Was eine Impfpflicht rechtfertigen könnte

Beglei­tet von die­ser Anzei­ge läßt faz​.net den "Ent­wick­lungs­öko­no­men" Sebas­ti­an Voll­mer am 16.8. zu die­sem The­ma spe­ku­lie­ren (Bezahl­schran­ke).

faz​.net

Aus­führ­lich argu­men­tiert Voll­mer zunächst gegen eine Impf­pflicht, um dann ein gro­ßes ABER vorzubringen:

»… In einer frei­en Gesell­schaft gehört es… nicht zu den Auf­ga­ben des Staa­tes, Bür­ge­rin­nen und Bür­ger bis zur letz­ten Kon­se­quenz vor sich selbst zu schüt­zen. Wenn man die­se Fra­ge zum Ver­hält­nis von Indi­vi­du­um und Staat anders beant­wor­tet, dann wäre es nur kon­se­quent, auch eine gesetz­li­che Beschrän­kung des Kon­sums von Alko­hol und Zucker zu fordern.

Es braucht eine globale Kraftanstrengung

Als ein­zi­ges vali­des Argu­ment für die Fort­set­zung der Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men oder gar für eine Impf­pflicht bleibt für mich die Sor­ge, dass in einer Bevöl­ke­rung mit vie­len geimpf­ten Per­so­nen und vie­len Infek­tio­nen neue Vari­an­ten ent­ste­hen kön­nen, die sich frü­her oder spä­ter gegen die Imp­fung durch­set­zen wer­den. Wenn die­se Sor­ge das Han­deln lei­tet, dann ist die Per­spek­ti­ve auf Deutsch­land oder Euro­pa aber zu eng. Die Pan­de­mie wird erst dann vor­bei sein, wenn sie über­all vor­bei ist. Um die Pan­de­mie zu über­win­den, braucht es eine glo­ba­le Kraft­an­stren­gung. Eine sol­che Kraft­an­stren­gung wäre allein schon aus huma­ni­tä­ren Grün­den ange­bracht. Es ist unge­recht, dass der ärme­re Teil der Welt­be­völ­ke­rung Immu­ni­tät auf natür­li­chem Weg mit Men­schen­le­ben bezahlt, wäh­rend dem rei­che­ren Teil der Welt­be­völ­ke­rung mehr effek­ti­ve Impf­stof­fe zur Ver­fü­gung ste­hen, als es impf­wil­li­ge Men­schen gibt.«

Mit dem Man­tra "Die Pan­de­mie wird erst dann vor­bei sein, wenn sie über­all vor­bei ist" ist die Kat­ze aus dem Sack und das "vali­de Argu­ment für eine Impf­pflicht" gefun­den. Das Schleif­chen der "Soli­da­ri­tät" mit dem "ärme­ren Teil der Welt­be­völ­ke­rung" ist für die Mäu­se gedacht, die dem Traum anhän­gen, sie und nicht etwa Big Phar­ma und Big Tech schrie­ben die Dreh­bü­cher der "Pan­de­mie".


Pikant ist, daß Voll­mer einer der Autoren einer Stu­die der Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen war, in der bereits im April 2020 fest­ge­stellt wurde:

»Das Problem ist die Dunkelziffer

Göt­tin­ger For­scher haben in einer neu­en inter­na­tio­na­len Stu­die die Dun­kel­zif­fer des Virus errech­net: In Deutsch­land wur­den dem­nach bis zum 17. März nur 15 Pro­zent aller SARS-Cov-2-Infek­tio­nen erkannt.

„Die Fall­zah­len, die uns täg­lich in den Nach­rich­ten berich­tet wer­den, haben nichts mit dem tat­säch­li­chen Infek­ti­ons­ge­sche­hen zu tun“, resü­mie­ren Prof. Dr. Sebas­ti­an Voll­mer, Lehr­stuhl für Ent­wick­lungs­öko­no­mie in Göt­tin­gen, und sein Kol­le­ge Dr. Chris­ti­an Bommer.

DIE WAHRE ZAHL AN INFIZIERTEN LIEGE UM EIN VIELFACHES HÖHER
Sie wei­sen dar­auf hin, dass die Gesund­heits­sys­te­me bis­her nicht gut genug dar­in waren, neu­ar­ti­ge Coro­na-Infek­tio­nen zu erken­nen. Die wah­re Zahl an Infi­zier­ten lie­ge um ein Viel­fa­ches höher…«
zm​-online​.de (14.4.2020)

»Hier­zu­lan­de blei­ben nach den Hoch­rech­nun­gen fünf von sechs Fäl­len unentdeckt…

“Die­se Ergeb­nis­se bedeu­ten, dass Regie­run­gen und poli­ti­sche Ent­schei­dungs­trä­ger bei der Inter­pre­ta­ti­on von Fall­zah­len für Pla­nungs­zwe­cke äußers­te Vor­sicht wal­ten las­sen müs­sen”, sagt Voll­mer. In Deutsch­land sind nach Ein­schät­zun­gen der Wis­sen­schaft­ler 15,6 Pro­zent der Coro­na-Infi­zier­ten ent­deckt wor­den. Dem­entspre­chend müss­ten sich bis Ende März mehr als 460.000 Men­schen mit dem Erre­ger infi­ziert haben. Offi­zi­ell sei­en aber nur 71.808 Fäl­le gemel­det worden.«
rnd​.de (8.4.2020)

Das bedeu­tet zum einen, daß nach die­sen Daten bereits damals die Falls­terb­lich­keit ent­schie­den zu hoch ange­setzt wur­de. Zum ande­ren las­sen die Zah­len Rück­schlüs­se zu auf einen extrem viel höhe­ren Immu­ni­sie­rungs­grad der Bevöl­ke­rung bereits vor andert­halb Jah­ren. Wie sich sei­ne "Impf"-Euphorie damit ver­trägt, wäre erklärungsbedürftig.

