Demokratiekongress der Hertie Stiftung. Lauterbach spricht

faz​.net (2.7.)

Dar­über infor­miert die FAZ in die­ser pas­sen­den Aufmachung.

Hier kommt zusam­men, was zusam­men gehört. Eine mil­li­ar­den­schwe­re Stif­tung, deren Gel­der zu nicht uner­heb­li­chen Tei­len aus der "Ari­sie­rung" jüdi­scher Unter­neh­men stam­men (s. Wird eine Imp­fung Hirn­tu­mo­re bekämp­fen kön­nen?),

führt einen Demo­kra­tie­kon­greß durch. Ein Gesund­heits­mi­nis­ter, der sich vor allem der Phar­ma­in­dus­trie ver­bun­den weiß und 12 Jah­re im Auf­sichts­rat eines Kli­nik­kon­zerns saß, refe­riert zu dem The­ma. Eine dem Groß­ka­pi­tal zuge­neig­te Tages­zei­tung, die regel­mä­ßig mit besag­ter Stif­tung Pod­casts pro­du­ziert, berich­tet wohl­wol­lend. Bei­spiels­wei­se über die von Lau­ter­bach dekre­tier­te Ver­kür­zung des "Gene­se­nen­sta­tus":

»… Heu­te wis­se jeder, so Lau­ter­bach, dass das rich­tig gewe­sen sei, aber kei­ner der dama­li­gen Kri­ti­ker ent­schul­di­ge sich bei ihm. „Wenn man evi­denz­ba­siert vor­geht, ist man manch­mal vor der Zeit.”

Evi­denz­ba­siert. Eines der Wor­te, die er oft ver­wen­det, und die für sei­ne cha­mä­le­on­haf­ten Wech­sel zwi­schen Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­tor und Minis­ter ste­hen. Im Zwei­fel sei er jedoch immer Poli­ti­ker, sag­te Lau­ter­bach, das habe auch für die Zeit gegol­ten, als er noch ein­fa­cher Abge­ord­ne­ter war. Gleich­wohl grenz­te er sich von ande­ren Poli­ti­kern ab: Kaum jemand arbei­te so eng mit Wis­sen­schaft­lern zusam­men wie er, sag­te Lauterbach.

Austausch mit Wissenschaftlern

Nicht nur mit deut­schen For­scher wie Chris­ti­an Dros­ten tau­sche er sich aus, son­dern auch mit vie­len ame­ri­ka­ni­schen. „Wenn ich jetzt eine Impf­kam­pa­gne für den Herbst vor­be­rei­te, weiß ich des­halb schon, was die ange­pass­ten Impf­stof­fe leis­ten kön­nen“, sag­te Lauterbach…

„Dass wir im Herbst ganz ande­re Regeln bekom­men, ist ganz klar“, sag­te Lau­ter­bach in den Hör­saal hin­ein, in dem schät­zungs­wei­se zwei Drit­tel der Besu­cher kei­ne Mas­ke tru­gen

Des wei­te­ren tra­fen sich ("Der Streit blieb aus") die Grü­nen-Vor­sit­zen­de Ricar­da Lang, Ex-Wirt­schafts­mi­nis­ters Peter Alt­mai­er und der His­to­ri­ker Paul Nol­te (laut Wiki­pe­dia "neo­kon­ser­va­tiv mit Sym­pa­thie für schwarz-grü­ne Bünd­nis­se") zu mun­te­rem Mei­nungs­aus­tausch, der als sehr ein­ver­nehm­lich geschil­dert wird:

»Als Nol­te, wohl eher aus intel­lek­tu­el­ler Streit­lust, die Ein­füh­rung eines Mehr­heits­wahl­rechts wie in Frank­reich for­der­te, ging Lang nicht dar­auf ein. Statt­des­sen war man sich einig, dass in der Grü­nen Jugend Abitu­ri­en­ten über­re­prä­sen­tiert seien…

Alt­mai­er, der danach „über Feh­ler und Chan­cen, Erfol­ge und Ein­schnit­te“ befragt wur­de, äußer­te sei­ne Begeis­te­rung für sei­nen grü­nen Nach­fol­ger im Amt, Robert Habeck, den er für den bes­ten Minis­ter der Ampel­ko­ali­ti­on hält…«

Auch der Nach­wuchs, dem Lang ent­wach­sen zu sein scheint, hat­te nichts zu debattieren:

»Weit von einem Minis­ter­amt ent­fernt waren die Jung­po­li­ti­ker, die sich gemein­sam mit einem Poli­tik­wis­sen­schaft­ler über die Bedeu­tung der Par­tei­en für den poli­ti­schen Nach­wuchs aus­tausch­ten. Obwohl gro­ße Einig­keit herrsch­te, tausch­te man sich über die Frau­en­quo­te aus…

Obwohl es viel Kri­tik an den Par­tei­en als Gate­kee­per gab, schien es doch Kon­sens zu sein, dass es ohne sie nicht geht.«

Es scheint in die­sem Land kei­ne Pro­ble­me mit dem zu geben, was FAZ, Phil­an­thro­pen und alte wie neue Selbst­dar­stel­le­rIn­nen in ihrer Bla­se "Demo­kra­tie" nennen.

Sie­he auch die Selbst­dar­stel­lung des Kon­gres­ses auf ghst​.de.

3 Antworten auf „Demokratiekongress der Hertie Stiftung. Lauterbach spricht“

  1. Lauterbach: "Wissenschaftler werden oft nicht zum Gewinn von Erkenntnissen herangezogen, sondern zur Begründung bereits getroffener Entscheidungen." sagt:

    Wenn­gleich Lau­ter­bachs Zitat vom 09.02.2021 ist, erscheint es sehr aktu­ell im Hin­blick auf den von ihm zu igno­rie­ren­den Coro­na-Sach­ver­stän­di­gen­be­richt vom 01.07.2022: weder der ers­te Teil noch der zwei­te Teil des Sat­zes trifft für ihn zu.

    https://​twit​ter​.com/​d​e​m​o​k​r​a​t​i​e​g​h​s​t​/​s​t​a​t​u​s​/​1​3​5​9​0​9​4​9​5​2​7​8​6​0​7​1​5​5​3​/​p​h​o​t​o/1

  2. Ja genau. Das ist Evi­denzis­mus. Öko­no­mi­sche Grund­la­ge: Finan­ze­vi­denz. Die han­deln­den Per­so­nen hei­ßen Evidenzisten.

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