Warum so unseriös, Herr Homburg?

Am 5.6. ver­öf­fent­lich­te Stefan Homburg die­sen Tweet:

twitter.com (5.6.)

Daran ist nichts aus­zu­set­zen, ver­weist er doch auf die Quelle herzstiftung.de

Ob die Formulierung, man war­ne vor Neben­wirkungen, den Inhalt dort trifft, mag man selbst entscheiden.

Was gar nicht geht, ist ein Folge-Tweet:

twitter.com

Offenbar, so sol­len wir den­ken, fügt die Herzstiftung ihrer Antwort eine Grafik bei, die belegt, daß bei über 18-Jährigen die Zahl der "infi­zier­ten" Geboosterten um ein Vielfaches höher ist als die der nicht "Geimpften".

Ich weiß nicht, woher die Grafik kommt, die Zahlen aus dem Februar und März dar­stellt, und Homburg ver­rät es nicht. * Auf jeden Fall nicht von der Herzstiftung. Deren Tweet sieht näm­lich in Wirklichkeit so aus:

twitter.com (5.6.)

Was sagt die Herzstiftung?

»Neuartige Thrombose – sehr selten, aber gefährlich

Covid-Impfungen kön­nen eine brei­te Autoimmunantwort gegen Thrombozyten aus­lö­sen. Herzstiftung unter­stützt Projekt zur Erforschung des Mechanismus. 

Von 100.000 Patienten sind 1–2 betroffen

Bereits Anfang 2021 beob­ach­te­ten Ärzte und Wissenschaftler, dass nach einer Impfung mit Adenovirus-basier­ten Impfstoffen wie Vaxzevria (AstraZeneca) und Johnson&Johnson sel­te­ne Komplikationen auf­tra­ten. Bei den betrof­fe­nen Patienten ent­wi­ckel­ten sich inner­halb von 5 bis 30 Tage nach der ImpfungThrombosen (Blutgerinnsel) an unty­pi­schen Stellen, z.B. in den Hirnvenen (Sinusvenenthrombosen) und der Milz. In der Fachwelt wur­de die­ses Phänomen als Vakzin-indu­zier­te immun­throm­bo­ti­sche Thrombozytopenie, kurz VITT, bekannt. Von 100.000 Geimpften sind zwar nur ein bis zwei Personen nach Auskunft des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) betrof­fen. Dennoch waren nach Bekanntwerden die­ser Impfnebenwirkung vie­le Patienten, gera­de mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen stark ver­un­si­chert. Denn ihre Grunderkrankung geht bekannt­lich eben­falls mit erhöh­ten Risiken für Blutgerinnsel einher. 

Auch wenn in Deutschland die Adenoviren-basier­ten Covid-Impfstoffe kaum mehr ver­wen­det wer­den, ist es für die Entwicklung künf­ti­ger Impfstoffe und ande­rer Medikamente wich­tig zu ver­ste­hen, wie es zu die­ser gefähr­li­chen Nebenwirkung kom­men kann. Die Deutsche Herzstiftung för­dert daher ein zwei­jäh­ri­ges Forschungsprojekt, das sich näher mit den Ursachen und Mechanismen beschäf­tigt. Dazu erhält Dr. med Leo Nicolai von der Abteilung Kardiologie am Klinikum der Universität München eine Fördersumme von rund 69.000 Euro

Welche Rolle spielt die Injektionsart?

In Vorversuchen hat­ten Nicolai und Kollegen bereits erforscht, wie sich eine intra­ve­nö­se und eine intra­mus­ku­lä­re Gabe des Adenovirus-basier­ten Impfstoffes aus­wir­ken. Erste Untersuchungsdaten zei­gen hier­bei, dass wohl eine Injektion in die Blutbahn die fehl­ge­lei­te­te Autoimmunantwort aus­lö­sen kann, da der Impfstoff direkt auf die Blutplättchen trifft. Bei einer Gabe in den Muskel war dies nicht der Fall. Die Forscher fol­gern dar­aus, dass ver­mut­lich ein ver­se­hent­lich in die Blutbahn ver­ab­reich­ter Impfstoff den Immunprozess aus­löst, der zu einer impfas­so­zi­ier­ten Thrombozytopenie, aber mög­li­cher­wei­se auch Thrombose füh­ren kann.