18 Antworten auf „Was eine Impfpflicht rechtfertigen könnte“

  1. Das könn­ten die Vor­ar­bei­ten dafür sein, Sou­ve­rä­ni­tät an die WHO (oder das WEF oder sonst­wen) abzu­ge­ben. Mit der glei­chen Argu­men­ta­ti­on wie bei der Ent­mach­tung der Län­der und Über­tra­gung der Zustän­dig­keit an den Bund: Es gibt zuviel Durch­ein­an­der, wir brau­chen koor­di­nier­te Maß­nah­men, blah und blah.

    Viel­leicht wer­den des­halb die kon­fu­sen Rei­se­be­schrän­kun­gen und Hoch­in­zi­den­z­war­nun­gen insze­niert – irgend­wann schluckt die Bevöl­ke­rung das.

  2. Voll­mer argu­men­tiert gekonnt, aber am Sach­ver­halt vorbei.

    Eine freie Gesell­schaft besteht aus frei­en, selbst­be­stimm­ten Wesen, wel­che frei und selbst­be­stimmt ent­schei­den, ob und wel­chen medi­zi­ni­schen Ein­griff respek­ti­ve an wel­chem medi­zi­ni­schen Expe­ri­ment sie teilnehmen.

    Kein "Staat", also Ver­tre­ter des Sou­ve­räns kann jemals ein ver­an­ker­tes "Recht" erschaf­fen, wel­ches sich gegen den Wil­len des Indi­vi­du­ums richtet.

    Medi­zi­ni­sche Maß­nah­men haben nichts mit "Soli­da­ri­tät" oder gar einem auf­ge­zwun­ge­nen "Schutz zum Woh­le des Indi­vi­du­ums" zu tun.

    Ergo: Voll­mer muss 100x den Nürn­ber­ger Codex und 200x die ange­bo­re­nen, unver­än­der­li­chen Men­schen­rech­te an die Tafel schreiben.

    Unab­hän­gig davon: ES IST KEINE IMPFUNG, weder per klas­si­schen Defi­ni­ti­on, noch sonst wie.

    Geimpf­te sind auch kei­ne Geimpf­te son­dern mRNA-Infizierte

    Schluss­end­lich bedarf es eines MPU Tests für Per­so­nen des öffent­lich und poli­ti­schen Lebens, wenn die­se zwar von einem man­gel­haf­ten bis nicht exis­ten­ten "Schutz" durch mRNA-Injek­tio­nen gegen­über Phan­ta­sie-Mutan­ten wie Del­ta lamen­tie­ren und den­noch mRNA-Injek­tio­nen fordern.

    Zudem ist längst belegt, dass die FDA beschei­nigt hat, PCR Tests nach Grip­pe-Kom­po­nen­ten vali­diert zu haben. Das nun genau jene PCR Tests auf ein­mal neue "Mutan­ten" nach­wei­sen wol­len, grenzt an Har­ry Pot­ter Zauber.

    Es bleibt ein Krieg gegen die Ver­fas­sung und den gesun­den Men­schen­ver­stand. Per Defi­ni­ti­on ein medi­zi­ni­sches Ver­bre­chen und Putsch gegen die demo­kra­ti­sche Grundgesetzordnung

    1. @ dan­ny

      Der Fach­be­griff lau­tet, glau­be ich, "GMO" (gene­ti­cal­ly modi­fied orga­nism) und nicht "mRNA-Infi­zier­te" – aber "Geimpf­te" selbst­ver­ständ­lich auch nicht.

    2. Na, dann freust du dich wahr­schein­lich genau wie ich, auf den 27.08.
      Um 20:15 läuft da auf Tele5 "Idio­cra­cy".
      Ein Film in dem man Wirr­köp­fe, Pfer­de­ärz­te und Bank­kauf­leu­te wie­der­erken­nen wird.

  3. »… In einer frei­en Gesell­schaft gehört es… nicht zu den Auf­ga­ben des Staa­tes, Bür­ge­rin­nen und Bür­ger bis zur letz­ten Kon­se­quenz vor sich selbst zu schüt­zen. Wenn man die­se Fra­ge zum Ver­hält­nis von Indi­vi­du­um und Staat anders beant­wor­tet, dann wäre es nur kon­se­quent, auch eine gesetz­li­che Beschrän­kung des Kon­sums von Alko­hol und Zucker zu fordern. "

    Zum The­ma indi­vi­du­el­le Frei­heit vs. staat­li­cher Ein­griff in Bezug auf (Corona-)Impfzwang:

    Hea­ted Vac­ci­ne Deba­te – Ken­ne­dy Jr. vs Der­show­itz (23.07.2020)

    https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​I​f​n​J​i​7​y​L​KgE
    https://​www​.bitchu​te​.com/​v​i​d​e​o​/​i​N​e​2​5​V​e​F​M​a​Tn/

  4. Man­tra

    Die Pan­de­mie wird erst dann vor­bei sein, wenn sie über­all vor­bei ist 

    This pan­de­mic won't be over any­whe­re until it's over ever­y­whe­re

    — WHO · 15.03.2021

    https://www.who.int/news/item/15–03-2021-covid-19-solidarity-response-fund-marks-first-anniversary-and-appeals-for-continued-support

    The pan­de­mic won't be over any­whe­re until it's under con­trol everywhere 

    — Los Ange­les Times · 14.04.2021

    https://www.latimes.com/politics/story/2021–04-14/column-the-pandemic-wont-end-anywhere-until-its-under-control-everywhere

    « et elle ne sera finie nul­le part tant qu’elle ne sera pas ter­mi­née partout » 

    —UN · 17.05.2021

    https://​news​.un​.org/​f​r​/​s​t​o​r​y​/​2​0​2​1​/​0​5​/​1​0​9​6​132

    La pan­dé­mie est loin d’être vain­cue, et on n’en vien­dra pas à bout tant qu’elle per­sis­te­ra enco­re quel­que part. 

    — Tedros · 17.05.2021

    https://www.who.int/fr/director-general/speeches/detail/director-general-s-opening-remarks-at-the-media-briefing-on-covid-19–17-may-2021

    The pan­de­mic is a long way from over, and it will not be over any­whe­re until it’s over ever­y­whe­re.

