Rosenheim eingenordet

Am 28.10. war auf rosenheim24.de noch zu lesen:

»Corona-Zahlen in Rosenheim – "Völlig über­dreh­te Einschätzung der tat­säch­li­chen Lage"…

Die Corona-Fallzahlen in der Stadt stei­gen wei­ter. Das Robert Koch Institut (RKI) mel­de­te am Mittwoch, 28. Oktober die Zahl 254,9. Von Seiten der Stadt sieht man die Sache jedoch eher gelassen.

Im RoMed-Klinikverbund für die Region wür­den laut Rosenheims städ­ti­schen Wirtschaftsdezernenten und Pressesprecher Thomas Bugl rund 40 Intensivbetten für Corona-Patienten vor­ge­hal­ten. "Wir haben null Patienten auf Intensiv mit Corona, und wir haben null Corona-Patienten an einem Beatmungsgerät", sag­te Bugl. Es gebe eine "völ­lig über­dreh­te Einschätzung der tat­säch­li­chen Lage durch die Medien."«

Heute knick­te die Stadt ein:

»Neue Allgemeinverfügung für Rosenheim: Härtere Regeln für das Stadtgebiet – Verschärfte Kontrollen«

Im Artikel vom 28.10. hat­te es noch geheißen:

»Stadt Rosenheim zwei­felt an Aussagekraft der 7‑Tage-Inzidenz


Es gab von Seiten des Oberbürgermeisters bereits eine kri­ti­sche Auseinandersetzung mit der Aussagekraft der 7‑Tage-Inzidenz. In einem Schreiben, das am 14. September an sei­nen Parteikollegen ging, schil­dert März die Problematik, dass Rosenheim wegen der Grenzwert-Überschreitung vor­schnell als "Corona-Hotspot" in die über­re­gio­na­len Schlagzeilen gera­ten sei. In sei­nen Augen "ein irre­füh­ren­der Alarmismus", der die Bevölkerung ver­un­si­che­re und nega­ti­ve Folgewirkungen mit sich brin­ge. März hat­te sich mit sei­nem Anliegen gemein­sam mit RoMed-Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram bereits Mitte September schrift­lich an Ministerpräsident Markus Söder gewandt.

Stadt und Kliniken rufen zu einer kri­ti­schen Betrachtung der maß­ge­ben­den Indikatoren auf. So sei die 7‑Tage-Inzidenz im hohen Maße von den regio­nal unter­schied­li­chen Testquoten und ‑stra­te­gien abhän­gig. Zudem soll­te man zur Beurteilung einer Pandemie-Lage die Anzahl der sta­tio­när behand­lungs­be­dürf­ti­gen Covid-19-Patienten her­an­zie­hen. Diese bewe­ge sich in den RoMed-Kliniken von Stadt und Landkreis auf sta­bil nied­ri­gem Niveau. Auch die Mortalität sei ein wich­ti­ger Indikator für die Gefährlichkeit des SARS-CoV2-Virus. Die Sterblichkeitsrate in Stadt und Landkreis Rosenheim lag wochen­lang bei null. Erst in den ver­gan­ge­nen Tagen kamen zwei Todesfälle dazu.

Statistischer Schwachpunkt der 7‑Tage Inzidenz
Gegenüber der Passauer Neuen Presse weist Bugl noch auf einen wei­te­ren sta­tis­ti­schen Schwachpunkt der 7‑Tage-Inzidenz hin. Bei der ver­gleichs­wei­se gerin­gen Einwohnerzahl der Stadt Rosenheim von rund 63.500 sei der Schwellenwert 50 extrem schnell erreicht, weil auch hier die Fallzahlen in Relation zu 100.000 Einwohnern gesetzt wer­den. Mit die­ser Hochrechnung erhal­te jeder posi­tiv Getestete einen Multiplikator von 1,6. "Bei uns rei­chen schon 32 posi­ti­ve Fälle inner­halb einer Woche, dass wir über 50 sind", so Bugl.

Laut dem DIVI Intensivregister wer­den der­zeit in den OVB24 Landkreisen Altöttling, Mühldorf, Berchtesgadener Land, Traunstein und Rosenheim nur acht Corona-Patienten in Traunstein und dem Berchtesgadener Land auf der Intensivstation behan­delt. Vier davon wer­den beatmet.«

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