WHO "über ein erhöhtes Risiko für falsche SARS-CoV-2-Ergebnisse" bei PCR-Tests

»Die WHO hat Rückmeldungen von Anwendern über ein erhöh­tes Risiko für fal­sche SARS-CoV-2-Ergebnisse bei der Untersuchung von Proben mit RT-PCR-Reagenzien auf offe­nen Systemen erhalten.

Wie bei jedem dia­gnos­ti­schen Verfahren sind die posi­ti­ven und nega­ti­ven prä­dik­ti­ven Werte für das Produkt in einer bestimm­ten Testpopulation wich­tig zu beach­ten. Wenn die Positivitätsrate für SARS-CoV‑2 abnimmt, sinkt auch der posi­ti­ve prä­dik­ti­ve Wert. Das bedeu­tet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person mit einem posi­ti­ven Ergebnis (SARS-CoV‑2 nach­ge­wie­sen) tat­säch­lich mit SARS-CoV‑2 infi­ziert ist, mit abneh­men­der Positivitätsrate sinkt, unab­hän­gig von der Spezifität des Assays. Daher wird den Gesundheitsdienstleistern emp­foh­len, die Testergebnisse zusam­men mit den kli­ni­schen Anzeichen und Symptomen, dem bestä­tig­ten Status aller Kontakte usw. zu berücksichtigen.

Anwender von RT-PCR-Reagenzien soll­ten die Gebrauchsanweisung sorg­fäl­tig lesen, um fest­zu­stel­len, ob eine manu­el­le Anpassung des PCR-Positivitätsschwellenwerts erfor­der­lich ist, um etwai­ges Hintergrundrauschen zu berück­sich­ti­gen, das dazu füh­ren kann, dass eine Probe mit einem hohen Zyklusschwellenwert (Ct) als posi­ti­ves Ergebnis inter­pre­tiert wird. Das Konstruktionsprinzip der RT-PCR bedeu­tet, dass bei Patienten mit hohen Mengen an zir­ku­lie­ren­dem Virus (Viruslast) rela­tiv weni­ge Zyklen für den Virusnachweis erfor­der­lich sind und der Ct-Wert daher nied­rig sein wird. Umgekehrt bedeu­tet ein hoher Ct-Wert bei Proben, dass vie­le Zyklen für den Virusnachweis erfor­der­lich waren. Unter bestimm­ten Umständen ist die Unterscheidung zwi­schen Hintergrundrauschen und dem tat­säch­li­chen Vorhandensein des Zielvirus schwer fest­zu­stel­len. Daher wird in der Gebrauchsanweisung ange­ge­ben, wie Proben am oder nahe dem Grenzwert für PCR-Positivität zu inter­pre­tie­ren sind. In eini­gen Fällen wird in der Gebrauchsanweisung ange­ge­ben, dass der Cut-off manu­ell ange­passt wer­den soll­te, um sicher­zu­stel­len, dass Proben mit hohen Ct-Werten nicht auf­grund von Hintergrundrauschen fälsch­li­cher­wei­se als SARS-CoV‑2 erkannt werden.

Die Hersteller über­prü­fen regel­mä­ßig das Design ihres Produkts, ein­schließ­lich der Beschriftung und der Gebrauchsanweisung, auf der Grundlage von Kundenrückmeldungen. In den frü­hen Phasen der COVID-19-Pandemie wur­den In-vitro-Diagnostika (IVDs) schnell ent­wi­ckelt, vali­diert und veri­fi­ziert und dann in den Markt ein­ge­führt. Daher ist es nicht uner­war­tet, dass IVDs nach ihrer Einführung im gro­ßen Maßstab eine Verfeinerung auf der Grundlage von Benutzerfeedback benö­ti­gen. Anwender soll­ten die Version der Gebrauchsanweisung bei jeder Lieferung, die sie erhal­ten, über­prü­fen, um zu sehen, ob Änderungen an der Gebrauchsanweisung vor­ge­nom­men wurden.

Hinweise zu Maßnahmen, die vom Anwender zu ergrei­fen sind:

        1. Bitte lesen Sie die Gebrauchsanweisung sorg­fäl­tig und voll­stän­dig durch.
        2. Wenden Sie sich an Ihre loka­le Vertretung, wenn Ihnen ein Aspekt der Gebrauchsanweisung unklar ist.
        3. Überprüfen Sie die Gebrauchsanweisung für jede ein­ge­hen­de Sendung, um Änderungen an der Gebrauchsanweisung zu erkennen.
        4. Berücksichtigen Sie alle posi­ti­ven Ergebnisse (SARS-CoV‑2 nach­ge­wie­sen) oder nega­ti­ven Ergebnisse (SARS-CoV‑2 nicht nach­ge­wie­sen) in Kombination mit dem Probentyp, den kli­ni­schen Beobachtungen, der Patientengeschichte und den epi­de­mio­lo­gi­schen Informationen.
        5. Geben Sie den Ct-Wert im Bericht an den anfra­gen­den Gesundheitsdienstleister weiter.