    — Tedros · 17.05.2021

    https://www.who.int/director-general/speeches/detail/director-general-s-opening-remarks-at-the-media-briefing-on-covid-19–17-may-2021

    · COVAX is a crime against huma­ni­ty · Join the glo­bal STOP COVAX movement ·

  5. Prof. Sebas­ti­an Vollmer 

    Glo­bal health, Pover­ty, Ine­qua­li­ty, Nut­ri­ti­on, Child development 

    Georg-August-Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen – Chair of Deve­lo­p­ment Eco­no­mics / Cent­re for Modern Indi­an Stu­dies ( CeMIS )

    https://​www​.gts​-goet​tin​gen​.de/​p​r​o​j​e​c​t​/​p​r​o​f​-​d​r​-​s​e​b​a​s​t​i​a​n​-​v​o​l​l​m​er/

    Prof. Sebas­ti­an Voll­mer was inter­view­ed for a pod­cast by Apo­the­ken Umschau: Haben wir genug Impf­stoff? Und – Coro­na, das Ungleichheitsvirus

    https://​www​.uni​-goet​tin​gen​.de/​e​n​/​i​n​+​t​h​e​+​m​e​d​i​a​/​6​2​2​4​0​3​.​h​tml

    https://​www​.apo​the​ken​-umschau​.de/​p​o​d​c​a​s​t​/​e​p​i​s​o​d​e​/​k​l​a​r​t​e​x​t​-​c​o​r​o​n​a​-​d​e​r​-​e​x​p​e​r​t​i​n​n​e​n​-​p​o​d​c​a​s​t​/​9​7​-​h​a​b​e​n​-​w​i​r​-​g​e​n​u​g​-​i​m​p​f​s​t​o​f​f​-​u​n​d​-​c​o​r​o​n​a​-​d​a​s​-​u​n​g​l​e​i​c​h​h​e​i​t​s​v​i​r​u​s​-​7​7​0​1​4​3​.​h​tml

    https://​www​.apo​the​ken​-umschau​.de/​p​o​d​c​a​s​t​/​s​e​r​i​e​/​k​l​a​r​t​e​x​t​-​c​o​r​o​n​a​-​d​e​r​-​e​x​p​e​r​t​-​i​n​n​e​n​-​p​o​d​c​a​s​t​-​7​5​4​3​0​7​.​h​tml

    · STOP COVAX ·

  6. Prof. Sebas­ti­an Voll­mer was inter­view­ed for a pod­cast by Apo­the­ken Umschau: Haben wir genug Impf­stoff? Und – Coro­na, das Ungleich­heits­vi­rus

    Voll­mer ab min 18:15

    https://​uni​-goet​tin​gen​.de/​e​n​/​i​n​+​t​h​e​+​m​e​d​i​a​/​6​2​2​4​0​3​.​h​tml

    02.02.2021 · Pod­cast #97 · Apotheken-Umschau 

    #97 Haben wir genug Impf­stoff? Und – Coro­na, das Ungleich­heits­vi­rus

    Im Gespräch: Pro­fes­sor Sebas­ti­an Voll­mer

    Seit über einem Monat wird in Deutsch­land geimpft. Und noch ruckelt es an eini­gen Stel­len. Wor­an das liegt 

    Von Anja Kopf und Dr. Den­nis Ballwieser 

    Voll­mer ab min 18:15

    apo​the​ken​-umschau​.de/​p​o​d​c​a​s​t​/​e​p​i​s​o​d​e​/​k​l​a​r​t​e​x​t​-​c​o​r​o​n​a​-​d​e​r​-​e​x​p​e​r​t​i​n​n​e​n​-​p​o​d​c​a​s​t​/​9​7​-​h​a​b​e​n​-​w​i​r​-​g​e​n​u​g​-​i​m​p​f​s​t​o​f​f​-​u​n​d​-​c​o​r​o​n​a​-​d​a​s​-​u​n​g​l​e​i​c​h​h​e​i​t​s​v​i​r​u​s​-​7​7​0​1​4​3​.​h​tml

  7. Dun­kel­zif­fer:

    Ange­nom­men Lock­downs, Kon­takt­be­schrän­kun­gen und Mas­ken­pflicht funk­tio­nier­ten ‑wenigs­tens teilweise‑, dann lie­fert der Ver­gleich der Test­po­si­ti­ven der ers­ten Wel­le mit den Toten der zwei­ten Wel­le ein Indiz für eine hohe Her­den­im­mu­ni­sie­rung, also hohe Dun­kel­zif­fer, in der ers­ten Wel­le. https://​www​.free​wi​ki​.eu/​d​e​/​i​m​a​g​e​s​/​f​/​f​3​/​S​c​a​t​t​e​r​_​T​o​t​e​_​W​e​l​l​e​2​_​v​s​_​P​o​s​i​t​i​v​e​_​W​e​l​l​e​1​.​png

  8. Teil­wei­se erfolg­rei­che Ver­fas­sungs­be­schwer­den zu
    Zwangs­be­hand­lun­gen bei Patientenverfügung
    im Maßregelvollzug

    Pres­se­mit­tei­lung Nr. 66/2021 vom 30. Juli 2021

    Beschluss vom 08. Juni 2021
    2 BvR 1866/17, 2 BvR 1314/18

    Mit heu­te ver­öf­fent­lich­tem Beschluss hat der Zwei­te Senat des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zwei Ver­fas­sungs­be­schwer­den teil­wei­se statt­ge­ge­ben, die sich gegen gericht­li­che Ent­schei­dun­gen rich­te­ten, mit denen 

    die Ein­wil­li­gung in eine medi­zi­ni­sche Zwangs­be­hand­lung des Beschwerdeführers 

    in der einst­wei­li­gen Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus sowie im anschlie­ßen­den Maß­re­gel­voll­zug erteilt wurde.

    Der im Maß­re­gel­voll­zug unter­ge­brach­te Beschwer­de­füh­rer wur­de auf Antrag des behan­deln­den Bezirkskrankenhauses 

    wie­der­holt medi­zi­nisch zwangsbehandelt,
    obwohl er zuvor schrift­lich nie­der­ge­legt hat­te, nicht mit Neu­ro­lep­ti­ka behan­delt wer­den zu wollen. 

