Das kommt mir ethisch vor. Über einen verkommenen Berufsstand

Bei EthikerInnen muß es sich um einen beson­ders ver­kom­me­nen Berufsstand han­deln, wenn man ihre in popu­lä­ren Medien ver­öf­fent­lich­ten Aussagen zum Maßstab machen will. "Unsere unge­rech­te Impftriage" auf faz​.net vom 3.3. ist nur ein Beispiel.

Vier Menschen, deren Namen man für einen Fake zu hal­ten geneigt ist, for­dern die Aussetzung der vor­ge­schrie­be­nen zwei­ten Impfung.

»Adriano Mannino, Korbinian Rüger, Nikil Mukerji und Albrecht von Müller for­schen an der Ludwig-Maximilians-Universität sowie an der Parmenides Stiftung im Bereich der Ethik, der Entscheidungstheorie und der poli­ti­schen Philosophie.«

Ist der Rat der "Ethiker" selbstlos?

»Die Parmenides AG ver­folgt die Aufgabe, Erkenntnisse der Grundlagenforschung in prak­ti­sche Anwendungen im pri­va­ten Sektor zu über­füh­ren. Der Fokus besteht dar­in, gro­ßen, inter­na­tio­na­len, pri­vat­wirt­schaft­li­chen Unternehmen auf­zu­zei­gen, wie durch den Einsatz von soge­nann­ten Denkwerkzeugen kom­ple­xe Denk- und Entscheidungsprozesse sinn­voll unter­stützt wer­den können. 

Parmenides AG ent­wickelt und ver­mark­tet die soft­ware-basier­ten Denkwerkzeuge von Parmenides EIDOS, deren Eigentumsrechte bei der in Pullach ansäs­si­gen Parmenides Stiftung lie­gen.«
https://​www​.par​men​i​des​-eidos​.com/​e​i​d​o​s​9​/​d​e​/​p​a​r​m​e​n​i​d​e​s​/​p​a​r​m​e​n​i​d​e​s​-​a​g​-de

Das wäre geklärt. Die vier Herren begin­nen so:

»Zwei Menschen sind in einen Fluss gefal­len und dro­hen zu ertrin­ken. Am Ufer lie­gen zwei Rettungsringe. Sie kön­nen jedem der bei­den Ertrinkenden einen Ring zuwer­fen, sodass sich bei­de mit hoher Wahrscheinlichkeit über Wasser hal­ten und über­le­ben wer­den. Sie kön­nen aber auch bei­de Rettungsringe einer Person zuwer­fen. In die­sem Fall wür­de sich die Überlebenschance die­ser Person noch ver­bes­sern, doch die ande­re Person wür­de wahr­schein­lich ertrin­ken. Wie soll­ten Sie sich entscheiden?

… Das in etwa die Logik, die in Deutschland bei der Verteilung knap­per Impfstoffe ange­wandt wird.

Jede Person, die hier­zu­lan­de gegen Covid-19 geimpft wird, erhält bei der Erstimpfung einen Termin für die zwei­te Injektion, und die dafür nöti­ge Dosis wird vie­ler­orts zurückgelegt…

In Großbritannien sieht man das anders. Dort ent­schloss man sich dafür, den zwei­ten Impftermin groß­zü­gig zu schie­ben, um zunächst ein­mal mög­lichst vie­le Menschen mit einer ersten Impfung zu versehen…

Anekdotische Belege spre­chen auch hier­zu­lan­de dafür, dass die bri­ti­sche Strategie funk­tio­nie­ren wür­de. Dies illu­striert z. B. der Corona-Ausbruch in einer Seniorenresidenz in Herrischried (Landkreis Waldshut). Zehn Tage nach­dem die Bewohner und Bewohnerinnen der Seniorenresidenz geimpft wor­den waren, ereig­ne­te sich ein Ausbruch. 21 Personen wur­den infi­ziert, doch nie­mand starb, und die Infizierten – alle­samt Hochrisikopersonen – hat­ten nur mil­de Symptome. Die Bewohner und Bewohnerinnen waren mit einer Impfdosis ver­sorgt.«

Weniger anek­do­tisch sind die Belege über hun­der­te von Toten nach der Impfung (s. u.a. Zufälle (IV) und die ergän­zen­den Kommentare).

