Montagsspaziergänge: Machthaber Kretschmann läßt "Querdenker"-Wohnungen durchsuchen

swr.de (27.5.)

»Bei der Durchsuchung von Wohnungen der "Querdenker"-Szene im Kreis Karlsruhe und im Enzkreis wur­den laut Staatsanwaltschaft Beweismittel sicher­ge­stellt. Es gibt zwei Beschuldigte…

Vorwurf: Foto eines Polizisten ins Netz gestellt

Den bei­den wer­den jeweils unter­schied­li­che Vergehen vor­ge­wor­fen. In einem Fall geht es um einen Verstoß gegen das Urhebergesetz. Der Beschuldigte soll laut Staatsanwaltschaft im sozia­len Netzwerk Telegram das Bild eines Polizeibeamten ver­öf­fent­licht haben. Der zwei­te Beschuldigte soll zu ver­bo­te­nen, weil nicht ange­mel­de­ten Montagsspaziergängen auf­ge­ru­fen haben. Unter ande­rem die Stadt Karlsruhe hat­te unan­ge­mel­de­te Spaziergänge strikt verboten.

Telegram-Kanal derzeit gesperrt

Die Staatsanwaltschaft bestä­tig­te am Freitag Zeitungsberichte, wonach bei­de Männer den­sel­ben Telegram-Kanal benutzt hät­ten. Dieser Kanal sei der­zeit gesperrt, teil­te die Behörde mit, und zwar aus Gründen der Datensicherung und um ein Löschen der Daten zu verhindern.

Die Polizei beschlag­nahm­te bei den Durchsuchungen am Mittwoch Mobiltelefone und Datenträger. Die Ermittlungen dau­ern an.«


Justizminister weisungsbefugt gegenüber Staatsanwaltschaft

Ist die Vermutung, es han­de­le es sich hier um eine rein poli­ti­sche Maßnahme, zuläs­sig? In Berliner Generalstaatsanwaltschaft: Was klappt und was nicht wird die Gesetzeslage dar­ge­stellt und die­se Erläuterung zitiert:

»Weisungen kön­nen für jede staats­an­walt­li­che Tätigkeit in recht­li­cher und tat­säch­li­cher Hinsicht getrof­fen wer­den. Welcher Antrag soll gestellt wer­den, wie soll das Recht im kon­kre­ten Einzelfall aus­ge­legt wer­den, soll Ermessen aus­ge­übt wer­den – wenn ein Vorgesetzter eines Staatsanwalts hier eine Weisung trifft, muss er sie befol­gen. Um wen es sich über­haupt um Vorgesetzte han­delt, ist in § 147 GVG gere­gelt: Danach ist die Bundesjustizministerin gegen­über dem Generalbundesanwalt und den Bundesanwälten wei­sungs­be­fugt, auf Landesebene sind das die jewei­li­gen Justizminister. Anschließend kom­men in der Hierarchie die Generalstaatsanwälte der Generalstaatsanwalt an den Oberlandesgerichten. Beim Landgericht ist der Leitende Oberstaatsanwalt zu Weisungen befugt, der über den ein­zel­nen Oberstaatsanwälten – sprich Leiter ein­zel­ner Abteilungen – steht. Diese wie­der­um kön­nen gegen­über den ein­zel­nen Staatsanwälten Weisungen erteilen.

