Fra­gen sie z.B. ein Pro­fes­sor Rai­ner Maus­feld was Tie­fen­in­dok­ti­na­ti­on bedeu­tet und wel­che Instan­zen die­ser völ­lig aus dem Blick­feld ver­drängt wur­den – viel­leicht sehen sie dann auch Ihren Berufs­stand und vor allem die Medi­en und die Schul­bil­dung etwas kri­ti­scher und rea­lis­ti­scher – aber Vor­sicht – Des­il­lu­sio­nie­rung ist ein schmerz­li­cher Akt, das kann weh tun und man muss bereit dafür sein.

      "Accor­ding to our com­mon sen­se. We think that ideo­lo­gy is some­thing blur­ring, con­fu­sing our straight view. Ideo­lo­gy should be glas­ses, which distort our view. And the cri­tic of ideo­lo­gy should be the oppo­si­te, like you take off the clas­ses, so you can final­ly see the way thinks real­ly are. This pre­cis­e­ly is the ulti­ma­te illusion!
      Ideo­lo­gy is not sim­ply impo­sed on our selfs. Ideo­lo­gy is our spon­ta­neous rela­ti­onship to our social world, how we per­cei­ve its mea­ning. We, in a way, enjoy our ideo­lo­gy. To step out of ideo­lo­gy, it hurts. It's a pain­ful expe­ri­ence. You must force yours­elf to do it!"
      – Sla­voj Žižek

      1. Lie­ber Günter,
        vie­len Dank für Ihre Replik. Mei­nen wir nicht das­sel­be? Eben die­se von Ihnen geschil­der­ten oppor­tu­nis­ti­schen „Künst­ler“ , die sich seit nun­mehr einem Jahr durch ihr Schwei­gen rüh­men, pran­ge­re ich ja an. Ich ken­ne außer mir noch gan­ze 3 (drei!!!) Schau­spie­ler, die seit Mona­ten auf die Stra­ße gehen, um unse­ren Rechts­staat zu ret­ten. Der Rest schweigt. Wenn das Deutsch­lands „Künst­ler“ sind, dann gute Nacht. Alle, die jetzt schwei­gen haben ihr Anrecht auf den Titel Künst­ler mei­nes Erach­tens auf Lebens­zeit verwirkt. 

        Eine Gesell­schaft misst sich immer an der Ent­wick­lung ihrer Kunst und Kul­tur. Daher auch der Ver­weis auf Klaus Mann, in des­sen Roman Mephis­to es um die Fra­ge geht, ob man sich als Künst­ler um der Kar­rie­re Wil­len einer Ideo­lo­gie unter­wer­fen darf, und so am Ende sich selbst ver­rät. Kunst ist Ideo­lo­gie­los, das muss Sie sein, sonst erfüllt sie ihre Auf­ga­be mit­nich­ten. Den­noch muss ich dem Autor des Arti­kels recht geben, dass wohl voll­ends nur unser­eins die Künst­ler­see­le und auch die vor 2020 ohne­hin schon exis­ten­ti­ell schwie­ri­ge Situa­ti­on versteht. 

        LIEBE KÜNSTLER SCHLIESST EUCH AN
        http://Www.Künstler-im-Widerstand.de ( Sei­te im Aufbau)

    2. @ Mari­na

      „In einer zer­fal­len­den Gesell­schaft muss die Kunst, wenn sie wahr­heits­ge­treu ist, die­sen Zer­fall wider­spie­geln. Und wenn sie nicht von ihrer sozia­len Funk­ti­on abwei­chen will, hat Kunst die Auf­ga­be, die Welt als ver­än­de­rungs­fä­hig dar­zu­stel­len und zu ihrer Ver­än­de­rung beizutragen.“
      – Ernst Fischer

      Nach die­ser Defi­ni­ti­on sind wei­te Tei­le Ihrer Kol­le­gen, die sie Künst­ler nen­nen gar kei­ne, sie sind nichts wei­ter als Unter­hal­ter / Enter­tai­ner und zu was das haupt­säch­lich dient, dar­über will ich jetzt hier gar nichts wei­ter aus­füh­ren, das wür­de zu weit füh­ren, aber "Brot und Spie­le" soll­te geläu­fig sein.
      Was die Bil­dung betrifft, die Sie anspre­chen. Fra­gen sie z.B. ein Pro­fes­sor Rai­ner Maus­feld was Tie­fen­in­dok­ti­na­ti­on bedeu­tet und wel­che Instan­zen die­ser völ­lig aus dem Blick­feld ver­drängt wur­den – viel­leicht sehen sie dann auch Ihren Berufs­stand und vor allem die Medi­en und die Schul­bil­dung etwas kri­ti­scher und rea­lis­ti­scher – aber Vor­sicht – Des­il­lu­sio­nie­rung ist ein schmerz­li­cher Akt, das kann weh tun und man muss bereit dafür sein.

