Das antidemokratische Netzwerk hinter #allesdichtmachen

tagesspiegel.de

LeserInnen, die die­se Zeitung kau­fen, lesen auch:

Update: s.u.

Am 2.5. machen die die Autoren des "Tagesspiegel" wie­der ein­mal auf Rufmord (zu frü­he­ren Beispielen s. unten). Was tischt das Blatt heu­te auf?

»#alles­dicht­ma­chen kam nicht aus hei­te­rem Himmel.

Am 20. März sitzt Paul Brandenburg bei „Kaiser TV“, einem YouTube-Talkformat des Autors Gunnar Kaiser. Unter dem Sendungstitel „Es ist eine Katastrophe!“ spre­chen sie über die „Lust an Grundrechtseinschränkung“ in der Pandemie. Was wie ein net­ter Plausch unter Gleichgesinnten wirkt, ist ein wei­te­res Indiz dafür, dass die Aktion #alles­dicht­ma­chen von lan­ger Hand geplant war und von Beginn an eine poli­ti­sche Agenda verfolgte.

„Wir stehen kurz davor, dass sich sehr viele outen werden“

Brandenburg ist Notfallmediziner, Unternehmer und Begründer der Initiative „1bis19“, zu deren Hunderten von Unterstützer:innen auch der Schauspieler Volker Bruch und Regisseur Dietrich Brüggemann gehören…

Ab Minute 14 wird es dann inter­es­sant. Brandenburg spricht über die Unterstützer:innen sei­ner Initiative: „Wir haben aus dem Medien- und Kunstbereich Namen, die im Vorabend- und Hauptabendprogramm bekannt sind aus den gro­ßen Sendern.“ Und wei­ter: „Wir ste­hen kurz davor, dass sich sehr vie­le outen wer­den. Und ich freue mich auf die­sen Tag.“…

Nur einen Monat spä­ter erfüllt sich Brandenburgs Prophezeiung: #alles­dicht­ma­chen geht online.

Die interessante Figur im Hintergrund: Paul Brandenburg

In der ver­gan­ge­nen Woche galt das media­le Interesse an der Kampagne aus­schließ­lich den pro­mi­nen­te­ren Namen, wie dem Regisseur Dietrich Brüggemann sowie den Schauspielern Jan Josef Liefers und Volker Bruch; wobei letz­te­rer in der Öffentlichkeit bis­her weni­ger auf­fäl­lig in Erscheinung trat. Dabei ist die eigent­lich inter­es­san­te Figur im Hintergrund Paul Brandenburg. Auch er ist medi­al sehr umtrie­big, saß zum Beispiel am 22. Dezember 2020 im Sat1-Frühstücksfernsehen und prä­sen­tier­te dort, rhe­to­risch sehr geschickt, sei­ne Thesen zur Gefährlichkeit des Virus. Überwiegend bewegt er sich aller­dings in Kreisen, die eher unter dem Radar der Öffentlichkeit ope­rie­ren…«

Da kün­digt einer öffent­lich ein Ereignis an, prä­sen­tiert sich unver­schämt geschickt im Fernsehen und bewegt sich in Kreisen. Denen, die eine Öffentlichkeit wie der "Tagesspiegel" nicht auf dem Radar hat. Oder doch?

»Brandenburg fällt durch zahl­rei­che Auftritte in soge­nann­ten „alter­na­ti­ven Medien“ wie Oval Media, Kaiser TV und der Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand auf. Berührungsängste bestehen aber auch nicht zu rus­si­schen Medien, die staat­li­che Propaganda ver­brei­ten. Im Februar war Brandenburg als Talkgast beim Sender SNA ein­ge­la­den, der zur sel­ben Mediengruppe wie Russia Today und Sputnik gehört.

Im November 2020 war er unter ande­rem als Gast bei Oval Media, zum Thema „Die Verdrängung der Sterblichkeit“. Die Medienagentur ist feder­füh­rend bei der Produktion der Live-Übertragungen der „Stiftung Corona Ausschuss“ um Dr. Wolfgang Wodarg, Rechtsanwalt Reiner Füllmich sowie der Rechtsanwältin und Hutmacherin Viviane Fischer.«

Wie anti­de­mo­kra­ti­sche Verschwörer das so machen, sie suchen das Licht der Öffentlichkeit. Und "fal­len auf", jeden­falls den Russen, und damit ist ja wohl alles gesagt.

Eine Hutmacherin muß so etwas wie eine moder­ne Hexe sein. Was tut sie mit den ande­ren Verschwörern?

»Der “Corona Ausschuss” ver­steht sich als außer­par­la­men­ta­ri­scher Untersuchungsausschuss, der in zahl­rei­chen mehr­stün­di­gen Live-Übertragungen die Pandemie baga­tel­li­siert und die staat­li­chen Maßnahmen zur Eindämmung als über­grif­fig bezeich­net. In die­sem Format wur­den auch Spenden für eine inter­na­tio­na­le Sammelklage gegen die Aussagekraft des PCR-Tests akquiriert.«

In aller Öffentlichkeit zwei­feln sie – außer­par­la­men­ta­risch ! – unse­ren Goldstandard an, was für sich genom­men bereits ein Ausbund anti­de­mo­kra­ti­schen Denkens ist. Schlimmer noch:

»Er sucht die Ursache der Krise nicht beim Virus

Besonders deut­lich äußer­te sich Paul Brandenburg im März gegen­über der Publikation „Demokratischer Widerstand“ von Anselm Lenz und Hendrik Sodenkamp, den Mitinitiatoren der „Hygiene-Demonstrationen“ in Berlin: „Es scheint, als habe eine Verkettung aus Inkompetenz und kal­ter poli­ti­scher Berechnung ohne objek­ti­ve Not zu die­ser Jahrhundertkatastrophe geführt.“ Brandenburg sucht die Ursache der aktu­el­len Krise nicht beim Sars-Cov2-Virus, son­dern bei den poli­ti­schen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.«

Gibt es da nicht etwa Verfassungsbeschwerden gegen die "poli­ti­schen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie" von durch­aus dem System der BRD treu erge­be­nen Abgeordneten und JuristInnen? Alles Antidemokraten?

