"pieks" ist da!

https://www.pieks-magazin.de/

Schlappe 7,90 Euro kos­ten die 100 Seiten des Propagandamagazins, das sich so anpreist: "Mitten rein ins Thema, auch wenn es an der einen oder ande­ren Stelle weh tut."

Zu lesen sind die übli­chen Darstellungen:

»Für die Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs mit mehr als 43 000 Versuchspersonen erhiel­ten 21700 Personen den Impfstoff, also etwa die Hälfte. Die übri­gen ein unwirk­sa­mes Scheinmedikament (Placebo). Von den Geimpften sind acht Teilnehmer nach­weis­lich an Covid-19 erkrankt. Unter den Teilnehmern, die ein Placebo erhiel­ten, waren es 162 Personen. Hieraus errech­net sich für den Impfstoff von Biontech/Pfizer eine Schutzwirkung von 95 Prozent.«

Man kann nicht vor vorn­her­ein aus­schlie­ßen, daß LeserInnen zu rech­nen begin­nen und dabei fest­stel­len: 0,04 Prozent der Geimpften "erkrank­ten", aber von den nicht Geimpften auch nur 0,8 Prozent. Wer weiß, ob sie wei­ter­le­sen, wenn sie dann noch beim RKI nach­schla­gen und von 0,09 Prozent "an und mit" Corona ver­stor­be­nen BundesbürgerInnen erfahren.

Es kom­men auch ImpfskeptikerInnen zu Wort, doch über­wie­gen süße Kinderbilder mit die­ser Aussage : "Auch Babys kön­nen töd­li­che Krankheiten besie­gen – wenn ihre Abwehr vor­her an Impfstoffen üben durf­te".


Die "Süddeutsche Zeitung" spot­tet ein wenig am 2.3.:

»Nach dem Editorial fol­gen Bilder, auf denen Menschen Mundschutz tra­gen oder eine Nadel im Oberarm ste­cken haben. Ein paar Seiten wei­ter dür­fen der Alexander, die Manuela, die Ramona und die Kathrin erklä­ren, war­um sie sich nicht imp­fen las­sen. Aber eigent­lich müs­sen der Alexander, die Manuela, die Ramona und die Kathrin nur zur nächs­ten Seite blät­tern: Denn da ist ein Interview mit dem Dominic zu lesen, und der sagt, war­um Impfen total sinn­voll ist. Die Impfstoffe wer­den erklärt, auch die Abläufe im Impfzentrum, dann geht es um die Geschichte des Impfens, um Impfausweise und die Frage: "Bringt Corona einen Babyboom?" Fast alle Texte hat die Verena geschrie­ben. Die Verena muss eine wirk­lich flei­ßi­ge Frau sein.

Am meis­ten Hoffnung aber machen dem Leser die ganz­sei­ti­gen Werbeanzeigen. Hier wird nicht nur für "Handschuhe mit wirk­sa­men Schutz vor Viren, Bakterien, Pilzen und Keimen" gewor­ben (kann man sofort auf einer öster­rei­chi­schen Webseite bestel­len). Es wird auch eine beson­ders tol­le Sonnencreme emp­foh­len sowie Bekleidung, die "eine her­vor­ra­gen­de Abwehr gegen ste­chen­de und bei­ßen­de Insekten" hat. Ach schön, denkt man sich da. Bald geht's also doch wie­der in fer­ne Länder!«

Für eine seriö­se Information hält das Blatt dage­gen sei­ne Meldung vom 4.3.

»Astrazeneca-Vakzin künf­tig auch für Menschen ab 65 empfohlen

…Jetzt hat die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre dama­li­ge Einschätzung mit Blick auf neue Erkenntnisse aus Studien aktua­li­siert. Sie berei­tet damit den Weg für Astrazenca-Impfungen der Menschen ab 65.

Das Gremium am Robert Koch-Institut (RKI) teil­te am Donnerstag trotz eines noch vor­ge­schrie­be­nen Stellungnahmeverfahrens vor­ab mit, die Impfung mit dem Impfstoff für alle Altersgruppen zu emp­feh­len, ent­spre­chend der Zulassung. Das sei am Mittwoch beschlos­sen wor­den. An der Situation, dass es für Kinder und Jugendliche bis­her kei­ne zuge­las­se­nen Corona-Impfstoffe gibt, ändert sich dadurch nichts…

Die Stiko erklär­te, nun neue Daten ana­ly­siert und bewer­tet zu haben. Darin sei die Wirksamkeit ein­drück­lich belegt wor­den: beim Verhindern von Erkrankungen und ins­be­son­de­re beim Verhindern schwe­rer Verläufe. Die Erkenntnisse kom­men aus England und Schottland, wo das Präparat in der Breite ein­ge­setzt wird.