      "Accor­ding to our com­mon sen­se. We think that ideo­lo­gy is some­thing blur­ring, con­fu­sing our straight view. Ideo­lo­gy should be glas­ses, which distort our view. And the cri­tic of ideo­lo­gy should be the oppo­si­te, like you take off the clas­ses, so you can final­ly see the way thinks real­ly are. This pre­cis­e­ly is the ulti­ma­te illusion!
      Ideo­lo­gy is not sim­ply impo­sed on our selfs. Ideo­lo­gy is our spon­ta­neous rela­ti­onship to our social world, how we per­cei­ve its mea­ning. We, in a way, enjoy our ideo­lo­gy. To step out of ideo­lo­gy, it hurts. It's a pain­ful expe­ri­ence. You must force yours­elf to do it!"
      – Sla­voj Žižek

    3. Hier im Blog:
      »Zum Jah­res­auf­takt blick­te der öster­rei­chi­sche Schau­spie­ler Klaus Maria Bran­dau­er (77) im Inter­view mit der "Bild am Sonn­tag" auf das ver­gan­ge­ne her­aus­for­dern­de 2020 zurück. "Es geht mir eigent­lich ganz gut. Obwohl ich weiß, dass wir mit die­ser Pan­de­mie nur sehr, sehr schwer fer­tig­wer­den und dass es län­ger dau­ern wird, als wir alle zunächst glau­ben konnten."

      Den­noch ver­hal­te er sich über­aus kor­rekt, wie er beton­te: "Bei all mei­nem Frei­heits­be­dürf­nis habe ich fest­ge­stellt, dass ich auch ein sehr guter Unter­tan sein kann. Ich mache tat­säch­lich das, was die Regie­rung und die Viro­lo­gen sagen." So macht es für ihn auch kei­nen Sinn, sich hier quer zu stel­len. "Ich ver­ste­he die­je­ni­gen nicht, die sich nicht an Regeln hal­ten wol­len. Sich selbst und die ande­ren zu schüt­zen, soll­te selbst­ver­ständ­lich sein."

      Die coro­nabe­ding­te Zwangs­pau­se hat­te aber auch posi­ti­ve Sei­ten: "Ich mache vie­le Spa­zier­gän­ge. Und ich habe wie­der ange­fan­gen zu lesen und mir Bücher, die ich schon kann­te, erneut vor­ge­nom­men. Es war trotz der Umstän­de ein pracht­vol­ler Som­mer auf dem Land, der Herbst war auch in Ord­nung. Nun sind wir wie­der in Wien und schau­en weiter."«
      (kurier​.at)

  5. Na gut… Zu viel Wahr­heit ist hier also auch nicht erwünscht.… mich wun­dert gar nichts mehr diesbezüglich…

    Auf nim­mer wiedersehen…
    Per­len vor die Säue und so.…

  6. Ange­sichts die­ser Situa­ti­on ist der Kon­for­mis­mus der Mainstream-"Kulturschaffenden" beson­ders eklig und bringt mich in die Nähe von Scha­den­freu­de. Die ein­zi­ge muti­ge deutsch­spra­chi­ge Kul­tur­schaf­fen­de, die mir in Coro­na-Zei­ten auf­ge­fal­len ist, ist die öster­rei­chi­sche Schau­spie­le­rin und Musi­ke­rin Nina Proll. Und sie wur­de noch nicht mal gekreu­zigt oder medi­al hin­ge­rich­tet, weil sie wohl zu intel­li­gent ist. Da wird lie­ber geschwiegen..

    https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​f​T​v​6​6​Q​3​O​M2Y

    Dass selbst "Die Ärz­te", die eigent­lich nie durch Mit­ma­cher­tum auf­ge­fal­len sind, sich für einen Auf­tritt aus­ge­rech­net in der Tages­schau her­ge­ben, macht mich traurig.