»Antidemokratische Meinungsäußerungen fin­den sich bei Brandenburg zuhauf: „Eine intel­lek­tu­ell nack­te Regentschaft ist fest von ihrer eige­nen Herrlichkeit über­zeugt und lässt sich von loya­len Staatsmedien beju­beln. Die ver­mel­den dem Volk täg­lich, wel­che Brillanz und Entschlossenheit das Handeln sei­ner Regenten aus­zeich­net.“ Oder auch: "Ich hal­te gera­de unse­re Regierungsverantwortlichen über­fäl­lig für einen Austausch." Und bekräf­tigt noch: "Es wird nicht ohne har­te Auseinandersetzungen gehen."

Die Webseite der “Querdenken”-Initiative „Christen ste­hen auf“ zitiert Brandenburg damit, dass die Lage auf den Intensivstationen nicht bedroh­lich sei. So begrün­det er sei­ne Ablehnung der Lockdown-Maßnahmen.

Am 22. Februar emp­fing Brandenburg auf sei­nem YouTube-Kanal „zwanzig/eins“ Dietrich Brüggemann und den Theologen Thomas Dietz. Thema der Sendung: „Der stil­le Tod von Kunst und christ­li­chem Leben – Herrscht im Kulturbetrieb und den Kirchen ein­hel­li­ge Überzeugung von sol­cher Notwendigkeit oder doch Konformitätsdruck?“ In der Sendung wird das Narrativ des „Arbeitsverbots von Künstlern“ und „man­geln­der Beistand für Alte und Kranke“ bedient.«

Wie man als "Tagesspiegel"-Leserin weiß, ist das alles frei erfun­den. Ebenso das anti­de­mo­kra­ti­sche Gerede von ver­schie­de­nen Klinikchefs und die Statistiken des DIVI-Zentralregisters (die ihr Chef offen­bar nicht liest).

Besonders anti­de­mo­kra­tisch ist auch der Regisseur Brüggemann: "Er und Brandenburg tei­len sich auch ein Berliner Postfach."

»Und fährt fort: „Ich unter­stüt­ze die Arbeit der von Paul Brandenburg mit­ge­grün­de­ten Initiative '1bis19', weil ich die Aussagen des Positionspapiers für rich­tig hal­te. Darüber habe ich Paul Brandenburg ken­nen­ge­lernt und hal­te ihn für einen inte­gren Mediziner und Staatsbürger.” Bei die­sen “Positionen” han­delt es sich unter ande­rem um die Kritik, “die Medien” hät­ten in der Corona-Pandemie „ihre Aufgabe der unab­hän­gi­gen Berichterstattung im Sinne einer vier­ten Säule der Demokratie nicht erfüllt”.«

Was ist das? Man braucht beim "Tagesspiegel" wirk­lich nicht lan­ge zu raten:

»Diese Kritik kennt man inzwi­schen auch aus dem einen oder ande­ren Video der Aktion #alles­dicht­ma­chen. Die Nähe zu sol­chen neu­rech­ten Positionen, ver­packt mit den Mitteln der Satire, war ein Grund, war­um die Aktion am ver­gan­ge­nen Freitag zum Teil so hef­ti­ge Reaktionen aus der Kultur- und Medienbranche auslöste.«

Zum anti­de­mo­kra­ti­schen Netzwerk gehö­ren auch Performances. (Irgendwie scheint Kultur beson­ders schäd- und schänd­lich zu sein):

»Bei die­sen Performances tra­gen Aktivist:innen Schutzanzüge und ver­brei­ten eine dys­to­pi­sche Stimmung, die den „tota­len Lockdown“ und ein kom­plet­tes Social Distancing ein­for­dert. Ziel ist es, durch Überspitzung das Vertrauen in die staat­li­chen Maßnahmen zu untergraben.«

Richtig per­fi­de sind die unso­li­da­ri­schen Schauspieler:

»Mit sei­ner Befreiung vom Tragen einer Maske am Filmset von “Babylon Berlin” hat Volker Bruch unter Kolleg:innen für Irritationen und Protest gesorgt, das Hygienekonzept der Produktion muss­te aus recht­li­chen und ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Gründen an des­sen ärzt­li­che Sondergenehmigung ange­passt wer­den, wie die Produktionsfirma X Filme Creative Pool bestä­tigt.«

Vollständig irre wird es, wenn das Blatt andeu­tet, daß #alles­dicht­ma­chen Druck aus­übt, und damit das Orwellsche Neusprech vor­bild­lich auf die heu­ti­ge Zeit anwendet:

»Doch traut sich nie­mand, öffent­lich über die Entstehungsgeschichte zu reden, weil damit in einem Umfeld, in dem per­sön­li­che Beziehungen eine wich­ti­ge Rolle spie­len, die eige­ne Karriere aufs Spiel gesetzt wer­den könn­te. Auch #alles­dicht­ma­chen ist ein Produkt die­ser Verflechtung pri­va­ter und beruf­li­cher Kontakte. Und eini­ges deu­tet dar­auf hin, dass grö­ße­re Namen invol­viert sind, über deren Beteiligung bis­her nur gemun­kelt wird.«

Einer von denen, die an der Aktion nicht betei­ligt waren, muß vor­sorg­lich zur Strecke gebracht werden:

»Inzwischen ver­dich­ten sich aber die Hinweise, dass auch Moritz Bleibtreu bereits zu einem frü­hen Zeitpunkt in die Aktion ein­ge­bun­den war.

