Nach der Lobotomie

»Halbwissen und Kommunikationsprobleme
Warum wer­den Menschen mit­ten in einer Pandemie zu Impfgegnern?«

So ist die Kolumne von Sascha Lobo am 19.5. auf spiegel.de über­schrie­ben. Sie beginnt mit einer erstaun­li­chen Weitsichtigkeit, die der Ex-Punker dem Philosophen Adorno in die Schuhe schiebt:

»Theodor Wiesengrund Adorno sah sich 1959 gezwun­gen, ein gan­zes Buch über die Kehrseite sozia­ler Medien zu schrei­ben, des­sen Essenz die­ses Zitat ist: »Das Halbverstandene und Halberfahrene ist nicht die Vorstufe der Bildung, son­dern ihr Todfeind«. Es taugt heu­te als unfrei­wil­li­ges Motto der Impfgegnerschaft, die ihre halb­ver­stan­de­nen Behauptungen laut­stark im Netz verbreitet…«

»Zum Problem wer­den auch hier­zu­lan­de Leute, die sich nicht oder nicht voll­stän­dig imp­fen las­sen wol­len

Was ihm "hier­zu­lan­de" ein Problem zu sein scheint, wird in dem Link aller­dings als ein Problem für US-Präsidenten dar­ge­stellt. Danach bekom­men vor dem zwei­ten "klei­nen Piks" immer mehr Menschen in den USA ("stör­ri­sche Trump-Fans") kal­te Füße. Bevor der Sascha rich­tig zuschlägt, trägt er vor:

»Nicht jeder Vorsichtige ist ein Impfgegner

In den ver­gan­ge­nen Jahren hat sich eine über­ra­schend brei­te Impfgegnerschaft her­aus­ge­bil­det, die mit der Coronapandemie enorm an Zulauf gewon­nen hat und noch gewinnt. Wichtig ist hier­bei die Definition, denn Kritik – natür­lich auch har­sche und emo­tio­na­le – an Impfungen, an Pharmaunternehmen, an Impfpolitik, an der Berichterstattung zum Impfkomplex oder auch der Wissenschaft sind legi­tim und sinn­voll. Auch die Coronamaßnahmen kann man hef­tig ableh­nen, ohne gleich in die­se Kategorie zu fallen.

Denn unter »Impfgegnern« ver­ste­he ich hier aus­schließ­lich Leute, die nicht Kritik üben, son­dern Impfungen auf Basis von Halbwissen ableh­nen. Menschen, die ein­fach auf­grund etwa der Neuheit der Impfungen vor­sich­tig sein möch­ten, zäh­le ich in die­ser Analyse aus­drück­lich nicht zu den Impfgegnern.

Allerdings gibt es eine Reihe von Impfgegnern, die sich selbst als Kritiker, Skeptiker oder mit ähn­li­chen Beschönigungsbegriffen bezeich­nen. Diese Form von Verschleierung ist typisch: Ein in der Szene pro­mi­nen­ter Impfgegner behaup­tet gar, er sei für Impfungen – es gäbe bloß lei­der, lei­der der­zeit kei­ne ein­zi­ge Impfung, die die von ihm akzep­tier­ten medi­zi­ni­schen Standards erfül­len würde.«

Und das geht gar nicht. Ist näm­lich pseu­do. Warum? Wissen doch alle, denkt sich der Lobo.

»Das spe­zi­fi­sche Impfhalbwissen wird erzeugt durch pseu­do­wis­sen­schaft­li­che und halb­ver­stan­de­ne Studien, durch Rosinenpickerei und absicht­li­che Fehlinterpretationen, durch Verschwörungstheorien und Aufbauschen ernst­haf­ter Kritik. Einen Beitrag leis­ten aber auch eine teils man­gel­haf­te Kommunikation und ungüns­ti­ge Aktivitäten des gesam­ten Gesundheitssektors zwi­schen Politik, Verwaltung, Verbänden, Institutionen – sowie manch­mal auch das schwie­ri­ge Verhalten von Einzelpersonen aus dem Gesundheitssystem.«

Die Kommunikation ist schief gelau­fen. Hatten wir des­halb nicht auch den Krieg verloren?

