Harte Bandagen um Corona-Protest: „Es bleibt uns nur die Straße“

Unter die­sem Titel und die­ser Wer­bung ist am 17.12. auf ber​li​ner​-zei​tung​.de zu lesen:

»In Ber­lin woll­ten Tau­sen­de unter Beach­tung der Hygie­ne-Regeln demons­trie­ren. Behör­den unter­sag­ten die Demo – weil die Unter­wan­de­rung durch „Quer­den­ker“ drohe.«

Falsch ist hier die Vergangenheitsform.

»Am Sams­tag hät­te am Bran­den­bur­ger Tor eine Demons­tra­ti­on statt­fin­den sol­len, die sich aus­drück­lich an die Hygie­ne-Vor­schrif­ten hal­ten woll­te und sich im Vor­feld expli­zit gegen Rechts­extre­mis­mus und Ras­sis­mus posi­tio­niert hat­te. Die Ver­an­stal­ter erwar­te­ten meh­re­re Tau­send Teil­neh­mer und sie woll­ten sich von „Quer­den­kern“ abgren­zen. Dif­fa­mie­ren­de Pla­ka­te und AfD-Wer­bung waren ver­bo­ten, der Mund­schutz wäre Pflicht gewe­sen, eben­so die Abstän­de. Die Orga­ni­sa­to­ren woll­ten sogar Mas­ken an jene ver­tei­len, die ohne Mund­schutz gekom­men wären. Trotz inten­si­ver Ver­hand­lun­gen unter­sag­ten die Ber­li­ner Behör­den am Frei­tag­nach­mit­tag die Demo. Die Ber­li­ner Zei­tung sprach mit der Juris­tin Nico­le Ree­se und der Schau­spie­le­rin Miri­am Stein, die die Demo im Rah­men der Initia­ti­ve #fried­lich­zu­sam­men abhal­ten wollten.

Ber­li­ner Zei­tung: Was ist die offi­zi­el­le Begrün­dung der Absa­ge sei­tens der Behörden?

Nico­le Ree­se: Ich wur­de heu­te früh ange­ru­fen und mir wur­de mit­ge­teilt, dass die Ver­samm­lungs­be­hör­de eine Unter­sa­gung unse­rer Demo plant, da man Anhalts­punk­te habe, dass „Quer­den­ker“ pla­nen, auf die Demo zu kom­men. Die­se sei­en dafür bekannt, sich nicht an die Hygie­ne­auf­la­gen zu hal­ten… Kurz dar­auf kam die Untersagungsverfügung.

Was bedeu­tet die Absa­ge für Sie?

Nico­le Ree­se: Wir sind scho­ckiert über die Unter­sa­gung.. Die Begrün­dung, es wür­den „Quer­den­ker“ die Demo unter­wan­dern und des­halb sei eine Durch­füh­rung nicht mög­lich, und die Poli­zei sehe sich nicht in der Lage, unse­re Demo zu schüt­zen, lässt das Demons­tra­ti­ons­recht ins Lee­re lau­fen. Dem­nach könn­te kein fried­li­cher Pro­test mehr statt­fin­den, sobald ein Drit­ter behaup­tet, die­se Demo unter­wan­dern zu wol­len. Das wäre das Ende der Ver­samm­lungs­frei­heit. Vor allem fra­gen wir uns, wie es sein kann, dass ver­gan­ge­nen Sams­tag eine gro­ße AfD-Demo statt­fin­den konn­te, und man hier offen­bar weder Zwei­fel dar­an hat­te, dass die­se sich an die Auf­la­gen hält, und auch nicht von „Quer­den­kern“ Zuspruch erhält. Wir wer­den nun einen Eil­an­trag gegen die Ver­fü­gung beim Ver­wal­tungs­ge­richt ein­rei­chen, denn wir sind nicht bereit, die­ses Vor­ge­hen ein­fach so zu akzeptieren.

War­um woll­ten Sie demonstrieren?

