Der Influenza-Influencer

Die Schweinegrippe von 2009 ist in vie­len Aspekten ein Vorläufer von COVID-19 und könn­te uns eine Lehre sein. In die­sem Sinne lehr­reich ist der Vortrag des dama­li­gen bel­gi­schen „Grippekommissars“ Marc Van Ranst mit dem Thema „Kommunikation und öffent­li­ches Engagement bei pan­de­mi­scher Influenza“ über Beeinflussung der Medien, Ausschaltung von Kritik und ganz all­ge­mein dar­über, wie man eine Bevölkerung um den Finger wickelt, um sie dazu zu brin­gen, unwirk­sa­me bis schäd­li­che Medikamente und Impfungen zu akzep­tie­ren. [1]

Van Ranst ist Mediziner mit Spezialisierung auf Virologie an der Katholischen Universität Leuwen. Bis zur „Corona-Krise“ trat er beson­ders häu­fig mit der Kombination von Influenza und Impfung in Erscheinung und zele­briert sich ent­spre­chend auf der Website des EU-finan­zier­ten HONOUR-Netzwerks zur Förderung des Nachwuchses an pre­pa­red­ness experts, dem er auch in Sachen Ethik zur Verfügung steht. [2] Außerdem ist er Chefredakteur der Website VacciNews.net, die nach eige­nen Angaben „der Öffentlichkeit, den Medien, den Fachleuten des Gesundheitswesens und den poli­ti­schen Entscheidungsträgern aktu­el­le Informationen zur Verfügung [stellt], um ihnen zu hel­fen, die Fakten über Impfstoffe und Immunisierung zu ver­ste­hen. Alle von VacciNews.net bereit­ge­stell­ten Informationen wer­den über­prüft, um sicher­zu­stel­len, dass sie kor­rekt und aktu­ell sind.“ Sie wur­de zum letz­ten Mal am 6.2.2013 aktua­li­siert. [3] Van Ranst gilt der­zeit als „star­ker Mann des bel­gi­schen ‚Wissenschaftlichen Komitees‘“ [4], wird mit einem Pitbull ver­gli­chen und erhielt „wegen sei­ner kla­ren Sprache zur Corona-Krise“ den „Karrierepreis für wis­sen­schaft­li­che Kommunikation“. [5]

Van Ranst hielt sei­nen Vortrag am 22. Januar 2019 mit Rückblick auf die Spanische Grippe (nach einem Jahrhundert) und die Schweinegrippe (nach einem Jahrzehnt) sowie zur Vorausschau „auf die nächs­te Pandemie“ (ein Jahr spä­ter), den Rahmen bil­de­te eine Konferenz im Chatham House in London. Das Chatham House ist auch als „Das Königliche Institut für Internationale Angelegenheiten“ bekannt und soll eine Denkfabrik sein: „Die hier erstell­ten Expertisen und Lösungsempfehlungen kön­nen durch die inter­na­tio­nal täti­gen Mitglieder welt­weit gezielt ver­brei­tet wer­den. Einzelne Schlüsselprojekte wer­den von der Rockefeller-Stiftung, der Bill & Melinda Gates Foundation, der Konrad-Adenauer-Stiftung, der NATO oder der EU finan­ziert und gespon­sert. Neben den Corporate Members, bestehend aus 75 Großkonzernen, Investmentbanken, Energiekonzernen und 263 wei­te­ren Firmen, zählt das Chatham House der­zeit 2.770 inter­na­tio­nal täti­ge Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Diplomatie, Wissenschaft, Politik und Medien aus 75 Ländern zu sei­nen Mitgliedern.“ [6] Und die Queen ist auch dabei.

Die Tagung fand im Rahmen der ESWI-Konferenzen statt – ESWI steht für European Scientific Working Group on Influenza, die „aus­schließ­lich von der Pharmaindustrie finan­ziert“ wird [7], einer ihrer Direktoren ist der nie­der­län­di­sche Virologe Albert Osterhaus. [8] Zusammen mit dem aus­tra­li­schen Virologen John Mackenzie gehört Osterhaus zu den Mitbegründern der One Health Platform, in deren wis­sen­schaft­li­chem Beirat Mackenzie neben u.a. George Gao vom China CDC (Center for Disease Control), Peter Daszak von der EcoHealth Alliance und David Heyman vom Chatham House zu fin­den ist; den Industrie-Beirat bil­den u.a. Roche, GSK und Janssen. [9] Die One Health Platform gehör­te zu den Mitveranstaltern der Konferenz im Chatham House, deren Vorsitz sich Heyman und Osterhaus teilten.

„Unter dem Spitznamen ‚Dr. Flu‘ (Dr. Grippe) ist der Virologe Professor Albert Osterhaus […] welt­weit als der­je­ni­ge bekannt, der im Zentrum des inter­na­tio­na­len Netzwerks sitzt, das mit dem Begriff ‚Pharmamafia‘ umschrie­ben wird. Zugleich ist er in Grippefragen auch ‚der‘ Chefberater der UN-Weltgesundheitsorganisation WHO. Mit sei­nen von den Medien glo­bal ver­brei­te­ten Schreckensvorhersagen über die unmit­tel­bar bevor­ste­hen­de Schweinegrippe-Pandemie hat­te Osterhaus vie­le Regierungen dazu gebracht, gro­ße Vorräte an Impfstoffen zu kau­fen.“ [10]

Es fol­gen in Kursivschrift eini­ge sprach­lich geglät­te­te Auszüge der Rede von Van Ranst, die fett­ge­druck­ten Zwischenüberschriften sind die Übersetzungen von ein­ge­blen­de­ten Schlagzeilen.

„Vielen Dank für die Einladung! Ich wur­de gebe­ten, zu Ihnen von mei­nen Erfahrungen als Krisenmanager, Grippebeauftragter für Belgien unter Hervorhebung der Kommunikations-Aspekte zu spre­chen. Dies sind eini­ge mei­ner Interessenkonflikte über die letz­ten 20 Jahre, schät­ze ich:
[Einblendung] Vorträge und/oder Beratergremium für GSK, Sanofi-Pasteur, Merck, J&J, Abbott, Biocartis
Es begann alles für mich zu die­ser Zeit, eigent­lich im Jahr 2006, als ich ernannt wur­de.“ [1]

Seit 2007 ist er auf föde­ra­ler Regierungsebene für die Bereitschaftsplanung für eine Grippepandemie in Belgien ver­ant­wort­lich und war als inter­mi­nis­te­ri­el­ler Beauftragter für das bel­gi­sche Krisenmanagement wäh­rend der mexi­ka­ni­schen Grippepandemie in den Jahren 2009–2010 zustän­dig.“ [2]

„Führender Virologe befür­wor­tet altru­is­ti­sche Impfung zur Vermeidung von Vogelgrippe […] ‚Die Menschen soll­ten geschützt wer­den, und dies soll­te durch altru­is­ti­sche Impfung erfol­gen – von der nicht die Person, die geimpft wird, son­dern jemand ande­res pro­fi­tiert. […]‘, so Professor Van Ranst. Altruistische Impfungen sind die Lösung für das Grippeproblem.“ [11]

„Die euro­päi­sche Zulassungsbehörde EMEA [European Medicines Agency, seit 2010 EMA] hat den prä­pan­de­mi­schen Grippeimpfstoff PrepandrixTM [2008] zuge­las­sen. Der Impfstoff ist der ein­zi­ge, der bereits vor dem Ausbruch einer Pandemie ein­ge­setzt wer­den kann. Der Präpandemieimpfstoff ent­hält ein neu­es Adjuvanssystem und ist gegen ver­schie­de­ne Varianten des H5N1-Vogelgrippevirus wirk­sam. Einige Regierungen haben bereits Interesse an einer Bevorratung des Impfstoffs bekun­det.“ [12]

Das ist ein unbe­zahl­tes Hobby, es ist also weder ein Beruf noch eine Funktion. Was auch immer es ist, es ist wirk­lich ein Hobby, die­se Sache als Grippe-Beauftragter. Es war am 24. April 2009, als die WHO [World Health Organisation, Weltgesundheitsorganisation] sag­te, dass es eine Pandemie geben wird und das war der Zeitpunkt, als es los­ging.“ [1]

Grippeähnliche Erkrankung in den Vereinigten Staaten und Mexiko
24. April 2009 - Die Regierung der Vereinigten Staaten hat sie­ben bestä­tig­te mensch­li­che Fälle von Schweinegrippe A/H1N1 in den USA […]. Alle sie­ben bestä­tig­ten Fälle hat­ten eine leich­te Influenza-ähn­li­che Erkrankung (ILI), wobei nur ein Fall einen kur­zen Krankenhausaufenthalt erfor­der­te. Es wur­den kei­ne Todesfälle gemeldet.
[…] Im Bundesdistrikt von Mexiko begann die Überwachung am 18. März mit der Erfassung von Fällen von ILI. Die Zahl der Fälle ist im April ste­tig gestie­gen, und bis zum 23. April gab es nun mehr als 854 Fälle von Lungenentzündung in der Hauptstadt. Von die­sen Fällen sind 59 gestor­ben. […] Von den mexi­ka­ni­schen Fällen wur­den 18 in Kanada im Labor als Schweinegrippe A/H1N1 bestä­tigt, 12 davon sind gene­tisch iden­tisch mit den Schweinegrippe A/H1N1-Viren aus Kalifornien.“ [WHO, 13]

„Das IHR[International Health Regulation]-Notfallkommittee zur Influenza-Pandemie (H1N1) 2009 trat von April 2009 bis August 2010 neun Mal zusam­men. Auf sei­ner ers­ten Sitzung am 25. April 2009 stell­te die WHO-Generaldirektorin auf Anraten des Ausschusses fest, dass die lau­fen­den Ereignisse einen Public Health Emergency of International Concern (PHEIC) dar­stell­te.“ [WHO, 14]

Dieser „Öffentliche Gesundheitsnotfall von inter­na­tio­na­ler Bedeutung“ oder PHEIC ist nicht gleich­zu­set­zen mit dem Ausrufen einer Pandemie, aber der Ausschuss steu­er­te ziel­stre­big dar­auf zu. Zu sei­nen 15 Mitgliedern gehör­ten als Vorsitzender Mackenzie von der One Health Platform sowie Maria Zambon von Public Health England, die im Januar 2020 bei allen PCR-Protokollen des „Drosten-Tests“ Mitautorin war. [15] Als Berater trat der Physiker Neil Ferguson vom Impe­ri­al College London auf, der seit Anfang des Jahrhunderts mit sei­nen Modellen von Infektionskrankheiten per­ma­nent dane­ben lag, aber trotz­dem auch weit über Großbritannien hin­aus enorm ein­fluss­reich geblie­ben ist – oder gera­de des­we­gen, näm­lich dann, wenn gigan­ti­sche Zahlen erwünscht waren, die er zuver­läs­sig lieferte.