Weitergabe die­ses WHO-Hinweises für Anwender:

Bitte geben Sie die­sen Hinweis an alle Personen wei­ter, die in Ihrer Organisation oder in einer Organisation, in der das poten­zi­ell betrof­fe­ne Produkt ein­ge­setzt und ver­wen­det wur­de, davon Kenntnis haben müs­sen.«

Diese "WHO Information Notice for IVD Users" vom 14.12. ist hier einzusehen.

Update: Der Link zur WHO funk­tio­niert nicht mehr… Das Dokument gibt es hier.

(Hervorhebungen nicht in den Originalen.)

10 Antworten auf „WHO "über ein erhöhtes Risiko für falsche SARS-CoV-2-Ergebnisse" bei PCR-Tests“

  1. "1. Bitte lesen Sie die Gebrauchsanweisung sorg­fäl­tig und voll­stän­dig durch."

    Also wirk­lich, das gibts doch nicht! Wer führt mit wel­cher Expertise hier­zu­lan­de die­se Tests seit 10 Monaten durch?

    (Nebenbei aus der Praxis: mein Sohn muss­te – im Fachlabor – mit dem Teströhren auf dem Patientenklo (!) selbst bei sich einen Abstrich vornehmen…)

  2. Eigentlich tri­vi­al, wenn man sich man damit beschäf­tigt hat: Sensitivität und Spezifität sind rein sta­tis­ti­sche Größen, die nur vor dem Hintergrund einer bereits bekann­ten Prävalenz – auch eine sta­tis­ti­sche Größe, die im Grunde wesent­lich die vor­han­de­ne Durchseuchung angibt – mit einer gewis­sen Wahrscheinlichkeit kor­rekt ange­ge­ben wer­den kann. 

    Diese Prävalenz wie­der­um ist unbe­kannt, denn weder wur­de die gesam­te Bevölkerung noch eine reprä­sen­ta­ti­ve Stichprobe je dar­auf unter­sucht. Der ein­zi­ge, der das mach­te, war Streeck in Heinsberg. Niemand ist ihm dar­in gefolgt – all die muti­gen Kämpfer gegen die Infektionen sit­zen lie­ben in den Kellerlaboren und stu­die­ren Studien von den ande­ren in den Kellerlaboren. So wird das nichts.

    Getestet wer­den sonst Menschen, die sich krank füh­len – zwe­ckes Differenzialdiagnostik, evtl. noch die, die mit ihm zusam­men­woh­nen. Nun aber wer­den "asym­pto­ma­ti­sche" Gefährder gejagt. Massen ahnungs­lo­ser Gesundheitsämter und Soldaten ver­fol­gen "Kontakte" der Asymptomatischen in der blö­den Hoffnung, damit irgend­wann an ein Ziel zu kom­men. Das ist aber Illusion, denn der Zeitfaktor (die "Perkolation") lässt sie letzt­lich immer nur hin­ter­her­ren­nen (Schlagzahlen?) und die wirk­li­chen Infektionsspots im Dunkeln.

    Man weiß – oh Wunder – dass Covid (wie jede ande­re Infektionskrankheit) in Heimen und Krankenhäusern beson­ders viel Schaden anrich­tet. Anstatt sich also auf die­ses Naheliegende zu fokus­sie­ren (!) und sich zu über­le­gen, wie der stein­al­te Missstand nos­o­ko­mia­ler und iatro­ge­ner Todesfälle im Angesicht von Corona doch jetzt lang­sam end­lich mal ange­gan­gen wer­den könn­te, indem man die Verhältnisse in die­sen tod­brin­gen­den Fallen ver­än­dert, tes­tet man alles was nicht bei 3 auf den Bäumen ist und erklärt ihn für krank und sperrt ihn weg. 

    Das Vorgehen lässt weni­ger auf die Absicht, Covid "in den Griff zu bekom­men"* als auf die schlie­ßen, mög­lichst alle weg­zu­sper­ren, bis man die neu­ar­ti­gen Impfstoffen an ihnen aus­pro­bie­ren konnte. 

    Dieser Staat nötigt Gesunde, bedenk­li­ches Zeug sprit­zen zu las­sen, damit sie mal wie­der das Sonnenlicht erbli­cken dür­fen. Wie nennt man so einen Staat? Aber vor allem: wie nennt man Menschen, die ihrem eige­nen Verstand nicht mehr trau­en, son­dern Fangroupies des gro­ßen Experten werden?

