nichtohneuns ("Demokratischer Widerstand) outet sich

Immer dring­li­cher wur­den die Veranstalter der "Hygiene-Demo" an der Berliner Volksbühne auf­ge­for­dert, sich von Nazis zu distan­zie­ren. In ihrem aktu­el­len "Widerstand"-Blatt, das angeb­lich in einer Auflage von 380.000 Exemplaren erscheint, beken­nen sie Farbe:

"Um es klar zu sagen: Mit Antisemiten und natio­na­lis­ti­schen Holocaustleugnern haben unse­re Spaziergänge nichts zu tun. Wir ver­tei­di­gen die Freiheitlich-Demokratische Grundordnung gegen Schlechteres. Nein dan­ke, hier bit­te nicht!

NUN ZU UNSEREN LINKEN MITBÜRGERN:
Bis dato ver­sagt die kri­ti­sche Intelligenz der Republik auf gan­zer Linie. »Guten Morgen, Faulpelze! Aufstehn, Diktatur ist fer­tig!« Die Kollegen inter­es­sie­ren sich gera­de vor­nehm­lich für Menschen in ande­ren Regionen des Planeten, aber nicht für sich sel­ber. Das ist vor­nehm, ultra­fein und unterstützenswert. Wir hier sind aber auch noch da. Oder wol­len sie etwa sagen: »Uns geht es hier ja noch so gut«? Wir haben auch für sie die Versammlungsfreiheit zurückerstritten." Link

Mit die­ser "Abgrenzung" kön­nen RassistInnen und Ausländerfeinde bes­tens leben. Die AfD ist offi­zi­ell Israel-freund­lich, zu nai­vem Leugnen des Holocausts wird sie sich nicht hin­rei­ßen las­sen. „nichtoh­neuns ("Demokratischer Widerstand) outet sich“ weiterlesen

Schweden: Reproduktionszahl unter 1

"Stockholm – Die Zahl neu­er Corona-Ansteckungen geht nach Angaben der natio­na­len Gesundheitsbehörde in Schweden zurück. Der schwe­di­sche Staatsepidemiologe Anders Tegnell bestä­tig­te im Gespräch mit dem Sender SVT, dass die soge­nann­te Reproduktionszahl seit eini­gen Tagen unter 1,0 liege…

Eine Zusammenstellung der schwe­di­schen Gesundheitsbehörde zeigt laut dpa-AFX, dass die Reproduktionsrate im Land seit dem 10. April rela­tiv sta­bil bei rund 1,0 lag. Am 1. April hat­te sie dem­nach noch 1,40 betra­gen, am 25. April – dem letz­ten bis­lang ver­öf­fent­lich­ten Wert – nach mehr­tä­gi­gem Rückgang nur noch 0,85.

Schweden geht im Kampf gegen die Corona-Krise einen inter­na­tio­nal beach­te­ten Sonderweg. Im Vergleich zu den meis­ten ande­ren Ländern hat das skan­di­na­vi­sche Land mit locke­re­ren Maßnahmen auf die Pandemie reagiert, Kindergärten, Schulen und ande­re Einrichtungen wur­den zum Beispiel nie­mals geschlossen."

Das berich­tet heu­te die Berliner Zeitung

Tagesspiegel sucht händeringend neues Feindbild

In einem heu­ti­gen Bericht zum 1. Mai in Kreuzberg trau­ert das Blatt:

"Früher wur­den am 2. Mai immer die Scherben in Kreuzberg zusam­men­ge­kehrt, und dann wur­de Bilanz gezo­gen. Wie vie­le Autos brann­ten? Wie vie­le Festnahmen? Wie vie­le ver­letz­te Beamte?"

Da sieht es dies­mal mau aus. Da ein 1. Mai in Kreuzberg ohne Panikmache wohl schlecht fürs Zeitungsgeschäft ist, muß dies her:

"Wird Kreuzberg 36 das Ischgl an der Spree? Doch solch dicht gedräng­te Menschenmengen hat die Stadt seit Ausbruch der Pandemie nicht gesehen."

Doch? Naja, doch. Zwar fällt dem Autoren auf: „Tagesspiegel sucht hän­de­rin­gend neu­es Feindbild“ weiterlesen

Nachdenken oder schockstarr bleiben?

Ein Kommentar im heu­ti­gen Tagesspiegel meint:

"Es braucht Raum für Rede und Widerrede 
Zweifler an den Corona-Maßnahmen sind noch kei­ne Verschwörungstheoretiker

Wenn die Zustimmung der Bevölkerung zu den Corona-Einschränkungen nicht sin­ken soll, muss es Raum für Rede und Widerrede geben…

Denn es ist schon auch so: Unter denen, die sich sor­gen, dass nicht das Richtige getan wird, sind Namen von Rang…

Die Zahl derer wächst, die sich in der Tiefe mit den Zahlen beschäf­ti­gen, die die Politik ihren Entscheidungen zu Grunde legt, dar­un­ter das Zustandekommen von „R“, dem Reproduktionsfaktor. „Nachdenken oder schock­starr blei­ben?“ weiterlesen

Geisel: schlichte Unvernunft

'Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat den Aufzug… in Zeiten der Corona-Krise scharf kri­ti­siert. „Dass sich Menschen in sol­chen Größenordnungen mit so gerin­gem Abstand ver­sam­meln, ist schlich­te Unvernunft“, sag­te Geisel in der RBB-Abendschau am Freitag mit Blick auf die gel­ten­den Corona-Einschränkungen.' Link

Geisel sprach von «kopf­lo­sem Aktionismus» von meh­re­ren tau­send- nein, nicht PolizistInnen.