Die aktua­li­sier­te Impfempfehlung lag am Donnerstag zunächst nicht vor. Die Vorab-Erklärung begrün­de­ten das Gremium mit der außer­ge­wöhn­li­chen Situation und dem gro­ßen Informationsbedürfnis der Bevölkerung. Zuvor hat­te bereits das Bundesgesundheitsministerium den Schritt angekündigt…

REAKTIONEN: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach von einer guten Nachricht für alle Älteren, die auf eine Impfung war­ten. "Sie kön­nen schnel­ler geimpft wer­den." Die neu­en Studiendaten beleg­ten zudem, dass der Impfstoff noch wirk­sa­mer sei, wenn der Abstand zwi­schen Erst- und Zweitimpfung zwölf Wochen betra­ge. Auch dies emp­feh­le die Stiko aus­drück­lich. Die Empfehlungen wür­den nun "sehr zeit­nah" in der Impf-Verordnung umgesetzt.«

Fragen zu die­sem Ablauf hat die SZ keine.

24 Antworten auf „"pieks" ist da!“

  1. 01.03.2021

    Welt-HPV-Tag: Impfung kann jun­ge Menschen vor spä­te­ren Krebserkrankungen schützen

    BZgA-Initiative LIEBESLEBEN infor­miert über Humane Papillomviren (HPV)

    Köln, 01. März 2021. Der Welt-HPV-Tag am 04. März 2021 macht auf Risiken auf­merk­sam, die von Humanen Papillomviren (HPV) aus­ge­hen. Anlässlich des Welt-HPV-Tages ruft die Bundeszentrale für gesund­heit­li­che Aufklärung (BZgA) mit ihrer Initiative LIEBESLEBEN zur Förderung sexu­el­ler Gesundheit Eltern auf, sich für die Gesundheit ihrer Töchter und Söhne zur HPV-Impfung zu informieren.

    https://www.bzga.de/aktuelles/2021–03-01-welt-hpv-tag-impfung-kann-junge-menschen-vor-spaeteren-krebserkrankungen-schuetzen/

    1. war wohl der größ­te Unfug aller ZEITEN, bis heu­te, neben dem AIDs Betrugs Theater. HPV Impfungen, für abso­lut Nichts, um Frauen Unfruchtbar zumachen

  2. Nette PR-Kampagne. Das kommt schön plü­schig, über­for­dert nicht den ohne­hin nicht vor­han­de­nen Verstand der ange­dach­ten Zielgruppe (Golfer, Flieger, Reiter – sprich bes­ser ver­die­nen­de Erfolgsgranaten, die in ihrer Existenz sel­ten bedroht sind) und gibt jedem die­ser Helden ein unwi­der­steh­li­ches Gefühl der Überlegenheit. 

    Das Schundheftchen stammt aus dem Haus Jahr-Media. 5 Autoren haben an der Propaganda gear­bei­tet. Der Chefagitator heißt Thomas Borchert, die rest­li­chen 4 sind auf die Schnelle nicht zu ermit­teln, eben­so wenig der Führungsoffizier (Auftraggeber) und sei­ne Geldgeber

    1. Im Impressum von Jahr Media auf "Unternehmen" geklickt, erfährt man, daß der Media Service "Ganz nah dran an der Zielgruppe!" ist.

      Einen Klick wei­ter (https://www.jahr-media.de/unternehmen/media-service) wird poten­ti­el­len Auftraggebern der Mund wäss­rig gemacht: wie toll man doch in Sachen B2B und B2C in Print, Web-Auftritten, YouTube-Aktionen und jähr­li­chen Events mit 4‑stelligen Besucherzahlen sei.

      Abschließend bie­tet man an: "Gerne ent­wi­ckeln wir auch für Sie ein maß­ge­schnei­der­tes Vermarktungskonzept."

      Jetzt bin ich zu und zu neu­gie­rig, für wen in die­sem Fall maß­ge­schnei­dert wurde.

    1. Quasi statt "Fackeln der Freiheit" sind das heu­te eben die "Spritzen der Freiheit".

      Vielleicht gibt es bald auch eine Zeitschrift für die Covidler-Jugend; mit dem Titel "Vaxxo"?

  3. Ich wer­de immer mehr zur gene­rel­len Impfgegnerin!
    Mein Vertrauen sinkt gera­de auf Null; je mehr ich davon lese, des­to mehr stel­len sich mir die Nackenhaare hoch!

    1. Bis vor kur­zen dach­te ich Waffenhersteller und Kriegstreiber sind das "Übel der Welt" – dies­be­züg­lich bin ich inzwi­schen nicht mehr so sicher!
      Die Waffenlobby ist ehr­li­cher – da weiß jeder Kunde wenigs­tens was er bekommt und wie es wirkt …