    Die der Zwangs­be­hand­lung zugrun­de­lie­gen­den fach­ge­richt­li­chen Beschlüs­se hal­ten einer ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fung nicht stand. Die Fach­ge­rich­te haben bei der Aus­le­gung und Anwen­dung der lan­des­recht­li­chen Vor­schrif­ten die Bedeu­tung und Trag­wei­te der Grund­rech­te der kör­per­li­chen Unver­sehrt­heit aus Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG und des all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts aus Art. 2 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art. 1 Abs. 1 GG unzu­rei­chend Rech­nung getra­gen. Die Beschlüs­se wur­den auf­ge­ho­ben und zur erneu­ten Ent­schei­dung zurückverwiesen.

    Sach­ver­halt:

    Der Beschwer­de­füh­rer war auf­grund einer gericht­li­chen Anord­nung ab Okto­ber 2015 zunächst einst­wei­lig und nach Abschluss des Straf­ver­fah­rens dau­er­haft in einem Bezirks­kran­ken­haus im Maß­re­gel­voll­zug unter­ge­bracht. Bereits im Juni 2005 hat­te er in einem For­mu­lar erklärt, eine „Pati­en­ten­ver­fü­gung“ getrof­fen zu haben und sie in die­sem Doku­ment zu wie­der­ho­len. Er traf ins­be­son­de­re Anord­nun­gen zu lebens­ver­län­gern­den Maß­nah­men sowie Fremd­blut­trans­fu­sio­nen und setz­te sei­ne Mut­ter als bevoll­mäch­tig­te Ver­tre­te­rin ein. Mit Datum vom 4. Janu­ar 2015 hat­te er sei­ne Mut­ter noch­mals als Bevoll­mäch­tig­te ein­ge­setzt, die ihn in allen Ange­le­gen­hei­ten ver­tre­ten soll­te. In einem wei­te­ren Schrift­stück vom 11. Janu­ar 2015 erklär­te der Beschwer­de­füh­rer, dass er es jedem Arzt, Pfle­ger (und ande­ren Per­so­nen) ver­bie­te, ihm Neu­ro­lep­ti­ka in irgend­ei­ner Form gegen sei­nen Wil­len zu ver­ab­rei­chen oder ihn dazu zu drängen.

    Im Sep­tem­ber 2016 bean­trag­te das Bezirks­kran­ken­haus die Zwangs­be­hand­lung des Beschwer­de­füh­rers, weil er an einer Schi­zo­phre­nie vom para­no­id-hal­lu­zi­na­to­ri­schen Typ lei­de. Die Behand­lung sei not­wen­dig, um ihn vor irrever­si­blen hirn­or­ga­ni­schen Gesund­heits­schä­den zu bewah­ren, die bei wei­te­rer Ver­zö­ge­rung des Behand­lungs­be­ginns mit hoher Wahr­schein­lich­keit ein­trä­ten. Das für das Straf­ver­fah­ren zustän­di­ge Land­ge­richt erteil­te auf Grund­la­ge der Art. 6 Abs. 4 Satz 1, Abs. 3, Art. 41 Nr. 3 des Geset­zes über den Voll­zug der Maß­re­geln der Bes­se­rung und Siche­rung sowie der einst­wei­li­gen Unter­brin­gung des Frei­staa­tes Bay­ern in der Fas­sung vom 17. Juli 2015 (BayMRVG a. F.) die Ein­wil­li­gung, den Beschwer­de­füh­rer mit einem aty­pi­schen Neu­ro­lep­ti­kum zu behan­deln. Die­ser Beschluss wur­de rechtskräftig.

    Auf erneu­ten Antrag des Bezirks­kran­ken­hau­ses erteil­te das Land­ge­richt mit ange­grif­fe­nen Beschlüs­sen aus dem März 2017 und Juni 2017 die Ein­wil­li­gung in die Fort­set­zung der Behand­lung bis August 2017. Die ein­ge­leg­te Beschwer­de wies das Ober­lan­des­ge­richt mit ange­grif­fe­nem Beschluss im Juli 2017 als unbe­grün­det zurück.

    Nach anschlie­ßend erneut erteil­ter Ver­län­ge­rung der Zwangs­me­di­ka­ti­on des Beschwer­de­füh­rers durch das für die Voll­stre­ckung zustän­di­ge Land­ge­richt im Dezem­ber 2017 hob das Ober­lan­des­ge­richt die­se Ent­schei­dung zunächst auf und ver­wies die Sache zur erneu­ten Ent­schei­dung an das Land­ge­richt zurück. Die­ses habe das recht­li­che Gehör des Beschwer­de­füh­rers in ent­schei­dungs­er­heb­li­cher Wei­se ver­letzt, indem es davon aus­ge­gan­gen sei, dass kei­ne Pati­en­ten­ver­fü­gung vor­lie­ge. Das Land­ge­richt erteil­te dar­auf­hin mit ange­grif­fe­nem Beschluss vom März 2018 erneut die Ein­wil­li­gung zur täg­li­chen Injek­ti­on eines Medi­ka­ments für wei­te­re zwölf Wochen. Das von dem Beschwer­de­füh­rer in der Pati­en­ten­ver­fü­gung vom 11. Janu­ar 2015 aus­ge­spro­che­ne Ver­bot, ihm Neu­ro­lep­ti­ka zu ver­ab­rei­chen, sei berück­sich­tigt wor­den, ste­he einer Zwangs­be­hand­lung aber nicht ent­ge­gen. Die Rechts­be­schwer­de ver­warf das Ober­lan­des­ge­richt mit ange­grif­fe­nem Beschluss im Mai 2018 als offen­sicht­lich unbegründet.

    Der Beschwer­de­füh­rer rügt eine Ver­let­zung sei­nes Grund­rechts auf kör­per­li­che Unver­sehrt­heit (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 Alt. 2 GG) und sei­ner Men­schen­wür­de (Art. 1 Abs. 1 GG). Mit­tel­bar rich­ten sich die Ver­fas­sungs­be­schwer­den gegen die die Zwangs­be­hand­lung betref­fen­de Rege­lung des Art. 6 Abs. 3 bis 6 BayMRVG a. F.