„Wie bei den neu ent­wi­ckel­ten mRNA-Impfstoffen wer­den auf Gentechnik basie­ren­de Therapien zukünf­tig enorm an Bedeutung gewin­nen. Dieses Projekt hilft, unser Verständnis des Zusammenspiels von Thrombozyten und Immunsystem auch in ande­ren kar­dio­vasku­lä­ren Erkrankungen bes­ser zu ver­ste­hen und leis­tet damit einen zukunfts­wei­sen­den Beitrag zur Grundlagenforschung und Herzgesundheit“, so die Einschätzung von Prof. Thomas Voigtländer, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Herzstiftung.«

In einem Infokasten ist zu lesen:

»Falsche Immunreaktion

Bekannt ist bereits, dass Thrombozyten, die Blutplättchen, eine Schlüsselrolle in die­sem Prozess spie­len. Normalerweise die­nen sie dazu, Gefäßverletzungen rasant zu ver­schlie­ßen, um Blutungen zu ver­hin­dern. Sie sind aber auch gegen­über Eindringlingen wie Viren sehr reak­tiv. Und auch nach der Impfung reagie­ren die Blutplättchen auf Bestandteile des Vakzins. Ein Eiweiß der Thrombozyten, der kör­per­ei­ge­ne Plättchenfaktor 4 (PF4), wird zum Beispiel durch den Impfstoff akti­viert. Der Körper pro­du­ziert dann Antikörper gegen die­sen Plättchenfaktor 4 und greift sich selbst an. Die Folge: Die Zellen ver­klum­pen und bil­den eine Thrombose. Außerdem kommt es zeit­ver­setzt zu einem Abfall der Blutplättchenzahl (Thrombozytopenie). „Nach der Impfung gibt es bei eini­gen weni­gen Patienten eine brei­te auto­im­mu­ne Antwort gegen die Thrombozyten, eine Fehl-Ausrichtung des eige­nen Immunsystems gegen die kör­per­eig­nen Blutplättchen“, so Dr. Nicolai. „Dank der Unterstützung der Herzstiftung kön­nen wir nun unter­su­chen, wel­che genau­en Mechanismen für die Gerinnselbildung (VITT) ver­ant­wort­lich sind und wie wir die­se ver­hin­dern können.“

Nicolai und sein Team gehen in ihrem Forschungsprojekt mit umfang­rei­chen Laboruntersuchungen unter ande­rem der Frage nach, wie genau die Thrombozyten mit dem Impfstoff inter­agie­ren. Außerdem unter­su­chen sie, wel­che Rezeptoren betei­ligt sind und wie die Antikörper den Plättchenfaktor 4 erken­nen und akti­vie­ren. „Da die­se Art der Thrombose eine Autoimmunreaktion des Körpers dar­stellt, hat sie auch nichts mit klas­si­schen Risikofaktoren wie „Pille“, Übergewicht oder Immobilität zu tun“, erläu­tert Nicolai.«


Ein wei­te­rer Artikel auf herzstiftung.de vom 25.5. erklärt, »Warum man sich als Herzpatient gegen Covid-19 imp­fen las­sen soll­te.«…

(Hervorhebungen nicht im Original.)


* Update LeserInnen wei­sen dar­auf hin, daß die Grafik aus dem von Homburg ver­link­ten Beitrag auf transparenztest.de vom 26.3. stammt. Dort geht es, wie erwähnt, um Korrelationen aus dem Februar und März in Großbritannien. Aus ihnen geht her­vor, was sich inzwi­schen ver­ste­tigt hat, daß sich die "Geimpften", abhän­gig von der Zahl der Spritzen, häu­fig "infi­zie­ren". Über Erkrankungen, ihre Schwere und Todesfälle, sagt die­se Statistik nichts. Ein Zusammenhang mit den Auffassungen der Herzstiftung ist für mich nicht direkt erkennbar.

Mein Kritikpunkt ist, daß die Grafik in einen Tweet der Herzstiftung mon­tiert wur­de. Das schafft Angriffspunkte für "Faktenchecker", die sich mit Inhalten dann nicht mehr aus­ein­an­der­set­zen müssen.

32 Antworten auf „Warum so unseriös, Herr Homburg?“

  1. Guten Abend, Herr Homburg gibt die Quelle der Grafik aber an. Im Link über dem Zitat der Antwort der Stiftung: transparenztest.de .
    Es ist etwas ungüns­tig ange­ord­net, aber m.E. nicht unseriös.
    Danke für die Erklärung der Herzstiftung, die ist entlarvent.

