Praxis wird "von Patienten mit Impfnebenwirkungen geradezu überrannt"

Unter dem Titel »Covid-19 und Impf­ne­ben­wir­kun­gen: „Eine Impf­pflicht wür­de das Tor zum Miss­brauch weit öff­nen“« ist am 31.3. auf ber​li​ner​-zei​tung​.de zu lesen:

»Herr Dr. Freis­le­ben, seit wann kom­men Pati­en­ten mit schwe­ren Impf­ne­ben­wir­kun­gen zu Ihnen?

Ich habe selbst erst ler­nen müs­sen, was die Impf­ne­ben­wir­kun­gen bei Covid sind. Schon im Mai 2021 ist ein 62-jäh­ri­ger Pati­ent an einer Sinus­ve­nen­throm­bo­se ver­stor­ben. Er war sonst bis auf Blut­hoch­druck kern­ge­sund. Sei­ne Frau hat­te ihn zu der Imp­fung gedrängt, was sie heu­te bit­ter bereut…

Nor­ma­ler­wei­se wer­den bei Auto­im­mun­pro­zes­sen im Kör­per bestimm­te Struk­tu­ren ange­grif­fen, das zeigt sich immer mit Ent­zün­dungs­zei­chen. Hier haben wir es aber mit einer ande­ren Form zu tun. Es sind Pro­zes­se, die wie Auto­im­mun­pro­zes­se ablau­fen, die ich aber an den Blut­wer­ten nicht erken­ne. Die Leu­te kom­men mit Sym­pto­men, die man in die­ser Kom­bi­na­ti­on nicht kennt. Sie haben Schwin­del, Haut­er­schei­nun­gen, Ste­chen in Gelen­ken und sind unheim­lich müde. Wenn ich dazu die übli­chen Blut­un­ter­su­chun­gen mache, fin­de ich nichts. Der Pati­ent geht zum Neu­ro­lo­gen, der misst die Ner­ven­leit­ge­schwin­dig­keit und fin­det auch nichts, genau­so wenig wie der HNO-Arzt. Die­se Men­schen sind wirk­lich ver­lo­ren, sie gehen vom einen Fach­arzt zum ande­ren und kei­ner kann ihnen hel­fen. Wenn sie dann das Wort Imp­fen oder Impf­ne­ben­wir­kun­gen auch nur erwäh­nen, wen­den sich vie­le Ärz­te von ihnen ab. Die Pati­en­ten erzäh­len fast alle die­sel­be Geschich­te: Ihnen wur­de gesagt, das sei psy­cho­so­ma­tisch oder sie soll­ten sich nicht so anstel­len oder sie wür­den sich das nur ein­bil­den. Davon habe ich inzwi­schen fast 100 Pati­en­ten unter­sucht, behan­delt und gemeldet…

War­um gibt es dann unter Medi­zi­nern kei­nen Auf­schrei und war­um wird dazu so wenig geforscht?

Es gibt eine star­ke Agen­da in Deutsch­land und auch welt­weit, die da heißt: Die Imp­fung ret­tet uns aus der Pan­de­mie. Alles, was die­se The­se rela­ti­viert, wird sofort in den Schat­ten gestellt. Es wird zwar zu Long Covid geforscht, aber damit zei­ge ich die Schwe­re der Erkran­kung und moti­vie­re die Leu­te zum Imp­fen. Bei Impf­ne­ben­wir­kun­gen könn­te ich die Men­schen in ihrer Bereit­schaft zur Imp­fung stut­zig machen, das wird von vorn­her­ein fast tabuisiert…

Über­steigt Ihrer Mei­nung nach die Zahl der Pati­en­ten mit Impf­ne­ben­wir­kun­gen inzwi­schen die von Pati­en­ten mit Long Covid?

Bei wei­tem. Ich habe acht Men­schen mit stär­ke­ren anhal­ten­den Long-Covid-Beschwer­den in Behand­lung. Wenn ich die Pati­en­ten, die extra wegen Impf­ne­ben­wir­kun­gen neu zu mir gekom­men sind, abzie­he, habe ich 40 Pati­en­ten aus mei­ner Stamm­kli­en­tel mit schwe­ren Impf­ne­ben­wir­kun­gen. Die sind nicht arbeits­fä­hig und haben Sym­pto­me, die ihr Leben mas­siv ein­schrän­ken. Wir haben in der Pra­xis 2500 Pati­en­ten, die etwa zur Hälf­te geimpft sind. Wenn ich das ins Ver­hält­nis set­ze, 40 zu etwa 1250, kom­me ich auf etwa drei Pro­zent mit schwe­ren Impfnebenwirkungen.

Aber Sie haben selbst geimpft?

Ich habe etwa 700 Älte­re geimpft, mei­ne jun­gen Pati­en­ten in der Regel nicht, weil ich bei ihnen vor­sich­tig war. Aber die haben ihre Bereit­schaft gezeigt, dem zu fol­gen, was die Regie­rung ger­ne wollte…

Wenn wir von drei Pro­zent mit schwe­ren Impf­ne­ben­wir­kun­gen aus­ge­hen, wären das über eine Mil­li­on Men­schen allein in Deutsch­land. Ich habe in 35 Jah­ren Tätig­keit als nie­der­ge­las­se­ner Arzt zuvor viel­leicht fünf oder sechs Neben­wir­kun­gen bei Impf­stof­fen gese­hen. Für die neu­ar­ti­gen Impf­stof­fe habe ich inzwi­schen 96 gezählt. Das steht in kei­nem Ver­hält­nis. Wir müs­sen uns klar­ma­chen, dass wir mit der mRNA-Impf­tech­nik ein völ­lig neu­es Prin­zip haben, das wir nicht ken­nen, das wir inner­halb eines Jah­res aus dem Boden gestampft haben und bei dem wir uns in einer Früh­pha­se der Prü­fun­gen befin­den. Da hat man nor­ma­ler­wei­se sämt­li­che Neben­wir­kun­gen akri­bisch zu doku­men­tie­ren und Zusam­men­hän­ge zu unter­su­chen. Aber das pas­siert nicht…