Miri­am Stein: Als Nico­le die Idee hat­te, eine Demo auf die Bei­ne zu stel­len, war ich sofort begeis­tert. Ich habe das Gefühl, dass uns so eine Demo noch fehlt. Eine, wo alle mit­ge­hen kön­nen, die fin­den, dass gera­de etwas schief­läuft, aber sich klar von rechts abgren­zen wol­len. Es gibt so vie­le Lin­ke, die sich auch ein ande­res Pan­de­mie-Manage­ment wün­schen, die gegen Spal­tung, und gegen die Impf­pflicht sind, aber nie­mals auf eine soge­nann­te Quer­den­ken-Demo gehen wür­den. Wir wol­len zei­gen, dass es sehr wohl noch rote Lini­en gibt, dass wir eini­ge schon über­schrit­ten haben, und die Impf­pflicht nicht wollen…

Nico­le Ree­se: Wir wol­len Respekt für alle. Wir wol­len ein­an­der zuhö­ren, unse­ren Sor­gen und Nöten. Es geht um gegen­sei­ti­ge Akzep­tanz. Es ist unglaub­lich, wel­che Aggres­sio­nen es gibt, wie vie­le böse Wor­te. Wir brau­chen Soli­da­ri­tät. In mei­nem Freun­des- und Fami­li­en­kreis gibt es vie­le Men­schen, die sich indi­vi­du­ell für die Imp­fung ent­schie­den haben, die aber bei der Dis­kri­mi­nie­rung nicht mit­ma­chen wol­len. Teil­wei­se boy­kot­tie­ren sie 2G-Ver­an­stal­tun­gen. Die wol­len bei der Spal­tung nicht mit­ma­chen und unter­stüt­zen uns sehr.

Miri­am Stein: Es muss eine wirk­lich freie Ent­schei­dung geben. Aktu­ell wur­den schon so vie­le Men­schen durch sozia­len oder finan­zi­el­len Druck zu einer Imp­fung genö­tigt. Die indi­rek­te Impf­pflicht ist ja voll im Gan­ge. Ich wün­sche mir, dass an unse­rer Demo Geimpf­te und Unge­impf­te Sei­te an Sei­te auf die Stra­ße gehen, um zu sagen: „So kann es nicht wei­ter­ge­hen!“ Immer mehr Leu­te sehen, dass ein Gedan­ke nicht stimmt, den vie­le zu Beginn hat­ten: Ich habe mich imp­fen las­sen, wenn Du Dich jetzt auch imp­fen lässt, dann ist es vor­bei, dann haben wir es geschafft. Bei einer so kur­zen Wirk­sam­keit der Impf­stof­fe sind die Geimpf­ten von heu­te ja die Unge­impf­ten von morgen…

Miri­am Stein: Ich habe bei #alles­dicht­ma­chen und #alle­sauf­den­tisch mit­ge­macht. Ich habe dafür pri­vat und beruf­lich vie­le Nach­tei­le in Kauf neh­men müs­sen. Mei­ne Sor­gen wur­den jedoch nicht ernst­ge­nom­men. Mit der dro­hen­den Impf­pflicht ist für mich eine wei­te­re rote Linie erreicht, und ich muss auf die Straße…

Miri­am Stein: Was mich so ärgert ist, dass gesagt wird, alle, die gegen die Imp­fung sind, sind schlecht infor­miert oder zu unge­bil­det. Ich habe mit sehr vie­len Wis­sen­schaft­lern gespro­chen, mit Ärz­ten. Ich habe mich breit infor­miert. Und auf­grund der Infor­ma­ti­on kom­me ich, wie vie­le ande­re auch, zu dem Schluss, dass ich vor Coro­na kei­ne Angst habe, vor der Imp­fung aller­dings schon. Mich imp­fen zu las­sen, wür­de mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit auch kei­ne Inten­siv­sta­ti­on ent­las­ten, da müss­te ich eher auf­hö­ren zu rei­ten. Mein Leben wäre aktu­ell defi­ni­tiv ein­fa­cher, wenn ich zu einem ande­ren Schluss gekom­men wäre, aber ich will mich nicht erpres­sen las­sen und sehe die medi­zi­ni­sche Indi­ka­ti­on für eine Imp­fung nicht…

Wäre es für Sie eine Opti­on, die Demo ohne Geneh­mi­gung durchzuführen?