  2. Moin,
    es mag etwas unüber­sicht­lich sein und viel­leicht hät­te es sich ange­bo­ten, die Inhalte auf 2 Bilder auf­zu­tei­len oder eine Zwischenüberschrift ein­zu­fü­gen. Prof. Homburg ist aller­dings nach mei­ner Erfahrung sehr zuver­läs­sig, Quellen anzu­ge­ben. So auch hier, wenn auch, wie schon geschrie­ben, etwas unüber­sicht­li­cher. Die Grafik fin­den Sie hier: https://www.transparenztest.de/post/geboosterte-teils-vierfach-haeufiger-infiziert-als-ungeimpfte-ukhsa-stoppt-berichterstattung

    Auf die Interpretation, dass wir den­ken sol­len, die Grafik sei von der Herzstiftung ange­fügt wor­den, bin ich nicht gekom­men. Ich kann sie durch Ihre Ausführungen nach­voll­zie­hen, wäre aber selbst nicht auf die Idee gekommen.

    Herzliche Grüße
    hoai

  3. Wieder wird in der Broschüre der Herzstiftung der Eindruck erweckt, als wären nur die Vektor Impfstoffe betrof­fen, die ja ohne­hin kaum noch ver­ab­reicht wer­den. Also kein Grund zur Beunruhigung.

    Das ist aber nicht rich­tig. Selbst im letz­ten Sicherheitsbericht des PEI las­sen sich dafür Hinweise finden.

    Allerdings wird hier wie­der mal ver­sucht, zu ver­harm­lo­sen und das Risiko kleinzureden.

    Auf Seite 18f heißt es:

    „Die Analyse weist auf ein Risikosignal einer Immunthrombozytopenie (ITP)/ Thrombozytopenie (ernied­rig­te Zahl der Blutplättchen mit der Gefahr der Blutung bei Unterschreiten sehr nied­ri­ger Werte) bei Erwachsenen nach Vaxzevria und Jcovden (COVID-19 Vaccine Janssen) hin. Immunthrombozytopenie ist eine in der Fachinformation bei­der Impfstoffe auf­ge­führ­te Nebenwirkung. Für Comirnaty ist das SMR im Zeitfenster bis 14 Tagen bei Erwachsenen signi­fi­kant erhöht, nicht jedoch im Abstand von 30 oder 42 Tagen nach Impfung. Weitere Analysen, die hier nicht sepa­rat dar­ge­stellt wer­den, erga­ben, dass der Effekt ins­be­son­de­re in der Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen zu beob­ach­ten ist. Bei der Interpretation die­ser Kalkulationen sind Limitierungen zu berück­sich­ti­gen, die die Aussagekraft vor allem bei gering­fü­gig erhöh­tem SMR (> 1) wie bei Comirnaty ein­schrän­ken. So hat das Paul-Ehrlich-Institut Fälle einer Thrombozytopenie und einer Immunthrombozytopenie zusam­men aus­ge­wer­tet, da in den Meldungen nicht deut­lich zwi­schen bei­den Begriffen unter­schie­den wur­de. Es war wegen feh­len­der Informationen nicht mög­lich, zwi­schen pri­mä­rer ITP (unbe­kann­te Ursache) und sekun­dä­rer ITP (ver­ur­sacht durch ande­re Erkrankungen wie z. B. Tumorerkrankungen, Infektionen ein­schließ­lich SARS-CoV-2-Infektion oder Einnahme bestimm­ter Medikamente) zu unter­schei­den. Da in den meis­ten Fällen kein Vorwert der Zahl der Thrombozyten vor­han­den war oder nicht mit­ge­teilt wur­de, konn­te nicht sicher zwi­schen mög­li­cher­wei­se bis­her unbe­kann­ter, aber bereits bestehen­der und neu ent­wi­ckel­ter Thrombozytopenie unter­schie­den wer­den. Dem Paul-Ehrlich-Institut stan­den kei­ne alters­stra­ti­fi­zier­ten Inzidenzen aus Deutschland zur Verfügung, daher hat das Paul-Ehrlich-Institut publi­zier­te Hintergrundinzidenzen aus Großbritannien ver­wen­det, die ins­ge­samt pas­send erschie­nen. Gleichwohl sind in der Literatur aus ande­ren Staaten sehr unter­schied­li­che Inzidenzen einer ITP ver­öf­fent­licht wor­den, dar­un­ter auch deut­lich höhe­re, auf deren Basis das Signal im Zeitfenster bis 14 Tage nach Comirnaty-Impfung ver­schwin­den würde.
    Wichtig ist anzu­mer­ken, dass in nicht inter­ven­tio­nel­len Studien in Schottland und Israel, deren Aussagekraft robus­ter als die O/E‑Analyse ist, kein erhöh­tes Risiko einer ITP bzw. Thrombozytopenie nach Comirnaty fest­ge­stellt wur­de. Insofern ist der­zeit nicht von einem vali­den Signal einer Thrombozytopenie/ ITP nach Comirnaty auszugehen.

