Drosten antwortet der "Welt" zu PCR-Tests

Am 15.4. wur­de hier berich­tet, daß auf welt.de eini­ge kri­ti­sche Fragen zum PCR-Test gestellt wur­den. Heute wird dort unter »„Die PCR-Tests für SARS-CoV‑2 sind von Anfang an bes­ser vali­diert“« über Drostens Antworten infor­miert. Erstmals über­haupt sieht Drosten sich ver­an­laßt, zu Bedenken Stellung zu nehmen.

Frage 1 nimmt Bezug auf ein Interview aus dem Jahre 2014, in dem Drosten im Zusammenhang mit MERS unter ande­rem äußer­te: "Asymptomatische Menschen soll­ten nicht mit PCR getes­tet wer­den."

»Antwort von Christian Drosten:

Die Einschätzung zur PCR-Testung bei COVID-19 und MERS unter­schei­det sich deut­lich, denn bei­de Erkrankungen wei­sen deut­lich abwei­chen­de epi­de­mio­lo­gi­sche Ausprägungen auf.

An die­ser Stelle sei nur auf fol­gen­de Aspekte ver­wie­sen: SARS-CoV‑2 (Erreger von COVID-19) wird hoch­ef­fi­zi­ent von Mensch zu Mensch über­tra­gen. Etwa die Hälfte aller Übertragungen geschieht bereits vor Symptombeginn. Daraus folgt, dass der Einsatz der PCR zur Verhinderung von Übertragungen auch Personen ein­be­zie­hen muss, die (noch) kei­ne Symptome aufweisen.

MERS-CoV (Erreger von MERS) und SARS-CoV (Erreger von SARS) wer­den dage­gen erst nach Symptombeginn über­tra­gen. Daher ist die Testung sym­pto­ma­ti­scher Personen hier aus­rei­chend. MERS-CoV ist außer­dem nur sehr inef­fi­zi­ent von Mensch zu Mensch über­trag­bar. Die meis­ten Fälle wer­den durch direk­ten Kontakt mit Kamelen erwor­ben…«

Vor allem sei­en die PCR-Tests von damals noch nicht so ent­wi­ckelt gewesen.

»Die PCR-Tests für SARS-CoV‑2 sind von Anfang an bes­ser vali­diert und tech­nisch auf­ge­setzt (das liegt ein­fach am Fortschritt der Technik) und inzwi­schen als for­mal zuge­las­se­ne in-vitro Diagnostika von einer Vielzahl von Herstellern erhältlich.

Die Tests sind dabei unter­schied­lich, es wird also nicht nur ein Zielgen, son­dern eine gro­ße Vielzahl von Zielgenen ver­wen­det – bei voll­kom­me­ner Übereinstimmung der Testergebnisse zwi­schen Herstellern…

Die nach­träg­li­che Bestätigung einer Infektion bei PCR-Positiven durch Antikörpertestung gelingt dabei in so gro­ßer Regelmäßigkeit, dass eine obli­ga­to­ri­sche Bestätigung aus labor­me­di­zi­ni­scher Sicht ver­zicht­bar ist…«

In dem Artikel wird dar­auf ver­zich­tet, die Behauptungen von Drosten zu hin­ter­fra­gen. Worauf stützt sich die Kernaussage "Etwa die Hälfte aller Übertragungen geschieht bereits vor Symptombeginn"? Wie steht es in der Realität mit derBeteuerung , daß "nicht nur [auf] ein Zielgen, son­dern eine gro­ße Vielzahl von Zielgenen" getes­tet wer­de? Beides wird von renom­mier­ten WissenschaftlerInnen ange­zwei­felt. Siehe dazu u.a. Buch"Illa" jetzt gedruckt erhält­lich.