Nachgerade unglaub­lich sind die­se Aussagen:

»Warum also nut­zen wir in Deutschland die zwei­te Impfdosis nicht, um eine wei­te­re Person zu ret­ten, so wie wir einen zwei­ten Rettungsring nut­zen wür­den, um eine zwei­te Person vor dem Ertrinken zu bewahren?

Das Risiko der Mutationen ist hinreichend gering

Epidemiologisch bestand eine Sorge dar­in, dass die Verschiebung der zwei­ten Impfdosis den Mutationsdruck stark erhö­hen wür­de. Inzwischen sind die mei­sten füh­ren­den Köpfe der inter­na­tio­na­len Epidemiologie jedoch der Ansicht, dass die­ses Risiko hin­rei­chend gering wäre.

Ein zwei­ter Einwand besteht dar­in, dass die nur ein­mal Geimpften im Infektionsfall anstecken­der wären als dop­pelt Geimpfte. Ob und inwie­weit dies zutrifft, ist aber höchst unklar; es besteht auch das gegen­tei­li­ge Risiko, dass 1000 Personen, von denen 500 dop­pelt und 500 gar nicht geimpft sind, in der Summe bedeu­tend mehr Infektionen ver­ur­sa­chen wür­den als 1000 Personen, die alle­samt ein­mal geimpft sind.

Vor allem ist zu beto­nen, dass die­se Einwände die ein­gangs genann­ten Gerechtigkeits- und Effizienzargumente erst ein­mal über­trump­fen müss­ten. Diese Argumente wie­gen schwer. Selbst wenn die Verschiebung der zwei­ten Impfdosis die Schutzwirkung von 95 auf ledig­lich 50 Prozent redu­zie­ren wür­de (was unwahr­schein­lich ist), ergä­be sich näm­lich die fol­gen­de Alternative: Entweder schützt man von tau­send Personen 500 zu 95 Prozent und 500 zu null Prozent. Oder man schützt alle tau­send Personen zu 50 Prozent.

Die erste Option ret­tet sta­ti­stisch weni­ger Leben, ist also inef­fi­zi­ent, und sie ist enorm unge­recht: Die Ungleichheit ist erheb­lich, die Schlechtestgestellten ste­hen viel schlech­ter da als in der zwei­ten Option.

60-Jährige haben mehr zu verlieren als 70-Jährige

Ein wei­te­res Gerechtigkeitsproblem wirft die Tatsache auf, dass die Impftriage mit einer ver­kürz­ten Definition der „Risikogruppe“ ope­riert. 70-Jährige bei­spiels­wei­se wer­den der Risikogruppe viel zen­tra­ler zuge­rech­net als 60-Jährige. Tatsächlich haben die Ersteren im Infektionsfall eine unge­fähr dop­pelt so hohe Sterbewahrscheinlichkeit wie die Letzteren. Daraus folgt aber noch nicht, dass ihr Risiko dop­pelt so hoch ist. Denn Risiken sind von min­de­stens zwei Größen abhän­gig: erstens von der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadens, zwei­tens vom Schadensausmaß…

Diese Umstände müs­sen risi­koethisch ins Gewicht fal­len, da sich Risiken nie nur über Wahrscheinlichkeiten bestim­men las­sen. Entsprechend zäh­len 60-Jährige genau­so zen­tral zur Risikogruppe wie 70-Jährige. Ihre Depriorisierung im Rahmen der Impftriage ist illegitim.