Aus mei­ner medi­zin­his­to­ri­schen Beschäf­ti­gung mit den The­men Ras­sen­leh­re und Ras­sen­hy­gie­ne der Wei­ma­rer Zeit weiß ich: Die Väter des deut­schen Grund­ge­set­zes waren sich der Gefahr bewusst, dass sogar eine moder­ne und auf­ge­klär­te Indus­trie­na­ti­on in Bar­ba­rei ver­fal­len kann. Der aus heu­ti­ger Sicht men­schen­feind­li­che Sozi­al­dar­wi­nis­mus war in den Köp­fen von hoch ange­se­he­nen Wis­sen­schaft­lern ent­stan­den und schon vor 1933 als Theo­rie im Main­stream ver­an­kert. Ärz­te und Juris­ten fühl­ten sich des­halb damals legi­ti­miert, eine füh­ren­de Rol­le in der NS-Pro­gram­ma­tik ein­zu­neh­men. Aus die­ser Kennt­nis ver­bie­ten sich Aus­nah­me­tat­be­stän­de bezüg­lich der Selbst­be­stim­mung und der kör­per­li­chen Unver­sehrt­heit. Wer heu­te meint, das Grund­ge­setz dahin­ge­hend auf­wei­chen zu dür­fen, hat die his­to­ri­schen Leh­ren aus der NS-Zeit nicht verstanden.

Das gro­ße Pro­blem des 19. und 20. Jahr­hun­derts waren Natio­na­lis­mus und Ras­sis­mus. Das 21. Jahr­hun­dert lei­det eher dar­an, dass die expo­nen­ti­ell wach­sen­de tech­no­lo­gi­sche Potenz nicht mehr in Ein­klang zu brin­gen ist mit der Ver­träg­lich­keit der mensch­li­chen Natur und der Umwelt. Das größ­te Pro­blem aus mei­ner Sicht ist aber: Die Finanz­kraft weni­ger glo­ba­ler Play­er ist geeig­net, das öffent­li­che Leben der Natio­nen und sei­ne Insti­tu­tio­nen ego­zen­trisch zu durch­wu­chern. Die Finan­zie­rung der WHO durch pri­va­te Inves­to­ren, meist aus der Phar­ma­bran­che, ist nur ein Bei­spiel dafür. Eine Impf­pflicht wür­de das Tor zum Miss­brauch weit öffnen.

Zur Per­son
Erich Freis­le­ben, gebo­ren 1949 in Nie­der­sach­sen, stu­dier­te Medi­zin in Kiel und Ber­lin. Sei­ne Fach­arzt­aus­bil­dung zum Inter­nis­ten absol­vier­te er auf der Infek­tio­lo­gi­schen Abtei­lung des Rudolf-Virch­ow-Kran­ken­hau­ses in Ber­lin. 1986 ließ er sich in Ber­lin-Wed­ding als Haus­arzt nie­der. Neben sei­nem infek­tio­lo­gi­schen Schwer­punkt liegt ein wei­te­rer in der ganz­heit­li­chen Betrach­tung von Krank­hei­ten. Er pro­mo­vier­te in der Geschichts­me­di­zin zum The­ma Ras­sen­hy­gie­ne und Ras­sen­ideo­lo­gie, war acht Jah­re als Dele­gier­ter in der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung tätig, ist Geschäfts­füh­rer in einem Ärz­te­netz­werk und publi­zier­te Arti­kel zu gesund­heits­po­li­ti­schen The­men sowie zwei Bücher, eins über die all­ge­mei­ne Ent­wick­lung in der Medi­zin und eins zu Coro­na.«

18 Antworten auf „Praxis wird "von Patienten mit Impfnebenwirkungen geradezu überrannt"“

  1. Das Schlim­me ist, daß sol­che Aus­füh­run­gen unge­hört verpuffen
    wer­den. Viel­leicht spä­ter mal für die Geschichts­bü­cher relevant.
    Heu­te inter­es­siert es die meis­ten Men­schen einen Dreck.
    Die wol­len offen­sicht­lich lie­ber mit wehen­den Fah­nen und Blin­den­bin­de untergehen.

  2. Wie prak­tisch, dass sich die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen der Imp­fung mit den übli­chen dia­gnos­ti­schen Mit­teln nicht erfas­sen las­sen. So kann man wei­ter­hin behaup­ten, die Leu­te wür­den sich das alles nur einbilden.

    Man könn­te fast mei­nen, es gin­ge hier dar­um, die Men­schen mit wie­der­hol­ten Injek­tio­nen dau­er­haft zu schä­di­gen, um dann mit der Behand­lung die­ser chro­nisch Kran­ken zusätz­li­chen Pro­fi zu machen. Aber das ist bestimmt wie­der nur eine die­ser wir­ren Verschwörungstheorien.

  3. Also die Ärz­te haben ja geschwo­ren Scha­den vom Pati­en­ten abzu­wen­den und bei die­sem Moment haben sie einen Feh­ler gemacht. So wie beim Ver­lau­fen oder Ver­schüt­ten, sie haben sich schlicht und ein­fach verschworen!

  4. Deckt sich mit mei­nen Beobachtungen.
    Hat­te das soge­nann­te Long Covid und bin nicht geimpft gegen Covid, ist nach einem hal­ben Jahr weggegangen.
    War nicht schön.
    Jetzt sehe ich, vor allem bei Geboos­ter­ten, alle mög­li­chen Autoimunreaktionen.
    Das Neus­te sind Eiter aus dem Auge, aus dem Ohr oder aus der Nase.
    Nicht gleich­zei­tig der Eine hat Fall eins, die ande­re Fall drei.
    Im Kran­ken­haus wird dann eine Autoim­un­re­ak­tio­nen fest­ge­stellt, wo man bes­ten­falls die Sym­pto­me mil­dern kann. Ich habe in mei­nem Umfeld inzwi­schen vier sol­che Fäl­le. Drei davon sind geboos­tert kei­ner unge­impft gegen Corona.
    Da fand ich mei­ne Pro­ble­me damals, vor allem Atem­not, irgend­wie besser.