    Von mir aus kann jeder und jede Kul­tur­schaf­fen­de, der oder die in den letz­ten 20 Jah­ren öde Tat­ort-Dreh­bü­cher geschrie­ben hat – und wahr­schein­lich in die­sem Fall schrei­ben darf, weil in der FDP – oder in geist­lo­sen Talk­schows irgend­ei­nen bou­le­var­desken Mist mit­plap­pert, oder sich mit risi­ko­lo­sem staat­lich sank­tio­nier­tem und Main­stream-abge­seg­ne­ten "Bür­ger­en­ga­ge­ment" – ach Gott wie cou­ra­giert – auf­plus­tert, end­gül­tig plei­te gehen.

    Die sind ja schon lan­ge plei­te. Gera­de die aber wer­den wirt­schaft­lich und künst­le­risch über­le­ben und uns wei­ter­hin mit irrele­van­tem Scheiss beglücken.

    Natür­lich trifft es tat­säch­lich die­je­ni­gen, die es schon vor­her nicht leicht hat­ten und ums Über­le­ben gekämpft haben.

    Gera­de noch "Oldies" wie Inga Hum­pe "Brav­haf­tig­keit und Gleich­form" oder Van Mor­ri­son trau­en sich was. Die sind auf­fäl­lig so alt wie Cor­byn (medi­al hin­ge­rich­tet) und Sanders.

    1. Jede Ent­wick­lung schei­det die Geis­ter. Wenn man Ido­len anhängt wird man halt frü­her oder spä­ter immer mal enttäuscht.

      Ja, es ist trau­rig. Ich traue­re auch um eini­ge Leu­te, die sich heu­te als wil­lig oder dumm darstellen.

      Und ein Wend­ler oder ein Hilt­mann sind da gewiss kein Ersatz 🙂

  7. Ist es zynisch, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass gera­de jene Exis­ten­zen bevor­zugt die Grü­nen gewählt haben und nun ver­ra­ten wer­den? Die Grü­nen ste­hen ja stramm dahin­ter. Grün sind auch die Main­stream-Medi­en. Ich freue mich nicht, aber habe gro­ßes Mit­leid, weil ich genau das habe kom­men sehen.

    In Bre­men soll aber eine Grü­ne im April oder Mai gesagt haben, sie per­sön­lich sei stün­de hin­ter den Coro­na-Maß­nah­men. Dann soll es Knatsch in der Koali­ti­on (RRG) gege­ben haben und danach war es mucks­mäus­chen­still. Es sind schon arme Krea­tu­ren, die Poli­ti­ker, die Dis­sens nicht ertra­gen. Aber Dis­sens, auch in Par­tei­en und Koali­tio­nen, ist Kenn­zei­chen der Demokratie.

    1. "Links/linksgrün" sind die Speer­spit­zen des Raubtier-Kapitalismus.

      So wie nur die angeb­lich ein­mal "lin­ke" sPD den "bes­ten Nied­rig­lohn­sek­tor Euro­pas" in Deutsch­land ohne Wider­stand der Bevöl­ke­rung und Gewerk­schaf­ten durch­set­zen konn­ten, so kön­nen auch heu­te nur mit "Die Lin­ken" und "Grü­ne" Repres­si­on und der Weg in den Faschis­mus (Macht­bün­de­lung) durch­ge­setzt werden.

      "Links/Linksgrün" sind heu­te die Tarn­far­ben des Totalitarismus.

      1. @Albrecht Storz: Es ist gut und not­wen­dig, sich mit dem Ver­sa­gen von Lin­ken und Grü­nen zu beschäf­ti­gen. Wir soll­ten dabei nicht aus den Augen ver­lie­ren, daß es ganz über­wie­gend CDU und SPD sind, die den Ton ange­ben. Und vor allem, wel­che Inter­es­sen dahin­ter stehen.

