Müssen ModelliererInnen rechnen können?

Quatsch, dafür haben sie ja Computer. Die besche­ren dann so etwas:

»Studie , Corona hat über eine Million Kinder zu Waisen gemacht

Laut einer neu­en Studie haben welt­weit über eine Million Kinder zwi­schen März 2020 und April 2021 eine Mutter, einen Vater oder eine ande­re Bezugsperson durch das Coronavirus ver­lo­ren. Das berich­tet Lucie Cluver, Professorin für Kinder- und Familiensozialarbeit an der University of Oxford und der University of Cape Town, in der „New York Times“. In Südafrika ver­lor jedes 200. Kind eine direk­te Bezugsperson, in Peru jedes 100.

Ein Forscherteam habe dem­nach mathe­ma­ti­sche Modellierungen und Mortalitäts, und Fruchtbarkeitsdaten aus 21 Ländern mit 76 Prozent der welt­wei­ten Todesfälle durch Covid-19 genutzt, um eine Schätzung auf­zu­stel­len, wie vie­le Kinder betrof­fen seien…
Nach unse­ren Schätzungen ver­liert alle zwölf Sekunden ein Kind eine wich­ti­ge Bezugsperson durch das Coronavirus.«
tagesspiegel.de (21.7.)
Nach dem Artikel in der NYT sind die Zahlen sogar "wahr­schein­lich unter­schätzt". Auf die Studie selbst ver­linkt der Artikel nicht. Es gibt sie auf thelancet.com.

Großeltern und ältere Verwandte mitgezählt

In der Studie ist zu lesen, hier ohne die Fußnoten des Originals:

»Wir ver­wen­de­ten Mortalitäts, und Fertilitätsdaten, um Mindestschätzungen und Raten von COVID-19-asso­zi­ier­ten Todesfällen von pri­mä­ren oder sekun­dä­ren Betreuungspersonen für Kinder unter 18 Jahren in 21 Ländern zu model­lie­ren. Wir betrach­te­ten Eltern und sor­ge­be­rech­tig­te Großeltern als pri­mä­re Bezugspersonen und mit­woh­nen­de Großeltern oder älte­re Verwandte (im Alter von 60–84 Jahren) als sekun­dä­re Bezugspersonen.«

Die "sekun­dä­ren Bezugspersonen" sind der ers­te Trick, denn eine "mit­woh­nen­de" Großtante hin­ter­läßt genau so wenig Waisen, wenn sie ver­stirbt, wie ein Großvater, wenn es noch Eltern gibt. So erreicht man eine Steigerung der Zahlen, wenn auch nur die ers­te in die Artikel einfließt.

»Ergebnisse
Wir schät­zen, dass im Zeitraum vom 1. März 2020 bis zum 30. April 2021 welt­weit 1.134.000 Kinder (95 % Glaubwürdigkeitsintervall 884.000–1.185.000) den Tod von pri­mä­ren Bezugspersonen, ein­schließ­lich min­des­tens eines Elternteils oder sor­ge­be­rech­tig­ten Großelternteils, erfah­ren haben. 1.562.000 Kinder (1.299.000–1.683.000) erleb­ten den Tod von min­des­tens einer pri­mä­ren oder sekun­dä­ren Bezugsperson.

Zu den Ländern in unse­rer Studie mit einer Sterberate von min­des­tens eins pro 1000 Kinder gehör­ten Peru (10,2 pro 1000 Kinder), Südafrika (5,1), Mexiko (3,5), Brasilien (2,4), Kolumbien (2,3), Iran (1,7), die USA (1,5), Argentinien (1,1) und Russland (1,0). Die Zahl der ver­wais­ten Kinder über­stieg die Zahl der Todesfälle in der Altersgruppe der 15–50-Jährigen. Zwischen zwei und fünf Mal mehr Kinder hat­ten ver­stor­be­ne Väter als ver­stor­be­ne Mütter.«

Wie es zu dem ver­blüf­fen­den letz­ten Umstand in ihrem Modell kommt, erklä­ren die AutorInnen auch spä­ter nicht. Dafür wird die Zielsetzung benannt:

»Interpretation
Der Tod von Waisenkindern und Pflegepersonal ist eine ver­steck­te Pandemie, die aus COVID-19-asso­zi­ier­ten Todesfällen resul­tiert. Die Beschleunigung der gerech­ten Bereitstellung von Impfstoffen ist der Schlüssel zur Prävention…«

Zahlen ausgewürfelt?

Vor Erstellung der Studie haben die AutorInnen welt­weit wis­sen­schaft­li­che Daten zu recher­chie­ren ver­sucht, mit die­sem depri­mie­ren­den Ergebnis:

»Wir haben kei­ne Publikationen gefun­den, die die glo­ba­le Anzahl von Kindern unter­sucht haben, die auf­grund von COVID-19 ver­waist sind oder den Tod einer Bezugsperson erlebt haben. Allerdings zei­gen Belege aus frü­he­ren Epidemien wie HIV/AIDS, Ebola und der Influenza-Pandemie von 1918, dass eine gro­ße Anzahl von Kindern ihre Bezugspersonen auf­grund von pan­de­mie­be­ding­ten Todesfällen ver­lo­ren hat.