  5. Das größ­te Pro­blem aus mei­ner Sicht ist aber: Die Finanz­kraft weni­ger glo­ba­ler Play­er ist geeig­net, das öffent­li­che Leben der Natio­nen und sei­ne Insti­tu­tio­nen ego­zen­trisch zu durchwuchern.

    Genau!

  6. Auch bei Focus online kommt es an:
    Sel­te­ne, aber schwer­wie­gen­de Nebenwirkungen
    Seit sei­ner zwei­ten Imp­fung ist Ken (35) krank – doch sei­ne Ärz­te wim­meln ihn ab

  7. …und noch einen

    Hes­sen­schau, 27.03,2022
    Uni­kli­nik Mar­burg hilft Pati­en­ten mit Long Covid-Sym­pto­men nach Corona-Impfung

    Es gibt Men­schen, die nach einer Coro­na-Imp­fung an Long Covid-Sym­pto­men leiden.
    Ein Team der Uni­kli­nik Mar­burg ver­sucht, ihnen zu hel­fen – und zugleich den Ursa­chen auf die Spur zu kommen.

    Men­schen, die unter Long Covid lei­den und sol­che, bei denen eine Coro­na-Imp­fung schwe­re Neben­wir­kun­gen aus­löst, tei­len oft die­sel­ben Beschwer­den: Müdig­keit, Schwä­che, Ner­ven­schmer­zen, teils neu­ro­lo­gi­sche Aus­fäl­le, Schwin­del­ge­füh­le, Läh­mun­gen oder Herz­kreis­lauf-Pro­ble­me. Das fiel Ärz­ten am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Mar­burg vor einem guten Drei­vier­tel­jahr auf.

    Damals stell­ten sich in der Long Covid-Sprech­stun­de immer mehr Pati­en­ten vor, die nach einer Coro­na-Imp­fung ähn­li­che Sym­pto­me ent­wi­ckel­ten wie Long Covid-Patienten.
    Im Janu­ar die­sen Jah­res rich­te­te das Team der Kar­dio­lo­gie des­we­gen eine eige­ne Sprech­stun­de für die­se Pati­en­ten ein – es sei die ers­te ihrer Art in Hes­sen, sagt Kli­nik­di­rek­tor Pro­fes­sor Bern­hard Schieffer.

    War­te­lis­te mit 800 Pati­en­tin­nen und Patienten

    Inzwi­schen erreich­ten die Spe­zi­al­am­bu­lanz für Pati­en­ten mit Neben­wir­kun­gen nach der Coro­na-Imp­fung zwi­schen 200 und 400 Mails am Tag, sagt Schieffer.
    Die War­te­lis­te sei auf rund 800 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten angewachsen.

    Vier bis sechs Pati­en­ten pro Tag kann sich das Team der Ambu­lanz anschauen.
    Zuvor muss ein 20-sei­ti­ger Fra­ge­bo­gen aus­ge­füllt werden.
    Es folgt ein etwa ein­stün­di­ges Gespräch, eine umfas­sen­de Labor­un­ter­su­chung, ein Ultra­schall und ein Belas­tungs­test auf dem Fahrrad.
    Zur Behand­lung über­weist das Team die Pati­en­ten an wei­te­re Fach­ärz­te wie Neu­ro­lo­gen oder Lun­gen­fach­ärz­te – je nach­dem, wo der Schwer­punkt der Beschwer­den liegt.

    Stu­di­en­pro­gramm in Planung

    Da die Nach­fra­ge – auch man­gels ver­gleich­ba­rer Ange­bo­te – der­art hoch und die War­te­zeit lang ist, ver­sucht das Team, ein Netz­werk auf­zu­bau­en, um den Pati­en­ten über nie­der­ge­las­se­ne Ärz­te eine ers­te Hil­fe zukom­men zu lassen.
    Das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Mar­burg arbei­tet zudem dar­an, ein Stu­di­en­pro­gramm für die­se so genann­ten Post­Vac-Pati­en­ten auf­zu­bau­en, dafür sei aber noch Vor­ar­beit nötig, sagt Schieffer.

    Die For­schung ste­he bei dem The­ma noch ganz am Anfang: "Es ist noch nicht ein­mal klar, wie vie­le die­ser Post­Vac-Pati­en­ten es über­haupt gibt", so Schieffer.
    Klar sei auch nicht, inwie­fern die Beschwer­den über­haupt aus­schließ­lich von der Imp­fung aus­ge­löst würden.
    Vor­er­kran­kun­gen kön­nen "auf­ge­deckt" werden

    Es gebe aber ers­te Anhaltspunkte:
    "Meis­tens tra­gen die­se Pati­en­ten ein bis dahin nicht bekann­tes immu­no­lo­gi­sches Defi­zit in sich – sei es eine uner­kann­te Infek­ti­on, sei es ein gene­ti­scher Defekt im Sin­ne einer Autoimmunerkrankung.
    " Die­se "Defi­zi­te", zu denen auch eine bis dato uner­kann­te Coro­na-Infek­ti­on selbst zäh­len kann, wür­den dann von der "Imp­fung aufgedeckt".
    Dazu gehör­ten zum Bei­spiel Rheu­ma­er­kran­kun­gen, Schup­pen­flech­te oder Zöli­a­kie (Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit).
    Es sei­en "hoch­kom­ple­xe Erkran­kungs­bil­der", sagt Schieffer.

    Zudem könn­ten im Kör­per "schlum­mern­de" Viren – durch die Imp­fung, aber auch durch eine Coro­na-Infek­ti­on – "reak­ti­viert" werden.
    Hier­un­ter zähl­ten etwa das Epstein-Barr-Virus oder Hepa­ti­tis E. Ein kau­sa­ler Zusam­men­hang sei bis­lang aber nicht nachweisbar.