„Im Jahr 2009 sag­ten Ferguson und sein Imperial-Team vor­aus, dass die Schweinegrippe eine Sterblichkeitsrate von 0,3 Prozent bis 1,5 Prozent hat. Seine wahr­schein­lichs­te Schätzung war, dass die Sterblichkeitsrate 0,4 Prozent betrug. Eine Schätzung der Regierung, die auf Fergusons Ratschlag basier­te, besag­te, dass ein ‚ver­nünf­ti­ges Worst-Case-Szenario‘ dar­in bestün­de, dass die Krankheit in Großbritannien zu 65.000 Todesfällen füh­ren würde.
Warum hat das Imperial-Team die Sterblichkeit der Krankheit über­schätzt? Oder um es mit den Worten Robinsons an Hancock heu­te Morgen zu sagen: ‚Diese Vorhersage war nicht nur Unsinn, oder? Es war gefähr­li­cher Blödsinn.‘“ [16]

Diese ins­ge­samt 16 Personen des Notfallkommittees stell­ten zudem eine Ansammlung von Interessenkonflikten dar: u.a. Baxter (2x), Roche (2x), Sanofi (3x), GSK (3x), Novartis (4x) – aber für die WHO war alles in Ordnung: „Die oben zusam­men­ge­fass­ten Interessen füh­ren nicht zu einem Interessenkonflikt, um die betref­fen­den Experten ganz oder teil­wei­se von der Teilnahme am Notfallausschuss aus­zu­schlie­ßen.“ [WHO, 14]

„Bis Montag [4.5.2009] mor­gens hat­te die WHO eine Definition auf ihrer Website, in der es hieß, dass eine pan­de­mi­sche Influenza [Stufe 6] ‚eine enor­me Anzahl Todes- und Krankheitsfälle‘ ver­ur­sacht. Nachdem ein CNN-Reporter dar­auf hin­ge­wie­sen hat­te, rief die WHO-Sprecherin zurück, um zu sagen, dass die Definition ein Irrtum war und von der WHO-Website ent­fernt wur­de." [17]

„Der Virologe Marc Van Ranst erwar­tet, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bald die höchs­te Phase der Grippeepidemie aus­ru­fen wird. Die Schweinegrippe wür­de dann offi­zi­ell als Pandemie bezeich­net wer­den. ‚Alle Voraussetzungen für Stufe 6 sind gege­ben‘, sagt Van Ranst. […] ‚Es ist also fast unver­meid­lich, dass die Weltgesundheitsorganisation bald die Alarmstufe von Stufe 5 auf Stufe 6 […] anhe­ben wird. Ein Ausschuss trifft sich heu­te, um die Situation zu beur­tei­len. Ich ver­mu­te, dass die WHO dann Stufe 6 ankün­di­gen wird. Wenn die Alarmstufe tat­säch­lich auf Stufe 6 ange­ho­ben wird, kön­nen wir offi­zi­ell von einer Pandemie spre­chen.‘“ [Artikel vom 4.5.2009 um 7:08, 18]

„Die Ankündigung der Schweinegrippe-Pandemie am 11. Juni 2009 durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) war ein ech­ter Präzedenzfall. Im Mai 2009 hat die WHO den Schweregrad der Erkrankung aus der Definition der sechs­ten Pandemie-Stufe gestri­chen und for­der­te als ein­zi­ges Kriterium die rasche und welt­wei­te Ausbreitung eines neu­en Virus, gegen das die Bevölkerung kei­ne Immunität besitzt. […]
Trotz der nicht über­zeu­gen­den Daten aus Mexiko folg­te die WHO dem Rat ihres Notfallkomitees und erklär­te am 11. Juni 2009 die A/H1N1-Pandemie und lös­te damit eine Kaskade von natio­na­len Maßnahmen aus, die nach den Pandemie-Ängsten beim Schweren Akuten Respiratorischen Syndrom (SARS) und der Vogelgrippe vor­be­rei­tet wor­den waren.“ [19]

„Ein Gespräch […] mit Dr. Krause vom Robert-Koch-Institut in Berlin war sehr auf­schluss­reich: Dr. Krause bestä­tig­te, dass die Definition einer Pandemie vor kur­zem von der WHO dahin­ge­hend geän­dert wor­den sei, dass die Schwere der Erkrankung nicht mehr rele­vant sei, um eine Pandemie zu erklä­ren. Auf mei­ne Frage ‚Was wür­de pas­sie­ren, wenn die WHO nächs­tes Jahr Niesen als Pandemie defi­nie­ren wür­de. Würden Sie dann auch eine Impfkampagne star­ten ?‘ ant­wor­te­te Dr. Krause mit einem kla­ren JA !“ [20]

PANDEMIE: TAG EINS

Und dann haben Sie eine Chance, es rich­tig zu machen. Ich mei­ne, der ers­te Tag ist so wich­tig, am ers­ten Tag beginnen Sie die Kommunikation mit der Presse, mit den Leuten und Sie müs­sen es rich­tig machen.

EINE STIMME, EINE BOTSCHAFT

Sie müs­sen eine Stim­me, eine Botschaft ver­fol­gen. In Belgi­en haben sie sich ent­schie­den, einen Nicht-Politiker zu ernen­nen, um das zu tun. Ich habe kei­ne Parteizugehörigkeit und das machte die Dinge zu die­ser Zeit zumin­dest ein biss­chen ein­fa­cher, weil man nicht poli­tisch ange­grif­fen wird,  Mehrheit-Minderheit, das kommt nicht ins Spiel und das war ein großer Vorteil. Der zwei­te Vorteil ist, dass Sie in Brüs­sel den kom­plett nai­ven Kerl spie­len und viel mehr errei­chen können, als Sie es sonst könn­ten. […]
Meine Bezeichnung lau­tet ‚Interminis­te­ri­el­ler Beauftragter für pan­de­mi­sche Influenza-Bereitschaftsplanung‘, das ist natür­lich zu lang. Daraus wur­de der Grippekommissar und das war viel ein­fa­cher. Sie müs­sen am ers­ten Tag oder an den ers­ten Tagen all­ge­gen­wär­tig sein, damit Sie die Aufmerksamkeit der Medien auf sich ziehen. Sie tref­fen eine Vereinbarung mit ihnen, dass Sie ihnen alles erzählen wer­den und wenn sie anru­fen, neh­men Sie den Hörer ab. Wenn Sie das machen, dann kön­nen Sie von die­sen frü­hen Tagen pro­fi­tie­ren, um das Feld voll­stän­dig zu beset­zen und man wird nicht nach alter­na­ti­ven Stimmen suchen. Wenn Sie das tun, macht das die Dinge viel ein­fa­cher und dann ver­mit­teln Sie die Botschaft, Sie kön­nen das tun und Sie tun es auf die­se Weise, dass unser Land für eine Pandemie bereit ist.

UNSER LAND IST BEREIT FÜR DIE PANDEMIE

Das ist sicher eine gro­be Überschätzung [Gelächter im Publikum], aber es ist ent­schei­dend, um in die­se Pandemie zu gehen.

WAS STECKT IN EINEM NAMEN?

Zu aller erst ist ziem­lich wich­tig, was in dem Namen steckt, wenn man von einer Pandemie spricht. Die Leute [von der WHO, den CDC etc.] spra­chen von Schweinegrippe, pan­de­mi­schem H1N1/09-Virus, neu­ar­ti­ger Grip­pe, 2009 A/H1N1-Grippe. Irgend­wann nann­te man es die nord­ame­ri­ka­ni­sche Grip­pe, das neue Grip­pe­vi­rus. Das war viel zu schwie­rig, also nen­nen wir es die Mexi­ka­ni­sche Grip­pe. Das brach­te mir rie­si­gen  Ärger mit der dama­li­gen Botschafterin von Mexiko [Gelächter im Publikum] und sie war wütend. Danach wur­den wir gute Freunde, ich wer­de immer noch zu ihrem Neujahrsempfang ein­ge­la­den. [Gelächter im Publikum]
Die Leute machen sich dar­über lus­tig und das ist wahr­schein­lich unver­meid­lich, aber die Tatsache, einen kla­ren und wie­der erkenn­ba­ren Namen zu haben, der für das Laien-Publikum leicht zu ver­ste­hen und zu benut­zen war, war eigent­lich ziem­lich wich­tig, es hat auch funk­tio­niert. […] In den ers­ten Wochen ist das ein­fach, wenn Sie kei­ne Opposition haben. Dann braucht jeder Nachrichten und sie kön­nen zu Ihnen kom­men. […]

GRIPPETEAM HAT KEIN MEDIEN-BUDGET

Eines der Probleme, das wir hat­ten ist, dass wir kein Medienbudget hat­ten, das waren wirk­lich Null Euro, die wir aus­ge­ben konn­ten. Das bedeu­tet, dass Sie jede Gelegenheit nut­zen müssen, die Sie krie­gen können. […] Das kann man kos­ten­los im Radio und im Fernsehen machen. Wenn schon gute Beziehungen zu den Medien bestehen, kön­nen Sie etwas ande­res ver­su­chen, wir haben die fol­gen­de Sache aus­pro­biert: Wir frag­ten alle Moderatoren der ver­schie­de­nen Fernsehsender, ob sie bereit wären, kos­ten­los an einer Art Infomercial teil­zu­neh­men, für das sie bezah­len wür­den und sie sag­ten: Ja, wir wer­den das machen.‘“ [1]

„Die eigent­li­che Symbiose zwi­schen Werbung und Programm voll­zieht sich erst dann, wenn die werb­li­che Botschaft ganz mit dem Programm ver­schmilzt: Bei den zahl­rei­chen Spielarten von Produktplatzierungen, pseu­do­re­dak­tio­nell auf­be­rei­te­ten Beiträgen und Sendungen, die in enger Zusammenarbeit mit einem Werbepartner erstellt und trotz ihres ein­deu­tig per­sua­si­ven Inhalts mit­un­ter ohne jede Werbekennzeichnung gesen­det wer­den (Infomercials) […].“ [21]