Bleibtreu, der gera­de die Miniserie “Faking H.” über die Enthüllung der gefälsch­ten Hitler-Tagebücher dreht, ließ über sei­ne Presseagentin dem Tagesspiegel nur ein kur­zes Statement über sei­ne Rolle in #alles­dicht­ma­chen zukom­men: “Ich wur­de für die Aktion ange­fragt und stand eine Zeit lang mit meh­re­ren Kollegen dazu im Dialog. Schlussendlich habe ich mich dazu ent­schlos­sen, die Aktion nicht zu unter­stüt­zen. Mich betrübt die aus der Aktion resul­tie­ren­de Stimmung sehr und ich wür­de mir ein fried­li­che­res Miteinander wünschen.“

Niemand in der Szene möchte Namen nennen

“Im Dialog ste­hen” ist eine unver­fäng­li­che Formulierung, sie kann vie­les bedeu­ten. Dass Bleibtreu nach Informationen des Tagesspiegel min­des­tens sie­ben Kolleg:innen ange­spro­chen haben soll, von denen eini­ge auch teil­nah­men, lässt sei­ne Darstellung eines “Dialogs” in einem etwas ande­ren Licht erscheinen.

Die Kontaktaufnahme soll auf tele­fo­ni­schem Wege erfolgt sein, es liegt kei­ne schrift­li­che Korrespondenz vor. Und nie­mand wagt, Bleibtreu als akti­ven Rekrutierer von #alles­dicht­ma­chen zu bestä­ti­gen. “Der lässt dich dann even­tu­ell aus dem nächs­ten Projekt kicken, wo er besetzt ist“, erzählt eine Quelle dem Tagesspiegel…

Das falsche Spiel der Initiatoren

Das fal­sche Spiel der Initiatoren, viel­leicht auch die man­gel­haf­te Organisation, ist ein maß­geb­li­cher Grund, war­um in der Filmbranche der­zeit der Ärger so groß ist. Auch die Agenturen der Beteiligten füh­len sich von ihren Klient:innen hin­ters Licht geführt, was sich schon dar­an erken­nen lässt, dass sie auf Nachfrage unge­wöhn­lich offen ihre Kritik an #alles­dicht­ma­chen äußern – auch weil eini­ge von ihnen Künstler:innen ver­tre­ten, die selbst Corona-Betroffene in der Familie oder im Freundeskreis haben…«

Ganz schön blöd, daß die Agenturen nicht wie die Charité und das Helmholtz-Institut den SchauspielerInnen einen Maulkorb ver­pas­sen kön­nen. Schlimmer noch:

»Wie weit die­ses Netzwerk inzwi­schen reicht, zeigt auch die Video-Aktion “Danke #alles­dicht­ma­chen”, zu der Brandenburg und Friedrich Pürner am 28. April auf­rie­fen: eine Reaktion auf die Protestinitiative #alle­mal­ne­schicht­ma­chen aus den Reihen des deut­schen Krankenhaus- und Pflegepersonals. Pürner ist ehe­ma­li­ger Leiter des Gesundheitsamts Aichach, er wur­de wegen sei­ner umstrit­te­nen Ansichten zur Pandemie an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit abge­ord­net. Gegen die­se Versetzung klagt er aktu­ell vor Gericht.

Vertrauen in den Berufsstand der Mediziner missbraucht

Der Aufruf zu “Danke #alles­dicht­ma­chen” rich­te­te sich pri­mär an Ärzt:innen, sie soll­ten sich in kur­zen Videos von maxi­mal 60 Sekunden soli­da­risch mit #alles­dicht­ma­chen erklä­ren. Dabei ent­stan­den bis­lang 26 Videobeiträge, die noch auf YouTube zu fin­den sind; auch Brandenburg und Pürner gehö­ren zu den Teilnehmenden.

Auffällig sind auch hier zahl­rei­che Überschneidungen mit Mitgliedern der “Querdenken”-Initiative „Ärzte für Aufklärung“ – wie Thomas Külken, Imke Querengässer, Angela Müller. Diese Initiative nutzt das all­ge­mei­ne Vertrauen in den Berufsstand, um Falschinformationen über die Corona-Pandemie zu lan­cie­ren. So wur­den in der Vergangenheit Flugblätter ver­teilt, die das Infektionsgeschehen baga­tel­li­sie­ren, vor einer angeb­lich bevor­ste­hen­den Impfpflicht war­nen und die Wirksamkeit des Mund-Nasenschutzes in Zweifel ziehen.

Desweiteren stand Brandenburg auch im Mittelpunkt eines von über 100 Ermittlungsverfahren des Landeskriminalamts Berlin gegen eine Gruppe von Ärzten – wegen der Ausstellung fal­scher Gesundheitszeugnisse…

Ob Brandenburg auch das Attest für Volker Bruch aus­stell­te, ist zum jet­zi­gen Zeitpunkt nicht bekannt. Sicher ist hin­ge­gen, dass Paul Brandenburg aktu­ell bei zwei Corona-Teststellen (in der Sonnenallee 61 und der Husemannstr. 17), die vom Berliner Senat geför­dert wer­den, als Geschäftsführer gelis­tet ist. Somit wird immer kla­rer, dass #alles­dicht­ma­chen nicht bloß die spon­ta­ne Äußerung einer Gruppe von ernst­lich besorg­ten Filmschaffenden ist, als die sie Dietrich Brüggemann in den Medien dar­stellt. Sondern Teil einer grö­ße­ren Kampagne, die eine anti­de­mo­kra­ti­sche Agenda verfolgt.«


Es gibt damit immer wie­der (gewoll­te?) Mißverständnisse, des­halb erscheint die­se Bemerkung erforderlich:

Der Hinweis auf den "Stürmer" bezieht sich auf die Hetze und den Verfolgungswillen, die sich im "Tagesspiegel" zei­gen. Ich hal­te die BRD nicht für eine Diktatur. Ein Beleg dafür ist, daß es nicht nur mög­lich ist, sich in der frei­en Presse dafür zu enga­gie­ren, beruf­li­che Karrieren zu zer­stö­ren, son­dern eben auch eine hier vor­lie­gen­de Kritik gedul­det wird. Ich sehe erheb­li­che und beun­ru­hi­gen­de anti­de­mo­kra­ti­sche Trends in die­sem Land (und zwar nicht von Seiten der "Corona-KritikerInnen"), aber eben­so eine immer stär­ke­re Hinterfragung die­ses Trends, vor allem auf den Straßen, aber zuneh­mend auch in den Medien. Ich bin davon über­zeugt, daß eine demo­kra­ti­sche Öffentlichkeit einen von man­chen befürch­te­ten Faschismus nicht zulas­sen wird.

