Reitschuster: In Rußland herrschen weitaus mehr Freiheiten im Alltag als in Deutschland

Boris Reit­schus­ter steht eigent­lich auf der ande­ren Sei­te. 16 Jah­re lei­te­te er als stram­mer Kon­ser­va­ti­ver das Mos­kau­er Büro des "Focus". Er ist so etwas wie ein moder­ner kal­ter Krie­ger, der aber jetzt einen Feh­ler macht. Jeden­falls in den Augen der "ande­ren Sei­te". Seit er sich nicht nur in der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz mit schar­fer Kri­tik an den "Coro­na-Maß­nah­men" bemerk­bar macht, ist er ein schwar­zes Schaf der Zunft. Es steht schlimm um die demo­kra­ti­sche Lage in die­sem Land, wenn jemand wie er bekennt:

»Nach 16 Jah­ren Russ­land ist man hart im Neh­men, was die Poli­zei angeht. Was ich heu­te im Her­zen Ber­lins am S‑Bahnhof Jan­no­witz­brü­cke auf dem Weg zum Schwei­ge­marsch gegen die Coro­na-Maß­nah­men erlebt habe, hat mich den­noch so erschüt­tert, dass jetzt noch mei­ne Knie weich sind. Immer, wenn man denkt, es kön­ne eigent­lich kaum noch schlim­mer kom­men, wird man in die­sen Tagen vom Gegen­teil überzeugt. 

Was die Bun­des­po­li­zei da mit mir mach­te, hät­te ich noch heu­te Mit­tag für unmög­lich gehal­ten. Ber­lins Poli­zei haut schon mal fest zu und langt auch öfter bru­tal hin. Doch bei all dem hielt sie sich in mei­ner Erfah­rung bis­her an das demo­kra­ti­sche Min­dest­ge­bot, dass man dabei freie Bericht­erstat­tung zulässt. Beam­te stell­ten sich mir schon mal in den Weg, damit ich sie bei bru­ta­len Fest­nah­men nicht fil­men konn­te, oder schubs­ten und scho­ben mich weg. Aber nie gin­gen sie mich fron­tal an, ris­sen mir mit Fau­stein­satz die Kame­ra aus der Hand, schüch­tern mich mas­siv ein und setz­ten mich fest…

Mein Ver­trau­en in den Rechts­staat hat in den ver­gan­ge­nen Mona­ten enor­men Scha­den erlit­ten. Zuge­spitzt aus­ge­drückt ist es heu­te implo­diert. Mein ers­ter Gedan­ke war, dass ich lie­ber wie­der nach Russ­land zurück­keh­re… Hät­te mir vor einem Jahr jemand vor­aus gesagt, dass ich auch nur mit dem Gedan­ken einer Rück­kehr nach Russ­land spie­len wür­de, dass dort weit­aus mehr Frei­hei­ten im All­tag herr­schen als in Deutsch­land, ich hät­te ihn für ver­rückt erklärt.«

Quel­le: reit​schus​ter​.de

28 Antworten auf „Reitschuster: In Rußland herrschen weitaus mehr Freiheiten im Alltag als in Deutschland“

  1. "Boris Reit­schus­ter steht eigent­lich auf der ande­ren Seite."

    Man muss sich damit ver­traut machen, dass sich in die­ser Situa­ti­on die "Sei­ten" anders definieren:

    Auf der einen Sei­te die Kon­for­mis­ten, die alles glau­ben und frag­los mitmachen.

    Auf der ande­ren die, die Fra­gen stel­len, sich das DENKEN noch erlau­ben, das ver­bo­ten wer­den soll.

    Es geht schon lan­ge nicht mehr um poli­ti­sche Fra­gen wie links – rechts, auch nicht um Welt­an­schau­ung wie reli­gi­ös oder are­li­gös oder den auf­rich­ti­gen Dis­kurs darüber.

    Es geht um die Selbst­be­stim­mung JEDES Men­schen an sich, die nicht mehr ver­han­delt wird, son­dern GEKAPPT. Also ums Ein­ge­mach­te, das exis­ten­zi­ell ist, nicht mehr nur "poli­tisch".

    1. @some1: Wir müs­sen da gar nicht einer Mei­nung sein. Ich sehe ja auch den elen­den Kon­for­mis­mus und die Not­wen­dig­keit, ihn zu durch­bre­chen. Ich sehe aber auch Inter­es­sen, und zwar bei aller Gleich­för­mig­keit im Ver­hal­ten und viel­leicht sogar Den­ken sehr unterschiedliche. 