Mehrwert die­ser Studie
Unseres Wissens nach ist die­se Modellanalyse die ers­te, die neue Daten und Erkenntnisse über das Ausmaß [magnitu­de] der Kinder lie­fert, die den Tod eines Elternteils, eines sor­ge­be­rech­tig­ten Großelternteils oder eines mit­woh­nen­den Großelternteils auf­grund der COVID-19-Pandemie erleben…«

»Wir ver­wen­den die stärks­ten ver­füg­ba­ren Daten zu über­zäh­li­gen Todesfällen [excess deaths], COVID-19-Todesfällen und Fertilität, um die Anzahl der Kinder unter 18 Jahren zu schät­zen, die Mütter, Väter oder mit­woh­nen­de Großeltern auf­grund von COVID-19-asso­zi­ier­ten Todesfällen ver­lo­ren haben. Wir model­lie­ren Daten für 21 Länder, die zum 30. April 2021 für fast 77 % der welt­wei­ten COVID-19-Todesfälle ver­ant­wort­lich waren, um eine glo­ba­le Mindestschätzung für die Gesamtzahl der Kinder zu extra­po­lie­ren, die COVID-19-asso­zi­ier­te Todesfälle bei Eltern oder Pflegepersonen erle­ben. Anschließend fas­sen wir evi­denz­ba­sier­te Empfehlungen zusam­men, die sich mit den Bedürfnissen die­ser Kinder und Familien befassen.

Methoden

Übersicht
Wir haben ähn­li­che Methoden wie… zur Schätzung von AIDS-Waisen ver­wen­det, um die COVID-19-asso­zi­ier­te Verwaisung bei Kindern unter 18 Jahren zu schät­zen. Wir erwei­ter­ten die­se, um Todesfälle von Großeltern im Alter von 60–84 Jahren ein­zu­be­zie­hen, die mit ihren Enkelkindern zusam­men­leb­ten. Wir nah­men an, dass die Großeltern, die mit ihren Enkelkindern zusam­men­leb­ten, eine Art von rela­tio­na­ler, prak­ti­scher oder finan­zi­el­ler Betreuung für die Enkelkinder leis­te­ten. Zu den Schlüsselaspekten einer sol­chen Betreuung gehö­ren per­sön­li­cher Kontakt oder psy­cho­so­zia­le Unterstützung, Betreuungsverhalten (z.B. Füttern, Unterrichten oder Beaufsichtigen) und finan­zi­el­le Unterstützung für Haushalts- und Bildungsausgaben.«

Offenbar gibt es eta­blier­te Methoden, AIDS-Waisen zu schät­zen. Neu mit Corona ein­ge­führt wird die Erweiterung der Definition, und zwar mit zunächst nach­voll­zieh­ba­rer Begründung. Sie nimmt die psy­cho­so­zia­le und finan­zi­el­le Rolle von Großeltern in ärme­ren und tra­di­tio­nel­le­ren Weltregionen in Betracht. Das mag für eine sozio­lo­gi­sche Betrachtung sinn­voll sein. Für die Ermittlung der Zahl von Waisenkindern taugt sie nicht, wenn bei noch leben­den Eltern Großeltern versterben.

»Wir haben Schätzungen der pan­de­mie­be­ding­ten Waisen- und Bezugspersonen-Todesfälle unter Verwendung der Übersterblichkeit und der COVID-19-Todesfälle für 21 Länder ent­wi­ckelt, die bis zum 30. April 2021 76,4% der welt­wei­ten COVID-19-Todesfälle aus­mach­ten (Argentinien, Brasilien, Kolumbien, England und Wales, Frankreich, Deutschland, Indien, Iran, Italien, Kenia, Malawi, Mexiko, Nigeria, Peru, Philippinen, Polen, Russland, Südafrika, Spanien, USA und Simbabwe).«

Spätestens hier bekommt die Studie eine Schieflage, weil in meis­ten euro­päi­schen Ländern Großeltern die genann­te Rolle nur sel­ten einnehmen.

Bei Toten ein paar Schüppen draufgelegt

»Wir haben die Berechnungen der Waisen- und Bezugspersonen-Todesfälle auf alters- und geschlechts­stra­ti­fi­zier­te Überschusssterblichkeitsdaten gestützt, wenn die­se ver­füg­bar waren, da die gemel­de­ten Zählungen der bestä­tig­ten COVID-19-Todesfälle die pan­de­mie-asso­zi­ier­ten Todesfälle unter­schät­zen. Wir haben außer­dem die Auswirkungen von alters- und geschlechts­spe­zi­fi­schen Sterblichkeitsvariationen auf die Waisen- und Bezugspersonen-Todesfälle unter­sucht. Für Länder ohne dis­ag­gre­gier­te Daten zur Übersterblichkeit haben wir die Gesamtzahl der Kinder, die COVID-19-asso­zi­ier­te Todesfälle von Eltern oder Betreuungspersonen erle­ben, anhand von Daten über die Unterschiede zwi­schen COVID-19-Todesfällen und Übersterblichkeit ange­passt (sie­he Anhang S. 7–60 für metho­di­sche Details)…