    Fra­ge: War­um über­re­agiert das Immunsystem?

    Vie­le Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten haben indes nicht nur das Pro­blem, dass sie unter anhal­ten­den Beschwer­den leiden.
    Sie wer­den nicht ernst genom­men und haben Ärz­teo­dys­seen hin­ter sich, bei denen doch nichts gefun­den wurde.
    Eini­ge wer­den zum Psy­cho­lo­gen geschickt – die Beschwer­den sei­en psychosomatisch.

    Dass die Pati­en­ten von Arzt zu Arzt wei­ter­ge­reicht wer­den, lie­ge wahr­schein­lich dar­an, dass das Beschwer­de­bild rela­tiv neu ist", sagt Kli­nik­di­rek­tor Schieffer.
    Und es sei nicht hin­rei­chend bekannt, dass die Imp­fung die Pro­ble­me aus­lö­sen kön­ne, sagt Schieffer.
    Nun gel­te es her­aus­zu­fin­den, war­um das Immun­sys­tem bei eini­gen Men­schen so überreagiert.

    Was ist Long Covid?

    Long Covid hat erst seit kur­zem einen ICD-Code, gilt also als inter­na­tio­nal aner­kann­te Erkrankung.
    Die Dia­gno­se ist bis­lang aber schwie­rig, da es kein ein­heit­li­ches Krank­heits­bild gibt.
    Exper­ten haben inzwi­schen rund 300 ver­schie­de­ne Long-Covid-Sym­pto­me gezählt.

    "Es ist wich­tig, sich imp­fen zu lassen"

    Schief­fer betont dabei, dass er aus­drück­li­cher Impf­be­für­wor­ter sei.
    "Ich möch­te auf kei­nen Fall, dass wir, die wir uns wis­sen­schaft­lich mit die­sem kom­ple­xen The­ma beschäf­ti­gen, in die Ecke von Impf­geg­nern gescho­ben wer­den", sagt er.
    "Jeder, der ein­mal einen coro­na­kran­ken Pati­en­ten auf einer Inten­siv­sta­ti­on gese­hen hat, weiß, wie wich­tig es ist, dass man sich imp­fen lässt."

    Wer weiß, dass er an einer Auto­im­mun­krank­heit lei­det, dem rät Schief­fer, sich vor der Imp­fung mit einem Arzt zu bespre­chen – in die­sem Fall gebe es zum Bei­spiel die Mög­lich­keit, die Immun­ant­wort mit­tels Cor­ti­son zu "modu­lie­ren", also eine Über­re­ak­ti­on zu verhindern.

    Wie oft tre­ten Impf­kom­pli­ka­tio­nen auf?

    Das für die Sicher­heit von Impf­stof­fen zustän­di­ge Paul-Ehr­lich-Insti­tut (PEI) erfasst Ver­dachts­fäl­le von Neben­wir­kun­gen und Impfkomplikationen.
    Der jüngs­te Sicher­heits­be­richt stammt vom 7. Febru­ar 2022 und bezieht sich auf fast 150 Mil­lio­nen Imp­fun­gen, die bun­des­weit bis Ende Dezem­ber 2021 ver­ab­reicht wurden.
    Gemel­det wur­den bis dahin 1,6 Ver­dachts­fäl­le pro 1.000 Dosen aller Her­stel­ler – das ent­spricht 0,16 Pro­zent. Bei den schwer­wie­gen­den Reak­tio­nen liegt die Mel­de­ra­te bei 0,2 Ver­dachts­fäl­len pro 1.000 Impf­do­sen – 0,02 Prozent.
    Als "schwer­wie­gend" defi­niert das Arz­nei­mit­tel­ge­setz Neben­wir­kun­gen, die töd­lich oder lebens­be­dro­hend sind, eine sta­tio­nä­re Behand­lung erfor­dern oder zu blei­ben­den Schä­den führen.
    Gene­rell ver­weist das PEI dar­auf, "dass uner­wünsch­te Reak­tio­nen im zeit­li­chen, nicht aber unbe­dingt im ursäch­li­chen Zusam­men­hang mit einer Imp­fung gemel­det werden".
    Ob eine Reak­ti­on tat­säch­lich eine Fol­ge der Imp­fung ist, könn­ten nur Stu­di­en bewei­sen. "Nach der­zei­ti­gem Kennt­nis­stand sind schwer­wie­gen­de Neben­wir­kun­gen sehr sel­ten und ändern nicht das posi­ti­ve Nut­zen-Risi­ko-Ver­hält­nis der Impf­stof­fe", betont der Sicherheitsbericht.

  8. Da wir gera­de dabei sind …

    Cice­ro
    Impf­schä­den – Das dröh­nen­de Schwei­gen über die Nebenwirkungen

    VON RALF HANSELLE am 6. Febru­ar 2022

    Über Schä­den und Neben­wir­kun­gen im Zusam­men­hang mit der Coro­na-Imp­fung wird sel­ten gesprochen.
    Ein „Cice­ro“ vor­lie­gen­des Chat-Pro­to­koll öster­rei­chi­scher Ärz­te legt den Ver­dacht nahe, dass das The­ma unter Exper­ten weit häu­fi­ger dis­ku­tiert wird als vermutet.
    Für die Betrof­fe­nen ein Skan­dal. Denn ver­mut­lich las­sen sich schwe­re Neben­wir­kun­gen sogar im Blut feststellen.

    Auf­stand gegen Win­fried Kret­sch­mann – Gesund­heits­äm­ter for­dern Ende der Quarantäne-Pflicht

    In Baden-Würt­tem­bergs Lan­des­re­gie­rung tobt ein Streit um die Corona-Politik.
    Wäh­rend Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann an stren­gen Regeln fest­hal­ten will, spricht sich sein Gesund­heits­mi­nis­ter in einem Brief an Karl Lau­ter­bach für ein Ende der Test- und Qua­ran­tä­ne-Pflicht aus.
    Kret­sch­mann hat sei­nen Minis­ter zurück­ge­pfif­fen, die Oppo­si­ti­on for­dert des­sen Rücktritt.
    Dabei ste­hen die kom­mu­na­len Gesund­heits­äm­ter hin­ter den For­de­run­gen, sagt Land­kreis­tags­prä­si­dent Joa­chim Walter.