      Es gibt ein paar Weni­ge, sehr Mäch­ti­ge, die pro­fi­tie­ren. Das sind zur Zeit vor allem die Phar­ma- und IT- bzw. Mul­ti­me­dia­kon­zer­ne, dane­ben die gro­ßen Ver­sand­händ­ler. Sie sind in der Lage, mit einem gigan­ti­schen Auf­wand Angst und Panik bei vie­len Men­schen zu erzeu­gen. Sie wer­den so ver­an­laßt, gegen ihre Inter­es­sen zu han­deln. Sie haben nichts von einem Lock­down, weder die Kurz­ar­bei­ter (meis­tens sind es Män­ner), noch die klei­nen Unter­neh­men, nicht die "nor­ma­len" Fami­li­en und Allein­er­zie­hen­den, nicht die um Lern­mög­lich­kei­ten betro­ge­nen SchülerInnen. 

      Sicher wäre es wün­schens­wert, sie wür­den rebel­lie­ren. Aber zum einen hat das nicht gera­de eine gro­ße Tra­di­ti­on in Deutsch­land. Kon­for­mis­mus, erzeugt durch einen rela­ti­ven Wohl­stand und der gleich­zei­ti­gen berech­tig­ten Angst, ihn zu ver­lie­ren, gibt es nicht erst seit die­sem Jahr. Zum ande­ren sind vie­le die­ser Ver­lie­re­rIn­nen gera­de mit Über­le­ben sehr gefor­dert. Das meint das schie­re wirt­schaft­li­che, aber auch das sozia­le und emo­tio­na­le Über­le­ben. Ich bin sicher, die meis­ten Men­schen wol­len ein­fach nur, daß alles bald vor­bei ist und sich ein Leben wie "vor Coro­na" ein­stellt. Dafür sind sie bereit, zumin­dest nach außen, alle mög­li­chen Krö­ten zu schlu­cken. Ich bin zuver­sicht­lich, daß die meis­ten von ihnen erken­nen wer­den, daß das ver­spro­che­ne Licht am Ende des Tun­nels, soll­ten sie denn schön brav sein, eine gro­ße Lüge ist. Dann wer­den die Kar­ten neu gemischt. Auch, weil sie zur Kennt­nis neh­men, wer die Rie­sen-Rech­nung für den Lock­down zu zah­len hat.

      Da ich also den­ke, wir haben es nicht mit durch­ge­knall­ten oder über­for­der­ten Herr­schen­den zu tun, son­dern mit einer mäch­ti­gen Grup­pe von Groß­ka­pi­ta­lis­ten, es damit nicht nur um einen Kampf um die Köp­fe, son­dern um die Porte­mon­naies und Port­fo­li­os geht, bin ich davon über­zeugt, daß es gilt, "die da unten" gegen die klei­ne Grup­pe derer "da oben" in Bewe­gung zu set­zen. Das ist für mich klas­sisch links. Gera­de, weil es ums Ein­ge­mach­te geht.

      1. Die Fra­ge ist, ob die Phar­ma-Indus­trie nun wirk­lich pro­fi­tiert. Wenn Ope­ra­tio­nen und Unter­su­chun­gen ver­scho­ben wer­den und die Leu­te Angst haben, zum Arzt zu gehen, las­sen sich auch weni­ger Medi­ka­men­te verkaufen.

        Es sind ja nur weni­gen Fir­men, die gera­de reüs­sie­ren, dar­un­ter Biontech und Moder­na, die kei­ne gestan­de­nen Fir­men sind. 

        Wenn das mit der Imp­fung in die Hose geht – und es wird in die Hose gehen -, dann ver­lie­ren die Men­schen ver­trau­en in das Gesund­heits­sys­tem. Skep­sis ist ange­bracht, ange­sichts der vie­len Falsch­po­si­ti­ven Befun­de bei Mam­mo­gra­phien. Es wur­den auch sel­ten so vie­le Gebär­müt­ter ent­fernt. Viel­leicht hört das auch auf. Und dann gibt es noch die Blut­druck­sen­ker oder so Erfin­dun­gen wie Präd­ia­be­tis, das gesun­de Leu­te zu Kran­ken macht.

        Im Gesund­heits­sek­tor läuft 'ne Men­ge schief und die Reak­ti­on auf das neue Virus ist der abso­lu­te Gau.