Todesfälle
Wir extra­hier­ten die ver­füg­ba­ren über­zäh­li­gen Todesfälle und COVID-19-Todesfälle vom 1. März 2020 bis zum 30. April 2021, wobei wir 5‑Jahres-Altersbänder oder die ange­ge­be­ne Disaggregationsebene ver­wen­de­ten. Für Länder, die COVID-19 und über­zäh­li­ge Todesfälle mel­de­ten, ver­wen­de­ten wir den grö­ße­ren die­ser bei­den Werte in jedem Altersband, um die Anzahl der Waisen zu berech­nen, da wir an den Waisen im Zusammenhang mit der Pandemie als Ganzes inter­es­siert sind. In die­sem Artikel ver­wen­den wir den Begriff COVID-19-asso­zi­ier­te Todesfälle für die Kombination aus Todesfällen, die direkt durch COVID-19 ver­ur­sacht wur­den, und sol­chen, die indi­rekt durch ande­re asso­zi­ier­te Ursachen ver­ur­sacht wur­den, wie z. B. Lockdowns, Einschränkungen von Versammlungen und Bewegung sowie ver­min­der­ter Zugang oder Akzeptanz der Gesundheitsversorgung und der Behandlung von chro­ni­schen Krankheiten, die in den über­zäh­li­gen Todesfällen berich­tet wer­den. Wenn die über­zäh­li­gen Todesfälle für ein bestimm­tes Land nicht rou­ti­ne­mä­ßig berich­tet wur­den, haben wir sie berech­net, indem wir die monat­li­chen Todesfälle in 2020–21 vom monat­li­chen Durchschnitt zwi­schen 2015 und 2019 abge­zo­gen haben. Für Russland, wo alters- und geschlechts­ge­schich­te­te COVID-19-Todesfälle und über­schüs­si­ge Todesfälle nicht ver­füg­bar waren, dis­ag­gre­gier­ten wir die über­schüs­si­gen Todesfälle unter Verwendung ver­öf­fent­lich­ter alters­spe­zi­fi­scher COVID-19-Schätzungen der Infektionssterblichkeitsraten (Anhang S. 2, 48–50). Wo es ange­mes­sen war, haben wir unse­re Todesfälle um das Verhältnis von Exzess zu COVID-19-Todesfällen berei­nigt (Anhang S. 7–60). Angesichts des Anstiegs der COVID-19-asso­zi­ier­ten Todesfälle in Indien seit Februar 2021 haben wir außer­dem Schätzungen der COVID-19-asso­zi­ier­ten Todesfälle ver­wen­det, um die Auswirkungen einer sol­chen Krise auf die Zunahme der Verwaisung und den Tod von Pflegepersonen zu veranschaulichen.«

Hokuspokus

Nun braucht der mensch­li­che Verstand Nerven, ein Modell steckt das weg:

»Väterliche, müt­ter­li­che oder dop­pel­te Waisenkinder
Wir berech­ne­ten die durch­schnitt­li­che Anzahl der Kinder, die jeder Erwachsene eines bestimm­ten Alters im Jahr 2020 haben wür­de, indem wir die durch­schnitt­li­che Anzahl der Kinder addier­ten, die einem Mann oder einer Frau in jedem der letz­ten 17 Jahre in dem Alter gebo­ren wur­den, in dem der Erwachsene in dem jewei­li­gen Jahr gewe­sen wäre, und die wir gege­be­nen­falls um die Kindersterblichkeit berei­nig­ten (Anhang S. 4). Wir nah­men eine Fertilitätsrate von Null für Frauen an, die älter als 50 Jahre sind, ver­wen­de­ten aber Daten für Männer bis zum Alter von 80 Jahren. Anschließend mul­ti­pli­zier­ten wir die durch­schnitt­li­che Anzahl der Kinder für jedes 5‑Jahres-Altersband mit der Anzahl der männ­li­chen und weib­li­chen Todesfälle in den ent­spre­chen­den elter­li­chen Altersbändern, um die Anzahl der Kinder zu berech­nen, die eine Mutter (müt­ter­li­che Waisen) oder einen Vater (väter­li­che Waisen) ver­lie­ren. Wir berei­nig­ten mög­li­che Häufungen von Todesfällen zwi­schen den Eltern, indem wir eine Schätzung der Sekundärinfektionsraten und alters­spe­zi­fi­sche Infektions-Todesraten ver­wen­de­ten, um unver­dop­pel­te Zählungen für Kinder zu erhal­ten, die einen Elternteil (Einzelwaise) oder bei­de Elternteile (Doppelwaise; Anhang S. 4) ver­lo­ren haben.

Wir berich­ten das Verhältnis von Verwaisung zu alters­spe­zi­fi­schen COVID-19-asso­zi­ier­ten Todesfällen. Wir berech­ne­ten die­ses Verhältnis, indem wir unse­re Schätzung der Anzahl der ver­wais­ten Kinder nach elter­li­cher Altersgruppe in brei­ten Alterskategorien (die auf­grund län­der­spe­zi­fi­scher Unterschiede in der Berichterstattung leicht vari­ier­te) durch die Anzahl der COVID-19-asso­zi­ier­ten Todesfälle in der Alterskategorie divi­dier­ten. Ein Verhältnis grö­ßer als 1 deu­tet auf eine grö­ße­re Familiengröße hin, so dass der Tod eines Elternteils zu meh­re­ren ver­wais­ten Kindern füh­ren kann. Die Quotienten ähneln den alters­spe­zi­fi­schen Fertilitätsraten, berück­sich­ti­gen aber das Altersmuster der COVID-19-Mortalität. Des Weiteren haben wir die Raten der Verwaisung und des Verlusts von Bezugspersonen pro 1000 Personen anhand der inter­na­tio­na­len Volkszählungsdaten berech­net. Die Raten wer­den für kom­bi­nier­te Kategorien und nicht für ein­zel­ne Kategorien ange­ge­ben, um eine Schätzung der mini­ma­len Gesamtzahl der betrof­fe­nen Kinder zu ermöglichen.

