Sachgebietsleiter der Frankfurter Universitätsbilbiothek mit Falschinformation.

Im Bericht über sei­ne Recher­chen zur "Dros­ten-Dis­ser­ta­ti­on" zeigt Mar­kus Küh­ba­cher die­ses Bild:

Aus dem klei­nen Zet­tel geht her­vor, daß es kei­ner­lei Ein­schrän­kun­gen bei Ver­viel­fäl­ti­gun­gen gibt.

Damit ist klar, daß eine zwei­fa­che Aus­kunft des "Sach­ge­biets­lei­ters Infor­ma­ti­on / Anmel­dung / Lese­sä­le" der Frank­fur­ter Uni­ver­si­täts­bil­bio­thek aus dem Juli – nun, nicht so ganz rich­tig war. Damals wur­de mir eine Kopie ver­wei­gert: "Hier müss­ten Sie war­ten bis 70 Jah­re nach dem Tod des Urhe­bers bzw. der Urhe­be­rin." Dazu und zu den Inter­ven­tio­nen des Kanz­lers der Uni sie­he Dis­ser­ta­ti­on Chris­ti­an Dros­ten: Kein Dran­kom­men?Dros­ten-Diss. erst im Jahr 2130 ver­füg­bar? und Brie­fe vom Kanzler…

11 Antworten auf „Sachgebietsleiter der Frankfurter Universitätsbilbiothek mit Falschinformation.“

  1. Lie­ber AA,

    der Zet­tel den Sie anspre­chen besagt ja nur, dass Sie den Kopien-Dienst der DNB nut­zen kön­nen, wenn Sie eine Kopie der Dok­tor­ar­beit haben möchten.

    Das stimmt sogar, aller­dings erhal­ten Sie dort dann auch nicht die voll­stän­di­ge Kopie, son­dern nur 10 % des Buches , es sei denn die Arbeit wäre nicht mehr urhe­be­recht­lich geschützt, also "gemein frei". Das ist sie aber noch bis "70 Jah­re nach dem Tod". 

    Woher ich das weiß? Nun, zum einen woh­ne ich in Mainz und nut­ze die DNB in Frank­furt selbst häu­fig, auch den Kopi­en­ser­vice und habe das selbst schon häu­fi­ger erfah­ren. Auch ande­re Biblio­the­ken von denen ich Kopien und Scans erhal­ten haben, ver­fah­ren so. Zum ande­ren steht es so im Urhebergesetz

    Die DNB weist auch extra auf deren Home­page dar­auf hin, dass Kopien nur im Rah­men des Urhe­be­rech­tes ange­fer­tigt wer­den kön­nen. Zitat: 

    "Recht­li­che Grundlagen

    Der Kopien­ver­sand auf Bestel­lung ist auf Grund­la­ge des Urhe­ber­rechts den öffent­li­chen Biblio­the­ken nur dann erlaubt, wenn die Ver­viel­fäl­ti­gun­gen der Bestel­le­rin oder dem Bestel­ler zum pri­va­ten und sons­ti­gen eige­nen, nicht aber zum kom­mer­zi­el­len Gebrauch dienen.

    Zuläs­sig ist die Ver­viel­fäl­ti­gung von bis zu 10 Pro­zent vom Gesamt­um­fang eines erschie­ne­nen Wer­kes sowie ein­zel­ne in Fach­zeit­schrif­ten oder wis­sen­schaft­li­chen Zeit­schrif­ten erschie­ne­ne Beiträge.

    Für die Ein­hal­tung der mit den ver­sand­ten Kopien ver­bun­de­nen Urhe­ber­rech­te ist die Bestel­le­rin oder der Bestel­ler selbst verantwortlich."
    (Quel­le: https://​www​.dnb​.de/​D​E​/​S​e​r​v​i​c​e​/​H​i​l​f​e​/​K​o​p​i​e​n​v​e​r​s​a​n​d​/​h​i​l​f​e​K​o​p​i​e​n​v​e​r​s​a​n​d​_​n​o​d​e​.​h​t​m​l​#​d​o​c​1​8​0​3​6​4​b​o​d​y​T​e​xt9)

    Ich befürch­te also, dass Sie mit Ihrem Bei­trag falsch lie­gen und der Sach­ge­biets­lei­ter Recht hat. 

    Vie­le Grü­ße vom Rhein
    A. Höhler

    1. @A. Höh­ler: Nö. Der Zet­tel erlaubt das Foto­gra­fie­ren ohne Ein­schrän­kung. Dok­tor­ar­bei­ten sind immer zu ver­öf­fent­li­chen, ledig­lich die For­men sind unter­schied­lich. Die DNB in Leip­zig gestat­te­te das Kopie­ren von 75% des Tex­tes. Den "Fak­ten-Che­ckern" von cor​rec​tiv​.org liegt die Arbeit kom­plett vor, eben­so coro​na​-tran​si​ti​on​.org. Vie­le Dis­ser­ta­tio­nen lie­gen als PDF voll­stän­dig vor. Dazu kommt, daß erst nach erheb­li­chem öffent­li­chen Druck über­haupt Exem­pla­re der Arbeit im Jahr 2020 in der UB und spä­ter in der DNB zur Ver­fü­gung gestellt wur­den. Woher kamen die und wann sind sie entstanden?

