Holla! Lars Wienand von t‑online.de berichtet über Fake-Aktion von "Impfgegner"-Gegnerin

Wenn ein zäher Propagandist aller bis­he­ri­gen Maßnahmen sol­che Artikel schreibt wie die­sen auf t‑online.de am 2.1., dann haben unse­re Arbeit und vor allem die Demos etwas bewirkt:

t‑online.de

»Der Berliner Intensivpfleger Ricardo Lange ist in der Corona-Pandemie zum Gesicht des Pflegepersonals gewor­den: Der Intensivpfleger brennt für den Beruf und spricht unver­blümt Klartext – ob bei Markus Lanz oder neben Jens Spahn in der Bundespressekonferenz. Lange genießt Vertrauen, und das soll­te offen­bar miss­braucht wer­den. Eine Fake-Geschichte dreht nur des­halb kei­ne gro­ßen Kreise, weil der Pfleger auch ein gutes Auge für Autos hat. 

Lange – mit mehr als 50.000 Followern auf Twitter – hat­te einen Brief gepos­tet, der ihn fas­sungs­los gemacht hat­te. Das Schreiben ist auch in einem Artikel auf focus​.de zu fin­den: "Corona-Leugner zer­ste­chen Reifen von Pflegerinnen und schrei­ben unfass­ba­ren Zettel" mel­de­te die Seite, obwohl Lange sein Posting längst gelöscht und einen Hinweis gepos­tet hat­te. Erst nach Stunden wur­de der Artikel geändert.

"Guter Glaube wird ausgenutzt, um Unruhe zu stiften"

Der Zettel ist tat­säch­lich unfass­bar und empö­rend – aber es spricht viel dafür, das an der Geschichte nichts stimmt. Entweder soll­te Lange ein Fake unter­ge­scho­ben wer­den, um ihn danach damit zu dis­kre­di­tie­ren – oder es war der Versuch, noch mehr Öl ins Feuer in der hit­zi­gen Corona-Debatte zu gie­ßen. "Da wird guter Glaube von Menschen aus­ge­nutzt, um Unruhe zu stif­ten", sag­te er t‑online…«

Lange kann sich gut vor­stel­len, daß Drohungen vorkommen.

»Deshalb glaub­te er zunächst, was ihm Facebook-Abonnentin Mara Schmidt (Name geän­dert) schick­te. "Sie hat­te mir schon ein paar Mal freund­lich geschrie­ben, dass sie gut fin­det, was ich mache." Das Profil teilt Impfaufrufe, die Person ist auch Fan diver­ser Seiten von Krankenhäusern und Hilfsdiensten…

"Jetzt seht ihr mal was pas­siert, wenn ihr unschul­di­ge Bürger zum Impfen auf­for­dert!", heißt es dort. Und: "Jammert nicht, dass ihr zu schlecht bezahlt wer­det, sel­ber Schuld! Probiert's mal mit einem ande­ren Beruf." Mara Schmidt gab sich aber kämp­fe­risch: Sie las­se sich nicht abschre­cken von ihrer Arbeit an vor­ders­ter Front, schrieb sie dazu. "Wir hal­ten zusam­men und Du (der Täter oder die Täterin, Anm. d. Red.) tust einem ein­fach nur leid Du armes Würstchen."

"Was sagt die Polizei?", frag­te Lange zurück. Und bekam dar­auf von ihr noch ein Foto eines Autos mit zer­sto­che­nen Reifen. "Meins."

Sommerreifen verraten Fake 

Das Foto wur­de ihr zum Verhängnis. Lange hat­te den Tweet schon abge­schickt, Menschen reg­ten sich schon auf über die neue Eskalation durch Impfgegner, der Tweet hat­te Tausende Likes. Da erkann­te Lange das Reifenmodell auf dem Foto in der Nachricht. Vredestein, Sommerreifen, und das Foto sehr pro­fes­sio­nell. Das ist auch nicht ver­wun­der­lich: Es stammt von der Fotoagentur Imago und ist auf zahl­rei­chen Seiten zu fin­den. Mara Schmidt hat das Foto nicht gemacht. 

Doch nicht nur das: Auch ihre Profilbilder stam­men aus Fotodatenbanken für Werbefotografie. Die ver­meint­li­che Würzburger Krankenschwester auf einem Foto ist eine in den USA foto­gra­fier­te Frau für Bilder zum Thema Ärzte. Fotos, auf denen in zwei ver­schie­de­nen Mercedes und einem Audi Händchen gehal­ten wer­den – auch sie sind im Netz zu finden.

Ricardo Lange block­te Mara Schmidt – und bekam Nachricht von ihrer angeb­li­chen Schwester. Es sei kein Fake, das Foto des Reifens habe Mara nur gepos­tet, weil ihr Mann Polizist sei und das gera­ten habe. Als dann t‑online bei Schmidt und der "Schwester" nach­frag­te, beklag­ten sie sich, nun wer­de die Presse auf sie gehetzt. Der t‑on­line-Reporter wur­de von der Schwester geblockt, Mara Schmidt ant­wor­te­te nicht. 

Aber wenn es den Fall doch gege­ben hat und Mara Schmidt ein­fach nur sehr kon­se­quent ihre Identität schützt? "Bei uns ist der Vorgang bis­her nicht bekannt", teil­te die Polizei Würzburg auf Anfrage mit. "Wenn das ange­zeigt wor­den wäre, wüss­ten wir davon."