COVID-19-asso­zi­ier­te Todesfälle bei mit­woh­nen­den Großeltern
Um die COVID-19-asso­zi­ier­ten Todesfälle bei mit­woh­nen­den Großeltern zu schät­zen, haben wir zwei Maße der UN-Bevölkerungsabteilung für die Haushaltszusammensetzung ver­wen­det: sor­ge­be­rech­tig­te Großeltern und ande­re mit­woh­nen­de Großeltern. Sorgeberechtigte Großeltern sind Großeltern der zwei­ten Generation, defi­niert als Großeltern im Alter von 60–84 Jahren, die in Abwesenheit der Eltern mit ihren Enkelkindern leben. Andere mit­be­woh­nen­de Großeltern (oder Verwandte) sind Großeltern im Alter von 60–84 Jahren (oder ande­re mit­be­woh­nen­de Verwandte im Alter von 60–84 Jahren, wie z. B. Tanten oder Onkel), die in Mehrgenerationenhaushalten mit min­des­tens einem Familienmitglied, das jün­ger als 18 Jahre ist, zusam­men mit min­des­tens einem ihrer Elternteile leben.«

Wer es bis hier­hin geschafft hat, wird sich min­des­tens fra­gen, war­um für Länder mit extrem jun­gen Bevölkerungen die Großeltern-Generation erst mit 60 Jahren beginnt.

»Wir haben Todesfälle von Großeltern bei 85 Jahren abge­schnit­ten, da wir eine kon­ser­va­ti­ve Schätzung anstreb­ten und ein gro­ßer Anteil der Todesfälle bei Menschen über 85 Jahren in Europa und den USA in Pflegeheimen statt­fand, die von den Daten zur Haushaltszusammensetzung aus­ge­schlos­sen sind.«

Bei unter 85-Jährigen wur­den aber min­der­jäh­ri­ge EnkelInnen ein­mo­del­liert? Man nimmt noch ganz ande­res an:

»Wir nah­men an, dass erwei­ter­te Familienmitglieder im Alter von 60 Jahren oder älter, die mit Familienmitgliedern unter 18 Jahren zusam­men­leb­ten, höchst­wahr­schein­lich Großeltern und Enkelkinder dar­stell­ten, obwohl der älte­re Erwachsene eine Tante, ein Onkel oder ein Cousin sein könn­te. Eine sys­te­mi­sche Übersichtsarbeit, die sich mit dem Zusammenleben von Großeltern und Enkelkindern befasst, berich­tet, dass in Mehrgenerationen-Familien Großeltern und Eltern gemein­sam die Betreuung der Kinder über­neh­men, sei es durch Beteiligung oder durch Ressourcen.«

Hokuspokus, die Zweite

»Globale Extrapolation

Um über die­se 21 Länder hin­aus zu extra­po­lie­ren, stütz­ten wir uns auf die hohe Korrelation zwi­schen der Gesamtfruchtbarkeitsrate (TFR) und dem Verhältnis von Waisen zu Sterbefällen (Pearson r2=0,93) und pass­ten ein logis­ti­sches Modell unter Verwendung der kleins­ten Quadrate an, um die bei­den logis­ti­schen Parameter und Gamma, einen Skalierungsparameter, zu schät­zen. Wir erhiel­ten die COVID-19-Todesfälle aus jedem Land von der Johns Hopkins University und die TFR aus den Daten der UN Population Division World Prospects (Anhang S. 5). Wir berück­sich­tig­ten die Unsicherheit der TFR in unse­ren glo­ba­len Schätzungen, indem wir von einer Normalverteilung der TFR aus­gin­gen, mit der mitt­le­ren Fertilitätsvariante als Schätzung für 2020,25 als Mittelwert, und schätz­ten die SD aus den ange­ge­be­nen nied­ri­gen und hohen Varianten. Anschließend berech­ne­ten wir die glo­ba­le Zahl der Waisen, indem wir die TFR für jedes Land 1000-mal abfrag­ten und unser zuvor ange­pass­tes logis­ti­sches Modell ver­wen­de­ten. Unsere zen­tra­len Schätzungen beinhal­ten län­der­spe­zi­fi­sche Schätzungen aus unse­rer Studie, aber die 95% glaub­wür­di­gen Intervalle (CrI) basie­ren aus­schließ­lich auf den Stichproben…

Ergebnisse

In 21 Ländern schätz­ten wir, dass bis zum 30. April 2021 862.365 Kinder ver­waist waren oder ein sor­ge­be­rech­tig­tes Großelternteil durch einen COVID-19-asso­zi­ier­ten Tod ver­lo­ren hat­ten. Davon waren 788.704 Kinder mutter‑, vater- oder beid­sei­tig ver­waist, wobei die meis­ten einen Elternteil ver­lo­ren; 73.661 Kinder ver­lo­ren min­des­tens einen sor­ge­be­rech­tig­ten Großelternteil; und 355.283 Kinder ver­lo­ren min­des­tens einen mit­woh­nen­den Großelternteil oder einen älte­ren Verwandten…«

Die ent­spre­chend gefüt­ter­ten Algorithmen kom­men so sol­chen Ergebnisse:

Durchweg ver­lie­ren nach dem Modell sehr viel mehr Kinder ihre Väter als ihre Mütter, für Deutschland liegt danach das Verhältnis bei 3,3:1. Bei den "Corona-Toten" laut RKI beträgt das Verhältnis in der Altersgruppe, der man groß­zü­gig min­der­jäh­ri­ge Kinder zuord­nen könn­te (20–69 Jahre) bei 2,3:1. Wohlgemerkt, es fin­det im Modell kei­ne ein­zi­ge Zählung von Kindern der Verstorbenen statt, alle die­se Werte sind "berech­net".
Für Südafrika kommt der Computer auf 82.422 Waisen und gar auf 94.625 unter Einbeziehung von Großeltern etc. ("Verlust von pri­mä­ren Bezugspersonen").