    2. Komisch. Die Ver­öf­fent­li­chung dient doch dazu, das erar­bei­tet Wis­sen ande­ren For­schern zur Ver­fü­gung zu stel­len. Wie soll das denn gehen, wenn man nur 10% davon effek­tiv aus­wer­ten kann?

      Und wenn jeder For­scher, der eine Ver­öf­fent­li­chung aus­wer­ten will dazu an die ent­spre­chen­de Biblio­thek rei­sen müss­te, wären wir prak­tisch wie­der auf dem Niveau des Mit­tel­al­ters. Also ich habe die Erfah­rung, dass man per Fern­lei­he bzw. Kopier­diens­te alles erhal­ten kann, was nicht aus­drück­lich einer Geheim­hal­tung unterliegt.

      Das Urhe­ber­ge­setzt ver­bie­tet ja nur die Aneig­nung geis­ti­ger Leis­tun­gen ande­rer zu eige­nen gewerb­li­chen Zwe­cken – aber ganz gewiss nicht die Ver­wer­tung wis­sen­schafl­ti­cher Erkennt­nis­se für For­schung und Wis­sen­schaft. Und auch nicht für die Aus­wer­tung des Gehalts einer behaup­te­ten wis­sen­schaft­li­chen Leistung.

  2. @aa: Das Foto­gra­fien (ist das glei­che wie kopie­ren) ist erlaubt, auf­grund des Bestandschutzes,steht doch da,von unein­ge­schränkt steht da nix. Für eige­ne Zwe­cke (bis 75 %) dür­fen Sie das ja selbst machen. Sie haben aber bei in Frank­furt nach einem Scan gefragt, der Ihnen zu geschickt wer­den soll. Das dür­fen die aber nur bis zu 10 %. Steht alles im Urhe­ber­recht. Sie lie­gen also immer noch falsch mit Ihrem Beitrag.

  3. A. Höh­ler hat voll­kom­men Recht. Ich bin selbst Biblio­the­kar an einer gro­ßen deut­schen UB und dort unter ande­rem für die Bear­bei­tung von Sca­n­auf­trä­gen zustän­dig. Bei Wer­ken, die nicht gemein­frei sind, dür­fen nur maxi­mal 10% kopiert bzw. gescannt werden.

    1. "Im Gegen­satz zur kör­per­li­chen Form Dei­ner Abschluss­ar­beit, die Dir zusteht, ist der wis­sen­schaft­li­che Inhalt der Abschluss­ar­beit laut uni­ver­si­tä­rer Richt­li­ni­en gemein­frei. So unter­lie­gen die in Dei­ner Abschluss­ar­beit ent­hal­te­nen Ergeb­nis­se und Daten, Theo­rien, mathe­ma­ti­sche Metho­den und wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se nicht dem urhe­ber­recht­li­chen Schutz. Soll­te jemand Dei­ne Daten wei­ter­ver­wen­den, so muss er jedoch durch die Pflicht zur Quel­len­an­ga­be natür­lich die Her­kunft durch die Anga­be der Fund­stel­le bele­gen." (https://​www​.the​si​us​.de/​b​l​o​g​/​a​r​t​i​c​l​e​s​/​r​e​c​h​t​s​-​u​n​d​-​v​e​r​f​a​h​r​e​n​s​f​r​a​g​e​n​-​e​x​t​e​r​n​e​-​b​a​c​h​e​l​o​r​-​m​a​s​t​e​r​-​d​i​s​s​e​r​t​a​t​i​o​n​-​a​b​s​c​h​l​u​s​s​a​r​b​eit)

  4. @AA:

    Lei­der haben Sie immer noch nicht Recht, egal wie oft Sie es auch noch wie­der­ho­len möch­ten: Sobald aus den Gedan­ken ein Werk wird, hat das gan­ze auto­ma­ti­schen urheb­recht­li­chen Schutz. 

    Ent­schul­di­gen Sie, dass ich das so sagen muss, aber viel Ahnung haben Sie wirk­lich nicht, vor­al­lem weil Sie ja selbst in Ihrem Zitat nach­le­sen kön­nen, dass die Inhalte/Ideen frei sind, das kör­per­li­che Werk aber doch nicht. Dar­um geht es aber bei der Fra­ge, ob und wie ver­viel­fäl­tigt und gelie­fert wer­den darf:

    "Sind mei­ne For­schungs­da­ten und ‑ergeb­nis­se urhe­ber­recht­lich geschützt?