Frage 2 beschäf­tigt sich damit, "dass ein rein posi­ti­ves PCR-Test-Ergebnis nicht aus­reicht, um ein Infektionsgeschehen zu bestim­men, da auch Menschen, die eine Infektion über­stan­den haben, noch wochen­lang posi­tiv getes­tet wer­den kön­nen". Deshalb sol­le der Ct-Wert der Tests in die Bewertung ein­be­zo­gen wer­den. Es folgt – unbe­an­stan­det – ein Reden um den hei­ßen Brei:

»Antwort von Christian Drosten:

Ich habe im Sommer 2020 den­sel­ben Vorschlag geäu­ßert (s. Zeit-Artikel „Ein Plan für den Herbst“, 5. August 2020). Gemeinsam mit dem RKI habe ich inten­siv an der Erstellung eines Ct- bzw. Viruslast-Standards gear­bei­tet. Dieser wur­de mitt­ler­wei­le allen Diagnostiklaboren zur Verfügung gestellt, sodass Ct- oder bes­ser Viruslast-basier­te PCR-Befunde mög­lich sind. Die Viruslastmessung wird auch schon in vie­len Richtlinien und in der Praxis des öffent­li­chen Gesundheitsdienstes ange­wandt.«

Besagtes Interview aus dem August war der Auftakt für eine Kampagne, in der Drosten Kontakttagebücher eben­so emp­fahl wie die Quarantäne von "Quellclustern" auch ohne Test. "Ein Quellcluster kann zum Beispiel ein Großraumbüro sein, eine Fußballmannschaft oder ein Volkshochschulkurs." Sie soll­ten für fünf Tage eine "Abklingzeit" in Quarantäne ver­brin­gen müssen.

Tatsächlich fin­det man dort auch eini­ge unver­bind­li­che Worte zur "Viruslast", nicht aber zu der Frage der Ct-Werte, um die es eigent­lich geht:

»Zusätzlich brau­chen wir eine wei­te­re ent­schei­den­de Änderung unse­rer Strategie: eine Testung auf Infektiosität statt auf Infektion. Die Information dafür lie­fern die gän­gi­gen PCR-Tests schon in Form der Viruslast. Eine nied­ri­ge Viruslast bedeu­tet, dass ein Patient nicht mehr anste­ckend ist. Würden wir uns zutrau­en, aus den inzwi­schen vor­lie­gen­den wis­sen­schaft­li­chen Daten eine Toleranzschwelle der Viruslast abzu­lei­ten, könn­ten Amtsärzte die­je­ni­gen sofort aus der Abklingzeit ent­las­sen, deren Viruslast bereits unter die Schwelle gesun­ken ist. Es wür­den wohl die aller­meis­ten sein.«

Damals wie heu­te ver­wei­gert Drosten eine Festlegung, bei wel­chen Ct-Werten Infektionen nach­weis­bar sein sol­len. Unter die­sem Gesichtspunkt ist die Vermutung von Ansteckungen "bereits vor Symptombeginn" zumin­dest kühn.

25 Antworten auf „Drosten antwortet der "Welt" zu PCR-Tests“

  1. In mei­nen Augen wie­der­spricht er sich mal wie­der selbst in dem ZEIT Artikel. Er for­dert kon­se­quen­te Quarantäne für das kom­plet­te Cluster und fragt ob wir es wagen eine Toleranzschwelle abzu­lei­ten aus der Viruslast. Im WELT Artikel behaup­tet er , er hat es gewagt und eine Standartisierung erar­bei­tet. Leider ohne sie kon­kret zu benennen.

  2. Ach, der Christian immer und immer wieder.
    Mir stel­len sich mitt­ler­wei­le die Nackenhaare auf, wenn ich was über den lese! Ich weiß, dass es falsch ist. Er ist ja auch nur ein trau­ri­ger Prof. Dr. Clown und wird noch sehr unan­ge­neh­me Erfahrungen mit Karma machen. Trotzdem fällt es mir so schwer, ihn nicht tief­grün­digst zu ver­ach­ten. Shame on me…

