"Fast jeder Zweite für sofortige Verschärfung der Corona-Maßnahmen". Wirklich?

Unter obi­gem Titel (dem Teil in Anführungszeichen) ist am 2.7. auf augsburger-allgemeine.de zu lesen (und alle, alle zitie­ren es):

»Der Herbst kommt in die­sem Jahr schon frü­her – zumin­dest, was die nächs­te Corona-Welle angeht. Die Zahlen stei­gen wie­der und knapp die Hälfte der Deutschen wünscht sich wie­der stren­ge­re Corona-Maßnahmen. Das ist das Ergebnis einer reprä­sen­ta­ti­ven Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für unse­re Redaktion. Demnach geben 49 Prozent an, dass die Corona-Regeln umge­hend ver­schärft wer­den soll­ten. Anderer Meinung sind hin­ge­gen 43 Prozent der Befragten, der Rest ist unentschlossen…«

Was hat es mit Civey auf sich?

Über die voll­kom­men unwis­sen­schaft­li­che Arbeitsweise der Civey GmbH wur­de hier vor einem Jahr in Wollen mehr als 44 Prozent wei­ter Masken tra­gen? Quatsch! aus­führ­lich berich­tet. Das Verfahren wird in Kurzform auf Wikipedia so dargestellt:

»Civey erhebt sei­ne Umfragen aus­schließ­lich online, dafür wer­den die Umfragen über Websites wie Spiegel.de, T‑Online.de oder Focus.de gestreut. Jeder Besucher einer sol­chen Webseite kann an der Umfrage teil­neh­men (Selbstselektion) und bekommt im Anschluss das Ergebnis ange­zeigt. Neben der eigent­li­chen Umfrage wer­den Zusatzdaten wie Alter, Geschlecht, Postleitzahl, Einkommen und Familienstand abge­fragt. Außerdem wer­den meh­re­re Umfragen in Folge durchgeführt.

Um die Repräsentativität zu erhö­hen, gewich­tet das Unternehmen die erho­be­nen Daten anhand der Zusatzdaten.«
de.wikipedia.org

Im genann­ten Artikel der "Augsburger Allgemeinen" sieht das so aus:

Der ers­te Button bringt u.a. die­se Infos:

Zum "Datenschutz" erklärt das Unternehmen:

civey.com

So weit, so üblich bei Datenkraken.

Klickt man auf "Akzeptieren", wird man nach eini­gen Schritten mit die­ser Eingabemaske konfrontiert:

Hier las­sen sich völ­lig will­kür­lich Daten ein­ge­ben. Es wird ledig­lich die Postleitzahl auf Plausibilität geprüft. Mit die­ser akzep­tier­ten Eingabe

konn­te ich die "reprä­sen­ta­ti­ve Umfrage" zur Sonntagsfrage gestal­ten, mit die­sem Ergebnis:

Eine öster­rei­chi­sche Zehnjährige floß damit in die­se Daten ein:

Das Mädchen wird im wei­te­ren Verlauf auf­ge­for­dert, wei­te­re Daten zur Verfügung zu stellen:

Mit sol­chen Abfragen kom­men die absur­des­ten Ergebnisse zustan­de. Einfach mal ausprobieren!

18 Antworten auf „"Fast jeder Zweite für sofortige Verschärfung der Corona-Maßnahmen". Wirklich?“

  1. Leifs Erik Sander: "Aus gegebenem Anlass. Richtig eingesetzt kann dieses Medikament viele Krankenhausaufenthalte & Todesfälle verhindern." sagt:

    Was sagt der eine Arzt dem ande­ren, obwohl er es nicht darf?

    Ist halt Leif:
    "Das darf eigent­lich nicht sein. Eine anti­vi­ra­le Therapie kann in der Frühphase der Infektion schwe­re Erkrankungen ver­hin­dern & Leben ret­ten. Die behan­deln­den Hausärzt*innen oder zur Not der ärzt­li­che Bereitschaftsdienst der KV soll­ten dies bei entspr. Indikation verschreiben."

    https://twitter.com/Sander_Lab/status/1543288190278270976?cxt=HHwWgIC8-dWb7uoqAAAA

    In der Bundeärzteordnung heißt es in § 1 Abs. 2 „Der ärzt­li­che Beruf ist sei­ner Natur nach ein frei­er Beruf“.

