Italienische Restaurants drehen den Impfspieß um

Das berich­tet focus.de am 24.8.:

»Italien-Urlauber schäu­men vor Wut: Wer Impfpass zeigt, lan­det neben Pizzaofen

Ordentliche Deutsche haben beim Trattoria-Besuch in Italien oft das Nachsehen: Sie zei­gen vor­schrifts­mä­ßig ihren Impfpass vor – und lan­den bei war­men Temperaturen nicht auf der Terrasse, son­dern an einem Tisch direkt neben dem Pizzaofen. Was machen sie eigent­lich falsch, fra­gen sie sich?

Die ita­lie­ni­schen Gastronomen sind fin­dig und wis­sen sich zu hel­fen. Seit Anfang August gel­ten zwi­schen Bozen und Palermo stren­ge Corona-Regeln. Wer eine Bar oder ein Restaurant betre­ten will, muss einen Impfnachweis vor­zei­gen. Betreten wohl­ge­merkt. Pflichtschuldigst befra­gen die Gastronomen denn auch ihre Gäste nach dem „Green Pass“ – dem Impfnachweis. Wer kei­nen hat, erhält einen Tisch an der fri­schen Luft, was bei som­mer­li­chen Temperaturen aller­dings nicht gera­de einer Strafe gleich­kommt. Gäste, unter ihnen die ordent­li­chen Deutschen, die brav ihre Impfung bele­gen, wer­den hin­ge­gen im Lokal platziert.

Italiens Gastronomen sichern sich mit die­ser Methode mehr Gäste. Bei den Geimpften kommt die­se Auslese aber gar nicht gut an. Viele, dar­un­ter natür­lich auch ita­lie­ni­sche Landsleute, machen ihrem Ärger in den ver­schie­de­nen Sozialen Medien jetzt Luft. „Ich kom­me mei­ner Bürgerpflicht nach und wer­de dafür dann auch noch dis­kri­mi­niert“, schimpft jemand, der Angelo heißt, und ergänzt: „Die haben mich direkt neben den Ofen gesetzt. In die­se Pizzeria set­ze ich kei­nen Fuß mehr!“..

Die stren­gen Vorgaben der Regierung in Rom sor­gen unter­des­sen wei­ter für Demonstrationen. In Turin ver­such­te eine Gruppe Protestierender ein Impfzentrum zu stür­men, wur­de aber von der Polizei gestoppt. Somit ver­la­ger­te sich der Protestzug in den Hauptbahnhof und blo­ckier­te dort kurz­zei­tig die Zugänge mit Fahnen und Absingen der Nationalhymne…

Die Regierung in Rom hat bereits alle Lehrer und Dozenten zur Nadel ver­don­nert. „Ungeimpfte haben kei­nen Zutritt. Sie feh­len dann unent­schul­digt und bekom­men nach fünf Tagen kein Geld mehr“, droh­te Premier Mario Draghi.

Verunsicherung herrscht unter­des­sen in den ita­lie­ni­schen Unternehmen, wo in die­ser Woche nach den Betriebsferien die Arbeit wie­der auf­ge­nom­men wird. Denn in der Produktion oder im Büro kön­nen die Mitarbeiter auch unge­impft antre­ten. Doch für die Kantinen hat die Regierung den Green Pass vor­ge­schrie­ben…«

Um den Artikel her­um gibt es die­se Lesetips:

9 Antworten auf „Italienische Restaurants drehen den Impfspieß um“

  1. Ich bin gera­de aus dem Italien-Urlaub zurück. Nach einem Green Pass hat nie jemand gefragt, hat­ten wir auch nicht.
    Und am Pizzaofen haben wir auch nicht gesessen. 😀

    In den Restaurants tra­gen die Angestellten wohl gezwun­ge­ner­ma­ßen Maske, vie­le demons­tra­tiv unter der Nase oder unter dem Kinn. Gut so!
    Offiziell soll man ja vom Eingang (drau­ßen) auf dem Weg zum Platz (drau­ßen) Maske tra­gen. Einige vor­bild­li­che deut­sche oder öster­rei­chi­sche Touristen machen das auch, vie­le aber auch nicht. Ich hab für die 2 Meter nie die Maske auf­ge­setzt, hat nie­man­den gestört. Macht ja auch kei­nen Sinn (Gerichtsurteil GAP).
    Einmal bin ich ein biß­chen wei­ter gegan­gen. Ich woll­te zum Mitnehmen bestel­len. Bei den meis­ten Restaurants war das direkt von drau­ßen mög­lich, bei dem einen nicht. Also bin ich rein­ge­gan­gen (ohne Maske), hab an der Bar bestellt und den Kellner gefragt, ob ich hier Maske tra­gen muß, wäh­rend ich war­te … Antwort: "nein nein, ich bin ja schließ­lich drau­ßen". Er trug die Maske unter dem Kinn.