  3. Das Übliche: er nimmt das ange­spro­che­ne Thema auf und ver­schwin­det geschmei­dig auf eine Ebene, die der Zuschauer nicht ein­se­hen kann. Dass man sich heu­te mehr mit der Validierung von PCR-Tests beschäf­tigt hat als vor 10 Jahren – wer woll­te das bestrei­ten? Die offe­ne Frage, wann und wie er sei­nen Test vali­diert hat bleibt offen. Stichwort: E‑Gen.
    Bei Drosten und dem RKI ist es unver­zicht­bar immer die­sen Punkt zu beach­ten: ob Drosten oder das RKI irgend­et­was in eine "Richtlinie" schrei­ben oder nicht ist völ­lig egal. Es kommt dar­auf an wie genau das hin­ter­her drau­ßen im Freiland beach­tet wird oder nicht.
    Und in dem Punkt sind Drosten und das RKI bis heu­te beinhart:
    sie behal­ten das allei­ni­ge Monopol über die tech­ni­schen Daten der ange­wen­de­ten Tests (wel­cher Test? Welche Gene? Welcher Ct-Wert?). Daher kön­nen sie täg­lich wei­ter schwin­deln – und machen das auch.
    Was vie­le ver­ges­sen: sein "Test auf nur 1 Gen" wur­de schon 2020 von Wissenschaftlern kom­plett demoliert.
    https://checkerchecken.blogger.de/stories/2804737/
    Und zwar 2fach. Dann noch ein­mal beim Retract-Antrag im Dezember 2020.
    Heute weiß kein Mensch wo wir real in Deutschland stehen.

    1. @gelegentlich
      Ein PCR-Test der nur nach einem Gen-Abschnitt sucht, fin­det ver­mut­lich mehr als alle Varianten der Corona Viren.
      Dieses Problem kann von einem Labor nur in mani­pu­la­ti­ver Absicht igno­riert wer­den. (z.B. Prämie für Positivbefund)
      Ihnen ist sicher auch klar, dass der Nebel um alle RKI Zahlen weder das Resultat einer Ungenauigkeit, noch die Folge eines sys­te­mi­schen Problems ist. Im Gegenteil , es ist das inten­dier­te Ergebnis.
      Denn die­se frei ska­lier­ba­ren Zahlen wer­den bekannt­lich zur Rechtfertigung irgend­wel­cher Maßnahmen gebraucht.
      Um die­se Täuschung auf­recht­zu­er­hal­ten, hat Drosten bis­her auch ver­wei­gert ein gericht­li­ches Gutachten zur Aussagekraft des PCR Tests zu erstellen .
      Er win­det sich, um nicht in die aus­ge­leg­te Schlinge zu tapsen …

  4. Seit über einem Jahr brin­gen es die­se Versager nicht auf die Reihe, für die­se Tests Standardparameter und Kontrollen zu defi­nie­ren und ver­läss­li­che ver­gleich­ba­re Zahlen zu lie­fern, obwohl das nun wirk­lich kein Hexenwerk und mit wenig Aufwand zu rea­li­sie­ren ist. Das ist ent­we­der unglaub­li­che Unfähigkeit oder betrü­ge­ri­sche Absicht. In bei­den Fällen gehö­ren die Verantwortlichen auf der Stelle gefeuert.

    1. Die brin­gen es ja genau­so wenig fer­tig, end­lich eine Kohortenstudie zu ver­öf­fent­li­chen; in München wur­de im Mai eine begon­nen – Ergebnis bis­her nicht ver­öf­fent­licht – also ich fin­de nix – Ihr?!?!?
      Das war ja eigtl. der Ausgangspunkt des Corona-Ausschusses von Viviane Fischer.
      KEINEN inter­es­siert es offen­bar, dass es immer noch kei­ne Erkennntnisse über die evtl. schon star­ke Herdenimmunität in D gibt.
      Hallo "BILD"! Übernehmen Sie!

  5. Zu Mutationen Folgendes: Natürlich kann es beim Kopieren der DNA Fehler geben. Führt der Einbau einer fal­schen Aminosäure jedoch zu einer che­misch (!) insta­bi­len Verbindung, hat dies zu Folge daß auch das Individuum nicht über­lebt sofern es sich um lebens­not­wen­di­ge Eiweißkörper han­delt. In der Welt der Viren wür­de eine der­ar­ti­ge Mutation die wei­te­re Ausbreitung verhindern.