    https://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/DE/newsroom/dossiers/sicherheitsberichte/sicherheitsbericht-27–12-20-bis-31–03-22.pdf?__blob=publicationFile&v=5

    Da unser Meldesystem also so schlecht ist und dem PEI vie­le Daten nicht vor­lie­gen, sucht man sich ein­fach irgend­wel­che Inzidenz aus ande­ren Ländern und schließt dann dar­aus, dass es bei Comirnaty kein Risikosignal gibt. Bravo.

  4. Ich bin mit den Funktionen von Twitter nicht ver­traut, viel­leicht wis­sen ande­re hier mehr: Ist aus­zu­schlie­ßen, dass der fal­sche Eindruck nicht absicht­lich von Homburg "erzeugt" wird, son­dern dadurch ent­steht, dass Twitter aus dem Hinweis auf die Antwort der Herzstiftung und dem anschlie­ßen­den Verweis (im glei­chen Tweet) auf die Auswertung von "Transparenztest" auto­ma­tisch nur einen Container gene­riert, der eben bei­des ent­hält – die Antwort der Herzstiftung und die ers­te Grafik aus dem ver­link­ten Beitrag bei "Transparenztest"? Immerhin ist ja bei bei­den Einträgen in dem Container ein sepa­ra­ter Zeitstempel ange­ge­ben, wenn ich das rich­tig verstehe?

    "Ich weiß nicht, woher die Grafik kommt, die Zahlen aus dem Februar und März dar­stellt, und Homburg ver­rät es nicht." Die Grafik kommt aus dem im Tweet ver­link­ten Beitrag

    https://www.transparenztest.de/post/geboosterte-teils-vierfach-haeufiger-infiziert-als-ungeimpfte-ukhsa-stoppt-berichterstattung

    die­ser wie­der­um gibt als Quelle den UKHSA Bericht Nr. 42 an.

  5. Sorry aber das die Grafik nicht zum tweet der Herzstiftung gehört sehe sogar ich als nichtt­wit­te­rer .….… und da bei dem tweet von Homburg kei­ne Uhrzeit und app folgt -> ist davon aus­zu­ge­hen das er die Grafik ein­ge­fügt hat – mir fehlt nur die Datenquelle .….…

    Also war­um so angriffs­lus­tig hier behaup­ten das er "unse­ri­ös" den Eindruck erweckt das die Grafik von .…. stammt .….….. ??!!?? ( die Frage ist rein Rhethorisch )

    Wenn ich Twitter nut­zen wür­de – hät­te ich nach­ge­fragt aus wel­cher Quelle die Daten der Grafik stam­men ! Denn das wäre interessant

  6. der Brief ist aus dem ers­ten link, die Graphik aus dem zwei­ten (transparenztest.de).
    Dass irgend­je­mand so naiv sein könn­te zu glau­ben, die Herzsstiftung ver­öf­fent­li­che der­art sub­ver­si­ve Wahrheiten, glaubt Homburg bestimmt nicht. Zumal der Brief doch belegt, dass sie an der Vorstellung des Fremdschutzes festhält.

  7. https://t.me/KlagePATEN_eu/2731
    Mr. Habeck
    Der Sinn von Sanktionen ist es, uns selbst zu schaden.
    Unser Wirtschaftsminister ver­tritt offi­zi­ell die­se Auffassung.
    Robert.habeck@bundestag.de

    Kommentar: der ers­te „Wirtschafts“-Minister der sein Volk für voll­kom­men ver­blö­det hält, was sagt man dazu?