    Mal ange­nom­men, man wöll­te so einen Green Pass wirk­lich haben, das ist gar nicht so ein­fach. Vor der Heimreise woll­ten wir den gefor­der­ten Schnelltest machen … und die Odyssee begann.
    Hotel war nicht wirk­lich hilf­reich, mein­te nur, die Apotheke um die Ecke. Dort frag­te man erst, ob wir einen Termin hät­ten, nein. Dann soll­te es doch gehen, stell­te sich aber her­aus, daß sie nur PCR machen (Ergebnis am nächs­ten Tag). Nach län­ge­rer Recherche fand ich dann eini­ge Teststationen, die ein­mal die Woche für ein paar Stunden tes­ten … wenn der Test also 48h gül­tig ist, aber nur Mittwochs von 13:00 bis 16:00 gemacht wer­den kann – funk­tio­niert, das System. Schließlich fand ich eine Teststation am Krankenhaus – kos­ten­lo­se Schnelltests, kein Termin, kein war­ten. Also hin­ge­fah­ren, war nicht leicht zu fin­den, vie­les von der Beschreibung im Internet war nicht so ganz kor­rekt. Wir hat­ten dann Glück, gera­de noch recht­zei­tig rein­zu­kom­men, bevor sie um 14:00 dicht mach­ten. Nach 1,5 h Wartezeit und 22€ pro "kos­ten­lo­sem" Test konn­ten wir dann mit schmer­zen­der Nase end­lich heim­fah­ren. Bei der Einreise nach D stand dann die Södolfsche Grenzpolizei mit der MP5 (wol­len die auf Viren schie­ßen?), hat aber (wohl wegen des Regens) nicht kon­trol­liert. Das gan­ze Theater war also umsonst.

    Insgesamt ein rela­tiv nor­ma­ler Urlaub, die Straßen ins­be­son­de­re abends voll mit einer Menge ent­spann­ter Menschen, so daß man nicht den Eindruck hat­te, in einer Pandemie zu leben … außer die 0.001%, die tat­säch­lich drau­ßen mit Maske rum­lau­fen (war­um fah­ren die über­haupt in den Urlaub).

    Nur eine Demo, wo die Italiener demons­tra­tiv ihre Green Passes ver­bren­nen, hab ich lei­der nicht erlebt.

    1. Dann sind sie wohl doch etwas locke­rer drauf, die Italiener. Wie bist du denn ohne Pieks und Test nach Italien gekom­men, wur­de an der Grenze nicht kontrolliert?

  2. "… Sie zei­gen vor­schrifts­mä­ßig ihren Impfpass vor – und lan­den bei war­men Temperaturen nicht auf der Terrasse, son­dern an einem Tisch direkt neben dem Pizzaofen. Was machen sie eigent­lich falsch, fra­gen sie sich? …"
    Das nen­ne ich 'stil­len Widerstand'. Weiter so.
    Auch in Deutschland müss­ten die Ge"impft"en so behan­delt werden.

    1. @Bolle: Völlig falsch inter­pre­tiert. N. Prof. Streeg "Das Virus mag kei­ne hohen Temperaturen" und den "Unzulänglichkeiten der Impfung" hat der Gastronom ver­ant­wor­tungs­be­wusst gehan­delt. Diese Deutschen sind in ihrer Verunsicherung durch den "Klabautermann" ‑bach der­art vor­be­las­tet dass beson­de­re Rücksichtnahme gege­ben scheint. Gerade im Urlaub! Bravo, Bravissimo! – gro­ßer Koronaorden am Bande bitte! 😉

  3. Die Lesetips sind abso­lut wich­tig, das spie­gelt den IQ die­ser Nation wider. Anstelle des „Diktators“ Kim hät­ten die lupen­rei­nen Demokraten auch Beispiele der hie­si­gen Regierung neh­men kön­nen, gibt ja etli­che rund­li­che Leute dort ( die zumeist mit ganz guten Ratschlägen auffallen).

    Zum Artikel: Meine Pizza esse ich draußen.

  4. Spiegeln die Lesetipps tat­säch­lich das wie­der, was die durch­schnitt­li­che Focus-Leserschaft am bren­nends­ten interessiert?
    Na dann, Halleluja und gute Nacht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.