Vieles scheint:

»Am anfäl­ligs­ten für eine Vorstufe der Impfgegnerschaft, die Impfskepsis, schei­nen eher libe­ral gesinn­te, gebil­de­te Personen zu sein. Auch eine Geschlechterdifferenz lässt sich beob­ach­ten, es scheint deut­lich mehr Impfgegnerinnen als Impfgegner zu geben.

Eine aggressive, oft menschenfeindliche Ideologie

Das wür­de auch mit diver­sen Studien zur Impfbereitschaft (wie etwa der des SPIEGEL von November 2020) kor­re­lie­ren. Etwas ver­ein­facht lässt sich sagen: Was Rechtspopulismus für Männer ist, ist Impfgegnerschaft für Frauen – eine aggres­si­ve, oft men­schen­feind­li­che Ideologie, die das eige­ne, bauch­ge­fühl­te Halbwissen über das Wohlergehen ande­rer Menschen stellt. Und die anknüp­fungs­fä­hig ist, sowohl für ande­re Menschenfeindlichkeiten wie Antisemitismus wie auch gene­rell für Verschwörungstheorien aller Art, und bevor­zugt mit der Opfererzählung arbei­tet: Wir machen das, weil wir und unse­re Kinder die Opfer sind.«

Vermutlich nur ein Kollateralschaden ist es, daß Lobo sich hier als Chauvi vor dem Herrn erweist. Männliche "Impfgegner" haben wenigs­tens hand­fes­te rechts­po­pu­lis­ti­sche Begründungen, wäh­rend die Weibchen ihr Halbwissen aus dem Bauch beziehen.

Warum nur, warum?

»Durch die Analyse des Austauschs in sozia­len Medien, in Gesprächen sowie bei der Auswertung ver­schie­de­ner Studien und fach­li­cher Einschätzungen habe ich Muster gefun­den, die Aufschluss über die Gründe für Impfgegnerschaft geben können.«

Als da sind:

      • "Covid-Verharmlosung und ‑Leugnung" (sehr originell),
      • "ein gene­rel­les, tief­sit­zen­des Misstrauen gegen­über 'den Mächtigen'" (was für Punker mal iden­ti­täts­stif­tend war, für zu "Spiegel"-Kolumnisten mutier­te aller­dings pfui ist)
      • ein "Vulgär-Antikapitalismus" ("zum Beispiel, wenn jede Form von Markt im Gesundheitswesen abge­lehnt wird"), wobei sich selbst­re­dend "ein mit­schwin­gen­der, sub­ti­ler Antisemitismus beob­ach­ten [läßt], etwa mit Begriffen wie »Elite« oder »Finanzelite«"

Doch auch die Mächtigen, nein, die Eliten, nein die "Öffentlichkeiten" haben besag­te Kommunikationsfehler began­gen und dadurch Trotz erzeugt und man­cher­lei ande­re schlech­te Stimmung. Zum Beispiel die:

Pandemische Radikalisierung

Ob er das ver­wech­selt mit die­ser Pandora?

»Das Ergebnis all die­ser Gründe und Hintergründe führt schon jetzt zu einer pan­de­mi­schen Radikalisierung der Impfgegnerschaft. Gerade wenn eine Hyperemotionalisierung bevor­steht – wie beim Thema Impfungen für Kinder –, droht die Radikalisierungsspirale sich immer schnel­ler zu dre­hen und sogar noch häu­fi­ger als bis­her in Gewalt umzuschlagen.«

Denn je pan­de­mi­scher der Querdenker wird, des­to eher schlägt er Kinder, die geimpft wer­den wol­len. Oder so. Ein Qualitätspunker hat da natür­lich einen Qualitätsjournalisten (bit­te mal auf die­sem Blog danach suchen!) zur Hand:

»Der Journalist Lars Wienand etwa hat in Diskussionen zu Impfungen in Schulen fol­gen­de Äußerungen beob­ach­tet, hier im Originalwortlaut: »alle erhän­gen und erschie­ßen, Man muss sol­che Ärzte boy­kot­tie­ren.« Oder: »Sollte eines mei­ner Kinder damit heim­kom­men… Rennt weg. Denn ich wer­de den Arzt mit samt der Familie fin­den und aus­lö­schen!!« Man muss sol­che Extremismen auch des­halb ernst neh­men, weil bereits eine Reihe von Übergriffen und Attentaten wie Sachbeschädigungen, Brandstiftungen und sogar Körperverletzungen von mut­maß­li­chen Impfgegnern ver­übt wor­den sind. Wir brau­chen umge­hend eine ziel­ge­rich­te­te Debatte, mit wel­chen Maßnahmen die­ses Land der Impfgegner-Radikalisierung begeg­nen kann. Und muss.«

Was er wirk­lich für nötig hält, traut sich Lobo nicht zu sagen. Noch.

33 Antworten auf „Nach der Lobotomie“

  1. Wir soll­ten die Erklärungen (u.a.) von Wolfgang Wodarg, wie die­se vom 21. Mai bei Radio München z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=PV8yJ8VVOZI wann immer es geht ver­brei­ten! Insbesondere wann immer die Möglichkeit besteht, die­se selbst­er­nann­ten "Checker" zu kom­men­tie­ren, sei es in der Kommentarspalte oder auf Twitter/Facebook was auch immer. Solange Menschen wie Wolfgang Wodarg nicht gleich umge­bracht wer­den, habe ich noch etwas Hoffnung…

  2. Was für ein spal­te­ri­sches, volks­ver­het­zen­des Geschwurbel vom "Qualitäts-Punker". Der gemei­ne Impfgegner als neu­er Taliban, geht's eigent­lich noch primitiver?

    1. @D.S. das muss ex Punker hei­ßen, denn das ist er ja schon ewig nicht mehr.
      Man hat sich ja schon lan­ge angepasst.
      Psychologisch gese­hen der Typ der nach sei­nem Punk-sein, die Schnauze voll hat vom "außer­halb der Gesellschaft ste­hen" und nun in der Gesellschaft inte­griert sein will: "Jaaa, jetzt hab ich es geschafft, nun noch schnell der einst gehass­ten Gesellschaft, anpas­sen! Ich habe nun mei­nen Platz gefunden!".
      Es gibt da noch mehr die­ser Spezies, in Richtung: "Ups, ich hat­te mal Glück und plötz­lich viel Geld und bin ein­fluss­reich, jetzt zeig ichs denen die mich immer drang­sa­liert haben, so richtig!"

  3. Gab es damals eigent­lich auch Pest-Leugner?, oder anders:

    Stellen sie sich eine glo­ba­le Pandemie vor, in der man Meschen durch Propaganda und dra­ko­ni­sche Repressalien zwin­gen muss einen "Impfstoff" dage­gen zu nehmen.

    Gegen eine "Krankheit" die so töd­lich ist, dass man mit unge­eig­ne­ten "Messmitteln" getes­tet wer­den muss, um zu wis­sen ob man sie hat.