    Überleben tun also nicht etwa Viren die uns am bes­ten töten kön­nen son­dern Solche mit che­misch sta­bi­len Grundbausteinen.

    Bei den Basen der DNA ist das ganz genau­so. So ist jede Aminosäure durch 3 Basen kodiert, wobei auch die­se Tripel wie­der­um Moleküle sind die che­misch sta­bi­le und lang­le­bi­ge (!) Verbindungen dar­stel­len. Man beach­te den Begriff lang­le­big, d.h., hier reden wir von eini­gen tau­send Jahren und nicht vom letz­ten Jahrzehnt!

    Oberschulwissen, DDR/EOS, Klasse 11.

  6. 20.11.2020

    Virologe Drosten warnt bereits vor neu­er Pandemie
    Der Entdecker des Sars-CoV2-Virus nimmt nun das MERS-Virus ins Visier.
    Der umstrit­te­ne Virologe Christian Drosten sagt in einem Interview mit Capital, dass er nach sei­ner star­ken Medienpräsenz der ver­gan­ge­nen Monate nun die Rückkehr ins Forschungslabor pla­ne. Er wol­le mit einer Arbeitsgruppe «ein neu­es Thema aufbauen».
    Gegenstand der Forschung sei aller­dings nicht mehr das Coronavirus, son­dern er wol­le sich den MERS-Viren widmen.
    MERS sei der nächs­te Pandemie-Kandidat, wird Drosten wei­ter zitiert.

    https://www.capital.de/wirtschaft-politik/charite-forscher-drosten-warnt-vor-neuem-pandemie-risiko

    CFR: SARS‑2 2% SARS‑1 10% MERS 35%

    1. @ Eman

      Aha Drosten will also einen neu­es Thema AUFBAUEN. Schon allein die Sprache ist ver­rä­te­risch. Also um MERS solls gehen. Ärgerlich scheint zu sein, dass MERS-CoV nur sehr inef­fi­zi­ent von Mensch zu Mensch über­trag­bar ist und man dafür wohl Kamele braucht (steht oben im Artikel).…. Zeit für die Freisetzung einer neu­er Gain of func­tion MERS Variante? Einfach nur zum Kotzen…

  7. Zum Punkt
    "»Antwort von Christian Drosten:
    Ich habe im Sommer 2020 den­sel­ben Vorschlag geäu­ßert (s. Zeit-Artikel „Ein Plan für den Herbst“, 5. August 2020). Gemeinsam mit dem RKI habe ich inten­siv an der Erstellung eines Ct- bzw. Viruslast-Standards gear­bei­tet. Dieser wur­de mitt­ler­wei­le allen Diagnostiklaboren zur Verfügung gestellt, sodass Ct- oder bes­ser Viruslast-basier­te PCR-Befunde mög­lich sind. "

    Ich habe gedacht, dass Ct-basier­te PCR-Befunde nicht mit­ein­an­der ver­gleich­bar sind.
    So jeden­falls habe ich die von Drosten im Corona-Podcast 54 gemach­te Bemerkung verstanden.

    Jedes Labor wer­kelt vor sich hin und prä­sen­tiert dann irgend­ein "Ergebnis".

    1/20 Stand 01.09.2020
    NDR.DE/CORONAUPDATE
    CORONAVIRUS-UPDATE Folge 54

    Drosten:
    Wenn man genau hin­schaut, wird man
    fest­stel­len: Die Ct-Werte zwi­schen ein­zel­nen Reaktionschemien
    der PCR und zwi­schen Maschinen unterscheiden
    sich. Ein Ct ‑Wert von 30 in dem einen Labor ist
    nicht das­sel­be in Form von Viruslast wie ein Ct-Wert
    von 30 in einem ande­ren Labor.