Diese Argumentation erfor­dert kei­ne uti­li­ta­ri­sti­schen Prämissen. Es wer­den zum Beispiel kei­ne Menschenleben auf­ad­diert und ver­rech­net. Es wird ledig­lich fest­ge­stellt, dass für die 60-jäh­ri­ge Person im kon­kre­ten Fall mehr auf dem Spiel steht als für die 70-jäh­ri­ge Person. Dieser paar­wei­se Vergleich des­sen, was für ver­schie­de­ne Personen auf dem Spiel steht, wird auch von kan­ti­schen und kon­trak­tua­li­sti­schen Ethiken ange­stellt

Insgesamt spricht dies dafür, die „Risikogruppe“ aus­zu­deh­nen und alle über 60-Jährigen nach dem gerech­ten und effi­zi­en­ten Prinzip „First Come, First Served“ zu impfen.

Es zählt jeder Tag – jede Verzögerung kostet Leben.«

(Hervorhebungen nicht im Original.)

Siehe u.a. auch:

Die neue Ethik for­dert Gehorsam
Ethikpetethik
Koloniales Denken in der Wissenschaft – Ethik-Dumping

"Ethiker": Impfschäden ein­fach wegschlafen

32 Antworten auf „Das kommt mir ethisch vor. Über einen verkommenen Berufsstand“

  1. Erweiterung der denk­bei­spiels. Die zwe Rettungsring sind aus Ze-Vier und mit einem Zeitzuender und Naeherungzunder aus­ge­stat­tet. Wenn gewor­fen akti­viert der Ring nach Berührung selbst und die Zeit läuft zufäl­lig los, und hat eine zufäl­li­ge Zeitdauer. Nix genau­es weiß mann nicht, dass zwei Ringe bei einer Person die Chancen gewal­tig erhö­he, das es knallt! Und das beste: Beide Personen hocken im hüft­ho­hen Wasser.….

  2. Um den Vergleich zu ver­voll­stän­di­gen: der Fluß ist nur knie­tief, und die mei­sten der in den Fluß gefal­le­nen kön­nen zudem noch sehr gut schwim­men. Werfen wir also mit Rettungsringen, viel­leicht wir ja einer am Kopf getrof­fen, wird ohn­mäch­tig und ertrinkt tatsächlich.

  3. Lieber AA,
    das waren doch eine Reihe uti­li­ta­ri­sti­scher Überlegungen. Dagegen gibt es den alten Spruch: Wie man`s macht, macht man es ver­kehrt. Ich glau­be, es ist egal, wie man es macht. Es ist eine Hybris, zu glau­ben, man könn­te den Schutz für die Allgemeinheit opti­mie­ren. Optimiert wird allen­falls die Impfstoffverteilung im Sinne von effi­zi­en­tem Einsatz der vor­han­de­nen Mittel. Das nutzt dem Staat, der im Übermaß Impfstoffe ein­ge­kauft hat auch nicht mehr vor Millionenverlusten. Da es vie­le Impfunwillige gibt und etwas mehr Impfwillige, kommt es, wie es kommt, wie der Kölner zu sagen pflegt. Die Welle wird auch ohne Impfung auf­grund der jah­res­zeit­li­chen Umweltbedingungen für Erkältungsviren mit zuneh­mend (aero­so­l­un­freund­li­cher) feuch­ter Luft und zuneh­men­der Sonneneinstrahlung (mehr viren­schä­di­gen­des UV-Licht) wärm­rer luft (weni­ger Stress für die Schleimhäute) und längst ein­ge­setz­ter Herdenimmunität Ende April zu Ende sein- bis im nächstenJahr.

  4. "Im Namen des Wahnsinns
    Der Frühling zeigt sei­ne ersten Knospen, die Tage wer­den län­ger und unser Land ver­fällt so lang­sam dem kol­lek­ti­ven Wahnsinn. Hubschrauber kon­trol­lie­ren die Maskenpflicht in Parks, die Staatsmacht lie­fert sich hol­ly­wood­rei­fe Verfolgungsjagden mit Jugendlichen, die es gewagt haben, ihre Freunde zu umar­men. Im Harz jagt man der­weil unmas­kier­te Rodler, in Sachsen gilt die Maskenpflicht nun auch für Autofahrer und wer am Rheinufer Goethes Rat „Verweile doch!“ befolgt, muss mit einem saf­ti­gen Bußgeld rech­nen. Hätte ich dies vor andert­halb Jahren geschrie­ben, hät­ten Sie mich für ver­rückt gehalten. .…."
    https://​www​.nach​denk​sei​ten​.de/​?​p​=​7​0​363

  5. Ich kom­me da nicht­mehr mit. Dachte der Impfstoff ist gar­nicht so knapp. Die fin­den doch kei­ne Leute, die sich die Atrazeneca-Brühe imp­fen las­sen wollen.