Versuchen wir, die­se Rechnung nach­zu­voll­zie­hen. Aktuell spricht die WHO von 4.109.303 "Corona-Toten". Auf Südafrika ent­fie­len danach 67.676 ver­stor­be­ne Menschen. Jeder ein­zel­ne von ihnen hät­te sta­tis­tisch nach dem Modell 1,4 Waisen hin­ter­las­sen. Verblüffend ist auch dies, aus­ge­rech­net zu Südafrika: "Wir haben fest­ge­stellt, dass mit Ausnahme von Südafrika in jedem Land die Todesfälle bei Männern grö­ßer waren als bei Frauen". Zum "Welt-Aids-Tag" hat­te die "Deutsche Welle" am 1.12. unter Berufung auf die UNO befürch­tet: "Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie könn­ten sich welt­weit mehr als 290.000 Menschen zusätz­lich anste­cken – und 148.000 Menschen mehr an den Folgen der HIV-Infektion verster­ben." Davon sei vor allem Südafrika betroffen.


Diskussion

In dem so über­schrie­be­nen Abschnitt wer­den nach­voll­zieh­bar zahl­lo­se nega­ti­ve Auswirkungen auf Kinder beschrie­ben, die ihre Bezugspersonen ver­lie­ren. Sie tref­fen sämt­lich auf alle Todesursachen zu. Deshalb ist das eigent­li­che Fazit der Studie auch hier zu finden:

»Schließlich wer­den die bio­me­di­zi­ni­schen Folgen und Überlegungen den Erfolg bei der Bewältigung psy­cho­so­zia­ler, sozio­öko­no­mi­scher und neu­ro­ko­gni­ti­ver Herausforderungen beein­flus­sen. Der Tod von Eltern und Betreuungspersonen kann durch Investitionen ver­hin­dert wer­den, die den gerech­ten Zugang zu Impfstoffen sowie zu Tests und Therapien beschleu­ni­gen. Für alle Programme, die Kinder und Familien unter­stüt­zen, bleibt die Beachtung von per­sön­li­chem Schutzverhalten der Schlüssel zur Eindämmung der Ausbreitung von SARS-CoV‑2…

Die COVID-19-Pandemie ist schnell und unbarm­her­zig ver­lau­fen, und ihre Auswirkungen dau­ern an… Gemeinsam müs­sen wir die gerech­te Bereitstellung von Impfstoffen vor­an­trei­ben, die Heimunterbringung von Kindern ver­mei­den und Familien bei der Betreuung von Kindern mit ver­stor­be­nen Eltern oder Pflegepersonen unter­stüt­zen, wie im gemein­sa­men Bericht Children: The Hidden Pandemic 2021, der in Zusammenarbeit von CDC, WHO, USAID, Weltbank, University of Oxford, Imperial College London, Harvard University und University College London erstellt wur­de.«

Da weiß man, woher der Wind weht.

20 Antworten auf „Müssen ModelliererInnen rechnen können?“

    1. Und es wird schon gewarnt, dass sich durch Covid Hunger und Armut ver­stär­ken. Also wird das wohl auch wei­ter­hin sein. Leider. Sch…prioritäten.

    2. …und es wür­de ver­gleichs­wei­se Kleckerbeträge kos­ten, das zu ver­hin­dern. Wenn Hunger in der drit­ten Welt nicht fes­ter Bestandteil des Systems wäre.

  1. Ein kur­zer Ueberschlag der Studienwerte ergibt welt­weit 7200 "Corona-Tote" pro Tag. Klingt erst ein­mal so, als koen­ne das so sein, aber bei 7,8 Mrd Menschen ergibt das pro Tag ca. 0,92 Corona-Toten pro Mio Einwohner, in unse­rem Land also ca. 76 Corona-Tote pro Tag. Wo sind die­se Corona-Toten? Das Dashboard des RKI weist "nur" 34, also noch nicht ein­mal halb so vie­le fuer den gest­ri­gen Tag aus (und das sind nicht nur die "an" son­dern auch die "mit" Corona ver­stor­be­nen, was eine erheb­lich hoehe­re Zahl als nur die "an" Corona ver­stor­be­nen erge­ben duerf­te). Oder ist viel­leicht unser Land ein Land mit aus­ser­ge­wo­ehn­lich wenig "Corona-Toten" und fast alle ande­ren Lender haben mehr? Sehen wir uns dazu doch mal die Zahlen vom "worl­do­me­ter" geord­net nach "Corona-Toten pro Mio Einwohner" an: Deutschland steht in der Rangfolge der Laender bzgl. "Corona-Toten / Mio Einwohner" mit 1094 auf Platz 48, beson­ders bevoel­ke­rungs­ei­che Laender ste­hen in der Liste deut­lich wei­ter unten: Indien mit 301 auf Platz 108, China mit nur 3 auf Platz 212. In den afri­ka­ni­schen Laendern soll es ja auch beson­ders schlimm sein, ins­be­son­de­re bei den 3, die sich wei­gern zu impfen:
    Eritrea: Platz 192 mit 9 Corona-Tote pro Mio Einwohner
    Burundi: Platz 206 mit 0,7 Corona-Toten pro Mio Einwohner
    Tansania: Platz 207 mit 0,3 Corona-Toten pro Mio Einwohner