    INTERVIEW MIT JOACHIM WALTER am 1. April 2022

    Die deut­li­che Mehr­heit des Gesund­heits­per­so­nals ist ja auch geimpft.
    Aber hören Sie, unser Gesund­heits­amt hat Unter­su­chun­gen in Alten- und Pfle­ge­hei­men gemacht, wir haben also gefragt:
    "Wer hat das Virus reingebracht?"
    Das Ergeb­nis hat überrascht.
    Von 52 Unter­su­chun­gen wur­de das Virus in 41 Fäl­len von jeman­dem rein­ge­tra­gen, der voll­stän­dig geimpft und geboos­tert war.
    Im Hin­blick auf die ein­rich­tungs­be­zo­ge­ne Impf­pflicht heißt das:
    Sie erfüllt ihren Schutz­zweck nicht.
    Des­halb habe ich auch selbst Herrn Lau­ter­bach ange­schrie­ben, und dar­um gebe­ten, die­se Erkennt­nis­se "von der vor­ders­ten Front" an die obers­ten Stel­len zu geben.
    Offen­sicht­lich reagiert er nicht auf sol­che Briefe.
    Ich fürch­te, er wird auch nicht dem klu­gen Bei­spiel Öster­reichs, die Impf­pflicht aus­zu­set­zen, folgen.

    "Ich muss stau­nen über einen Herrn Lau­ter­bach, der sich anschei­nend wei­gert, die Rea­li­tät anzu­er­ken­nen und Ver­än­de­run­gen wahrzunehmen."

  9. Der MDR legt nach.

    Schaut hin! Helft uns!!" Neben­wir­kun­gen nach Covid-19-Imp­fung: Betrof­fe­ne füh­len sich im Stich gelassen

    von Chris­tia­ne Cichy, MDR Umschau

    Stand: 02. April 2022, 05:00 Uhr

    Kom­pli­ka­tio­nen nach einer Coro­na-Imp­fung sind sel­ten, aber es gibt sie. Nach MDR-Berich­ten dazu haben sich wei­te­re Betrof­fe­ne gemel­det. Sie for­dern eine zen­tra­le Anlauf­stel­le und eine bes­se­re Aufarbeitung.

    Kampf um Aner­ken­nung, Suche nach Anlaufstellen

    Zahl­rei­che Betrof­fe­ne von Impf­ne­ben­wir­kun­gen haben dem MDR geschrieben.
    Die Men­ge der Zuschrif­ten scheint nicht abzureißen.
    Sie ist eine Reak­ti­on auf ins­ge­samt drei Fern­seh­be­rich­te der Maga­zi­ne UMSCHAU und PLUSMINUS.
    Neben den Betrof­fe­nen kamen Ärz­te und For­schen­de zu sel­te­nen, aber zum Teil schwer­wie­gen­den Neben­wir­kun­gen nach der Coro­na-Imp­fung zu Wort.

    Die Men­schen, die dem MDR schrei­ben, dan­ken dem Redak­ti­ons­team für die ehr­li­che Berichterstattung.
    Vie­le fühl­ten sich allein gelas­sen, sie hat­ten das Gefühl, im öffent­li­chen Dis­kurs nicht vor­kom­men zu dür­fen, tot­ge­schwie­gen zu wer­den, um den Erfolg der Impf­kam­pa­gne nicht zu gefährden.
    Das schrie­ben uns Betroffene:

    Seit mei­ner Imp­fung bin ich nicht mehr arbeits­fä­hig, mei­ne Lebens­qua­li­tät und Fami­li­en­le­ben lei­den stark darunter …
    Ich füh­le mich völ­lig mir selbst über­las­sen und hilf­los, weil kei­ner sich der The­ma­tik annimmt.

    Lei­der ist zu beob­ach­ten, dass die­ses unan­ge­neh­me The­ma nur wenig bis gar nicht in der Gesell­schaft und in der Poli­tik dis­ku­tiert und reflek­tiert wird.

    Als Betrof­fe­ne kann ich nur sagen, dass die­ses Aus­blen­den die schwie­ri­ge Situa­ti­on der Betrof­fe­nen noch verschärft.

    Dabei sei­en sie, so beto­nen die meis­ten immer wie­der, weder Impf­geg­ner noch Coronaleugner.
    Sie hät­ten sich imp­fen las­sen, um sich und ande­re zu schüt­zen. Nur, dass bei ihnen der berühm­te "Piks" eben nicht nur ein "Piks“ war, son­dern gesund­heit­li­che Schä­den zur Fol­ge hat­te und teil­wei­se ihr Leben dra­ma­tisch veränderte.

    Sie kämp­fen um Aner­ken­nung, suchen drin­gend Anlauf­stel­len für ihre zum Teil noch uner­forsch­ten Impf­fol­gen, bei denen eine Betreu­ung gewähr­leis­tet und zumin­dest der Ver­such unter­nom­men wird, eine ziel­ge­rich­te­te The­ra­pie zu finden. 