  6. https://​www​.israel​na​tio​nal​news​.com/​N​e​w​s​/​N​e​w​s​.​a​s​p​x​/​2​9​7​051

    On February 11, a Ynet artic­le pre­sen­ted data rela­ted to vac­ci­na­ti­on. The aut­hors of the Nakim artic­le cla­im to have debun­ked this ana­ly­sis based on data published by Ynet its­elf: “We took the data by loo­king at mor­ta­li­ty during the vac­ci­na­ti­on peri­od, which spans 5 weeks. By ana­ly­zing the­se data, we arri­ved at start­ling figu­res that attri­bu­te signi­fi­cant mor­ta­li­ty to the vaccine."
    The aut­hors say “vac­ci­na­ti­ons have cau­sed more deaths than the coro­na­vi­rus would have cau­sed during the same period."
    Haim Yativ and Dr. Seligmann decla­re that for them, "this is a new Holocaust," in face of Israeli aut­ho­ri­ty pres­su­re to vac­ci­na­te citizens.

  7. Was ich schon immer mal wis­sen woll­te: an wel­cher Ethik ori­en­tie­ren sich eigent­lich die "Ethiker"? Am Utilitarismus? An der Tugendethik? An der deon­to­lo­gi­schen Ethik? Oder ist das alles irgend­wie egal?

    1. Ich ver­mu­te: an der Bessermenschen-Ethik.

      Das ist heu­te die ver­brei­tet­ste Ethik: Bessermenschen wis­sen aus purer irgend­wie vor­han­de­nen Überlegenheit (zum Beispiel weil sie Weiße mit weni­ger Weiß-Sein sind), was für ande­re Menschen, Länder, Völker gut ist. Für Syrien, für Syrer, für Afrikaner, für den Iran und Iraner, für Venezuela und für Cuba, für Deutschland, für Frauen, für sexu­ell anders Orientierte, für Kinder, für Semiten, für Palästinenser, für Rechte, für Linke, für Inuit, für Chinesen, für Äthiopier, … ein­fach für alles und jeden.

      Die ein­zel­nen Ethik-Regularien las­sen sich leicht auf der pas­sen­den Bessermenschen-NGO-Homepage (irgend­was mit Klima, gegen­rechts, Antiantisemitismus, nach­hal­tig, Grün, Retten, Sorge, vor allem ein Anglizismus, sowie Spendenkonto und irgend­was mit "Mitmachen" und so) able­sen. Oder auch leicht bei dem WEF, beim IWF, bei der W.H.O. oder bei Merkel, Macron oder Biden, Bill Geiz, Zuckerberg, Musk, Buffet und Co erfragen.

  8. Meine per­sön­li­che Meinung ist die, dass man mit dem "Zurücklegen" der Ampullen die Impfquote mög­lichst gering hal­ten möch­te, auch wenn der amt­li­che Narrativ das täg­lich anders dar­stellt. An Impfwilligen man­gelt es schein­bar nicht, wenn man das Geschwafel über Bußgelder (25.000 €) für "Impfdrängler" verfolgt.
    Mit gerin­ge­rer Impfquote las­sen sich ja die "Maßnahmen" bes­ser "begrün­den" bzw. deren Notwendigkeit immer wie­der dem Volk vor­tra­gen. Da selbst die Geimpften ja wei­ter als "Gefährder" zäh­len und sich und ande­re infi­zie­ren kön­nen, unter­lie­gen sie ja nach wie vor den staat­li­chen Gängelungen und Einschränkungen, bis hin zum FFP2-Maulkorb im Alltag. Da jedoch die "Infektion" nur anhand einer PCR defi­niert wird und nicht am kon­kre­ten Gesundheitszustand, wird man auch wei­ter­hin die Mär der "sym­ptom­los Kranken" hören bzw. mit der Zahl der "Tests" die gewünsch­te Meldezahl ein­stel­len, die man für poli­ti­sche Entscheidungen und das Durchregieren benö­tigt. Stehen kei­ne Entscheidungen an, läßt man die Meldezahlen etwas nach unten lau­fen und wenn wie­der die tur­nus­ge­mä­ße Lockdown-Verlängerung ansteht, müs­sen natür­lich die Zahlen bei­zei­ten wie­der anzie­hen. Wird das ver­ges­sen oder wäre zu offen­sicht­lich, muss eben die MPK-Runde schnell eine Woche vor­ver­legt wer­den – wie im Januar geschehen.