    Wesent­li­che Erwä­gun­gen des Senats:

    Die Ver­fas­sungs­be­schwer­den haben über­wie­gend Erfolg.

    I. Die ers­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist unzu­läs­sig, soweit sie sich gegen den Beschluss des Land­ge­richts vom Juni 2017 und den Beschluss des Ober­lan­des­ge­richts im Aus­spruch über die Recht­mä­ßig­keit die­ser land­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung rich­tet. Der Beschwer­de­füh­rer hat den ange­grif­fe­nen Beschluss des Land­ge­richts weder vor­ge­legt noch inhalt­lich aus­rei­chend wiedergegeben.

    II. Soweit die Ver­fas­sungs­be­schwer­den zuläs­sig sind, sind sie begründet.

    1. Jede medi­zi­ni­sche Behand­lung einer Per­son gegen ihren natür­li­chen Wil­len greift in das Grund­recht auf kör­per­li­che Unver­sehrt­heit ein. Die­ses Grund­recht schützt die kör­per­li­che Inte­gri­tät der Per­son und damit auch das dies­be­züg­li­che Selbst­be­stim­mungs­recht. Zu sei­nem tra­di­tio­nel­len Gehalt gehört der Schutz gegen eine staat­li­che Zwangs­be­hand­lung. Der in der medi­zi­ni­schen Zwangs­be­hand­lung einer unter­ge­brach­ten Per­son mit Neu­ro­lep­ti­ka lie­gen­de Grund­rechts­ein­griff wiegt dabei beson­ders schwer.

    2. Unge­ach­tet der beson­de­ren Schwe­re des mit ihr ver­bun­de­nen Grund­rechts­ein­griffs kann die Zwangs­be­hand­lung einer unter­ge­brach­ten Per­son jedoch gerecht­fer­tigt sein.

    a) Der Schutz der All­ge­mein­heit vor Straf­ta­ten der unter­ge­brach­ten Per­son stellt zwar kei­nen geeig­ne­ten Recht­fer­ti­gungs­grund dar, weil die­ser auch dadurch gewähr­leis­tet wer­den kann, dass die Per­son unbe­han­delt im Maß­re­gel­voll­zug ver­bleibt. Zur Recht­fer­ti­gung kön­nen jedoch die Grund­rech­te ande­rer Per­so­nen inner­halb der Maß­re­gel­voll­zugs­ein­rich­tung her­an­ge­zo­gen wer­den. Ein wei­te­rer Ver­bleib des Betrof­fe­nen in der Maß­re­gel­voll­zugs­ein­rich­tung kann die­je­ni­gen Per­so­nen nicht schüt­zen, die ihm dort begeg­nen. Die aus den Grund­rech­ten die­ser Per­so­nen fol­gen­den Schutz­pflich­ten kön­nen einen Recht­fer­ti­gungs­grund für eine Zwangs­be­hand­lung dar­stel­len. Auch das Recht auf kör­per­li­che Unver­sehrt­heit und das grund­recht­lich geschütz­te Frei­heits­in­ter­es­se der unter­ge­brach­ten Per­son selbst kön­nen eine staat­li­che Schutz­pflicht aus­lö­sen, die eine Zwangs­be­hand­lung zu recht­fer­ti­gen vermag.

    b) Eine Zwangs­be­hand­lung darf als letz­tes Mit­tel aber nur ein­ge­setzt wer­den, wenn mil­de­re Mit­tel nicht (mehr) in Betracht kom­men und eine weni­ger in die Grund­rech­te des Betrof­fe­nen ein­grei­fen­de Behand­lung mit­hin aus­sichts­los ist. Wei­ter­hin ist erfor­der­lich, dass der Betrof­fe­ne krank­heits­be­dingt nicht ein­sichts­fä­hig ist oder sich nicht ein­sichts­ge­mäß ver­hal­ten kann und dass der Behand­lung der ernst­haf­te, mit dem nöti­gen Zeit­auf­wand und ohne Aus­übung unzu­läs­si­gen Drucks unter­nom­me­ne Ver­such vor­aus­ge­gan­gen ist, sei­ne auf Ver­trau­en gegrün­de­te Zustim­mung zu erlan­gen. Der Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit for­dert dar­über hin­aus, dass die Zwangs­be­hand­lung im Hin­blick auf das Behand­lungs­ziel, dem sie dient, Erfolg ver­spricht und der zu erwar­ten­de Nut­zen den mög­li­chen Scha­den einer Nicht­be­hand­lung sowie die mit der Maß­nah­me ver­bun­de­ne Beein­träch­ti­gung deut­lich überwiegt.

    c) Aus den Grund­rech­ten erge­ben sich zudem Anfor­de­run­gen an das Ver­fah­ren. Jeden­falls bei plan­mä­ßi­gen Behand­lun­gen sind die­se anzu­kün­di­gen und über­dies ist die Anord­nung und Über­wa­chung einer medi­ka­men­tö­sen Zwangs­be­hand­lung durch ärzt­li­ches Per­so­nal erfor­der­lich. Neben Doku­men­ta­ti­ons­pflich­ten bedarf es einer vor­aus­ge­hen­den Prü­fung der Maß­nah­me durch Drit­te in gesi­cher­ter Unab­hän­gig­keit von der Unterbringungseinrichtung.

