Die Evolution des „Drosten-Tests“ zur Ein-Gen-PCR

Urheber des Tests auf COVID-19 mit­tels Polymerase-Kettenreaktion PCR ist Christian Drosten, der Direktor des Virologischen Instituts der Berliner Charité. Die bei­den ers­ten Test-Protokolle, die im Januar von der Weltgesundheitsorganisation WHO ver­öf­fent­licht wur­den, hat er per­sön­lich geschrie­ben und ver­mut­lich war er auch an deren erstaun­lich schnel­ler Publikation betei­ligt. [1] Der auf die­sen Protokollen basie­ren­de Artikel in Eurosurveillance, dem Publikationsorgan der für Infektionskrankheiten in Europa zustän­di­gem Behörde ECDC, erschien kurz nach den WHO-Protokollen in einem eben­so hohen Tempo, das ver­mut­lich auf Drostens Intervention als Mitherausgeber der Zeitschrift zurück­zu­füh­ren ist. Dieser Artikel ist so vol­ler metho­di­scher Fehler, dass eine Gruppe von Wissenschaftlern for­dert, ihn kom­plett zurück­zu­zie­hen, denn: „Es ist unaus­weich­lich, dass die­ser Test eine enor­me Anzahl soge­nann­ter ‚Falsch-Positiver‘ gene­rie­ren wird.“ [2] Drosten dage­gen sieht das erwar­tungs­ge­mäß völ­lig anders:

„Das Ergebnis einer Labortestung ist immer eine Diagnose, nie ein rohes Testergebnis. Ganz beson­ders bei posi­ti­ven Testergebnissen wird immer durch einen Zusatztest bestä­tigt (zusätz­li­che Genstelle). Damit wird das Vorkommen von falsch posi­ti­ven Diagnosen prak­tisch auf Null unter­bun­den.“ [3]

Sobald Menschen ohne Symptome (aka Gesunde) getes­tet wur­den, war die ers­te Behauptung der Diagnose offen­sicht­lich obso­let. Weniger augen­fäl­lig ist bis jetzt, dass auch die zwei­te Behauptung mit dem Zusatztest nicht stimmt – und Drosten weiß das, denn schließ­lich hat er selbst dabei mit­ge­wirkt, die Vorgabe für die nach­zu­wei­sen­den Gene von drei auf eines zu ver­rin­gern. Die drit­te Behauptung mit den falsch-posi­ti­ven „Diagnosen“ war ohne­hin nie wahr.

Das Genom von SARS-CoV‑2

Das Virus hat ein Genom von etwa 30.000 Nukleotiden und damit die Vorlage für 10 Proteine. Von Belang in die­sem Zusammenhang sind fol­gen­de Gene und die dar­aus resul­tie­ren­den Proteine:

ORF1 => gro­ßes Polyprotein des Replikase-Komplexes, ein­schließ­lich des Enzyms RNA-abhän­gi­ge RNA-Polymerase RdRp
S => spike pro­te­in = her­aus­ra­gen­der Teil der Virushülle, mit dem der Kontakt zur Wirtszelle her­ge­stellt wird
E => enve­lo­pe pro­te­in = Protein der Virushülle
N => nuce­lo­cap­sid pro­te­in = Nukleokapsid-Protein, die Hülle um das Genom [4]

Die gebräuch­li­che Realtime-PCR ver­viel­fäl­tigt Stellen zwi­schen zwei Primern (Größe jeweils ca. 18–24 Nukleotide [5]), die an die Nukleinsäure der zu unter­su­chen­den Probe bin­den, wenn sie genau zu ihr pas­sen. Das zwi­schen die­sen Primerpaaren ent­ste­hen­de Amplikon von ca. 50–150 Nukleotiden [5] ist ein Genabschnitt, der mil­li­ar­den­fach ampli­fi­ziert und dadurch nach­weis­bar wer­den kann. Von jedem Primerpaar plus Amplikon kann also nur ein sehr klei­ner Teil des Genoms erfasst wer­den. Voraussetzung für einen nütz­li­chen Test ist ein sinn­vol­les Primerdesign, was sowohl die Anzahl als auch die Lage der gesuch­ten Genabschnitte auf dem Genom einschließt:

„Für eine bestä­ti­gen­de Diagnose eines bestimm­ten Virus müs­sen min­des­tens 3 spe­zi­fi­sche Primerpaare zum Nachweis von 3 virus­spe­zi­fi­schen Genen ein­ge­setzt wer­den. Vorzugsweise soll­ten die­se Zielgene mit größt­mög­li­chem Abstand im vira­len Genom lie­gen (ent­ge­gen­ge­setz­te Enden ein­ge­schlos­sen).“ [2]

Je mehr Gene erkannt wer­den, des­to grö­ßer ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Gesuchte gefun­den wur­de. Wenn die­se erkann­ten Gene sich über das gesam­te Virusgenom ver­tei­len, geht man von einem kom­plet­ten Virus aus, das die Voraussetzung für Aktivität ist.

13. Januar: Test auf drei Gene

Auf der Website der WHO wird das ers­te PCR-Protokoll ver­öf­fent­licht, in dem drei Primerpaare für die Amplifikation von Abschnitten auf drei Genen ein­ge­setzt wer­den: RdRp, E und N. [6]

Dazu schrei­ben die Wissenschaftler, die den Widerruf des Eurosurveillance-Artikels for­dern, der auf die­sem und dem fol­gen­den WHO-Protokoll basiert:

„Obwohl in der Corman-Drosten-Arbeit 3 Primer beschrie­ben wer­den, decken die­se Primer nur etwa die Hälfte des Virusgenoms ab. Dies ist ein wei­te­rer Faktor, der die Spezifität für den Nachweis von intak­ter COVID-19-Virus-RNA ver­rin­gert und die Quote der falsch posi­ti­ven Testergebnisse erhöht.
Selbst wenn wir also in einer Probe drei posi­ti­ve Signale erhal­ten (d. h. die drei Primerpaare erge­ben drei ver­schie­de­ne Amplifikationsprodukte), beweist dies nicht das Vorhandensein eines Virus. Ein bes­se­res Primerdesign wür­de ter­mi­na­le Primer an bei­den Enden des vira­len Genoms haben. Dies liegt dar­an, dass das gesam­te vira­le Genom abge­deckt wäre und drei posi­ti­ve Signale bes­ser zwi­schen einem voll­stän­di­gen (und damit poten­ti­ell infek­tiö­sen) Virus und frag­men­tier­ten vira­len Genomen (ohne infek­tiö­se Potenz) unter­schei­den kön­nen. Um etwas Signifikantes über die Infektiosität des Virus abzu­lei­ten, hät­te das Orf1-Gen, das für das essen­ti­el­le Replikase-Enzym der SARS-CoV-Viren kodiert, als Target auf­ge­nom­men wer­den müs­sen […]. Die Positionierung der Targets in der Region des vira­len Genoms, die am stärks­ten und varia­bels­ten tran­skri­biert wird, ist eine wei­te­re Schwäche des Protokolls.“ [2]

Die Bezeichnung „Corman-Drosten-Arbeit“ wur­de gewählt, da Victor Corman sowohl bei den bei­den WHO-Protokollen als auch beim Eurosurveillance-Artikel der erst­ge­nann­te Autor ist. Corman ist Leiter der Arbeitsgruppe Virusdiagnostik im Virologischen Institut der Charité, dessen Direktor Drosten ist. [7] Beide gehö­ren zudem zur kom­mer­zi­el­len Labor Berlin – Charité Vivantes GmbH: Dros­ten in sei­ner Funktion als Institutsdirektor und Corman als Leiter der Speziellen Virusdiagnostik. [8] Dieser Interessenkonflikt wur­de Eurosurveillance nicht gemel­det. [2]

Während der erst­ge­nann­te Autor eines Artikels übli­cher­wei­se der­je­ni­ge ist, der die meis­ten Arbeiten durch­ge­führt hat – hier also Corman – wird der Verantwortliche als letz­ter genannt, das ist im Eurosurveillance-Artikel Drosten, der auch die Kontaktperson ist. Bei den bei­den WHO-Protokollen ist die Autorenreihung in Bezug auf Drosten etwas anders, aber er ist auch hier die Kontaktperson und hat zudem dieses Protokoll wie auch das fol­gen­de selbst geschrie­ben. [1] Jedes Komma und jeder Fehler sind von ihm, es ist der „Drosten-Test“.

17. Januar: Test auf zwei Gene

Vier Tage nach dem ers­ten Protokoll wird eine neue Version ver­öf­fent­licht [9], in der der Nachweis des N‑Gens ohne Begründung fehlt. Im PCR-Arbeitsablauf sind wei­ter­hin das E‑Gen sowie zwei Stellen des RdRp-Gens ent­hal­ten, womit der Abstand zwi­schen den Primerpaaren bei­der Enden noch wei­ter ver­rin­gert wird. Wieder wird der gro­be „Screening-Test“ vor­an­ge­stellt und bei posi­ti­vem Ergebnis folgt der „Bestätigungstest“. Im Workflow Protocol ist noch ein „Unterscheidungstest“ ange­hängt, der für 2019-CoV (jetzt SARS-CoV‑2) spe­zi­fisch sein soll.