    * Vergleiche zu Vietnam und Thailand: die ver­fol­gen genau die­sen Ansatz mit Erfolg.

  3. Wird ein Herr Spahn, ein Herr Wieder, ein Herr Söder intel­lek­tu­ell in der Lage sein, die­se Hinweise in ihrer Bedeutung zu erfas­sen und die rich­ti­gen Schlüsse dar­aus ziehen?
    Ich fürch­te, lei­der nein.

    1. Ich fürch­te, benann­te Personen sind intel­lek­tu­ell sehr wohl in der Lage, die Sachlage kor­rekt zu erfassen.
      Allerdings ste­cken sie ‑gemein­sam mit vie­len ande­ren- sehr tief in einem Geflecht Kognitiver Dissonanzen, wes­halb nicht sein kann, was nach ein­mal getrof­fe­ner eige­ner Überzeugung/ Gruppendruck nicht sein darf.
      Da holt sie nie­mand mit Sachargumenten raus.
      Besonders nicht, wenn die eige­ne Haltung/ die Haltung der Gruppe auf sub­ti­len, im Hintergrund wir­ken­den Mechanismen gründet.
      So kann bei­spiels­wei­se das woh­li­ge Gefühl, Mitglied einer aner­kann­ten Gruppe von Wissenschaftlern zu sein oder zu den bedeu­ten­den Politikern zu gehö­ren, wel­che den schwe­ren Auftrag über­neh­men muss­ten, das Land durch die­se Krise zu brin­gen, von kei­ner offen­sicht­li­chen Rationalität der Sachargumente auf­ge­wo­gen werden.
      Bedeutungszuwachs des eige­nen Egos durch die Geborgenheit und Anerkennung in/ von einer Gruppe ist ein sich selbst erhal­ten­der Kreislauf: Ihr fin­det toll, was ich sage, des­halb fin­de ich toll, was ihr sagt, usw.

      Eigentlich müss­ten wir uns die gan­ze Argementiererei spa­ren und schnells­tens dazu über­ge­hen, Alternativen zum bestehen­den Regierungssystem zu ent­wi­ckeln und auf­zu­zei­gen. Damit die betrof­fe­nen Menschen ihre Angst vor Chaos und Anarchie ver­lie­ren und sich aus dem Bestehenden befrei­en kön­nen. Ohne das Angebot von Alternativen wer­den die meis­ten nicht ein­mal erken­nen, dass das Bestehende NICHT alter­na­tiv­los ist!

      Solange wir uns damit beschäf­ti­gen, wie sach­lich falsch alles ist, was gera­de so ver­ord­net wird, haben die Regierenden uns genau da, wo sie uns haben wol­len: auf ihrem Spielfeld, auf dem sie nach Belieben die Regeln bestim­men und ändern. Und auf dem mit Sachdiskussionen nichts zu errei­chen ist (s.o.)
      Aber ihre Macht uns auf ihrem Spielfeld zu hal­ten steht und fällt damit, dass wir mitmachen.

      Seien wir also mutig und prü­fen mit ehr­li­chem Blick, was vom Bisherigen sich bewährt hat und auch zukünf­tig Bestand haben soll­te und was wir ange­sichts des ohne­hin not­wen­di­gen Neuaufbaus ändern wollen!
      Zeigen wir Alternativen auf, in denen das Leben wie­der lebens­wert ist. Unser Leben und das unser Kinder!

  4. "WHO: PCR-Tests „ohne Symptome nutzlos“
    Nur eine Stunde nach der Amtseinführung von Joe Biden und der Unterzeichnung eines Erlasses, der Masken auf allen Bundesliegenschaften vor­schreibt, hat die WHO eine Mitteilung an Anwender von PCR-Test ver­schickt. Lennox über­setzt sinngemäß:
    Bei Abwesenheit von Symptomen bedeu­tet ein hoher Ct-Wert, dass es sehr unwahr­schein­lich ist, dass Sie krank wer­den oder jemand ande­ren krank machen, wenn Sie nicht vor kur­zem mit einer infi­zier­ten Person in Kontakt waren.“
    Im Wesentlichen bedeu­te dies, „dass ein PCR-Text nach Ansicht der WHO nutz­los ist, wenn ein Getesteter kei­ne Symptome zeigt“. Als Grenzwert für aus­sa­ge­kräf­ti­ge Ergebnisse gel­ten Ct-Werte von 30 („vali­de“) bis 35 („viel­leicht valide“)."
    https://www.epochtimes.de/gesundheit/who-aktualisiert-covid-19-testrichtlinien-eine-stunde-nach-bidens-amtseinfuehrung-a3429681.html

