Forschergruppe sieht offene Fragen zur Maskenpflicht

Am 2.9. berich­te­te der NDR unter die­sem Titel:

»Eine Gruppe von Ärzten und Forschern – dar­un­ter der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel vom UKE und der ehe­ma­li­ge Hamburger Staatsrat Matthias Gruhl – stößt eine neue Debatte über die Maskenpflicht an. In einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Thesenpapier kommt sie zu dem Schluss, dass es bis­lang kei­ne wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Antworten auf die Frage gibt, wann Corona-Schutzmasken sinn­voll sind und wann nicht…

Unterstützung bekom­men die Autorinnen und Autoren von dem Hamburger Virologen Jonas Schmidt-Chanasit. Auf Nachfrage von NDR 90,3 erklär­te er: "Die Analyse der Kollegen ist sehr gut und gibt genau das wie­der, was ich auch seit Monaten sage: Masken kön­nen nur ein Teil der Präventionsmaßnahmen sein. Abstand hal­ten und Händewaschen gilt nach wie vor als wich­ti­ge Empfehlung."«

Korrektur 21:12: Das Papier ist hier zu finden.

In einem ähn­li­chen Papier des "Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e.V." heißt es u.a.:

»Die Zeiten des expo­nen­ti­el­len Anstiegs der Anzahl der Erkrankten und der Todesfälle sind im deutsch­spra­chi­gen Raum seit fünf Monaten vor­bei. Der momen­tan zu ver­zeich­nen­de Anstieg an Test-posi­ti­ven ohne gleich­zei­ti­ge Zunahme von Hospitalisierungen, Intensivbehandlungen und Todesfällen recht­fer­tigt der­zeit kei­ne ein­schnei­den­den Maßnahmen, die über die übli­che Hygiene hinausgehen.

Die media­le Berichterstattung soll­te unbe­dingt die von uns gefor­der­ten Kriterien einer evi­denz­ba­sier­ten Risikokommunikation beher­zi­gen und die irre­füh­ren­den Meldungen von Absolutzahlen ohne Bezugsgröße beenden…

Es gibt ins­ge­samt noch sehr wenig belast­ba­re Evidenz, weder zu COVID-19 selbst noch zur Effektivität der der­zeit ergrif­fe­nen Maßnahmen, aber es ist nicht aus­zu­schlie­ßen, dass die trotz weit­ge­hend feh­len­der Evidenz ergrif­fe­nen Maßnahmen inzwi­schen grö­ße­ren Schaden anrich­ten könn­ten als das Virus selbst. Jegliche Maßnahmen soll­ten ent­spre­chend wis­sen­schaft­lich beglei­tet wer­den, um den Nutzen und Schaden bzw. das Verhältnis von Nutzen und Schaden zu doku­men­tie­ren. Es wer­den ins­be­son­de­re ran­do­mi­sier­te Studien drin­gend benö­tigt um die poli­ti­schen Entscheidungen ange­mes­sen zu stützen…

Wie gefähr­lich ist die Erkrankung COVID-19?
Anfangs kam es in vie­len Ländern, so auch in Deutschland und Österreich zu einer Verdoppelung der dia­gnos­ti­zier­ten Fälle ca. alle 2 bis 2 ½ Tage und Hochrechnungen pro­gnos­ti­zier­ten, dass die Kapazitäten der Krankenhäuser für die Versorgung der Erkrankten spä­tes­tens Anfang April erschöpft sein wür­den. Diese und ande­re inter­na­tio­na­le Prognosen haben sich nicht bestä­tigt.