23. Januar: Test auf zwei Gene

Als eine Melange aus bei­den WHO-Protokollen ent­stand ein Artikel, der in Rekordtempo bei Eurosurveillance publi­ziert wird. [10] Die meis­ten Graphiken und Tabellen sind zwar die aus dem ers­ten WHO-Protokoll mit der Anleitung für die Testung auf drei Gene ein­schließ­lich des N‑Gens, das aber im neu­en Protokoll gestri­chen wur­de: „Für einen rou­ti­ne­mä­ßi­gen Arbeitsablauf emp­feh­len wir den E‑Gen-Test als ers­ten Screening-Test, gefolgt von einem Bestätigungstest auf das RdRp-Gen.“ Dazu gab es die­se Begründung: „Anzumerken ist, dass der Test auf das N‑Gen eben­falls gute Ergebnisse lie­fer­te, aber nicht einer inten­si­ven wei­te­ren Validierung unter­zo­gen wur­de, da er etwas weni­ger emp­find­lich war.“ Auch die zwei­fa­che RdRp-Testung wur­de modifiziert:

„Für einen rou­ti­ne­mä­ßi­gen Arbeitsablauf emp­feh­len wir als ers­ten Schritt den E‑Gen-Test, gefolgt von einem Bestätigungstest mit dem RdRp-Gen-Test. Die Anwendung des RdRp-Gen-Tests mit Zweifarbtechnologie kann 2019-nCoV (bei­de Sonden posi­tiv) von SARS-CoV-RNA unter­schei­den, wenn letz­te­re als Positivkontrolle ver­wen­det wird. Alternativ kön­nen sich Labore dafür ent­schei­den, den RdRp-Test nur mit der 2019-nCoV-spe­zi­fi­schen Sonde durch­zu­füh­ren.“ [10]

Dazu schrei­ben die Wissenschaftler, die den Widerruf die­ses Artikels fordern:

„Dies war eine unglück­li­che Auslassung, da es am bes­ten wäre, alle drei Gen-PCRs als Bestätigungstests zu ver­wen­den, und dies hät­te zu einem fast aus­rei­chen­den Protokoll für ein Diagnosewerkzeugzum Nachweis von Virus-RNA geführt. […] (Nichtsdestotrotz wür­de das Protokoll immer noch hin­ter jeder ‚guten Laborpraxis‘ zurück­blei­ben, wenn man alle ande­ren Design-Fehler mit einbezieht).
So wie es aus­sieht, wird der N‑Gen-Test lei­der weder in der WHO-Empfehlung [vom 17.1.] als obli­ga­to­ri­scher und ent­schei­den­der drit­ter Bestätigungsschritt vor­ge­schla­gen, noch wird er im Corman-Drosten-Papier als wich­ti­ge optio­na­le Absicherung ‚für einen Routine-Arbeitsablauf‘ hervorgehoben […].
Infolgedessen wur­den in fast allen Testverfahren welt­weit ledig­lich 2 Primer-Treffer statt aller drei ver­wen­det. Dieses Versäumnis macht das gesam­te Testprotokoll unbrauch­bar, wenn es dar­um geht, genaue Testergebnisse zu lie­fern, die in einer lau­fen­den Pandemie wirk­lich von Bedeutung sind.“ [2]

2. März: Test auf ein Gen

Der Jahresanfang war für die­je­ni­gen, die an Produkten und Dienstleistungen rund um die PCR ver­die­nen, geschäf­tig. Olfert Landt ist der Inhaber der Berliner Firma TIB Molbiol und ent­wi­ckelt seit fast zwei Jahrzehnten zusam­men mit Drosten PCR-Tests auf diver­se Viren. Er ist Mitautor sowohl bei den WHO-Protokollen als auch beim Eurosurveillance-Artikel (direkt nach Corman), war laut Charité „Von Beginn an“ in die Entwicklung des Tests ein­ge­bun­den, und: „Die Zusammenarbeit erfolgt auf bei­den Seiten aus­schließ­lich aus huma­ni­tä­ren Gründen.“ [11] Die dar­aus ent­stan­de­nen Testkits ver­treibt er gemein­sam mit dem Schweizer Pharmariesen Roche, dem er noch län­ger ver­bun­den ist als Drosten. Im Februar ver­an­stal­te­ten die bei­den Unternehmen Werbeveranstaltungen in Westafrika (Dakar) und Südafrika, um die Berliner Testkits an die Afrikaner zu brin­gen. [12] Und Drosten zeig­te sich erfreut über die rosi­gen Aussichten für das Labor Berlin, denn „unse­re Kassenärztliche Bundesvereinigung hat schon im Januar eine Abrechnungsziffer ein­ge­führt für die­sen Test und damit dafür gesorgt hat, dass die Labore damit Geld ver­die­nen.“ [13] Auch die WHO wur­de wie­der tätig.


Zum Märzbeginn erscheint eine neue Anleitung für Labors, in denen der Einsatz von NAAT – das sind Tests auf der Basis von Nukleinsäure-Amplifikation, hier kon­kret die PCR – gere­gelt wird. [14] Zum einen gibt es die wenig anspruchs­vol­le „Laborbestätigung von Fällen durch NAAT in Gebieten, in denen kei­ne COVID-19-Viruszirkulation bekannt ist“:

„Ein posi­ti­ves NAAT-Ergebnis für min­des­tens zwei ver­schie­de­ne Targets auf dem COVID-19-Virusgenom, von denen min­des­tens ein Target vor­zugs­wei­se spe­zi­fisch für das COVID-19-Virus unter Verwendung eines vali­dier­ten Tests ist (da der­zeit kei­ne ande­ren SARS-ähn­li­chen Coronaviren in der mensch­li­chen Bevölkerung zir­ku­lie­ren, kann dar­über dis­ku­tiert wer­den, ob es spe­zi­fisch für COVID-19 oder SARS-ähn­li­che Coronaviren sein muss); ODER
ein posi­ti­ves NAAT-Ergebnis für das Vorhandensein von Betacoronavirus und COVID-19-Virus, das durch Sequenzierung eines Teils oder des gesam­ten Genoms des Virus wei­ter iden­ti­fi­ziert wird, solan­ge das Sequenzziel grö­ßer oder anders ist als das Amplikon, das im ver­wen­de­ten NAAT-Test son­diert wur­de.“ [14]

Zum ande­ren ist ein noch ein­fa­cher zu erfül­len­der „Laborbestätigter Fall durch NAAT in Gebieten mit eta­blier­ter COVID-19-Viruszirkulation“:

„In Gebieten, in denen das COVID-19-Virus weit ver­brei­tet ist, könn­te ein ein­fa­che­rer Algorithmus ange­wandt wer­den, bei dem z. B. das Screening durch rRT-PCR eines ein­zi­gen Unterscheidungstargets als aus­rei­chend ange­se­hen wird.“ [14]

Dieser Freibrief für die Testung auf nur ein Gen ist unter Mitwirkung meh­re­rer exter­ner Berater ent­stan­den, zu denen auch Drosten gehör­te. Außerdem waren dabei: die Niederländerin Marion Koopmans und die Britin Maria Zambon, bei­de Mitautorinnen der bei­den WHO-Protokolle und des Eurosurveillance-Artikels. Zudem wirk­ten Leo Poon aus Hongkong mit, ein Mitarbeiter von Malik Peiris, der eben­falls an den WHO-Protokollen betei­ligt war und Mitautor des Eurosurveillance-Artikel ist, sowie Katrin Leitmeyer vom ECDC, dem Herausgeber von Eurosurveillance und schließ­lich George Gao von der für Infektionskrankheiten in China zustän­di­gen Behörde (China CDC) und Vorstandsmitglied des Global Preparedness Monitoring Board der WHO. Das ist eine Art Lenkungsausschuss für die „Corona-Krise“, dem u.a. auch Anthony Fauci (ehe­ma­li­ger und zukünf­ti­ger US-Regierungsberater) sowie hoch­ran­gi­ge Vertreter des bri­ti­schen Wellcome Trust und der US-ame­ri­ka­ni­schen Bill and Melinda Gates Foundation ange­hö­ren. [15]

Die Ein-Gen-Praxis

Dass die Testung auf nur ein Gen kei­ne aka­de­mi­sche Überlegung ohne kon­kre­te Folgen ist, zei­gen Beispiele aus der Praxis. Offenbar wur­de die­se Vereinfachung zumin­dest in Deutschland schnell und anhal­tend durchgesetzt:

Labor Augsburg MVZ GmbH im April 2020: „Geändertes Befundlayout der SARS-CoV2 PCR-Ergebnisse […]
Falls die Probe mit dem Verfahren der Fa. Roche ana­ly­siert wur­de, haben wir die Messergebnisse für bei­de Zielsequenzen der PCR (ORF1- und E‑Gen) getrennt ange­ge­ben. Das ORF1-Gen ist dabei für SARS-CoV‑2 spe­zi­fisch, wäh­rend das E‑Gen auch in ande­ren Coronaviren vor­kommt. Die Fälle, in denen nur das ORF-Gen ampli­fi­ziert wur­de, haben wir auch bis­her schon posi­tiv bewer­tet. Wenige Fälle mit iso­liert posi­ti­vem E‑Gen wur­den als frag­lich ein­ge­stuft […]. Unter Berücksichtigung der epi­de­mio­lo­gi­schen Situation und der ins­ge­samt gestie­ge­nen Positivenrate fol­gen wir ab sofort der WHO-Empfehlung und geben ein Ergebnis bereits dann als „posi­tiv“ her­aus, wenn nur das E‑Gen ampli­fi­ziert wur­de. […] Ein Ergebnis ist posi­tiv, wenn min­des­tens eine der bei­den Zielsequenzen des SARS-CoV‑2 im Abstrichmaterial nach­ge­wie­sen wurde.
Falls die Probe mit Verfahren von rBiopharm oder TibMolbiol ana­ly­siert wur­de, haben wir bis­her getrenn­te Screening- und Bestätigungstests durch­ge­führt. Analog zum oben beschrie­ben Vorgehen beschrän­ken wir uns auf­grund des hohen posi­ti­ven Vorhersagewerts bei stei­gen­der COVID-19-Prävalenz auf den bis­he­ri­gen Screeningtest, der auf das E‑Gen zielt.“ [16]

Bioscientia Healthcare GmbH im Juli 2020:Nach unse­ren Erfahrungen beur­tei­len wir daher auch den iso­lier­ten Nachweis eines ein­zel­nen Gens je nach Spezifität als posi­tiv für SARS-CoV‑2, emp­feh­len aber bei unkla­ren Fällen eine Kontrolle.“ [17]

Diverse im August 2020:Viele Labore set­zen zum Nachweis von SARS-CoV‑2 PCR-Verfahren ein, die nur das E‑Gen des Virus erken­nen. Diese Tests sind kos­ten­güns­tig und zeich­nen sich durch eine hohe Sensitivität aus. Da das E‑Gen, wel­ches ledig­lich die Virushülle codiert, aber nicht spe­zi­fisch für SARS-CoV‑2 ist, son­dern auch ande­re Coronaviren (Sarbecoviren) erkennt […], wur­den frü­her E‑Gen-posi­ti­ve Proben mit einer 2. PCR unter­sucht, um sicher­zu­stel­len, dass es sich wirk­lich um SARS-CoV‑2 han­delt. Gesucht wur­de in der Bestätigungs-PCR nach spe­zi­fi­schen Genen, wie dem RdRP-Gen, dem S‑Gen oder dem ORF1-Gen. Als auf Empfehlung der WHO für ende­mi­sche Gebiete die Bestätigungstests ein­ge­stellt wur­den, erfolg­te ab April 2020 in vie­len klei­ne­ren Laboren ein PCR-Nachweis von SARS-CoV‑2 nur noch über das E‑Gen.“ [18]

SYNLAB Medizinisches Versorgungszentrum Hamburg GmbH im September 2020: „Testen Labore bei posi­ti­ven Ergebnissen tat­säch­lich immer dop­pelt? […] Konkret geant­wor­tet hat Synlab, ein Anbieter, der nach eige­nen Angaben aktu­ell bis zu 80.000 Tests pro Woche durch­führt. Synlab schreibt, dass stan­dard­mä­ßig nicht auf meh­re­re Genstellen getes­tet wird. Auch wer­de nicht jedes posi­ti­ve Testergebnis mit einem Zusatztest bestä­tigt.“ [3]

Man scheint sich unter groß­zü­gi­ger Auslegung der ohne­hin groß­zü­gi­gen WHO-Vorgaben viel­fach auf das E‑Gen fest­ge­legt zu haben – aus­ge­rech­net auf das Gen, das ursprüng­lich nur im gro­ben Screeing-Test ein­ge­setzt wer­den soll­te, um dann noch über­prüft zu wer­den. Da TIB Molbiol in die­sem Zusammenhang nament­lich genannt wird, sol­len deren Testkits als Beispiel die­nen – die Firma bie­tet näm­lich sogar zwei davon an. Zum einen gibt es das Testkit auf das „SARS- und Wuhan-CoV E‑Gen“ aus dem Januar, das auch auf „ande­re Fledermaus-asso­zi­ier­te SARS-ver­wand­te Viren (Sarbecoviren)“ reagiert. Allerdings ist die­ser Test nicht für die Patienten-Diagnose zuge­las­sen, son­dern darf „nur für den Forschungsgebrauch“ (RUO) ver­wen­det wer­den. [19]

Dann gibt es ein Testkit auf das „Sarbecovirus-E-Gen“ mit CE-Kennzeichnung aus dem Februar, womit es für die Diagnose für Patienten ver­wen­det wer­den darf. [20]

Da die dia­gnos­ti­sche Spezifität bei­der Testkits unklar ist, ist der Anteil falsch-posi­ti­ver Ergebnisse bei ihrer Anwendung unbe­kannt. Wie hoch die­ser Anteil sein kann und wie sehr die Ergebnisse nicht nur zwi­schen Herstellern diver­gie­ren kön­nen, son­dern auch zwi­schen ein­zel­nen Chargen des glei­chen Herstellers, zeigt die fol­gen­de Tabelle. Getestet wur­den beim Friedrich-Löffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) Negativ-Proben ent­we­der aus mensch­li­chem Rachenabstrich, Abstriche aus Nase oder Maul bei Rindern sowie Wasser oder Pufferlösung. Die Ergebnisse vari­ie­ren zwi­schen 0% und 100% falsch-posi­ti­ven Ergebnissen (mei­ne Markierungen in der Tabelle für Werte unter 100%). Als Ursache wur­den in die­sem Fall ver­un­rei­nig­te Primer aus­ge­macht, die nur eine Möglichkeit für falsch-Positive dar­stel­len und „es erscheint zwin­gend erfor­der­lich, jede Chargen von Reagenzien vor dem Einsatz in der Routinediagnostik aus­gie­big zu tes­ten.“ [21] Und das ist nur eine von vie­len Ursachen für Kontaminationen bei der PCR mit dem Ergebnis falsch-posi­ti­ver Resultate.

Im bay­ri­schen Großlabor MVZ, das schon im April 2020 die Reduktion auf ein Zielgen bekannt­ge­ge­ben hat­te (was mitt­ler­wei­le von der Website ent­fernt wur­de), könn­te etwas Ähnliches pas­siert sein: „Dort hät­ten sich 58 von 60 posi­ti­ven Tests als falsch her­aus­ge­stellt. Die Geschäftsführerin des Augsburger MVZ-Labors erklär­te die Fehler mit der Knappheit an Reagenzien. Das Labor habe wegen des Lieferausfalls eines Herstellers auf ein ande­res Nachweismittel zurück­grei­fen müs­sen, das offen­bar nicht kom­pa­ti­bel gewe­sen sei.“ [22] Ja, mei!

Der „Standard-Diagnostikfall“ ist kein „wich­ti­ger Befund“

Was sagt nun der­je­ni­ge, der den Test ent­wi­ckelt, publi­ziert, modi­fi­ziert hat? In sei­nem Podcast beim NDR ging es im Mai um einen wis­sen­schaft­li­cher Artikel mit der Aussage, das Virus sei in Frankreich schon frü­her unter­wegs gewe­sen als bis­lang ange­nom­men. Drosten bemän­gel­te die feh­len­de Überprüfung des posi­ti­ven PCR-Ergebnisses:

„‚Ein PCR-Test, das muss man sich klar­ma­chen, ist erst mal als zwei­fel­haft zu betrach­ten, so lan­ge der nicht durch wei­te­re PCR-Teste, die das Virus in ande­ren Zielregionen des Genoms nach­wei­sen, bestä­tigt ist. Gerade in so einem wich­ti­gen Befund, wenn das kein nor­ma­ler Routinebetrieb ist im Labor, wo man ein­fach nur wis­sen will, das ist ein Standard-Diagnostikfall: Ist der jetzt posi­tiv oder nega­tiv? Da kann man schon mal sagen: PCR ist posi­tiv. Wir sehen den Patienten als infi­ziert an.‘
Korinna Hennig: ‚Im nor­ma­len Alltag.‘
Christian Drosten: ‚Richtig. Aber in einem Fall wie hier, wo man sagt, wir schrei­ben die Infektionsgeschehen die­ser Krankheit um und sagen: In Wirklichkeit gab es das in Frankreich und dann ja wahr­schein­lich auch über­all sonst auf der Welt schon einen Monat frü­her oder sogar noch län­ger. Und irgend­was ist da viel­leicht ver­schwie­gen oder nicht bemerkt wor­den. Wenn man so einen gewich­ti­gen Befund publi­zie­ren will, muss man den auch absi­chern. Dazu wür­de gehö­ren, zusätz­lich zu einer zwei­ten oder drit­ten Bestätigungs-PCR, auch das Virus zu sequen­zie­ren, also die gesam­te Genomsequenz des Virus zu bestim­men. Das kann man, wenn die PCRs posi­tiv wer­den. Das ist tech­nisch heut­zu­ta­ge sehr ein­fach.‘“ [13]

Für Drosten gibt es den „wich­ti­gen Befund“, und wenn man den als ehr­gei­zi­ger Wissenschaftler „publi­zie­ren will“, dann „muss man den auch absi­chern“, was dadurch geschieht, „zusätz­lich zu einer zwei­ten oder drit­ten Bestätigungs-PCR, auch das Virus zu sequen­zie­ren“: drei­mal PCR plus Sequenzierung, denn ein PCR-Test „ist erst mal als zwei­fel­haft zu betrach­ten, so lan­ge der nicht durch wei­te­re PCR-Teste, die das Virus in ande­ren Zielregionen des Genoms nach­wei­sen, bestä­tigt ist.“ Mindestens.