Miri­am Stein und Nico­le Ree­se: Nein.«

Ob das die Leu­te auch so sehen, die die­sen Auf­ruf gele­sen haben?

28 Antworten auf „Harte Bandagen um Corona-Protest: „Es bleibt uns nur die Straße““

  1. Quer­den­ker sind doch fried­lich. Das ist doch die Ball­weg-Heintz-Trup­pe und es gab sel­ten so fried­li­che Demons­tra­tio­nen. Man soll­te auf kei­nen Fall dem Nar­ra­tiv der Regie­rungs­treu­en ent­ge­gen­kom­men und sich vor­ab von Quer­den­ken distan­zie­ren. Damit tut man den Quer­den­kern enor­mes Unrecht und man zeigt Schwä­che gegen­über jenen, gegen die man demons­triert. Auch die Ein­hal­tung von Hygie­ne­auf­la­gen soll­te man nicht ver­spre­chen, denn das wäre das Ein­ver­ständ­nis dar­über, wir hät­ten hier eine schlim­me Pan­de­mie, die man mit Mas­ken und Abstän­den sogar unter frei­em Him­mel ein­schrän­ken müs­se. Hät­ten wir eine Pan­de­mie, wür­den die­se Maß­nah­men auch nichts helfen.

    Das ist doch genau das, woge­gen man sich wen­den muss. Die Impf­pflicht, gegen die man auch ist, ist ja nur der letz­te Dominostein.

    1. Heu­te Bie­le­feld, mor­gen Wolfsburg.

      Da ich in Bre­men woh­ne, habe ich ein wenig Angst, weil Links­extre­me sehr aktiv sind und ich habe da schon 'ne Geschich­te gehört, wo die gezielt Stunk such­ten. Inter­es­san­ter­wei­se war die Demo der Maß­nah­men­kri­ti­ker am letz­ten Sams­tag ver­bo­ten, aber die Gegen­de­mo mit den Gewalt­tä­ti­gen erlaubt.

      1. In Bre­men haben uns die selbst­er­nann­ten Anti­fa­schis­ten (das Label "links" ist hier bloß noch eine Wort­hül­se, es sind Sys­tem­an­hän­ger) tat­säch­lich das Leben ganz schön schwer gemacht. Habe ich selbst mehr­fach erlebt. In Kom­bi­na­ti­on mit einer offen­bar sehr trä­gen Gesamt­be­völ­ke­rung hat das die Pro­tes­te hier für eine gan­ze Wei­le still­ge­legt. Es geht jetzt erst lang­sam wie­der los.

        1. Wir soll­ten uns echt von "links" und "rechts" verabschieden.
          Es gibt das Regime und sei­ne Schlä­ger- und Pro­pa­gan­da­trup­pen einer­seits und die Regime­geg­ner ande­rer­seits, alles ande­re ist nur Pro­dukt der Regime-Propaganda.

          1. @Klaudia: Für mich hört sich das genau so falsch an wie die Spal­tung, die "von oben" defi­niert wird. War­um soll­te das Virus oder die "Impf"-Pflicht sons­ti­ge Gegen­sät­ze auf­he­ben? Der Gegen­satz zwi­schen "Regime" und "Regime­geg­nern" kennt nichts dazwi­schen, kei­ne Grau­tö­ne, und er beschreibt genau das, was uns die Medi­en ein­re­den wol­len. Dazu kommt, daß selbst auf die­sem Blog es sicher ganz unter­schied­li­che Ein­schät­zun­gen des Begriffs "Regime" gibt. 