    3. Eine Zwangs­be­hand­lung zum Schutz der Grund­rech­te der unter­ge­brach­ten Per­son selbst kann jedoch dann nicht gerecht­fer­tigt wer­den, wenn die­se sie im Zustand der Ein­sichts­fä­hig­keit wirk­sam aus­ge­schlos­sen hat.

    a) Sofern Betrof­fe­ne mit frei­em Wil­len über medi­zi­ni­sche Maß­nah­men zur Erhal­tung oder Bes­se­rung der eige­nen Gesund­heit ent­schei­den kön­nen, besteht kei­ne Schutz- und Hilfs­be­dürf­tig­keit, die Vor­aus­set­zung für eine staat­li­che Schutz­pflicht ist. Der Ein­zel­ne ist grund­sätz­lich frei, über Ein­grif­fe in sei­ne kör­per­li­che Inte­gri­tät und den Umgang mit sei­ner Gesund­heit nach eige­nem Ermes­sen zu ent­schei­den. Die­se Frei­heit ist Aus­druck der per­sön­li­chen Auto­no­mie des Ein­zel­nen und als sol­che durch das all­ge­mei­ne Per­sön­lich­keits­recht aus Art. 2 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art. 1 Abs. 1 GG geschützt. Die­ses Grund­recht ver­stärkt durch die Inbe­zug­nah­me der Men­schen­wür­de des Art. 1 Abs. 1 GG den Gewähr­leis­tungs­ge­halt der kör­per­li­chen Unver­sehrt­heit zu einer „Frei­heit zur Krank­heit“ und ver­leiht ihm dadurch ein beson­de­res Gewicht. Die Frei­heits­grund­rech­te schlie­ßen das Recht ein, von der Frei­heit einen Gebrauch zu machen, der in den Augen Drit­ter den wohl­ver­stan­de­nen Inter­es­sen des Grund­rechts­trä­gers zuwi­der­läuft. Das schließt die „Frei­heit zur Krank­heit“ und damit das Recht ein, auf Hei­lung zie­len­de Ein­grif­fe abzu­leh­nen, selbst wenn die­se nach dem Stand des medi­zi­ni­schen Wis­sens drin­gend ange­zeigt sind und deren Unter­las­sen zum dau­er­haf­ten Ver­lust der per­sön­li­chen Frei­heit füh­ren kann.

    Hat der Betrof­fe­ne im Zustand der Ein­sichts­fä­hig­keit die Ableh­nung einer medi­zi­ni­schen Zwangs­be­hand­lung wirk­sam ver­fügt, darf sich der Staat des­halb jeden­falls zum Schutz des Betrof­fe­nen im Maß­re­gel­voll­zug über die­se Dis­po­si­ti­on nicht hin­weg­set­zen. Die Schutz­pflicht des Staa­tes tritt gegen­über dem Betrof­fe­nen inso­weit zurück.

    b) Dies setzt vor­aus, dass der Betrof­fe­ne sei­ne Ent­schei­dung mit frei­em Wil­len und im Bewusst­sein über ihre Reich­wei­te getrof­fen hat. Das ist in einer zwei­stu­fi­gen Prü­fung zu beant­wor­ten: Die Erklä­rung muss im Zustand der Ein­sichts­fä­hig­keit in die Bedeu­tung ihres Aus­sa­ge­ge­halts abge­ge­ben wor­den sein. Auf der zwei­ten Stu­fe ist der Inhalt der Erklä­rung dar­auf­hin aus­zu­le­gen, ob die­ser hin­rei­chend bestimmt und die kon­kre­te Behand­lungs­si­tua­ti­on von der Reich­wei­te der Erklä­rung umfasst ist. Lie­gen die Vor­aus­set­zun­gen für eine bin­den­de Erklä­rung vor, so ist die­se Aus­druck des frei­en Wil­lens des Erklä­ren­den und schließt eine Zwangs­be­hand­lung, die sich zur Recht­fer­ti­gung allein auf den Schutz des Betrof­fe­nen selbst stützt, auch im Maß­re­gel­voll­zug aus. Aller­dings ist fort­lau­fend zu über­prü­fen, ob die jewei­li­gen Umstän­de und Krank­heits­si­tua­tio­nen noch von der Pati­en­ten­ver­fü­gung gedeckt sind.

    c) Die staat­li­che Pflicht zum Schutz der Grund­rech­te ande­rer Per­so­nen, die mit dem Betrof­fe­nen in der Ein­rich­tung des Maß­re­gel­voll­zugs in Kon­takt tre­ten und daher des­sen krank­heits­be­ding­ten Über­grif­fen aus­ge­setzt sein kön­nen, bleibt dabei unbe­rührt. Die auto­no­me Wil­lens­ent­schei­dung des Pati­en­ten kann nur so weit rei­chen, wie sei­ne eige­nen Rech­te betrof­fen sind. Über Rech­te ande­rer Per­so­nen kann er nicht dis­po­nie­ren. Sieht der Gesetz­ge­ber in Wahr­neh­mung sei­ner Schutz­pflicht die Maß­nah­me einer Zwangs­be­hand­lung der unter­ge­brach­ten Per­son vor, von der die Gefähr­dung ande­rer aus­geht, so ist er dabei an den Grund­satz strik­ter Ver­hält­nis­mä­ßig­keit gebunden.

    4. Die­sen Maß­stä­ben genü­gen die ange­grif­fe­nen Gerichts­ent­schei­dun­gen nicht. Die Ein­grif­fe in die kör­per­li­che Unver­sehrt­heit aus Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG durch die medi­zi­ni­schen Zwangs­be­hand­lun­gen sind nicht gerechtfertigt.

    a) Die gesetz­li­che Grund­la­ge in Art. 6 Abs. 3 und Abs. 4 BayMRVG a. F. (in Bezug auf die vor­läu­fi­ge Unter­brin­gung in Ver­bin­dung mit Art. 41 Nr. 3 BayMRVG a. F.) genügt zwar den Anfor­de­run­gen, die das Grund­ge­setz an die Zulas­sung von Zwangs­be­hand­lun­gen stellt.

    Die Vor­schrift gibt im Ein­klang mit der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts sowohl die for­mel­len als auch die mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen für eine Zwangs­be­hand­lung vor. Die Vor­aus­set­zun­gen für die Zuläs­sig­keit des Ein­griffs sind auch hin­rei­chend klar und bestimmt gere­gelt. Ins­be­son­de­re genügt der Begriff des „Beach­tens“ einer Pati­en­ten­ver­fü­gung in Art. 6 Abs. 4 Satz 6 BayMRVG a. F. den Bestimmt­heits­an­for­de­run­gen. Art. 6 Abs. 3 Nr. 1 BayMRVG a. F. erfüllt zudem die ver­fas­sungs­recht­li­che Anfor­de­rung, die krank­heits­be­ding­te Ein­sichts­un­fä­hig­keit des Betrof­fe­nen oder sei­ne Unfä­hig­keit zu ein­sichts­ge­mä­ßem Ver­hal­ten zur Vor­aus­set­zung einer Zwangs­be­hand­lung zu machen.

    b) Die ange­grif­fe­nen gericht­li­chen Beschlüs­se hal­ten einer ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fung jedoch nicht stand.