Und dann gibt es den „Routinebetrieb“, näm­lich die Untersuchung von Menschen, „wo man ein­fach nur wis­sen will, das ist ein Standard-Diagnostikfall: Ist der jetzt posi­tiv oder nega­tiv? Da kann man schon mal sagen: PCR ist posi­tiv.“ Für rea­le Menschen reicht dann offen­bar auch eine ein­zi­ge PCR, so wie er es bei der WHO mit­be­schlos­sen hat – auch wenn die eigent­lich „als zwei­fel­haft zu betrach­ten“ ist, wie er sehr wohl weiß.

Reale Menschen inter­es­sie­ren ihn ein­fach nicht, unse­ren Regierungsberater. Entsprechend sind die Ratschläge. Und die Folgen.

Hervorhebungen in blau von mir

[1] Der „Drosten-Test“: Wie alles anfing
https://www.corodok.de/der-drosten-test/

[2] Pieter Borger et al.: Review report Corman-Drosten et al. Eurosurveillance 2020 (27.11.2020)
https://cormandrostenreview.com/report/

[3] Falsch posi­ti­ve Ergebnisse bei aus­ge­wei­te­ten Corona-Tests? (Hamburger Abendbaltt 2.9.2020)
https://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article230318584/Falsch-positive-Ergebnisse-bei-ausgeweiteten-Corona-Tests.html

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/SARS-CoV‑2

[5] Real-time PCR hand­book (life tech­no­lo­gies / Thermo Fisher Scientific)
https://www.thermofisher.com/content/dam/LifeTech/global/Forms/PDF/real-time-pcr-handbook.pdf

[6] Victor Corman et al.: Diagnostic detec­tion of Wuhan coro­na­vi­rus 2019 by real-time RT-PCR-Protocol and preli­mi­na­ry eva­lua­ti­on as of Jan 13, 2020-
https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/wuhan-virus-assay-v1991527e5122341d99287a1b17c111902.pdf

[7] https://virologie-ccm.charite.de/ueber_das_institut/team/

[8] https://www.laborberlin.com/fachbereiche/virologie/

[9] Victor Corman et al.: Diagnostic detec­tion of 2019-nCoV by real-time RT-PCR-Protocol and preli­mi­na­ry eva­lua­ti­on as of Jan 17, 2020-
https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/protocol-v2‑1.pdf

[10] Victor Corman et al.: Detection of 2019 novel coro­na­vi­rus (2019-nCoV) by real-time RT-PCR (Eurosurveillance 23.1.2020)
https://www.eurosurveillance.org/content/10.2807/1560–7917.ES.2020.25.3.2000045

[11] Charité räumt Begünstigung von TIB Molbiol von Olfert Landt ein
https://www.corodok.de/charite-beguenstigung-tib/

[12] Entwicklungshilfe für Test-Hersteller
https://www.corodok.de/entwicklungshilfe-test-hersteller/

[13] https://www.ndr.de/nachrichten/info/coronaskript174.pdf

[14] Laboratory tes­ting for coro­na­vi­rus dise­a­se 2019 (COVID-19) in suspec­ted human cases. Interim gui­d­ance 2 March 2020
https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/331329/WHO-COVID-19-laboratory-2020.4‑eng.pdf?sequence=1&isAllowed=y

[15] https://apps.who.int/gpmb/board.html

[16] Geändertes Befundlayout der SARS-CoV2 PCR-Ergebnisse (Labor Augsburg MVZ GmbH 3.4.2020)
https://web.archive.org/web/20200509151946/https://labor-augsburg-mvz.de/de/aktuelles/geaendertes-befundlayout-der-sars-cov2-pcr-ergebnisse

[17] Was bedeu­ten die Begriffe Dual-Target-PCR und Ct-Wert? (Bioscientia Healthcare GmbH 15.7.2020)
https://www.bioscientia.de/home/aktuelles/2020/07/was-bedeuten-die-begriffe-dual-target-pcr-und-ct-wert

[18] SARS-CoV‑2 / COVID-19 Teil 3 (bio­vis Diagnostik 08/2020)
https://www.biovis-diagnostik.eu/wp-content/uploads/Biovis_SARS-CoV-2_Teil3_DE.pdf

[17] https://web.archive.org/web/20200327234500/https://www.roche-as.es/lm_pdf/MDx_53-0776_96_Wuhan-E-gene_V200111_09155368001.pdf

[19] https://www.roche-as.es/lm_pdf/MDx_50-0776–96_Sarbecovirus-E-gene_RV_V200204_09164952001_CE-IVD.pdf

[21] Kerstin Wernicke et al.: Pitfalls in SARS-CoV‑2 PCR dia­gnostic (Transboundary and Emerging Diseases Juni 2020)
https://www.researchgate.net/publication/342174242_Pitfalls_in_SARS-CoV-2_PCR_diagnostics

[22] Zeitung – Probleme in Labor brin­gen fal­sche Corona-Testergebnisse (Reuters 28.10.2020)
https://de.reuters.com/article/virus-deutschland-tests-idDEKBN27D0MY

55 Antworten auf „Die Evolution des „Drosten-Tests“ zur Ein-Gen-PCR“

  1. Danke für die­se aus­führ­li­che Zusammenstellung. Mir fällt mal wie­der die Kinnlade herunter …
    Wie kann es sein, dass immer noch so vie­le Menschen Anhänger der „Corona-Kirche“ sind?
    Wer nichts weiß, muss glauben.

  2. Schönes neu­es Jahr und Chapeau für die wirk­lich erhel­len­de Arbeit! Wir dür­fen gespannt sein, wann Eurosurveillance auf den Report von Borger et al. ant­wor­tet. Gut Ding will Weile haben.
    Steht denn eigent­lich in einem posi­ti­ven Testergebnis, wel­ches Verfahren genau das Labor ange­wen­det hat?

    1. Mir liegt ein Testergebnis von jeman­dem vor. Ist vom Dezember.
      Dort steht sowohl auf wel­che Gene getes­tet wur­de, als auch der CT-Wert.
      Im vor­lie­gen­den Fall wur­de auf N und E‑Gen getes­tet mit CT-Wert 35.
      Immerhin auf zwei Gene, aller­dings mit je 35 Zyklen.

      Ob das bei uns in der Gegend Standard ist, weiß ich nicht. Das aus­wer­ten­de Labor liegt eini­ge hun­dert Kilometer ent­fernt vom Wohnort des Getesteten.

      Und ja, auf dem ein­sei­ti­gen Testbericht des Labors steht auch drauf, wel­ches Testkit ver­wen­det wurde.

    2. Nein. Bzw. das genaue Testergebnis ver­bleibt offen­bar beim Labor. Beim Gesundheitsamt kommt nur an dass der Test posi­tiv, oder eben nega­tiv, aus­ge­fal­len ist. Unlängst wur­de hier ein Originalbericht eines Labor veröffentlicht:
      – Hersteller des Tests
      – E‑Gen
      – Zyklenzahl 36
      Positiv
      Das heißt die Details kennt, was die Öffentlichkeit angeht, nie­mand. Ob ande­re Coronaviren gefun­den wor­den ist auch nicht klar. Der Test ist ja nicht vali­diert, nur „vali­diert“ und eine sys­te­ma­ti­sche Studie dar­über wel­che Coronaviren in Deutschland ver­brei­tet sind gibt es nach mei­nem Wissen nicht. Das hier Beschriebene war schon im Mai bekannt und wird bis heu­te von Zeugen Coronas hef­tigst bestritten.
      Mit ande­ren Worten: durch die Erhöhung der Zahl der Tests kann das RKI jeder­zeit die poli­tisch benö­tig­ten Zahlen „her­stel­len“ lassen.
      Ein ein­fa­cher Zug wäre Tests nur auf das E‑Gen ein­fach zurück­zu­wei­sen. Geht aber nicht. Die Reichweite haben wir nicht. Damit käme man nicht durch. Zweifel am Pfusch laut­stark und über­all zu säen ist die ein­zi­ge Möglichkeit die bleibt.