    Einige Fundstellen zu die­sem Aspekt:

    https://www.pharmazeutische-zeitung.de/schluessel-zur-eindaemmung-116642/seite/3/
    Hersteller zer­ti­fi­zie­ren selbst
    Nachweise für die Zuverlässigkeit und Qualität sol­cher Tests müs­sen die Hersteller nicht erbrin­gen. Gemäß der EU-Richtlinie über In-vitro-Diagnostika (IVD) gel­ten Covid-19-Tests als IVD nied­ri­gen Risikos. Das für bio­me­di­zi­ni­sche Arzneimittel zustän­di­ge Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erklär­te dazu gegen­über der PZ: »Diese Tests kön­nen bis zum Mai 2022 noch durch den Hersteller selbst zer­ti­fi­ziert wer­den, danach gel­ten die Regelungen der IVD-Verordnung.«
    Allgemein aner­kann­te, defi­nier­te Qualitätsstandards gebe es kei­ne, so das PEI.

    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/10/22/ct-wert-als-mass-fuer-die-infektiositaet
    Außerdem ist der Ct-Wert von Labor zu Labor, von Test-System zu Test-System und teil­wei­se sogar zwi­schen den PCR-Maschinen unterschiedlich.

    https://ladr.de/ct-wert-sars-coronavirus-2-pcr
    Bedeutet ein nied­ri­ger Ct-Wert immer, dass die unter­such­te Person hoch­gra­dig anste­ckend ist?
    Nein! Der Nachweis von Virus-RNA sagt nichts über die Vermehrungsfähigkeit der Viren aus. …
    Jedes Labor muss die Zykluszahl des Schwellenbereiches selbst bestim­men. Daher kann die Ct-Angabe abhän­gig vom Test und Labor variieren, …

    https://www.dw.com/de/was-ist-der-ct-wert-und-wie-kommt-er-zustande/a‑56097309
    feh­len­de Standardisierung
    Es gibt kei­nen ein­heit­li­chen, stan­dar­di­sier­ten CT-Wert, ab dem eine posi­tiv getes­te­te Person nicht mehr als infek­ti­ös gilt. Das liegt unter ande­rem dar­an, dass es vie­le ver­schie­de­ne Tests gibt, die auf unter­schied­li­che Zielgene aus­ge­rich­tet sind und deren PCR-Ansätze sich leicht unter­schei­den. Dadurch unter­schei­det sich auch, wel­che Virusmenge zu wel­chem CT-Wert führt.

    https://www.doccheck.com/de/detail/articles/29845-coronatest-die-krux-mit-dem-ct-wert
    „Ein Ct-Wert von 30 in dem einen Labor ist nicht das­sel­be in Form von Viruslast wie ein Ct-Wert von 30 in einem ande­ren Labor“, sagt Prof. Christian Drosten vom Institut für Virologie der Berliner Charité. 

    https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/gesundheitsaemter-corona-tests-101.html
    Der Berliner Corona-Experte Christian Drosten beschäf­tig­te sich in sei­nem jüngs­ten Podcast auf NDR-Info eben­falls mit die­ser Frage. "Ein Ct-Wert von 30 in dem einen Labor ist nicht das­sel­be in Form von Viruslast wie ein Ct-Wert von 30 in einem ande­ren Labor", warn­te er.

    1. "Viele sind nicht (mehr) ansteckend

      Für Aufsehen sorg­te in die­ser Woche ein Artikel in der "New York Times", der berich­te­te, dass Testdaten aus Nevada, Massachsetts und New York nahe­le­gen, dass bis zu 90 Prozent der PCR-Tests so hohe Ct-Werte zei­gen, dass die Patienten kaum noch Viren hat­ten. Der Epidemiologe Michael Mina von der Harvard Universität plä­diert des­halb dafür, den Ct-Grenzwert auf 30 festzulegen.

