Schnelltest-Wahn in Berliner Kliniken gestoppt

Auf berliner-zeitung.de ist am 11.2. zu lesen:

»Verwirrung um Corona-Tests bei Klinik-Personal
Warum Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci erst täg­li­che Tests von allen Krankenhaus-Mitarbeitern for­dert, dann aber doch auf Freiwilligkeit setzt.

Manchmal ist die Entstehung einer Meldung inter­es­san­ter als ihr Inhalt. Am Mittwochmorgen zum Beispiel ließ Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci mit­tei­len, „dass sich in Krankenhäusern täti­ges medi­zi­ni­sches Personal ab dem 11. Februar 2021 täg­lich (vor­zugs­wei­se vor Dienstbeginn) mit­tels eines PoC-Testes auf eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV‑2 tes­ten las­sen muss“.

Schnelltests für alle Ärzte, alle Pfleger, qua­si ab sofort? Eine Nachricht mit Sprengkraft, die durch bal­di­ge Korrektur aber ent­schärft wur­de. Diesmal teil­te die Senatorin mit, „dass Krankenhäuser ver­pflich­tet sind, ihrem pati­en­ten­nah täti­gen Personal anzu­bie­ten, sich täg­lich mit­tels eines PoC-Testes auf eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV‑2 tes­ten zu las­sen“.«

Erklären darf das Chaos der "gesund­heits­po­li­ti­sche Sprecher der Linke-Fraktion":

»Albers sagt: „Wir hat­ten in der ver­gan­ge­nen Woche vor allem die sta­tio­nä­ren Pflegeeinrichtungen im Blick.“ Immerhin waren rund zwei Drittel der Corona-Toten Heimbewohner. „Wir stan­den zudem unter dem Eindruck eines Ausbruchs im Humboldt-Klinikum, wo ja eine Mutation auftrat.“…

Meldung zwei war dann so etwas wie ein Betriebsunfall, die auch die Berliner Krankenhausgesellschaft irri­tiert haben dürf­te. Sie hat­te schon gegen Meldung eins pro­tes­tiert. Schließlich zeig­te sich am Beispiel der Charité wäh­rend der ers­ten Corona-Welle, zu welch logis­ti­schem Aufwand umfas­sen­de Tests füh­ren. „Wir haben ordent­lich Prügel bekom­men“, berich­tet Albers.«

Dennoch soll der Unfug fort­ge­setzt wer­den, aber freiwillig:

»Unterschiedliche Zeiten bei Schichtbeginn und Schichtende an zum Teil weit ver­streu­ten Arbeitsplätzen stel­len Kliniken vor eine extre­me Herausforderung, wenn dann auch noch vom Hausmeister bis zum Hautarzt jeder getes­tet wer­den soll. „Aufwand und Nutzen ste­hen in kei­nem Verhältnis“, so Albers.«

Unbeleckt von den viel­fäl­tig doku­men­tier­ten gra­vie­ren­den Mängeln der Schnelltests (s.u.) heißt es trotzig:

»Vernünftig sind die Schnelltests alle­mal, sagt Albers, eine star­ke Waffe im Kampf gegen Corona sind sie. „Die gilt es ver­stärkt zu nutzen.“ «

Quelle: berliner-zeitung.de (11.2.)

Siehe auch:

Für den "Tagesspiegel" sind Schnelltests moder­ne Amulette
Behörden beun­ru­higt: Fast die Hälfte der posi­ti­ven Schnelltests falsch!.
Viele Corona-Schnelltests ohne Prüfung im Umlauf
RKI-Server gehackt? Schnelltest völ­lig fehlerhaft?
Fehler bei Ergebnissen: Skandalöse Schnelltests an Utaschule

4 Antworten auf „Schnelltest-Wahn in Berliner Kliniken gestoppt“

  1. Hier schön erklärt: die neue Teststrategie für Dauerwellen:
    https://tkp.at/2021/02/06/die-neue-teststrategie-fuer-den-dauerlockdown-eine-mathematische-analyse-und-bewertung/

    Kurz erklärt: man ver­wen­det zusätz­lich zu den PCRs die noch unzu­ver­läs­si­ge­ren Schnelltests. Sind sie posi­tiv, schlägt man sie ohne wei­te­re Prüfung (die Gegenprobe durch PCR scheint zuvor aus­schlag­ge­bend gewe­sen zu sein, um in den Fallzahlen vor­zu­kom­men) den offi­zi­el­len Fallzahlen zu, die nega­ti­ven berich­tet man ein­fach nicht. So steigt wun­der­sa­mer Weise die Zahl der Positiven antei­lig zu den PCR-Testzahlen.

    1. Wenn alle so ihre Sinne bei­ein­an­der­hät­ten wie der Fischerwirt.…wäre der Spuk schnell vorbei.
      Tat rich­tig gut, das zu lesen.
      Sollte ich da mal vor­bei­kom­men, wer­de ich dort sicher als Kunde erscheinen.

  2. "Horizont@hori_____zont

    Ein neu­er Bericht aus dem Friedensministerium.

    @tagesthemen@TBaumannARD , 10.02.2021:

    "Gesundheit ist eine Grundbedingung für Freiheit – nicht umgekehrt!""

    Äääähhhh, des­we­gen kön­nen auch alle Kranken grund(ge)sä/etzlich weg­ge­sperrt werden?
    Wie doof ist das denn?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.