      2. @aa
        Mei­ne Mei­nung ist, dass der der­zei­ti­ge "Angriff" weit über die poli­ti­sche Dimen­si­on hin­aus­geht und nicht mehr nur auf die öko­no­mi­schen Ver­hält­nis­se der Leu­te über­greift, son­dern den gan­zen Men­schen in sei­nem grund­ge­setz­lich garan­tier­ten Selbst­be­stim­mungs­recht negiert (!). Was er mit die­sem Selbst­be­stim­mungs­recht anfan­gen wür­de und könn­te und soll­te, DAS ist die poli­ti­sche Dimen­si­on – und gera­de die ist der­zeit voll­kom­men ausgesetzt.
        Das wie­der­um ist im Sin­ne von Denis Rodriks Tri­lem­ma. Der­zeit wird ver­sucht es in der Wei­se auf­zu­lö­sen, dass Natio­nal­staa­ten mit der Hyper­glo­ba­li­sie­rung gegen die Demo­kra­tie als Gan­zes in Stel­lung gebracht wird – zum Nut­zen derer, die die glo­ba­len Struk­tu­ren beherr­schen, und das sind die, die sie Groß­ka­pi­ta­lis­ten nennen.
        Wo sich unse­re Auf­fas­sun­gen womög­lich jedoch tren­nen, ist, dass "mehr Kapi­tal" nur vor­der­grün­dig das Ziel ist. Der Sinn des Nomos ist drei­ge­teilt: erobern – auf­tei­len – "wei­den". Wir nähern uns der Wei­de­ab­sicht, in der Natio­nal­staa­ten ledig­lich die Exe­ku­ti­ve der glo­ba­len Herr­scher sind.
        Ich ver­mag tat­säch­lich nicht zu erken­nen, dass sich die­se Absicht noch in Poli­tik über­set­zen lie­ße, denn gera­de die wird ja gera­de ver­kauft: jener Anschein, als sei­en Staa­ten den Wäh­lern ver­pflich­tet, wird auf­ge­ge­ben. Sie zei­gen, was sie sind: die Ver­wal­tungs­be­zir­ke der Mächtigen.
        Ist das links? Wenn ja, dann ist es "glo­bal­l­inks". Aber wel­che Rol­le spielt, wie man es nennt? Der einst Bür­ger Genann­te ist Wei­de­vieh, wer baucht noch "Res­sour­cen", wofür? Wir spre­chen über Feu­da­lis­mus – ist der rechts, ist der links?

        1. Es ist Ihr Los, nicht ver­stan­den zu wer­den, sobald Sie nicht mehr in den Kate­go­rien den­ken, die gera­de auf­ge­löst werden.
          Ich bin aber der Mei­nung, dass der Feu­da­lis­mus viel­leicht bes­ser war als das, was kom­men könn­te. Denn da gab es eine Pre­digt und die ewi­ge Ver­damm­nis, aber kei­ne KI, die bit coins fürs Grund­ein­kom­men minen lässt, wenn der geimpf­te homun­cu­lus sich wohlverhält.

      3. "Auch, weil sie zur Kennt­nis neh­men, wer die Rie­sen-Rech­nung für den Lock­down zu zah­len hat."

        Aber da soll­ten wir doch ein Wört­chen mit­re­den, oder? Das wird doch kein Fuell­mich, kein Gott, Kai­ser oder Tri­bun erle­di­gen, dass wird doch die Auf­ga­be der Lin­ken (in der Klas­se und mit der Klas­se) sein?

        1. @Ana-Marie Lei­perz: Bevor sie das tun, wer­den sie sich ein­ge­ste­hen müs­sen, daß sie belo­gen wur­den. Dum­mer­wei­se wer­den sie dann kaum auf mit­lü­gen­de Lin­ke hören. Zum Glück gibt es da eine gan­ze Rei­he, die lang­sam begin­nen nach­zu­den­ken und die guten alten Inter­es­se­fra­gen wie­der zu stellen.

          1. @aa War­um soll­ten sich die Men­schen nicht an Cuba und dem Umgang dort mit der Pan­de­mie ori­en­tie­ren? Also weder Kapi­ta­lis­mus noch Coro­na­leug­ner – son­dern eine sozia­lis­ti­sche Per­spek­ti­ve 🙂 Für die­se Posi­ti­on steht aller­dings nicht die­ser Blog.