Das war sehr ein­fluss­reich und wir wür­den nie­mals in der Lage sein, nie­mand wür­de jemals in der Lage sein, für so etwas zu bezah­len, aber wenn schon ziem­lich gute Beziehungen mit ihnen bestehen, dann kann man sie um einen Gefallen bit­ten und sie könn­ten das machen.“ [1]

„Erschreckend ist die Rolle, die die Presse in die­ser gan­zen Geschichte bis­her gespielt hat. Die Aufmerksamkeit der Medien für die Veranstaltung war von Anfang an erstaun­lich. Es ver­ging kein Tag, an dem nicht TV-Nachrichten und ande­re Medien die neu­es­ten Nachrichten auf­grif­fen. Selbst wenn es nichts zu berich­ten gab, wur­de das Thema immer noch auf die eine oder ande­re Weise erwähnt. Es war so sys­te­ma­tisch, dass defi­ni­tiv ein System dahin­ter steck­te. Die Angst muss­te den Menschen ein­ge­flößt wer­den, und die Panik wur­de reich­lich genährt. […] Die Bilder, die zu Beginn gezeigt wur­den, reg­ten die Phantasie an: Helfer, die in Kosmonauten-Anzügen auf die Kranken zuge­hen, abso­lu­te Quarantäne der Infizierten, zunächst in spe­zi­el­len Krankenhäusern, spä­ter zu Hause. Behandlung mit Virusinhibitoren für den gesam­ten Bereich. Dann, am 13. Juli, mach­te die Regierung plötz­lich eine schwin­del­erre­gen­de Wende. […] Wo waren die Mondanzüge und Masken, die abso­lu­te Quarantäne usw.? Die Antwort war bereits eini­ge Tage zuvor in der Presse gege­ben wor­den: Ein Impfstoff wür­de bis Oktober zur Verfügung ste­hen! Die täg­li­che Berichterstattung über die weni­gen, sel­te­nen kon­ta­mi­nier­ten Fälle war nichts ande­res als eine Vorarbeit für den Verkauf des Impfstoffs!“ [22]

Eines der Dinge, die wir ver­sucht haben – aber das ist zehn Jahre her und wir nutz­ten Facebook und Twitter, aber es waren nicht genug Leute auf Facebook und Twitter zu die­ser Zeit, um wirk­lich eine Wirkung zu erzie­len. Wenn wir das jetzt tun wür­den, wäre das ein her­vor­ra­gen­der Kommunikationskanal. Das funk­tio­niert aller­dings in bei­de Richtungen: ich mei­ne, auch die Fake News wür­den viel eher über Facebook und Twitter ver­brei­tet als noch vor 10 Jahren.

BEANTWORTEN SIE DIE FRAGE DES TAGES

Die Antwort auf die Frage des Tages unab­hän­gig davon, was die Journalisten fra­gen, ist ziem­lich wich­tig. Also hat­ten wir ein Callcenter, das nach und nach immer wei­ter mit Personal auf­ge­stockt wurde und fast stünd­lich und spä­ter von Tag zu Tag müssen Sie sich einen Eindruck davon ver­schaf­fen, wel­che Fragen die Leute stel­len. […] Die ers­ten Fragen waren rei­se-bezo­gen: kann ich immer noch nach Mexi­ko fah­ren, ich habe einen Urlaub geplant, kann ich mein Geld zurück­be­kom­men? Wenn Sie die­ses Problem durch die Ausrufung eines Notfalls lösen, hilft man vie­len Menschen und die ers­te Spitze ver­schwin­det.

AUCH BELGIEN WIRD H1N1-FÄLLE HABEN

Und dann muss man die Zukunft vor­her­sa­gen. […], um die Öffentlichkeit vor­zu­be­rei­ten und kei­ne Übertreibung der Informationen in der Presse zu haben, also sag­te ich: Okay, Belgi­en ist ein klei­nes Land wir wer­den auch H1N1-Fälle haben. Wenn Sie das brin­gen, ist es die Nachricht  auf der Titelseite.

DER ERSTE H1N1-FALL IN UNSEREM LAND

Wenn dann ein paar Tage spä­ter der ers­te H1N1-Fall im Land ein­tritt, ist es das zwei­te Mal, dass sie die­se Nachricht brin­gen, also brin­gen sie es in einer gedämpf­teren und, wie ich fin­de, ange­mes­se­neren Weise. Aber das können Sie nur machen, wenn Sie den Schauplatz dafür vor­be­rei­ten.“ [1]

„Ursprünglich basier­te die Labordiagnose auf Ausschlußkriterien, ab dem 3. Mai wur­de die spe­zi­fi­sche Realtime Reverse Transcriptase-PCR im bel­gi­schen NIC [National Reference Centre for Influenza] ver­wen­det. In Belgien wur­de der ers­te Fall am 12. Mai 2009 nach­ge­wie­sen.“ [23]

Real-Time-PCR-Nachweis des neu­en Influenza-Virus A(H1N1)
06.05.2009 […]
TIB MOLBIOL, ein Kooperationspartner von Roche Applied Science, hat einenTest zum Nachweis des Influenza-Virus A(H1N1) ent­wi­ckelt. Der Test läuft auf den Roche LightCycler […] und weist laut Hersteller selek­tiv die neue Variante des H1N1-Virus nach. Er wird zunächst in Europa und Asien eingeführt.
‚Wir sind stolz dar­auf, bei der Bekämpfung der welt­wei­ten Bedrohung durch die Schweinegrippe einen Beitrag leis­ten zu kön­nen. Der neue Test hat die­se Woche das Virus in Proben aus Mexiko iden­ti­fi­zie­ren kön­nen und damit sei­ne Eignung bewie­sen‘, sag­te Olfert Landt von Tib Molbiol.
[…] Roche steht in Kontakt mit Forschungseinrichtungen und Testzentren und unter­stützt sie beim Nachweis und der Charakterisierung des Influenza-Virus A H1N1.“ [24]

„Ich [der Virologe Christian Drosten] saß am Freitag, dem 24. April [2009], gegen 11 Uhr an mei­nem Schreibtisch, als das Telefon klin­gel­te. Es war Stephan Becker, Leiter der Virologie an der Universität Marburg in Deutschland. Er hat­te von Kollegen in Amerika von der Schweinegrippe gehört. […] Am Samstag ermit­tel­te Marcus Panning von der Universität Freiburg, wel­che Primer benö­tigt wer­den (wäh­rend ich auf einer Hochzeit war!). Olfert Landt von der Berliner Firma TIB Molbiol stell­te die Primer am Sonntag phy­sisch her. Dieser Teil war kri­tisch – es ist nicht so ein­fach, Primer in kur­zer Zeit phy­sisch her­zu­stel­len, beson­ders an einem Wochenende. Ich hat­te das Glück, mit Olfert einen so guten Kontakt zu haben, wie­der­um dank unse­rer gemein­sa­men Arbeit in den SARS-Tagen.“ [25]

„‚Bei der Schweinegrippe 2009/2010 etwa konn­ten wir unse­ren Jahresumsatz ver­dop­peln‘, sagt TIB-MOLBIOL-Chef Landt.“ [26]

„Das war die zwei­te Welle von Fragen: die Leute stell­ten mehr Fragen darüber, was tue ich, wenn ich krank wer­de und so wei­ter und das gibt Ihnen die Möglichkeit, damit zu arbei­ten.

AUCH BELGIEN WIRD H1N1-TOTE HABEN

Und dann müssen Sie sagen, wir wer­den H1N1-Todesfälle haben, das lässt sich natür­lich nicht ver­mei­den. Ich ver­wen­de­te das Zitat von Sir Donaldson, in dem er sag­te, dass in Großbritannien auf dem Höhepunkt der Epidemie täg­lich 40 Menschen ster­ben wür­den, am Ende des Sommers.“ [1]

Eingeblendet war die Daily Mail vom 4. Juli 2009 mit dem Aufmacher „Jugendlicher ist ers­tes Opfer der Schweinegrippe in London und Minister war­nen, dass täg­lich 40 am Ende des Sommers ster­ben könn­ten“ – im Artikel warn­te aber nicht der Chief Medical Officer Liam Donaldson, son­dern der Gesundheitsminister Andy Burnham. Donaldson wie­der­um war in die­sem Artikel nur mit der Aussage ver­tre­ten, dass „Großbritannien über mas­si­ve Vorräte des Grippemittels Tamiflu ver­fügt und als eines der ers­ten Länder Zugang zu einem Impfstoff haben wird.“ [27] Donaldson ist im Chatham House ein Associate Fellow, Global Health Programme. [28] und hat die von Ferguson model­lier­ten Zahlen ver­brei­tet: „Die Schweinegrippe könn­te 65.000 im Vereinigten Königreich töten, warnt der Chief Medical Officer“. [29]

Zu die­ser Zeit leb­ten 62 Millionen Menschen in Großbritannien, 40 Todesfälle pro Tag, ich habe es für Belgi­en aus­ge­rech­net: das wären sie­ben Todesfälle pro Tag auf dem Höhe­punkt der Epidemie.
Ich benutzte das in den Medien: Sieben bel­gi­sche Grippetote pro Tag auf dem Höhepunkt der Epidemie wären rea­lis­tisch. Das ist in jedem Jahr so, auch pan­de­misch, [Gelächter im Publikum] das ist sehr kon­ser­va­tiv. Das Reden über Todesfälle ist aller­dings wich­tig, denn wenn Sie das sagen, sagen die Leute: Wow! Was mei­nen Sie damit, Menschen ster­ben wegen der Grippe?‘ und das war ein not­wen­di­ger Schritt.

ERSTER H1N1-TOD IN UNSEREM LAND

Und dann natür­lich hat­ten Sie ein paar Tage spä­ter den ers­ten H1N1‑Todesfall im Land und der Schauplatz war defi­niert und es wur­de bereits dar­über gespro­chen.“ [1]

„Am 30. Juli starb der ers­te Belgier an den Folgen der Infektion mit der A(H1N1)2009." [23]

Das war der drit­te Höhepunkt der Fragen, der ers­te Tod hat­te eine Auswirkung und Sie müs­sen damit umge­hen. Ich war bei den ers­ten Beerdigungen, da muss man sehr lei­se sein und sich hin­ten hin­set­zen. Aber es zeigt, dass man sich küm­mert und ich den­ke, das war zu die­ser Zeit sehr wich­tig.