  4. Nun, der anfäng­li­che Impuls zu einem eher iro­ni­schen Kommentar ging mir gegen Ende der Lobo-Ausführungen gänz­lich ver­lo­ren. Im Gegensatz zu mei­nem übli­chen Handeln wer­de ich mir den gan­zen Originalartikel auch nicht mehr rein­zie­hen, um das Ekelgefühl nicht wei­ter aus­ar­ten zu lassen.
    Allerdings wür­de ich die Diagnose anders als #aa stel­len, denn Ergebnis einer sol­chen Behandlung scheint mir das völ­li­ge Gegenteil von den hier zuta­ge tre­ten­den Symptomen zu sein: "Als Folge der Lobotomie tritt eine Persönlichkeitsänderung mit Störung des Antriebs und der Emotionalität auf." M.E. wäre wohl eher von einer Loborhoe zu spre­chen, somit einer spe­zi­fisch indi­vi­dua­li­sier­ten und the­men­zen­trier­ten Form der "krank­haf­ten Geschwätzigkeit", auch als Polyphrasie, umgangs­sprach­lich Sprechdurchfall bekannt. Sie soll auch ande­re als nur Spiegel-Lohnschreiber befallen.
    Die Erwähnung des Bauchgefühls im Zusammenhang mit weib­li­cher Entscheidungsfindung jedoch wür­de ich gar nicht so kri­tisch sehen. "Da ist mir auf­ge­fal­len: Das Gehirn und der Darm sehen ein­an­der unglaub­lich ähn­lich." schreibt Sarah Bosetti, eine mir unbe­kann­te Autorin in ihrem jüngs­ten Buch. Das ist auch schon der Wissenschaft auf­ge­fal­len, des­halb kann man bei ihr lesen: "Unser Verdauungstrakt ent­hält rund 500 Millionen Nervenzellen – so vie­le wie das Gehirn eines aus­ge­wach­se­nen Labradors! Tragen wir also eine Form von Intelligenz in unse­rem Unterleib? Die aktu­el­le Forschung zeigt, dass unser Darm in stän­di­ger Verbindung mit unse­rem Gehirn steht und sich die bei­den Organe gegen­sei­tig beein­flus­sen." https://www.simplyscience.ch/teens-liesnach-archiv/articles/die-beziehung-zwischen-darm-und-gehirn.html
    Labradore sol­len, wie die meis­ten Hunde (oder ihre Ahnen, die Wölfe(!), recht intel­li­gent sein. Sie haben eine per­fek­te Nase und gute Augen, was bei­des zu einer situa­ti­ons­ge­rech­ten Entscheidung einen wich­ti­gen Beitrag leis­ten kann. So kann es auch nicht immer falsch sein, wenn wir dem Labrador in uns durch­aus häu­fi­ger mal Gehör geben. Auch erwie­sen ist seit lan­gem schon, dass Frauen meist den enge­ren Bezug zu den biologisch/tierischen und damit auch medi­zi­ni­schen Ausprägungen ihres Körpers haben. Nicht zuletzt sind gera­de im Hinblick auf die ver­damm­ten "Nebenwirkungen" der sog. Impfung Frauen in einem unver­hält­nis­mä­ßig höhe­rem Maß betrof­fen als Männer. Und das ist nicht nur eine Frage sta­tis­ti­scher Fakten wie Alters- oder Berufsbezogenheit. Aber so tief mag wohl ein Lobo gar nicht erst in das Thema ein­ge­stie­gen sein. Was an sei­nem "spe­zi­fi­schen Impf-Gegner-halb­wis­sen" zu erken­nen ist, das sei­nen Artikel aus­zeich­net. Da hält er sei­ne Position, die ihm schon 2009 die Auszeichnung als "Blogwurst" ein­ge­bracht hat und damit einer von den 100 "pein­lichs­ten Berlinern" (neben Sarrazin oder Kai Diekmann) zu sein. Welcher Ausspruch u.a. dazu geführt hat kann man nachlesen:
    https://www.tip-berlin.de/kultur/die-100-peinlichsten-berliner‑2/

    Ach ja, Expunker? "Lobo trägt seit 2006 einen roten Irokesenschnitt zu Anzug und Hemd, laut Eigenaussage, um einen höhe­ren Wiedererkennungswert zu erzie­len." schreibt Wikipedia. Ich glau­be, der war soviel Punker wie Friedrich Merz einst als Rocker gegol­ten hat mit sei­nem Moped.

    1. @Bri
      Sehr schö­ner und tref­fen­der Kommentar.
      Und was das Halbwissen betrifft : da könn­te sich besag­ter Pseudo-
      Punk mal an die eige­ne Nase fassen…

  5. Bei Lobo fra­ge ich mich, wann sich sein gedank­li­cher Kompass in die Unterwerfungsrichtung gedreht hat oder ob er jemals wirk­lich Intelligentes abge­son­dert hat und ich dar­auf rein­ge­fal­len bin.

    Ein posi­ti­ver Aspekt die­ser Krise ist das ent­zau­bern so man­cher Geister. So erklärt sich auch die Gefolgschaft vie­ler Freischaffender unter den Nazis.