  9. OT Tagessau: https://​www​.tages​schau​.de/​n​e​w​s​t​i​c​k​e​r​/​l​i​v​e​b​l​o​g​-​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​-​m​i​t​t​w​o​c​h​-​1​8​1​.​h​t​m​l​#​C​o​r​o​n​a​-​S​e​l​b​s​t​t​e​s​t​s​-​v​o​n​S​a​m​s​t​a​g​-​a​n​-​i​m​-​H​a​n​del

    "20:47 Uhr
    Corona-Selbsttests von Samstag an im Handel

    Erste Corona-Schnelltests zur Selbstanwendung sol­len am Samstag in Deutschland in den frei­en Verkauf kom­men. Aldi Nord und Aldi Süd kün­dig­ten am Mittwoch an, dass Kunden die in Deutschland pro­du­zier­ten Tests dann an der Kasse bekom­men kön­nen. Zunächst ist die Abgabemenge auf eine Packung pro Kunde begrenzt. Eine Packung kostet rund 25 Euro. Sie ent­hält fünf Tests, deren Ergebnis nach dem Nasenabstrich in 15 Minuten vor­lie­gen soll. Die Erkennungsrate liegt den Angaben zufol­ge bei 96 Prozent."

    Tagesticket zur ein­tä­gi­gen Freiheit jetzt 5 Tacken. Wer bie­tet weniger? 

    Herrlich… Die Mafia reagiert…

  10. … und da regen sich man­che Menschen über "Sozialschmarotzer", aka erwerbs­lo­se Leistungsbezieher auf.
    Ich möch­te lie­ber nicht wis­sen, mit wel­chen Bezügen die­se kom­plett fehl­be­setz­ten "Ethiker" ver­sorgt werden.

  11. Wow, das muss man erst­mal brin­gen. Zunächst eröff­net man mit einer Illustration dro­steni­schen Ausmaßes und lässt sich über (falsch inter­pre­tier­te) Wahrscheinlichkeiten aus, geht dann über zu "hin­rei­chend gerin­gen" Wahrscheinlichkeiten von Mutationen (hat sich das Blatt da wirk­lich in nicht ein­mal drei Wochen gewen­det?), um dann mit einem Salto Rückwärts gehockt zu behaup­ten, Risiken könn­ten sich nicht über Wahrscheinlichkeiten bestim­men lassen.

    Wie unheim­lich bedau­er­lich für Stochastiker, Statiker und diver­se ande­re ‑iker. Die Vertreter die­ser unethi­schen Berufsstände müs­sen sich wohl damit trö­sten, zumin­dest nach­voll­zieh­bar und repro­du­zier­bar zu arbei­ten. Das scheint eine Tugend zu sein, die den vier Herren abgeht.
    Ich wünsch­te nur, es gäbe in dem Bereich der "Denkwerkzeuge" mehr Vollhonks die­ser Art, dann müss­te einem vor künst­li­cher Intelligenz wirk­lich nicht ban­ge sein.