Darüber hin­aus erken­ne ich kei­nen Plan, gezielt Bevölkerungsgruppen über "Impfungen" zu ver­nich­ten. Auch das ist ein gewich­ti­ges Unterscheidungsmerkmal von "Stürmer" und "Tagesspiegel". Wie erwähnt, sehe ich das Gemeinsame in einer Hetzjagd auf regie­rungs­kri­ti­sche Menschen. Das ist beim "Tagesspiegel" kein Ausrutscher, son­dern Programm. Siehe dazu u.a.:

Tagesspiegel empört über "Corona-Leugner"
Tagesspiegel denun­ziert Ärzte
Tagesspiegel end­gül­tig auf Bild-Niveau
Corona-Demo: Tagesspiegel betreibt Lumpenjournalismus
Beleidigte Leber-Wurst

Daß das Blatt, anders als es vor­gibt, ger­ne auch mal rech­te Erzählungen ver­brei­tet, wird deut­lich in:

Corona, Theresienstadt, Tagesspiegel und Senat (R2G)
Tagesspiegel kämpft mit Rechtsaußen gegen Rechte


Update Am 7.5. heißt es inzwischen:

»Korrektur: Der Tagesspiegel hat sich ent­schie­den, das Netzwerk anders als in der ursprüng­li­chen Überschrift zu die­sem Zeitpunkt nicht als „anti­de­mo­kra­tisch“ zu bezeich­nen. Wir wer­den zu den Hintergründen der Aktion #alles­dicht­ma­chen wei­ter recherchieren.«

28 Antworten auf „Das antidemokratische Netzwerk hinter #allesdichtmachen“

  1. " ..Eine Hutmacherin muß so etwas wie eine moder­ne Hexe sein. Was tut sie mit den ande­ren Verschwörern? .." Ahaha ‑Lachanfall 🙂

  2. Die regierungsseitig vertretene Auslegung bedient ausschließlich eine nicht weiter infrage zustellende Wertsetzung: Leben muss erhalten und Triage-Entscheidungen in Kliniken müssen vermieden werden. Ist diese Zielsetzung erst einmal durchgesetzt und dem öffentlichen Diskurs entzogen, dann ist der Weg für das Konzept Alternativlosigkeit bereitet. Nun erscheint es nicht nur akzeptabel, sondern sinnvoll – sinnvoll nach Maßgabe eines nicht mehr infrage gestellten Ziels, dem alle politischen Interventionen als Mittel zum Zweck dienen müssen.

    Dadurch ist der Keim zur Diktatur gelegt: Nicht eine Person übt sie aus, sondern eine dem Raum des Politischen entzogene Zielsetzung – eine Zielsetzung, deren vermeintlich unbedingte Geltung ihre Alleinherrschaft begründet und die ihr dienlichen Mittel dekretiert. Denn gesetzt, das Ziel steht unbeirrbar fest, dann stellt sich in jeder konkreten Entscheidungssituation lediglich die eine Frage: Welche konkrete Maßnahme dient dem Ziel am besten, am effizientesten, am schnellsten, am dauerhaftesten? Solche Fragen zu entscheiden, erfordert nicht länger den offenen Raum des Politischen, in dem Bürger um Werte und Ziele ringen. Sie zu entscheiden, delegiert man an Experten bzw. Ingenieure und deren instrumentelle Vernunft, kraft derer sie die angezeigten Maßnahmen be- oder errechnen können. In der Welt des Rechnens bzw. der Berechnungen ist kein Platz für das Politische. Anders als in der politischen Welt der Werte, die um die Kategorien angemessener oder unangemessener kreist, herrschen im Raum des Rechnens die Kategorien richtig und falsch – und die Kategorie alternativlos.
    https://christophquarch.de/im-tunnel-der-alternativlosigkeit/

  3. Typischer Abwehrmechanismus einer sich selbst erle­di­gen­den Kanaille, die nicht erst seit ges­tern als Hofberichterstatter auftritt. 

    In der Psychoanalyse spricht man von Projektion.
    https://lexikon.stangl.eu/4219/projektion

    Wir errei­chen kriegs­ähn­li­che Zustände. Das, was wir hier sehen, ist Ausdruck davon. Wohin das führt, möch­te ich gar nicht wissen… 

    https://www.youtube.com/watch?v=HcfrBMQ5vE4

    Da bestehen kei­ner­lei Qualitätsunterschiede mehr. Und man soll­te han­deln, auch wenn die gedruck­te Propaganda von mor­gen eben­falls per Zwangsabgabe abge­drückt wird. 

    Vorerst erle­di­gen das noch Billyboy & Friends. 

    Apropos WildBill: https://www.oxitec.com/en/news/landmark-project-to-control-disease-carrying-mosquitoes-kicks-off-in-the-florida-keys

  4. Ist ein Einstellungskriterium beim Tagesspiegel eigent­lich aus­ge­präg­te Paranoia?
    Überall auf Demos Verschwörungstheoretiker zu wit­tern aber dann sel­ber Kritikern eine anti­de­mo­kra­ti­sche und von lan­ger Hand geplan­te Umsetzung einer poli­ti­schen Agenda zu unter­stel­len, hat schon echt was Pathologisches.

    Wer sind die mäch­ti­gen Hintermänner die­ses gemein­ge­fähr­li­chen Komplotts? Agent Tagesscully und Spiegelmulder, blei­ben sie dran!

    Ich per­sön­lich tip­pe ja ganz stark auf Edgar Wallace und den Frosch mit dem Maskenattest. Muahahaha.