Als Staatsanwalt hat man den erteil­ten Weisungen nach­zu­kom­men, schließ­lich han­delt es sich um eine inter­ne Weisung inner­halb eines Beamtenverhältnisses…«
jura-online.de (9.12.20)

24 Antworten auf „Montagsspaziergänge: Machthaber Kretschmann läßt "Querdenker"-Wohnungen durchsuchen“

  1. Die soge­nann­ten " Hausdurchsuchungen" sind rei­ne Einschüchterungsversuche, die zei­gen sol­len, wo der Hammer hängt! Im Fall von Klaus Schimmelpfennig in Karlsruhe drän­gen 15 (!) Polizisten in Vollmontur mir­gen­s­tum 6 Uhr unter Überwindung einer Mauer in den Garten des Grundstücks ein und zer­trüm­mer­ten mit einer Ramme (!) die Terrassentür des Mannes und sei­ner Familie. Seine Frau und das Kleinkind (!) wur­den Zeugen! Das Haus hat im übri­gen eine Haustür und eine Klingel…
    Berichte über Hausdurchsuchungen bei Aktivisten häu­fen sich (mal wieder). 

    Im Video auf Bittel.TV lässt sich sehen, wie die Polizei in sei­nem Privatbereich gewü­tet haben muss. Es ist gut, die­ses Anschauungsmaterial zu haben. 

    Er ist einer der aktivs­ten Maßnahmenkritiker im Raum Karlsruhe und hat vie­le Demos organisiert. 

    Der Vorwurf: Posten eines Bildes in sei­nem Kanal https://t.me/grundrechte_jetzt [der Kanal wur­de der­zeit von der Polizei übernommen]
    Auf die­sem Bild sei ein Polizist zu erken­nen. Dies sei ein Verstoß gegen das Kunsturheberrechtsgesetz. 

    Deshalb – nur des­halb – wur­de ein Durchsuchungsbefehl gegen ihn erlas­sen. Durchsucht wur­den Auto und zwei Wohnungen.

    Die Polizei brach mor­gens um 6 Uhr mor­gens Mannstark mit einem Rammbock durch die Terrassentür, zer­stör­te dabei das das Glas, riss Schubladen auf, schmiss Dinge auf den Boden, beschlag­nahm­te Material das in kei­nem Zusammenhang mit dem „Delikt“ ste­hen kann und nahm alle Handys und Laptops mit.

    Klaus Schimmelpfennig wur­de sodann zum Zwecke einer voll­kom­men sinn­frei­en Identitätsfeststellung aufs Polizeirevier gebracht.

    Nicht nur das, man hat in sei­nen Telegramkanal ein­ge­grif­fen und allen Admins die Rechte ent­zo­gen. Es han­delt sich hier auch um geziel­te Sabotage eines Pressekanals.

    Mir ist schlei­er­haft, wie man bei die­sen Tatvorwürfen über­haupt einen Durchsuchungsbefehl unter­schrei­ben konn­te. Den Kanalinhalt kann man her­un­ter­la­den, es braucht hier­für kei­ne Beschlagnahme. Damit lie­gen die rele­van­ten Tatsachen im Netz – offen zugäng­lich. Selbst wenn man meint, man dür­fe des­halb durch­su­chen und Smartphones- und Laptops beschlag­nah­men, dann gibt es kei­nen Grund des­halb die Wohnung zu ver­wüs­ten, das Haus des „Verdächtigen“ zu beschä­di­gen, teil­wei­se zu zer­stö­ren und völ­lig sach­frem­de Gegenstände zu beschlag­nah­men, im Übrigen auch Medikamente. 

    Dieses Verhalten ist nicht nur in höchs­tem Maße rechts­wid­rig, son­dern sogar straf­recht­lich relevant.

    Klaus Schimmelpfennig setzt sich mit rechts­staat­li­chen Mitteln zur Wehr, wenn der Staat ihm und der Freiheitsbewegung übel mit­spielt. Das ist nicht nur legi­tim, son­dern für freie Bürger die wie­der in einem frei­heit­li­chen Rechtsstaat leben möch­ten auch gebo­ten. Diese Aktion heu­te ziel­te offen­sicht­lich auf Rache, Demoralisierung und Einschüchterung ab. 

    Hierüber über­haupt öffent­lich zu berich­ten ist des­halb eine zwei­schnei­di­ge Sache. Andererseits dür­fen sol­che Übergriffe nicht unbe­merkt bleiben.