    "Setzt aber eine Entscheidung medi­zi­ni­sches Fachwissen vor­aus, und hat die­se Auswirkung auf die kon­kre­te Patientenbehandlung, so han­delt es sich im Zweifel um eine Anweisung, die nach ärzt­li­chem Berufsrecht nur durch einen Mediziner erfol­gen darf."
    -> Ganz beson­ders von Labor-Doktoren, die abseits von Petrischalen ganz beson­ders mit kli­ni­scher Arbeit ver­traut sind.

    Überschrift:
    https://twitter.com/Sander_Lab/status/1543312299800367118?cxt=HHwWnMC88YOX-eoqAAAA

    Dass sich der Bundesgesundheitsminister nicht nur die minis­te­ri­el­len son­dern alle Rechte raus­nimmt, soll­te schon längst ein Fall für die Ärztekammer sein – allen vor­an zur Prüfung sei­ner berufs­recht­li­chen Verfehlungen mit der mehr­fach getä­tig­ten Aussage zu den "neben­wir­kungs­frei­en Impfungen", dass Leif is Leif sich nun auch noch dran hängt…

  2. Reitschuster schreibt, dass die­se Umfrage VOR der Veröffentlichung des Gutachtens des Sachverständigenrats statt­ge­fun­den hat…

      1. Naja, da das gan­ze ohne­hin ein Glaubenskrieg ist, hät­te auch die Veröffentlichung des Gutachtens VOR der Umfrage nur mar­gi­nal etwas verändert.

  3. Peter Kolb – Hamster-Käufer der ers­ten Corona Welle – hat end­lich sei­ne letz­te Packung Nudeln auf­ge­braucht: https://www.der-postillon.com/2022/06/hamster.html

    Wird wohl auch Thema am Sonntag in der gros­sen "Anne-Will-Und-Kanns-Nicht-Show" mit dem Thema: "Die Supermarktregale sind leer – kön­nen wir bald nicht mehr Hamstern?" – Gäste im Studio: Hamsterer Peter Kolb ("Ich habe 15 Einkaufswagen von Aldi im Keller), Gesundheitsminister Karl Lauterbach ("Ja ich habe also ja also über­haut kei­ne Zeit also zum Hamstern, weil ich muss ja also immer twit­tern und dann also bin ich ja also auch hin und wie­der also in Talkshows um die Menschheit also vor den töd­li­chen Gefahren unse­rer Zeit also zu schüt­zen"), die Grüne Ricarda Lang ("Hamstern, ist das was unan­stän­di­ges?"), der Grüne Robert Habeck ("die Menschen in Deutschland müs­sen jetzt Gas-Feuerzeuge hams­tern, jedes Gas-Feuerzeug ist im Winter eine klei­ne Gasheizung"), Zugeschaltet aus dem Frauengefängnis in Berlin Rentnerin Angela M. ("Wehe man dreht mir hier im Winter die Heizung ab…")

  4. Vor einer Woche noch haben sie aus­ge­las­sen gefei­ert, die Menschen in Tuttlingen beim Southside-Festival. Sie haben nicht geahnt, in welch töd­li­che Gefahr sie sich bege­ben haben!! Sie haben kal­te Ravioli aus Blechdosen gelöf­felt und über­lebt!! Aber an das töd­li­che Virus haben sie nicht gedacht!! Wie konn­ten all die­se Menschen nur so naiv sein und ALLES ris­kie­ren?? Wann wer­den die Tuttlinger ster­ben wie die Fliegen?? Wann wird Tuttlingen nur noch ein schwar­zer Fleck auf der Landkarte sein?? Werden Tuttlingen 's Krematorien mit den rie­si­gen Leichenbergen fer­tig?? Bekommen die Toten ihr Geld zurück??
    https://www.schwaebische.de/landkreis/landkreis-tuttlingen/tuttlingen_artikel,-southside-als-spreaderevent-nicht-ausgeschlossen-aber-auch-nicht-zu-beweisen-_arid,11526256.html

  5. Ja so ist das. Menschen gehen wäh­len. Alle Jahre wie­der. Und glau­ben daß sie mit dem Kreuzchen was sie da machen irgend­was entscheiden.