  6. Bei Herrn Lobo erweist sich wie­der ein­mal: Wem es die Grammatik ver­haut, dem ver­haut es auch das Denken. (Allerdings ist "Weitsichtigkeit" auch nicht ganz das­sel­be wie "Weitsicht".)

  7. Lobo ist Experte wofür – für nix und alles.
    Auf sei­ner Spiegelseite der gesam­mel­ten Werke steht:
    Autor und Strategieberater, Schwerpunkte Internet und Markenkommunikation.

    Auf deutsch heißt das: Für Geld ver­kau­fe ich euch auch den größ­ten Scheiß. Er schwur­belt ohne Halbwissen aus Marketingsicht rum, setzt sich inhalt­lich über­haupt nicht mit pro und con­tra aus­ein­an­der und faselt von einer pan­de­mi­schen Radikalisierung der Impfgegnerschaft.
    Solche Menschen spal­ten das Land immer schnel­ler und sind so ideo­lo­gi­siert, dass sie es nicht mer­ken. Für mich ist der Typ nur ver­faul­tes Fallobst unterm Baum – ungenießbar.

  8. Wenn Menschen es schaf­fen, über die Grenzen ihrer Intelligenz hin­aus zu den­ken, dann kön­nen sie nicht mehr zwi­schen Kompetenz und Behauptung unterscheiden.

  9. "Eine aggres­si­ve, oft men­schen­feind­li­che Ideologie" u.s.w. Da dach­te ich erst, es geht um die Täter.
    Wie nennt man denn die, die wider bes­se­ren Wissens men­schen­ver­ach­ten­de Versuche unter­stüt­zen., Terroristen? Wobei "Lobo" sicher nicht zu denen gehört. Der plap­pert alles nach, was sei­ne Auftraggeber hören wollen

  10. Mann, die schwur­beln sich inzwi­schen einen Mist zusam­men, der nicht mehr von die­ser Welt ist. Bislang konn­te aber kei­ner von den ach so ratio­na­len Meinungsmachern wirk­lich ratio­nal erklä­ren wes­halb Menschen, an denen die Genthetapie noch gar nich­tig erprobt wur­de, sich einem für sie unbe­re­chen­ba­ren Risiko aus­set­zen sollen.
    Wofür hal­ten sich die­se Leute eigent­lich? Wie kpmmen die denn über­haupt auf die Idee, dass sie Leute in per­sön­li­chen Entscheidungen beleh­ren kön­nen, die sie gar nicht ken­nen und auch nichts über sie wissen?

    Vielleicht ist es aber ein­fach nur Angst vor der Erkenntnis, dass Menschen auch Gefühle und eine Intuition haben, die gera­de dann beson­ders gut funk­tio­niert, wenn man die Situation in ihrer Gesamtheit ratio­nal gar nicht erfas­sen kann.

  11. Wieder so ein „Intellektueller“ Schwurbler ohne Hirn. Soll er doch mit Precht, KL und Co. sich an der Spritze erfreu­en, sei­ne däm­li­che Klappe hal­ten und uns unse­ren Frieden!

  12. Ich glau­be, an Adorno hat er sich ver­ho­ben. Der spricht von der Subjektwerdung des Menschen, da in sei­ner Sicht die "amor­phe Masse" der "Subjektlosen" den Zivilisationsbruch und damit Barbarei erst mög­lich macht.
    Es ist ein altes Mittel, seit Aristoteles schon, tyran­ni­sche Herrschaft damit zu betrei­ben, Menschen zu ent­frem­den von sich und ande­ren. Zur Subjektwerdung gehört die Kommunikation, die Achtsamkeit und das Interesse am Menschsein. Eine in die­sem Geist geführ­te Auseinandersetzung ergibt ernst­haf­te Unterhaltungen. Polemik, Diffamierungen und Stigmata spre­chen vom Gegenteil. Sich durch die Massenzugehörigkeit mäch­tig zu füh­len und drauf­zu­hau­en, ist viel leich­ter als zuzu­hö­ren, sich aus­ein­an­der zu set­zen und zu reflek­tie­ren. Beiträge wie der von Lobo die­nen nicht der Streitkultur, die dem Menschen ermög­licht, sich zu fin­den, sie die­nen der Einschüchterung, der Ausgrenzung, der Selbstbestätigung des Massenhaften.