      Der Berliner Corona-Experte Christian Drosten beschäf­tig­te sich in sei­nem jüngs­ten Podcast auf NDR-Info eben­falls mit die­ser Frage. "Ein Ct-Wert von 30 in dem einen Labor ist nicht das­sel­be in Form von Viruslast wie ein Ct-Wert von 30 in einem ande­ren Labor", warn­te er. Grundsätzlich hielt er es aber für rich­tig, die Viruslast von Patienten zu quan­ti­fi­zie­ren – etwa durch Erfassung des Ct-Werts einer Referenz-Probe. "Ich fin­de es jetzt nicht falsch, wenn gera­de auch in USA gesagt wird, lass uns ein­fach mal einen Ct-Wert fest­le­gen, ich wür­de da auch mit­ge­hen", so Drosten. 

      https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/gesundheitsaemter-corona-tests-101.html

  8. Drosten behaup­tet die Hälfte der Übertragungen pas­sier­ten durch Symptomlose. Eine wis­sen­schaft­li­che Studie aus Wuhan mit 10 Mio. Teilnehmern beweist: nur unter 1%.

  9. Es ist wich­tig zu unter­schei­den zwi­schen asym­pto­ma­ti­schen Übertragungen, also von Menschen, die nie Symptome ent­wi­ckeln wer­den, und prä­sym­pto­ma­ti­schen Übertragungen, also von Infizierten bevor sie Symptome ent­wi­ckeln. Asymptomatische Übertragung kommt sel­ten vor, prä­sym­pto­ma­ti­sche hin­ge­gen häu­fig. Nach einer aktu­el­len Studie [1] sogar in 75% der Fälle. Der Effekt kann aller­dings auch dadurch ver­stärkt wer­den, dass sich vie­le heut­zu­ta­ge sofort iso­lie­ren, wenn Symptome auftreten.

    Die "Kernaussage" von Drosten, die aa anzwei­felt, stimmt also. Ein bedeu­ten­der Teil der Übertragungen fin­det vor der Symptombildung statt. Dementsprechend sind PCR-Tests durch­aus sinn­voll. Es besteht ein­fach kei­ne ande­re, annä­hernd ver­läss­li­che Möglichkeit, prä­sym­pto­ma­ti­sche Infizierte zu erkennen.

    Es ist natür­lich rich­tig, dass die Schwellen der PCR-Tests zu nied­rig ange­setzt wer­den. Hier hät­te es im Verlauf der Pandemie Anpassungen geben müs­sen, die fahr­läs­si­ger­wei­se unter­blie­ben sind.

    [1] https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/27/4/20–4576_article

    1. @NW 17. April 2021 um 20:06 Uhr
      https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/27/4/20–4576_article

      Wieder so eine Witz-Studie.
      Die Studie kann doch nie­mand ernst nehmen.

      During the ongo­ing coro­na­vi­rus dise­a­se (COVID-19) pan­de­mic, world­wi­de, >85 mil­li­on seve­re acu­te respi­ra­to­ry syn­dro­me coro­na­vi­rus 2 (SARS-CoV‑2) infec­tions had been repor­ted as of January 7, 2021

      85 Millionen SARS-CoV‑2 Infektionen!
      Wenn das schon so anfängt. Infektionen! Wer hat denn die 85 Millionen Infektionen fest­ge­stellt? Und wie? Das ist lächerlich.

      Es geht um eine Karneval-Veranstaltung im Februar 2020 in Deutschland
      Am 29. Februar 2020 wur­de dem ört­li­chen Gesundheitsamt (LPHA) eines länd­li­chen Landkreises in Süddeutschland ein COVID-19-Fall ohne zuvor beob­ach­te­te Übertragung in der Gemeinde gemel­det. Während der infek­tiö­sen Periode hat­te der Fall-Patient meh­re­re Karnevalsveranstaltungen im Landkreis besucht. Das LPHA lei­te­te sofort eine Kontaktsuche ein und iden­ti­fi­zier­te alle engen Kontaktpersonen; die­se wur­den unter Quarantäne gestellt und unab­hän­gig von den Symptomen getes­tet. Bis Ende März 2020 wur­de ein Cluster von 59 Fällen durch suk­zes­si­ve Kontaktverfolgung identifiziert.

      Die Studie ist für mich reins­te Kaffeesatzleserei, aber kein strin­gen­ter Nachweis irgend­wel­cher Übertragungs- oder Ansteckungsketten.
      Es könn­te so sein, wie es sich die Verfasser der Studie vor­stel­len. Es könn­te auch ganz anders sein.
      Auf sol­che Studien gebe ich kei­nen Pfifferling.
      Ein exak­ter Beweis sieht anders aus.