    Irgendwie klingt das erst ein­mal nicht danach, dass Deutschland bei noch nicht ein­mal der Haelfte der durch­schnitt­li­chen Corona-Toten pro Mio Einwohner welt­weit lie­gen wuer­de … Bleibt also die Frage: wo sind die noch feh­len­den Corona-Toten, wenn die­se "Studie" rich­tig lie­gen sollte?
    Rechnet bei sol­chen Veroeffentlichungen wirk­lich nie jemand nach?

  2. Ein schö­nes Beispiel dafür, was für ein Quatsch da zusam­men­mo­del­liert wird. Welchen Erkenntniswert hat eine sol­che Studie? Es geht doch nur ein­mal mehr dar­um, den Menschen zu zei­gen, wie schreck­lich eine Krankheit ist, die den meis­ten kei­ne Angst macht. Aber da wäre noch viel mehr Potential: Wenn die 90-jäh­ri­ge Mutter eines 70-jäh­ri­gen an Covid gestor­ben ist, zählt dann ihr "Kind" auch als Halbwaise? Denn auch im hohen Alter bleibt man ja als Sohn oder Tochter das Kind sei­ner Eltern. Wie sieht es übri­gens in den betrof­fe­nen Ländern bei der Verwaisung auf­grund ande­rer Todesursachen aus? Hat Covid eine nen­nens­wer­te Steigerung der Verwaisungsrate gebracht oder wur­den die Zahlen wie üblich nicht in Bezug zur nor­ma­len Sterblichkeit gesetzt? Wenn man davon aus­geht, dass die meis­ten Covidtoten über 75 waren, dann hat­ten die wenigs­ten von ihnen noch min­der­jäh­ri­ge Kinder. Und in der Altersgruppe, in der die Leute min­der­jäh­ri­ge Kinder haben, ster­ben die Eltern meist an ande­ren Ursachen (z.B. Unfälle, Gewalt, Krebs, usw.).

  3. Boah. Nein, das ist mir zu albern. Schätzungen, die auf Schätzungen basie­ren, die man mit Hilfe von Schätzwerten berech­net hat, und das gar­niert man noch mit der Behauptung man habe eine "kon­ser­va­ti­ve Schätzung" angestrebt.
    Eine kon­ser­va­ti­ve Schätzung, lieb­wer­te Propagandaabteilung aus Oxford, hät­te spä­tes­tens nach dem drit­ten unsi­che­ren Schätzwert been­det wer­den müs­sen. Wer dann bei Todeszahlen von "unter­schät­zen" redet und gleich­zei­tig behaup­tet, man habe eine Stratifizierung vor­ge­nom­men, der ist ent­we­der unfä­hig oder kom­plett ver­lo­gen. Jede Untersuchung der Todeszahlen unter demo­gra­phi­schen Aspekten hat erge­ben, dass die gemel­de­ten Übersterblichkeiten die rea­le Situation weit über­schätzt haben. Aber dafür braucht man neu­tra­le Wissenschaftler bzw. "ech­te" Statistiker, die vor dem Rechnen das Gehirn ein­schal­ten und nicht aus­schließ­lich dar­auf schie­len, wer das eige­ne Bankkonto füllt.

  4. Immer noch bevor­zu­ge ich die kur­ze Version zum Thema. Die lau­tet nach Aussage eines füh­ren­den Epidemiologen dass die Ausbreitung einer vira­len Erkrankung nicht kal­ku­lier­bar ist. Der Mann hat das auch sehr anschau­lich mit weni­gen Sätzen, plau­si­bel wie nach­voll­zieh­bar erklärt. Würde sich aber nun jeder danach rich­ten was reel ist, fie­len tau­sen­de von Honorraren für Gutachten und Interviews weg. Von "Boni" und Aufstieg ganz zu schweigen.
    Interessanterweise aber auch beim Selben der's so gesagt hat. Je nach Medium kann sich Der auch ganz anders aus­drü­cken. Es zahlt also offen­sicht­lich kei­ner für ein­fa­che, plau­si­ble Erklärungen, nicht mal der Moderator aller Moderatoren aller all­um­fas­sen­den Sendeanstalten, ein Subunternehmer (!) wie's scheint. (Namen tun da nicht viel zur Sache)
    Solange mich also kei­ner durch hor­ren­de Zahlungen über­zeugt, was nicht abzu­se­hen ist, blei­be ich bei den Tatsachen. Coronaprognosen sind die reins­te Kaffeesatzleserei! Es feh­len grund­le­gen­de Vergleichszahlen die dazu nötig wären. Diese zu erlan­gen wäre müs­sig, weil sich allei­ne das Virus bis zu mehr­mals pro Jahr mutiert und die Immunantwort der Menschen auch kei­ne Konstanten lie­fern kann. Geht ein­fach nicht. Zudem ist die IFR nied­rig und Corona hat Grippestatus. Es gibt viel "gefähr­li­che­re" Krankheitsereignisse.
    Ich mei­ne – wer bei­spiels­wei­se sein gesam­tes Inventar zu zer­schla­gen in Kauf nimmt um eine bös­ar­ti­ge Fliege zu erschla­gen, kann am Ende natür­lich erfolg­reich sein, muss aber nicht! Vieleicht ken­nen wir alle sol­che Typen, aber muss man die gleich in die Regierung wäh­len??? Brrrr

  5. Die Frage ob Modellierer/innen "Rechnen Können" müs­sen, kann, was das theo­re­ti­sche Beherrschen der 4 Grundrechnungsarten [Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division] über­steigt, ein­deu­tig mit "NEIN" beant­wor­tet werden.

