Leserbrief im Ärzteblatt: Positiver Test ist weder Infektion noch Erkrankung

»In Nach­rich­ten und Medi­en wird die Zahl posi­tiv PCR-Getes­te­ter als „neue Coro­na­fäl­le“ oder „Neu­in­fek­tio­nen“ bezeich­net. Bedeu­tet ihr Anstei­gen eine beson­de­re Gefahr? Nein! PCR-Tests sagen weder etwas dar­über aus, ob ein Mensch krank noch ob er infek­ti­ös ist, d. h. ande­re mit COVID-19 anste­cken kann. Sie stüt­zen allein die Dia­gnos­tik bei bereits bestehen­der Erkran­kung. Da ein posi­ti­ver Test weder gleich Infek­ti­on noch gleich Erkran­kung ist, müss­te es in den Medi­en „posi­tiv PCR-Getes­te­te“ hei­ßen. Anga­ben wie „20.000 neue Coro­na­fäl­le“ oder „Neu­in­fek­tio­nen“ sind falsch.

Lai­en­pres­se und Poli­ti­ker set­zen posi­ti­ve PCR-Tests mit Infek­ti­on oder Krank­heit gleich. Die drei Begrif­fe haben jedoch unter­schied­li­che medi­zi­ni­sche Bedeu­tung. Über 80 % der posi­tiv Getes­te­ten sind gesund und kön­nen ihrer Arbeit nach­ge­hen. Über 15 % haben mitt­le­re Grip­pe­sym­pto­me. 1–2 % sind schwe­rer krank oder inten­siv­pflich­tig, Todes­fäl­le bewe­gen sich je nach Quel­le um 0,2 %. Weil unklar ist, ob posi­tiv Getes­te­te anste­ckend sind, bringt auch die PCR-Nach­ver­fol­gung ihrer Kon­takt­per­so­nen kei­ne ech­te Klä­rung. Gegen­tei­li­ge Ansich­ten von Regie­rungs­ver­tre­tern sind irrig, dies­be­züg­li­che Maß­nah­men sinnwidrig.

In der Medi­zin wird tun­lichst ver­mie­den, bei Gesun­den nach Krank­hei­ten zu fahn­den, weil falsch posi­ti­ve Ergeb­nis­se oft zu gro­ßer Ver­un­si­che­rung mit unnö­tig belas­ten­den Fol­ge­maß­nah­men füh­ren (s. Früh­erken­nung von Pro­sta­ta-CA: „Über­dia­gnos­tik und Über­the­ra­pie“, DÄ 6.11.20, S. A2172). Ein posi­tiv getes­te­ter Gesun­der kann ergeb­nis­los durch­un­ter­sucht wer­den – wird aber behan­delt als ob er krank wäre. Posi­tiv Getes­te­te wer­den zu Kran­ken erklärt, obwohl sie es nicht sind.

Hier droht die gro­ße Gefahr: Die Coro­na­kri­se wäre nur der Anfang einer Dau­er­kri­se! Wür­de man z. B. alle Gesun­den auf Influ­en­za und ande­re Infek­tio­nen unter­su­chen, wären dabei etli­che (falsch) posi­tiv Getes­te­te zu fin­den: Men­schen, die weder wirk­lich krank noch anste­ckend sind, aber bis zum Beweis des Gegen­teils dazu erklärt wer­den. Es gäbe kei­ne Gesun­den mehr, son­dern nur noch Kranke.

Wir Ärz­te sind ver­pflich­tet, uns gegen unsin­ni­ge, schäd­li­che Regie­rungs­maß­nah­men zu wen­den und dem auf PCR-Tests gegrün­de­ten Shut­down, der kul­tu­rel­len Iso­la­ti­on und dem wirt­schaft­li­chen Nie­der­gang zu begeg­nen. Begeht die Poli­tik hier „zum Schutz der Men­schen“ sozia­len Selbst­mord – aus lau­ter Angst vor dem Tod? Frei­heit und sozia­le Gesund­heit ste­hen hier einer staat­li­chen Über­für­sor­ge ent­ge­gen, deren Fol­ge­schä­den kaum abseh­bar sind.

Dr. med. Hans Jür­gen Scheur­le, 79410 Baden­wei­ler«

Quel­le: https://​www​.aerz​te​blatt​.de/​a​r​c​h​i​v​/​2​1​6​9​0​5​/​C​o​r​o​n​a​p​a​n​d​e​m​i​e​-​P​C​R​-​T​e​s​t​-​I​n​f​e​k​t​i​o​n​-​E​r​k​r​a​n​k​ung

10 Antworten auf „Leserbrief im Ärzteblatt: Positiver Test ist weder Infektion noch Erkrankung“

  1. Lei­der lesen das 98% der Hyp­no­ti­sier­ten nicht, oder stem­peln es als „Ver­schwö­rung“ ab. Nach neun Mona­ten Pro­pa­gan­da haben vie­le die neue Rea­li­tät ange­nom­men und schwim­men halt mit. Ist ja auch bequem.