    20.1.21: WHO-Meldung im Wortlaut
    "WHO-Informationsblatt für IVD-Anwender 2020/05
    Nukleinsäure-Testverfahren (NAT), die die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) zum Nachweis von SARS-CoV‑2 verwenden
    20. Januar 2021 Medizinprodukt-Warnung Genf Lesezeit: 1 min (370 Wörter)
    Produkttyp: Nukleinsäure-Testtechnologien (NAT), die die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) zum Nachweis von SARS-CoV‑2 verwenden
    Datum: 13. Januar 2021
    WHO-Kennnummer: 2020/5, Version 2
    Zielgruppe: Laborfachleute und Anwender von IVDs.
    Zweck die­ser Bekanntmachung: Klärung von Informationen, die zuvor von der WHO bereit­ge­stellt wur­den. Diese Bekanntmachung ersetzt die WHO-Informationsschrift für Anwender von In-vitro-Diagnostika (IVD) 2020/05, Version 1, her­aus­ge­ge­ben am 14. Dezember 2020.
    Problembeschreibung: Die WHO bit­tet die Anwender, bei der Interpretation der Ergebnisse von Proben, die mit der PCR-Methode getes­tet wur­den, die Gebrauchsanweisung (IFU) zu beachten.
    Anwender von IVDs müs­sen die IFU sorg­fäl­tig lesen und befol­gen, um fest­zu­stel­len, ob eine manu­el­le Anpassung der PCR-Positivitätsschwelle vom Hersteller emp­foh­len wird.
    Die WHO-Leitlinie Diagnostische Tests für SARS-CoV‑2 besagt, dass eine sorg­fäl­ti­ge Interpretation schwach posi­ti­ver Ergebnisse erfor­der­lich ist (1). Die Zyklusschwelle (Ct), die zum Virusnachweis benö­tigt wird, ist umge­kehrt pro­por­tio­nal zur Viruslast des Patienten. Wenn die Testergebnisse nicht mit dem kli­ni­schen Bild über­ein­stim­men, soll­te eine neue Probe ent­nom­men und mit der glei­chen oder einer ande­ren NAT-Technologie erneut getes­tet werden.
    Die WHO weist IVD-Anwender dar­auf hin, dass die Krankheitsprävalenz den prä­dik­ti­ven Wert der Testergebnisse ver­än­dert; mit abneh­men­der Krankheitsprävalenz steigt das Risiko eines falsch posi­ti­ven Ergebnisses (2). Das bedeu­tet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person mit einem posi­ti­ven Ergebnis (SARS-CoV‑2 nach­ge­wie­sen) tat­säch­lich mit SARS-CoV‑2 infi­ziert ist, mit abneh­men­der Prävalenz sinkt, unab­hän­gig von der behaup­te­ten Spezifität.
    Die meis­ten PCR-Assays sind als Hilfsmittel für die Diagnose indi­ziert, daher müs­sen Gesundheitsdienstleister jedes Ergebnis in Kombination mit dem Zeitpunkt der Probenahme, dem Probentyp, den Assay-Spezifika, den kli­ni­schen Beobachtungen, der Patientenanamnese, dem bestä­tig­ten Status etwai­ger Kontakte und epi­de­mio­lo­gi­schen Informationen berücksichtigen.
    Von IVD-Anwendern zu ergrei­fen­de Maßnahmen:
    Bitte lesen Sie die Gebrauchsanweisung sorg­fäl­tig und voll­stän­dig durch.
    Wenden Sie sich an Ihren loka­len Vertreter, wenn Ihnen ein Aspekt der Gebrauchsanweisung unklar ist.
    Überprüfen Sie die IFU bei jeder ein­ge­hen­den Sendung, um even­tu­el­le Änderungen der IFU zu erkennen.
    Geben Sie den Ct-Wert im Bericht an den anfra­gen­den Gesundheitsdienstleister weiter.
    Ansprechpartnerin für wei­te­re Informationen:
    Anita SANDS, Regulierung und Präqualifikation, Weltgesundheitsorganisation, E‑Mail: rapidalert@who.int
    Referenzen:
    1. Diagnostische Tests für SARS-CoV‑2. Genf: Weltgesundheitsorganisation; 2020, WHO-Referenznummer WHO/2019-nCoV/laboratory/2020.6.
    2. Altman DG, Bland JM. Diagnostische Tests 2: Prädiktive Werte. BMJ. 1994 Jul 9;309(6947):102. doi: 10.1136/bmj.309.6947.102. "
    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kos­ten­lo­se Version)
    https://www.who.int/news/item/20–01-2021-who-information-notice-for-ivd-users-2020–05

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