  3. Grandioser Artikel! Da stellt sich für mich als Laie die nai­ve Frage: Schließt die Nicht-Spezifität des E‑Gens mög­li­cher­wei­se auch Influenza-Fragmente ein?

    1. E‑Gen heißt ganz ein­fach du hast irgendein
      Corona Virus.
      Kann auch ein Schnupfen sein.
      Von Mai 2019
      https://virologyj.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12985-019‑1182‑0

      Das erklärt auch die unglaub­li­che Variabilität der Verläufe von nix mit posi­ti­vem Test zu Lungenentzündung mit posi­ti­vem Test.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Coronaviridae
      "Beim Menschen sind sie­ben Arten von Coronaviren als Erreger von leich­ten respi­ra­to­ri­schen Infektionen (Erkältung / Grippaler Infekt) bis hin zum sog. Schweren aku­ten Atemwegssyndrom (SARS, Severe acu­te respi­ra­to­ry syn­dro­me) von Bedeutung. "

      Von 2006
      https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16820226/
      "The SARS-CoV geno­me is near­ly 30 kb in length and con­tains 14 poten­ti­al open rea­ding frames (ORFs). Some of the­se ORFs encode for genes that are homo­lo­gous to pro­te­ins found in all known coro­na­vi­ru­ses, name­ly the repli­ca­se genes (ORFs 1a and 1b) and the four struc­tu­ral pro­te­ins: nucleo­cap­sid, spike, mem­bra­ne and enve­lo­pe, and the­se pro­te­ins are expec­ted to be essen­ti­al for the repli­ca­ti­on of the virus. The remai­ning eight ORFs encodes for acces­so­ry pro­te­ins, vary­ing in length from 39 to 274 ami­no acids, which are uni­que to SARS-CoV. "
      Übersetzung: Die vier struk­tu­rel­len Proteine N, S, M und E ent­spre­chen Proteinen, die in allen Coronaviren vor­han­den sind.
      Das heißt, auch bei Tests auf N und E heißt das posi­ti­ve Ergebnis ein­fach: irgend­ein Coronavirus.

      Ja, es ist offen­sicht­li­cher Betrug. Nur: Wenn ich das so mal eben mit Google her­aus­fin­de, dann wis­sen das sehr vie­le Leute. Mindestens jedes Labor, das nur auf das E‑Gen tes­tet. Eigentlich jedes Gesundheitsamt. Und das Robert-Koch-Institut. Das heißt, da neh­men sich ganz vie­le Leute aus der Schusslinie.

    1. @Markus: Diese Statistik besagt, wie­vie­le Menschen auf Intensivbetten lie­gen, die posi­tiv getes­tet wur­den, nicht wor­an sie lei­den. Gut 20% der Intensivbetten sind mit "Covid-19"-PatientInnen belegt. Was sagt das alles über die Qualität des PCR-Tests aus? Gar nichts.

      1. @aa
        Auf einer Intensivstation hat man genau im Blick, wor­an die Patienten lei­den. Das machen die Ärzte nicht nur am PCR-Test fest. Die gucken natür­lich auch, ob die Symptome zu Covid19 passen.

          1. @Markaus Du soll­test dich mal mit dem Moerser Modell von Dr. Voshaar aus­ein­an­der­set­zen. Statt der Todesrate bei min­des­tens 50% der Intubierten hat sei­ne Behandlungsmethode eine Todesrate von 5,5%. Selbst Spahn weiß davon, da er in Moers war. Und die­se Behandlungsmethode ist kei­ne, die auf der Intensivstation statt­fin­det. Hier wer­den nicht wie bei der Intubation 5 Pflegekraefte pro Patient benoe­tigt. Ich fra­ge mich wirk­lich, war­um die Standardtherapie immer noch Intubation heißt, nach all­dem, was man bis­her an Erfahrung haet­te sam­meln sol­len. Wenn man Boeses denkt, dann sieht es nach geziel­tem Todintubieren und aus oben genann­ten Gruenden nach pro­vi­zier­tem Fachkraeftemangel aus. Ich moech­te aber nicht Boeses den­ken. Außerdem gibt es viel­ver­spre­chen­de Therapien mit Medikamenten. Habe nun auch schon von ver­schie­de­nen Personen, die im kli­ni­schen Bereich tae­tig sind, geho­ert, dass Intubieren ab einer Sauerstoffsaettigung von 90% zu frueh ist. Das wird bei Menschen mit posi­ti­ven PCR Test jedoch laut the­ra­peu­ti­scher Richtlinie so gemacht. Warum?

    2. Doch, in die­ser Situation sind die Pfusch-PCR-Tests ein Riesenproblem. Man weiß eben nicht ob es ech­te CoV-2-Infektionen sind wenn nur das E‑Gen getes­tet wird. Bei einerZyklenzahl von 36 ist das Ergebnis eh wert­los resp. muss 2 Tage spä­ter wie­der­holt wer­den um ver­wend­bar zu sein.
      Wenn 30% der Tests falsch-posi­tiv sind dann sind schon mal 30% der Leute unnö­tig im Krankenhaus. Und bei den ande­ren ist ein Unterschied ob die bei 12 Zyklen posi­tiv sind oder bei 22. Für die Diagnose und für die Behandlung.
      Das, was für die poli­ti­sche Steuerung so char­mant ist, beschä­digt die medi­zi­ni­sche Bearbeitung der Problemfälle massiv.
      Bei einer Nicht-CoV-2-Erkältung haben die Leute ohne­hin erst mal nichts im Krankenhaus verloren.

        1. Markus, wie­so ver­plem­pern Sie hier eigent­lich ihre Zeit. Man hat Ihnen doch schon ein sehr lukra­ti­ves Angebot gemacht, soll­ten Sie tat­säch­lich Sars Cov 2 nach­wei­sen kön­nen. Na gut, 80.000 Euro sind für Sie viel­leicht nicht viel, aber Sie könn­ten es ja spenden..z.B an die der­zeit völ­lig ver­ges­se­nen und ver­hun­gern­den Menschen in der drit­ten Welt!

        2. @Markus
          Gunnar Jeschke kommt zu dem Schluss, dass Ihre Aussage, die Belegung FOLGE den Testzahlen, nicht kor­rekt ist.
          1. Für Deutschland bleibt die Belegung übers Jahr sta­bil, ledig­lich ersetzt Corona anschei­nend frü­he­re Diagnosen. Woher wis­sen die frü­he­ren Krankheiten, das sie nun für Covid Platz machen müssen?
          https://www.freitag.de/autoren/gunnar-jeschke/magischer-abfall-von-nicht-covid-erkrankungen‑1
          2. Für die Schweiz stellt er den erstaun­li­chen Umstand fest, dass der Anstieg gleich­zei­tig mit den Positivtests erfolgt, also ohne Zeitverzögerung. Was auch immer der Grund ist, es zeigt, dass die Tests kei­ne Prognose für den Bettenbedarf ermöglichen.
          https://www.freitag.de/autoren/gunnar-jeschke/zeitdauer-zwischen-test-und-hospitalisierung

          Haben Sie für bei­des eine Erklärung?

        3. @Markus
          „Wegen einem posi­ti­ven PCR-Test allein kommt man nicht ins Krankenhaus und erst recht nicht auf die Intensivstation.“
          Natürlich nicht. Aber wenn einer posi­tiv getes­tet ist und bei Nichtvorliegen die­ser nöti­gen Details dazu steht ein Mensch mehr unnö­tig irgend­wo auf dem Gang. Vom sinn­los ver­geu­de­ten Nervenschmalz abge­se­hen. Und von der veschwen­de­ten Zeit irgend­ei­nes Arztes abge­se­hen. Wie soll der die Diagnose stel­len ohne die­se Einzelheiten zu ken­nen? – Das ist ein ver­dammt hoher Preis den wir alle für die­se absicht­lich ein­ge­rich­te­te poli­tisch gewünsch­te Intransparenz zah­len müssen.

    3. Ach Markus D.rosten wie­der hier. Schauen Sie sich mal das Video von Paul Schreyer auf YouTube an..SIE wer­den ver­lie­ren Markus oder doch Christian oder Klausi?

      1. Ganz ein­fach: Zuerst wird mal ein SARS-COV2 PCR-Test gemacht(möglichst dann ein E‑Gen Test)
        Dann sind sie ein COVID-19 Fall. Diagnose für den Arzt abge­schlos­sen. Keiner schaut sie mehr genau an. Sie sind ja jetzt hoch­ge­fähr­lich und infek­ti­ös!. Der Arzt hat Angst vor ihnen! Auf Influenza tes­tet dann kei­ner mehr!