  5. Der Tagesschwurbelspiegel spie­gelt den täg­li­chen Politschwurbel wider.

    Für sowas braucht es kei­ne Journalisten, da reicht eine prae­his­to­ri­sche KI aus, die Textbausteine gemäß poli­ti­schem Zeitgeistmodellierungsalgorithmus zusam­men­stellt. Das kommt ers­tens bil­li­ger und macht zwei­tens das pla­ton­sche Höhlenfeeling der Politkaste und deren Anhänger erst so rich­tig heimelig.

    Ich fra­ge mich zuneh­mend, wer für wen die­ses Szenario über­haupt baut und müh­sam ver­sucht, es auf­recht zu erhal­ten. Und wo die Leute sind, die die vie­len Selbstverwirklichungs- , NewWork‑, Meditations- und agi­le Workshops teu­er besucht haben.
    Haha, alles fürs Gesäß, nix gelernt, nur rum­ge­hockt und sich ganz dol­le selbstbefriedigt.

  6. Martin Sonneborn schlin­gert auch nur noch herum.
    "Gemeinsam lachen kann man heu­te nur noch übers Wetter"
    https://archive.is/E04Gv
    Die meis­ten Videoclips von #alles­dicht… haben in 1 – 2 Minuten Dauer mehr sati­ri­sche Prägnanz zu bie­ten als er in 14 Monaten gedank­li­cher Quarantäne. Satirische Spitzenleistung: "Amateure raus aus dem Geschäft!"

  7. LOL
    Bald wer­den in ganz Deutschland wie­der die glei­chen Einheitslöhne gezahlt, näm­lich die Ostdeutschen. Oder wie­der in Reichsmark.
    "Denunzieren für Anfänger."
    Wer sich jetzt noch nost­al­gisch nach der guten alten Zeit sehnt:
    hier, so war es vor fast 100 Jahren und danach nochmal.
    Nicht zu fas­sen. Um über die Jahrzehnte nicht aus der Übung zu kom­men. Fast wortgleich.

    Ist das Fake-News oder eine Satiereaktion?

  8. Na, da hat man ja eine schö­ne Verschwörung gefunden. 

    Filmemacher wol­len also nun die Demokratie abschaf­fen und machen dafür Filme, die die Regierung kri­ti­sie­ren und offen­sicht­lich "fer­tig" machen wollen. 

    Wer ist da nun der Verschwörungstheoretiker?

  9. Die Ursache für Faschismus liegt nicht etwa in irgend­wel­chen fana­ti­schen Gruppen son­dern im kapi­ta­lis­ti­schen Staat selbst. Private Unternehmer, deren Interessen vom Staat ver­tre­ten wer­den, brau­chen den Faschismus um ihre urei­gens­ten Interessen durch­zu­set­zen, getrie­ben von ihrer unend­li­chen Profit gear.

    Das heißt, dass der Staat selbst mit der soge­nann­ten rech­ten Entwicklung eng ver­schmol­zen ist.

  10. Und ich dach­te, Verschwörungsschwurbelei sei etwas ganz furcht­ba­res, das ein auf­rech­ter Demokrat auf jeden Fall ableh­nen muss …

  11. Den von Ihnen nicht befürch­te­ten Faschismus haben wir doch schon längst.
    Es wird zen­siert, gelo­gen (durch Weglassung) und betro­gen (Steuergeschenke noch und nöcher an Konzerne).
    Und wer dar­auf hin­weist, ver­liert sei­ne Wohnung, sei­nen Job und ganz all­ge­mein sei­ne Lebensgrundlage (Beispiele die­ser Art gibt es unzä­hi­ge, z.B. die allein­er­zie­hen­de Mutter aus Leipzig die mal schnell 18654€ locker machen muss weil einem Richter Ihre Meinung nicht passt. Inwischen hat sie das Jugendamt am Hals. Nur ein Beispiel unter unzähligen.).

    Das ist per Definition die gewalt­sa­me Unterdrückung oppo­si­tio­nel­ler Meinungen aka Faschismus.

    Den Anschein, Kritik noch ver­öf­fent­li­chen zu dür­fen, hal­ten unse­re "Leitmedien" auf­recht. Aber fak­tisch unter­drü­cken sie jeg­li­che Kritik oder, wenn das nicht mög­lich ist, ver­kür­zen die­se bis zur Unkenntlichkeit (Ricardo Langer) oder machen aus Ihr ein Randphänomen (#alles­dicht­ma­chen, Vergleiche Berichterstattung mit den Likes/Dislikes auf YT, vor­aus­ge­setzt YT hat die nicht auch schon ent­fernt wie bei den Sucherergebnissen geschehen.)

    Und jetzt kommt die Imfpflicht, selbst­ver­ständ­lich auch für Kinder (die gar nicht gefähr­det sind).

    Aber von Faschismus kei­ne Spur?!
    Das sehe ich kom­plett anders und ich bin mir sicher, der "Souverän" wird auch bei einem Lockdown bis 2022 irgend­wie mit­ma­chen (ist ja grad soo schlimm in Indien und aus­ser­dem, die Intensivbetten… ;)) und bei einer all­ge­mei­nen Impfpflicht Frau Merkel zuju­beln (und wenn es nur die Medien sind, die das behaup­ten, Ihr Ziel, die Lemminge noch ein paar Monate/Jahre ruhig zu stel­len, wer­den sie errei­chen. Garantiert.).

    Zwar wür­de ich mir wün­schen, Ihre "Analyse" wür­de zutref­fen, allein der Glaube dar­an fehlt mir nach inzwi­schen 20 Jahren Dauerbrainwashings durch unse­re "Vierte Gewalt".

    1. @Julian: Ich betrei­be die­sen Blog seit mehr als einem Jahr, weil ich die ver­häng­nis­vol­le Richtung auch sehe. Allerdings schaue ich mir den Politbetrieb schon ein paar Jahrzehnte an und muß sagen, was vie­le heu­te zur Kenntnis neh­men, gibt es schon sehr lan­ge in unse­rem Land. Also ob frü­her nicht "zen­siert, gelo­gen (durch Weglassung) und betro­gen" wor­den wäre, als ob nicht durch Hartz4 Menschen ihre Wohnung ver­lo­ren hät­ten und Lebensgrundlagen durch Massenentlassungen zer­stört wor­den wären. Berufsverbote im Öffentlichen Dienst betra­fen hun­dert­tau­sen­de Menschen. Die Aufzählung lie­ße sich fortsetzen.