Der Zenit der Pandemie wur­de nach einem anfäng­lich expo­nen­ti­el­len Anstieg der labor­be­stä­tig­ten Fälle in Deutschland bereits am 16.3.2020 mit 5.481 Testpositiven pro Tag , in der Schweiz am 23.3.2020 mit 1.463 Testpositiven pro Tag und in Österreich am 26.3.2020 mit 1.065 Testpositiven pro Tag über­schrit­ten. Zuvor waren ers­te Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung, vor allem ein Verbot von Großveranstaltungen, aus­ge­spro­chen wor­den (Deutschland 13.3., Österreich 10.3., Schweiz 28.2.). Zumindest in Deutschland gin­gen die Zahlen also bereits zurück, bevor am 23.3.2020 die von der Bundesregierung beschlos­se­nen umfas­sen­den Maßnahmen zum Social Distancing (Schulschließungen, Geschäftsschließungen) über­haupt grei­fen konnten…

Im Gegensatz zu Regionen in eini­gen ande­ren Ländern (Italien, Frankreich) kam es weder in Deutschland noch in Österreich oder der Schweiz jemals zu einer Überlastung des Gesundheitssystems…

Nach einem Minimum von ca. 500 neu­en Testpositiven pro Tag in Deutschland und ca. 40 in Österreich von Mitte Mai bis Mitte Juni, kommt es in den letz­ten Wochen zu einem leich­ten Wiederanstieg der Testpositiven, der aller­dings nicht von einer rele­van­ten Zunahme von hos­pi­ta­li­sier­ten oder inten­siv­pflich­ti­gen Patienten oder Todesfällen beglei­tet ist (in Deutschland seit vie­len Wochen <400 Hospitalisierte, in Österreich 123 Hospitalisierte [Stand 31.08.2020]). Eine dro­hen­de Überlastung des Gesundheitssystems ist auch jetzt nicht zu fürch­ten.

Inzwischen gibt es rela­tiv zuver­läs­si­ge Zahlen zur Letalität von COVID-19. Die ers­ten Schätzungen im Frühjahr 2020, die auf der simp­len Division der Anzahl der Todesfälle durch die nach­ge­wie­se­nen Erkrankungen beruh­ten und eine Case Fatality Rate von teil­wei­se über 10% pro­gnos­ti­zier­ten, haben sich mitt­ler­wei­le als falsch erwie­sen. Inzwischen spricht man eher von der Infection Fatality Rate (IFR), die auch leich­te­re und asym­pto­ma­ti­sche Verläufe berück­sich­tigt. Diese liegt in den ver­gan­ge­nen vier Wochen in Deutschland zwi­schen 0,1% und 0,4% und lässt sich in Österreich aus den Zahlen des Österreichischen amt­li­chen Dashboards zwi­schen 0,1 und 0,6% errech­nen. Hierbei wird aller­dings weder die Dunkelziffer nicht erkann­ter Infizierter (weil nicht gemes­sen oder falsch nega­tiv getes­tet) noch eine mög­li­che Falsch-Positiv-Rate berück­sich­tigt. Insgesamt ent­spricht die Größenordnung den Ergebnissen vor­lie­gen­der Studien wie von Ioannidis oder Streeck, wel­che die Infection Fatality Rate mit 0,27% bzw. 0,36% ange­ben. Beide Studien wur­den bis­her aber nur als Preprint ohne for­ma­les Peer-Review ver­öf­fent­licht und die Ergebnisse soll­ten durch wei­te­re Studien abge­si­chert wer­den. Eine im Juli publi­zier­te Metaanalyse aller welt­weit ver­füg­ba­ren Daten (24 Studien) zur IFR bezif­fert die­se auf 0,68% (95% KI 0,53–0,82). Es bestehen jedoch gro­ße Unterschiede zwi­schen Studien, Ländern und unter­such­ten Populationen (Studienheterogenität I² >99%). Die Ergebnisse sind also mit gro­ßer Vorsicht zu inter­pre­tie­ren. Es kann jedoch mit ziem­li­cher Sicherheit gesagt wer­den, dass die IFR weit unter den ursprüng­li­chen Befürchtungen liegt, die eine IFR in ähn­li­cher Höhe wie die anfangs gemes­se­ne CFR annahmen…

Nutzen und Schaden von Interventionen
An die­ser Stelle sol­len vor allem die der­zeit prak­ti­zier­ten soge­nann­ten "nicht-phar­ma­ko­lo­gi­schen" Interventionen (NPI) wie Maßnahmen des "Social Distancing" erör­tert wer­den, also z.B. staat­lich ange­ord­ne­te Interventionen von der Schließung von Bildungseinrichtungen bis hin zur Verpflichtung, einen Mund-Nasenschutz zu tragen.

