Impfung: Patientenaufklärung "soweit möglich"

»Soweit mög­lich stel­len die Impf­zen­tren sicher, dass die Pati­en­ten­auf­klä­rung in Form von (mehr­spra­chi­gen) Auf­klä­rungs­bö­gen und die Aus­hän­di­gung der Ein­wil­li­gungs­er­klä­run­gen in aus­rei­chend zeit­li­chem Abstand vor der Ver­imp­fung erfolgt. Dies geschieht durch ent­spre­chen­de Bereit­stel­lung der Mate­ria­li­en für die Ein­rich­tun­gen des Gesund­heits­we­sens sowie durch die Aus­stat­tung der nie­der­ge­las­se­nen Ärzteschaft.«

Das ist zu lesen in der "Skiz­ze zur Impf­or­ga­ni­sa­ti­on in Nordrhein-Westfalen
(Stand 27.11.2020)" des NRW-Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums. Zu erfah­ren ist auch, daß der wich­tigs­te Impf­stoff zuvor in spe­zi­el­len Apo­the­ken "auf­be­rei­tet" wer­den muß.

»Die Auf­be­rei­tung des BioNTech-Impf­stoffs erfolgt in ste­ril her­stel­len­den Apo­the­ken. Nach bis­he­ri­gen Infor­ma­tio­nen wer­den an die Impf­stof­fe beson­de­re Anfor­de­run­gen gestellt, die über die Arz­nei­mit­tel­her­stel­lung in die­sen Apo­the­ken qua­li­täts­ge­si­chert gewähr­leis­tet wer­den können.«

Bundeswehr in Pflegeheimen

"Ins­be­son­de­re" soll die Bun­des­wehr in Rich­tung Pfle­ge­hei­me in Marsch gesetzt werden:

»Der Ein­satz der Bun­des­wehr kommt ins­be­son­de­re für die Regis­trie­rung der Impf­lin­ge sowie zur Unter­stüt­zung der mobil auf­su­chen­den Impf­teams in Betracht. Ihre Beauf­tra­gung erfolgt über Amts­hil­fe­er­su­chen der Kreise/kreisfreien Städ­te unter Ein­be­zie­hung der Bezirksregierungen… 

Nach der Natio­na­len Impf­stra­te­gie von BMG, RKI und PEI (Stand 6.11.2020) sol­len in der ers­ten Pha­se des Imp­fens auf­grund der gerin­gen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Men­ge an Impf­do­sen sehr enge Prio­ri­sie­run­gen rea­li­siert wer­den. Aus die­sem Grund sind hier Imp­fun­gen von vul­ner­ablen Per­so­nen sowie von Ange­hö­ri­gen des medi­zi­nisch-pfle­ge­ri­schen Bereichs vor­zu­se­hen. In die­ser Pha­se wird ein Schwer­punkt auf den auf­su­chen­den Imp­fun­gen in Ein­rich­tun­gen des Gesund­heits­we­sens lie­gen müs­sen (vor­dring­lich Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und Kran­ken­häu­ser) – bei par­al­le­len Imp­fun­gen in den Impfstellen.«

Massenimpfung ab Mitte 2021

»Mit wei­ter stei­gen­der Anzahl zur Ver­fü­gung ste­hen­der Impf­stof­fe und Impf­do­sen sowie der Wei­ter­ent­wick­lung der Impf­stof­fe (bspw. hin­sicht­lich Lager­bar­keit) ist das Impf­ge­sche­hen auf die Bevöl­ke­rung aus­zu­deh­nen. Der Schwer­punkt des Impf­ge­sche­hens wird in die­ser Pha­se in den Regel­ver­sor­gungs­struk­tu­ren erfol­gen (ins­be­son­de­re durch Haus­arzt­pra­xen und durch Betriebs­ärz­te). Inwie­fern in die­ser Pha­se ergän­zend der Fort­be­trieb von Impf­zen­tren erfor­der­lich ist, muss zu einem spä­te­ren Zeit­punkt erneut geprüft werden.«

Wie so oft: Vie­len Dank für den Hin­weis durch einen Leser!