      Relativ neu ist, daß jetzt Leute aus Schichten betrof­fen sind, die nie für mög­lich gehal­ten hät­ten, daß es ihnen an den Kragen geht. Es ist gut, daß sie sich empö­ren. Doch nur, weil es für sie neu ist, ist es nicht neu für die­ses Land. Sie erfah­ren nun etwas spä­ter als Millionen Arbeitslose und Prekarisierte, daß sie der herr­schen­den Politik am Allerwertesten vor­bei gehen und sie für Medien nur dann inter­es­sant sind, wenn es irgend­ei­ne Schmuddelgeschichte über "Sozialbetrug" zu erzäh­len gilt.

      Noch mal: Es gibt die­sen Blog, weil es schlim­me Tendenzen gibt, ja zum Teil mit faschis­to­iden Ausprägungen. Dennoch liegt mir dar­an, nicht alle Unterdrückung unter­schieds­los als Faschismus anzu­se­hen. Im Faschismus gäbe es nicht die erwähn­te Bundespressekonferenz, in der ein Pfleger Klartext reden konn­te. Es gäbe die­sen und ande­re Blogs nicht und die Möglichkeit für Sie, die­se Position zu äußern. Wir säßen sämt­lich in Lagern oder wären in Fußballstadien inter­niert. Ich ver­ken­ne nicht, daß es Kräfte gibt, die in die­se Richtung drän­gen, und eben­so wenig die Feigenblattfunktion kri­ti­scher Stimmen. Wir müs­sen sehr wach­sam blei­ben, uns aber nicht kir­re machen lassen.

      1. @aa
        Zwar könn­te man mich zu der Schicht der "nicht pre­kär Angestellten" dazu­zäh­len. Allerdings haben mich auch die Entwicklungen der letz­ten Jahrzehnte sehr beun­ru­higt (und ich habe häu­fig an Demos teil­ge­nom­men und mit mei­nen Mitmenschen dar­über debat­tiert, an freie Medien gespen­det, usw.). So ganz neu sind die Thematiken für mich also nicht.
        Die aktu­ell zu beob­ach­ten­de Eskalation treibt mir aber tat­säch­lich den Angstschweiß auf die Stirn.
        Inzwischen wird schon von Frau Merkel dar­über gespro­chen, "Impfverweigerer" als "nicht mehr ganz dicht" in Psychatrien einzusperren.
        Und in den Massenmedien gibt es kei­nen Shitstorm son­dern Zustimmung.

        Mir ist auch klar, dass die von den Massenmedien gezeich­ne­te Realität nur "Show" ist. Dennoch soll­te eine sol­che Aussage schwer­wie­gen­de Folgen für den Äußernden haben und nicht das Gegenteil (erfah­rungs­ge­mäß wird das frü­her oder spä­ter umge­setzt wenn kein Widerspruch kommt, sag­te mal Jean Claude Junker).

        Wie gesagt, ich hof­fe auf­rich­tig sie haben mit Ihrer Einschätzung recht. Ich wer­de jeden­falls wei­ter­hin alles mir mög­li­che tun, damit wir den Kampf nicht verlieren.
        Dennoch habe ich die letz­ten Tage weit schlim­me­re Gedanken als die gan­zen letz­ten Jahrzehnte zusammen…hoffentlich umsonst.

        Noch was Abseits des Themas…
        Warum the­ma­ti­siert aktu­ell nie­mand (zumin­dest ich habe dazu nichts gefun­den) die­se über­aus selt­sa­me Fixierung auf Impfstoffe (nicht wirk­lich wenn man von der Prämisse unse­re Politiker wären Konzernvertreter ausgeht).
        Letztes Jahr wur­de sogar im Mainstream noch von Medikamenten gegen Covid gespro­chen. Dieses Jahr exis­tie­ren nur noch Masken und Impfungen.
        Dabei gibt es doch schein­bar (bin nur Laie) viel­ver­spre­chen­de Medikamente die wohl auch im Ausland schon mit Erfolg ein­ge­setzt wer­den (Ivermectin, Budesonid und Hexachloroquin wenn ich mich nicht täusche).
        Und dann gibts ja noch die Möglichkeit der Prophylaxe z.B. mit Vitamin D/K und Zink/Selen, zumin­dest für die Wintermonate.
        Scheint so als gäbe es Diversifizierung nur noch auf den Aktienmärkten. 😉
        Oder habe ich da etwas übersehen?

        Auf jeden Fall ein rie­si­ges Danke für Ihren Blog den wir hof­fent­lich noch lan­ge lesen dürfen. 🙂

        1. @Julian: Den Dank gebe ich ger­ne zurück. Das Allerwenigste hier ist auf mei­nem Mist gewach­sen, son­dern lebt von den Anregungen in den Kommentaren und vie­len Zuschriften. Wir sind auf einem guten Weg!

        2. Korrektur:
          die psy­cha­t­ri­sche Behandlung" wur­de nicht von Frau Merkel vor­ge­schla­gen son­dern von einem ande­ren Politiker (ich fin­de lei­der kei­ne Quelle da broeckers.com hier kei­ne Quelle ange­ge­ben hat und die Suchmaschinen dies­be­züg­lich nichts her­ge­ben; Wer hel­fen kann, bit­te ergänzen!).
          An der Aussage ändert das natür­lich nichts.
          Das mit den klei­nen Kindern war schon schlimm genug…

      2. @aa
        "Im Faschismus gäbe es nicht die erwähn­te Bundespressekonferenz, in der ein Pfleger Klartext reden konnte."
        Wie ich schon ein­mal schrieb: Die gehen es lang­sam an.
        Ab und zu müs­sen die ja auch ein Leckerlie verteilen,
        damit die Leute genau das den­ken, was Sie hier äußerten.
        Blöd sind die ja nicht – nur krim­mi­nell und äußerst durchtrieben.
        Fallen Sie nicht dar­auf rein.
        Sicherlich gab es auch vor Corona Massenentlassungen, Menschen, die ihre Wohung verloren.
        Harz 4 das war das Vorspiel.
        Außerdem ist Harz 4 dazu da, um die Leute ruhig zu stel­len, nicht um deren Lebensunterhalt zu sichern. Lassen Sie mal Harz 4 wegfallen.….…. 