    Sie for­dern auch, von staat­li­cher Sei­te finan­zier­te For­schungs­pro­jek­te, um zu ver­ste­hen, wie­so der Impf­stoff bei man­chen Men­schen Scha­den anrichtet.
    Teaser­bild Coro­na­vi­rus Schwerpunkt
    Mus­kel­zu­ckun­gen, Taub­heits­ge­füh­le, Herzrhythmusstörungen

    Eine, die dem MDR schon nach der ers­ten Bericht­erstat­tung im Febru­ar geschrie­ben hat, ist die 31-jäh­ri­ge Vera Rieder.
    Seit ihrer ers­ten Coro­na-Imp­fung im Okto­ber letz­ten Jah­res lei­det die jun­ge Frau unter den Nebenwirkungen.
    Es begann mit einem links­sei­ti­gen Haut­aus­schlag. Krib­bel­ge­füh­le, Mus­kel­zu­ckun­gen und Taub­heits­ge­füh­le kamen dazu.
    Die Hand der Sport­leh­re­rin geht in eine Spas­tik über, die die Ärz­te als Impf­re­ak­ti­on mit Kral­len­hand beschreiben.
    Dazu kamen star­ke Herz­rhyth­mus­stö­run­gen, die sie zuvor nie hatte.
    "Wenn das Herz wirk­lich 30 Mal in der Minu­te schlägt und dann ins ande­re Extrem über­geht bis zu 170 Mal, also mas­si­ve Pulsschwankungen.
    Mein Herz krampf­te sich zusam­men, das ging nicht Stun­den son­dern Wochen so.
    Und wenn man dann kei­ne Erklä­rung für die­se Sym­pto­me bekommt, das macht einem wirk­lich Angst" so die 31-Jährige.

    Zwei­mal war die jun­ge Frau im Krankenhaus.
    Sie kon­sul­tier­te zahl­rei­che Fach­ärz­te, dar­un­ter Kar­dio­lo­gen und Neurologen.
    Die gehen zunächst von einer über­schie­ßen­den Immun­re­ak­ti­on aus, behan­deln sie mit Kor­ti­son und Betablockern.
    Doch kei­ner ihrer Ärz­te scheint zu wis­sen, war­um sie so extrem auf die Imp­fung reagiert.
    Seit nun­mehr fünf Mona­ten ist die Leh­re­rin arbeits­un­fä­hig, laut Dia­gno­se wegen Impfkomplikationen.
    Obwohl sie ihren Fall dem zustän­di­gen Paul-Ehr­lich-Insti­tut mel­det, Befun­de dort­hin schickt, bekommt sie ledig­lich Standardantworten.
    Sie hat das Gefühl, dass ihre Neben­wir­kun­gen nie­man­den interessieren.
    Illustration

    Coro­na-Imp­fung und das Herz: Neue Stu­di­en zu Myokarditis
    Impf­ne­ben­wir­kun­gen – ein gesell­schaft­li­ches Tabu?

    "Es wird ein­fach totgeschwiegen.
    Die Betrof­fe­nen wer­den allein gelas­sen, man hat die­se gesund­heit­li­chen Pro­ble­me, man ist hilf­los, weil man eine recht uner­forsch­te Reak­ti­on hat, wo ein­fach auch vie­le Ärz­te über­for­dert sind und dann kommt für uns Betrof­fe­ne noch dazu, dass wir in der Gesell­schaft ein Tabu­the­ma sind", erklärt die 31-jäh­ri­ge Vera Rieder.

    Dass sie nicht allein ist, erfährt die jun­ge Frau im Inter­net. Zahl­rei­che Betrof­fe­ne tau­schen sich in einem Forum aus, schil­dern nahe­zu iden­ti­sche Nebenwirkungen.
    Vie­le dar­un­ter haben wie sie das Gefühl, dass ihre Sym­pto­me klein gere­det, nicht ernst genom­men werden.
    Sie suchen nach The­ra­pien für ihre Beschwer­den, haben nur einen Wunsch, wie­der gesund zu werden.
    Sie wol­len ihr "altes Leben zurück".
    Doch oft wer­den sie von Arzt zu Arzt, von Kli­nik zu Kli­nik geschickt – ohne Erfolg. 

    Hil­fe­ru­fe: Schaut hin! Helft uns!

    Auch Ste­fa­nie Wie­ters­heim hat so einen Ärz­te-Mara­thon hin­ter sich.
    Die 51-jäh­ri­ge Buch­au­to­rin lei­det seit ihrer drit­ten Imp­fung unter mas­si­ven gesund­heit­li­chen Einschränkungen.
    Vor der Boos­ter-Imp­fung war sie voll­kom­men gesund – das weiß sie so genau, weil sie sich in Vor­be­rei­tung auf einen Mara­thon kurz vor­her medi­zi­nisch durch­che­cken ließ.
    Jetzt fühlt sich die ehe­mals sport­li­che Frau an man­chen Tag so schwach und erschöpft, dass sie kaum eine Trep­pe stei­gen kann. Zwi­schen­zeit­lich war sie sogar auf einen Roll­stuhl angewiesen.

    Sie sagt: “Die Imp­fung hat natür­lich wahn­sin­nig vie­le Leben geret­tet, das ist ja voll­kom­men klar.
    Aber genau­so muss man sehen: Wir haben eine Min­der­heit, die wird sehr krank, war­um auch immer.
    Das ist schon unan­ge­nehm und ich kann nur an die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen appel­lie­ren: Schaut hin! Helft uns!”

    Eine ent­schei­den­de Rol­le bei der Erfor­schung der Ursa­chen könn­ten die soge­nann­ten Auto­im­mun-Anti­kör­per spie­len, also Anti­kör­per, die sich nicht gegen Krank­heits­er­re­ger rich­ten, son­dern gegen den eige­nen Körper.
    Sol­che Auto­an­ti­kör­per wer­den häu­fig auch bei Long-Covid-Pati­en­ten fest­ge­stellt, die zum Teil unter ähn­li­chen Beschwer­den lei­den wie die Men­schen mit Impfnebenwirkungen.
    Dazu zäh­len Gelenk­schmer­zen, Mus­kel­krämp­fe, Taub­heits­ge­füh­le, aber auch Erschöp­fung, Schwä­che, Ner­ven­schmer­zen und Herzrhythmusstörungen.