BELGISCHER ANSATZ IST VERNÜNFTIG

Also alles in allem war zu die­ser Zeit das all­ge­mei­ne Gefühl in der Bevölkerung und in der Presse, dass der bel­gi­sche Ansatz ver­nünf­tig ist. Wir woll­ten eigent­lich ruhig, kühl und gelas­sen sein und unser Mantra war vom ers­ten Tag an: in die­sem Moment ist es in Bezug auf den Verlauf mehr oder weni­ger ver­gleich­bar mit der sai­so­na­len Grippe, aber wir müs­sen uns auf schwe­re Szenarien vor­be­rei­ten, so wie 1918 die ers­te Welle eher mild ver­lief und man nicht vor­her­sa­gen konn­te, dass eine zwei­te Welle eine sehr hohe Sterblichkeit auf­wei­sen wür­de.“ [1]

‚Wenn eine Pandemie mit den Auswirkungen der Spanischen Grippe aus­bricht, kön­nen wir einem Drittel der Bevölkerung sofort hel­fen‘, sagt Marc Van Ranst, inter­mi­nis­te­ri­el­ler Beauftragter für Influenza in unse­rem Land.“ [30]

„Heute befin­den wir uns in Phase 4. Das haben wir in den letz­ten Tagen erwar­tet. […] Phase 5 bedeu­tet, dass sich das Virus wei­ter aus­brei­ten wird. Zu die­sem Zeitpunkt wer­den wir in jeder Gemeinde und Stadt Vorbereitungen tref­fen und Pflegezentren ein­rich­ten, in denen die Pflege ver­wal­tet wird, damit sie in Phase 6 [Ausrufung der Pandemie] sofort ein­satz­be­reit ist. Impfstoff-Forschung ist offen­sicht­lich eine Priorität. […] Einerseits kann die­ser Stamm in den nor­ma­len Wintergrippe-Impfstoff ein­ge­ar­bei­tet wer­den – was den Vorteil hat, dass alles schnell gehen kann – aber die­ser Wintergrippe-Impfstoff ist nicht der aller­bes­te.  Andererseits kann ein Adjuvans mit Antigenen aus die­sem neu­en Stamm kom­bi­niert wer­den, um einen Impfstoff zu erzeu­gen. […] Es gibt Ähnlichkeiten und Unterschiede mit der Spanischen Grippe von 1918. […] Zwischen 20 und 50 Millionen Menschen star­ben bei einer Weltbevölkerung von 1,8 Milliarden. Jetzt beträgt die Weltbevölkerung 6,5 Milliarden und wir leben in einer völ­lig ande­ren Welt mit Hightech-Medizin und Intensivpflege. Aber die Intensivbetten wer­den bald voll sein, das müs­sen wir zuge­ben, und der größ­te Teil der Weltbevölkerung lebt immer noch unter ähn­li­chen Bedingungen wie 1918. Dieses Bewusstsein erlaubt es uns nicht, auf glo­ba­ler Ebene sehr zuver­sicht­lich zu sein. […]
Selbst wenn sich dies als eine mil­de Grippe her­aus­stellt, kön­nen wir nicht all­zu zuver­sicht­lich sein. Auch die Spanische Grippe begann mit leich­ten Anfällen. Bis es Ende 1918 aus den Fugen geriet. Sollte es jemals so weit kom­men, kön­nen wir Maßnahmen ergrei­fen, die noch wei­ter gehen. Das ist auch der Grund, war­um die Menschen gegen eine Grippe vor­ge­hen, die der­zeit nicht viel schlim­mer ist als eine nor­ma­le Wintergrippe: um in die­sem Moment gut kom­mu­ni­zie­ren zu können. […]
Ich möch­te beto­nen, dass das Medikament Tamiflu kein Bonbon ist: Es ist nur auf Rezept erhält­lich und ziem­lich teu­er.“ [Van Ranst bei einer Anhörung am 28.4.2009, 31]

Wir kon­zen­trier­ten uns auf kos­ten­güns­ti­ge grund­le­gen­de Hygiene-maß­nah­men, wir haben kei­ne Schulschließungen durch­ge­führt, wir setz­ten anti­vi­ra­le Mittel für Hochrisikogruppen ein. Tatsächlich setz­ten wir anfangs Virostatika ein für Leute, die krank waren. Ich hat­te Autos in den ver­schie­de­nen Provinzen depo­niert und sie fuh­ren anti­vi­ra­le Medikamente zu den Patienten, wenn bei ihnen eine Influenza dia­gnos­ti­ziert wur­de, um den Ausbruch der Epidemie zu ver­zö­gern und das funk­tio­nier­te bis zum Ende des Schuljahres.“ [1]

„Belgien hat vor zwei Wochen [Mitte Juli] beschlos­sen, den Influenza-Hemmer Tamiflu für eini­ge Risikogruppen wie älte­re Menschen, chro­nisch Kranke und Kinder kos­ten­los zur Verfügung zu stel­len, wenn sich eine Pandemie der mexi­ka­ni­schen Grippe nähert. […]
Laut Grippekommissar Marc Van Ranst kön­nen Ärzte Tamiflu kos­ten­los erhal­ten. Das Verfahren erfor­dert, dass Ärzte den Gesundheitsinspektor kon­tak­tie­ren, wenn sie Tamiflu benö­ti­gen. Die Substanz erreicht den Patienten dann mit einem Kurierdienst. ‚Wir haben bereits 800 Dosen auf die­se Weise ver­teil‘, sagt Van Ranst.‘“ [32]

„Ein bri­ti­scher Epidemiologe und Forscher der Cochrane Collaboration [Tom Jefferson] ver­klagt den Pharmakonzern Roche in den USA. Er behaup­tet, das Unternehmen habe Bundes- und Landesregierungen betro­gen, indem es fälsch­li­cher­wei­se behaup­te­te, sein anti­vi­ra­les Medikament Oseltamivir (Tamiflu) kön­ne ein wirk­sa­mes Mittel zur Eindämmung einer Grippe-Pandemie sein. […]
Roche ‚pro­du­zier­te Tamiflu ursprüng­lich, um den Bedarf an sai­so­na­len Grippemitteln zu decken, war aber mit den damit erziel­ten Einnahmen nicht zufrie­den‘, argu­men­tiert er, und ‚begann eine betrü­ge­ri­sche Kampagne, um die Vereinigten Staaten davon zu über­zeu­gen, Tamiflu in ihren stra­te­gi­schen natio­na­len Vorrat aufzunehmen.‘
Jefferson sag­te dem BMJ [British Medical Journal]: ‚Ich habe jah­re­lang dar­an gear­bei­tet, die Wahrheit über die Wirksamkeit und Sicherheit von Tamiflu auf­zu­de­cken. Ich selbst habe anfangs geglaubt, was Roche über die Wirksamkeit von Tamiflu sag­te. Aber letzt­end­lich, wie in der Klage behaup­tet, glau­be ich, dass Roche falsch dar­ge­stellt hat, Tamiflu könn­te die Ausbreitung einer Grippepandemie stop­pen – obwohl die von Roche erstell­ten Beweise nicht ein­mal zei­gen, dass das Medikament die Virusübertragung stop­pen kann, geschwei­ge denn Komplikationen oder Todesfälle im Zusammenhang mit der Grippe ver­hin­dern kann. Tamiflu kann bei Patienten erheb­li­che uner­wünsch­te Wirkungen her­vor­ru­fen. Ich habe die­se Klage ein­ge­reicht, weil ich das Gefühl habe, dass so vie­le, ein­schließ­lich der US-Regierung, durch das, was ich in der Klage als fal­sche Aussagen über die Wirksamkeit von Tamiflu für den Pandemieeinsatz behaup­te, in die Irre geführt wur­den.‘“ [34]

„Die rasan­te Verbreitung der Schweinegrippe bringt nun einen erneu­ten Nachfrageboom [für Tamiflu]. Die Angst geht wie­der um. […] Die neue Angst beschert dem Basler Konzern nun wie bereits vor drei Jahren Rekordumsätze. […] Im Gesamtjahr will Firmenchef Severin Schwan mit dem Grippemittel sogar 2 Mrd Fr. erlö­sen.[…] Kein Wunder, dass die Aktie des Unternehmens seit Bekanntwerden der ers­ten mas­sen­haf­ten Verbreitung von Grippefällen in Mexiko deut­lich zule­gen konn­te. Ende April bei­spiels­wei­se ging der Roche-Kurs an einem ein­zi­gen Tag nach gemel­de­ten Fällen in den USA um rund 10 % nach oben.[…] Auch ande­re Pharmakonzerne zäh­len zu den Gewinnern. So arbei­ten gleich meh­re­re gros­se Konzerne fie­ber­haft an einem Impfstoff gegen das neue Virus.“ [35]

Wir kauf­ten nur eine Dosis Impfstoff pro Person und der Impfplan sah vor, mehr oder weni­ger die glei­chen Hochrisikogruppen wie bei der sai­so­na­le Grippe zu imp­fen.“ [1]

„Am 1. Oktober 2009 ist die von der Europäischen Kommission erteil­te Zulassung für die A/H1N1-Impfstoffe Pandemrix® und Focetria® in Kraft getre­ten. Früher als erwar­tet hat­te die EMEA [European Medicines Agency, seit 2010 EMA] am 25. September 2009 die bei­den Impfstoffe zur Zulassung emp­foh­len.“ [326]

„Weitere Informationen sind aus Studien mit einem Impfstoff mit einer ähn­li­chen Zusammensetzung wie Pandemrix ver­füg­bar, der ein Antigen aus H5N1-Viren [Präpandrix bei Vogelgrippe] ent­hält. Näheres fin­den Sie in der Produktinformation vom pan­de­mi­schen Influenza-Impfstoff (H5N1) (Spaltvirus, inak­ti­viert, adjuvantiert). […]
Basierend auf den kon­ven­tio­nel­len Studien zur Sicherheitspharmakologie, zur Toxizität bei Einzel- und wie­der­hol­ter Gabe, zur loka­len Verträglichkeit, zur weib­li­chen Fertilität sowie zur embryo-feta­len und post­na­ta­len Toxizität (bis zum Ende der Stillzeit) las­sen die mit dem Muster-Impfstoff unter Verwendung eines H5N1-Impfstammes erhal­te­nen prä­kli­ni­schen Daten kei­ne beson­de­ren Gefahren für den Menschen erken­nen.“ [EMA, 37]