    Paul Brandenburg hat mit der Hausdurchsuchung bei ihm im Mainstream Gehör gefun­den https://t.me/paulbrandenburg/831 – nun ist auch klar, was der Vorwurf war.

    Es wäre zu wün­schen, wenn über die­ses Verhalten, das man viel­leicht in fer­ne­ren Ländern erwar­ten wür­de, auch außer­halb unse­rer Bubble Druck auf­ge­baut würde.

    1. So, wie Sie das über­fall­ar­ti­ge Wüten, das die Polizei im Haus von Klaus Schimmelpfennig prak­ti­ziert hat, erin­nert mich das an das Vorgehen von Überfallkommandos mit dem Namen SA. Unter der Polit-Macht der Grünen-cdu-spd in der LandesreGIERung in BaWü.

      1. @ Überfallkommando:
        So wur­de wäh­rend der Nazizeit vor­ge­gan­gen. Der Lehrer hat­te um die Entbindung aus dem Schuldienst das Ministerium für Volksbildung in Dresden ersucht, weil er (der Lehrer) den Hitlergruß (in der Schule, als Lehrer) nicht zei­gen wollte.

        "… Am 16. Juli 1933 rich­te­te Manfred Pollatz ein Gesuch an das Ministerium für Volksbildung in Dresden, ihn von sei­nem Amt als Studienrat an der Landesschule zu ent­bin­den, da er auf­grund sei­ner reli­giö­sen Überzeugung den Vorschriften der gera­de ergan­ge­nen Verordnung zum Hitlergruß in den Schulen nicht Folge leis­ten kön­ne. Daraufhin wur­de er auf­grund von § 6 des 'Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums' („Vereinfachung der Verwaltung“) vom 7. April 1933 in den Ruhestand ver­setzt. Am 23. August 1933 besetz­te ein Überfallkommando der SA das Haus von Pollatz und ver­haf­te­te ihn gemein­sam mit 200 ande­ren Bürgern aus Klotzsche und dem Nachbarort Hellerau. …"
        Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Pollatz

        Soll ich mich genö­tigt füh­len, auf Grund der Tatsachen, jetzt die Befehlsgeber des Überfallkommandos in Karlsruhe gegen Herrn Schimmelpfennig, in der Tradition derer von 1933 fort­fol­gen­de Jahre zu betrach­ten, geschicht­lich ein­zu­ord­nen? Fragen über Fragen. Na, die Grüns (oder sind es die Braun-Grüns) wer­dens schon wis­sen, wel­chen his­to­ri­schen Gewaltgestalten sie fana­tisch anhän­gen und wes­sen Gewalt-Geschäft sie betrei­ben und sie betrei­ben lassen.

  2. Wir leben in einer soge­nann­ten „Westlichen Demokratie“. Der Kim-Jong klopft sich ver­mut­lich auf die Schenkel.

    1. @ Stefan

      Das dürf­te in den ande­ren Bananenländern auch nicht anders sein. Nur mit repu­bli­ka­ni­schen Verhältnissen hat das nichts zu tun.

  3. Hausdurchsuchungen sind ja rich­tig in Mode gekom­men, im Besten aller Deutschlands, die wir je hatten.

    Ein Glück, dass wir beson­ne­ne, unab­hän­gi­ge Richter haben, die nicht ein­fach alles abni­cken, was ihnen vor­ge­legt wird.

  4. https://mobile.twitter.com/Karl_Lauterbach/status/1288031425086787585

    Es kann sein, dass kein "Impfstoff" gelingt, sagt Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister.