        Die Psychopathen schüt­zen sich mit die­sem Notgroschen Harz 4 doch nur sich selbst.
        Ich bin wirk­lich sehr gespannt, aa, wann Sie Ihren immer noch wäh­ren­den Optimismus end­gül­tig begra­ben werden.

        1. @Weißer Rabe: Ich hal­te es mit dem Spruch, der (viel­leicht fälsch­lich) Brecht zuge­schrie­ben wird: "Wer kämpft, kann ver­lie­ren; wer nicht kämpft, hat schon verloren."

          1. Soviel ich weiß, ist das Zitat von Brecht.
            Aber Brecht mein­te bet­stimmt nicht den Kampf vom Schreibtisch aus.
            "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral."
            Wie soll das vom Schreibtisch aus funktionieren?

            Das heißt auch nicht, dass ich nicht kämp­fe ‑zumin­dest auf mei­ne Art und mei­nem Alter entsprechend.
            Aber über die­se Art zu kämp­fen wer­de ich nicht viel errei­chen, daher mein berech­tig­ter Pessimismus.
            Es fehlt eine ander Art von Kampf.
            Der Kampf, der was bewir­ken soll, muss auf der Straße aus­ge­tra­gen wer­den. Die Theoretiker sind da weni­ger erfolgreich.
            Das war in den 68gern genau­so. Die Theoretiker, die gro­ße Reden im Odeon hiel­ten, über­lie­ßen den wirk­li­chen Kampf dem Volke. Cohn Bendit – der bes­te Beweis und eines der ers­ten Verräter.
            In den Sommerferien fuh­ren die Theortiker dann in die Ferien an die Côte d'Azur und die Arbeiter DURFTEN ES AUSBADEN, was die Interlektuellen in Angriff genom­men haben.
            LA BEAUTÉ EST DANS LA RUE
            Selbst die Revolution 89, wo alles ver­hält­nis­mä­ßig glimpf­lig abging, dank Gorbatschow – nicht etwa Kohl und Mitterrand- fand auf der Strasse statt. Gauck der Gauckler war aber nicht zu sehen, der pre­dig­te wohl gera­de irgend­wo von Freiheit und Gleichheit.…

          2. @Weißer Rabe: In eini­gen Punkten stim­me ich Ihnen zu. Ohne den Druck auf den Straßen hat sich noch nie etwas Grundlegendes geän­dert. Um ihn aber wirk­lich mas­sen­haft wer­den zu las­se, braucht es eini­ges. Zum einen prä­gnan­te und ver­ständ­li­che Forderungen. "Liberté, ega­li­té, fra­ter­ni­té" waren das in der fran­zö­si­schen und "Frieden und Brot" in der Oktoberrevolution. "Frieden, Freiheit, kei­ne Diktatur" ist es nicht. Denn die meis­ten Menschen sehen die­se Werte (zu Unrecht) wenig bedroht. Richtiger wäre es, dar­an anzu­knüp­fen, was sie bewegt. Erst dann wer­den sie bereit sein, sich auch mit den hin­ter allem ste­hen­den Strukturen zu beschäf­ti­gen. Auch wenn es müh­se­lig und oft frus­trie­rend ist, müs­sen wir ihnen zuhö­ren. Eine Attitüde der "Wissenden", die die Anderen dumm aus­se­hen läßt oder sie gar beschimpft, wird da nicht helfen. 

            Wir müs­sen bei den klei­nen Unzufriedenheiten anset­zen, die fast alle bewe­gen, auch wenn damit noch nicht der Schritt zu akti­vem Handeln getan ist. Deshalb hal­te ich für unklug, das Absetzen von den "Maßnahmen" in Trippelschritten, wie wir sie inzwi­schen auch in den Medien erle­ben, nur als unvoll­kom­men zu gei­ßeln, auch wenn es das ist. Wir müs­sen bei­des leis­ten, die Kritik an der Inkonsequenz, dem Nörgeln an Nebensächlichkeiten, und das Aufgreifen der Kritik. Es gilt, jeden Widerspruch zu nut­zen, selbst den, daß die Regierenden ihr Impfprogramm nicht orga­ni­siert bekom­men, auch wenn wir die­se "Impfungen" ins­ge­samt verurteilen. 

            Nochmal zu Brecht und den "Theoretikern". Brecht hat vom Schreibtisch und von der Bühne gekämpft. Seine Stücke und die Texte sei­ner Lieder hat­ten einen nicht zu unter­schät­zen­den Einfluß auf die Kämpfe der Straße. Ich den­ke, wir müs­sen mit dem agie­ren, was wir am bes­ten ein­brin­gen kön­nen. Ich bin nicht der Straßenkämpfer, wenn ich auch auf Demos gehe. Meine Waffe ist die Tastatur, wenn ich mal pathe­tisch sein darf. Ich bin über­zeugt davon, daß die Verbreitung von Informationen, das Aufmerksammachen auf Zusammenhänge und nicht zuletzt der Austausch hier einen Beitrag zu den Kämpfen leis­ten kann. Und sei es nur, daß wir uns gegen­sei­tig zei­gen kön­nen, daß wir gar nicht so ein­sam sind, wie uns ein­ge­re­det wird.