„Epidemiologische Studien in eini­gen euro­päi­schen Staaten bezüg­lich eines ande­ren AS03-adju­van­tier­ten Impfstoffes (Pandemrix H1N1, her­ge­stellt in der­sel­ben Produktionsstätte wie Prepandrix zeig­ten ein erhöh­tes Risiko für Narkolepsie mit oder ohne Kataplexie bei geimpf­ten Personen im Vergleich zu unge­impf­ten Personen.“ [EMA, 38]

„Um mög­lichst schnell mög­lichst vie­le Dosen bereit­stel­len zu kön­nen, hat­te GSK einen Zusatzstoff bei­gemischt, der die Wirkung des Impfstoffs ver­stär­ken soll­te. Dieser Zusatz galt lan­ge als der Auslöser der Narkolepsie. Das ‚British Medical Journal‘ (BMJ) ent­hüll­te vor zwei Jahren, dass die Probleme auch mit dem Herstellungsprozess zu tun hat­ten. Laut dem BMJ erkrank­ten in Europa 1300 Menschen wegen Pandemrix an Narkolepsie. Das Wissenschaftsjournal konn­te bele­gen, dass GSK – bevor breit mit dem Impfen begon­nen wur­de – genü­gend Indizien dafür hat­te, dass Pandemrix oft uner­wünsch­te Nebenwirkungen ver­ur­sach­te. ‚Warum war die Öffentlichkeit nicht frü­her infor­miert wor­den?‘, frag­te der BMJ-Autor empört.“ [39]

„Denn die Impfung mit Pandemrix ist unter ande­rem mit Nebenwirkungen wie all­er­gi­schem Schock, Gesichtslähmungen, Zuckungen und Narkolepsie (Schlafkrankheit) asso­zi­iert. Letzteres ist eine schwer­wie­gen­des Arzneimittelereignis, das euro­pa­weit ins­be­son­de­re bei Kindern und Jugendlichen beob­ach­tet wur­de. […] Laut dem BMJ geht aus Klageschriften her­vor, dass der Hersteller und Beamte des Gesundheitswesens Monate vor der Meldung der Narkolepsie-Fälle über ande­re schwer­wie­gen­de uner­wünsch­te Ereignisse im Zusammenhang mit Pandemrix Bescheid wuss­ten. […] Diese Zahlen zu den uner­wünsch­ten Ereignisse gin­gen aus den Sicherheitsberichten des Herstellers her­vor. Diese Unterschiede sind dem Bericht zufol­ge sehr offen­sicht­lich und alar­mie­rend, wur­den aber nie öffent­lich the­ma­ti­siert – weder vom Hersteller noch von den Gesundheitsbehörden.“ [40]

Narkolepsie ist eine neu­ro­lo­gi­sche Erkrankung, bei der Menschen am hell­lich­ten Tag von Schlafattacken über­fal­len wer­den. Sie nicken beim Reden, Essen, am Schreibtisch oder in der U‑Bahn oft völ­lig unver­mit­telt ein und sacken plötz­lich zusam­men. Gerade im Straßenverkehr oder beim Bedienen von Maschinen kön­nen dar­aus sehr gefähr­li­che Situationen ent­ste­hen. Narkolepsie-Patienten kön­nen gegen die­se Schlafanfälle nichts aus­rich­ten.“ [41]

Ein Drittel der wis­sen­schaft­li­chen Experten, die der [bel­gi­schen] Regierung den Impfstoff gegen die mexi­ka­ni­sche Grippe (H1N1) emp­foh­len haben, kann mit dem Pharmaunternehmen GSK in Verbindung gebracht wer­den. So schreibt die Zeitung Le Soir unter Berufung auf einen Bericht in der Zeitschrift 'Politique'.
Interessenkonflikt
GSK erhielt schließ­lich den Zuschlag für die Impfstoffe. Laut dem Politique-Journalisten hat­ten nicht weni­ger als fünf der fünf­zehn Experten im wis­sen­schaft­li­chen Ausschuss der inter­mi­nis­te­ri­el­len Kommission für Influenza einen Interessenkonflikt mit GSK. Das wäre auch für den Vorsitzenden Marc Van Ranst der Fall gewe­sen.“ [42]

ES IST FERIENZEIT!!

Und dann kam der Urlaub und das ist kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nisch eine sehr gefähr­li­che Zeitspanne, weil mehr unge­schul­te Journalisten am Ruder waren und man die selt­sams­ten Fragen bekommt. Sie sind unter­be­setzt, also kom­men mehr Artikel aus ande­ren Ländern und kon­ta­mi­nie­ren Ihre Nachricht. […] Dann wird alles gesagt über die Pandemie, über Sie  und dann kommt die Suche nach Kontroversen. […]

NICHT GENUG IMPFSTOFF: HOLT IHN EUCH, SOLANGE IHR KÖNNT!!

Also muss­te ich zu die­sem Zeitpunkt sagen: ‚Okay, ich wer­de der letz­te sein, der geimpft wird. Ich mei­ne, ihr könnt alle vor mir rein­ge­hen, ich wer­de der letz­te sein‘. Später habe ich die­se Botschaft bereut. [Gelächter im Publikum] Die Impfkampagne führ­te zu einer rie­si­gen Anzahl von Fragen. Das war eigent­lich der Kernpunkt der Kampagne, die Impfkampagne und vie­le Leute hat­ten Fragen dazu. Also muss­te man ihnen die Vorräte zei­gen, man muss­te dort­hin gehen, in die Räume, wo man ihnen zei­gen konn­te, dass wir die Impfstoffe haben und sie bereits im Lande sind. Das war eine Menge an Beruhigung und dann muss­te man aus­wäh­len, wer zuerst geimpft wer­den soll: dann eben Frauen und Kinder zuerst, was auch immer.
Ich mei­ne, Risikogruppen, die waren wich­tig und dann habe ich die Tatsache miss­braucht, dass die Spitzen‑Fußball­ver­ei­ne in Belgi­en unan­ge­mes­sen und gegen alle Vereinbarungen ihre Fußballspieler vor­ran­gig geimpft haben. Also habe ich gesagt, dass ich das nut­zen kann, wenn die Bevölkerung wirk­lich glaubt, dass die­ser Impfstoff so wün­schens­wert ist, dass sogar die­se Fußballspieler unehr­lich sein wür­den, um ihren Impfstoff zu bekom­men. Ich sag­te okay, ich kann damit spie­len, also habe ich einen großen Wirbel dar­um gemacht. […]
Es funk­tio­nier­te gut in Flandern. […] Ich habe so vie­le Interviews auf Französisch gemacht wie auf Niederländisch, aber im flä­mi­schen Teil des Landes hören wir die flä­mi­schen Medien, im fran­zö­sisch­spra­chi­gen Teil des Landes hören oder sehen sie eben­so oft das fran­zö­si­sches Fernsehen, wo alle mög­li­chen ande­ren Botschaften rüber­ka­men und das hat die Impfkampagne wirk­lich kon­ta­mi­niert. […]

NACH DER KRISE

Nach der Krise wird jeder schlau.

DIE REGIERUNG HAT ZUVIEL GETAN

Ja, und das muss man von Anfang an akzep­tie­ren. Und dann war die Gesamtaussage, die Regierung hat zu viel getan.“ [1]

„Bis zum Beginn des Winters… Bis Ende 2009 wur­den offi­zi­ell 19 Todesfälle in Belgien auf das Virus zurück­ge­führt. Eine Gesamtzahl von 700.529 aus der bel­gi­schen Gesamtbevölkerung von 10.666.866 Personen wur­de als gegen die pan­de­mi­sche Grippe geimpft gemel­det, das sind 6,6 %. Aufgrund von Meldeschwierigkeiten ist es sehr wahr­schein­lich, dass die­se Zahl eine Unterschätzung der tat­säch­li­chen Zahl ist.“ [23]

Natür­lich, weil die Anzahl der Todesfälle für man­che Leute ent­täu­schend war und dann wer­den alle die­se Bücher geschrie­ben und jeder benutzt die gan­zen Daten und ver­gisst, dass man die Entscheidungen tref­fen muss­te, basie­rend auf einem Bruchteil der Daten, die spä­ter ver­füg­bar sein wür­den und dann wur­de es zu einem Betrug.“ [1]

„Die schreck­li­che Epidemie, die auf der gan­zen Welt Tod und Zerstörung brin­gen soll­te, hat sich, wie vor­her­ge­sagt, als Sturm im Wasserglas ent­puppt. Bereits jetzt (Anfang Dezember 2009) gehen die Infektionsraten spür­bar zurück. […] Und das wäre scha­de um all die Bemühungen, den Schrecken auf­recht­zu­er­hal­ten. Das Grippekommissariat war also wie­der erfin­de­risch: eine ‚zwei­te Welle‘ wur­de erfun­den: eine neue Bedrohung, die auf uns zukommt, noch schreck­li­cher als die ers­te… Ein guter Grund für das Kommissariat, mit der Impfkampagne fort­zu­fah­ren. ‚Die Verzögerung der Epidemie gibt unse­rem Land die Möglichkeit, so vie­le Menschen wie mög­lich in den Risikogruppen zu imp­fen, bevor sie krank wer­den, wie es das Wissenschaftliche Institut für öffent­li­che Gesundheit empfiehlt.‘
Es ist aber schon jetzt klar, dass die WHO die Impfkampagne zu einem lang­fris­ti­gen Projekt machen will. David Nabarro, Koordinator der Kampagne bei der WHO, setzt sei­ner­seits den Verlauf der Epidemie auf zwei Jahre an. In zwei Grippesaisonen wür­den drei Infektionswellen durch die Weltbevölkerung lau­fen. […] Bemerkenswert ist auch, dass der Vertrag zwi­schen Belgien und GSK fünf Jahre läuft; zwi­schen Frankreich und GSK drei Jahre. Offenbar wur­de schon vor Beginn der Impfungen beschlos­sen, dass die Kampagne ein lang­fris­ti­ges Projekt sein wür­de. Und solan­ge die soge­nann­te Pandemie nicht abge­ru­fen wird, bleibt das Ausnahmegesetz in Kraft! […] ‚Das Vorhandensein der A/H1N1-Influenza hat der­zeit kei­nen spür­ba­ren Einfluss auf die Sterblichkeitszahlen‘. Dennoch wird jeder Todesfall in den Medien mit viel Pathos aus­ge­brei­tet. Oder, wie Van Ranst es im Fernsehen aus­drück­te: ‚Ein paar Todesfälle kön­nen die Zahl der Impfungen schnell um ein paar Dutzend Prozent erhöhen.‘
[…] Daher auch die Panikmeldungen über die Millionen von Toten, die die Epidemie ver­ur­sa­chen könn­te. Panik treibt Menschen zu irra­tio­na­lem Verhalten und dazu, Maßnahmen zu akzep­tie­ren, die sie unter nor­ma­len Umständen ableh­nen wür­den. […]“ [22]