    Der Sinn der Spritzen ist, uns selbst zu scha­den. – klar, logisch …, weiß doch jeder, macht man doch sonst nicht mit … – 

    Was? – ZDF ??? merkt da jemand was?
    ZDF BESTÄTIGT: ES GIBT KEINE EVIDANCE (https://t.me/FaktenFriedenFreiheit/13685)
    Das ZDF legt den Finger in die Wirksamkeitswunde Karl Lauterbach
    Berlin direkt vom ZDF mit einem beacht­li­chen Beitrag am 22. Mai 2022. Sie zei­gen die Wirkungslosigkeit der Maßnahmen auf und ver­öf­fent­li­chen die "Zensur" des RKI, wel­ches die Zahl der Infizierten nicht mehr ver­öf­fent­licht, seit­dem die Geboosterten in gro­ßer Anzahl dar­un­ter vor­han­den sind. Generell zei­gen Sie auf, dass die beschwo­re­ne Wirksamkeit der Maßnahmen nicht zu erken­nen ist. Danke und Weitermachen!
    Hier Evidande unzen­siert pumpen/downloaden: https://t.me/FaktenFriedenFreiheit/13685
    Quelle: https://www.zdf.de/politik/berlin-direkt/berlin-direkt-vom-22-mai-2022–100.html

  8. Die Daten zur nega­ti­ven Impfeffektivität sind aus UK und sind real. 

    Hier ein Factcheck, der ver­sucht sie zu widerlegen.
    "Die Daten für das Vereinigte Königreich stam­men aus den wöchent­li­chen Überwachungsberichten der bri­ti­schen Gesundheits- und Sicherheitsbehörde (Tabelle 13), die auf den ers­ten Blick zu zei­gen schei­nen, dass die Infektionsraten pro 100.000 Personen bei den Geimpften tat­säch­lich höher sind als bei den Ungeimpften.
    Es gibt jedoch gut doku­men­tier­te Probleme bei der Berechnung der Infektionsraten für die unge­impf­te Gruppe.

    Einfach aus­ge­drückt: Niemand weiß, wie vie­le unge­impf­te Menschen es gibt.

    Um die­ses Problem zu umge­hen, hat sich die Gesundheitsbehörde auf Schätzungen aus einer Datenbank namens NIMS gestützt. Und die­se Schätzungen sind höchst­wahr­schein­lich falsch.

    Professor David Speigelhalter, ein füh­ren­der Experte auf dem Gebiet der Risikokommunikation an der Universität Cambridge, erklär­te gegen­über RMIT FactLab, dass die Behörde "unan­ge­mes­se­ne Bevölkerungsschätzungen ver­wen­det hat, die auf Registrierungen bei Hausärzten beru­hen, die bekann­ter­ma­ßen auf­grund von Mehrfachregistrierungen und Menschen, die das Land ver­las­sen, über­schätzt werden.
    "Dies kann dazu füh­ren, dass die Gruppe der Ungeimpften [der Nenner] zu groß und damit die Fallzahlen irre­füh­rend nied­rig erscheinen.
    FullFact hat auch aus­führ­lich die Probleme bei der Verwendung die­ses Nenners erläu­tert, und die natio­na­le Statistikbehörde des Vereinigten Königreichs hat dar­ge­legt, wie die Verwendung alter­na­ti­ver Bevölkerungsschätzungen die Ergebnisse dras­tisch beein­flus­sen würde."
    Übersetzt mit Hilfe von Deepl
    https://www.abc.net.au/news/2022–03-25/coronacheck-ukhsa-report-negative-efficacy-false/100936440

    Ein ziem­lich bemüh­ter Factcheck. Ich ken­ne das bri­ti­sche Gesundheitssystem, die haben eine zen­tra­lis­ti­sche, genaue Bürokratie und wis­sen mit Sicherheit, wer geimpft ist. Es gibt Leute, die dort nicht gemel­det sind, das ändert aber nichts an der pro­zen­tua­len Berechnung. 

    Der Fact Check für Israel (das eben­falls ein zen­tra­les Gesundheitssystem mit vol­lem Überblick hat)
    " Die Tabelle ist in mehr­fa­cher Hinsicht irre­füh­rend: Sie wählt die Altersgruppen aus, sie ver­steht nicht, was die Kategorie der Ungeimpften bedeu­tet, und vor allem ver­schlei­ert sie, dass zwei Drittel der schwe­ren Fälle in Israel auf Ungeimpfte ent­fal­len. Das sind die Fälle, die töd­lich enden.

