Die EU-Kommission möchte ab 2025 den Handel mit Gesundheitsdaten für mehr Wirtschaftswachstum nutzen

Unter die­sem Titel ist am 23.6. auf ddrm.de zu lesen:

»Das stellt der Kölner Arzt Dr. Stefan Streit in einer Stellungnahme zu der Mitteilung der EU-Kommission an das Europaparlament und den Rat der EU fest, die unter dem Titel Ein euro­päi­scher Raum für Gesundheitsdaten: Das Potenzial von Gesundheitsdaten für die Allgemeinheit, für Patientinnen und Patienten und für Innovation erschlie­ßen am 03.05.2022 ver­öf­fent­licht wur­de (Langfassung = 141 Seiten / Kurzfassung = 24 Seiten).

Dr. Streit macht in sei­ner Stellungnahme auf zwei wesent­li­che Ziele die­ser Initiative der EU-Kommission aufmerksam:

„Der Gesundheitsdatenraum soll aus zwei getrenn­ten Infrastruktruren bestehen.

      • Primardatennutzung = Krankenbehandlung Die der­zei­ti­ge Telematikinfrastruktur ent­spricht in etwa dem, was sich die EU-Kommission, unter MyHealth@eu, für die Primärdatennutzung von Gesundheitsdaten aus­ge­dacht hat. Das betrifft die Datennutzung von Gesundheitsdaten zur Krankenbehandlung in Krankenhaus und Arztpraxis, die natür­lich nicht anonym vor­lie­gen. Personenbezogene Daten in der pri­mä­ren Arztakte sind von der DSGVO geschützt. Es wird davon aus­ge­gan­gen, dass eine Vielzahl von (kom­mer­zi­el­len und insti­tu­tio­nel­len) Anbietern von Elektronic Health Records (EHR), also elek­tro­ni­sche Patientenakten, die der Patient selbst ver­wal­tet, ent­ste­hen wer­den. Bemerkenswerterweise reicht für kom­mer­zi­el­len EHR-Betreiber eine Selbstzertifizierung und das aus dem Konsumerbereich bekann­te CE-Zeichen als Qualitätsmerkmal. Wollte man EHR-Daten für die Patientenversorgung nutz­bar machen, dann bedarf es Instrumente zum Umgang mit der Unvollständigkeit der EHR einer­seits und Strategien um die gesuch­ten Daten in den vie­len ver­schie­de­nen EHR zu fin­den und nutz­bar zu machen.
      • Sekundardatennutzung = Datenhandel Die Pläne für die zwei­te Infrastrukur HealthData@eu betref­fen die Sekundärdatennutzung im Gesundheitsdatenraum zum Handel mit Gesundheitsdaten.

Die Datenökonomie im Gesundheitsdatenraum beruht auf fol­gen­den Annahmen:

Nach der Entfernung des Namens unter­liegt die – nun als anony­mi­siert gel­ten­de Patientenakte – nicht mehr dem Schutz der DSGVO. Den poli­ti­schen Akteuren dürf­te seit der Plagiatsaffären bekannt gewor­den sein, mit wie wenig Textmaterial man nicht gekenn­zeich­ne­te Textstellen auto­ma­ti­siert rei­den­ti­fi­zie­ren kann. Krankenakten ent­hal­ten vie­le hun­dert bis tau­send Datenpunkte, die mit der aktu­el­len Rechnerkraft pro­blem­los einer Person zuge­ord­net wer­den können.

Obwohl der Kryptograph Prof. Dominique Schröder das Problem der Anonymisierung lai­en­ver­ständ­lich und fun­diert dar­ge­stellt hat, basiert die Legitimation von HealthData@eu allein auf der Anonymisierung…“

Dr. Streit macht auf den vier Seiten sei­ner Stellungname auf die gro­ßen Probleme auf­merk­sam, die für die sen­si­blen Gesundheits- und Behandlungsdaten aller Menschen in den 27 EU-Staaten dro­hen, wenn die Pläne der EU-Kommission wie von ihr geplant naht­los und ohne Widerstand umge­setzt wür­den. Lesenswert!