  10. Boah :-((
    Langsam ver­ges­se ich mich ange­sichts die­ses Gelabers :

    Der PCR – Test ist NICHT vali­diert und nicht für dia­gnos­ti­sche Zwecke geeig­net! Wie auch hier schon oft geschrieben.
    1.
    https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/der-supergau-und-kardinalfehler-professor-bergholz-ueber-pcr-tests-und-manipulierbare-inzidenzwerte-a3491290.html

    "Wenn Daten von vorn­her­ein falsch erho­ben und berech­net wer­den, dann ist auch das Ergebnis nicht viel mehr als eine „Hausnummer“, wie Professor Dr. Werner Bergholz die Inzidenzwerte beschreibt. Trotz sei­ner fach­li­chen Expertise als Spezialist für Standardisierung und Normung wur­de sei­ne Warnung vor mani­pu­lier­ba­ren Inzidenzwerten nach einer Anhörung im Gesundheitsausschuss ignoriert. "
    " Jedes Labor in Deutschland macht das bei­spiels­wei­se mit der Anzahl der Verdopplungszyklen etwas anders. Der Datenunterschied, der sich dar­aus ergibt, ist enorm. 20 Verdopplungszyklen bedeu­ten, dass ich eine Verstärkung von einer Million ein­ge­schal­tet habe. Aus einem Schnipsel wur­den eine Million! Wenn ich 30 Zyklen mache, das ist die­ser omi­nö­se CT-Wert, dann habe ich schon eine Milliarde; mache ich 40, habe ich eine Billion und so weiter.

    Der Erfinder die­ses Tests hat ein­mal gesagt: ‚Wenn ich den CT-Wert stark erhö­he, dann kann ich in jeder Person alles (also belie­bi­ge Genschnipsel) nachweisen"

    "Wenn wir tat­säch­lich in den Schulen ein Problem haben, dann nüt­zen die Schnelltests gar nichts, son­dern macht nur unnö­tig falsch-nega­ti­ve Ergebnisse. Dazu möch­te ich noch auf eine Untersuchung der Ludwig-Maximilian-Universität zu spre­chen kom­men – einer sehr gut gemach­ten Studie. Sie haben es geschafft, die­se gan­zen Unzulänglichkeiten des Tests durch eine sehr raf­fi­nier­te Auswertung zu kom­pen­sie­ren und kamen auf ein abso­lut ein­deu­ti­ges Ergebnis: Kinder und Jugendliche spie­len kei­ne Rolle. Wenn man das igno­riert, dann fin­de ich das schon bemerkenswert."

    " Hier gibt es die schrift­li­che Stellungnahme von Professor Bergholz an den Gesundheitsausschuss vom 26. Oktober 2020. Eine aktu­el­le Stellungnahme zu den beab­sich­tig­ten Änderungen im Infektionsschutzgesetz wur­de dem Gesundheitsausschuss nach Aussage des Professors am 15. April übermittelt."

    2.
    Prof. Hans-Jürgen Bandelt zum Drosten-PCR-Test:

    https://corona-transition.org/massentestung-mit-antigentests-verhindert-keine-ansteckung

    " Ab einem Wert von etwa 30 ist eine Ansteckungsgefahr gemäss wis­sen­schaft­li­chen Studien so gut wie aus­ge­schlos­sen. Angesichts der hohen Empfindlichkeit des PCR-Tests kann die­ser schon beim Auftreten von mini­ma­len Virusresten anschla­gen, ent­we­der zu Beginn einer Infektion oder eben auch wäh­rend des Abklingens – und zwar bis vie­le Wochen danach und auch in Fällen, in denen eine Infektion nie bemerkt wor­den war. Entsprechend irre­füh­rend ist es, einen posi­ti­ven PCR-Test als ’Neuinfektion’ zu bezeichnen»

    3.
    https://www.welt.de/debatte/kommentare/article230407507/Ct-Wert-Wir-muessen-die-Ergebnisse-der-PCR-Tests-genauer-auswerten.html

    " Fakt ist: In Deutschland spielt der Ct-Wert kaum eine Rolle – und die Politik macht kei­ne Anstalten, dar­an etwas zu ändern." 