    Die Tabelle stützt sich auf öffent­li­che Daten, um die Zahl der COVID-19-Fälle in Israel im Monat Juli dar­zu­stel­len. Bei den über 20-Jährigen über­wie­gen die Fälle unter den Geimpften bei wei­tem die der Nichtgeimpften. Nach die­sen Zahlen ent­fal­len 86 % aller Fälle im Juli auf geimpf­te Personen.

    Der ers­te Fehler besteht dar­in, dass die Fälle bei Personen unter 20 Jahren nicht berück­sich­tigt wer­den. In den Originaldaten des israe­li­schen Gesundheitsministeriums sind sie ent­hal­ten. Rechnet man die­se hin­zu, so ergibt sich eine Gesamtzahl von 16 701 Fällen bei den Geimpften und 13 918 bei den Ungeimpften.

    Es gibt immer noch mehr Fälle unter den Geimpften als unter den Ungeimpften, aber der Anteil liegt bei 55 % der Gesamtzahl und nicht bei den dra­ma­ti­schen 86 %, wie behauptet.

    Der nächs­te Punkt ist noch bedeut­sa­mer: Die in die­ser Tabelle dar­ge­stell­ten unge­impf­ten Fälle umfas­sen auch Personen, die sich zuvor infi­ziert hatten.

    "In Anbetracht der Tatsache, dass wir über eine Vielzahl von Dokumenten ver­fü­gen, die zei­gen, dass eine frü­he­re Infektion einen erheb­li­chen Schutz vor einer erneu­ten Infektion bie­tet, wer­den die Ergebnisse in die­ser Tabelle durch die Nichtimpfung die­ser Personen verfälscht.

    Die Nichtberücksichtigung die­ser Personen ver­zerrt die Ergebnisse in die­ser Tabelle", sag­te Jeffrey Morris, Biostatistiker an der University of Pennsylvania.

    Im September war unter den 20- bis 59-Jährigen ein Drittel der Ungeimpften zuvor infi­ziert. Was wie ein Vergleich zwi­schen geimpf­ten und nicht geimpf­ten Fällen aus­sieht, ist in Wirklichkeit ein Vergleich zwi­schen geimpf­ten und einer Mischung aus nicht geimpf­ten und zuvor infi­zier­ten Fällen – was kei­nes­wegs das­sel­be ist.

    Darüber hin­aus wird in der Tabelle nicht berück­sich­tigt, dass fast 80 % der israe­li­schen Bevölkerung geimpft sind, d. h. die Zahl der Geimpften über­steigt bei wei­tem die der Nichtgeimpften. Das ist ein­fa­che Mathematik. Wenn sich ein klei­ner Prozentsatz der grö­ße­ren Gruppe mit dem Virus infi­ziert, kann die Dunkelziffer grö­ßer sein als wenn sich ein gro­ßer Prozentsatz der viel klei­ne­ren Gruppe der Ungeimpften ansteckt.

    Der wich­tigs­te Fehler in der Tabelle besteht dar­in, dass sie alle gemel­de­ten Fälle zählt, wäh­rend die wirk­li­che Bedrohung in den schwe­ren Fällen liegt. Viele Fälle sind asym­pto­ma­tisch. Ein Fieber, selbst ein quä­len­der Husten, der einen eine Woche zu Hause hält, ist ein ganz ande­res Gesundheitsereignis als ein schwe­rer Fall von COVID-19, der einen ins Krankenhaus schickt, weil man nicht mehr atmen kann. " Übersetzt mit DeepL

    Also, die Fakten stim­men, es geht um die Interpretation. Was mit den Daten auf jeden Fall vom Tisch ist – und tat­säch­lich dann auch war, ist 2G. Vom Tisch müss­te auch das Nicht-Testen, Nicht-Maskentragen von Geimpften sein.
    Ich den­ke, wir wer­den die­sen Herbst unse­re Ruhe haben. Einige Leute wer­den aller­dings von sich aus noch lan­ge wei­ter Masken tragen.