  8. Also, da gibt es aber seit gerau­mer Zeit durch­aus schon etwas, das man eine ernst­zu­neh­men­de (außer daß man sich der Gen­der­be­vor­mund­schaft unter­wirft) Initia­ti­ve nen­nen könnte:

    https://​www​.auf​ste​hen​fuer​die​kunst​.de/

    "Bun­des­weit ers­te gemein­sa­me Initia­ti­ve inter­na­tio­nal renom­mier­ter Künstler*innen …
    Eine Grup­pe von inter­na­tio­nal renom­mier­ten Kon­zert- und Opernsänger*innen, Dirigent*innen, Instrumentalsolist*innen sowie Musiker*innen füh­ren­der Sym­pho­nie- und Opern­or­ches­ter hat­te geplant, am 7. Dezem­ber 2020 beim Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof einen Antrag zu stel­len, um die zur Bekämp­fung der Covid-19-Pan­de­mie ver­ord­ne­te voll­stän­di­ge Schlie­ßung von Kon­zert- und Opern­häu­sern recht­lich über­prü­fen zu lassen.
    Nach ein­ge­hen­der recht­li­cher Prü­fung der 10. Baye­ri­schen Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men­ver­ord­nung vom 8. Dezem­ber und nach aus­führ­li­cher recht­li­cher Bera­tung durch die Anwäl­te der Sozie­tät RAUE sehen die Antragsteller*Innen jedoch einst­wei­len von der Ein­rei­chung des Eil­an­tra­ges ab. Sie beab­sich­ti­gen aber, den Antrag ein­zu­rei­chen, sobald sich die Inzi­denz­la­ge in Bay­ern – vor allem in Mün­chen – wie­der bes­sert und die rechts­wid­ri­gen Beschrän­kun­gen der Kunst­frei­heit dann nicht zeit­gleich auf­ge­ho­ben werden. … "

  9. Lie­be Marina,
    dein Men­tor hat dich etwas gelehrt, das er sel­ber nicht ver­stan­den hat. Das zu erken­nen, schmerzt. Umso wich­ti­ger, dass es dich im Innern erreicht hat und stärkt!

    https://​kurier​.at/​s​t​a​r​s​/​a​u​s​t​r​o​p​r​o​m​i​s​/​k​l​a​u​s​-​m​a​r​i​a​-​b​r​a​n​d​a​u​e​r​-​i​c​h​-​m​a​c​h​e​-​d​a​s​-​w​a​s​-​r​e​g​i​e​r​u​n​g​e​n​-​u​n​d​-​v​i​r​o​l​o​g​e​n​-​s​a​g​e​n​/​4​0​1​1​4​5​570

    Ich habe mir für eure Sei­te ein Lese­zei­chen gesetzt und bin gespannt, was dort nach dem "Netz­gang" folgt und bewirkt wer­den kann.

    Sei ganz lieb gegrüßt, Alice

  10. Eigent­lich ein guter Text.
    Scha­de, daß er sich auch abgren­zen muß:

    Die Geg­ner der Maß­nah­men schei­nen noch ver­bohr­ter zu sein: Man­che Mit­glie­der der Quer­den­ker-Bewe­gung deu­ten ger­ne mit dem Fin­ger auf die zuneh­mend ver­zwei­fel­ten Künstler*innen und mei­nen scha­den­froh bemer­ken zu müs­sen: „War­um seid ihr dann nicht mit uns auf die Stra­ße gegangen?“

    Mit dem Wort ver­bohrt gar­niert, unter­stellt der Autor aber den Quer­den­kern, daß sie auch nicht recht hätten.
    Damit hilft er ers­tens nie­man­dem wei­ter. Zwei­tens darf er davon aus­ge­hen, daß es eine Men­ge aus­ge­macht hät­te, wenn die Künst­ler mit auf die Stra­ße gegan­gen wären. Und noch weni­ger Geld hät­ten sie schließ­lich auch nicht gehabt. Oder noch weni­ger Aufträge.
    Und drit­tens reiht er sich ein in die Rie­ge der­je­ni­gen, die die Gesell­schaft spalten.

    Gera­de die Quer­den­ker (und Maß­nah­men­kri­ti­ker, die wahr­schein­lich gemeint sind) haben sicher­lich weit mehr Ver­ständ­nis für die mie­se Situa­ti­on der Künst­ler als die­je­ni­gen, die die Maß­nah­men erlas­sen bzw. die Panik för­dern (die dann dazu führt, daß Leu­te aus einer Serie raus­ge­schrie­ben wer­den, weil sie ja gefähr­lich sein könnten).