    Vera Rie­der lässt des­halb ihr Blut auf die­se Auto­an­ti­kör­per analysieren.
    Die Kos­ten, mehr als 200 Euro, muss sie selbst tragen.
    Das Ergeb­nis ist positiv.
    Das heißt: In ihrem Blut wur­den die Auto­an­ti­kör­per nach­ge­wie­sen, die für ihre zahl­rei­chen Sym­pto­me ver­ant­wort­lich sein könnten.

    Mari­on Bimm­ler, die in Ber­lin ein Labor lei­tet, forscht seit Jah­ren zu den so genann­ten Autoantikörpern.
    Bei ins­ge­samt 300 Pati­en­ten, die nach der Imp­fung Sym­pto­me ent­wi­ckelt haben, hat sie die­se im Blut nach­wei­sen können.
    Da die Betrof­fe­nen zum Teil seit Mona­ten schwer krank sind und auf eine The­ra­pie war­ten, hat sie die zustän­di­gen Behör­den umge­hend informiert.
    "Ob es das Paul-Ehr­lich-Insti­tut war, die Stän­di­ge Impf­kom­mis­si­on oder Lau­ter­bach usw., sobald sie das Wort Imp­fen erwäh­nen, bekom­men sie kei­ne Antwort.
    Dabei sind wir doch kei­ne Impf­geg­ner, das sind doch Men­schen, die sich haben imp­fen las­sen, sie haben das Gesund­heits­we­sen, sich selbst und ihre Ange­hö­ri­gen schüt­zen wol­len und sie bekom­men von nie­man­den eine Antwort.
    Das ist mir in einem mei­nem lan­gen Arbeits­le­ben und das ist wirk­lich schon lan­ge, noch nie pas­siert", erklärt sie.

    Sicher­heit von COVID-19-Impfstoffen
    Paul-Ehr­lich-Insti­tut erkennt kein gehäuf­tes Auf­tre­ten der Symptome

    Für die Erfas­sung aller Ver­dachts­fäl­le ist in Deutsch­land ist das Paul.Ehrlich-Institut zuständig.
    Laut aktu­el­lem Sicher­heits­be­richt wur­den bis Ende letz­ten Jah­res 29.800 Ver­dachts­fäl­le von schwer­wie­gen­den Impf­ne­ben­wir­kun­gen registriert.
    Bei ins­ge­samt 149 Mil­lio­nen Imp­fun­gen sind das 0,02 Pro­zent. Erwähnt wer­den die sel­te­nen Sinus-Venen­throm­bo­sen, auch die soge­nann­te Myo­kar­di­tis, also die Herzmuskelentzündung.
    Die Impf­ne­ben­wir­kun­gen, die zahl­rei­che Men­schen dem MDR gegen­über beschrei­ben, wer­den nicht expli­zit im Bericht ausgeführt. 

    Auf unse­re Anfra­ge schreibt uns das Paul-Ehr­lich-Insti­tut, man neh­me die Fäl­le ernst, habe aber bis­her "kein Risi­ko-Signal", das heißt, kein gehäuf­tes Auf­tre­ten der Sym­pto­me im Zusam­men­hang mit der Imp­fung erken­nen können.

    Reha-Kli­ni­ken: Alles anders durch Corona
    Nicht alle Ver­dachts­fäl­le wer­den gemeldet

    Ärz­te ver­mu­ten, dass nicht alle Ver­dachts­fäl­le beim Paul-Ehr­lich-Insti­tut gemel­det werden.
    Denn für die Mel­dung einer Impf-Neben­wir­kung gibt es unter­schied­li­che Hürden.
    So bekla­gen Medi­zi­ner, dass die Mel­dung extrem zeit­auf­wen­dig sei.
    Die­se Erfah­rung hat auch Dr. Erich Freis­le­ben gemacht.
    Er hat sich in einem Video öffent­lich zu Impf­ne­ben­wir­kun­gen geäußert.
    Was dann folg­te, über­for­der­te den All­ge­mein­me­di­zi­ner und Internisten.
    Sei­ne Pra­xis wur­de von Pati­en­ten aus dem gesam­ten Bun­des­ge­biet regel­recht überrollt.

    Dabei erleb­te er, dass vie­le die­ser Men­schen nicht als soge­nann­te Ver­dachts­fäl­le an das Paul-Ehr­lich-Insti­tut gemel­det wur­den, weil sei­ne Kol­le­gen die Sym­pto­me nicht mit der Imp­fung in Ver­bin­dung brin­gen wollten.
    Das hält er für falsch: “Ich habe den Ein­druck, dass das Impf­the­ma der­ma­ßen emo­tio­nal auf­ge­la­den ist, dass man sich nicht traut, irgend­et­was zu sagen, was viel­leicht als Schwä­che oder als Pro­blem in die­sem Zusam­men­hang im Raum steht, um nicht in eine bestimm­te Kate­go­rie ein­ge­ord­net zu werden.
    Und das, fin­de ich, darf nicht sein."

    Zurück­hal­tung bei öffent­li­chen Äuße­run­gen zu Nebenwirkungen

    Auch wir erle­ben die­se Zurück­hal­tung wäh­rend unse­rer Recherchen.
    Wir kon­tak­tie­ren Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken, die sich mit den beschrie­be­nen Impf­ne­ben­wir­kun­gen beschäf­ti­gen, sogar zu den Ursa­chen und The­ra­pie­an­sät­zen forschen.
    Am Tele­fon reden sie offen über die Fäl­le, doch öffent­lich wol­le man der­zeit lie­ber nicht sprechen.
    Schrift­lich heißt es von einem Kli­ni­kum, „auf­grund des poli­ti­schen For­mats wür­de man mit einem Auf­tritt sehr zurück­hal­tend sein“.