    For­schungs­er­geb­nis­se sind in der Regel über das Urhe­ber­recht geschützt, da sie die nöti­ge Eigen­tüm­lich­keit, Ori­gi­na­li­tät oder auch Indi­vi­dua­li­tät auf­wei­sen und damit ein Werk gem. § 2 UrhG sind. Da die Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler die Urhe­ber der For­schungs­er­geb­nis­se sind, lie­gen die Urhe­ber­rech­te zunächst ein­mal bei ihnen. 

    Ideen und Fakten

    Wich­tig ist: Blo­ße Fak­ten, Gedan­ken und Ideen genie­ßen kei­nen urhe­ber­recht­li­chen Schutz. Der Urhe­ber­rechts­schutz bezieht sich immer nur auf ein kon­kre­tes, sinn­lich wahr­nehm­ba­res For­schungs­er­geb­nis. Für die Wis­sen­schaft bedeu­tet dies: Der Urhe­ber­rechts­schutz beginnt erst, wenn aus der gedank­li­chen Erkennt­nis ein Werk gewor­den ist, z.B. in Form einer Publikation."

    (Quel­le: https://​www​.bmbf​.de/​u​p​l​o​a​d​_​f​i​l​e​s​t​o​r​e​/​p​u​b​/​H​a​n​d​r​e​i​c​h​u​n​g​_​U​r​h​W​i​s​s​G​.​pdf)

    Die genann­te Quel­len soll­ten Sie mal bit­te voll­stän­dig lesen, viel­leicht hilft es Ihre Wis­sens­lü­cken zu schließen. 

    Hier noch eine andere:
    " (…) Es liegt auf der Hand und ist heu­te Kon­sens, dass wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se, Gedan­ken und Inhal­te selbst urhe­ber­recht­lich frei und jeder­mann zugäng­lich sind (so der BGH bereits in meh­re­ren Ent­schei­dun­gen in den 1980ern, vgl. nur Urteil vom 9. Mai 1985 – I ZR 52/83 "Inkas­so-Pro­gramm"). Auf der ande­ren Sei­te wür­de es dem Grund­ge­dan­ken des Urhe­ber­rechts wider­spre­chen, wenn jede Dar­stel­lung neu gewon­ne­ner wis­sen­schaft­li­cher Erkennt­nis­se gemein­frei wäre und von jedem unein­ge­schränkt genutzt und ver­brei­tet wer­den könn­te, zumal Wer­ke der Wis­sen­schaft in § 1 UrhG aus­drück­lich als Schutz­ge­gen­stand auf­ge­führt sind. " (https://​www​.for​schung​-und​-leh​re​.de/​u​r​h​e​b​e​r​r​e​c​h​t​-​u​n​d​-​w​e​r​k​q​u​a​l​i​t​a​e​t​-​3​26/)

    Jetzt ver­stan­den?

    Mit freund­li­chen Grüßen
    A. Höhler

    1. @A. Höh­ler: Viel­leicht soll­ten wir es dabei belas­sen, daß wir unei­nig sind? Mein letz­tes Argu­ment an die­ser Stel­le ent­stammt der Pro­mo­ti­ons­ord­nung der Goethe-Universität:
      "(2) In den Fäl­len a) und d) über­trägt der/die Doktorand/in der Hoch­schu­le das Recht, wei­te­re Kopien von der Dis­ser­ta­ti­on her­zu­stel­len und zu verbreiten.«
      https://​www​.uni​-frank​furt​.de/​6​1​7​8​3​3​8​7​/​p​r​o​m​o​_​o​r​d​_​1​9​9​7​.​pdf
      Dabei gilt für die Ablie­fe­rung der Arbeit:
      "a) min­des­tens 30 Exem­pla­re, jeweils in Buch- oder Pho­to­druck zum Zwe­cke der Verbreitung"

  5. Das ist lei­der schon wie­der nicht kor­rekt: Es wäre ja nur dann gestat­tet, wenn er in den Fäl­len a und d pro­mo­viert hät­te, hat er aber nicht (zunächst egal wie Ihre Mei­nung dazu ist,offiziell ist es nun mal so). Ihre Aus­gangs­be­haup­tung in dem Bei­trag war aber ein ganz ande­re und zwar ,dass der klei­ne Zet­tel oben im Bild das Kopie­ren unein­ge­schränkt erlau­ben wür­de. Damit lie­gen Sie aber nach­weis­lich falsch. Jetzt wird die Pro­mo­ti­ons­ord­nung ange­führt, zwi­schen­durch zitie­ren Sie eine Inter­net­sei­te mit der Sie sich selbst wider­spre­chen … aber nun gut, wenn das Ihr letz­ter Punkt war, wird es ver­mut­lich auch nicht mehr bes­ser wer­den. Ich ver­ab­schie­de mich eben­so aus der Diskussion.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.