  13. Ja, war­um soll­te man denn gegen Impfungen sein?
    https://en.wikipedia.org/wiki/Baxter_International#2009_Avian_flu_contamination

    Off-topic aber wit­zig – Drosten auf die Frage, ob gefähr­li­che Mutationen zu erwar­ten sind:
    – 2009: "Man fragt sich, was denn so ein Virus davon hät­te […] denn das Virus will ja nicht Menschen töten, das Virus will ein­fach exis­tie­ren. Das kann es beson­ders gut, wenn sei­ne Wirte sich unauf­fäl­lig wei­ter­hin in ihrer sozia­len Umgebung bewegen."
    https://www.youtube.com/watch?v=B0uLDt0NHA0 (00:27:18)
    – 2021: "Nein, [dass Viren durch Mutationen idr. nicht töd­li­cher wer­den,] das ist Unsinn, das kann man nicht sagen."
    https://www.youtube.com/watch?v=iOIngrbCx58 (01:06:40)

    Und dann faselt er was von Virenübertragenden Moskitos, die vom tod­kran­ken Patienten nicht­mehr erschla­gen wer­den kön­nen, und dass sich die bri­ti­sche Mutante angeb­lich 10x schnel­ler im Körper ver­mehrt, wodurch der Infizierte dann wohl vom Sterbebett aus die hal­be Nachbarschaft infi­ziert, oder so ähnlich.

  14. Na ja, Sasha scheint dann ja dann über Impfvollwissen zu ver­fü­gen. Woher er die­ses bezo­gen hat, bleibt unklar. ( Heimliches Medizinstudium? ) Allerdings beweist Sasha gefähr­li­ches Halbwissen in Sachen Philosophie und Politische Ökonomie. In sei­ner Argumentation bedient er sich ja Antideutscher Argumentationsmuster mit den bekann­ten fal­schen Schlussfolgerungen ( Antikapitalismus = Antisemitismus. d.h. wer z.b. die kapi­ta­lis­ti­sche Elite angreift, greift in Wahrheit die Juden an usw) Dieser Unsinn geht auf M. Postone zurück, der vom mar­xi­schen Kapital lei­der auch nur gefähr­li­ches Halbwissen auf­wies, dass Abstrakte mit Geld aka Juden gleich­setz­te, wel­ches die Nazis angeb­lich aus­lö­schen woll­ten. All dies ist gröbs­ter Unfug und Sasha soll­te mal dar­über nach­den­ken und sich kun­dig machen und zwar bevor er ande­re als Halbwissende tituliert.

  15. "Denn unter »Impfgegnern« ver­ste­he ich hier aus­schließ­lich Leute, die nicht Kritik üben, son­dern Impfungen auf Basis von Halbwissen ablehnen."

    Man muss wohl anneh­men, dass S. Lobo die Impfungen auf­grund sei­nes mit an Sicherheit gren­zen­der Wahrscheinlichkeit bestehen­den Halbwissens befürwortet.

    "Was Rechtspopulismus für Männer ist, ist Impfgegnerschaft für Frauen – eine aggres­si­ve, oft men­schen­feind­li­che Ideologie, die das eige­ne, bauch­ge­fühl­te Halbwissen über das Wohlergehen ande­rer Menschen stellt. Und die anknüp­fungs­fä­hig ist, sowohl für ande­re Menschenfeindlichkeiten wie Antisemitismus wie auch gene­rell für Verschwörungstheorien aller Art, und bevor­zugt mit der Opfererzählung arbei­tet: Wir machen das, weil wir und unse­re Kinder die Opfer sind."