            Ich hal­te es für völ­lig rich­tig, daß sich die kri­ti­sche Bewe­gung immer mehr auf aktu­el­le Kern­for­de­run­gen wie "Kei­ne 'Impf'-pflicht!" und "Hän­de weg von unse­ren Kin­dern!" kon­zen­triert. Das ver­schafft ihr die Mög­lich­keit, auch Men­schen ein­zu­be­zie­hen, die zum "Regime" und ein­zel­nen Maß­nah­men durch­aus ver­schie­de­ne Ein­stel­lun­gen haben. Damit ist gar nicht aus­ge­schlos­sen, auch wei­ter gehen­de Fra­gen nach Über­wa­chung und wirt­schaft­li­cher und poli­ti­scher Macht zu stellen. 

            Auch die­se wer­den sehr unter­schied­li­che Ant­wor­ten fin­den, wes­halb "links" und "rechts" nicht ver­schwin­den. Man kann sich in der Ableh­nung der Grund­rechts­ver­let­zun­gen eini­gen, auch dann, wenn man sich links ver­or­tet und, pau­schal gesagt, für inter­na­tio­na­lis­ti­sche, eher kol­lek­ti­ve und soli­da­ri­sche Lösun­gen erwärmt, oder rechts, genau so pau­schal, natio­na­le, indi­vi­dua­lis­ti­sche Model­le bevor­zugt. Was für mei­ne Begrif­fe nicht geht, ist ein Zusam­men­ste­hen gegen Aus­gren­zung mit poli­ti­schen Kräf­ten, deren Pro­gramm Aus­gren­zung bedeutet.

          2. @aa: Woher wuss­te ich nur daß und was du mir ant­wor­ten würdest 😉 ?
            Ich weiss, ich haue schon mal ger­ne zuge­spitz­te Kom­men­ta­re raus, mei­ne Sicht­wei­se ist aber durch­aus differenzierter.
            Ich habe weder behaup­tet, daß es nur das Regime+Schergen und die Regime­geg­ner gibt und nix dazwi­schen, aber ich weiß, das man mei­nen Kom­men­tar so ver­ste­hen könnte.
            Ich mein­te auch nicht, daß ich alles gut fin­de, was von man­chen Regime­geg­ner kommt, was aber nichts dar­an ändert, daß auch ein rech­ter Regime­geg­ner ein Regime­geg­ner ist, ob ich des­sen Ansich­ten gut fin­de oder nicht.
            Wie man mit sol­chen und ande­ren pro­ble­ma­ti­schen Ansich­ten umge­hen soll ist dann wie­der eine ande­re Frage.
            Ich per­sön­lich rede ja mit allen, die bereit sind mit mir zu reden, weil ich den­ke mit Aus­gren­zung macht man es nur schlim­mer und man­chen kann man ja viel­leicht doch noch erreichen…
            OT: ich weiss nicht, wie es bei den ande­ren Kom­men­ta­to­ren ist, aber ich schei­ne nur dann eine e‑Mail zu bekom­men, wenn DU mir auf einen Kom­men­tar ant­wor­test, aber nicht, wenn jemand ande­res das tut, was sehr scha­de ist, weil ich dann nicht mit­be­kom­me, wenn mir jemand von den Ande­ren ant­wor­tet und falls das den Ande­ren umge­kehrt auch so geht, wäre das schlecht…

            1. @Klaudia: Das mit den Mail-Benach­rich­ti­gun­gen ist wohl so. Ich kann das lei­der nicht beein­flus­sen. Wenn jemand ein bes­se­res Plug­in für Word­Press kennt, nut­ze ich es gerne!

          3. P.S.:
            Was ich mit mei­nem ursprüng­li­chen Kom­men­tar sagen wollte:
            Es geht in die­sem Kon­flikt nicht um links gegen rechts, es geht um das was es schon immer ging:
            Es geht um "die da oben" gegen "uns hier unten", die Mäch­ti­gen gegen die klei­nen Leute.
            Und weil die Mäch­ti­gen das nur zu gut wis­sen, geht es ihnen dar­um uns zu spal­ten und Kon­flik­te zu schüren:
            links gegen rechts,
            alt gegen jung,
            hete­ros gegen homos,
            Deut­sche gegen Ausländer,
            und jetzt eben Geimpf­te gegen Ungeimpfte.
            Dabei wer­den die Regime­geg­ner, die fol­ge­rich­tig meiss­tens auch unge­impft sind dann von Anfang an als "rechts" gefr­amt um die Lin­ken gegen sie auf­zu­brin­gen, was ja lei­der ganz über­wie­gend auch gelun­gen ist!
            Und auf die­se Spal­tung der Mäch­ti­gen soll­ten wir uns nicht ein­las­sen, das nützt nur denen.

