Vom Impf-Neid zum Gönnen

Wo der "Tagesspiegel" ein Dummchen auf­fährt (s. Die traut sich was), gönnt sich die "Berliner Zeitung" einen leib­haf­ti­gen Psychoanalytiker. Derart weg­wei­sen­de Artikel wer­den von dpa ver­brei­tet, so daß er aller­or­ten zu lesen ist. Es geht um ein weit­ge­hend ima­gi­nier­tes Thema.

»Berliner Psychologe: Das kann man gegen Impfneid tun
Der Senat hat mehr Freiheiten für Geimpfte beschlos­sen. Ungeimpfte könn­ten dabei das Gefühl ent­wi­ckeln, zu kurz zu kom­men. Das rät ein Experte.

Berlin – Die Warteschlange für die Corona-Impfungen ist lang, vie­le Menschen fra­gen sich: Wann kom­me ich end­lich dran? Neben dem Schutz vor schlim­mer Erkrankung soll das Impfen auch wie­der mehr Normalität im Alltag oder beim Reisen ermög­li­chen. In Berlin sol­len Geimpfte künf­tig wie nega­tiv Getestete behan­delt wer­den. Grund genug, dass Emotionen manch­mal hoch­ko­chen. Eckehard Pioch, Psychoanalytiker und Vorsitzender des Psychoanalytischen Instituts Berlin, erklärt, wie man mit dem Thema Impfneid am bes­ten umge­hen kann.

… Jetzt gibt es mit dem Impfstoff ein erst­mal noch knap­pes Gut, das für alle begeh­rens­wert ist.

Diese Mangelsituation ruft gera­de­zu den Vergleich her­vor. Schnell stellt sich die Frage: Wieso wird der ande­re geimpft und ich noch nicht? Die Kriterien der Verteilung wer­den infra­ge gestellt und der eige­ne Mangel wird einem bewusst…

Wie kommt man denn vom Neid zum Gönnen?

Es ist erst­mal erstre­bens­wert, vom destruk­ti­ven zum kon­struk­ti­ven Neid zu kom­men. Man kann viel­leicht auch Handlungsmöglichkeiten für sich ent­de­cken, indem man Kompromisse macht. Vielleicht kann man eher geimpft wer­den, wenn man die Möglichkeit hat, einen ande­ren Impfstoff zu wählen.

Generell ist es not­wen­dig zu reflek­tie­ren und auch Grenzen zu akzep­tie­ren. Das ist eine ganz wich­ti­ge Fähigkeit: Begrenzungen zu erken­nen. Das ist nicht immer ein­fach, denn Grenzen zu über­win­den und zu erwei­tern hat immer schon zum Menschen gehört. In bestimm­ten Situationen muss man aber Begrenzungen akzep­tie­ren kön­nen.«

Und das Maul halten…

14 Antworten auf „Vom Impf-Neid zum Gönnen“

  1. Ich bin unend­lich dank­bar, dass ich mich aus­führ­lich über die Geschichte des Impfens, die mög­li­chen Impfschäden von ALS über MS bis zu Pakinson infor­miert habe. Ich emp­fin­de fast Trauer für unin­for­mier­te Impfschafe.

  2. Ich muss mich immer knei­fen, um mich zu ver­ge­wis­sern, dass ich nicht träu­me, wenn ich sowas sel­ten Behämmertes lese.
    Mittlerweile sind mei­ne Arme und Beine des­halb von blau­en Flecken übersäht. 

  3. Das ist das Märchen vom begehr­ten Impfstoff, das uns als Gute-Nacht-Geschichte erzählt wird. Das beför­dert bei nai­ven Individuen Stolz, wenn sie schon geimpft sind – und ande­re nai­ve Individuen glau­ben die­sen Blödsinn und sind nei­disch, dass sie nicht auch "vor­ge­zo­gen" wurden.
    Es gibt halt doch vie­le Menschen, die sich für sol­che dum­men Kampagnen ein­span­nen lassen!

  4. Und neu­lich hat­te ich noch einen hei­te­ren Dialog mit einem eigent­lich intel­li­gen­ten Bekannten, wel­cher sich trotz­dem imp­fen ließ, weil man ohne­hin nicht drum­her­um käme.
    Ich ent­geg­ne­te, dass ich mich nie­mals frei­wil­lig gegen C sprit­zen las­sen wür­de und schlug ihm vor, es bei mir mit umge­kehr­ter Psychologie zu ver­su­chen. Ich bin zumin­dest opti­mis­tisch, dass die­se Strategie nicht erfolg­rei­cher als die bis­he­ri­ge Angst- und Erpressungsstrategie ist.

  5. Da sitzt jemand in einer Werbeagentur und über­legt sich die­se gan­zen irr­sin­ni­gen Kampagnen (obwohl, die eng­li­sche Regierung hat defi­ni­tiv eine Abteilung für Psychokrieg eingespannt).

    Impfneid.
    Immunisierung.
    Nur ein Pieks.
    Lange Schlangen.
    Privileg.
    Gûnther Jauch.
    uvm.

  6. Aktuell bestehen 2 Drittel aller Corona-Krankenhauseinweisungen in England aus schon lan­ge dop­pelt Geimpften, die sich trotz­dem infi­ziert haben. Das ist durch­ge­dreh­ter als bei den Simpsons.

  7. "Generell ist es not­wen­dig zu reflek­tie­ren und auch Grenzen zu akzeptieren."

    Manche reflek­tie­ren nach der Gabe des "Impfstoffs": Ist er zu stark, bist du zu schwach!

  8. Muss man, um Impf-Neid, so es das geben soll­te, zu haben, besof­fen sein?
    Muss man eigent­lich bei der C‑Impfung nüch­tern sein?
    Wird da vor­her ein Alkohol oder Drogentest gemacht?
    Falls ja, wird ein Großteil der Bevölkerung – und vie­le Abgeordnete – nie geimpft werden.
    Und vie­le, die schon alko­hol­auf­fäl­lig waren und mit letz­ter Anstrengung viel­leicht noch "geschützt" wer­den kön­nen, müs­sen vor­her zum amt­li­chen Impf-Idioten-Test.
    http://blogs.deutschlandfunk.de/berlinbruessel/2016/03/03/von-drogen-und-abgeordneten-nuechtern-betrachtet/
    https://www.sueddeutsche.de/karriere/alkoholismus-unter-politikern-unter-druck-und-an-der-flasche‑1.1120397

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