5 Antworten auf „Unsere Couch war die Front“

  1. Subtile Randnotizen mei­ner bes­se­ren Hälfte: man ach­te im ers­ten Clip auf die sich in der Brille wider­spie­geln­den Höllenfeuer aka
    "Red Skies Over Paradise" (suche auf YT, fin­de eine bri­ti­sche Band namens Fischer‑Z und höre Sound der frü­hen 80er). Und im zwei­ten auf den Teil, als sie das Fenster schließt und im Hintergrund Schüsse zu hören sind. Also befin­den wir uns unter­schwel­lig tat­säch­lich im Krieg? Frage an den Historiker: wie hät­ten eine Leni Riefenstahl oder ein Josef Goebbels die­se Clips gefun­den? Was hät­te ein Sergej Eisenstein bemerkt? Wie sähe eine fik­ti­ve Auseinandersetzung die­ser Personen mit der Bildersprache die­ser Clips aus? Gibt es Analogien zu den Werken der o.g. RegieseurInnen?

    1. @covid-ugly: Der Historiker (ich) ist kein Filmwissenschaftler. Er erin­nert sich aber an Unterschiede. Während Eisenstein die Meuterei der Besatzung des rus­si­schen Kriegsschiffs Potemkin gegen ihre zaris­ti­schen Offiziere mit offe­ner Sympathie dar­stellt, sind mir die Werke von Riefenstahl als Verherrlichung der ari­schen Rasse bekannt. Ich bin (auch weil ich wei­land ost­eu­ro­päi­sche Geschichte stu­diert habe) nah bei Eisenstein und fern von Riefenstahl. Wenn wir nur for­mal blei­ben wol­len, haben bei­de Massenszenen in ihren Filmen. Massen kön­nen in Bewegung gesetzt wer­den und sie kön­nen sich selbst bewe­gen aus höchst unter­schied­li­chen Gründen. Ich gehö­re nicht zu den­je­ni­gen, die nase­rümp­fend Massen als mani­pu­lier­bar anse­hen, wäh­rend man selbst angeb­lich hoch intel­lek­tu­ell sich ein eige­nes Urteil bil­det. Mir sind Massen lie­ber, die für die Verteidigung der Grundrechte auf die Straße gehen, als ver­meint­li­che Bildungsbürger, die im stil­len Kämmerlein vor sich hin nör­geln, aber brav tun, was die Obrigkeit verlangt.

  2. Lieber AA, dan­ke für alles. Hoffen wir mal, dass die Schüsse nicht die auf der Treppe von Odessa waren. Und beden­ken Sie, dass bei­de Clips eigent­lich mas­siv gegen Bewegung von was auch immer agitiern.

  3. Jooo … hel-den-haft nix machen. Gaaar nix. Chicken wings lie­fern las­sen und auf Couch und Bett in einer erstaun­lich geräu­mi­gen Altbauwohnung mona­te­lang abgam­meln ohne die Bude zu verlassen.
    Ich habe Fragen:
    1) Wer hat die Chicken wings gelie­fert und wann wur­de der/die von wel­chem Kriegsgericht als Collaborateur mit dem vira­len Feind verdammt?
    2) Wer hat Chickenwings und die Miete für die schi­cke Altbauwohnung vom Einkommen wel­cher Tätigkeit bezahlt?
    3) Reden die bei den 22jährigen von durch­schnitt­li­chen Menschen oder von über­pri­ve­li­gier­ten, die vor­her in der Lage waren, ein Finanzpolster für meh­re­re Monate der Einkommenslosigkeit anzulegen?
    4) Soll das Feuerwerk im Hintergrund des zwei­ten Clips ein Hinweis auf eine Ausweitung des Shutdown zu einem Lockdown für Dezember und Januar dar­stel­len? Das Feuerwerk muss ja Silvester sein – alle ande­ren Optionen (Kampfgetümmel, 3. Oktober) fal­len ja aus.

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