    Was für ein bil­li­ges und dümm­li­ches Framing! Ob der Ex-Punker in frü­he­ren Zeiten "zuvie­le Spiritituosen auf ex genos­sen" hat?
    Der herr­schen­den Agenda redet er brav nach dem Munde, dass sichert ihm auch zukünf­tig sei­ne hohen Einnahmen. MMn. in der Manier eines typi­schen Mietmauls.
    Rede könn­te auf jedem CDU-Parteitag genau­so gehal­ten werden.
    Don`t feed the troll…

  16. … ist vor der Zustimmung von Kindern ab 10 Jahren zur Impfung auch gegen den Willen der Eltern:
    "Auch das Bundesamt für Gesundheit BAG befasst sich mit der Frage, wie das Impfen der Jüngsten von­stat­ten­ge­hen soll. So kur­siert der­zeit ein BAG-Brief in den sozia­len Medien, der heik­le Fragen auf­wirft. Dürfen sich 10-Jährige ohne Ja der Eltern gegen Coronavirus imp­fen lassen?
    Adressaten: Die Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), die Ärztegesellschaften, medi­zi­ni­sche Fachgesellschaften und vie­le wei­te­re. Inhalt: Die Impfeinwilligung bei unter 18-Jährigen.
    Bei einer erwei­ter­ten Alterszulassung stel­le sich die Frage, ob die Einwilligung durch Eltern oder Erziehungsberechtigte not­wen­dig sei, schreibt das BAG. Entscheidend ist die Urteilsfähigkeit einer Person, ob sie sich gegen das Coronavirus imp­fen las­sen kann.
    Brisant ist dabei die Altersgrenze, die das BAG im Brief for­mu­liert. «Als Regel wird davon aus­ge­gan­gen, dass eine ech­te Zustimmung bis 10 Jahre unmög­lich erscheint.» 10- bis 15-Jährigen kön­ne die Fähigkeit «nach und nach zuge­stan­den wer­den». Ab 15 Jahren kön­ne die Urteilsfähigkeit ver­mu­tet werden."
    https://www.nau.ch/politik/bundeshaus/coronavirus-bag-lasst-kinder-ab-10-uber-impfung-entscheiden-65925006?mc_cid=f71f32add4&mc_eid=72483cb381

  17. »Das Halbverstandene und Halberfahrene …
    (eine Beschreibung des­sen, was als "Qualitätsjournalismus" ange­bo­ten wird)
    … ist nicht die Vorstufe der Bildung, son­dern ihr Todfeind«

    Spieglein, Spieglein an der Wand

  18. "Verschwörungsideologien haben immer – immer – ein
    anti­se­mi­ti­sches Betriebssystem.Weil der Antisemitismus selbst die ältes­te Verschwörungstheorie über­haupt ist. (…) Das heißt, der Antisemitismus selbst ist die Idee vom bösen Juden, den man beschul­di­gen kann für alles, was schief läuft. Und des­we­gen sind Verschwörungs ideo­lo­gien immer auch anti­se­mi­tisch. Selbst, wenn sie sich mit Leuten wie Bill Gates beschäf­ti­gen, sind sie in
    ihrer Form und ihrer Struktur genu­in anti­se­mi­tisch. Und das muss man wis­sen, wenn man sich mit den Corona-Protesten beschäf­tigt." Anetta Kahane, Vorsitzende
    der Amadeu Antonio Stiftung
    Resolution der UN-Vollversammlung vom 16.12.2020
    „Zur Bekämpfung der Verherrlichung des Nationalsozialismus, des Neonazismus und ande­rer Praktiken, die zur Eskalation gegen­wär­ti­ger Formen
    des Rassismus, der Rassendiskriminierung, der
    Fremdenfeindlichkeit und der damit ver­bun­de­nen Intoleranz beitragen.“
    dafür: 130 Staaten, u.a. Israel, dage­gen: 2, USA, Ukraine, ent­hal­ten: 51, u.a. BRD, NATO Staaten + Vasallen

  19. Er hat teil­wei­se recht, aber anders als er denkt. Ja, es gibt Halbwissen. Wir haben nur Halbwissen über den neu­en Impfstoff. Aufgrund die­ses Halbwissens ist es gebo­ten, die Impfung abzulehnen.

    Ich weiß nicht, wel­che Studien er meint. Der Großversuch läuft ja noch und die über­wie­gen­de Mehrzahl der Probanden hat schwe­re Nebenwirkungen. 

