Kritik an Lauterbachs STIKO-Appell

Das ist auf faz​.net zu lesen am 9.8.:

»Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist aus den Reihen von FDP und Union sowie den Kassenärzten für sein Dringen auf Empfehlungen für alle Altersgruppen bezüg­lich einer vier­ten Corona-Impfung kri­ti­siert wor­den. Die Ständige Impfkommission (STIKO) sol­le unab­hän­gig von der Politik agie­ren dür­fen, sag­te der gesund­heits­po­li­ti­sche Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Andrew Ullmann, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sag­te der Düsseldorfer „Rheinischen Post“, Impfempfehlungen müss­ten „von der wis­sen­schaft­li­chen Studienlage abhän­gig gemacht wer­den, nicht von poli­ti­schen oder per­sön­li­chen Wunschvorstellungen oder von Impfstoffverfügbarkeiten“…

Auch die Opposition kri­ti­sier­te Lauterbach. „Der Minister setzt die STIKO über die Medien bewusst unter öffent­li­chen poli­ti­schen Druck“, sag­te Tino Sorge (CDU), gesund­heits­po­li­ti­scher Sprecher der Unionsfraktion, der „Welt“. Mit Wissenschaft habe das nicht mehr viel zu tun. Kathrin Vogler, gesund­heits­po­li­ti­sche Sprecherin der Linksfraktion, kri­ti­sier­te: „Es kann nicht Aufgabe des Gesundheitsministers sein – egal wie hoch sei­ne wis­sen­schaft­li­che Expertise sein mag –, die Empfehlungen des zustän­di­gen wis­sen­schaft­li­chen Fachgremiums zu konterkarieren.["]«

Wer heu­te noch – als Oppositionspartei! – von Lauterbachs "wis­sen­schaft­li­cher Expertise" spricht, kann beim bes­ten Willen nicht ernst­ge­nom­men werden.


schwae​bi​sche​.de (4.8.)

Im Interview ver­sucht Mertens äußerst zag­haft, sich der Ausschaltung durch Lauterbach zu widersetzen:

»Braucht es ein eige­nes Gremium, um zu gewähr­leis­ten, dass Stiko und Ministerium sich in der Öffentlichkeit nicht widersprechen?

Eine Absprache wäre wohl auch auf ande­rem Wege mög­lich. Die Stiko äußert sich aller­dings nicht öffent­lich wäh­rend der Phase der Aufbereitung der Evidenz und der Diskussion über eine künf­ti­ge Empfehlung. Sie äußert sich öffent­lich erst, wenn die Entscheidung zu einer Empfehlung getrof­fen wur­de und das vor­ge­schrie­be­ne Stellungnahmeverfahren zur neu­en Empfehlung und zu der wis­sen­schaft­li­chen Begründung eröff­net wor­den ist.

In die­sem Verfahren kön­nen wis­sen­schaft­li­che Fachgesellschaften und Landesgesundheitsbehörden Stellungnahmen abge­ben, die dann in der Stiko dis­ku­tiert wer­den. Zum Abschluss wird die neue Empfehlung ver­öf­fent­licht. Erst mit den 20 Empfehlungen zur Covid-19- Impfung ist die Stiko gedrängt wor­den, sich frü­her zu äußern, was sach­lich prak­tisch nie gerecht­fer­tigt war.

Bundesminister Lauterbach hat sich in einem Gespräch mit mir ein Beratungsgremium zu Impffragen gewünscht. Die Geschäftsordnung der Stiko gibt die Möglichkeit, the­ma­ti­sche Arbeitsgruppen ein­zu­rich­ten, deren Aufgabe in der Unterstützung bei der Erarbeitung einer neu­en Empfehlung besteht. Die Stiko hat eine gan­ze Reihe der­ar­ti­ger Arbeitsgruppen, in wel­che auch stets wei­te­re exter­ne Experten zusätz­lich ein­ge­la­den wer­den können.

In einer Arbeitsgruppe wird der aktu­el­le Wissens- und Diskussionsstand zu einer neu­en Empfehlung erkenn­bar. Im spe­zi­el­len Fall soll sie auch dazu die­nen, eine Abstimmung von öffent­li­chen Äußerungen wäh­rend des Entstehungsprozesses einer neu­en Impfempfehlung zu ermög­li­chen. Dabei blei­ben die gesetz­lich vor­ge­ge­be­ne Selbstständigkeit der Stiko und die bestehen­de Geschäftsordnung der Stiko unbe­rührt…«

6 Antworten auf „Kritik an Lauterbachs STIKO-Appell“

  1. Ersetzen wir doch 'trotz' mit 'wegen': "Die letz­ten 4 Tage. Langsam geht es auf­wärts. Aber COVID ist kei­ne Kleinigkeit. Trotz 4 Impfungen und Paxlovid hat­te ich stär­ke­re Symptome als erwar­tet. Danke für die guten Wünsche. Hoffe, die Genesung ist bald kom­plett." https://​twit​ter​.com/​k​a​r​l​_​l​a​u​t​e​r​b​a​c​h​/​s​t​a​t​u​s​/​1​5​5​6​9​6​5​4​1​7​4​7​3​7​7​7​667 Meine Sicht auf die Welt ver­bie­tet es mir, Menschen etwas Schlechtes zu wün­schen. Das kann zeit­wei­se schon etwas her­aus­for­dernd sein…

  2. Wer auch immer irgend­was sagt zu die­ser Spritzerei:

    Niemand braucht es, N i e m a n d.
    Es müss­te doch end­lich dem Letzten klar sein, wie viel Unheil damit ange­rich­tet wird.
    "Denn sie wis­sen (.….) was sie tun"

    Noch etwas: Letzte Woche hat jemand Stein und Bein geschwo­ren, dass eini­ge Kanäle über die Restriktionen und Impfzwang in Russland berich­ten, und es des­halb sicher auch so sei.
    Dazu sie­he hier:
    https://​www​.anti​-spie​gel​.ru/​2​0​2​2​/​c​o​v​i​d​-​1​9​-​z​w​a​n​g​s​i​m​p​f​u​n​g​e​n​-​a​l​l​e​-​6​-​m​o​n​a​t​e​-​d​i​e​-​c​o​r​o​n​a​-​l​a​g​e​-​i​n​-​r​u​s​s​l​a​nd/

    Der Titel sug­ge­riert es auch, des­halb bit­te ganz lesen, wen es interessiert.

  3. Lauterbach hat heu­te vor dem Ministerium eine Stunde lang gere­det. Und zwar mit dem Sicherheitsdienst der ihn nicht mehr rein­las­sen wollte 😉

  4. Ich über­set­ze: Politisch – Deutsch.

    "Die Ständige Impfkommission (STIKO) sol­le unab­hän­gig von der Politik agie­ren dür­fen, sag­te der gesund­heits­po­li­ti­sche Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Andrew Ullmann". 

    -

    Der Schein, dass die STIKO unab­hän­gig von der Politik agie­re, müs­se unbe­dingt gewährt wer­den, sag­te Andrew Ullmann.

    ___________

    "'Der Minister setzt die STIKO über die Medien bewusst unter öffent­li­chen poli­ti­schen Druck' , sag­te Tino Sorge (CDU), gesund­heits­po­li­ti­scher Sprecher der Unionsfraktion".

    -

    Der Minister darf die STIKO nicht der­art plump über die Medien unter Druck set­zen, das merkt der Pöbel, sag­te Tino Sorge.

  5. Volksverhöhner Kalle L. Es wird sicher­lich die Zeit kom­men, da wird man ihn einen Schlächter nen­nen. Er kennt sich mit dem Schlächterbegriff ja aus.

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