  2. EIN Leser­brief von EINEM Kollegen.
    Geht in den alter­na­ti­ven Medi­en rum, teil­wei­se sogar fälsch­lich als
    "Bei­trag" im Ärzteblatt.
    Dabei ist es ledig­lich EIN Leserbrief.

  3. Lei­der kann ich sol­che wun­der­ba­ren Arti­kel nur mit Men­schen tei­len, die wie ich eh schon kri­tisch den­ken. Der Rest reagiert mitt­ler­wei­le gera­de­zu gekränkt!
    Zu tief im Glau­ben, der nicht erschüt­tert wer­den darf. Das wür­de sich genau­so nackt und ver­letz­lich anfüh­len, wie das Able­gen der Maske(n)

  4. @ Tom­my: Das Deut­sche Netz­werk Evi­denz­ba­sier­te Medi­zin e.V. https://​www​.ebm​-netz​werk​.de/​d​e​/​v​e​r​o​e​f​f​e​n​t​l​i​c​h​u​n​g​e​n​/​c​o​v​i​d​-19 hat eine ent­spre­chen­de Stel­lung­nah­me ver­fasst, ein bel­gi­scher Ärz­te­ver­band einen offe­nen Brief, der von ca. 700 Ärz­ten unter­zeich­net wur­de https://​docs4o​pen​de​ba​te​.be/​d​e​/​o​f​f​e​n​e​r​-​b​r​i​ef/ oder die Gre­at Bar­ring­ton Erklä­rung: https://​gbde​cla​ra​ti​on​.org/​d​i​e​-​g​r​e​a​t​-​b​a​r​r​i​n​g​t​o​n​-​d​e​c​l​a​r​a​t​i​on/, oder ein por­tu­gie­si­sches Gerichts­ur­teil, das den Dros­ten-PCR-Test für nicht zuver­läs­sig genug hält, um ver­ord­ne­te Maß­nah­men zu begrün­den: https://​www​.coro​dok​.de/​p​o​r​t​u​g​i​e​s​i​s​c​h​e​s​-​b​e​r​u​f​u​n​g​s​g​e​r​i​c​h​t​-​p​cr/ . Also das ist nicht ein ein­zel­ner Arzt, der einen ein­zi­gen Leser­brief im Ärz­te­blatt ver­fasst hat; aber jeder Ein­zel­ne, der sei­ne Kri­tik aus­drückt, trägt zur Min­de­rung des kol­lek­ti­ven Panikt­rau­mas der Gesell­schaft bei!

    1. @D.D. alle Quel­len sind mir bekannt. Mir ging es nur darum,
      eine Ein­zel­mei­nung auch als sol­che zu kennzeichnen.
      "DAS ÄRZTEBLATT" ist weit weg von der Sicht­wei­se des Leserbriefschreibers.
      Leider.

      1. Was erwar­tet man, nach­dem auch schon Haus­durch­su­chun­gen bei Betrof­fe­nen mit attest und Pra­xis­durch­su­chun­gen bei Ärz­ten incl. Beschlag­nah­me aller PC's mit­samt Pati­en­ten­da­ten statt­ge­fun­den haben. Wegen der Attes­te gegen das Mas­ken­tra­gen. Da haben wir nun die Gleich­set­zung mit schwers­ter Kri­mi­na­li­tät, der kon­kre­te Schritt zur Behaup­tung als ter­ro­ris­ti­scher Hand­lung, wie schon andeu­tungs­wei­se gefor­dert hier und da, ist nicht mehr weit.
        https://​www​.infran​ken​.de/​l​k​/​b​a​m​b​e​r​g​/​d​u​r​c​h​s​u​c​h​u​n​g​e​n​-​w​e​g​e​n​-​m​a​s​k​e​n​a​t​t​e​s​t​e​n​-​a​n​w​a​l​t​-​v​e​r​m​u​t​e​t​-​v​o​n​-​l​a​n​g​e​r​-​h​a​n​d​-​g​e​p​l​a​n​t​e​-​a​k​t​i​o​n​-​a​r​t​-​5​1​1​9​384
        https://​www​.reit​schus​ter​.de/​p​o​s​t​/​w​e​g​e​n​-​m​a​s​k​e​n​-​a​t​t​e​s​t​e​n​-​r​a​z​z​i​e​n​-​i​n​-​a​r​z​t​p​r​a​x​en/

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