  4. "Humanitäre Gründe" – das ist ver­rä­te­risch. Der Kosovokrieg, der ers­te Angriffskrieg von Deutschland nach dem zwei­ten Weltkrieg, wur­de auch mit der Verhinderung einer huma­ni­tä­ren Katastrophe begründet.

  5. Herzlichen Dank an Illa für einen wei­te­ren, wich­ti­gen Beitrag zur Corona-Chronologie! 

    Es freut mich, dass in dem Kontext auch mal
    George Gao erwähnt wird, der wohl kei­ne ganz unbe­deu­ten­de Rolle bei dem Ganzen spielt.

    Deshalb möch­te ich bei die­ser Gelegenheit kurz ergän­zend dar­auf hin­wei­sen, dass er nicht nur einer der Senior-Autoren der (mei­nes Wissens) ers­ten wis­sen­schaft­li­chen Publikation zu "Sars-CoV‑2" ist (https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa2001017), son­dern gleich­zei­tig über­all auf der Welt extrem gut ver­netzt zu sein scheint, wie man die­ser Kurzbiografie ent­neh­men kann: https://www.ias.cityu.edu.hk/en/profile/id=43 .

    Auch er hat an Event 201 teil­ge­nom­men und auch bei ihm ist es wohl nicht ganz so leicht die Dissertation ein­zu­se­hen – wobei die­se Annahme bloß dar­auf basiert, dass sei­ne Doktorarbeit (bis­lang konn­te ich nur ein ein­zi­ges Exemplar finden)
    sich zwar offi­zi­ell in der Radcliffe Science Library (in Oxford) befin­det, aber archi­viert ("clo­sed stack") ist
    und nicht auf dem Bibliotheksgelände ("stored off­si­te") auf­be­wahrt wird. 

    (Siehe hier: http://solo.bodleian.ox.ac.uk/primo-explore/fulldisplay?docid=oxfaleph015438678&context=L&vid=SOLO&lang=en_US&search_scope=LSCOP_ALL&adaptor=Local%20Search%20Engine&tab=local&query=any,contains,George%20Gao&facet=searchcreationdate,include,1600%7C,%7C1996&offset=0)

  6. @ Markus: Fehlanreiz für die "Umetikettierung" von Grippe- Intensivpatienten in Covid19- Patienten:
    100€ pro Tag +Patient *Mehreinnahmen* für die Klinik!

    Mit allen Mitteln will man ver­hin­dern, dass die Wahrheit doch noch raus­kommt! Sonst wür­de das gan­ze Kartenhaus zusam­men­kra­chen. Die Covidioten wür­den am Ende recht behal­ten; das wäre die bla­ma­ble Katastrophe und das Ende der Regierung!
    Darum wur­de erst gar nicht erwo­gen, eine reprä­sen­ta­ti­ve Studie zu beauf­tra­gen ( – wie es Streek und wei­te­re Wissenschaftler for­der­ten) oder Studienergebnisse aus ande­ren Ländern ein­flie­ßen zu lassen.
    Statt Bemühungen um mehr Evidenz schießt man lie­ber mit immer noch grö­ße­ren Kanonen (Lockdowns) auf Spatzen. Sogar die WHO warnt jetzt vor wei­te­ren Lockdowns, da die gesund­heit­li­chen und wirt­schaft­li­chen Kollateralschäden grö­ßer zu wer­den dro­hen, als die Schäden durch das Virus selbst!
    Dessen unge­rührt dif­fa­miert und zen­siert man unent­wegt sei­ne Kritiker und zau­bert wei­te­re kumu­la­ti­ve und abso­lu­te Panikzahlen als "Totschlag-Argumente" aus dem Hut.

  7. »Die Geschäftsführerin des Augsburger MVZ-Labors erklär­te die Fehler mit der Knappheit an Reagenzien. Das Labor habe wegen des Lieferausfalls eines Herstellers auf ein ande­res Nachweismittel zurück­grei­fen müs­sen, das offen­bar nicht kom­pa­ti­bel gewe­sen sei.«
    Ich fin­de, das soll­te jemand der sich aus­kennt zumin­dest mal auf Notlüge über­prü­fen. Klingt irgend­wie verdächtig …

  8. Danke, Illa!
    Es macht mich betrof­fen und traurig.
    Die betei­lig­ten Personen kom­pro­mit­tie­ren die Wissenschaft und ver­höh­nen die flei­ßi­gen, ehr­li­chen deut­schen BürgerInnen und ihr Lebenswerk.
    Welcher ehr­li­che Mediziner an expo­nier­ter Stelle sagt nun öffent­lich, dass die Testerei schief­ge­lau­fen ist?

  9. Aus: Biovis SARS-CoV‑2 / COVID-19 Teil 3:
    In den letz­ten Monaten kam es immer wie­der zu Berichten, die Zweifel an der Spezifität der SARS-CoV-2-PCR auf­kom­men lie­ßen . Es wur­den Personen posi­tiv auf das Virus getes­tet, ohne dass Symptome vor­la­gen. Durch ört­li­che Gesundheitsämter ange­reg­te Nachtestungen erga­ben einen nega­ti­ven Befund. Wie kam die­se Diskrepanz zustan­de? Viele Labore set­zen zum Nachweis von SARS-CoV‑2 PCR-Verfahren ein, die nur das E‑Gen des Virus erken­nen. Diese Tests sind kos­ten­güns­tig und zeich­nen sich durch eine hohe Sensitivität aus. Da das E‑Gen, wel­ches ledig­lich die Virushülle codiert, aber nicht spe­zi­fisch für SARS-CoV‑2 ist, son­dern auch ande­re Coronaviren (Sarbecoviren) erkennt , wur­den frü­her E‑Gen-posi­ti­ve Proben mit einer 2. PCR unter­sucht, um sicher­zu­stel­len, dass es sich wirk­lich um SARS-CoV‑2 han­delt. Gesucht wur­de in der Bestätigungs-PCR nach spe­zi­fi­schen Genen, wie dem RdRPGen, dem S‑Gen oder dem ORF1-Gen. Als auf Empfehlung der WHO für ende­mi­sche Gebiete die Bestätigungstests ein­ge­stellt wur­den, erfolg­te ab April 2020 in vie­len klei­ne­ren Laboren ein PCR-Nachweis von SARS-CoV‑2 nur noch über das E‑Gen.…

    Bei PCR-Tests ist es nicht nur wich­tig zu wis­sen, ob SARS-CoV‑2 nach­ge­wie­sen wer­den konn­te oder nicht, es ist auch wich­tig zu erfah­ren, wie vie­le Viren gefun­den wur­den. Aufschluss dar­über gibt der soge­nann­te CT-Wert, die Zahl an Amplifikationszyklen, die erfor­der­lich ist, um das Virus nach­weis­bar zu machen. Bei Patienten mit einer sehr hohen Viruslast fin­den sich CT-Werte unter 20. Mittlere CT-Werte von 25 las­sen auf das Vorhandensein von etwa 100.000 Viren/ml schlie­ßen. Bei CT-Werten von 30 sind es gera­de ein­mal 100. Liegen die CT-Werte über 33 oder 34 sind es weni­ger als 20 Viren/ml. Eine Anzucht der Erreger gelingt in die­sen Fällen kaum noch. Aufgrund der gerin­gen Viruslast, sind die Patienten daher nicht mehr infektiös…

    Das PCR-Verfahren ist ein sehr sen­si­ti­ves und wert­vol­les Instrument zum Nachweis von SARS-CoV‑2, aller­dings nur dann, wenn die oben genann­ten Kriterien tat­säch­lich Berücksichtigung fin­den. Im Herbst beginnt die Grippesaison aufs Neue und damit die Zeit der respi­ra­to­ri­schen Erreger, wie u. a. Influenza- und Corona-Viren . Millionen Menschen wer­den grip­pa­le Symptome zei­gen, vie­le von Ihnen wer­den sich auf SARS-CoV‑2 unter­su­chen las­sen aus Angst an COVID-19 zu erkran­ken. Alleine um die Angst nicht wei­ter zu schü­ren, erscheint es sinn­voll bei auf­tre­ten­den Symptomen im Abstrich nicht nur nach SARS-CoV‑2, son­dern gleich­zei­tig nach ande­ren häu­fi­gen „Grippeviren“ zu suchen. In eher sel­te­nen Fällen wird die Ursache SARS-CoV‑2 sein.

  10. Vielen Dank für die uner­müd­li­che Berichterstattung aller Beteiligten. Ich hof­fe, die­ser Albtraum hat bald ein Ende…
    Gibt es irgend­wo Infos, was aus der Stellungnahme der 22 Wissenschaftler und der Eurosurveillance gewor­den ist? Meine letz­te Info ist, dass noch­mals geprüft wird und man bis zu einem abschlie­ßen­den Ergebnis von Kritik abse­hen soll.