    Aber mit die­sem Satz hat Tom Bohn sich eben abge­setzt von denen, auf die schon mit dem Fin­ger gezeigt wird, auf daß er bloß nicht dazu gezählt würde.
    Auch er wird noch mer­ken, daß ihn das in genau die glei­che Fal­le lau­fen läßt. Sie den­ken alle, das wür­de sie ret­ten, wenn sie die offen kri­ti­schen Men­schen auch kri­ti­sie­ren. Wird es nicht. Es macht alles nur schlimmer.

  11. AHA Regeln, Alle Haben Angst.
    Die einen vor dem Virus, die ande­ren vor der Regie­rung und deren unver­hält­nis­mä­ßi­gen Maß­nah­men und Folgen.
    Es scheint so das es erst eska­lie­ren muss ,wie ein Gewit­ter das dann für eine gerei­nig­te Luft sorgt.
    Lei­der sind die Tem­pe­ra­tu­ren nicht so das Gewit­ter auf­zie­hen, dar­um wird es wohl etwas dau­ern bis es sich entläd .
    Sozia­les Kapi­tal bil­den ist jetzt obers­tes Gebot , tut euch zusam­men ,unter­stützt euch . Es gibt Mög­lich­kei­ten seit kreativ.
    Ein klei­ner Hin­weis: schau auf die Sei­te ( ist noch im entstehen )
    http://​www​.team​frei​heit​.net, sehr inter­es­san­tes Modell. Fangt an.

  12. Dann erklä­re mir doch bit­te ein­mal, war­um so vie­le "Künst­ler" laut NAZI schrei­en, wenn jemand gegen die­se Coro­na-Mass­nah­men ist.

    Die­se "Künst­ler" schrei­en NAZI, NAZI, NAZI, wenn es um Demos geht, denn das sind ja alles Querdenker-Reichsbürger-VTler.

    Die bekom­men – lei­der – jetzt die Quit­tung präsentiert.

    KEINER von denen geht auf die Stras­se. Die hof­fen immer noch auf links-grü­ne Hil­fe. Dabei ist es z.B. Söders Ziel, mit den Grü­nen zu koalie­ren. War­um wohl?

  13. Die Künst­ler soll­ten for­dern das Coro­na end­lich als Reli­gi­on aner­kannt wird.

    Das würd die Lage der Künst­ler ver­bes­sern, denn im reli­giö­sen Kon­text ist eine Men­ge Kunst erlaubt. Vie­les was heu­te so als Welt­li­te­ra­tur gilt hat ent­we­der eine reli­giö­se Kom­po­nen­te oder wur­de von den ent­spre­chen­den Kul­ten oder Reli­gio­nen in Auf­trag gege­ben. Das glei­che gilt für Male­rei, Musik, ja auch die gro­ßen Kir­chen­bau­ten des Mit­tel­al­ters sind in gewis­ser Wei­se Kunst und beinhal­ten ja auch eine Men­ge davon. 

    Lei­der sind die Hohe­pries­ter und Pries­ter­jobs bereits ver­ge­ben, auch eine neue Kir­che wird der­zeit nicht gebraucht, da die Lie­fe­rung von Hausal­tä­ren der­zeit von Sam­sung, LG und ande­ren über­nom­men wird. Aber viel­leicht wird dem­nächst eine neue Bibel in Auf­trag gege­ben? Oder eine Geschich­te von der Angie-Run­de wie sie gegen das über­mäch­ti­ge Virus kämpft? Die Künst­ler soll­ten auf alle Fäl­le vor­be­rei­tet sein … /Satire aus/