    Wie hieß es doch bei "Per Anhalter durch die Galaxis" über die Marketing-Abteilung der Sirius Cybernetics Corporation? "Ein Haufen Irrer, die als erste an die Wand gestellt wer­den, wenn die Revolution kommt" Oder frei nach Marvin, dem manisch-depres­si­ven Roboter aus dem glei­chen Buch: "Die ersten hun­dert Ethiker waren die schlimm­sten. Die näch­sten hun­dert waren auch die schlimm­sten. Und die näch­sten hun­dert waren noch schlimmer…"

  12. @aa
    ich habe ein Problem mit dem Auffinden der Artikel, die schon eini­ge Tage alt sind und dann unter ver­schie­den Themen gespei­chert wer­den. Ich fin­de sie nicht mehr und kann damit auch nicht ver­fol­gen, ob noch wei­ter Antworten folgten.
    Ist es zu emp­feh­len, von jedem Artikel einen Link zu machen ?
    Oder gibt es eine bes­se­re Methode ? Liste mit Titel anlegen?

  13. @aa:
    Weißer Rabe macht hier bei den Kommentaren immer sehr wich­ti­ge, hilf­rei­che, klu­ge und v.a. welt­ret­ten­de Einträge und Anmerkungen und will wis­sen, wie es immer sofort mer­keln kann, ob hier­auf jemand geant­wor­tet hat bzw. ob sonst noch wei­te­re Kommentare zu dem von ihm kom­men­tier­ten Eintrag im Blog kamen.…
    Bei ande­ren Foren gibt es für sowas z.b. Benachrichtigungsfunktionen o.ä., die einem mel­den, wenn wei­te­re Kommentare fol­gen, wozu man aber ange­mel­det sein muss, was hier gar nicht geht (?)
    Weißer Rabe fragt nun, ob es hier man­gels (?) Anmeldungsmöglichkeit ande­re Hilfskrücken gibt, damit man gleich auf einen Blick sieht, wenn jemand einen wei­te­ren Kommentar zu einem Thema abgibt, dass er/sie/es (oder auch ich ) bereits kom­men­tiert hat.

  14. Kurze Recherche zu die­ser Stiftung führ­te mich auf die eng­li­sche Wiki-Seite des Chefs Albrecht von Müller. Da steht fol­gen­des (fehlt im deut­schen Wiki-Artikel):

    "Müller is also known for the con­tro­ver­si­al Swiss dot com bubble com­pa­ny Think Tools AG. The March 2000 initi­al public offe­ring of Think Tools AG made Müller, as the big­gest share­hol­der, one of the wealt­hiest peo­p­le in Switzerland for a short time. The soft­ware Think Tools sold by the com­pa­ny clai­med to pro­vi­de an aid to decis­i­on making for lar­ge mul­ti­na­tio­nals and governments.[7][clarification needed] 

    Achtung jetzt kommts:

    The com­pa­ny gai­ned nega­ti­ve publi­ci­ty becau­se of its sus­pi­cious rela­ti­ons with the World Economic Forum, through accu­sa­ti­ons of pla­gia­rism rela­ted to its main soft­ware pro­duct, as well as the soft­ware lack­ing most of the capa­bi­li­ties it was adver­ti­sed to have.[8] The value of the com­pa­ny col­lap­sed in 2001. "

    https://en.wikipedia.org/wiki/Albrecht_von_M%C3%BCller

    Passt. Mit etwas län­ge­rer Recherche fin­det man da sicher noch viel, viel mehr.

  15. Ist es ethisch, schlam­pig geprüf­te Impfstoffe zu emp­feh­len oder will­kür­li­che, unfun­dier­te Grundrechtseinschränkungen mit deren ver­meid­lich­wen Wirksamkeit
    zu begründen?

    Ethiker wer­den in ihrer gei­sti­gen und welt­an­schau­li­chen Unabhängigkeit doch sehr überschätzt.
    Deren Interessenkonflikte wer­den i.d.R. erst nach Jahren erkennbar.

  16. "Es zählt jeder Tag – jede Verzögerung kostet Leben."