  12. Schenkelklopfer des Originalartikels sind natür­lich auch die AutorInnen, auf die sich die "Tagesspiegel"-Methode wun­der­bar (Bumerang-mäßig) anwen­den ließe:
    z.B. der "Bachelor Politikwissenschaft, Philosophie und Friedens- und Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg" plus Master in "Kulturen der Aufklärung" der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
    https://www.tagesspiegel.de/soltau-hannes/19610476.html
    sowie die
    "Journalist:innen des Redaktionsnetzwerk Antischwurbler" (letz­te­re mit ohne ":innen"-Ehrentitel) – wer sich wohl mit wel­cher gehei­men Agenda dahin­ter ver­birgt? (Anti-)Aluhutmacher:innen?
    Auch das Aufmacher-Bild (Aluhut war vor­ges­tern) hat's in sich:
    "Eine Maskenverweigerin" mit FFP2-Masken, aller­dings 'im "Handmaid's Tale"-Outfit' (was natür­lich gar nicht geht, aber immer­hin die Weltoffenheit der Schreiberlinge betont)
    und
    die ein­ge­bau­te Umfrage "Sollte die AfD Björn Höcke aus der Partei ausschließen?"
    (über­le­ge noch, wel­che Umfrage in den Bumerang-Artikel pas­sen würde)

  13. Habe ges­tern mein TSP – Abo gekün­digt. Ging lei­der nicht frü­her. Gelesen habe ich das Schmutz- und Hetzblatt schon seit Monaten nicht mehr. Lediglich die Todesanzeigen und das Sudoku inter­es­sier­ten mich noch. Ich hof­fe, daß das Hauptstadtblättchen einen schnel­len, schmerz­lo­sen Tod erlei­det. Er ruhe sanft.

  14. Vor die­ser "Hutmacherin" und ihren Kollegen zie­he ich mei­nen Hut. Vor Presstituierten aber, die iS einer ANGEBOTSORIENTIERTEN DEMOKRATUR dien­li­che AgitProp machen, die sich vom Speichel einer "Regierung" ernäh­ren und in deren Intestinum ihr war­mes Habitat haben, nicht mal eine Augenbraue. -> sa "Kriecht da nicht rein…", auf YT

  15. "Ein Beleg dafür ist, daß es nicht nur mög­lich ist, sich in der frei­en Presse dafür zu enga­gie­ren, beruf­li­che Karrieren zu zer­stö­ren, son­dern eben auch eine hier vor­lie­gen­de Kritik gedul­det wird."

    Das sehe ich nicht als Beleg an. Es ist lei­der ein Mißverständnis von Diktatur, dass man in einer sol­chen nichts sagen dür­fe, ohne gleich stand­recht­lich erschos­sen zu wer­den. Es gibt noch Zwischenstufen und nur weil eine Aussage in einem Blog "gedul­det" wird und die sog. "freie Presse" Hetzen darf wie der Stümer, ist das noch lan­ge kein Beleg dass hier kei­ne Diktatur herrscht. Vielleicht kei­en Gewalt-Militär-Diktatur a la Myanmar – aber es gibt eben auch sub­ti­le­re Formen (zumin­dest am Anfang).

    Was der Tagesspiegel schreibt. Also da bleibt einem nur der gute alte Schimi-Spruch: Wer hat dem [Autor] denn ins Gehirn geschissen?".

    1. Die Zwischenstufen wie z. B. die Rede des Pflegers gegen Spahn.
      Das wur­de doch vor­her abgesprochen .
      Aber so klei­ne Zugeständnisse muss man ja machen, ehe man die Keule schwingt.
      Das ist bewusst ein­kal­ku­liert und wird dank­bar vom Bürger angenommen.
      Er wird wie immer von der Regierung verscheißert.
      Wundere mich immer wie­der, das denen über­haupt noch etwas geglaubt wird.

  16. "»Antidemokratische Meinungsäußerungen fin­den sich bei Brandenburg zuhauf: „Eine intel­lek­tu­ell nack­te Regentschaft ist fest von ihrer eige­nen Herrlichkeit über­zeugt und lässt sich von loya­len Staatsmedien beju­beln. Die ver­mel­den dem Volk täg­lich, wel­che Brillanz und Entschlossenheit das Handeln sei­ner Regenten aus­zeich­net.“ Oder auch: "Ich hal­te gera­de unse­re Regierungsverantwortlichen über­fäl­lig für einen Austausch." Und bekräf­tigt noch: "Es wird nicht ohne har­te Auseinandersetzungen gehen.""

    Aha. Wer was gegen die Regierung äußert, ist ein Antidemokrat. Interessante These. Da fühlt sich wohl jemand als "loya­les Staatsmedium" enttarnt.
    Wäre der Artikel als Satiere gekenn­zeich­net, könn­te man sagen: her­vor­ra­gend. Da er offen­bar ernst gemeint ist, lässt er einen ziem­lich rat­los. Meinen die wirk­lich, was sie schrei­ben? Kann man der­ma­ßen ver­blen­det sein? Welch aben­teu­er­li­che Verschwörungstheorien die­ses Blatt sich zusammenschustert.

  17. Meine Fragen:
    Ist netzpolitik.org auch ein "Faktenchecker bzw. Wahrsager" wie cor­rec­tiv und Volksverpetzer?
    Ist das Netzpolitik?

    Artikel:
    Volker Bruch stell­te Mitgliedsantrag bei Querdenker-Partei

    Der „Babylon Berlin“-Star woll­te in „Die Basis“ ein­tre­ten, das Verfahren läuft noch. netzpolitik.org konn­te Dokumente ein­se­hen, die dies belegen.
    Dabei hat­ten Initiatoren von „#alles­dicht­ma­chen“ eine Nähe zur „Querdenken“-Bewegung vehe­ment von sich gewiesen.
    03.05.2021 um 20:24 Uhr – Daniel Laufer – in Demokratie – kei­ne Ergänzungen 

    https://netzpolitik.org/2021/allesdichtmachen-initiator-volker-bruch-stellte-mitgliedsantrag-bei-querdenker-partei-babylon-berlin/

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