    Zitat:

    lie­ber @hendrikstreeck
    Sie haben völ­lig Recht, es kann sein, dass kein Impfstoff gelingt. Ich sage nur, dass es mir unwahr­schein­lich erscheint auf Grundlage bis­he­ri­ger Studien und Gesprächen mit Corona-Virologen. Ist das „ver­quer“? Bis zur Impfung rate ich zur beson­de­ren Vorsicht

    Bis zur "Impfung"? Und NACH der "Impfung", die kei­ne ist? Wie lan­ge rät er denn zur beson­de­ren Vorsicht für alle "Geimpften" und un-"geimpften"? Stimmt es, was er damals gesagt hat?

    1. @ Hä?
      Da der Ober-Ömpfer KLauterbach nun sogar öffent­lich gesagt hat (gemäß Gezwitscher-Plattform-Veröffentlichung sei­ner Worte), dass es kei­ne Ömpfung geben kann, wes­halb kauft die­ser KLauterbach über­haupt noch das Dreckszeug, was fälsch­lich mit dem Begriff "Impf"stoff titu­liert wird, ein?

      Die Aussage ovn KLauterbach ist für mich eher wirr.

      Den Kopf aus der juris­ti­schen Schlinge bekommt KLauterbach nicht mehr.

      1. Bis dahin hat er aber Milliarden in die Pharmaindustrie ver­senkt. Von den Folgekosten der „Impfschäden“ nicht zu spre­chen. Das gesam­te Kabinett ist dabei unse­re Volkswirtschaft zu zer­stö­ren. Da nützt es auch wenig, wenn sie danach zur Verantwortung gezo­gen wer­den. Es muss sofort etwas pas­sie­ren, denn unse­re Steuergelder sind unrett­bar in den Taschen der Superreichen gelandet.

  5. "Bestrafe einen, erzie­he hundert."
    (Mao Tse-tung)

    Natürlich geht es hier um Einschüchterung. 

    Und was mich betrifft, muss ich lei­der sagen:
    Es funktioniert.

  6. Wie lächer­lich die Polizei manch­mal vor­geht seht ihr an die­sem Beispiel.

    Ein Mann kauf­te bei einem Waffenhändler ein PINKES Spielzeuggewehr für sei­ne Tochter.Auch bei ihm wur­de die Tür eingetreten…Also Spielzeugwaffen immer in einen schwar­zen Müllsack ver­pa­cken lassen…wenn ich mich rich­tig erin­ne­re gab auch beim Waffenhändler des­we­gen eine Hausdurchsuchung…

  7. Mir ist völlig klar, dass es vollkommen sinnlos ist.
    Ich habe anlässlich dieses Blogeintrages hier heute wieder einmal (noch einmal?) eine meiner "Rundmails" verschickt, wie ich sie seit anderthalb Jahren an etwa 25-30 mir noch bekannte Menschen sende.

    Langsam widert mich auch das an.

    Ich kopiere den Text trotzdem hierher. - Warum auch immer. (Vielleicht geht es mir darum, mir selbst eindeutig darüber klar zu werden, dass ein neues, ein unumkehrbares Stadium erreicht ist. - Ich suche noch nach einer Antwort.)

    Betreff: Einfach weiter schweigen

    Ja, liebe Leserin, lieber Leser,

    schweige nur weiter!
    Stecke nur weiterhin den Kopf in den Sand!
    Verleugne nur weiter, dass Du einst ein Mensch warst!
    - Mach's einfach so wie fast alle, jedenfalls wie die Mehrheit hierzulande, und die Mehrheit war doch immer schon im Recht, nicht wahr?

    Nimm nicht zur Kenntnis, dass dieser Staat - der nicht mehr meiner ist! - nunmehr Sondereinsatzkommandos meine Türen aufbrechen lässt, weil ich ein Foto von einem an einem Montagsspaziergang gewalttätig gewordenen "Polizisten" in einem Telegram-Kanal gepostet habe.
    Nimm nicht zur Kenntnis, dass dieser Staat - der nicht mehr meiner ist! - bei dieser SEK-Aktion mein Haus verwüstet und meine Angehörigen, darunter Kleinkinder, zu Tode erschreckt hat.
    Nimm nicht zur Kenntnis, dass dieses Regime mich, die ich an Montagsspaziergängen teilgenommen und sie mit all meiner demokratischen und menschlichen Kraft unterstützt habe, bei dieser Polizeiaktion verhaftet hat, um meine Personalien - die für jeden offenliegen - zu "überprüfen".