Insgesamt gibt es nach wie vor wenig belast­ba­re Evidenz, dass NPIs bei COVID-19 tat­säch­lich zu einer Verringerung der Gesamtmortalität füh­ren. Eine rezen­te Analyse von Daten aus 149 Ländern zeig­te eine rela­ti­ve Reduktion der COVID-19-Inzidenz um nur 13% durch vier Maßnahmen: Schulschließung, Schließung von Arbeitsplätzen, Verbot von Massenveranstaltungen und Einschränkung der Bewegungsfreiheit (Lockdown). Aus der Studie lässt sich aber nicht ablei­ten, ob der Rückgang nicht auch ohne Maßnahmen ein­ge­tre­ten wäre, da es kei­ne ent­spre­chen­de Vergleichsgruppe gibt. Eine ame­ri­ka­ni­sche Studie fand einen Zusammenhang zwi­schen der COVID-19-Inzidenz und der am 23. März in 22 Staaten aus­ge­ge­be­nen "Stay-at-home-order" sowie der am 3. April ver­ord­ne­ten Maskenpflicht. Ein aktu­el­ler Cochrane Review stuft die vor­lie­gen­de Evidenz zu Quarantäne allei­ne oder in Kombination mit ande­ren Maßnahmen als nied­rig bis sehr nied­rig ein…

Für die der­zeit noch vor­ge­schrie­be­ne Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gibt es wider­sprüch­li­che Daten… Es ist also sehr unwahr­schein­lich, einem Test-posi­ti­ven zu begeg­nen, so dass selbst eine rela­ti­ve Risikoreduktion von 88% zu einer ver­schwin­dend gerin­gen abso­lu­ten Risikoreduktion wird. Ob es im kom­men­den Herbst und Winter sinn­voll wer­den wird, einen Mund-Nasenschutz in geschlos­se­nen öffent­li­chen Räumen zu tra­gen, wird man von der wei­te­ren Entwicklung des epi­de­mio­lo­gi­schen Geschehens abhän­gig machen müssen.

In jedem Fall sind drin­gend ent­spre­chen­de ran­do­mi­sier­te kon­trol­lier­te Studien zu for­dern, um dort, wo es mög­lich ist, die Wissenslücken zu schlie­ßen und her­aus­zu­fin­den, wel­che Maßnahmen wirk­lich sinn­voll und nütz­lich sind, aber auch um sicher­zu­stel­len, dass die poli­tisch ange­ord­ne­ten Maßnahmen nicht mög­li­cher­wei­se mehr scha­den als nut­zen (allein dadurch, dass bei­spiels­wei­se inef­fek­ti­ve Maßnahmen ein­ge­hal­ten und die wirk­lich wirk­sa­men miss­ach­tet werden)…

Massentestungen
Bei einer der­zeit vor­lie­gen­den nied­ri­gen Prävalenz der Infizierten bzw. posi­tiv Getesteten (in Deutschland ca. 0,025%, in Österreich ca. 0,03%, in der Schweiz ca. 0,04% der Bevölkerung – die wahr­schein­lich nied­ri­ge Dunkelziffer nicht berück­sich­tigt) wer­den in allen drei Ländern Massentestungen auf SARS-CoV‑2 durch­ge­führt, in Deutschland zuletzt fast 900.000 Tests pro Woche (33. KW 875.524), in Österreich 63.000 und in der Schweiz 73.000. Die Test-posi­ti­ven-Rate liegt in Deutschland unter 1%, in Österreich bei etwa 2%, in der Schweiz bei etwa 3%.