Leute haben wirk­lich Geld damit gemacht und ich den­ke, der Europarat spiel­te eine sehr schlech­te Rolle dabei. Das ist Wolfgang Wodarg [Bild des deut­schen Mediziners und SPD-Gesundheitspolitikers im Hintergrund] und ich möch­te ihn eigent­lich anpran­gern, weil er im Europarat einen Antrag hat­te für eine Empfeh­lung, dass Pseudo-Pandemien eine Bedro­hung für die Gesund­heit sind.
Sie sag­ten im Grun­de, dass alle die­se Virologen, Impfspezialisten alle Geld in ihren Taschen haben,  sie sind unehr­li­che Leute. Das ist leicht zu sagen, wenn man H1N1 goo­gelt, gab es natür­lich eine Spitze im Oktober und November. Zu die­ser Zeit hör­te man nichts von Wodarg. Wenn man nach Wodarg goo­gelt, sieht man, dass es schön nach dem Ende der Pandemie anfängt. [Gelächter im Publikum] Am Ende der Pandemie wer­den die Leute sehr mutig. Ich den­ke, das ist nicht gut.“ [1]

„Während der letz­ten Sitzungswoche des Deutschen Bundestages im Juli 2009 hat­te ich [Wolfgang Wodarg] auf einer Fraktionssitzung die deut­sche Gesundheitsministerin Ulla Schmidt beschwo­ren, auf den Schwindel nicht her­ein­zu­fal­len und die reser­vier­ten 50 Millionen Dosen Impfstoff nicht abzu­neh­men. Sie hat sich damals mei­ne öffent­lich vor­ge­tra­ge­nen Argumente ange­hört, geschwie­gen und anschlie­ßend der Presse ver­si­chert, dass nie­mand Angst haben müs­se, es wäre nicht genug Impfstoff da.
Durch meh­re­re Veröffentlichungen in inter­na­tio­na­len Medien habe ich dann im Sommer 2009 nicht nur vor dem ‚Geschäft mit der Angst‘ gewarnt, son­dern auch dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es sich bei den bestell­ten Impfstoffen um spe­zi­ell für einen Großschadensfall zuge­las­se­ne Notfallmedikamente han­del­te, bei deren Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur natür­lich ande­re Risikoabwägungen eine Rolle gespielt hat­ten und gerin­ge­re Sicherheitsstandards in Kauf genom­men wor­den waren als bei nor­ma­len Impfstoffen.“ [Wodarg im Interview, 43]

„Die Schweinegrippe hat auch die Wintersession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats erreicht. Der Vorwurf vie­ler Abgeordneter: Die WHO habe unter dem Druck der Arzneiindustrie die Schweinegrippe ohne Not zur Pandemie aus­ge­ru­fen und so dem Pharmasektor zu Milliardengeschäften mit Impfstoffen ver­hol­fen. Eine Mehrheit der Abgeordneten woll­te das Thema am 28. Januar nicht nur bei einem spek­ta­ku­lä­ren Hearing dis­ku­tie­ren, son­dern auch im Plenum dar­über abstim­men. Doch wegen des Vetos des Präsidiums wäre dafür eine Zwei-Drittel-Mehrheit erfor­der­lich gewe­sen, und die wur­de ver­fehlt. Zur Verurteilung oder zum Freispruch der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Pharmabranche kam es daher nicht. Aber auch ohne einen sol­chen Showdown ist es dem Staatenbund gelun­gen, die Aufklärung der umstrit­te­nen Vorgänge um die Schweinegrippe auf die inter­na­tio­na­le Tagesordnung zu set­zen. In der Anhörung mach­ten Abgeordnete deut­lich, dass sich auch vie­le Regierungen fra­gen las­sen müss­ten, wie­so sie trotz einer glimpf­lich ver­lau­fe­nen Infektion mas­sen­haft und in die­sem Umfang nicht benö­tig­te Impfdosen geor­dert haben – 50 Millionen Ampullen allein in Deutschland. Bei dem Hearing führ­te der Münsteraner Medizinprofessor Ulrich Keil die­se ‚gigan­ti­sche Geldverschwendung‘ auf ‚hys­te­ri­sche Reaktionen‘ und ‚Angstkampagnen‘ zurück. Der Arzt, Epidemiologe und frü­he­re Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wodarg mach­te dafür natio­na­le Gesundheitsinstitute und die WHO ver­ant­wort­lich, die als staat­li­che Einrichtungen mit der Wirtschaft ver­floch­ten sei­en.“ [44]

„[…] Ich wür­de ger­ne eine Warnung aus­spre­chen. Das fing alles im April 2009 an. […] Seit­dem sinkt das wis­sen­schaft­li­che Interesse und auch die Führung ändert sich: Das war eine gute Übung für eine gro­ße Pandemie, dem stim­me ich zu, aber wenn wir uns wei­ter von 2009 ent­fer­nen, geht die­se Erfahrung ver­lo­ren. […] Vieles von dem, was 2009 gelernt wur­de, wur­de sozu­sa­gen wie­der ver­lernt und müss­te alles neu erfun­den wer­den - gut, es gibt noch Ange­la Merkel und Ab Osterhaus, wir kön­nen uns immer auf sie ver­las­sen also sind wir bereit für die nächs­te Pandemie. […]“ [1]

Nun, da sind wir also, in der nächs­ten, sogar noch grö­ße­ren Pandemie als der „größ­ten Pandemie, die es je gab“: mit Merkel und Osterhaus, auf die wir uns immer velas­sen kön­nen – aber wer sind „wir“? Wir ganz sicher nicht, aber Van Ranst bestimmt, der auch wie­der ganz vor­ne mit von der Partie ist.

Im Jahr 2009 waren alle Ingredienzien vor­han­den, die für eine Pseudo-Pandemie gebraucht wer­den: Pharmaindustrie, Politik und das old-boy net­work der Virologen. Die Pharmaindustrie – ver­tre­ten vor allem durch die Schwergewichte GSK und Roche – war sicher die mäch­tigs­te trei­ben­de Kraft mit dem Bedürfnis, ihre bei der Vogelgrippe kaum genutz­ten Produkte über die Menschheit zu brin­gen. GSK konn­te den Vogelgrippe-Impfstoff Präpandrix zum Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix umbau­en und die vor­han­de­ne Zulassung von Präpandrix für die Schnellzulassung von Pandemrix nut­zen, um all­zu wil­li­gen Staaten Verträge mit meh­re­ren Jahren Laufzeit auf­zu­bür­den. Roche konn­te noch mehr als vor­her bei der Vogelgrippe von der Angst pro­fi­tie­ren und all­zu wil­li­ge Staaten dazu brin­gen, exor­bi­tan­te Reserven sei­nes Medikaments Tamiflu anzu­le­gen. Roche pro­fi­tier­te zudem damals wie heu­te von den PCR-Tests, inzwi­schen aller­dings wur­de Tamiflu zum Ladenhüter und Pandemrix wur­de kom­plett aus dem Verkehr gezo­gen. Bei der Suche nach den Tätern von damals wür­den allein hier Motiv, Mittel und Gelegenheit zusam­men kommen.

Die Politik – hier wur­de expli­zit Merkel genannt, die aber kei­nes­wegs allein steht – gibt bekann­ter­ma­ßen leicht dem Druck von Geld und Macht nach, nutzt gern Gelegenheiten, „Handlungsfähigkeit“ ohne Rücksicht auf Tatsachen zu zei­gen und offen­bart bei man­geln­der Gegenwehr einen star­ken Hang zu auto­ri­tä­rem Verhalten. Eine Pandemie bzw. „Pandemie“ befrie­digt ent­spre­chen­de Bedürfnisse. Und das old-boy net­work der Virologen, das teil­wei­se schon seit den "SARS-Tagen" anno 2003 besteht, ist wie­der in sei­nem Element: man kann Reden hal­ten, Vorschriften erlas­sen, Pläne erstel­len, Interviews geben, Tests ent­wi­ckeln, Medikamente ver­tei­len, Regierungen bera­ten, die Bevölkerung mög­lichst kom­plett tes­ten und imp­fen las­sen… Außerdem kann die­ses Netzwerk die Massenmedien mani­pu­lie­ren und Institutionen wie die WHO in sei­nem Sinne nut­zen, sei es nun im Auftrag von Industrie oder Politik oder aus eige­nem Antrieb, der nicht unter­schätzt wer­den soll­te. Gegenwehr gibt es nicht, viel­mehr schei­nen auch Journalisten und Bürokraten begeis­tert dar­an mit­zu­wir­ken. Weder mit Wissenschaft noch mit Gesundheit hat das etwas zu tun.

Diese Akteure haben aus der Schweinegrippe gelernt und die Ausschaltung ande­rer Meinungen, die Verbreitung von Hysterie und nicht zuletzt die Impfkampagne bei COVID-19 per­fek­tio­niert. Das Muster aber ist das­sel­be, und aus dem Ende der Schweinegrippe gibt es für uns die­se akut beson­ders drin­gen­de Lektion: „Letztlich war es der gesun­de Menschenverstand der Bevölkerung, sich dann doch nicht die­sem Impf-Sog zu erge­ben.“ [44] Damit ist es nicht getan, aber es wäre ein wirk­lich guter Anfang.