9 Antworten auf „Impfung: Patientenaufklärung "soweit möglich"“

  1. Die Impf­zen­tren wer­den leer­ste­hen, genau­so wie vie­le Test­zen­tren. Die Men­schen sind nicht so dumm, wie die Poli­ti­ker glau­ben. Ich kann nur hof­fen, dass es dann kei­ne direk­te oder indi­rek­te Impf­pflicht gibt. Dann wer­den die Pro­tes­te eskalieren.

    1. Es wird eine indi­rek­te Impf­pflicht geben. Die Air­lines füh­ren sie mit dem Com­mon­sPass bereits ein. Event­ver­an­stal­ter wol­len nach­zie­hen. Arbeit­ge­ber dür­fen teil­wei­se Aus­kunft ver­lan­gen. Und durch das 'Bevöl­ke­rungs­schutz­ge­setz' wird das Nach­wei­sen von Imp­fung und Gesund­heits­zu­stand auch ver­pflich­tend, wenn man aus Risi­ko­ge­bie­ten einreist.

  2. "Bun­des­wehr in Pflegeheimen"
    Ganz toll, dann kann Opa, der den Krieg noch erlebt hat, gleich wie­der "Krieg" erle­ben. Ich dach­te, man will die Risi­ko­grup­pen schüt­zen und nicht noch­mal extra traumatisieren.

  3. Man kann nur hof­fen , das sie sich mit der Koh­le zufrie­den geben- wie bei der App- aber ich befürch­te Schlim­me­res. Das sind ein­fach Menschenversuche.

  4. .

    - Dia­ko­nie kri­ti­siert Behörden – 

    20.12.2020 21:03 Uhr 

    ZDF heu­te

    Impf-Ein­wil­li­gung vor­ab: Auf­klä­rung fehlt 

    Lukas Wil­helm mit Mate­ri­al von dpa 

    Seit rund zwei Wochen lie­gen in Pfle­ge­hei­men Impf-Ein­wil­li­gun­gen aus. Noch vor der euro­pa­wei­ten Zulas­sung des Coro­na-Impf­stoffs. Die Dia­ko­nie kri­ti­siert dies scharf. 

    (…) Hoch­be­tag­te über 80 und Pfle­ge­kräf­te sol­len ab dem 27. Dezem­ber zuerst gegen das Coro­na­vi­rus geimpft werden. 

    Damit hat Spahn den Start­schuss für die soge­nann­ten Impf-Teams gege­ben, die bun­des­weit die Bewoh­ner von Pfle­ge­hei­men durch­imp­fen sol­len. (…) Die Teams besu­chen die Bewoh­ner der Ein­rich­tun­gen und imp­fen alle, die sich damit ein­ver­stan­den erklä­ren und gesund genug sind. 

    Ein­wil­li­gungs-Bögen wur­den bereits ausgeteilt 

    Bei den Ein­ver­ständ­nis­er­klä­run­gen drückt das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um beson­ders aufs Tem­po. Bereits vor rund zwei Wochen gab ein Ver­tre­ter des Minis­te­ri­ums im Rah­men einer inter­nen Bera­tungs­run­de von Pfle­ge­ver­bän­den die Emp­feh­lung, Impf-Ein­wil­li­gun­gen zusam­men mit schrift­li­chen Infor­ma­tio­nen in den Hei­men zu verteilen. 

    Die­se For­mu­la­re lie­gen seit­dem in vie­len Pfle­ge­hei­men zur Unter­schrift aus. ZDFheu­te lie­gen sie im Ori­gi­nal vor. Bewoh­ner kön­nen dort bereits jetzt – vor der Zulas­sung des Impf­stoffs – ihre Ein­wil­li­gung ertei­len. "Hoch­pro­ble­ma­tisch" fin­det das die Refe­rats­lei­te­rin für Alten­hil­fe und Pfle­ge der Dia­ko­nie Deutsch­land, Hei­ke Prestin. 

    "Es wur­den Unter­schrif­ten ein­ge­sam­melt für einen Impf­stoff, der noch gar nicht zuge­las­sen ist." (Hei­ke Pres­tin, Dia­ko­nie Deutschland.) 