Die Nationale Teststrategie in Deutschland sieht vor, dass sowohl sym­pto­ma­ti­sche als auch asym­pto­ma­ti­sche Personen getes­tet wer­den. Als "sym­pto­ma­tisch" gel­ten "Personen mit jeg­li­chen aku­ten respi­ra­to­ri­schen bzw. COVID-19 typi­schen Symptomen["], inklu­si­ve jeder "ärzt­lich begrün­de­te Verdachtsfall". Eine der­ar­tig wei­te Indikationsstellung führt zu einer wahl­lo­sen Überdiagnostik, da pro Woche bis zu 2,8% der Bevölkerung wegen eines respi­ra­to­ri­schen Infekts einen Haus- oder Kinderarzt auf­su­chen. Darüber hin­aus sol­len asym­pto­ma­ti­sche Personen getes­tet wer­den, dar­un­ter auch Einreisende aus Nicht-Risikogebieten und nach Aufenthalt in Regionen mit einer Inzidenz >50/100.000 in 7 Tagen. Abgesehen davon, dass die der­zei­ti­gen Testkapazitäten für die­se umfang­rei­chen Messungen nicht aus­rei­chend sind, gibt es kei­nen wis­sen­schaft­li­chen Nachweis oder nur Hinweis, dass die­se Teststrategie zu einer Verminderung von Hospitalisierungen oder Todesfällen durch COVID-19 führt…

Derzeit kann man von einer mit PCR-Tests nach­weis­ba­ren SARS-CoV-2-Prävalenz von 0,025% aus­ge­hen. Diese Zahl ergibt sich aus der täg­li­chen Zahl der Neuinfektionen (ca. 1.000), der deut­schen Bevölkerungsgröße (ca. 80 Mio.) und dem Faktor 20, weil eine Infektion im Median 20 Tage lang mit PCR-Tests nach­weis­bar ist. Bei einer solch nied­ri­gen Prävalenz von 0,025% führt auch ein Test mit einer 99,9%igen Spezifität zu deut­lich mehr falsch-posi­ti­ven als rich­tig-posi­ti­ven Befunden. Erst wenn die Spezifität 99,99% beträgt, könn­te ein unge­ziel­tes Testen halb­wegs ver­wert­ba­re Ergebnisse erzie­len. Besser aber wäre ein Testen nur bei begrün­de­tem Verdacht: Denn bei einer Prävalenz von 0,15% (dies ent­spricht der RKI-Definition eines Risikogebiets) sind falsch-posi­ti­ve Ergebnisse in der Minderheit, egal ob die Spezifität 99,9% oder 99,99% beträgt. Ein gro­ßes Problem der­zeit ist aber, dass die Testgenauigkeit der ver­schie­de­nen PCR-Tests so genau noch nicht ermit­telt wur­de. Die vor­lie­gen­den Daten bezie­hen sich auf die Testgüte im Laborversuch, nicht an ech­ten Proben. Hier wären also drin­gend prag­ma­ti­sche dia­gnos­ti­sche Genauigkeitsstudien im Setting der der­zei­ti­gen Teststrategie von Nöten, um Klarheit über die Aussagekraft des Testens zu bekommen.

Bei der Betrachtung des Nutzens der der­zei­ti­gen Teststrategie ist fest­zu­stel­len, dass es kei­ne wis­sen­schaft­li­che Evidenz für einen Nutzen gibt und dass offen­bar auch nicht dar­an geforscht wird, die­sen Nutzen zu evaluieren…

Die der­zei­ti­ge Teststrategie und Informationspolitik erweckt eher den Anschein, dass die posi­ti­ven Testergebnisse ohne Bezug zur Menge der durch­ge­führ­ten Tests und ohne Bezug zur Bevölkerung benutzt wer­den, um die der­zei­ti­ge Strategie zur Eindämmung der COVID-Pandemie zu recht­fer­ti­gen

Verhältnismäßigkeit der öffent­li­chen Berichterstattung
Besonders zu kri­ti­sie­ren ist, dass die öffent­li­che Berichterstattung im deutsch­spra­chi­gen Raum nicht kon­se­quent zwi­schen Test-posi­ti­ven und Erkrankten unter­schei­det. Zu bemer­ken ist, dass die stei­gen­de Anzahl der Test-posi­ti­ven nicht von einem par­al­le­len Anstieg der Hospitalisierungen und Intensivbehandlungen oder Todesfälle beglei­tet ist. Dies weckt doch erheb­li­che Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Tests und der täg­li­chen Berichte der neu­en Test-positiven.