    Warum????

    Herr Spahn, wei­sen Sie ENDLICH die Labore in Deutschland an, ein­heit­li­che CT-Werte von <30 anzuwenden!!

  11. @NW
    Danke für den Link. Es han­delt sich um eine Studie, die auf Telefon-Interviews basiert. Das ist eine gute Methode für Marketing-Umfragen und eine eher zwei­fel­haf­te Methode für Daten, auf deren Grundlage man Berechnungen durch­füh­ren will. Dafür braucht man mög­lichst genaue Daten, nach sechs Wochen Erinnerungen und sub­jek­ti­ve Empfindungen abzu­fra­gen ist…suboptimal.

    Dazu kommt, wie die Forscher "Symptomatische Fälle" defi­niert haben. Sehen Sie sich die Liste im Appendix an, und fra­gen sie sich selbst, ob sie vor 4–6 Wochen eines der dor­ti­gen "Krankheitsbilder" (dar­un­ter lau­fen­de Nase, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen) hat­ten. Ich kom­me auf drei Und wis­sen Sie noch genau, an wel­chen Tagen das war? Ich kann mich nicht zuver­läs­sig erinnern.
    Dann schau­en Sie sich noch die Korrekturmethoden im Appendix an. Das, was nicht zur Studie pass­te, ins­be­son­de­re zu frü­he Symptome, wur­de nicht etwa gestri­chen, son­dern durch pas­sen­de Daten ersetzt. Spätestens da müs­sen die Alarmglocken klin­geln, denn so etwas ver­zerrt jede dar­auf fol­gen­de Berechnung, zumal aus­ge­rech­net klas­si­sche Symptome einer Atemwegserkrankung betrof­fen waren.

    aa hat guten Grund zu zwei­feln. Das RKI selbst zitiert zwei Studien aus der aller­ers­ten Corona-Zeit in China bzw. Singapur. Beide kom­men auf Werte zwi­schen 45 und 55 Prozent für prä­sym­pto­ma­ti­sche Übertragungen, beru­hen aller­dings aus­schließ­lich auf Rechenmodellen und hat­ten jeweils weni­ger als hun­dert Datensätze zur Verfügung. Die Zweifel kann Drostens Antwort nicht ausräumen.

  12. "Erstmals über­haupt sieht Drosten sich ver­an­laßt, zu Bedenken Stellung zu nehmen."

    Is ja klar, da muss jemadn auf "Augenhöhe" wie die "Welt" kom­men, wenn man den unfehl­ba­ren, genia­len Pianisten kri­ti­siert. Leute die angebl. nicht mal die schwar­zen Tasten spie­len kön­nen, laut sei­nen Aussagen, sol­len sich kuschen und still schweigen!

    So hät­tens die Herrschaften gerne!

    "Unter die­sem Gesichtspunkt ist die Vermutung von Ansteckungen "bereits vor Symptombeginn" zumin­dest kühn."

    In wel­chen Studien sind Ansteckungen und Übertragungen von SARS-CoV‑2 über­haupt erforscht und expe­ri­men­tell nachgewiesen?

  13. Virologe Christian Drosten
    Schnelltests wohl weni­ger zuver­läs­sig als ange­nom­men – trotz­dem "unver­zicht­bar"

    STAND 16.4.2021, 11:59 Uhr
    Anja Braun 

    Antigen-Schnelltests erken­nen die ers­ten Tage einer Infektion wohl weni­ger zuver­läs­sig als gedacht. Der Virologe Christian Drosten hält sie trotz­dem für ein wirk­sa­mes Werkzeug. 

    Eine Einschätzung von Anja Braun aus der SWR Wissenschaftsredaktion.
    https://www.swr.de/wissen/zuverlaessigkeit-antigen-schnelltests-100.html

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