    Die Fach­ge­rich­te haben bei der Aus­le­gung und Anwen­dung der Vor­schrift Bedeu­tung und Trag­wei­te der Grund­rech­te der kör­per­li­chen Unver­sehrt­heit aus Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG und des all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts aus Art. 2 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art. 1 Abs. 1 GG unzu­rei­chend Rech­nung getra­gen. Die Gerich­te haben nicht bedacht, dass das Selbst­be­stim­mungs­recht eine Zwangs­be­hand­lung, die allein dem Schutz des Betrof­fe­nen dient, bei einer ent­ge­gen­ste­hen­den wirk­sa­men Pati­en­ten­ver­fü­gung von vorn­her­ein ver­bie­tet. Sie haben die Erklä­rung des Beschwer­de­füh­rers vom 11. Janu­ar 2015 zwar als wirk­sa­me Pati­en­ten­ver­fü­gung im Sin­ne von § 1901a BGB ange­se­hen. Dabei haben sie es aller­dings ver­säumt, zuvor im Wege einer zwei­stu­fi­gen Über­prü­fung der Erklä­rung fest­zu­stel­len, ob der Beschwer­de­füh­rer zum Zeit­punkt der Abga­be der Erklä­rung ein­sichts­fä­hig gewe­sen ist und ob deren Inhalt die kon­kre­te Behand­lungs­si­tua­ti­on im Maß­re­gel­voll­zug umfasst. Obwohl sie von einer wirk­sa­men Pati­en­ten­ver­fü­gung aus­gin­gen, haben die Gerich­te die Erklä­rung vom 11. Janu­ar 2015 hin­ter der staat­li­chen Pflicht zum Schutz der Gesund­heit des Beschwer­de­füh­rers und ins­be­son­de­re zur Her­stel­lung sei­ner Ent­las­sungs­fä­hig­keit zurück­tre­ten las­sen, ohne zu ermes­sen, inwie­weit die Schutz­pflicht ihre Gren­zen in des­sen Selbst­be­stim­mungs­recht als Pati­ent fin­det. Die Gerich­te haben dem­ge­mäß auch nicht auf Rech­te Drit­ter abge­stellt, die in der Maß­re­gel­voll­zugs­an­stalt womög­lich tät­li­chen Angrif­fen durch den Beschwer­de­füh­rer aus­ge­setzt wären und deren Schutz einen Ein­griff in des­sen Grund­rech­te recht­fer­ti­gen könn­te. Die Fra­ge, ob die Zwangs­be­hand­lung vor­lie­gend zum Schutz ande­rer Per­so­nen nach Art. 6 Abs. 6 BayMRVG a. F. gerecht­fer­tigt war, ist einer ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Prü­fung somit nicht zugänglich.

    https://​www​.bun​des​ver​fas​sungs​ge​richt​.de/​S​h​a​r​e​d​D​o​c​s​/​P​r​e​s​s​e​m​i​t​t​e​i​l​u​n​g​e​n​/​D​E​/​2​0​2​1​/​b​v​g​2​1​-​0​6​6​.​h​tml

    1. "Auch das Recht auf kör­per­li­che Unver­sehrt­heit und das grund­recht­lich geschütz­te Frei­heits­in­ter­es­se der unter­ge­brach­ten Per­son selbst kön­nen eine staat­li­che Schutz­pflicht aus­lö­sen, die eine Zwangs­be­hand­lung zu recht­fer­ti­gen vermag."

      Der Beschwer­de­füh­rer wur­de durch den Staat mit­tels des­sen Gesetz­ge­bung unter­ge­bracht. Die Unter­brin­gung und eine damit ver­bun­de­nen Zwangs­be­hand­lung lösen eine Schutz­pflicht des unter­brin­gen­den Staa­tes aus, da der Beschwer­de­füh­rer in sei­nen Grund­rech­ten auf kör­per­li­che Unver­sehrt­heit und Frei­heit ein­ge­schränkt, bzw. ver­letzt wird.
      Der Staat schützt den Kran­ken somit vor sich selbst.
      Bit­te "den Kran­ken" nicht durch "unein­sich­ti­gen Unge­impf­ten" ersetzen.

  9. Was wills­te dazu noch sagen. Das Ein­zi­ge was die­sen Staat recht­fer­tigt, das sind die Inter­es­sen pri­va­ter Unter­neh­mer. Somit ist die­ser Staat pri­va­ter Natur. Und hat somit nicht das Gerings­te Inter­es­se dar­an, sei­ne Staats­bür­ger vor irgend­et­was zu schützen.

    MFG

  10. BUNDESVERFASSUNGSGERICHT
    Kla­ge­flut gegen Corona-Politik
    – das ist mit den Eil­an­trä­gen passiert
    Die Frei­heits­be­schrän­kun­gen in der Pan­de­mie hat­ten eine bei­spiel­lo­se Kla­ge­flut ausgelöst.
    Inzwi­schen sind die aller­meis­ten Eil­an­trä­ge bearbeitet.
    dpa 17.08.2021 06:26 Uhr

    Das geht aus den aktu­el­len Ein­gangs- und Erle­di­gungs­zah­len her­vor, die das Gericht der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Karls­ru­he auf Anfra­ge mitteilte.

    Dem­nach waren bis Ende Juli (Stand: 28. Juli/18.00 Uhr)
    ins­ge­samt 124 rei­ne Eil­an­trä­ge eingegangen.
    Davon wur­den alle außer einem bereits beschieden.
    121 die­ser Eil­an­trä­ge wur­den abge­lehnt oder erle­dig­ten sich anderweitig.
    Nur in zwei Fäl­len hat­ten die Klä­ger Erfolg.

    Maß­nah­men kön­nen nach­träg­lich noch für ver­fas­sungs­wid­rig erklärt werden

    Dazu kamen
    seit Aus­bruch der Pandemie
    468 Verfassungsbeschwerden,
    die zusam­men mit einem Eil­an­trag ein­ge­reicht wurden. 