  11. @Alle
    Seit Anfang Mai ver­su­che ich Folgendes her­aus­zu­fin­den: die Standard-Entschuldigung der Drosten-Leute und ihrer unzäh­li­gen bezahl­ten und unbe­zahl­ten Internet-Trolle für die aus­schließ­li­che Verwendung des E‑Gens ist immer: das käme sonst nur bei sol­chen Corona-Viren vor die nicht den Menschen infi­zie­ren könn­ten. Wenn die Darstellungen stim­men ist der Drosten-Test aber nur in höchs­ter Eile bei 297 Patienten der Charite zwecks Validierung on the fly ver­wen­det wor­den. Für einen eili­gen ambu­lan­ten Anfang kann man viel­leicht damit leben.
    Weiß jemand ob irgend­je­mand unab­hän­gig von den gut ver­netz­ten Drosten-Leuten mal eine Untersuchung über das Vorkommen die­ses E‑Gens gemacht hat?
    (Ich fra­ge hier weil CoV‑2 nicht mein Beruf ist)

      1. @gelegentlich
        vom 1.Dezember 2019
        https://www.springermedizin.de/coronavirus-envelope-protein-current-knowledge/16753072
        "Coronaviruses (CoVs) pri­ma­ri­ly cau­se enzoo­tic infec­tions in birds and mam­mals but, in the last few deca­des, have shown to be capa­ble of infec­ting humans as well. The out­break of seve­re acu­te respi­ra­to­ry syn­dro­me (SARS) in 2003 and, more recent­ly, Middle-East respi­ra­to­ry syn­dro­me (MERS) has demons­tra­ted the letha­li­ty of CoVs when they cross the spe­ci­es bar­ri­er and infect humans. A rene­wed inte­rest in coro­na­vi­ral rese­arch has led to the dis­co­very of several novel human CoVs and sin­ce then much pro­gress has been made in under­stan­ding the CoV life cycle. The CoV enve­lo­pe (E) pro­te­in is a small, inte­gral mem­bra­ne pro­te­in invol­ved in several aspects of the virus’ life cycle, such as assem­bly, bud­ding, enve­lo­pe for­ma­ti­on, and patho­ge­ne­sis. Recent stu­dies have expan­ded on its struc­tu­ral motifs and topo­lo­gy, its func­tions as an ion-chan­nel­ling viro­po­rin, and its inter­ac­tions with both other CoV pro­te­ins and host cell proteins."
        Übersetzung:
        1. Corona-Viren kom­men vor allem bei Tieren vor, es hat sich aber in den letz­ten Jahrzehnten erwie­sen, dass sie auch Menschen infizieren.
        2. Erneutes Interesse an Corona-Viren hat kürzlich
        meh­re­re neue Arten entdeckt
        3. Das E‑Protein ist in meh­re­ren Aspekten des Lebenszyklus von Coronaviren involviert
        "Data shows that E is invol­ved in cri­ti­cal aspects of the viral life cycle and that CoVs lacking E make pro­mi­sing vac­ci­ne candidates. "
        Übersetzung: E ist invol­viert in kri­ti­schen Aspekten des vira­len Lebenszyklus und Corona-Viren ohne E‑protein sind viel­ver­spre­chen­de Impfkandidaten

      2. Herzlichen Dank! Und sie­he da:
        „ Kritisch ist das Primer-Set für das E‑Gen, das kei­nen ein­zi­gen Mismatch auf­weist.“ Der Satz bezieht sich auf den Drosten-Test. Bevor ich jetzt „Blattschuss!“ rufe wäre es hübsch wenn @Illa da mal drauf gucken könn­te. – Wo das E‑Gen aber bei Corona-Viren vor­kommt weiß man damit immer noch nicht.
        Meine Jägernase sagt mir dass man mit Absicht, nicht aus Zeitnot, einen mög­lichst fle­xi­bel aus­deut­ba­ren Test machen woll­te des­sen Ergebnis man, solan­ge man die Kommunikation mono­po­li­sie­ren kann wie das ja tat­säch­lich der Fall ist, zum tages­ak­tu­el­len poli­ti­schen Finetuning ver­wen­den kann. Das ist aber bis­her nur eine Vermutung. – Nach dem Motto: wenn ich höhe­re Zahlen brau­che ein­fach mehr tes­ten! Wie man das ja auch gemacht hat­te. Sozusagen ein „Halb-Fake“ mit Performanzkontrolle.
        Wie man, hier wirk­lich OT, beim Aufspüren von Fakes der Medien auch vor­ge­hen kann habe ich hier gezeigt. Zu mei­ner Überraschung: Trump war ober­fläch­lich und „doof“, aber er hat nicht gelogen.

        1. @gelegentlich
          Dafür müs­sen Sie ver­mut­lich die CormanDrosten Veröffentlichung auf EuroSurveillance selbst scree­nen, so lan­ge sie dort noch ist.
          Interessant fand ich hin­ge­gen die­se Aussagen zur treff­si­che­ren Ermittlung einer infek­tiö­sen "Infektion" – dar­an erkennt man das eigent­li­che Problem noch besser.
          "Zusammenfassend waren die Proben nur bis zu einer bestimm­ten Viruskonzentration (Ct-Wert <24) und höchs­tens bis zu sie­ben Tage nach Symptombeginn infek­ti­ös. Diese Informationen kön­nen über das PCR-Ergebnis der Patienten hin­aus her­an­ge­zo­gen wer­den, wenn es dar­um geht, kli­ni­sche oder öffent­li­che gesund­heits­po­li­ti­sche Entscheidungen zur Transmissionskontrolle zu treffen."
          https://dgn.org/neuronews/journal_club/vorhersage-der-infektiositaet-von-sars-cov-2-bei-positiver-pcr/

        2. Ja, je weni­ger Mismatches, des­to mehr Kreuzreaktionen sind mög­lich (genaue­res weiß ich auch nicht) und der "Drosten-Test" ist ins­ge­samt auf die Generierung von Positiven aus­ge­legt. Ich glau­be auch, dass das aus Absicht geschieht, das sind zu vie­le Einzelpunke, die alle in die­sel­be Richtung wei­sen. Einer mei­ner Gedanken dabei ist, dass es nicht wie­der die­sel­ben Probleme geben soll­te wie bei SARS 2003, als wegen auf­fal­lend weni­ger test­po­si­ti­ver Kranker sogar das Virus als Ursache öffent­lich bezwei­felt wur­de. Andere Gedanken gehen in die Richtung, die Sie beschrei­ben, es gibt eini­ge Profiteure in Wirtschaft (u.a. wie soll­te man sonst eine sol­che Umverteilung schaf­fen?) und Politik (u.a. wie wür­de man uns sonst so gefü­gig bekommen?).

  12. Warum auch immer. Hr. Land ist offen­sicht­lich in sei­ner Haut dann doch nicht mehr ganz wohl und sagt doch glatt vor Weinhachten,, die PCR-Test hät­ten eben eine fals-posi­ti­ve-Rate von 50%. Uppsala, haben sich die bei­den nun zer­strit­ten, nach­dem der eine eine Abmahnung im Dez. bekom­men hat? Die nun ans Gericht gehen wird, weil er den gefor­der­ten Schadenersatz nicht bereit ist zu zah­len? Hoopla, das brö­ckelt schon an vie­len Stellen. https://www.nordkurier.de/politik-und-wirtschaft/die-haelfte-aller-corona-positiven-ist-nicht-ansteckend-2241827212.html

    1. @Aluhut-Brigitte
      Ich habe mir das Video ange­se­hen. Dort wird – neben den mitt­ler­wei­le bekann­ten 45 Zyklen, die die "Diagnose" in den Bereich des Kaffeesatzlesens ver­schie­ben, vor allem auf die lau­si­ge Qualität der Primer beim Drosten-Test ein­ge­gan­gen ‑und wes­halb sie "lau­sig" sind – ca. ab: Min 23. Das als Empfehlung für Leute mit ent­spre­chen­dem Background, sich Ihr ver­link­tes Video anzusehen.
      Storz&gelegentlich dürf­ten es noch bes­ser ver­ste­hen als ich, der es nur in den wesent­li­chen Grundzügen nach­voll­zie­hen, nicht aber aus eige­nen Kenntnissen beur­tei­len kann.

  13. Eines ver­ste­he ich nicht:

    in dem "Amplikon" ("50–150 Nukleotide") kann doch ste­hen, was will. Tatsächlich über­prüft wird doch nur der Teilstrang, der zu den Primern passt: also zwei­mal 18–24 Nukleotide, also 36–48 Nukleotide. Fassen wir das mal als zwei Wörter auf, so prüft man in einem Konglomerat von Milliarden Wörtern (der Probe) das Vorhandensein von zwei "Wörtern" (Nukleoid-Sequenz) in einem "Satz" (Genbruchstück).