    Bevoll­mäch­tig­te spie­len ent­schei­den­de Rolle 

    "Die­se Vor­ab-Ein­wil­li­gun­gen rei­chen nicht aus. Es ist wich­tig, dass vor der Imp­fung ein Arzt über Risi­ken und Neben­wir­kun­gen des Impf­stoffs im per­sön­li­chen Gespräch auf­klärt, erst dann müs­sen sich die Bewoh­ner ent­schei­den", erklärt Alex­an­der Schraml, Vor­sit­zen­der des Bun­des­ver­bands der kom­mu­na­len Senio­ren- und Behinderteneinrichtungen. 

    Kom­pli­zier­ter wird es, wenn Pfle­ge­heim­be­woh­ner dement sind und einen Bevoll­mäch­tig­ten haben. Die­ser Bevoll­mäch­tig­te trifft dann die Ent­schei­dung, ob der Bewoh­ner geimpft wird. Die Auf­klä­rung durch einen Arzt muss dann aller­dings eben­falls im per­sön­li­chen Gespräch statt­fin­den, erklärt Schraml, der auch als Hoch­schul­leh­rer für Pfle­ge­recht tätig ist. 

    Die Impf-Ein­wil­li­gung hat eine ent­schei­den­de Klausel 

    In den Ein­wil­li­gungs-Bögen, die in den Pfle­ge­hei­men her­um­lie­gen, geben die Pati­en­ten oder die Bevoll­mäch­tig­ten aller­dings, wenn sie unter­schrei­ben, an, dass sie schon mit einem Arzt über Risi­ken und Neben­wir­kun­gen gespro­chen hät­ten. Dort heißt es: "Ich habe den Inhalt des Auf­klä­rungs­merk­blat­tes zur Kennt­nis genom­men und hat­te die Mög­lich­keit zu einem aus­führ­li­chen Gespräch mit mei­ner Impfärztin/meinem Impfarzt." 

    Fakt ist jedoch. In den ver­gan­ge­nen Wochen gab es weder eine Zulas­sung des Impf­stoffs, noch waren Impf-Teams in den Pfle­ge­hei­men vor Ort. Dem­nach kann bis­lang kei­ne Bera­tung statt­ge­fun­den haben. 

    Durch­füh­rung der Imp­fung ist Ländersache 

    Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um teil­te zu die­sen Fra­gen schrift­lich mit, dass dem Minis­te­ri­um bis­lang nicht bekannt sei, ob bereits Ein­wil­li­gungs-Bögen in Pfleg­ein­rich­tun­gen aus­lie­gen. Die kon­kre­te Durch­füh­rung der Imp­fung sei Sache der Gesund­heits­be­hör­den der jewei­li­gen Bun­des­län­der. Eine ärzt­li­che Auf­klä­rung müs­se vor der Imp­fung jedoch unbe­dingt vor Ort und münd­lich erfolgen. 

    https://​www​.zdf​.de/​n​a​c​h​r​i​c​h​t​e​n​/​p​o​l​i​t​i​k​/​c​o​r​o​n​a​-​i​m​p​f​u​n​g​-​p​f​l​e​g​e​h​e​i​m​-​1​0​0​.​h​tml

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    Dia­ko­nie Deutschland 

    Hei­ke Pres­tin, Refe­rats­lei­tung Alten­hil­fe, Pfle­ge, Hospiz 

    dia​ko​nie​.de/​z​e​n​t​r​u​m​-​g​e​s​u​n​d​h​e​i​t​-​r​e​h​a​b​i​l​i​t​a​t​i​o​n​-​u​n​d​-​p​f​l​ege

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    KSB – Bun­des­ver­band der­kom­mu­na­len Senio­ren- und Behinderteneinrichtungen 

    Prof. Dr. jur. Alex­an­der Schraml wird neu­er BKSB-Vorsitzender 

    bksb​.de/​w​p​-​c​o​n​t​e​n​t​/​u​p​l​o​a​d​s​/​b​k​s​b​-​i​n​t​e​r​n​e​t​/​A​k​t​u​e​l​l​e​s​/​B​K​S​B​-​P​r​e​s​s​e​/​2​0​2​0​1​1​1​2​-​V​o​r​s​t​a​n​d​s​w​a​h​l​e​n​_​P​r​o​f​e​s​s​o​r​-​S​c​h​r​a​m​l​-​w​i​r​d​-​n​e​u​e​r​-​V​o​r​s​i​t​z​e​n​d​e​r​-​d​e​s​-​B​K​S​B​-​a​k​t​u​e​l​l​.​pdf

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