  4. Das Magazin müss­te laut Duden 'Piks' heißen:
    „Entspannen Sie sich, gleich tut es ein biss­chen weh“ – das haben Sie sicher schon öfter in der Arztpraxis gehört. Bleibt die Frage, was genau weh­tut. Um Sie nicht län­ger auf die Folter zu span­nen: Es ist der Pikser. Und zwar mit einem ein­fa­chen . Eigentlich ist für das lang aus­ge­spro­che­ne /i:/ die Schreibung Standard. Die paar Wörter mit ein­fa­chem lernt man schon in der Grundschule, wie Igel, Tiger, Augenlid, wider­spre­chen. Unter die­sen Klassikern ist jedoch pik­sen nicht zu fin­den und des­halb liest man wohl auch so häu­fig *pie­ken oder *piek­sen. Diese Schreibweise kommt sogar so oft vor, dass sie es (als Warnung sozu­sa­gen) in den Rechtschreibduden geschafft hat, und zwar mit der Erläuterung „fal­sche Schreibungen für piken, pik­sen“. In einem Infokästchen fin­det sich dann zusätz­lich noch die Erklärung, dass piken zur Familie von picken gehört und des­halb das ein­fa­che behal­ten hat. Davon abge­lei­tet ist dann der Pikser."
    (Newsletter Duden)

  5. "Jahr Media, vor­mals Jahr Top Special Verlag ist ein inter­na­tio­nal füh­ren­des Special-Interest-Medienhaus für exklu­si­ve, spor­ti­ve Zielgruppen und Europas füh­ren­der Verlag für Outdoor‑, Sport- und Freizeitzeitschriften. Der Verlag pro­du­ziert 18 peri­odisch erschei­nen­de Titel sowie rund 70 Sonderhefte.

    Jeweils 50 Prozent Anteil am Unternehmen hal­ten der JAHR-Verlag (Alexander Jahr) sowie der top spe­cial Verlag (Axel Springer AG). Die Familie Jahr ist auch mit 25 Prozent am Verlag Gruner+Jahr beteiligt. 

    2012 Alexandra Jahr über­nimmt die Anteile von Springer 

    Weitere Firmen die­ses Gesellschafters (Jahr Familie Hamburg)
    Spielbank Hamburg in 20354 Hamburg
    Spielbank Wiesbaden in 65189 Wiesbaden
    "

    https://www.wer-zu-wem.de/firma/jahr-top-special.html

    1. Und ich dach­te schon, der Spahn steckt dahinter…
      Jedenfalls glaub­te ich neu­lich mich tritt ein Pferd, als mein Blick kurz vor der Kasse auf die Schundblätter fiel und die­ses Magazin (das nie­mand braucht und hof­fent­lich kei­ner kauft) ganz laut leuchtete.…

  6. Mein Kollege Jens heu­te im Dienst auf die Frage ob er schon geimpft ist: "ja die ers­te Dosis, mit Astral Senegal" (oder so ähnlich).…und ob er kör­per­li­che Reaktionen hat­te: "nö, hab nie Reaktionen, auch nicht bei Weiss- und Rotwein. Lass mich ja auch immer gegen Grippe impfen."
    Da stellt sich die Frage – noch Zombie oder schon Roboter?

  7. Ich sehe gra­de das es in der Kommentarfunktion jetzt Daumen hoch und ‑run­ter Symbole gibt. Das ist toll. Für das oben bespro­che­ne "Magazin" wür­de ich mir zusätz­lich noch einen Kotz-Smiley wünschen.

  8. Hab ich was über­le­sen? Normaler wird doch Satire auf die­ser Seite gekenn­zeich­net , und läuft unter der Rubrik " amü­san­tes". Oder bin ich gera­de voll­kom­men neben der Spur . Das muss ein Scherz sein. Welcher erwach­se­ne Mensch kauft sich eine Zeitschrift mit dem Namen "Pieks" . .… das kann doch noch nicht wahr sein!! der link funktioniert?????
    Verantwortlich im Sinne der Presse:

    Alexandra Jahr
    JAHR MEDIA GmbH & Co. KG
    Jürgen-Töpfer-Straße 48
    D‑22763 Hamburg

    1. Ich habe die­ses Machwerk bei einem befreun­de­ten (infor­mier­ten) Zeitschriftenhändler gese­hen und habe ihn etwas unwirsch gefragt: "was soll denn das jetzt?". 

      Seine Antwort: "Mach dir kei­nen Kopf, ich habe es her­ge­legt, um zu sehen, wel­cher Bekloppte dafür 7 Euro hin­blät­tert. Keine alte Sau bisher."

  9. Dass ich mal christ­li­che Freikirchler abfei­ern wür­de, hät­te ich nie gedacht. Diese Broschüre der Fundichristen ist her­vor­ra­gend gut – seriö­se Informationen (nicht nur) für eine infor­mier­te Impfentscheidung.
    https://christen-im-widerstand.de/wp-content/uploads/2021/02/Ciwi_Impflyer_A5_final_gr.pdf
    Bis auf die dezent ein­ge­streu­te Frömmelei und die Gleichsetzung von Abtreibungen und sons­ti­gen Todesfällen im Statistikteil habe ich nichts auszusetzen.
    Argumente für den Widerstand – dazu darf man (genau!) auch Atheist, Agnostiker oder Muslim sein. Warum kommt sowas nicht von links?

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