  14. Aus dem Face­book-Post eines Stadt­füh­rers: "All­mäh­lich wer­de ich echt nörg­le­risch, denn von der ange­kün­dig­ten Novem­ber- und Dezem­ber­hil­fe habe ich bis­her zusam­men genom­men (!) nicht mal 25 Pro­zent als Abschlags­zah­lung auf die bean­trag­te Sum­me bekom­men. Nun dach­te ich schon: Haben die mich etwa ver­ges­sen? Aber dann lese ich in den Medi­en, dass es nun erst letz­te Woche doch noch mal wie­der ein wei­te­res Soft­ware­pro­blem gege­ben habe und die Anträ­ge nun "hän­disch" bear­bei­tet wer­den. Und dar­un­ter stand dann, dass z.B. in Schles­wig-Hol­stein noch nicht ein Fünf­tel der Anträ­ge bear­bei­tet wor­den sei­en. Ähn­lich sei es auch in Ham­burg. Naja das beru­hig­te mich dann. Also dach­te ich: dann schaue ich schon mal auf die Neu­start­hil­fe für das ers­te Halb­jahr 2021, denn vor kur­zem hieß es da auf den Web­sei­ten des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums noch, dass die Anträ­ge für die­se auf jeden Fall (!) noch im Janu­ar gestellt wer­den kön­nen. Naja und Janu­ar müss­te ja nun all­mäh­lich auch nach dem behörd­li­chen Kalen­der ein­ge­tre­ten sein. Aber Pus­te­ku­chen! Die Web­sei­te wur­de inzwi­schen über­ar­bei­tet. Und nun ist da vom Febru­ar die Rede … Wie soll das lau­fen? Wie beim Ber­li­ner Flug­ha­fen? Aber dann käme ja die Novem­ber­hil­fe erst nächs­tes Jahr … Oder viel­leicht auch erst über­nächs­tes? Was machen? Gehe ich halt der­weil zu mei­ner Liebs­ten .,. denn da gibt es dann viel­leicht fri­sche Hühnersuppe …"
    https://​www​.face​book​.com/​A​n​d​r​e​a​s​.​G​r​u​e​n​w​a​l​d​.​H​a​m​b​urg

  15. 24.1.21, Posi­tiv denken
    "Die Coro­na-Pan­de­mie hat den Obdach­lo­sen noch den Rest an Lebens­grund­la­ge genom­men. Wenn kei­ne Men­schen auf der Stra­ße sind, lohnt kein Bet­teln. Ohne das Bier am Kiosk gibt es kaum lee­re Fla­schen zum Sam­meln. Und jetzt, bei Tem­pe­ra­tu­ren teils um den Gefrier­punkt, sind auch die Ein­kaufs­zen­tren geschlos­sen, wo man sich zumin­dest zwi­schen­durch auf­wär­men konn­te. Selbst bei den Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen wird das Essen wegen der Anste­ckungs­ge­fahr nur noch drau­ßen ausgegeben.
    Trotz­dem könn­te gera­de die Pan­de­mie dazu bei­tra­gen, die Obdach­lo­sig­keit zu been­den. "Mit Coro­na hat­ten wir die Mög­lich­keit, eini­ges sehr, sehr schnell aus­zu­pro­bie­ren", sagt Sozi­al­se­na­to­rin Elke Brei­ten­bach von der Linken. …"
    https://www.sueddeutsche.de/politik/berlin-hundert-prozent-hoffnung‑1.5184234?fbclid=IwAR1Sgc3r6_kXPBE08KI_Z-04SVBC2G3JZMOj31teZd7tgaH8hqSCbVtuLDI

    Mer­kel hat beim WEF-Rap­port von der neu­en städ­ti­schen Infra­struk­tur gespro­chen. Wer soll die bezah­len, wenn die Kos­ten auf immer weni­ger Men­schen umge­legt wer­den müs­sen? Nach­ti­gall, ick hör Dir trapsen.