  2. Auf jeder "Quer­den­ker-Demo" wur­de zur Eun­hal­tung von Abstaen­den und dem tra­gen von Mas­ken (fuer die, bei denen kei­ne medi­zi­ni­sche Indi­ka­ti­on dage­gen besteht) auf­ge­ru­fen. Etli­che Vide­os von den Ver­an­stal­tun­gen bestae­ti­gen das.

    Inso­fern wae­re es sogar schon eine Frech­heit und eine inak­zep­ta­ble Argu­men­ta­ti­on, die letzt­lich in einem­Rechts­staat abso­lut inak­zep­ta­bel ist, und die staat­li­cher­seits nur dazu dient, die "Quer­den­ker" und ihre berech­tig­ten Anlie­gen zu dif­fa­mie­ren. Wie gut das funk­tio­niert, merkt man dar­an, wie vie­le sich von den Quer­den­kern distan­zie­ren (wie auch bei die­ser Demo), obwohl letzt­lich die sel­ben (oder sehr aehn­li­che) For­de­run­gen ver­tre­ten werden.

    Das ist kein Vor­wurf gegen die Distan­zie­rung von den Quer­den­kern schon im Vor­feld die­ser Demo, es ist ein Vor­wurf an unse­re "Staats­fueh­rer", dass sie die Spal­tung unse­rer Gesell­schaft schon so weit haben fort­schrei­ten las­sen, dass sol­che Distan­zie­run­gen fuer not­wen­dig gehal­ten wer­den, um die eige­ne Mei­nung oef­fent­lich ver­tre­ten zu duerfen …

  3. Genau: "Falsch ist hier die Vergangenheitsform."

    Denn wir haben aus der deut­schen Ver­gan­gen­heit gelernt! 

    Es freut sich auf euch alle nach­her in der Mit­te Ber­lins bei einem zivi­li­sa­to­ri­schen Spaziergang
    Corin­na Lau­de aus dem Witwesk
    (habe kur­ze Haa­re auf dem Kopf und oran­ge­far­be­ne Stie­fel an, bin frei, bin links – bin mit­hin ein den­ken­der und füh­len­der Mensch,
    und ertra­ge die­sen neu­er­li­chen faschis­to­iden Wahn­sinn der Eli­ten und der Mas­sen in die­sem deut­schen Staat nicht mehr
    und wer­de bis an mein Ende fried­lich dage­gen vor­ge­hen; und wenn mein Ende mich mor­gen durch die knüp­peln­de Ber­li­ner Poli­zei­sol­da­tes­ka erei­len soll­te, dann geht dem Blog­be­trei­ber ein köst­li­ches medi­te­ra­nes Gulasch-Gericht flö­ten, mich aber wird dann end­lich der Tod emp­fan­gen, ohne Flö­te, still und jen­sei­tig, und mich stimmt das froh.)

      1. @aa: Ja, das tun wir. 

        Aber am Diens­tag hat es zwei mei­ner com­pa­ne­ros in Ber­nau bös erwischt; das Pfef­fer­spray der im faschis­to­iden Regime-Auf­trag agie­ren­den Sicher­heits­büt­tel, ‑knüp­pel und ‑spray­er, die ehe­mals "Poli­zei" hie­ßen oder "Bür­ger in Uni­form" oder "dein Freund und Helfer".