    Hier sind 372 bereits entschieden 

    – ledig­lich ein Eil­an­trag hat­te Erfolg. 

    Aus dem Jahr 2020 sind nur noch drei Ver­fah­ren offen,
    aus 2021 sind es 93. 

    Ins­ge­samt waren beim Gericht Ende Juli noch 178 von ursprüng­lich ein­mal 696 Ver­fas­sungs­kla­gen anhän­gig. Hier sind sämt­li­che Ver­fah­ren mit­ge­rech­net, unab­hän­gig davon ob es einen Eil­an­trag gab oder nicht.

    https://​www​.nord​ku​rier​.de/​p​o​l​i​t​i​k​-​u​n​d​-​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​k​l​a​g​e​f​l​u​t​-​g​e​g​e​n​-​c​o​r​o​n​a​-​p​o​l​i​t​i​k​-​d​a​s​-​i​s​t​-​m​i​t​-​d​e​n​-​e​i​l​a​n​t​r​a​e​g​e​n​-​p​a​s​s​i​ert

    wei­te­re Pressemitteilungen
    https://www.bundesverfassungsgericht.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/pressemitteilungen_node.html?cms_gtp=5399872_list%253D2

  11. Es ist ja eines, eine Impf­pflicht zu for­dern, wenn man eine ste­ri­le funk­tio­nie­ren­de Imp­fung wie bei Masern hat, die dazu nahe null Pro­zent an Neben­wir­kun­gen verursacht. 

    Sel­bi­ges zu for­dern bei einem Expe­ri­men­tal­stoff, der in der Sai­son nach­ge­spritzt wer­den muss und somit schlech­ter funk­tio­niert, als die ohne­hin kaum merk­lich wir­ken­de Grip­pe­imp­fung (die nicht geboos­tert wer­den muss), ist aber nicht gerechtfertigt.

  12. „Die Fall­zah­len, die uns täg­lich in den Nach­rich­ten berich­tet wer­den, haben nichts mit dem tat­säch­li­chen Infek­ti­ons­ge­sche­hen zu tun“, resü­mie­ren Prof. Dr. Sebas­ti­an Voll­mer, Lehr­stuhl für Ent­wick­lungs­öko­no­mie in Göt­tin­gen, und sein Kol­le­ge Dr. Chris­ti­an Bommer.

    STIMMT !

    Sag ich doch:
    https://​www​.coro​dok​.de/​a​u​c​h​-​g​e​i​m​p​f​t​e​-​f​u​e​r​/​#​c​o​m​m​e​n​t​-​6​7​130
    Und auch das RKI:
    https://​www​.coro​dok​.de/​a​u​c​h​-​g​e​i​m​p​f​t​e​-​f​u​e​r​/​#​c​o​m​m​e​n​t​-​6​7​164

    Nur ist das nicht ein Pro­blem oder eine Gefahr, son­dern umge­kehrt: es hat sich schon eine viel grös­se­re natür­li­che Immu­ni­tät ver­brei­tet und es gibt Mil­lio­nen 'Gene­se­ne' (ohne krank gewe­sen zu sein) mehr und die schwe­ren Erkran­kun­gen und Mor­ta­li­tät sind viel niedriger.

    Das wird aber in der Regel ver­schwie­gen von Poli­tik, Exper­ten und Jour­na­lis­ten und die meis­ten Men­schen sind sich des­sen nicht bewusst. Die den­ken 'es wären doch so vie­le dar­an gestor­ben' und haben nicht ver­stan­den, die Fata­li­ty Rates sind wirk­lich nicht höher als 'von Ioann­ides geschätzt' (wobei die Influ­en­za für Kin­der und Nicht-Alte gefähr­li­cher ist als Covid).

    Von Dr. Fau­ci früh geschrie­ben, zur Erinnerung:

    'Auf der Grund­la­ge einer Fall­de­fi­ni­ti­on, die die Dia­gno­se einer Lun­gen­ent­zün­dung vor­aus­setzt, liegt die der­zeit gemel­de­te Sterb­lich­keits­ra­te bei etwa 2 %. In einem ande­ren Arti­kel der Zeit­schrift berich­ten Guan et al. über eine Sterb­lich­keits­ra­te von 1,4 % bei 1099 Pati­en­ten mit im Labor bestä­tig­tem Covid-19; die­se Pati­en­ten wie­sen ein brei­tes Spek­trum an Krank­heits­schwe­re auf. Wenn man davon aus­geht, dass die Zahl der asym­pto­ma­ti­schen oder mini­mal sym­pto­ma­ti­schen Fäl­le um ein Viel­fa­ches höher ist als die Zahl der gemel­de­ten Fäl­le, dürf­te die Sterb­lich­keits­ra­te deut­lich unter 1 % lie­gen. Dies deu­tet dar­auf hin, dass die kli­ni­schen Fol­gen von Covid-19 letzt­lich eher denen einer schwe­ren sai­so­na­len Influ­en­za (mit einer Sterb­lich­keits­ra­te von etwa 0,1 %) oder einer Influ­en­za­pan­de­mie (ähn­lich wie 1957 und 1968) ähneln als einer Krank­heit wie SARS oder MERS, bei denen die Sterb­lich­keits­ra­te 9 bis 10 % bzw. 36 % betrug.'

    https://​www​.nejm​.org/​d​o​i​/​f​u​l​l​/​1​0​.​1​0​5​6​/​n​e​j​m​e​2​0​0​2​387
    Über­setzt mit http://​www​.DeepL​.com/​T​r​a​n​s​l​a​tor (kos­ten­lo­se Version)

  13. Ein "Ent­wick­lungs­öko­no­men" ist ganz bestimmt der (oder das?) rich­ti­ge, um über phi­lo­so­phi­sche Fra­gen zu spe­ku­lie­ren. Viel­leicht soll­te er (oder es?) sich auch noch zu der Tagung in Köln mit Lau­ter­bach, Mai­lab und Precht anmel­den? Damit es end­lich mal wie­der zu einem Quan­ten­sprung in der euro­päi­schen Phi­lo­so­phie kommt?

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