Hervorhebungen in blau von mir

[1] https://eswi.org/eswi-tv/marc-van-ranst-communication-and-public-engagement/

[2] https://www.honours.eu/beneficiaries/katholieke-universiteit-leuven

[3] http://www.vaccinews.net/about.php

[4] Jean-Dominique Michel: Manipulations d’état : la pres­se vic­ti­me ou com­pli­ce ? (16.2.2021)
https://jdmichel.blog.tdg.ch/archive/2021/02/16/manipulations-d-etat-la-presse-victime-ou-complice-312984.html

[5] Marc Van Ranst, der „Pitbull“ unter den Virologen, wegen sei­ner kla­ren Sprache zur Corona-Krise aus­ge­zeich­ne (22.10.2020)
https://ostbelgiendirekt.be/van-ranst-der-pitbull-geehrt-264559

[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Chatham_House

[7] Torsten Engelbrecht, Claus Köhnlein, Samantha Bailey, Stefano Scoglio: Virus Mania (Books on Demand 2021), S. 297

[8] https://eswi.org/

[9] https://onehealthplatform.com/home

[10] Pharmalobbyist des Tages: Dr. Flu (jun­ge Welt 5.1.2010, Bezahlschranke)
https://www.jungewelt.de/artikel/137272.pharmalobbyist-des-tages-dr-flu.html?sstr=osterhaus

[11] Führender Virologe befür­wor­tet altru­is­ti­sche Impfung zur Vermeidung von Vogelgrippe (Europäische Kommission / CORDIS Forschungsergebnisse der EU 7.4.2006)
https://cordis.europa.eu/article/id/25479-leading-virologist-advocates-altruistic-vaccination-to-prevent-avian-flu/de

[12] Erster Präpandemischer H5n1-Impfstoff (Deutsches Ärzteblatt 6.6.2008)
https://www.aerzteblatt.de/archiv/60409/Erster-Praepandemischer-H5n1-Impfstoff

[13] Influenza-like ill­ness in the United States and Mexico
https://www.who.int/csr/don/2009_04_24/en/

[14] https://www.who.int/groups/h1n1-ihr-emergency-committee

[15] Der „Drosten-Test“: Wie alles anfing
https://www.corodok.de/der-drosten-test/

[16] Steerpike: Six ques­ti­ons that Neil Ferguson should be asked (The Spectator 16.4.2020)
https://www.spectator.co.uk/article/six-questions-that-neil-ferguson-should-be-asked

[17] Elizabeth Cohen: When a pan­de­mic isn't a pan­de­mic (CNN 4.5.2009?)
https://edition.cnn.com/2009/HEALTH/05/04/swine.flu.pandemic/index.html

[18] Kim Van De Perre: "Varkensgriep is ech­te pan­de­mie" (De Morgen 4.5.2009)
https://www.demorgen.be/nieuws/varkensgriep-is-echte-pandemie~bffd1f54/

[19] Ulrich Keil, Peter Schönhöfer, Angela Spelsberg: The inven­ti­on of the swi­ne-flu pan­de­mic (European Journal for Epidemiology 9.4.2011)
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7087555/

[20] Social, Health and Family Affairs Committee of the Parliamentary Assembly of the Council of Europe: Hearing on “The hand­ling of the H1N1 pan­de­mic: more trans­pa­ren­cy needed?”
Strasbourg, 26 January 2010 / Introductory state­ment by Prof. Dr. Ulrich Keil Institute of Epidemiology, University of Münster Director of the WHO CC for epi­de­mio­lo­gy and pre­ven­ti­on of car­dio­vascu­lar and other chro­nic diseases
http://www.assembly.coe.int/CommitteeDocs/2010/20100126_ContributionKeil.pdf

[21] ALM PROGRAMMBERICHT 2009 (Hrsg. Arbeitsgemeinsachften der Landesmedienanstalten in der Bundesrepublik Deutschland)
https://www.die-medienanstalten.de/fileadmin/user_upload/die_medienanstalten/Publikationen/Content-Bericht/Programmbericht_Archiv/Programmbericht_2009.pdf

[22] MEXICAANSE FLOP (Tijdschrift van de vzw Preventie Vaccinatieschade 2010)
https://www.vaccinatieschade.be/sites/default/files/prikjes/Prikje%202009–4.pdf

[23] Amber Litzroth et al.: Influenza A(H1N1)2009 pan­de­mic: Chronology of the events in Belgium (Archives of Public Health August 2010)
https://www.researchgate.net/profile/Ignacio_Garitano_Gutierrez/publication/257946297_Influenza_AH1N12009_pandemic_Chronology_of_the_events_in_Belgium/links/0deec52967764a107b000000/Influenza-AH1N12009-pandemic-Chronology-of-the-events-in-Belgium.pdf

[24] Olaf Spörkel: Real-Time-PCR-Nachweis des neu­en Influenza-Virus A(H1N1) (Laborppraxis 6.5.2009)
https://www.laborpraxis.vogel.de/real-time-pcr-nachweis-des-neuen-influenza-virus-ah1n1-a-186490/

[25] Alison Abbott: German virologist's race for swi­ne flu test (Nature 30.4.2009)
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7095450/

[26] Sigrid März: Biotechnolgischer Ausnahmezustand (Laborjournal 2020–4)
http://www.laborjournal-archiv.de/epaper/LJ_20_04/45/

[27] David Derbyshire: Teen is swi­ne flu's first vic­tim in London as minis­ters warn 40 a day could die by end of sum­mer (Mail online 4.7.2009)
https://www.dailymail.co.uk/news/article-1197054/Swine-flu-kill-40-Britons-day-end-summer-says-chief-medical-officer.html

[28] https://www.chathamhouse.org/about-us/our-people/liam-donaldson

[29] Owen Bowcott: Swine flu could kill 65,000 in UK, warns chief medi­cal offi­cer (Guardian 16.7.200)
https://www.theguardian.com/world/2009/jul/16/swine-flu-pandemic-warning-helpline

[30] 'België kla­ar voor ramp als Spaanse griep' (Nieuwsblad 27.4.2009)
https://www.nieuwsblad.be/cnt/g3a29havm

[31] COMMISSIE VOOR DE VOLKSGEZONDHEID, HETLEEFMILIEU EN DE MAATSCHAPPELIJKE HERNIEUWING / COMMISSION DE LA SANTÉ PUBLIQUE, DE L'ENVIRONNEMENT ET DU RENOUVEAU DE LA SOCIÉTÉ (28.4.2009) Beitrag von MVRanst
https://www.dekamer.be/doc/CCRA/pdf/52/ac536x.pdf

[32] Tamiflu bli­jft in depots lig­gen (De Morgen 28.7.2009)
https://www.demorgen.be/nieuws/tamiflu-blijft-in-depots-liggen~b5edf92d/

[34] Owen Dyer: Cochrane review­er sues Roche for clai­ming Tamiflu could slow flu pan­de­mic (British Medical Journal 27.1.2020)
https://www.bmj.com/content/368/bmj.m314

[35] Georg Pröbstl: Roche und Novartis pro­fi­tie­ren von H1N1 (HZ 4.8.2009)
https://www.handelszeitung.ch/unternehmen/roche-und-novartis-profitieren-von-h1n1

[36] Pandemrix® vor der Markteinführung (Deutsche Apothekerzeitung 8.10.2009)
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2009/daz-41–2009/pandemrix-r-vor-der-markteinfuehrung

[37] ANHANG I ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS (Pandemrix)
https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/pandemrix-epar-product-information_de.pdf

[38] ANHANG I ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS (Prepandrix)
https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/prepandrix-epar-product-information_de.pdf

[39] Susan Boos: Die Lehren aus Pandemrix (Die Wochenzeitung 28.5.2020)
https://www.woz.ch/-aa6d

[40] Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix: Höheres Impfrisiko schon vor­her bekannt? (APOTHEKE ADHOC 24.9.2018)
https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/pandemrix-hoeheres-impfrisiko-schon-vorher-bekannt-schweinegrippe-impfstoff/

[41] https://www.netdoktor.de/krankheiten/narkolepsie/

[42] Experts Mexicaanse griep kre­gen geld van fabri­kant vac­cin (De Morgen 20.11.2010)
https://www.demorgen.be/nieuws/experts-mexicaanse-griep-kregen-geld-van-fabrikant-vaccin~b713932c/

[43] Wolfgang Wodarg: "Falscher Alarm: Die Schweinegrippe-Pandemie" in BIG PHARMA, Mikkel Borch-Jacobsen Hrsg (Piper 2015)
https://www.wodarg.com/app/download/8975802914/+-Falscher+Alarm+Die+Schweinegrippe+WW+in+BIG+PHARMA.pdf?t=1603015200

[44] Karl-Otto Sattler: »Teurer und gefähr­li­cher Blödsinn« EUROPARAT Expertenstreit über Schweinegrippe in der Parlamentarischen Versammlung (Das Parlament 5–6/2010)
https://www.das-parlament.de/2010/05_06/EuropaWelt/28503432–305446

[45] Elke Bodderas: Der enor­me Schaden der Pandemie, die kei­ne war (Welt 3.1.2010)
https://www.welt.de/gesundheit/article5710912/Der-enorme-Schaden-der-Pandemie-die-keine-war.html

13 Antworten auf „Der Influenza-Influencer“

  1. Danke für die aus­führ­li­che Dokumentation. 

    Vielleicht soll­te man noch hin­zu­fü­gen, dass Belgien aus irgend­wel­chen merk­wür­di­gen Gründen 2020 die höchs­te Übersterblichkeit in Europa hat­te – in bei­den Wellen.
    https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps

    Aus ande­ren irgend­wel­chen Gründen reno­viert Biontech die Fabrik in Belgien
    https://www.bloomberg.com/news/articles/2021–01-15/pfizer-to-cut-covid-vaccine-deliveries-as-it-renovates-factory

    1. Die Gründe lie­gen wohl in ganz beson­der aus­ge­präg­ter Panik, völ­lig kon­tra­pro­duk­ti­ven Maßnahmen und sogar in Studien, in denen völ­lig ver­kehr­te, ja ein­deu­tig schäd­li­che Behandlungskonzepte für ech­te oder ver­meint­li­che Covid-19-Patienten erprobt wurden.