            1. @Ana-Marie Lei­perz: Der Blog steht für Infor­ma­tio­nen rund um Coro­na, die zumeist in "Main­stream-Medi­en" unter­ge­hen. Er ist kein Medi­um für Sozia­lis­mus-Pro­pa­gan­da, auch wenn mir das kuba­ni­sche Modell – nicht zuletzt wegen sei­nes vor­bild­li­chen Gesund­heits­sys­tems – ziem­lich sym­pa­thisch ist. Wer Sozia­lis­mus hier­zu­lan­de anstrebt, braucht neben dem Ver­weis auf Kuba vor allem eine Ana­ly­se der Inter­es­sen in der Coro­na-Kri­se. Davor drückt sich die Lin­ke. Ich neh­me ger­ne einen Gegen­be­weis zur Kennt­nis, wenn es in irgend­wel­chen lin­ken Medi­en eine Aus­ein­an­der­set­zung mit Phar­ma-Lob­by­is­mus in der gegen­wär­ti­gen Kri­se gibt oder mit den war­nen­den Stel­lung­nah­men dut­zen­der Fach­ge­sell­schaf­ten und tau­sen­der Wis­sen­schaft­le­rIn­nen. Man mag dann zu dem Ergeb­nis kom­men, die lie­gen alle falsch und Spahn setzt mit Biontech und Pfi­zer auf das rich­ti­ge Pferd (für die Arbei­ter­klas­se, um mal alt­mo­disch zu spre­chen). Aber die­se Aus­ein­an­der­set­zung fin­det lei­der nicht statt. So bleibt die "sozia­lis­ti­sche Per­spek­ti­ve" eine Phrase.

      4. @aa: Dan­ke! Mit die­ser Replik brin­gen Sie alles Wesent­li­che auf den Punkt. Ein High­light, das ich mir erst mal raus­ko­piert habe. Zum "Immer-mal-Nach­le­sen". Hat sich echt gelohnt, ab und zu auf Ihrem Blog zu stöbern!!!

      5. @aa: Was zur Zeit welt­weit abläuft, ist aber nicht nur auf die Pro­fit­gier von glo­bal ope­rie­ren­den Unter­neh­men zurückzuführen. 

        Frau Mer­kel ist kein Spiel­ball der Phar­ma-Indus­trie oder von Bill Gates. Im Gegen­teil hat sie eine dezi­dier­te eige­ne Mei­nung. Die­se deckt sich mit der Mei­nung der glo­ba­len "Eli­ten" (etwa von Klaus Schwab und sei­nem Forum). Denn Frau Mer­kel und die­se "Eli­ten" den­ken alle­samt neo-mal­thu­sia­nisch (https://​en​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​M​a​l​t​h​u​s​i​a​n​i​s​m​#​M​o​d​e​r​n​_​M​a​l​t​h​u​s​i​a​n​ism): Die Welt­be­völ­ke­rung wächst zu schnell, die Ener­gie­quel­len ver­sie­gen bald und die Erde wird durch CO2 in der Luft gefähr­lich aufgeheizt. 

        In ihrer inzwi­schen berüch­tig­ten Janu­ar-Rede vor dem Schwab-Forum sag­te Mer­kel bekannt­lich, dass wir einer "Trans­for­ma­ti­on der Gesell­schaft von gigan­ti­schem, his­to­ri­schem Aus­maß" bedür­fen – und zwar nicht wegen Coro­na, son­dern wegen der so genann­ten "Kli­ma­zie­le", die sich bei genaue­rem Hin­se­hen auf ein ein­zi­ges Ziel redu­zie­ren las­sen, näm­lich die Sen­kung des CO2-Gehalts der Atmosphäre. 

        Die Treib­haus-The­se beschreibt für Mer­kel ein "Fakt", und wer was dage­gen sagt, reagie­re "emo­tio­nal".

        Es ist die­ses "Fak­tum" in Mer­kels Kopf, das ihre Poli­tik der Zer­stö­rung der BRD bedingt und für sie rechtfertigt.

        1. @Ehrlicher Hand­wer­ker: Na klar, so schlicht ist es nicht, daß das gro­ße Kapi­tal ein­heit­lich einen Beschluß faßt und sei­ne Ange­stell­ten in den Regie­run­gen spu­ren. Okay, bei den Bush-Regie­run­gen waren die Erd­öl­kon­zer­ne direkt im Kabi­nett ver­tre­ten, das ist hier nicht ganz so offen. Und natür­lich haben die Regie­rungs­chefs ihre eige­nen Vor­stel­lun­gen, ob sie nun Trump, Mer­kel oder Macron hei­ßen. Die­se wider­spie­geln eben auch die Inter­es­sen natio­na­ler Kapi­tal­grup­pen. Es gibt die Schwab- und WEF-Plä­ne zur Ret­tung des welt­wei­ten Kapi­ta­lis­mus, aber es gibt dane­ben auch Dif­fe­ren­zen je nach Stand­ort und Bran­che des Kapi­tals. Außer­dem wird das Gan­ze über­la­gert von ande­ren poli­ti­schen Erwä­gun­gen in den jewei­li­gen Län­dern, und schließ­lich gibt es auch "die da unten", die wie­der ande­re Inter­es­sen haben und sie mal mehr, mal weni­ger arti­ku­lie­ren und durch­set­zen können.