    Stecke, liebe Leserin und lieber Leser, doch einfach weiter den Kopf in den Sand angesichts all dieser Junta-Diktatur-Methoden, die das Alof-Scholz-Regime (das ist das ohne rote Linien, in dem sich heutzutage auf Bundesverfassungsgerichtsurteil hin Menschen gegebenenfalls [nämlich, wenn sie eine der tödlichen Spritzen erwischen, die das Bundesverfassungsgericht einräumt] zu Tode spritzen lassen müssen; aktuell noch "nur" Menschen im Gesundheitswesen, um andere zu "schützen", obwohl allseits anerkannt ist, dass dieser Schutz durch diese Spritzen nicht gewährt wird)
    - steck doch also, liebe Leserin und lieber Leser, einfach weiter den Kopf in den Sand, wenn Menschen wie mir von Sondereinsatzkommandos auf Regimebefehl hin die Tür mit Rammen zerstört, mein Hab und Gut verwüstet und meine und die meiner Angehörigen Psyche traumatisiert wird:

    https://www.corodok.de/montagsspaziergaenge-machthaber-kretschmann/
    Falls die geneigte Leserin, der geneigte Leser soweit vorgedrungen sein sollte: So lese sie und er dort bitte den 3. Kommentar (von einer "Regina", sie sagt, was im Moment dazu zu sagen ist).
    Und damit ist auch klargestellt, dass all das mich "persönlich" noch nicht getroffen hat, sondern "nur" einen Menschen, der in Baden-Württemberg über die Politik der letzten 2,5 Jahre so denkt wie ich. Aber es ist - dank eures Schweigens - nur eine Frage der Zeit, wann es mich so trifft.

    Nochmals erlaube ich mir, diese Mail an ehemalige LeserInnen zu schicken, die mich gebeten hatten, von mir (wahlweise "Covidiotin", "Nazi" oder neuerdings "staatsdelegitimierende Grundgesetzfeindin") keine Mails mehr zu erhalten.
    - Und damit ist klar: Ich bin wirklich ein Idiot! Denn ich weiß doch:
    Der Mensch ist bereit, auch das letzte Stückchen Menschlichkeit aufzugeben, wenn ihm nur genug Angst gemacht wird.
    Das beweist gerade die Mehrheit der Menschen hierzulande.

    ~ ~ ~

    Da das so ziemlich alle vergessen haben, erinnere ich noch einmal daran: Wir sterben alle.
    Und das ist gut so!

    Ich werde alles mir als Mensch Mögliche dafür tun, dass wir als Menschen sterben können - nicht als die Orwellschen 1984-Untertanen inklusive digitaler ID, zu denen Euer Schweigen uns zu verdammen im Begriff ist.

    Beste Grüße, ich kehre nun mal weiter die Trümmer meiner Wohnungstür zusammen.
    Corinna

    ~ ~ ~
    Herzliche Grüße aus dem Witwesk in die Runde

  8. Ach, was muß man oft von bösen Kindern hören oder lesen! Wie zum Beispiel hier von die­sen, Welche Max und Moritz hie­ßen. Die, anstatt durch wei­se Lehren Sich zum Guten zu bekeh­ren, Oftmals noch dar­über lach­ten Und sich heim­lich lus­tig mach­ten. — — Ja, zur Uebelthätigkeit, Ja, dazu ist man bereit!