Ricardo Lange fin­det es "erschre­ckend, wie leicht man an eine emo­tio­na­le erfun­de­ne Geschichte glaubt und wie schnell man dann bereit ist, sie zu tei­len. Aber wer ver­mu­tet denn auch, dass sich so was jemand aus­denkt?"«

(Ganz fies wäre die Vermutung, die Story hät­te etwas mit Langes soeben erschie­ne­nem Buch zu tun…)

10 Antworten auf „Holla! Lars Wienand von t‑online.de berichtet über Fake-Aktion von "Impfgegner"-Gegnerin“

  1. War ja auch total unrea­lis­tisch. Dank der objek­ti­ven Berichterstattung von Reportern wie Lars Wienand ahnt man doch gleich: Impfgegner hät­ten sicher­lich gleich die Frau direkt abgestochen.

    1. Kürzlich las ich einen Appell, der über ver­schie­de­ne tele­gram-Kanäle ver­brei­tet wur­de: die Teilnehmer soll­ten doch bit­te kei­ne Verschwörungstheorien mehr tei­len, denn die wür­den von der Regierung als Gesetzesentwürfe mißbraucht.
      Ab heu­te kann man das viel­leicht erwei­tern auf ande­re iro­ni­sche Kommentare…
      Denn nun gibt es angeb­lich "Morddrohungen aus Querdenker-Szene gegen Schwesig". Und wo wur­den die wohl veröffentlicht?
      Richtig geraten.
      Was hier unter der Rubrik Querdenker ein­ge­ord­net wird, dürf­te sich eher gegen Spaziergänger und Montagsdemos rich­ten. Das wird ihnen zu unheim­lich, Omikron läßt sie zu – wenn auch gefähr­li­chen – Witzfiguren ver­kom­men, da müs­sen här­te­re Geschütze her. Und nun haben sie den Dreh ent­deckt. Nicht zuletzt dank der 'muti­gen' Aussagen eines Oberfeldwebels der Gebirgsjäger:
      https://​www​.ndr​.de/​n​a​c​h​r​i​c​h​t​e​n​/​m​e​c​k​l​e​n​b​u​r​g​-​v​o​r​p​o​m​m​e​r​n​/​M​o​r​d​d​r​o​h​u​n​g​-​g​e​g​e​n​-​S​c​h​w​e​s​i​g​-​L​K​A​-​e​r​m​i​t​t​e​l​t​,​s​c​h​w​e​s​i​g​1​1​2​0​.​h​tml
      Ab Min. 11 ca. gibt es Hinweise auf eine här­te­re Linie bei den Demos.

      1. Vielleicht gibt es ja für mei­nen Sarkasmus auch bald was von Biontech. Und ich will so etwas nicht ver­harm­lo­sen, aber natür­lich wer­den sol­che Morddrohungen auch instru­men­ta­li­siert. Denn ich gehe davon aus, dass jede halb­wegs öffent­li­che Person so etwas schon mal erlebt hat. Publik gemacht wird es dann aber nur, wenn man es benut­zen kann, um wei­ter Stimmung gegen unlieb­sa­me Teile der Bevölkerung zu machen.

  2. "Ganz fies wäre die Vermutung, die Story hät­te etwas mit Langes soeben erschie­nen Buch zu tun…"

    So etwas wür­de t‑online.de nie machen. Schon gar nicht, weil t‑online.de dem Propagandaunternehmen Ströer gehört. Da arbei­ten nur ehr­li­che Leute.

  3. Herr Aschmoneit,

    Ich hof­fe Sie mer­ken, dass der Schreiberling trotz­dem die bösen Leugner ver­däch­tigt: "Entweder soll­te Lange ein Fake unter­ge­scho­ben wer­den, um ihn danach damit zu dis­kre­di­tie­ren – oder es war der Versuch, noch mehr Öl ins Feuer in der hit­zi­gen Corona-Debatte zu gießen."

    Also haben die Demos und die Arbeit nichts (posi­ti­ves) bewirkt bei dem Telekomiker.

  4. Ja, und? Was ändert sich? Was kommt beim Durchschnitts-Großmedienkonsument denn an?
    Was jucken denn die nicht abstreit­ba­ren Tatsachen der Fälschungen und Täuschungen, des Klüngelns und der der Korruption? Etwa die neu­es­ten Medienskandale in Österreich (die zum Kurz-Abgang führ­ten), Schweiz (CEO der Ringier-Gruppe erklärt, dass deren Medien die Regierungspolitik nicht in Frage stel­len son­dern aktiv unter­stüt­zen sol­len, die total Aufgabe jeg­li­cher jour­na­lis­ti­schen Moral also):
    ein ande­rer bezahl­ter Influenzer, bevor­zugt im ÖR, Tagesschau, erklärt, dass das alles doch nur Ausnahmen sei­en (oder bes­ser: man schweigt alles das Unangenehme ein­fach tot, bis viel­leicht auf eine klei­ne Alibi-Meldung über 3 Zeilen auf der vor­vor­letz­ten Seite) – und alles bleibt für den Bravbürger wie immer beim Alten: alles Vorgesetzte wird geglaubt, geschluckt, gefres­sen. In Deutschland isst man gefäl­ligst alles, was auf den Tisch kommt.

  5. "Hoeneß über Ungeimpfte: „Diese Leute kon­se­quent ausgrenzen“

    "Der Ehrenpräsident des FC Bayern München bezeich­ne­te frei­wil­lig unge­impf­te Personen als „rück­sicht­los“. Auch mit Joshua Kimmich hat Hoeneß gesprochen.

    Weiterhin habe er eine "Schafskopfrunde abge­bro­chen, weil ein Mitspieler unge­impft gewe­sen sei."

    "Ich kann ziem­lich mili­tant wer­den, wenn jemand sich nicht imp­fen lässt." sag­te der pro­mi­nen­te Steuerhinterzieher, der sei­ne Haftstrafe bereits abge­ses­sen hat.

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