        Jetzt grei­fen die­se pro­pa­gan­da-hoch­ge­tu­n­eden, verko®ksten Mitt­zwan­zi­ger da in ihren schwar­zen Sol­da­tes­ka­uni­for­men selbst in Land­au in der Pfalz Ren­ter ab und schmei­ßen die grund­los zu Boden, knie­en grund­los auf denen rum, tre­ten und boxen und fes­seln die, tra­gen sie dann weg (wohin?!).
        {Lie­ber Artur, hast Du nicht auch die­se Unmensch­lich­keit hier doku­men­tiert? Es tut mir leid, ich hab das Doku­ment jetzt nicht gefunden.}

        Ich bin nach­her auf der Stra­ße. (12 Uhr ums Bran­den­bur­ger Tor her­um, Spa­zier­gän­ge ums Über­le­ben der Gat­tung wil­len.)
        So see­lisch ent­schie­den wie nie. 

        Und ja: Wir geben auf uns acht.

        Doch wenn jetzt nicht end­lich die, die bis­lang alles mehr oder min­der zäh­ne­knir­schend (aber zäh­ne­knir­schend) mit­ge­macht haben, auf­hö­ren mit dem Mit­ma­chen – wenn die jetzt nicht end­lich mit dem Mit­ma­chen aufhören,
        dann kön­nen wir auf ein­an­der auf­pas­sen, so viel wir mögen – es wird dann sinn­los sein.

        Men­schen, geht auf die Straße!
        Es geht ums Mensch­sein. Es geht um Euch.

          1. Und kei­ner war da außer den übli­chen etwa 100 – 150 Per­so­nen, die sich nach etwa einer Drei­vier­tel­stun­de zer­streu­ten, weil klar war: Die Poli­zei­sol­da­tes­ka war wie­der mehr oder min­der in der Über­zahl und wür­de – wie mehr­fach von ihr ange­kün­digt – jede Form von "Demons­tra­ti­on" im Kei­me ersticken.

            Es war und ist ein­fach nur zum Heulen.
            (Sor­ry, heu­te ist nun auch noch mei­ne letz­te "alte" – nein: ältes­te – Freund­schaft kaputt gegan­gen, weil die­se Frau trotz all mei­ner Infor­ma­ti­ons- und Auf­klä­rungs­mails nach wie vor ernst­haft denkt, die "Imp­fung" wür­de sie vor einem schwe­ren Ver­lauf schüt­zen und ihre hoch­be­tag­ten, mul­ti­mo­ri­bun­den Eltern davor, dass sie sel­bi­ge anste­cken könne.
            Ich bin etwas ange­schla­gen ob die­ser Mit­tei­lung, denn für so der­art strunz­dumm hät­te ich mei­ne ehe­ma­li­ge bes­te Freun­din nicht gehal­ten, wenn auch immer klar war, dass sie kei­ne Intel­lek­tu­el­le ist. Wir kann­ten uns 42 Jahre.
            Auch, dass sie mir heu­te mit­teil­te – ich hat­te sie ange­schrie­ben, denn sie selbst war seit Mona­ten auf Tauch­sta­ti­on gegan­gen -, dass sie die 2G-Maß­nah­men "schwer nach­voll­zieh­bar" fän­de, hat mich abschlie­ßend an ihrem Ver­stand zwei­feln lassen.
            Weh tut das. Rich­tig weh.)

            Und dann das Desas­ter da heu­te am Bran­den­bur­ger Tor. – War­um lau­fen in Königs Wus­ter­hau­sen mon­tags 860 Men­schen, und in Ber­lin traut sich niemand?!

            Ich habe mich am Nach­mit­tag dann noch auf dem flit­zero­ten Fahr­rad am Auto­kor­so betei­ligt und bin mit denen den Ku'Damm hoch- und runtergefahren.
            Die Freie Lin­ke plant eine Dau­er­teil­nah­me (und Fahr­rad­fah­re­rIn­nen sind dort sehr will­kom­men). Denn das ist in Ber­lin offen­bar die ein­zi­ge Art von "Demo", für die noch nicht die "mino­ri­ty report"-Regel eines poten­ti­el­len zukünf­ti­gen Ver­bre­chens gilt, wel­ches es unter allen Umstän­den zu ver­hin­dern gilt.

            Gleich­wohl – es bleibt zum Heu­len, was heu­te in Ber­lin an NICHT-WIDERSTAND pas­siert ist!

