"Impfdosen": Ich habe verharmlost

Gut, daß es hier so vie­le kri­ti­sche LeserInnen gibt. In meh­re­ren Beiträgen habe ich auf eine Information vom 20. Januar ver­wie­sen mit dem Titel Bundesregierung: "Deutschland hat zum Stichtag 16. Dezember 2021 rund 554 Mio. Impfdosen bestellt". Dabei war hier im März schon von 660 Millionen Dosen berich­tet wor­den. Zur Klarstellung noch ein­mal aus einem Artikel vom 25.1. auf tagesschau.de:

»Viel mehr Impfstoff bestellt als bekannt

Die Bundesregierung hat seit Beginn der Pandemie ins­ge­samt mehr als 660 Millionen Dosen Corona-Impfstoff bestellt, die bis 2023 aus­ge­lie­fert wer­den sol­len. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine klei­ne Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Kathrin Vogler her­vor, die dem ARD-Politikmagazin Report Mainz vor­ab vorliegt.

Darunter sind rund 367 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer, 120 Millionen Dosen von Moderna, aber auch meh­re­re Millionen Dosen der Impfstoffe Novavax, Valneva und des Herstellers Sanofi. Die bestell­ten Vakzine haben nach Angaben der Bundesregierung einen Gesamtwert von rund 12,5 Milliarden Euro.

Großteil der Impfstoffdosen noch nicht verimpft

Von den rund 660 Millionen Dosen wur­den in Deutschland seit Beginn der Pandemie etwa ein Viertel ver­impft. Knapp 16 Prozent des Impfstoffes wur­den an ande­re Länder, über­wie­gend an Entwicklungsländer, abge­ge­ben. Übrig blei­ben also rund 400 Millionen Dosen für die kom­men­den zwei Jahre.

Sollten die Hersteller in der Zwischenzeit neue Impfstoffe ent­wi­ckeln, die an Virusvarianten wie Omikron ange­passt sind, müs­sen die­se nicht zusätz­lich bestellt wer­den. Die Verträge sehen vor, dass die ange­pass­ten Impfstoffe anstel­le der alten Vakzine aus­ge­lie­fert wer­den können…

Laut den Lieferverträgen ist Deutschland ver­pflich­tet, die gesam­te bestell­te Menge Impfstoff abzu­neh­men. Überschüssige Impfdosen könn­ten jedoch an ande­re Länder abge­ge­ben wer­den, etwa über die Initiative COVAX. Diese setzt sich für eine welt­weit gleich­mä­ßi­ge Verteilung von Impfstoffen ein.

Eine Reduktion von Bestellmengen sei hin­ge­gen "nur im Einvernehmen mit den Herstellern mög­lich", schreibt das Ministerium. Auf Nachfrage von Report Mainz bei der Mainzer Firma Biontech heißt es, Anfragen für eine sol­che Reduktion von Bestellmengen lägen weder Biontech noch sei­nem Partner Pfizer vor.

Mehr Transparenz gefordert

Angesichts der hohen Bestellmenge for­dert die Linke mehr Transparenz beim Impfstoff-Management. "Die ins­ge­samt bestell­ten Dosen ent­spre­chen pro Kopf der Bevölkerung, vom Baby bis zum Greis, fast acht Dosen Corona-Impfstoff", so Kathrin Vogler gegen­über Report Mainz.

Reiche Länder wie Deutschland leis­te­ten sich Verschwendung und Verderb, wäh­rend in den Ländern Afrikas gra­vie­ren­der Impfstoffmangel herr­sche. Dies sei ver­ant­wor­tungs­los, vor allem vor dem Hintergrund, dass Länder wie zuletzt Nigeria gespen­de­ten Impfstoff ver­nich­ten muss­ten, weil er erst kurz vor dem Verfallsdatum abge­ge­ben wur­de.«

5 Antworten auf „"Impfdosen": Ich habe verharmlost“

  1. Ist nicht Afrika schon lan­ge die Müllkippe für alles, was wir los­wer­den wol­len oder müs­sen oder glau­ben zu wol­len oder zu müssen?

  2. Nochmal: Die Ziele einer kapi­ta­lis­ti­schen Produktionsweise sind Profite. Und zwar nur Profite. Ausschließlich! Was die­se Ziele von daher nicht und nie­mals sind:
    * Menschen zu Versorgen,
    * die Befriedigung mensch­li­cher Bedürfnisse.

  3. Schön ist die Formulierung rei­che Länder leis­te­ten sich das. Ich für mei­nen Teil als Einwohner muss fest­stel­len, dass ande­re sich das auf mei­ne Kosten leisten.

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