    Dabei sehen Ärz­te und Wis­sen­schaft­ler drin­gend Handlungsbedarf.
    Das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Mar­burg bie­tet bei­spiels­wei­se eine Spe­zi­al­am­bu­lanz nicht nur für Pati­en­ten mit Long Covid son­dern auch für sol­che mit Neben­wir­kun­gen nach der Coro­na-Imp­fung an.
    Wer sich an die Sprech­stun­de der Mar­bur­ger Spe­zi­al­am­bu­lanz wen­den möch­te, erreicht die­se per Mail unter: post-covid- impfung.mr@uk-gm.de

    Über­las­te­te Spe­zi­al­am­bu­lan­zen an Universitätskliniken

    Seit Ende Dezem­ber letz­ten Jah­res for­schen der Kar­dio­lo­ge Pro­fes­sor Bern­hard Schif­fer und sein Team nach den Ursa­chen. Sie wol­len her­aus­fin­den, war­um das Immun­sys­tem bei eini­gen Men­schen nach der Imp­fung offen­bar "falsch abbiegt".
    Und obwohl sie kaum Wer­bung für ihre Stu­die gemacht haben, bekom­men sie bis zu 200 Anfra­gen am Tag.
    Dass vie­le der Pati­en­ten nicht ernst genom­men, von einem Arzt zum nächs­ten gereicht wer­den, lie­ge dar­an, dass das Beschwer­de­bild neu ist und es nicht hin­rei­chend bekannt sei, dass die Imp­fung es aus­lö­sen könne.
    Auch bei Ärz­ten bestün­de des­halb Bera­tungs­be­darf, so der Kar­dio­lo­ge Schief­fer: "Wir haben täg­lich drei, vier, fünf grö­ße­re Kran­ken­häu­ser und Arzt­pra­xen, die uns anru­fen, was sol­len wir mit die­sen Pati­en­ten machen und auch dort muss Awa­re­ness, muss Wach­sam­keit geschaf­fen werden.

    Aktu­el­le Stu­die: Unte­r­er­fas­sung von Impfnebenwirkungen

    Doch die Wach­sam­keit wer­de nur geschaf­fen, wenn Ärz­te auch alle Ver­dachts­fäl­le melden.
    Dies sei drin­gend not­wen­dig, erklärt uns Pro­fes­sor Harald Matthes, ärzt­li­cher Lei­ter des Gemein­schafts­kran­ken­hau­ses Havel­hö­he und Stif­tungs­pro­fes­sor am Insti­tut für Sozi­al­me­di­zin, Epi­de­mio­lo­gie und Gesund­heits­öko­no­mie der Cha­ri­té – Uni­ver­si­täts­me­di­zin Berlin.
    Denn nur so kön­ne ein soge­nann­tes Risi­ko-Signal, sprich ein gehäuf­tes Auf­tre­ten bestimm­ter Neben­wir­kun­gen im Zusam­men­hang mit der Imp­fung erkannt werden.

    Matthes lei­tet der­zeit die ImpfS­urv-Stu­die zu Impf­ne­ben­wir­kun­gen an der Charité.
    Auf­grund aktu­el­ler Erhe­bun­gen sei­nes Insti­tu­tes kommt er zu dem Schluss: "Man muss davon aus­ge­hen, dass wir beim Paul Ehr­lich Insti­tut eine erheb­li­che Unter­fas­sung haben, weil wir in unse­rem Regis­ter höhe­re Zah­len haben.
    Und wenn wir unse­re Zah­len mit denen von Isra­el, Kana­da und Skan­di­na­vi­en ver­glei­chen, kom­men wir auf die glei­chen Zah­len. Und die­ser Ver­gleich lässt den Schluss zu, dass wir in Deutsch­land eine Unte­r­er­fas­sung der Neben­wir­kun­gen beim Paul Ehr­lich Insti­tut haben."

    Kaum Aus­sicht auf Entschädigung

    Auch wenn es dar­um geht, für ihre Schä­den nach einer Coro­na-Schutz­imp­fung ent­schä­digt zu wer­den, sind die Hür­den für die Betrof­fe­nen extrem hoch.
    Denn Impf­schä­den wer­den nur aner­kannt, wenn die Sym­pto­me noch sechs Mona­te nach der Imp­fung anhalten.
    Und auch dann sei­en die Chan­cen bei den zustän­di­gen Ver­sor­gungs­äm­tern der Bun­des­län­der schlecht
    . Der Wies­ba­de­ner Anwalt Joa­chim Cäsar-Prel­ler ver­tritt meh­re­re Impfgeschädigte.
    Die der­zei­ti­ge Ent­schä­di­gungs­pra­xis durch den Staat hält er für unver­ant­wort­lich: "Die Ableh­nungs­quo­ten sind hoch, es wird so gut wie alles abge­lehnt, alles von sich gewie­sen, und das passt so gar nicht dazu, dass man doch zum Imp­fen immer auf­for­dert und da auch Druck erzeugt.
    Aber man muss sich auch der Men­schen anneh­men, die lei­der mit den Neben­wir­kun­gen zu kämp­fen haben, die teil­wei­se schwer erkrankt sind und ihren Beruf nicht mehr aus­üben können."

    Die Ableh­nungs­quo­ten sind hoch, es wird so gut wie alles abge­lehnt, alles von sich gewiesen.
    Joa­chim Cäsar-Prel­ler, Jurist

    Auch die 31-jäh­ri­ge Vera Rie­der hat sich jetzt an einen Anwalt gewandt.
    Nach wie vor war­tet sie auf eine Ursachentherapie.
    Eine Blut­wä­sche könn­te die Auto­an­ti­kör­per entfernen.
    Doch die kann bis zu 15.000 Euro kosten.
    Alle Anträ­ge auf Kos­ten­über­nah­me wur­den abge­lehnt, die The­ra­pie sei für ihre Impf­re­ak­ti­on noch zu wenig erforscht: "Das macht mich wirk­lich wütend.
    Ich habe mich ja aus gutem Gewis­sen für mich und ande­re imp­fen las­sen und jetzt gehört man zu die­sen weni­gen Fäl­len mit so schwe­ren Neben­wir­kun­gen und man wird allein gelassen."

    Ob da wirk­lich Bewe­gung in die Sache kommt?
    Zu die­sem Zeitpunkt?
    Kurz vor der Abstim­mung zur Impfpflicht?

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