    Also ein 48-Nukleotid-Wort in einer wil­den Mischung von Milliarden "Wörtern" von Millione oder sogar Milliarden Sätzen (in der Probe sind ja von Zellbestandteilen ver­schie­dens­ter Zellarten über Bakterien, Peptiden, Mizellen, Organellen, Viren alles vor­han­den und zwar in auf­ge­bro­che­ner Form (die Probe wird ja wohl vor­her aufgeschlossen).

    Also ers­tens mal kön­nen doch die­se zwei kur­zen Wörter ein­fach zufäl­lig vor­kom­men (wie die Affen auf den Schreibmaschienen auch zufäl­lig rich­ti­ge Worte tip­pen) und was das Amplikon eigetn­lich für einen Sinn haben soll, ist mir jetzt erst ein­mal völ­lig schlei­er­haft. Außer, dass man es viel­leicht als "pure Masse" braucht weil die Primer für die Vervielfältigung "zu leicht" sind.

    Tatsache ist doch wohl: das Amplikon muss über­haupt nicht mit der zu tes­ten­den Gensequenz über­ein­stim­men – nur die Primer-Sequenzen müs­sen übereinstimmen.

    ver­ste­he ich das falsch?

    1. und noch wei­ter: es wird gesagt, dass das Amplikon 50–150 Nukleotide lang sei. Das kann aber nur für das gesuch­te Gen aus­ge­sagt wer­den. Bei den "gefun­de­nen Gen" ist aber nur eiens gewiss: es kön­nen die zwei Primer ando­cken. In wel­chem Abstand liegt aber durch nichts fest.

      Beispiel: die zwei Worte "Rheimdampfschiffkapitän" und "Broterwerbsmethode" wer­den sicher­lich in nicht ganz vie­len, aber doch eini­gen Texten vor­kom­men (nicht auf das Internet beschränkt). Beide Worte wer­den auch zusam­men bei­de in ein­zel­nen Texten vor­kom­men. Einer davon ist die­ser Text hier.

      Hier kom­men sie im Abstand von 1 Wort bzw. 3 Buchstaben und zwei Leerzeichen vor.

      Wenn man nun nach der PCR-Methode Texte auf das Vorkommen die­ser Worte ("Primer") prüft, sehe ich nicht, wie man gleich­zei­tig auch auf den Abstand zwi­schen die­sen bei­den Worten prü­fen wür­de: es wird immer die Sequenz "Primer + Amplikon" ver­viel­fäl­tigt, egal was das Amplikon ist, wie lan­ge es ist, wie vie­le Buchstaben es hat, und wel­che Buchstaben es hat. Falsch?

      Mir geht es ganz ein­fach dabei um die Frage, wel­cher Anteil des gesuch­ten Genoms wirk­lich geprüft wird. Und ich mei­ne: nur genau die Teile, die mit den bei­den Primern iden­tisch sind. Mehr nicht.

      Und das ist nun mal nicht viel maxi­mal 48 Nukleotide von 30.000?

      In wie­vie­len ande­ren Gensequenzen wer­den auch die­se 48 Nukleotide in der rich­ti­gen Reihenfolge vor­kom­men? (Und es gibt auch Gensequenzen mit deut­lich mehr als 30.000 Nukleotiden!)

      1. Das ver­ste­he ich auch so und dafür wäre eine Sequenzierung des Amplikons wich­tig, was mach­bar ist und Drosten für wis­sen­schaft­li­che Veröffentlichungen auch für not­wen­dig hält (Zitat am Schluß). Dann könn­te man sehen, ob nicht nur die Primer, son­dern auch das Amplikon zum gesuch­ten Virus paßt – oder eben nicht.

        Auch als Größe des Amplikons wird das ange­ge­ben, was man sucht. Ob man das gefun­den hat, könn­te über­prüft wer­den. Aber da sich ja alle so sicher sind mit SARS-CoV‑2 …

        Bei der Probenahme kommt ja ein Gemisch mensch­li­cher, bak­te­ri­el­ler, evtl. myko­ti­scher und vira­ler DNA und RNA zusam­men. Dann wird die DNA ent­fernt, laut einem Hersteller von PCR-Reagenzien ist Vollständigkeit aber "wahr­schein­lich unmög­lich". Dann wird die RNA in DNA umge­schrie­ben, um die PCR durch­füh­ren zu können.
        Die PCR-Probe wird immer noch ein Sammelsurium mensch­li­cher, bak­te­ri­el­ler, evtl. myko­ti­scher und vira­ler DNA und RNA ent­hal­ten und da bei der PCR eine win­zi­ge Menge für eine Reaktion aus­reicht, muß es kei­ne gro­ße Verunreinigung sein.

        Da gibt es wohl so dies und das, wozu die Primer pas­sen könn­ten und was dazwi­schen pas­siert, weiß man nicht, solan­ge man es nicht prüft.

        Insgesamt soll­te man aber die Labore nicht ver­ges­sen: Kreuzkontamination zwi­schen Proben, Kontamination von Laborgeräten, Übertragungskontamination von Amplikons und Primern aus vor­he­ri­gen PCRs … Unter die­sen extre­men Bedingungen sind Fehler dort unvermeidlich.

  14. "Wenn die­se erkann­ten Gene sich über das gesam­te Virusgenom ver­tei­len, geht man von einem kom­plet­ten Virus aus, das die Voraussetzung für Aktivität ist."

    Diese Annahme ist doch erkenn­bar falsch: ein Virus ist mehr als nur sein Genom. Ohne Virushülle zB ist das nix.

  15. @Albrecht Storz
    „Also ein 48-Nukleotid-Wort in einer wil­den Mischung von Milliarden "Wörtern" von Millione oder sogar Milliarden Sätze.."
    Ja. Nehmen wir an in CoV‑2 sei die Phrase „AlbrechtxStorzx“ ent­hal­ten, und nur in CoV‑2, nicht in Corona-sonst­was. Da zuwe­ni­ge Genabschnitte in der Probe sind müs­sen die erst ver­mehrt, ampli­fi­iert wer­den. Sonst gibt es nicht die erkenn­ba­re Farbreaktion wenn die Suchmaschine „„AlbrechtxStorzx“ gefun­den hat.
    Falls aber die Phrase „AlbrechtxStorzx“ auch bei ande­ren Corona-Viren vor­kä­me wür­de der Test als CoV-2-Nachweis nichts tau­gen. Oder falls nur auf die Phrasen „Albrecht“ und/oder „Storz“ eine Farbreaktion sich ergäbe.
    @Ingrid
    Was Landt hier meint ist das Problem der nicht kom­mu­ni­zier­ten Zyklenzahl. Das Problem ob die­ser wirk­lich nur CoV‑2 anzeigt ist ein ande­res. Dafür müß­te man wirk­lich sys­te­ma­tisch die Verbreitung des E‑Gens unter­sucht haben.

    1. An der Stelle habe ich ein­deu­tig zu flapp­sig for­mu­liert: natür­lich wird auf zwei Wörter getes­tet – aber eben nicht auf das, was dazwi­schen steht.

      Hier im Zusammenhang macht das einen Unterschied von 50–150 Buchstaben aus, also Prüfung auf maxi­mal 48 statt auf maxi­mal fast 200 "Buchstaben".

  16. "Ein Ergebnis ist posi­tiv, wenn min­des­tens eine der bei­den Zielsequenzen des SARS-CoV‑2 im Abstrichmaterial nach­ge­wie­sen wurde."

    Das ist ein völ­lig dra­ma­ti­scher Schirtt:

    aus der UND-Bedinung mache eine ODER-Bedingung. Es ist doch offen­sicht­lich, dass damit die Zahl der "Fälle" sich ver­viel­fa­chen muss.

    Ich ärge­re mich ja viel weni­ger öfter wenn ich sage "Ich ärge­re mich, wenn es reg­net UND es kalt ist" wie wenn ich sage "Ich ärge­re mich wenn es reg­net ODER wenn es kalt ist".

  17. Eine äußerst wert­vol­le Analyse nach mei­nem Ermessen die auf der Arbeit von Illa hier aufbaut: 

    https://www.achgut.com/artikel/professor_drostens_in_der_pcr_test_zwickmuehle

    Etwas irri­tie­rend zum Autor: “Thomas Maul gilt eini­ger Polemiken wegen als „umstrit­te­ner Autor“ (Die Welt, Taz) bzw. „way­ward colum­nist“ (Haaretz). Er selbst beruft sich in sei­nen Büchern, Essays und Glossen auf eine Ideologiekritik in der Tradition von Karl Marx, Friedrich Nietzsche, Oscar Wilde, Sigmund Freud und Theodor Adorno. Maul war (seit 2007) Autor und (zwi­schen Juli 2012 und März 2020) Redakteur der Zeitschrift Bahamas. Seit Januar 2019 erschei­nen Gastbeiträge auf der Achse des Guten.”

    Also tum­mel­te sich ehe­dem im “Antideutschen-Millieu”? Und weist kei­ne aus­ge­spro­che­ne Fachkompetenz auf (muss er aber auch nicht not­wen­dig, um einen guten Artikel zu schreiben).

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