  6. Selbst wenn die Umfrage kor­rekt wäre, dann könn­te die Überschrift ja auch: "Weniger als die Hälfte für schär­fe­re Maßnahmen"
    So wird Stimmung gemacht…

  7. Leider ist wohl das Ergebnis die­ser "Umfragen" nicht so weit von der Realität ent­fernt, wie es die Leser hier und Herr Aschmoneit ger­ne hät­ten. Der Versuch von Herrn Aschmoneit, Lücken im System von Civey auf­zu­zei­gen, wird nichts an der grund­le­gen­den Aussage ändern, wie die­ses Land zu Coronmaßnahmen stand und steht. Der Hang zum Totalitären ist nicht mehr weg zu dis­ku­tie­ren, genau wie die vie­len Parallelen zur Religion, bei der nur noch geglaubt wird… Es gibt tat­säch­lich sehr vie­le „Zeugen Coronas“, die einer ratio­na­len Diskussion nicht mehr zugäng­lich sind. Dazu kommt eine rela­tiv gro­ße Gruppe der „ist mir egal Fraktion“, die sich auch mit allem mög­li­chen „Impfen“ lie­ßen, wenn man ihnen sonst z. B. den media­len Zugang zum Fußball ver­weh­ren wür­de. Auch die gro­ße Gruppe der Profiteure spielt eine Rolle, die wol­len ihre erlang­ten Privilegien nicht so ein­fach auf­ge­ben. Bei mir im Kollegenkreis gab es tat­säch­lich eini­gen Unmut, als vie­le Regelungen von Seiten der Firma und des Staates auf­ge­ho­ben wur­den. Für die Gruppe der DINKs war es doch sehr kom­for­ta­ble, im „Home Office“ viel mehr Freiheiten zu haben und weni­ger direk­tem Druck aus­ge­setzt zu sein. Eine Zeit lang konn­te man mit „Corona“ bei­na­he alles Entschuldigen… Oder die Kollegen im Feld, die auch plötz­lich viel weni­ger Druck hat­ten, Quarantäne wur­de ja voll bezahlt und ein posi­ti­ver PCR-Test ohne Symptome hat genügt, um zu Hause mal so rich­tig Gas zu geben. Dann das per­fi­de Klassensystem der G‑Regelungen, die es z. B. einer Menge ganz „armer Würstchen“ plötz­lich erlaub­te, zur „Elite“ dazu zu gehö­ren. Währen der letz­ten zwei Jahre wur­de mei­ner Meinung nach eine Veränderung der Gesellschaft initi­iert, die sich so leicht nicht mehr rück­gän­gig machen lässt. Und ich behaup­te ein­fach mal, dass „hin­ter den Kulissen“ sehr genau beob­ach­tet wird, um dar­aus bei ande­rer Gelegenheit wie­der einen „Nutzen“ zie­hen zu kön­nen. Ups, das ist ja schon bei­na­he eine Verschwörungstheorie;-)

    1. Na, da sind Sie schon als Solomon-Asch-Experimentator auf­ge­fal­len. Sie unter­schei­den nicht zwi­schen Meinungsbildungs-Prozess und Meinungsbildungs-Ergebnis.

      Und behaup­ten die sicht­ba­re (und oft genug auch nur falsch inter­pre­tier­te) Stimmung unter den Menschen als deren ech­te Grundhaltung – dabei wur­den sie, wenn sie tat­säch­lich die­se Haltung zei­gen, dazu hinmanipuliert.

      Aber gera­de die­se Einwirkung der Infiltrations-Medien bewirkt sogar auch, dass wir die Realität mit deren Brille betrach­ten. Dabei fal­len nicht zu deren Bilder pas­sen­de Beobachtungen ten­den­zi­ell eher unter den Tisch – zu deren Bilder pas­sen­de Beobachtungen wer­den überbewertet.