          Mir erschließt sich immer noch nicht, was dage­gen spre­chen soll, die Erwär­mung des Erd­kli­mas zu ver­hin­dern, und schon mal gar nicht Mer­kels trei­ben­de Rol­le dabei. Aber das kön­nen wir hier nicht ausdiskutieren.

          1. @aa: Die Fra­ge ist viel­leicht weni­ger, ob die The­se der CO2-Alar­mis­ten stimmt oder nicht. (Sie glie­dert sich übri­gens in vier Sub-The­sen, die alle nicht unstrit­tig sind: 1. Das Kli­ma wird dra­ma­tisch wär­mer; 2. Die­se Erwär­mung ist hoch­ge­fähr­lich und führt zum Unter­gang der Mensch­heit; 3. Der Mensch ist schuld am Tem­pe­ra­tur­an­stieg; und 4. In der Natur gibt es kei­ne Gegen­kräf­te und ‑ten­den­zen, nur der Mensch kann etwas gegen die Erd­er­wär­mung tun.)

            Die Fra­ge ist, ob der CO2-Alar­mis­mus, der offen­bar Mer­kels aktu­el­le Poli­tik bestimmt, die Zer­schla­gung der bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen wirt­schaft­li­chen, gesell­schaft­li­chen und staats­recht­li­chen Struk­tu­ren legitimiert.

    2. Darf ich noch dazu anfü­gen, dass mich das fil­misch sehr an "Ene­my Mine" erin­nert? Wir eini­gen uns bit­te auf unse­ren gemein­sa­men Nen­ner, der ein­fach "Leben" heisst. Und selbst­be­stimmt inklu­diert. Ohne Bedin­gun­gen, ohne Todes­kult, d.h. auch u.a. ohne Bed­imp­fun­gen, ver­un­glimpf­pflich­tig aus­ge­drückt. (bemer­kel ein Wort mit zwei "pf")

  2. Die ein­hel­li­ge Mei­nung ist, dass die Men­schen (form­er­ly known as Bür­ger) aus den Tota­li­ta­ris­men des letz­ten Jahr­hun­derts viel gelernt haben. Ich behaup­te, dass sie gar nichts gelernt haben. Im Gegenteil.

    1. Mit Sicher­heit haben die nichts gelernt. "Weh­ret den Anfän­gen" klang noch nie so hohl. Das Drit­te Reich wird nur noch auf Holo­caust ver­engt, als wenn am 30.01.1933 Hit­ler Reichs­kanz­ler wur­de und im Febru­ar 1933 kam der Rauch schon aus den Schlo­ten Ausch­witz'. So was es ja gera­de nicht.

      Dass es eine Ent­wick­lung gab und die Maß­nah­men erst zöger­lich kamen (Nürn­ber­ger Geset­ze erst 1935) und nicht sofort Mord und Tod­schlag herrsch­te, ist schon zu komplex. 

      Gera­de das Schwei­gen vie­ler aus Angst ist doch das untrüg­li­che Zei­chen, dass wir uns in eine Ent­wick­lung in den Tota­li­ta­ris­mus befin­den. Bestimm­te The­men wer­den seit Jah­ren aus­ge­klam­mert. Wer nicht der Auf­fas­sung ist, Islam wäre 'ne tol­le Reli­gi­on, das Kli­ma muss nicht geret­tet wer­den und dass die EU nicht Euro­pa ist, der hat sich doch schon ins gesell­schaft­li­che Abseits kata­pul­tiert. Vie­le mer­ken nicht, wie anti­eng­li­sche und anti­ame­ri­ka­ni­sche Res­sen­ti­ments immer wie­der zum Vor­schein kom­men. Ein Oli­ver Wel­ke nennt die Eng­län­der "Insel­af­fen" und es wird öffent­lich nicht krit­siert. Nimmt hin­ge­gen jemand wie Kat­rin Mül­ler-Hohen­stein den "inne­ren Reichs­par­tei­tag" in den Mund, dann sind alle außer sich. Dass der "inne­re Reichs­par­tei­tag" als eine sar­kas­ti­sche Über­hö­hung im Volks­mund gebo­ren ist, und unver­däch­tig ist (genau­so wie GröFaZ), dass ist schon zu kom­plex für die­se Leute. 