Auch fragt man sich, war­um nicht täg­lich gemes­sen und berich­tet wird, wie vie­le Patienten wegen einer Pneumonie durch ande­re Erreger in ein Krankenhaus oder auf eine Intensivstation auf­ge­nom­men wer­den. In Deutschland erkran­ken jedes Jahr 660.000 Menschen an einer ambu­lant erwor­be­nen Pneumonie (ca. 800/100.000 Einwohner), ca. 300.000 von die­sen wer­den sta­tio­när behan­delt, 40.000 verster­ben an der Erkrankung (49/100.000 Einwohner). Zum Vergleich: Bisher im Rahmen der Pandemie posi­tiv auf SARS-CoV‑2 Getestete (die Anzahl der wirk­lich Erkrankten ist nicht bekannt): 242.381 (ent­spre­chend 296/100.000 Einwohner, Stand 31.8.2020, RKI). Todesfälle: 9.298 (ent­spre­chend 11/100.000 Einwohner, Stand 31.8.2020, RKI). Die ambu­lant erwor­be­ne Pneumonie wird durch ver­schie­dens­te Erreger ver­ur­sacht, vor allem Pneumokokken und Influenza, und ist als hoch­kon­ta­gi­ös zu betrach­ten. Ähnlich wie bei COVID sind vor allem älte­re Menschen betrof­fen und gefährdet.

Überhaupt muss mit Vehemenz kri­ti­siert wer­den, dass die SARS-CoV‑2 Inzidenzen fast aus­schließ­lich als Absolutzahlen ohne Bezugsgröße berich­tet wer­den. Die Bekanntgabe der Gesamtzahl der Test-posi­ti­ven und der Todesfälle erfolgt zudem kumu­la­tiv, was den Grundprinzipien der Darstellung epi­de­mio­lo­gi­scher Daten wider­spricht. Kumulativ sind bei­spiels­wei­se in die­sem Jahr bereits deut­lich mehr als 500.000 Menschen in Deutschland gestor­ben, täg­lich etwa 2.500 ins­ge­samt (davon etwa 20 Menschen jün­ger als 30 Jahre). Man stel­le sich vor, Pneumokokkenpneumonien und Influenza-Fälle und ‑Todesfälle wür­den eben­falls kumu­la­tiv berich­tet. Wir lägen bei Beginn der Zählung zum Jahresbeginn in die­sem Jahr bereits deut­lich über den kumu­la­ti­ven COVID-Zahlen…

Entwicklung von Impfstoffen
Derzeit wird inten­siv an der Entwicklung eines Impfstoffs zur Prävention einer SARS-CoV-2-Infektion geforscht. Wir haben die Sorge, dass die übli­chen Nachweise von Wirksamkeit und Sicherheit eines Impfstoffes zuguns­ten einer beschleu­nig­ten Bereitstellung einer Impfung auf­ge­weicht wer­den könnten…

Schäden durch Lockdown und ande­re Eindämmungsmaßnahmen mit Nutzen-Schaden-Abwägung
Für die indi­rek­ten Schäden der Pandemie gibt es noch wenig Studienevidenz. Die Schäden durch die Pandemie und die ergrif­fe­nen Gegenmaßnahmen müs­sen jeden­falls eben­so bedacht wer­den, und nicht nur die COVID-Todesfallrate…

Derzeit ist es noch nicht mög­lich, end­gül­tig abzu­schät­zen, ob durch unbe­ein­fluss­te rasche Ausbreitung des Virus oder durch ein Hinauszögern der Ausbreitung und eine dadurch beding­te Verlängerung des gesam­ten Pandemiezeitraums der grö­ße­re Schaden ange­rich­tet wird, der dann auch wie­der indi­rek­te Auswirkungen auf Gesundheit, Lebensqualität und Lebenserwartung haben kann…«

Die Angaben zu den Quellen wur­den in den Zitaten hier weg­ge­las­sen. Sie sind auf der Webseite nach­zu­le­sen. In einem Podcast auf aerz​te​tag​.aerz​te​zei​tung​.de erläu­tert Dr. Matthias Gruhl die Positionen der AutorInnen.