    Das Ignorieren von Studien betrei­ben ja auch die MSM und die Regierung. Oder wird auf Ioannidis ver­wie­sen? Aus Sicht der Machthaber: Welches sind gute Wissenschaftler? Welches sind gute Studien? Jene, die das Narrativ stüt­zen. Das Narrativ ist, Corona ist ein sehr töd­li­ches Virus und nur staat­li­ches Eingreifen in Form von Masken, Lockdowns und Impfprogramm kann uns retten.

  20. In den 80er Jahren wur­den amt­lich ange­ord­ne­te Menschenversuche in den USA noch gestoppt wegen ein paar Toten: "Die drit­te Prophezeiung erging 1976. Ende Januar fand das CDC in Proben erkäl­te­ter Soldaten einen schwei­ne­grip­pe-ähn­li­chen Erreger und ging von einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung aus. Dieser Antigen-Shift, so das CDC, las­se eine welt­wei­te Pandemie befürch­ten, denn die­ser Schweinegrippe-Virus sei eng ver­wandt mit jenem, das die Spanische Grippe ver­ur­sacht habe. Mitte Februar starb einer der Soldaten, nach­dem er gegen ärzt­li­chen Rat an einem Nachtmarsch teil­ge­nom­men hat­te. Nachdem wei­te­re Rachentupfer-Proben erkrank­ter Soldaten posi­tiv waren, beschloss Präsident Ford Ende März eine natio­na­le Impfkampagne durch­zu­füh­ren, die nach Ansicht von CDC und zwei­er ange­se­he­ner Impfstoffentwickler die ein­zi­ge Chance dar­stell­te, eine Pandemie zu ver­hin­dern. Die Impfstoffhersteller wur­den von Schadenersatzansprüchen frei­ge­stellt. Zwischen Oktober und Mitte Dezember wur­den 40 Millionen US-Amerikaner geimpft. Als immer mehr Todesfälle bekannt wur­den, stopp­te Ford die Impfkampagne. Ein Untersuchungsausschuss wur­de ein­ge­rich­tet. Das CDC teil­te mit, es habe die Gefahr von Nebenwirkungen auf das zen­tra­le Nervensystem gekannt, aber mit die­sem Ausmaß nicht gerech­net. Das Ergebnis der Untersuchung: 532 Fälle von Guillain-Barré-Syndrom infol­ge der Impfungen, davon min­des­tens 25 töd­lich. Die Regierung muß­te Schadenersatz leis­ten. CDC-Direktor Sencer wur­de ent­las­sen, Präsident Ford ver­lor die Wahl gegen Reagan. „Pure Politics and Impure Science“ nann­te der Immunologie Arthur M. Silverstein sei­ne Analyse der Schweine-Grippe-Affäre."
    https://blogs.taz.de/schroederkalender/2007/02/24/grippe-falsche-propheten/

  21. Hallo, Herr Aschmoneit, ich konn­te direkt mit mei­nem Bauchgefühl nach­voll­zie­hen, wel­che Freude sie hat­ten beim kom­men­tie­ren. Sie haben eine pri­ma Seite und auch sehr inter­es­san­te Kommentatoren! Herzlichen Dank

  22. "Männliche "Impfgegner" haben wenigs­tens hand­fes­te rechts­po­pu­lis­ti­sche Begründungen, wäh­rend die Weibchen ihr Halbwissen aus dem Bauch beziehen."

    Meine Frau hat schal­lend gelacht. Und ich kann das ers­te mal seit Tagen wie­der mit einem Grinsen im Gesicht mit den Hunden die spä­te Runde machen und dann lächelnd die Augen zur Nachtruhe schliessen.
    Danke.

  23. Da war sie wie­der, die aus allen Poren trie­fen­de Ignoranz und
    Arroganz…Gott, wie habe ich das vermisst…
    Der Kerl ist doch bezahlt, oder ?
    Die las­sen sich aber auch gar nichts Neues mehr ein­fal­len. VT, der
    unver­meid­li­che Antisemiundsoweiter, Leugner…gääähn, wie un-
    krea­tiv. Letzten Endes auch wie­der nur die Suche nach Aufmerksamkeit. Bemitleidenswert.

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