      Also wenn man "Weh­ret den Anfän­gen" ernst näh­me, müss­te man Wel­ke und nicht KMH kritisieren.

      1. "Dass es eine Ent­wick­lung gab und die Maß­nah­men erst zöger­lich kamen (Nürn­ber­ger Geset­ze erst 1935) und nicht sofort Mord und Tod­schlag herrsch­te, ist schon zu komplex. "

        Den Ter­ror der Faschis­ten gab es schon vor 1933 und nach der Macht­über­tra­gung ent­fal­te­te er sich sofort sys­te­ma­tisch gegen Lin­ke und ande­re Mißliebige.

        " Wer nicht der Auf­fas­sung ist, Islam wäre 'ne tol­le Reli­gi­on, das Kli­ma muss nicht geret­tet wer­den und dass die EU nicht Euro­pa ist, der hat sich doch schon ins gesell­schaft­li­che Abseits katapultiert." 

        Echt? Die gan­zen AfD-Wäh­le­rIn­nen sind im gesell­schaft­li­chen Abseits? Schön wär's…

    2. Ich habe mit mei­nem Vater gespro­chen (91 Jah­re). Er sag­te mir, es lie­fe genau­so ab, wie damals unter dem Gröfaz: alle machen bis zum bit­te­ren Ende mit und ver­su­chen dann vorm Auf­prall abzu­sprin­gen. Am demo­kra­tischs­ten haben sich dann danach die vor­her stramms­ten Nazis gebärdet.

  3. Ich möch­te absei­tig vom Coro­na-The­ma auf die­se Tat­ort-Rezen­si­on ver­wei­sen: https://​www​.spie​gel​.de/​k​u​l​t​u​r​/​t​v​/​t​a​t​o​r​t​-​h​e​u​t​e​-​a​u​s​-​w​i​e​n​-​u​n​t​e​n​-​i​m​-​s​c​h​n​e​l​l​c​h​e​c​k​-​a​-​6​2​4​0​5​7​8​c​-​f​a​f​0​-​4​b​3​5​-​a​a​d​a​-​1​7​9​6​d​d​e​2​9​960

    Da ist von "wil­den Ver­schwö­rungs­theo­rien" die Rede. Es ist aus lin­gu­is­ti­scher Sicht inter­es­sant, dass orga­ni­sier­tes Ver­bre­chen wie den ille­ga­len Organ­han­del, der real ist, als "wil­de Ver­schwö­rungs­theo­rie" ver­un­glimpft wird. Das Wort ver­liert doch jede Bedeutung.

    In die­sen Zei­ten muss wohl der medi­zin-indus­tri­el­le Kom­plex vor der­ar­ti­gen Angrif­fen geschützt wer­den, denn wenn es ille­ga­len Organ­han­del gibt, dann viel­leicht auch wag­hal­s­ti­ge Men­schen­ex­pe­ri­men­te mit einer neu­ent­wi­ckel­ten Impfung.

  4. @some1
    Manch­mal soll­te man auch Leu­ten gra­tu­lie­ren die nach so vie­len Mona­ten recht behal­ten haben. Sie haben nach mei­ner Ver­mu­tung am 20.5. woan­ders das hier kommentiert:
    „At least in Ger­ma­ny, offi­ci­als resis­ted the "dan­ge­rous virus" nar­ra­ti­ve till Mid-March when dra­ma­tic images from Ita­ly came in. Tho­se Ita­li­an "images of a cata­stro­phe" made the popu­la­ti­on hys­te­ri­cal. It hap­pen­ed with "cata­stro­phic images from Chi­na" befo­re, but that did not real­ly trans­la­te into action in Ger­ma­ny, as far, far away.
    We will defi­ni­te­ly know when/if we force the govern­ment to explain the decis­i­on pro­cess, but I guess in addi­ti­on to this, Euro­pean govern­ments respon­se was forced by Neil's Ferguson's /Imperial Col­lege of London's Covid-19 spread model, which was pro­ven to be faulty.
    The same per­son­nel that did the swi­ne flue hoax.
    It is obvious in hind­sight, but for any poli­ti­ci­an who­se main com­pe­tence is to read the mood of the public, it is a dou­ble bind. Some went for short term dic­ta­tor­ship, as favor­ed by fear­ful peo­p­le, some went for long-term reasona­bi­li­ty which was dif­fi­cult to get into main­stream media, any­thing else but the "dan­ge­rous pan­de­mic nar­ra­ti­ve" was cal­led "con­spi­ra­cy theory".
    Main­stream media in Ger­ma­ny are still doing a kind of gas­light­ing cam­paign by thro­wing reports of "dan­ge­rous infec­tion" into reports of ridi­cu­lous­ly low num­bers and the poli­ce has taken up the fight with young peo­p­le who – secu­ring future birth rates – con­ge­gra­te on public places with alco­hol as they have always done.
    I don't know how they want to get out of this wit­hout admit­ting they were wrong, but peo­p­le are real­ly crea­ti­ve this way. Main nar­ra­ti­ve now is "We did ever­y­thing right as not­hing has hap­pen­ed". When you start thin­king along tho­se lines it is a sure reci­pe for going mad, but peo­p­le might pre­fer it to the frigh­tening thought that their lea­ders are incompetent.
    I am gra­teful Ger­ma­ny has a fede­ral sys­tem It helps a lot.“
    Und damit im Gro­ßen und Gan­zen bis heu­te recht behalten.