(Hervorhebungen nicht in den Originalen.)

7 Antworten auf „Forschergruppe sieht offene Fragen zur Maskenpflicht“

  1. Schmidt-Chanasit hat doch die Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie zur Maskenpflicht im Unterricht mit unterschrieben.

    "Im Hinblick auf die rea­le Gefahr der Übertragung zwi­schen Schülern, die zum Zeitpunkt der Infektiosität (noch) kei­ne Krankheitssymptome haben, spre­chen wir uns aus allei­ni­ger viro­lo­gi­scher Sicht daher für das kon­se­quen­te Tragen von Alltagsmasken in allen Schuljahrgängen auch wäh­rend des Unterrichts aus."
    https://www.g‑f-v.org/stellungnahmen_detail

    1. @Marc: Bezeichnenderweise ist dies die ein­zi­ge Stellungnahme die­ser "Ad-hoc-Kommission SARS-CoV‑2". Es scheint so zu sein, daß man sich danach auf kei­ne gemein­sa­me Position ver­stän­di­gen konn­te. Was, wenn Schmidt-Chanasit neue­re Erkenntnisse jetzt berücksichtigt?

      1. Er war danach noch bei Illner, und hat sich da auf Nachfrage nicht davon distan­ziert. So lan­ge ist das noch nicht her (20.8.).

        Ich fürch­te, Sie wer­den ihn exkom­mu­ni­zie­ren müssen 😉

        1. @Marc: Bei Illner hat er eini­ges gesagt, z.B. zu den Kosten der Tests, die man durch­aus sen­ken könn­te: "Da brau­che ich aber auch den ent­spre­chen­den poli­ti­schen Willen, das gegen­über den Interessenvertretern dann so zu machen, daß man sagt, wir zah­len eben nur 5 Euro… Man darf nicht ver­schwei­gen, daß damit Millionen Gewinne gemacht wer­den mit die­sen Testen." Zur Maskenfrage sagt er auch dort, daß der viro­lo­gi­sche Aspekt "einer von ganz vie­len" ist, die zu berück­sich­ti­gen sind. Für Schulen emp­fiehlt er Lüften statt Masken im Unterricht. Klar ist, daß er nach wie vor AHA-Anhänger ist. Das scheint mir kein gro­ßer Widerspruch zu sein.
          Ich weiß nicht, ob Herr Schmidt-Chanasit einer Kirche ange­hört. Ich tue es nicht und habe allein des­halb schon kei­ne Möglichkeit, ihn zu exkommunizieren 🙂

          1. Dem, was Schmidt-Chanasit da bei Illner sag­te, wür­de nicht­mal Lauterbach oder Frau Brinkmann wider­spre­chen (m.M.n. die größ­te Hardlinerin; wun­dert mich etwas, dass das so unter dem Radar läuft). Das sind wirk­lich Binsen. Problem ist halt, dass aus­gie­bi­ges Lüften bei minus zehn Grad nicht wirk­lich prak­ti­ka­bel ist und die Mittel für Filteranlagen nicht zur Verfügung gestellt werden.

            Mich wun­dert nur etwas die Begeisterung für den doch sehr main­strea­m­i­gen Schmidt-Chanasit. Nicht, dass ich etwas gegen ihn hät­te; ich hat­te nur bis­her den Eindruck, Sie wür­den am liebs­ten jeden auf dem Scheiterhaufen ver­bren­nen, der Masken und über­haupt Corona-Maßnahmen nicht kate­go­risch ver­teu­felt und am bes­ten alle Arten von Tests, vor allem den infer­na­li­schen PCR, gleich mit abschaf­fen will.

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