Legenden auf allen Seiten: Zu den Demos vor der Volksbühne

Neben die Auseinandersetzungen um den Rosa-Luxemburg-Platz selbst, die natür­lich die Polizei gewinnt, tobt ein "Krieg um die Köpfe", in dem alle Seiten zu Legenden greifen.

Die Veranstalter mit einem dif­fu­sen Wir-sind-nicht-rechts-und-nicht-links-son­dern-libe­ral, das sug­ge­riert, eine Positionierung zu demo­kra­ti­schen Rechten sei klas­sen- oder sonst­wie neu­tral und sie sei­en die Guten gegen den Rest der Welt.

Sie dür­fen sich nicht wun­dern: Wer über Wochen hin­weg hin­nimmt, daß pro­mi­nen­te Nazis bei den Aktionen auf­lau­fen, daß die spä­tes­tens seit Pegida ver­brann­te Parole "Wir sind das Volk!" mas­sen­haft skan­diert wird, wird dafür von AntifaschistInnen bekämpft wer­den. Sie haben ihrem Anliegen damit einen Bärendienst erwie­sen. „Legenden auf allen Seiten: Zu den Demos vor der Volksbühne“ weiterlesen

Recht auf Homeoffice??

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ver­steht es, sich beliebt zu machen. Für Kurzarbeiter erhöht er (in län­ger anhal­ten­den Fällen) die Zahlungen – aus Geldern, die ihm nicht gehören.

Die Bundesagentur für Arbeit hat zu zah­len, also die Kasse, in die "Arbeitnehmer" und "Arbeitgeber" antei­lig ein­zah­len. Unternehmen bekom­men dabei die Sozialbeiträge für Kurzarbeit zu 100% erstattet.

Eine der neue­ren Ideen ist das "Recht auf home­of­fice", das er Beschäftigten zukom­men las­sen will. „Recht auf Homeoffice??“ weiterlesen

Was ist so anders in Österreich?

"Knapp sechs Wochen nach­dem wegen der Corona-Pandemie das Betreten des öffent­li­chen Raums gene­rell unter­sagt und nur für spe­zi­fi­sche Ausnahmen gestat­tet wor­den ist, geht die Regierung in Wien vom 1. Mai an zu einer offe­ne­ren Regelung über. Das kün­dig­te Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Dienstagmorgen an. Weiterhin gilt das Gebot, einen Mindestabstand von einem Meter zu Personen, die nicht im eige­nen Haushalt leben, ein­zu­hal­ten. Unter die­ser gene­rel­len Maßgabe sol­len vom 15. Mai an auch Restaurants, von Ende Mai an Hotels geöff­net wer­den kön­nen… „Was ist so anders in Österreich?“ weiterlesen

Berlin: Neues Deutschland kritisiert eigenen Senat

In einem Kommentar des "Neuen Deutschland" von heu­te wird angemerkt:

"Der dies­jäh­ri­ge 1. Mai dürf­te in schlech­ter Erinnerung blei­ben: Ausgerechnet Rot-Rot-Grün hat die lan­ge Jahre prak­ti­zier­te Deeskalationsstrategie der Polizei fal­len gelassen..

»Die Politik der aus­ge­streck­ten Hand kann es dies­mal nicht geben«, hat­te Innensenator Andreas Geisel (SPD) im Vorfeld im »Spiegel« ange­kün­digt. Mit die­sem unnö­ti­gen Aufmuskeln mag der Innensenator, der mit sei­ner Politik ger­ne die rech­te Mitte abde­cken will, zwar unter Hardlinern Punkte machen. Für das Ziel einer pro­gres­si­ven Innenpolitik ist die neue Markigkeit indes kein gutes Omen. In der Walpurgisnacht etwa stan­den die 1000 Polizisten, zum Teil ohne Mund-Nase-Schutz, sich in Berlin die Beine in den Bauch… „Berlin: Neues Deutschland kri­ti­siert eige­nen Senat“ weiterlesen

Fake News um Drosten-Studie

Die Medien über­schla­gen sich mit Warnungen des Mannes, der kei­ne 20 Minuten ohne Mikrofon leben kann. Angeblich ver­fügt er über sen­sa­tio­nel­le neue Erkenntnisse, die ihn abra­ten las­sen, Kitas zu öffnen.

Will man das glau­ben, dann hie­ße das, inner­halb von 2 Tagen habe es eine wun­der­sa­me Erkenntnisquelle gege­ben. Die AutorInnen der Studie müs­sen zwar anmer­ken, daß ihre Datengrundlage äußerst schmal ist, kom­men aber schon mal zu dem Schluß:

"We recom­mend collec­ting and eva­lua­ting more viral load data from tes­ting labo­ra­to­ries to achie­ve more robust sta­tis­ti­cal assess­ments and inde­pen­dent con­fir­ma­ti­on of the pre­sent results. Based on the absence of any sta­tis­ti­cal evi­dence for a dif­fe­rent viral load pro­fi­le in child­ren found in the pre­sent stu­dy, we have to cau­ti­on against an unli­mi­ted re-ope­ning of schools and kin­der­gar­tens." Link

Es ist unüb­lich in der wis­sen­schaft­li­chen Welt, der­ar­tig fra­gi­le Ergebnisse vor einer Diskussion in der Fachwelt in die gro­ßen Medien zu set­zen. Aber offen­bar galt hier eher: The show must go on.

In sei­nem Podcast vom 28.4. zitiert Drosten eine nie­der­län­di­sche Studie, die zu ganz ande­ren Ergebnissen kommt, stellt dann fest, daß er so gut wie gar kei­ne Daten über Kinder zur Verfügung hat und kün­digt eine Untersuchung an, auf die er gespannt ist.: „Fake News um Drosten-Studie“ weiterlesen