            1. @Witwesk: Soo weni­ge kön­nen es auch wie­der nicht gewe­sen sein. Wir waren dort und haben Dich nicht gese­hen. Ver­mut­lich ist es auch so, daß sich Leu­te davon haben abhal­ten las­sen, an einer ver­bo­te­nen Demo teil­zu­neh­men. In einer so gro­ßen Stadt wie Ber­lin ist es viel­leicht klü­ger, auf dezen­tra­le Aktio­nen zu set­zen und Spa­zier­gän­ge in den Bezir­ken zu ver­stär­ken. Am Mon­tag geht es u.a. wei­ter an der Gethsemanekirche…

  4. Gegen Rech­te muss man sich abgren­zen. Gegen Coro­na-Leug­ner bestimmt auch. Gegen "Quer­den­ker" jetzt eben­falls – was immer das auch ist. Ver­mut­lich auch gegen Coro­na-Geg­ner. Und Mas­ken­geg­ner. Und Maß­nah­men­geg­ner. Über­haupt gegen Geg­ner. Also gegen alles, was nicht für die Regie­rung ist.
    Man darf also nur gegen die Regie­rung demonstie­ren, wenn man für die Regie­rung ist.
    Das sagen die Gerich­te bestimmt auch.

    1. @taspie: Mir ist das auch zu viel Abgren­ze­rei. Aber der Umkehr­schluß kann auch nicht rich­tig sein im Sin­ne von "§er gegen die Regie­rung ist, ist gut". Für mich gilt nicht das plat­te "Der Geg­ner mei­nes Geg­ners ist mein Freund". Ich war vor Coro­na gegen Nazis und ras­sis­ti­sche Aus­gren­zung und blei­be das wäh­rend und danach. Und zwar nicht, weil mir das irgend­wer vor­schreibt, um demons­trie­ren zu dürfen.

      Das Spie­gel­bild des "Vor dem Virus sind wir alle gleich", das "Gegen die Maß­nah­men sind wir alle gleich" ist für mich genau so falsch wie das Original.

  5. Über­schrift "Die Rhein­pfalz" vom 18.12.2021 (Druck­aus­ga­be, Lokal­teil Pfäl­zer Tageblatt):
    "Süd­pfalz ver­bie­tet Spaziergänge"

  6. Die poli­zei­staat­li­chen Metho­den wer­den lei­der selbst von außer­par­la­men­ta­ri­scher Oppo­si­ti­on akzep­tiert. Viel­leicht soll­te erwor­gen wer­den, das Grund­ge­setz um die Ver­pflich­tung zur nament­li­chen Auf­lis­tung mit allen Details, bis hin zur Schuh­grö­ße, von Demons­tra­ti­ons­teil­neh­mern etwa sechs bis acht Wochen im Vor­feld zur Geneh­mi­gung ein­rei­chen zu müs­sen. Eben­falls könn­te ein Gesin­nungs­test und des­sen erfol­gei­che Absol­vie­rung als Min­dest­vor­aus­set­zung grund­ge­setz­lich ver­an­kert werden. 

    Egal ob Quer­den­ker oder sonst ein Den­ker oder kein Den­ker. Solan­ge sich Per­so­nen an die Geset­ze hal­ten (und damit ist nicht gemeint, die wegen Coro­na gebo­ge­nen Geset­ze und deren noch abstru­se­re Intero­pre­ta­ti­on durch Behör­den und eher höri­ge Jus­tiz), solan­ge kann es kei­enr­lei Ein­schrän­kung geben.

    Es ist und bleibt eben ein Putsch auf dem Verwaltungsweg.

  7. "Die Ver­an­stal­ter erwar­te­ten meh­re­re Tau­send Teil­neh­mer und sie woll­ten sich von „Quer­den­kern“ abgrenzen."
    UND:
    "Wir sind scho­ckiert über die Untersagung".