    Tatsache. Bitte sofort die Zeit anhal­ten. Jede Sekunde ster­ben Menschen … ahhh

  17. Einer der Verfasser, Herr Mannino, der dem­nächst bei Reclam das Buch WEN RETTE ICH UND WENN JA WIE VIELE ver­öf­fent­li­chen wird, twit­ter­te vor ein paar Tagen: "Das Alter ist nicht irrele­vant. Wer 90-jäh­rig stirbt, ist an Lebensjahren reich; wer 30‑j. stirbt, arm. Lässt man im Konfliktfall den 30J ster­ben und ret­tet den 90J, macht man den Reichen noch rei­cher, wäh­rend der Arme arm bleibt."
    (Er reagiert damit übri­gens auf einen ziem­lich anek­do­ti­schen Tweet von Lauterbach, der sei­ner­seits den Ethiker Rawls, der ihn beein­flusst habe, ehrt, und dabei erwähnt, dass er Geburtstag hatte).

    https://​mobi​le​.twit​ter​.com/​A​d​r​i​a​n​o​_​M​a​n​n​i​n​o​/​s​t​a​t​u​s​/​1​3​6​3​9​1​4​5​6​8​2​7​2​1​3​0​051

    Der thread ist endlos…es geht um "Impftriage", und dar­um, ob es ethi­scher ist, zuerst einen 60-jäh­ri­gen oder einen 70-jäh­ri­gen Menschen zu impfen.

    Eine Frage… Wie ist das mit der Verantwortung, wenn man jung ist und gut schwim­men kann, und kriegt dann unge­fragt 'nen Rettungsring an den Kopf gedon­nert? Wie siehts aus mit dem Reichtum an Lebensjahren bzw mit der Armut an Lebensfreude, wenn man Menschen jeden Alters ein Jahr ver­bie­tet, sich nahe zu kom­men? Könnte das mal model­liert wer­den? Asking for a friend.

    Ich ahne hin­ter die­sen "ethi­schen" Überlegungen ein Menschenbild, das ich beäng­sti­gend fin­de, und das scheint mir, mit Verlaub, auch das Menschenbild der Physiker*innen etc zu sein, die model­lie­rend unse­re Zukunft vor­aus­sa­gen und davon poli­ti­sche Handlungsmaximen ablei­ten. Diese Idee einer Quantifizierbarkeit von vir­tu­el­ler Lebenszeit, Risiko, Gesundheit, "Vulnerabilität", Sterblichkeit und Gerechtigkeit, und zwar auf der Basis von Evidenz, die mir doch häu­fig anek­do­tisch erscheint, ver­stört mich.

    Eventuell könn­ten Mr Mannino et al. mal Parameter wie "Person ertrinkt auf der süd­li­chen vs nörd­li­chen Halbkugel" oder "Ertrinkende Personen sind Einzelkind in Schwabing aus Akademikerfamilie vs Kind mit 5 Geschwistern, allein­er­zie­hen­der Mutter in Neuperlach mit Migrationshintergrund" in die Parmenides Denkwerkzeuge ein­spei­sen. (bzw, ich hof­fe natür­lich, sie tun es NICHT!!). Wem wer­fe ich den ein­zi­gen Rettungsring zu? Wie wäre fol­gen­des, so effi­zi­enz­ar­gu­ment­mä­ssig: Ich schei­ße auf Rettungsringe, und stei­ge ins Wasser, um anzupacken?

    Mein Philosophiestudium an der Uni Köln hat lei­der kei­ne Lehrveranstaltungen beinhal­tet, in denen so pla­stisch und lebens­nah mit Rettungsringen jon­gliert wur­de. Zum Glück leb' ich jetzt in München, vllt kann ich hier noch ein Postgraduate in "Coronaethik" und "Wer ver­dient den ersten Rettungsring/Pieks" dranhängen.…ab nach Pullach!

    Fun Fact: Herr Mannino bewirbt sein dem­nächst erschei­nen­des Reclamheft über einen Amazon-Link. Mein Themenvorschlag fürs näch­ste Buch: "Warum es 100% ethisch ist, Rettungsringe bei Amazon zu bestel­len (und wem man sie zuwer­fen sollte!)"

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