      Gehen Sie mal auf die Straße mit Gleichgesinnten (falls Sie denn so gesinnt wären) und rufen "Friede, Freiheit, Selbstbestimmung" und wun­dern sie sich mal über die vie­le Zustimmung, die ihnen da von Passanten, Geschäftsinhabern, Anwohnern, ent­ge­gen schlägt (sowie die Ausnahmen ech­ten, krank­haf­ten Hasses voll­ver­strahl­ter Mitmenschen)

  8. Leider funk­tio­niert es

    Die Brisanz der Evaluierungsergebnisse geht schein­bar an der Masse vor­bei, wenn ich mir mei­ne Nachbarschaft ansehe.
    "Sicherheit" geht vor, da inter­es­siert Wissen nicht

    Eine Meinungsumfrage bleibt im Gedächtnis,
    bestä­tigt womög­lich das eige­ne Empfinden und ist bei der Gruppe der Unentschlossenen viel­leicht ausschlaggebend

    Ist ein Ergebnis nicht pas­send, war halt Manipulation im Spiel -
    das ist praktisch

    Publizierte Meinungsumfragen könn­ten sich somit auch auf die Wahlbeteiligung eben­so aus­wir­ken wie auf die Parteiwahl

    Die Payback-KundInnen waren aus- oder überlastet?

  9. Zitat: "…Spiegel.de, T‑Online.de oder Focus.de…"

    Muss man noch mehr wis­sen, um ein­zu­schät­zen, wie die angeb­li­chen "Mehrheiten" zustan­de­kom­men und wer die sind? Abgesehen davon, dass man zig­mal zum sel­ben Thema abstim­men kann, immer wie­der unter ande­rem Namen und Angabe ande­rer Daten?
    Mit den Ergebnissen von Civey kann man sich den Allerwertesten abwi­schen. Aber halt, man will an der Stelle ja sau­ber werden!

  10. Wir sind alle Teil eines gro­ßen Solomon-Asch-Experiments (leicht zu gokkeln).

    Indem uns bei ver­schie­dens­ten Themen, von Wahlaussichten der Parteien bis hin zu Weltbild-Fragen angeb­li­che Mehrheiten mit angeb­li­cher Mehrheitsmeinung vor­ge­gau­kelt wer­den, wer­den die­se Mehrheiten mit der Zeit und Einwirkungs-Intensität und ‑Dauer auf die Menschen tat­säch­lich real. Die aller­meis­ten Menschen schlie­ßen sich einer schein­ba­ren Mehrheitsmeinung an. Also müs­sen inter­es­sier­te Kreise erst nur die­se "Mehrheitsmeinungen" simu­lie­ren – um sie schließ­lich real zu erhal­ten – etwa als ein Wahlergebnis.

    Wie anders woll­te man sicher­stel­len, dass Parteien, die regel­mä­ßig die Bürger belü­gen, ver­ar­schen und aus­neh­men immer wie­der gewählt werden?

    Wie anders woll­te man sicher­stel­len, dass eine mas­siv offen kor­rup­te Clique ihr Personal an allen wich­ti­gen staat­li­chen, über­staat­li­chen, zivil­ge­sell­schaft­li­chen, aka­de­mi­schen und wirt­schaft­li­chen Schaltstellen instal­lie­ren kann.

    Das Internet (und natür­lich erst recht "social media") ist das idea­le Medium, um ver­meint­li­che Mehrheitsmeinungen zu simu­lie­ren – und sie dadurch zu rea­li­sie­ren. (Die Print-Medien und ihre Ableger wer­den über ide inter­na­tio­na­len Presseagenturen gesteu­ert. Das ist aber wesent­lich auf­wän­di­ger, als das Internet (und natür­lich erst recht "social media") mit Agenten, Pseudo-Accounts und Bots zu fluten)

    Wir wer­den wis­sen­schafts­ge­stützt (hier Psychologie, Verhaltensforschung) gesteu­ert, kon­trol­liert, gegän­gelt, mani­pu­liert. Wissenschaft ist eine der vie­len Huren der (Geld-)Mächtigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.