    - na die Ver­an­stal­ter mer­ken wohl immer noch nicht, das man "Quer­den­ker" genannt wird, man sich das aber nicht sel­ber aussucht.
    Hal­lo Ver­an­stal­ter: IHR SEID QUERDENKER! WILLKOMMEN!
    Wer für Rechts­staat­lich­keit, Frei­heit und Demo­kra­tie steht, ist: Querdenker.
    Es gibt kei­nen Unter­schied zwi­schen soge­nann­ten "Quer­den­kern" und "ande­ren" Demos für wider­her­stel­lung der Demokratie.
    Quer­den­ken­de­mos wur­den nur als böse und schlecht dar­ge­stellt, das haben die Ver­an­stal­ter auch noch nicht verstanden.
    Und mal ehr­lich: wer will denn schon mit sinn­lo­sem Maul­korb rumlaufen?

  8. "Die Quer­den­ker" gibt es über­haupt nicht, das ist eine Namens­ge­bung der Medien.
    Es gab rie­si­ge Demos, die von Quer­den­ken Stutt­gart ini­zi­iert wur­den, gekom­men sind die glei­chen Men­schen, die auch jetzt an der ver­bo­te­nen Demo hät­ten teil­neh­men wollen.

    Ver­gleich, der natür­lich hinkt:
    Eine Flut deu­tet sich an, eine Grup­pe Men­schen ret­tet sich auf eine Berg­spit­ze. Weil die ande­ren die Flut nicht sehen, hal­ten sie die­se Men­schen für Spinner.
    Ande­re mer­ken, dass die Flut kommt. Sie gehen nun auch auf den Berg, aber nicht zu der Spit­ze, weil da ja die Spin­ner sind.
    Womög­lich ertrin­ken bei der Flut alle, aber die Spin­ner hat­ten früh die bes­ten Maß­nah­men getroffen.

    1. Wie bit­te ? Es gibt kei­ne Querdenker ?
      Nur der Begriff ist ver­hunzt, wie so vie­le andere.

      "Was ver­steht man unter einem Querdenker?
      Late­ra­les Den­ken (von latei­nisch latus „Sei­te“), auch Quer­den­ken genannt, ist eine Denk­me­tho­de, die im Rah­men der Anwen­dung von Krea­ti­vi­täts­tech­ni­ken zur Lösung von Pro­ble­men oder Ideen­fin­dung ein­ge­setzt wer­den kann."

  9. So sehr ich deren Enga­ge­ment schät­ze (gera­de auch von Frau Stein, die sich ja schon mehr­fach expo­niert hat), aber mir geht es
    wie vie­len Kom­men­ta­to­ren hier :
    eine Demons­tra­ti­on ist kei­ne wirk­li­che Demons­tra­ti­on, wenn man
    sich den Vor­ga­ben beugt, gegen die man eigent­lich demonstrieren
    will. Immer die­ses Gehor­chen. So ent­steht letz­ten Endes nur eine
    wei­te­re Ver­fes­ti­gung des Narrativs.
    Ich kann es nur wie­der­ho­len : wer bis jetzt noch nicht verstanden
    hat, daß die 'Poli­tik' (bzw. ihre Prot­ago­nis­ten) macht, was sie will
    und sich einen Dreck um irgend­wel­che Pro­tes­te schert, dem ist
    nicht mehr zu hel­fen. Wie oft war das jetzt schon zu beobachten ?
    Wenn man sich dann bei Pro­tes­ten brav an alle (völ­lig irren und
    rechts­wid­ri­gen) Vor­ga­ben hält, kann man sich einer Sache
    zumin­dest sicher sein : man wird noch viel weni­ger ernst genom­men, als es eh schon der Fall war.
    Und für mich noch ein emi­nent wich­ti­ger Aspekt :
    Wenn ich mich den schwach­sin­ni­gen 'Maß­nah­men' beu­ge, lasse
    ich mich nicht nur unter­drü­cken, son­dern auch demü­ti­gen, was
    ja letzt­lich auch einer der Grün­de für sel­bi­ge ist.
    Nicht miss­ver­ste­hen : ich habe trotz­dem gro­ßen Respekt vor den
    bei­den Damen.

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