    Alles dar­über hin­aus gehen­de erle­digt, der Zeitersparnis und Exaktheit wegen, der Taschenrechner; oder wenns um kom­ple­xe­re Aufgaben geht, eben der Computer.

    Ich befürch­te, so wie es aus­sieht, lie­gen in obi­gen Beispielen vie­le fata­le Unvermögen vor, aber grund­sätz­li­che Rechenschwäche kann beim bes­ten Willen NICHT attes­tiert werden.

    Wie auch immer
    MfG

    1. @ Peter: Zustimmung. Ergänzend kann man eben­falls ver­tre­ten, dass Klimamodelle, die vor­ge­ben, einen Zustand oder ein Geschehen nahe­zu rea­lis­tisch berech­nen zu kön­nen, das in zehn, zwan­zig, fünf­zig oder noch mehr Jahren vor­lie­gen soll, durch­aus frag­wür­dig sind. Die Änderung auch nur eines Parameters dürf­te wohl rei­chen, um das Endergebnis gra­vie­rend zu ver­än­dern. Wir leben in einer Zeit, in der Modelle meist ein­fach unkri­tisch als Wahrheit betrach­tet wer­den. Es sind Modelle und damit nur eine vage Indikation, wenn der Zeithorizont sehr lan­ge ist. Die Parameter wer­den lei­der nur sel­ten hinterfragt.

      1. @Clarence: Ich bin über­zeugt, daß Modelle hilf­rei­che Instrumente sein kön­nen. Sie wer­den nur oft­mals ver­wen­det wie frü­her Taschenrechner. Deren Ergebnissen konn­te man zu 99% ver­trau­en. Das ist anders bei Modellen, die zwar eben­falls auf mathe­ma­tisch weit­ge­hend zuver­läs­si­gen Algorithmen auf­bau­en, aber Statistik blei­ben und damit inter­pre­tier­bar. Zudem ver­wen­den sie oft­mals äußerst kom­ple­xe Eingabeparameter, die sub­jek­tiv gewich­tet wer­den. Auch da ist der Taschenrechner zuver­läs­si­ger, 29 hoch 7 divi­diert durch Wurzel aus 4711 wird stets das glei­che Ergebnis brin­gen. Bei Modellen mit "leben­den", sich ver­än­dern­den Daten, ist das nicht zwin­gend so.

        Nun ist aber selbst Statistik nicht per se Teufelszeug, und eben­so wenig sind es Modelle. Wenn sie sorg­fäl­tig mit der erleb­ba­ren Wirklichkeit abge­gli­chen und in ihrer Begrenztheit inter­pre­tiert wer­den, kön­nen sie sehr nütz­lich sein. Das gilt etwa für Wetterprognosen, Verkehrsplanung oder in Betrieben bei der Reduzierung von Ausschuß. Wie für alle wis­sen­schaft­li­che Erkenntnisse gilt um so mehr für Modelle, daß sie an der Realität gemes­sen wer­den müs­sen. Hilfreich dafür kann ein Vergleich sein. Der scheint mir in der Klimaforschung, die jahr­zehn­te­lang gegen den Mainstream schwim­men muß­te und erst in jüngs­ter Zeit gewür­digt, aber natür­lich auch instru­men­ta­li­siert wird, in hohem Maße der Fall zu sein. Tausende Studien welt­weit aus unter­schied­lichs­ten Zusammenhängen und Forschungsbereichen kom­men zu dem Schluß, der Mensch gefähr­de sei­ne Umwelt, wenn er wei­ter so wirt­schaf­tet wie bis­her. Auch dann bleibt die Frage des Abgleichs mit der Wirklichkeit zu stel­len. Ich fin­de, es sieht gera­de welt­weit nicht so aus, als ob sie ganz falsch lägen.

        1. Ergänzend zu @aa:

          Die Zuverlässigkeit der Klimamodelle wird auch dadurch unter­stri­chen , dass Studien von Konzernen wie Exxon und Shell schon vor Jahrzehnten rela­tiv genau die Klimaentwicklung bis heu­te vor­her­sa­gen konn­ten und die Auswirkung fos­si­ler Brennstoffe erkann­ten. Sie haben die Ergebnisse aller­dings in der Schublade ver­schwin­den las­sen und eif­rig Lobbyorganisationen finan­ziert, die öffent­lich das Gegenteil pro­pa­gie­ren. Und zwar im Wesentlichen mit dem Argument, dass die Wissenschaft nie­mals hun­dert­pro­zen­ti­ge Sicherheit bie­ten kön­ne, und man des­we­gen unse­ren auf Öl basie­ren­den "Wohlstand" nicht ris­kie­ren dür­fe. Aus mei­ner Sicht wur­den vie­le der gän­gi­gen Anti-Klima-Argumente zur Profitsicherung einer der (damals?) mäch­tigs­ten Branchen erdacht. 