  9. Sicherlich kein Volltreffer von Homburg.
    Aber das hier ist einer, ein VOLLtreffer:

    "hen­ning rosenbusch@rosenbusch_

    Die Schutzmaßnahmen haben dazu geführt, dass Vulnerable vul­nera­bel blieben. 

    Daher müs­sen wir impfen. 

    Weil die Vulnerablen aber trotz­dem vul­nera­bel blei­ben, müs­sen wir sie schüt­zen. Diese Maßnahmen zum Schutz ver­ur­sa­chen Immunitätslücke. 

    Und wie­der von vorn!"

    https://twitter.com/rosenbusch_/

    Siehe auch den Klassiker:

    https://twitter.com/ramsesvita/status/1533542472923725824/photo/1

  10. @aa
    "Ich weiß nicht, woher die Grafik kommt, die Zahlen aus dem Februar und März dar­stellt, und Homburg ver­rät es nicht. Auf jeden Fall nicht von der Herzstiftung. Deren Tweet sieht näm­lich in Wirklichkeit so aus:"

    Herr Homburg packt wegen der Zeichenbegrezung und der Übersichtlichkeit vie­le Inhalte in Grafiken, so auch hier.

    Durch Abstand und ande­re Bezugspunkte (.. UK und RKI…) ist die inhalt­li­che Unterscheidung mög­lich, wenn auch evtl. nicht optmal.

    Auch die Quelle wird angegeben
    https://www.transparenztest.de/post/geboosterte-teils-vierfach-haeufiger-infiziert-als-ungeimpfte-ukhsa-stoppt-berichterstattung.

  11. Sie haben Recht, macht etwas den Eindruck, dass die Graphik von der Herzstiftung käme, was nicht stimmt. Ob das Absicht war? Die Quelle gibt er schon an, im zwei­ten Absatz des Tweets ist der Link auf transparenztest.de. Basiert anschei­nend auf Daten der UK Behörden

  12. "Warum so unse­ri­ös, Herr Homburg ?"
    Ich sehe da nichts Unseriöses bei Prof. Homburg.
    Unseriös, wenn über­haupt etwas, ist die Überschrift.
    Unnötig reißerisch.
    Das haben Sie nicht nötig.
    Freundlichst
    Ihr
    Wanderprediger

      1. @aa
        Die Daten von tkp.at habe ich auf https://ourworldindata.org/explorers/coronavirus-data-explorer?zo

        über­prüft. Wenn kei­ne Kausalität zur Impfquote vor­liegt, fra­ge ich, was ist der Grund dafür, dass in Portugal wesent­lich mehr Fälle auf­tre­ten und auch mehr Todesfälle pro Mio Einwohner?

        Ist es nur die unter­schied­li­che Altersstruktur der Bevölkerung?

        Das wür­de ledig­lich die unter­schied­li­che Mortalität erklä­ren, nicht aber die Fallhäufigkeit. Selbstverständlich wird in Südafrika weni­ger getes­tet, aller­dings ist auch der Anteil der posi­tiv getes­te­ten in Portugal größer.
        https://ourworldindata.org/explorers/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=true&uniformYAxis=0&pickerSort=asc&pickerMetric=location&Metric=Cases%2C+tests%2C+positive+and+reproduction+rate&Interval=7‑day+rolling+average&Relative+to+Population=true&Color+by+test+positivity=false&country=PRT~ZAF

        Die Kausalität ist damit nicht bewie­sen. Aber die Daten legen das nahe.

        1. @Archimedes: Wir wis­sen alle, daß die­se Daten mit Vorsicht zu betrach­ten sind. Sieht man sich, anders als bei tkp aus­ge­wählt, die Todesraten über den gan­zen Zeitraum der "Pandemie" an, dann lagen sie fast immer in Südafrika höher. (https://ourworldindata.org/explorers/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=true&facet=none&pickerSort=asc&pickerMetric=location&hideControls=true&Metric=Confirmed+deaths&Interval=New+per+day&Relative+to+Population=true&Color+by+test+positivity=false&country=ZAF~PRT)

          Ich will die Auswirkung der"Impfung" gar nicht klein­re­den. Damit kann ein Peak Anfang des Jahres 2021 in Portugal erklärt wer­den, nicht aber das dra­ma­ti­sche Absinken der Fälle direkt danach. Seit dem März 2021 lagen sie zum Teil deut­lich unter denen in Südafrika.