Am Ende sei­ner Stellungnahme schließt Dr. Streit mit: „Ich lade Sie ein dar­über nach­zu­den­ken, wie wir als Deutsche und als Europäer die anste­hen­den sozia­len Entwicklungsaufgaben bewäl­ti­gen kön­nen und freue mich über jede Rückmeldung.“«

7 Antworten auf „Die EU-Kommission möchte ab 2025 den Handel mit Gesundheitsdaten für mehr Wirtschaftswachstum nutzen“

  1. @aa
    Im Augenblick spricht Christine Anderson (EU-Abgeordnete) im C‑Ausschuss. Hochinteressant.
    Vielleicht schau­en sie mal rein?

    1. @Petra S.: Ich bin für die­se lan­gen Videos nicht gemacht, son­dern eher ein Leser. Ich schaue mal, obwohl mich die Dame nicht wirk­lich reizt.

        1. @mare: Dabei habe ich die Scheuklappen abge­legt und mir die Ausführungen ange­hört. Der Erkenntnisgewinn war für mich eher gering. Gab es irgend etwas zum Corona-Thema? Die Begeisterung für die frei­heits­lie­ben­den US-Bürger, die sich ihr Recht aufs Waffentragen nicht neh­men las­sen und schon län­ger als die Politik in Europa sich welt­weit gegen "lin­ken Totalitarismus" gewen­det haben, hat mei­ne Vorurteile über AfD-Positionen aller­dings nicht besei­ti­gen kön­nen. Warum sich der Corona-Ausschuß für sub­stanz­lo­se Betrachtungen über Eliten und ande­re Bösewichter her­gibt, möch­te ich lie­ber nicht wissen.

  2. Handel mit Gesundheitsdaten heißt doch im Klartext, dass der Patient noch stär­ker zum Versuchskaninchen mutiert. Da muss man ja noch mehr als bis­her auf­pas­sen, was einem selbst oder den Angehörigen für Behandlungen ange­tra­gen wird oder aber auch ver­wei­gert wird wegen z.B. dem ent­spre­chen­den Impfstatus. Wir lei­den doch schon jetzt an einer Missversorgung. Wirksame, pro­phy­lak­ti­sche Mittel wie Vitamin D wer­den unter­drückt und teu­re und expe­ri­men­tel­le Verfahren in den Patienten hin­ein gedrückt. Pflicht zur Organspende und teu­re OP´s erklim­men neue Höhepunkte.

  3. Die Ärzte wol­len sie nicht
    https://www.sueddeutsche.de/kolumne/digitale-gesundheitsakte-vom-widerstand-der-aerzte‑1.4356818

    Die Justiz knick­te mal wie­der ein
    https://www.pfalz-express.de/justizministerium-gibt-widerstand-gegen-e-patientenakte-auf/

    Die KV Hessen mault nun schon beim Elektronischen Rezept und der Elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
    https://www.kvhessen.de/publikationen/auf-den-punkt/3–2022/
    (Berliner Irrwege)

    „Wer sol­che Produkte trotz­dem zwangs­ein­führt, läuft Gefahr, immer mehr Leistungserbringer zu ver­lie­ren, weil sie sich nicht per Erpressung auf einen offen­sicht­lich fal­schen Kurs zwin­gen lassen"

    Man möch­te doch nicht zah­len­de Mitglieder vergraulen

    Bei Impfpflicht
    Verweigerung der Unterschrift auf dem Aufklärungsbogen -
    Keine Impfung

    Verweigerung der Eingabe des 6‑stelligen Codes-
    kei­ne Behandlung?

    Ärzte haben eine Behandlungspflicht!

    https://www.deutschlandfunk.de/elektronische-patientenakte-durchbruch-oder-flop.724.de.html?dram:article_id=490200

    Machen wir nen Flop draus

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