          Wie sich hin­ter den Kulissen in den letz­ten Jahren die Gewichte ver­scho­ben haben hin zur Propagierung eines pseu­do-grü­nen Kapitalismus ist auf jeden Fall eine span­nen­de Frage für sich. Letztlich ist es für die maß­geb­li­chen Oligarchen ja egal, wel­che Energieform welt­weit domi­niert. Hauptsache, sie haben die Kontrolle darüber.

        2. @aa: An Verkehrsplanungen, Produktionsstraßen usw – you name it – lässt man am bes­ten Logistik Könner:innen ran.

          Was Modelle betrifft, hal­te ich von Denen nur was, wenn sie auch tat­säch­lich in der Lage sind, die Wirklichkeit abzu­bil­den. Beim Wetter hat das noch nie funk­tio­niert, außer über eine Zeitspanne von ein paar Tagen; Beim Bestimmen der Ausbreitungsgeschwindigkeit oder der Ansteckungswahrscheinlichkeit von Viren, Bakterien, Keime – you name it – kön­nen eben­so KEINE zuver­läs­si­gen / seriö­sen Vorhersagen model­liert wer­den. Trust me – it doesn't work !

          Bleibt nur die klas­si­sche Modellierung von Eisenbahnen, Loks, Autos, Stadtteile, Gebäude, Parkanlagen – you name it.

          Wie auch immer
          MfG

  6. "Durchsetzung der Corona Maßnahmen erfolgt im Kampf gegen Wissenschaft"
    https://tkp.at/2021/07/21/durchsetzung-der-corona-massnahmen-erfolgt-im-kampf-gegen-wissenschaft/

    Anmerkung: Es ist erstaun­lich, dass es, scheibar rechen­un­kun­di­gen, Personen gelingt, die­se Pandemie zu gestal­ten. Äußerungen in die­se Richtung fie­len mir auch beim Dr R. Fuellmich, wäh­rend eini­ger Corona-Ausschuss Sitzungen, auf. Die Gegenseite wäre bald am Ende, da sie zu dur­sich­tig ist und zu ein­fäl­tig agiert.
    Nichtsdesto trotz gibt es die­se Pandemie schon ein­ein­halb Jahre. Wir leben fak­tisch seit einem Jahr im Dauerlockdown. Die Hälfte der Bevölkerung ist gespritzt. Die Zwangsmaßnahmen, wel­che zur Zeit bespro­chen wer­den, wer­den mit gro­ßer Sicherheit mit dem ers­ten Schnupfen ein­ge­führt. Wir haben seit ca. zwei Monaten eine Insidenz nahe der Grasnarbe und haben Angst davor, die uns im Sommer Gesichtslappen tra­gen läßt. Die nächs­ten Bestellungen sind schon raus.
    Ich war­ne vor Geringschätzung, und soll­te es nur den Schaustellern gegen­über sein.

  7. irra­tio­na­les Denken (las­sen) im Spätkapitalismus
    Nach der Gleichsetzung von "mit oder an Corona" ver­stor­ben, der Umschreibung/Verwässerung der Pandemie- und HerdenimmunitätsDefination kom­men "Neue Normalität" Waisen Begriffe und Vergleiche zwi­schen der BRD und bit­ter­ar­men oder völ­ker­rechts­wid­rig sank­tio­nier­ten Ländern wie Indien, Iran,Südafrika,Malawi,Simbabwe.

    "Den  Angaben des Robert-Koch-Instituts
    [https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Projekte_RKI/COVID-19_Todesfaelle.html] zufol­ge beträgt das mitt­le­re Alter der Menschen, die 2020mit oder an Corona ver­star­ben, knapp 83 Jahre. Der Wert liegt zwei Jahre über dem all­ge­mei­nen Sterbealter. Das bedeu­tet, dass die im Jahr 2020 ver­stor­be­nen Menschen, die posi­tiv auf Corona getes­tet wor­den sind, im Schnitt zwei Jahre län­ger gelebt haben als die nicht mit Coronaviren Infiziert. Das ist ein erstaun­li­cher Befund.
    Das unge­wöhn­lich hohe Sterbealter der Coronatoten drückt sich auch in den abso­lu­ten Zahlen aus. Von ins­ge­samt 40.335 Personen, die dem RKI zufolge
    2020 mit oder an Corona ver­star­ben, waren 38.907 Personen 60 Jahre oder älter. Lediglich 1.428 Verstorbene hat­ten das 60. Lebensjahr noch nicht
    erreicht (3,5 Prozent). In Relation zu alten Menschen ist das Sterberisiko von Menschen unter 60 Jahre als sehr gering ein­zu­stu­fen. Vergleicht man den Wert mit der Anzahl der im Straßenverkehr töd­lich verunglückten
    Personen, so wird die­se Einschätzung bestä­tigt. Im Jahr 2020 waren ins­ge­samt 2.724 Verkehrstote zu bekla­gen, von denen 1.616 jün­ger als 60 Jahre waren. Diesen ste­hen 1.428 Verstorbene gegen­über, die an oder mit
    Corona ver­star­ben. Das Risiko im Straßenverkehr ums Leben zu kom­men ist für einen Unter-60jäh­ri­gen im Jahr 2020 folg­lich größer[sic] gewe­sen als das, an einer Coronainfektion zu sterben."
    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/blick-auf-die-statistik

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