    Wie gut, daß ich einen sol­chen Überfall schon im November 2002 erlebt habe mit­samt mei­ner Familie, mei­nen Kollegen und mei­nen Freunden und Partnern: Alle, die dabei waren, sagen, es hät­te sie nach­hal­tig trau­ma­ti­siert, aber auch immu­ni­siert, sie hiel­ten seit damals alles für mög­lich und bau­ten in jeder nur denk­ba­ren Hinsicht vor. Vorbauen heisst: Sich nie­mals mehr durch den sog. Rechtsstaat geschützt zu füh­len – zwar sehnt man sich zurück in die Zeiten des jung­räu­li­chen Zutrauens auf den Instanzenweg, einer sorg­fäl­tig abge­wo­ge­nen, gegen­ein­an­der abge­grenz­ten Gewaltenteilung – ist man aber ein­mal hin­ter die­se Brandmauer gefal­len und war die Zugbrücke unwie­der­bring­lich hoch­ge­zo­gen, hin­ter der man recht­los allem aus­ge­setzt war, was man vor­her beim bes­ten Willen für abso­lut unmög­lich gehal­ten hat, ist man im wahrs­ten Sinn des Wortes abge­brüht und ja, auch nicht mehr geneigt sich ins Gefechtsfeuer frei­wil­lig zu bege­ben, um dar­in umzu­kom­men (für ande­re? für sich selbst? in Kauf neh­mend, was den Nächsten und Liebsten dann auch blüht?). 

    Wie so etwas geht? 

    Blind jeden Durchsuchungsbeschluß unter­schrei­ben­de Richter gibt es an jedem Amtsgericht, jedem Insolvenzgericht, jedem Nachlaßgericht, jedem Betreuungsgericht und sie haben dafür ihre wil­li­gen Vollstrecker jeder­zeit zur Hand (für jeden Juristen ist es ein 6er im Lotto an einem der o.a. Gerichte "gelis­tet" zu sein, so ent­ste­hen Vermögensdrehscheiben zwi­schen amt­li­chen Vermögensverwaltern und Richtern, wie sie schon von Charles Dickens in Bleakhouse beschrie­ben wur­den, die Zeiten ändern sich nie). 

    In man­chen Fällen genügt schon der Eröffnungsbeschluß eines Insolvenzverfahrens, das auch anonym von einem Nachbarn bean­tragt wer­den kann, wenn er den Postboten immer mal wie­der mit einem gel­ben Brief in der Hand vor den Briefkästen ste­hen sieht (bei Amtsvormundschaften sieht es nicht viel anders aus, prak­tisch alles, was dann einem Juristen als Vermögensverwalter anver­traut wird per Gerichtsbeschluß wird unter­ein­an­der aus­ge­han­delt und grün­det auf win­digs­ten Indizien): 

    Daß es ein miß­güns­ti­ger Nachbar war, ist jedoch neu­er­dings nicht mehr sehr oft der Fall, in der Regel lan­ciert man eine anony­me Anzeige mit ver­blüf­fend genau­er Kenntnis der vor­han­de­nen Vermögenswerte und noch genaue­rer Kenntnis der dafür not­wen­di­gen Sondereinheiten, die dann per Razzia ein­rei­tet mit weit­ge­hends­ten Befugnissen samt Beschlagnahmung aller Unterlagen. Die ja auch Beweismittel sind, von denen man prak­ti­scher Weise dann ein- für alle­mal abge­schnit­ten ist, denn das Sichten dau­ert wegen der "Terrabyte gro­ßen Datenmengen" immer jah­re­lang und lagern nicht etwa im Gericht, son­dern beim Vermögensverwalter selbst in sei­nen Katakomben.

    Fremdanzeigen erfol­gen aus­schließ­lich bei vor­han­de­nem Vermögen, arme Schlucker dür­fen sang- und klang­los in die Grundsicherung samt Offenbarungseid sich ver­ab­schie­den. Bei Corona natür­lich alles immer nur win­digs­te Vorwürfe, Vermögen spielt da nur am Rande eine Rolle, es genügt das Glaubwürdigkeitsvermögen, das der ande­re besitzt, der Marodierende aber nicht (mehr).