    1. "Sie haben nach mei­ner Ver­mu­tung am 20.5. woan­ders das hier kommentiert:"

      Sie ( = ich) oder die (Leu­te die recht behal­ten haben)?
      Falls Sie anneh­men, Ihr eng­lisch­spra­chi­ges Zitat stam­me von mir, dann wäre das falsch.

      M.E. hat Dr. Jochen Zieg­ler auf Ach­gut eine Auf­fas­sung die­ser Art vertreten:
      https://​www​.ach​gut​.com/​a​r​t​i​k​e​l​/​c​o​r​o​n​a​_​i​s​t​_​a​e​l​t​e​r​_​a​l​s​_​g​e​d​a​cht
      Aber der steckt nicht hin­ter some1. 🙂

  5. Also ich bin und war schon immer stramm "rechts" und wirt­schafts­li­be­ral. Die aktu­el­le Ver­qui­ckung von Groß­kon­zer­nen und Poli­tik hal­te ich eher für Zen­tra­lis­mus, mit­hin schwer kom­mu­nis­tisch und damit ein­deu­tig links. Mit frei­er Markt­wirt­schaft, also Kapi­ta­lis­mus, hat die­se Kol­lu­si­on zu Las­ten der Nor­mal­bür­ger nichts zu tun. Auch die welt­wei­te Geld­dru­cke­rei ist ja rich­ti­ger­wei­se als Geld­so­zia­lis­mus zu bezeich­nen. Das Böse ist für mich also klar in lin­ken, gott­lo­sen, teuf­li­schen, frei­heits­feind­li­chen Ideo­lo­gien zu fin­den. Und den­noch stim­me ich wie jeder ande­re den­ken­de Mensch obi­ger Ana­ly­se von aa zu. Es gibt also Men­schen, die noch Instink­te haben, selbst den­ken und Böses iden­ti­fi­zie­ren kön­nen, wenn es ihnen direkt vor der Nase her­um­tanzt. Egal aus wel­chem Lager sie kommen.
    Übri­gens ist es der Mehr­zahl aller Frau­en scheiß­egal, ob Typen noch ein ‑Innen an ihre Nomen dran­hän­gen. Ich per­sön­lich bin enorm abge­nervt davon, Män­ner die das machen erschei­nen unter­wür­fig und sind damit uninteressant.

    1. Ich bin in einer Zeit auf­ge­wach­sen, als sich Weh­ner und Strauß in hit­zi­gen par­la­men­ta­ri­schen Debat­ten wüst behark­ten. Damals fand der Dis­sens der Rich­tun­gen kon­tro­vers im Par­la­ment statt – also dort, wo er hin­ge­hört, wo die unter­schied­li­chen Rich­tun­gen sich als Reprä­sen­tan­ten der unter­schied­li­chen Auf­fas­sun­gen ihrer Wäh­ler tat­säch­lich par­la­men­ta­risch auseinandersetzten.

      Das ist seit den Gro­Kos anders: Eine Gesamt­re­gie­rung, in deren Sog auch die Fei­gen­blatt-Oppo­si­ti­on mit­schwimmt, ist sie herr­lich einig, es gibt kei­nen Dis­sens DORT mehr, son­dern der ist nun bei den Wäh­lern selbst, die das teil­wei­se auf der Stra­ße aus­tra­gen und sich des­we­gen als Quer­den­ker beschimp­fen las­sen müssen.

      Dabei sind das ähn­li­che Leu­te wie damals, deren Merk­mal stets war, aus ähn­li­chen Pro­blem­ana­ly­sen her­aus für unter­schied­li­che Lösun­gen zu kämp­fen. Damals nann­te man das Demo­kra­tie, heu­te querdenken.