        2. @aa
          Das stimmt nicht. Südafrika hat ca. 60 Mill Einwohner, Portugal viel weni­ger. Bezogen auf jeweils eine Million Einwohner hat­te Portugal bis­her ca. 2.200 Fälle und Südafrika ca. 1.200.
          Quelle: worldometers.info/coronavirus

          1. @Archimedes: Ja, es ist rich­tig, die kumu­lier­ten Zahlen zu betrach­ten. https://ourworldindata.org/explorers/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=true&facet=none&pickerSort=asc&pickerMetric=location&hideControls=true&Metric=Confirmed+deaths&Interval=Cumulative&Relative+to+Population=true&Color+by+test+positivity=false&country=ZAF~PRT spricht hier aber von 2285 für Portugal und 1687 für Südafrika. 

            Aber auch die zeit­li­che Entwicklung ist wich­tig. Wie ist zu erklä­ren, daß es nach dem Februar 2021 trotz "Impfungen" zu einem rapi­den Abfall der Todesfälle kam (auf unter 1 pro Woche im Sommer 2021, wäh­rend es in Südafrika bis zu 8 waren) , wenn die­se Schuld sein sol­len? Ich den­ke, die Erklärungen sind komplexer.

  13. Jessica Hamed
    @jeha2019
    „Doch Recht & Gerechtigkeit zer­brö­ckel­ten zuneh­mend, denn er sehe bei den polit. Entscheid. im Land eine zuneh­men­de Umgehung gel­ten­der Gesetze. „Gerade #Corona hat uns vor Augen geführt, wie #Grundrechte bin­nen Stunden sus­pen­diert wurden“,…#Papier…“ 1/4
    wiesbadener-kurier.de
    Ein Zerbröckeln des Rechtsstaats – Wiesbadener Kurier
    Der ehe­ma­li­ge Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier kri­ti­siert die Regierung, dass die­se zuneh­mend den Rechtsstaat umge­he. Das füh­re zu einer Radikalisierung.
    8:48 AM · Jun 6, 2022·Twitter for iPhone
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    Jessica Hamed
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    @jeha2019
    „…dass es bei der Bekämpfung der Pandemie „kei­ne roten Linien“ geben dürfe.
    Diese gebe es laut Papier sehr wohl, man hät­te bei den Maßnahmen viel mehr zwi­schen Nutzen und Schaden, beson­ders was die #Grundrechte der Bürger ange­he, abwä­gen müs­sen.“ 2/4
    Jessica Hamed
    @jeha2019
    ·
    12m
    “Ähnlich wie bei den undurch­sich­ti­gen Corona-Entscheidungen stär­ke man so extre­me Kräfte und schwä­che zugleich das Ansehen des demo­kra­ti­schen Rechtsstaats. „Die Humanität…darf nicht gegen den #Rechtsstaat aus­ge­spielt wer­den“, meint Papier… 3/4
    Jessica Hamed
    @jeha2019
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    „Denn sonst ent­ste­he eine Herrschaft sub­jek­ti­ver Moralvorstellungen, deren unbe­ding­te Folge die Radikalisierung sei. Ähnliches gel­te bei den Protesten der #Klimabewegung…Der libe­ra­le Staat darf nicht Ge- und Verboten geop­fert wer­den“, meint Papier.“ 4/4

    https://twitter.com/jeha2019/status/1533732459954806784?cxt=HHwWgIC9gfvi9MgqAAAA

    1. — daß ein Privatunternehmen (was eine Stiftung ja ist) gemein­nüt­zig wirtschaftet!? 

      Es grüßt: Der Weihnachtsmann 😉

  14. @Albrecht Storz
    Ich bin jetzt unge­hal­ten. Mein Appell: Maul halten!
    Der Grund: @aa hat recht. Das Leben ist nicht fair. In die­ser uns unver­schul­de­ten Irrenhaussituation müs­sen wir lei­der dop­pelt peni­bel im Umgang mit Daten sein als die Gegenseite. Die hat eine mil­lion­teu­re Infrastruktur zur Verfügung um jeden fal­schen Furz unse­rer Seite zu einem apo­ka­lyp­ti­schen Tornado auf­zu­bla­sen. Daran kom­men auch Sie, die recht­gläu­bigs­te aller Rechtgläubigen, nicht vorbei.

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