    Die Unschuldsvermutung gilt des­halb auch nie für vor­aus­ei­lend Stigmatisierte, die durch sämt­li­che Igitt-Bäh-Raster fal­len beim Publikum, das noch immer tief in sei­nen Genen den Schuldturm ste­cken hat, den Rädelsführer, die Streckbank und den öffent­li­chen Pranger. Hockertz sagt in sei­nem letz­ten Video, er hät­te wochen­lang wei­nen müs­sen nach­dem er die­se Stigmatisierung (geteert und gefe­dert wäre der bes­se­re Ausdruck dafür) selbst am eige­nen Leib erfah­ren hat. 

    Ab die­sem Zeitpunkt weiß jeder Bescheid und ist man hin­ter die Brandmauer verschleppt: 

    Spätere Freisprüche ers­ter Klasse oder gar Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichtes, die alles in die Tonne tre­ten, was an Rechtsförmigkeit zuvor von allen Seiten behaup­tet wor­den war, erschei­nen als Randnotiz, sel­ten mit den dafür pas­sen­den, def­ti­gen Einordnungen wie "gie­ri­gem Vermögensverwalter wird von Gläubigern das Vertrauen ent­zo­gen" – falls so etwas doch ein­mal vor­kommt, zahlt man auch dafür einen hohen Preis:

    Niemand, der über Jahrzehnte Menschen bedrückt, bedrängt, gelo­gen und betro­gen hat und dafür dem Staatsapparat samt Gewaltmonopol beden­ken­los den Einsatzbefehl ertei­len konn­te, behält dabei ein intak­tes Selbstwertgefühl und noch weni­ger die Liebe und die Anerkennung sei­ner Nächsten, sei­ner Angestellten und Partner (auch von Bill Gates wen­den sich sei­ne Kinder ab). Intakt bleibt des­halb nur die Rachsucht, das Zertretenwollen des Aufbegehrenden, der Neid auf den Zusammenhalt der­je­ni­gen, die sich ihm ent­ge­gen­stel­len und das völ­lig Unmässige der "Vergeltungsaktionen" bis dahin, daß jeder Beitrag im Internet über 20 Jahre aus­ge­druckt und abge­hef­tet auf­be­wahrt wird. Brandenburg ist dafür das bes­te Beispiel: Sich sogar noch lus­tig zu machen im Niederwerfensrausch des Angreifers ist genau der Stoff aus dem das rest­lo­se Vernichtenwollen erwächst:

    Das ken­ne ich sehr gut.

    Das blas­se Gesicht von Ken Jebsen im September 2020 hat für mich in die­ser Hinsicht Bände gespro­chen: Man konn­te da einen Menschen sehen, dem ein grau­si­ges Todesurteil zuge­gan­gen war: Blass und gefaßt zwar, aber mit jeder Faser sei­ner Existenz wis­send was auf ihn zukom­men würde. 

    Ein guter Freund sagt dazu:

    Hättest Du tau­schen wollen? 

    Nein, natür­lich nicht. 

    LG Josi

    1. Wie so etwas geht?
      Ja genau­so geht das, Josi.
      Mit "Recht"sstaat hat das nix zu tun.
      Und lei­der kenn ich das auch.
      D hat fer­tig. Absolut.

  9. Na ja, wenn erst mal Menschen ihre Wohnungen 'dank' der Inflation und des kapi­ta­lis­ti­schen Wohnungsmarkts ver­lo­ren haben, fällt immer­hin die Möglichkeit weg, dass auf bru­tals­te Art und Weise die­ser per­sön­li­che Schutzwall durch­bro­chen wird (unter der Brücke kann man ver­mut­lich nicht so wüten..) und wenn man nichts mehr hat, kön­nen sie einem auch nichts mehr weg­neh­men (Zynismus Ende). 🙁

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.