      Hat viel­leicht Belgien auch einen hohen Bevölkerungsanteil an migran­ti­schen Personen mit Favismus (Chloroquin-Behandlung ist bei Favismus oft tödlich).

      Übrigens hal­te ich Belgien für eines der maxi­mal-kor­rup­tes­ten euro­päi­schen Ländern. Das spielt gewiss auch mit rein. Wer star­ke Nerven hat möge sich mal mit dem Fall "Dutroux" und den Seltsamkeiten und Verstrickungen befas­sen. (Aber das kann alles natür­lich nur völ­lig ver­rück­ten Verschwörungstheorie-Anhängern selt­sam vorkommen.)

  2. Schrecklich, eine Mafia der rei­chen Länder und direkt vor unse­ren Augen. Diese kapi­ta­lis­ti­sche Medizin gehört unter staat­li­che Kontrolle.
    Danke Illa.

  3. @B.M.Bürger
    Etwas Offtopic, natür­lich ein sehr guter Artikel, aber es liest sich als gin­gen Sie auch von einer Übersterblichkeit in D aus.
    In Deutschland gab es kei­ne wirk­li­che Übersterblichkeit, das "mehr" von etwa 48.000 Menschen war allei­ne der sprung­haft gestie­ge­nen Gruppe der ü 80-jäh­ri­gen geschul­det. Von 2015 bis Ende 2019 um fast eine Million angestiegen.
    Susan Bonath recher­chier­te für RTDE.
    https://de.rt.com/meinung/112595-todesfalle-im-corona-jahr-2020-kein-grund-zur-panik/

    Recherchiert und bewer­tet man mit Logik und Überlegung, dann kommt man zu dem Schluß, dass da dies­be­züg­lich nichts "Pandemisches" pas­siert ist 2020, lässt man die­se Argumente weg, lässt sich natür­lich wohl­feil Panik und Angst verbreiten.

  4. Danke für die erneute Fleißarbeit, Illa.

    Ich gestehe, dass ich sie noch nur überflogen habe, aber just recherchiere ich ein wenig an der sa-mRNA und kam daher und damit "überraschend" ebenfalls auf INFLUENZA. Anlass war gestern das hier:

    BioNTech BNT162c2 ? der feuchte Traum aller Frankensteins | Von Markus Fiedler
    Wozu forscht man an einer sich selbst vervielfältigenden mRNA (saRNA, also ?self amplifying Ribo-Nucleic Acid?) und bewirbt eine um bis zu sechzigfach geringere Impfdosis (6), wenn doch mRNA Impfstoffe ohnehin in hohen Mengen schnell hergestellt werden können? Das ergibt keinen Sinn, insbesondere dann nicht, wenn man die einhergehenden Gefahren mit einbezieht. Man bräuchte natürlich nur eine Impfung und keine Auffrischungsimpfung (?boost?) nach weiteren vier Wochen. Das ist aber ein schwaches Argument.
    Also, was könnte man damit noch alles machen? Man könnte diese mRNAs als molekulare Plattform für Genmanipulationen nutzen. In der Werbesprache wird das dann sicher als ?Gentherapie? verkauft werden. Das klingt gesünder. ...

    https://kenfm.de/biontech-bnt162c2-der-feuchte-traum-aller-frankensteins-von-markus-fiedler/

    Und so habe ich begonnen, dem (erneut) nachzugehen und bin auf das gestoßen:
    Novel Platforms for the Development of a Universal Influenza Vaccine.
    Kumar A1, Meldgaard TS1, Bertholet S1
    Frontiers in Immunology, 23 Mar 2018
    Eine der Plattformen sind auch sa-mRNA-Impfstoffe, dort mit SAM bezeichnet. Schon damals war SAM wohl begeisternd:
    In epidemics or disease outbreaks, the rapid development of vaccines is essential, and this is potentially feasible with SAM technology. Within 7 days, SAM (HA) vaccine against H7N9 (A/Shanghai/2/2013) was developed.
    http://europepmc.org/article/PMC/5877485

    Das Ganze lief bis 2016 als EU-gefördertes Projekt:
    https://cordis.europa.eu/project/id/626283/results/de
    Infos dazu:
    SAMUFLU
    ID Finanzhilfevereinbarung: 626283
    Status
    Abgeschlossenes Projekt
    Startdatum
    1 April 2014
    Enddatum
    31 März 2016
    Finanziert unter
    FP7-PEOPLE
    Gesamtbudget
    € 187 414,80
    EU-Beitrag
    € 187 414,80
    Koordiniert durch
    GLAXOSMITHKLINE VACCINES SRL
    Italien

    Final Report Summary - SAMUFLU (Self-amplifying RNA technology applied to the development of a universal influenza vaccine)
    The aim of the SAMUFLU project was to develop a universal influenza vaccine based on a novel SAM® technology that consists of synthetic self-amplifying mRNA delivered by lipid nanoparticles. SAMUFLU objectives were to select hemagglutinin (HA) antigens from most relevant past seasonal and pandemic strains of influenza and prepare SAM(HA) vectors encoding single or combination of multiple HAs. The immunogenicity of these SAM(HA) replicons was tested in vivo in mice.

    2020 zeigt sich die DARPA (kurz für Defense Advanced Research Projects Agency, eine Behörde des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten, die Forschungs-Projekte für die Streitkräfte der Vereinigten Staaten durchführt) ebenfalls begeistert:
    https://www.darpa.mil/work-with-us/covid-19
    Dort ist der Link auf "January 12, 2021- Nature- How COVID unlocked the power of RNA vaccines." zu finden https://www.nature.com/articles/d41586-021-00019-w:
    dort wiederum findet sich eine kleine Geschichte der RNA-Impfstoffentwicklung bis heute,
    In 2012, around the time that Geall and his colleagues described1 the first LNP-encapsulated RNA vaccine, the US Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) began funding groups at Novartis, Pfizer, AstraZeneca, Sanofi Pasteur and elsewhere to work on RNA-encoded vaccines and therapeutics. None of the big-name firms stuck with the technology, however. “They were reticent about taking on any risk with a new regulatory pathway for vaccines, even though the data looked good,” says Dan Wattendorf, a former programme manager at DARPA.

    But two smaller firms with ties to the DARPA programme continued to work on the technology. One was CureVac in Tübingen, Germany, which began human testing of a rabies vaccine in 2013. CureVac also has a COVID-19 vaccine in late-stage testing.

    The other was Moderna, which built on work funded by DARPA to eventually bring an RNA-based vaccine for a new strain of avian influenza into clinical testing in late 2015. It elicited strong enough immune responses that the company moved ahead with human trials of RNA vaccines for cytomegalovirus (a common cause of birth defects), two mosquito-borne viruses (chikungunya and Zika) and three viral causes of respiratory illness in children.

    There’s another challenge: so far, RNA vaccines tested for human use against disease, COVID-19 or otherwise, have generally required a double dose to be effective. And judging by poor compliance with other multidose vaccines, many people who get the first shot probably won’t get the second.

    New delivery systems could fix that. At Vaxess Technologies in Cambridge, Massachusetts, for example, researchers have developed a wearable skin patch studded with tiny silk-tipped, dissolvable microneedles that slowly trickle vaccine into the body.

    Administering the vaccine in drips instead of all at once could help to solve a third drawback: side effects. Severe reactions, although transient, do seem to be more common with COVID-19 shots than with other immunizations — more than 80% of people who received the Moderna vaccine in clinical trials had some type of systemic reaction to the shot, with bouts of fatigue, muscle pain and other issues that often proved briefly debilitating.

    That unpleasantness might be acceptable in the midst of a deadly global pandemic, says vaccinologist Stanley Plotkin, who consults for many vaccine manufacturers. But people might baulk at routinely feeling so ill for, say, their annual flu shot. And for any vaccines geared toward infants, “one would certainly want to have something less reactogenic”.

    Contaminants in vaccine synthesis and the LNP delivery system are thought to be two of the main sources of reactogenicity. Purification systems are only so good, and LNPs can be optimized only so much. For these reasons, vaccine manufacturers often administer lower doses to limit a person’s exposure to both. With a conventional RNA vaccine, lower doses mean lower potency. But companies such as Arcturus Therapeutics in San Diego, California, and VaxEquity in London have devised workarounds by creating self-amplifying RNA constructs for their COVID-19 vaccines (see ‘How RNAs can work harder’).

    Wenn man sich das antut, versteht man es selbst als Laie ein wenig besser, wozu das gut sein soll .... und auch, dass Fiedler wohl richtig liegt, denn auch das ist ein militärisches Ziel, vielleicht DAS Ziel überhaupt:
    https://www.darpa.mil/attachments/ADEPTVignetteFINAL.pdf

    Interessant bleibt die Argumentation. So also hängen Influenzas aller Art und andere Seuchen miteinander zusammen: man BRAUCHT sie für die Testung der beabsichtigten Technologie - oder kann sie gut brauchen.

    Der Kommentar ist etwas lang geworden, aber ich denke, dass er die Absichten und Zusammenhänge des PANDEMISIERENS - ob Influenza oder Covid - einigermaßen skizzieren kann: was geplant ist und wohin es gehen soll.

    Bill Gates kam darin nicht vor. Er berät und finanziert nur, sucht das geeignete zusammen, wie er es immer tat, und tut, wofür er der Spezialist ist:
    Abhängigkeiten schaffen
    https://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/a-562472.html

  5. @Illa und @some.1: Beides bril­lant! Gratulation!
    Das Beste viel­leicht: glaubt kein Mensch, kann nicht wahr sein!
    So funk­tio­niert das mensch­li­che Gehirn. Was man auf dem offe­nen Marktplatz sieht kann kein Geheimnis sein.

  6. Gelesen und zum Teil über­flo­gen , dann in das Video (Vortrag van Rast ) rein­ge­schaut – die Recherche in die­ser Kompaktheit ist über­wäl­ti­gend – danach hat­te und habe ich aller­dings schlech­te Laune – wir wur­den noch mehr ver­arscht als ich ohne­hin schon ange­nom­men hat­te – Ganz klar das Dr. Wodarg gleich im März/April 2020 medi­al nie­der­kar­täscht wur­de, so etwas wie 2009 durf­te sich nicht wiederholen.
    Und .…. Zitat.…..auf Angela Merkel ist halt Verlaß .….….….

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