  16. 16.10.20, "Anstieg der Selbst­mord­fäl­le in Mala­wi hängt mit COVID-19 zusammen
    BLANTYRE, MALAWI – Mala­wi hat seit dem Beginn der Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie einen Anstieg der Selbst­mor­de um 57 % ver­zeich­net. Psy­cho­lo­gen machen den Ver­lust der Hoff­nung im Umgang mit der sozia­len Distan­zie­rung und den wirt­schaft­li­chen Pro­ble­men durch COVID-19 verantwortlich.
    Emi­ly Luang­wa erin­nert sich, wie ihr Bru­der von sei­nen Gläu­bi­gern unter Druck gesetzt wur­de, einen Kre­dit zurück­zu­zah­len, bevor er sich im August das Leben nahm.
    Sie sagt, dass wegen COVID-19 sein Geschäft nicht nor­mal lief. Auf­grund des Drucks der Gläu­bi­ger, sagt sie, ver­such­te er, eini­ge land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­te zu ver­kau­fen, aber es war nicht genug, um den gelie­he­nen Betrag zu bezah­len. Sie sagt, das zwang ihn, sich an einem Baum neben sei­nem Gar­ten zu erhängen.
    Luang­wa sagt, der Ver­stor­be­ne habe eine Notiz hin­ter­las­sen, dass er sich das Leben neh­men woll­te, weil er dem Druck der Gläu­bi­ger nicht stand­hal­ten konn­te, die damit droh­ten, sei­nen Besitz inner­halb von sie­ben Tagen zu beschlagnahmen.
    Geschich­ten wie die­se sind ein Bei­spiel dafür, dass die Selbst­mord­ra­te in Mala­wi in die­sem Jahr stark ange­stie­gen ist.
    Peter Kala­ya ist stell­ver­tre­ten­der Lan­des­spre­cher des Mala­wi Poli­ce Service.
    "Auf­zeich­nun­gen, die wir von ver­schie­de­nen Poli­zei­sta­tio­nen haben, zei­gen, dass sich im Jahr 2019 in die­sem Zeit­raum 116 Men­schen selbst getö­tet haben, wäh­rend in die­sem Jahr, 2020, ins­ge­samt 182 Men­schen sich selbst getö­tet haben, was bedeu­tet, dass es einen Anstieg von 57% gibt", sag­te er.
    Laut Kala­ya füh­ren Män­ner die Lis­te an.
    "Ich soll­te hier auch erwäh­nen, dass vie­le Män­ner sich mehr umbrin­gen als Frau­en, denn aus die­sen Zah­len geht her­vor, dass 92% der Men­schen, die Selbst­mord bege­hen, Män­ner sind, wäh­rend die rest­li­chen 8% Frau­en sind. Das ist für uns als Poli­zei ein Grund zur Sor­ge", sag­te Kalaya.
    Bet­cha­ni Tche­re­ni, Dozent für Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten an der Uni­ver­si­tät von Mala­wi, sagt, dass Arbeits­lo­sig­keit ein gro­ßer Fak­tor ist.
    "Mit dem COVID-19-Pro­blem wer­den Sie fest­stel­len, dass eini­ge Men­schen ihre Arbeit ver­lo­ren haben. Den­ken Sie an die Zah­len: 270.000 Men­schen haben ihren Job ver­lo­ren. Das bedeu­tet, dass etwa 2,7 Mil­lio­nen Men­schen in Schwie­rig­kei­ten sind, weil ein Arbeits­platz in Mala­wi etwa 10 Per­so­nen pro Haus­halt ver­sorgt. Wenn sie also die Hoff­nung ver­lie­ren und in Depres­sio­nen ver­fal­len, führt dies im schlimms­ten Fall zu Selbst­mor­den", so Tchereni. …"
    Über­setzt mit http://​www​.DeepL​.com/​T​r​a​n​s​l​a​tor (kos­ten­lo­se Version)
    https://​www​.voan​ews​.com/​a​f​r​i​c​a​/​r​i​s​e​-​m​a​l​a​w​i​-​s​u​i​c​i​d​e​-​c​a​s​e​s​-​l​i​n​k​e​d​-​c​o​v​i​d​-19

  17. 10.11.20, "… Around half of Malawi’s 18.6 mil­li­on inha­bi­tants live below the pover­ty line, and an addi­tio­nal 1.1 mil­li­on fell into that cate­go­ry this year, accor­ding to the Inter­na­tio­nal Food Poli­cy Rese­arch Institute.
    Most peo­p­le in the land­lo­cked sou­thern Afri­can coun­try rely on day-to-day street trade and odd jobs stif­led by move­ment restrictions.
    Coro­na­vi­rus hin­de­red “the nor­mal ways of busi­ness” in Mala­wi, said eco­no­mist Bet­cha­ni Tche­re­ni, esti­mat­ing that around 2.7 mil­li­on peo­p­le lost inco­me this year.
    Poli­ce spo­kes­man Peter Kala­ya suspects sui­ci­des have increased as a result.
    Deaths by sui­ci­de recor­ded bet­ween Janu­ary and August 2020 were more than 50 per­cent hig­her than over the same peri­od last year, Kala­ya said.
    The most com­mon reasons were fami­ly dis­pu­tes, chro­nic ill­ness and ina­bi­li­ty to pay back debt. …
    To date the coun­try has recor­ded more than 5,950 coro­na­vi­rus cases, inclu­ding 185 deaths. …"
    https://​guar​di​an​.ng/​n​e​w​s​/​s​u​i​c​i​d​e​s​-​r​i​s​e​-​i​n​-​m​a​l​a​w​i​-​a​s​-​v​i​r​u​s​-​d​e​b​t​s​-​c​o​m​p​o​u​n​d​-​m​i​s​e​ry/

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