      Was auf den Hund kommt, ist Demo­kra­tie und mit die­ser sämt­li­che Demo­kra­ten, die wäh­len, um ihre Auf­fas­sun­gen im Dis­kurs eines ech­ten Par­la­ments ver­tre­ten zu sehen. Es ist die Poli­tik selbst, die außer­par­la­men­ta­risch gewor­den ist: die Demo­kra­tie wur­de buch­stäb­lich auf die Stra­ße gesetzt!

    2. Die aktu­el­le Ver­qui­ckung von Groß­kon­zer­nen und Poli­tik hal­te ich eher für Zen­tra­lis­mus, mit­hin schwer kom­mu­nis­tisch und damit ein­deu­tig links.
      Die Ver­qui­ckung von Groß­kon­zer­nen und Poli­tik ist Staats­ka­pi­ta­lis­mus und damit rechts solan­ge die Eigen­tums­fra­ge nicht gestellt wird. Die­ser Dreh- und Angel­punkt ist jedoch der Ele­fant im Raum. Zuletzt hat sich der SPD-Küh­nert damit die Fin­ger verbrannt.

      Freie Markt­wirt­schaft Kapitalismus
      Kapi­ta­lis­mus der frei­en Kon­kur­renz =/ Imperialismus
      Bei­des Ent­wick­lungs­stu­fen des Kapi­ta­lis­mus. Ab einem gewis­sen Stand gibt es kei­ne freie Kon­kur­renz mehr, dann herr­schen Großkonzerne. 

      Gelddruckerei=Geldsozialismus
      Nein denn zur Zeit haben wir Kapi­ta­lis­mus (sie­he Eigen­tums­fra­ge). Außer­dem wird kein Geld gedruckt son­dern Kre­di­te vergeben.

  6. Tho­mas Röper weist auf sei­nem Blog anti​-spie​gel​.ru , auf dem er als rus­sisch­spra­chi­ger Deut­scher aus Russ­land berich­tet, schon lan­ge dar­auf hin, dass die rus­si­schen Geset­ze z.B. bei Demons­tra­tio­nen lan­ge nicht so weit gehen wie in Deutsch­land oder Frankreich.

  7. Nun, Reit­schus­ter ist halt aus sei­ner Fil­ter­bla­se gefal­len, in der er frü­her ein­ge­schlos­sen war. Das ist kein so erstaun­li­ches Phä­no­men. Gera­de die Main­stream-Fil­ter­bal­se ist die umfas­sen­des­te und daher sichers­te. man braucht schon ein paar ein­schei­den­de Erleb­nis­se, um die­se Sicher­heit des Herr­schen­den Welt­bil­des zu verlassen.

    Mit den zwei Sei­ten ist es auch so eine Sache: es gab und gibt schon immer nur "unten" und "oben".

    Nur sind "unten" immer sehr viel Leu­te aktiv, die für das "nach oben kom­men" alles tun – auch lügen, betrü­gen, ver­ar­schen, verraten, …

    Den umge­kehr­ten Fall gibt es prak­tisch nicht, bis auf ein paar ganz weni­ge Erben (Uex­küll, Porst, …) und ech­te altru­is­ti­sche Idea­lis­ten. (Aber bit­te nicht mit Milliardärs-"Philanthropen" ver­wech­seln. Die ken­nen nur eines: noch mehr Macht, noch mehr Ein­fluss. Noch mehr gott­glei­che Unter­wer­fung von zig­mil­li­ar­den Men­schen unter den eige­nen Wil­len, unter die eige­nen, per­ver­sen Ansichten).

    Statt Mon­ar­chie haben wir heu­te Pha­rao­nen­tum ohne Grenzen.

  8. Lol! 😉
    @Gehteuchnixan
    21. Dezem­ber 2020 um 3:25 Uhr
    Man kann auch die ver­rück­tes­ten Bil­der der Welt im eige­nen Kopf auf­be­wah­ren (was Sie da tun) solan­ge der eige­ne Ver­stand wenigs­tens, wie eben auch Reit­schus­ter demons­triert, den nüch­ter­nen Blick auf die erfahr­ba­ren Fak­ten noch zuläßt. Dar­an hapert es im Moment bei einer immer noch sat­ten Mehrheit.
    Und jetzt geht es um die Details der Imp­fun­gen. Was ist da alles drin? Wer läßt sich schon als Beta-Tes­ter für unbe­kannt blei­ben­des Zeuch mißbrauchen?

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