"Nicht auszuschließen, aber auch nicht beweisbar. Es gab einige Infektionen."

Es geht um das "Southside"-Festival in Neuhausen ob Eck in Baden-Württemberg. Drei Tage lang hat­ten dort Mitte Juni 65.000 Menschen aus­ge­las­sen gefei­ert. Und nun die­se schö­ne Kollage:

schwaebische.de

Wird die älte­re schwä­bi­sche Hausfrau, der der Lärm und die Manieren der jun­gen Leute ohne­hin auf den Keks gehen, wei­ter­le­sen? Wird sie ahnen, daß eine zutref­fen­de Überschrift gewe­sen wäre "So gut wie kei­ne Auswirkungen auf das 'Infektionsgeschehen' – nie­mand wegen Corona auf Intensiv"?

Sollte sie doch wei­ter­le­sen, erfährt sie:

»… Aus dem per­sön­li­chen Umfeld wird berich­tet, meh­re­re Menschen hät­ten sich in Neuhausen ob Eck mit dem Virus infi­ziert. Das Festival ein Spreaderevent? Nicht aus­zu­schlie­ßen, aber auch nicht beweis­bar.«

So wie auch ein Nowitschok-Anschlag auf die Jungs von "Deichkind" nicht beweis­bar wäre. Aber wer will das aus­schlie­ßen in die­sen Zeiten?

»Seit dem 17. Juni hat sich die Inzidenz von 237 auf 533 (Stand: 30. Juni) erhöht. „Das Southside-Festival hat unse­rer Einschätzung nach einen gewis­sen Anteil an den stei­gen­den Infektionen, wie ande­re Veranstaltungen auch“, sagt [der Sozialdezernent des Landkreises] Mager . Allerdings liegt der Kreis wei­ter unter­halb des Landesdurchschnitts von 564 – und „dies auch zwei Wochen nach dem Festival“…

Klinikum stellt Infektionen nebenbei fest

Ungeachtet des­sen ist die Situation am Klinikum ent­spannt. Am Donnerstag waren sechs Corona-posi­ti­ve Patienten sta­tio­när aufgenommen.

Allerdings wur­den sie mit ande­ren Erkrankungen ein­ge­lie­fert, die Infektion wur­de neben­bei fest­ge­stellt. Auf der Intensivstation liegt aktu­ell kein Corona-Patient, es wird auch kein Patient künst­lich beatmet…«

Da sind sie wie­der, die PatientInnen mit Blinddarm oder Meniskus oder sonst was, die zu Corona-Kranken umde­fi­niert wer­den, alle sechs. Darüber hin­aus ist auf der Intensivstation Corona-mäßig tote Hose, aber natürlich:

»Wichtig sei, dass es im Klinikum kei­ne Überlastungssituation gebe. Zudem, betont Mager, soll­ten sich alle mit den zuge­las­se­nen Impfstoffen gegen Corona imp­fen las­sen.«

Es wäre bestimmt inter­es­sant, etwas über den "Impfstatus" der sechs Positiven zu erfahren.

14 Antworten auf „"Nicht auszuschließen, aber auch nicht beweisbar. Es gab einige Infektionen."“

  1. "Wo SARS-CoV‑2 über län­ge­re Distanzen über­tra­gen wird"

    "Die Analyse von 2 Ausbrüchen, zu denen es in China in Restaurants kam, zeig­te, dass die Viren Distanzen in einem Fall von 1,4 bis 4,6 Metern und im ande­ren Fall von 4,8 bis 6,5 Metern über­wan­den, wobei sich die Personen im 2. Fall nur 5 und 21 Minuten im glei­chen Raum auf­ge­hal­ten hat­ten. Masken waren hier nicht getra­gen worden."

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/135604/Wo-SARS-CoV-2-ueber-laengere-Distanzen-uebertragen-wird

    1. @Corona-Virus zu Olympia: Und wer sagt über­haupt, dass sich die­se Leute genau da ange­steckt haben, wo es behaup­tet wird? Die Inkubationszeit beträgt 2 – 5 Tage, wenn die­se Angaben der offi­zi­el­len Kanäle kor­rekt sind. Da kann die Infektion über­all erfolgt sein. Ist bzgl. Abstand über­haupt nicht beweisend!

      1. "Und wer sagt über­haupt, dass sich die­se Leute genau da ange­steckt haben, wo es behaup­tet wird?"

        Da liegt u.a. der Hase im Pfeffer! 

        Zudem weist die zitier­te Studie aus China dar­auf hin, dass es "hier" zu einer Verbreitung über infek­tiö­se Aerosole begüns­tigt durch unzu­rei­chen­de Ventilation gekom­men sein soll. 

        Zitat:

        "In sum­ma­ry, our epi­de­mio­lo­gic ana­ly­sis, onsite expe­ri­men­tal tracer mea­su­re­ments, and air­flow simu­la­ti­ons sup­port the pro­ba­bi­li­ty of a long-ran­ge aero­sol spread of the SARS-CoV‑2 having occur­red in the poor­ly ven­ti­la­ted and crow­ded Restaurant X on January 24, 2020." (1)

        Den nach­träg­lich ange­häng­ten Hinweis vom deut­schen ÄB, ("Masken wur­den hier nicht ger­tra­gen") hät­te man sich also spa­ren kön­nen. Allerdings glau­be ich, die Formulierung war exakt so gewollt. 

        Gesichtsmasken bewir­ken grund­sätz­lich gar nichts gegen­über eine Verteilung von Aerosolen in der Raumluft und das ganz beson­ders nicht über län­ge­re Zeiträume. 

        (1) Probable air­bor­ne trans­mis­si­on of SARS-CoV‑2 in a poor­ly ven­ti­la­ted restau­rant >>> https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7954773/

  2. Der PCR Test kann kei­ne Infektionen feststellen.
    Deswegen ist das Gefasel über Inzidenzen über­flüs­sig, denn, es hat nie eine Pandemie gegeben!

  3. Ich ken­ne nicht einen der bei einem Schnupfen oder einer Grippe jemals sagen konn­te wer ihn damit ange­steckt hat. Ein sol­cher Tatbestand ist eine schwe­re Beschuldigung, denn das wäre ja Körperverletzung. Oder üble Nachrede.

    Schönen Sonntag.

  4. Event? Spreader Event? Superspreader Event? Wie soll man sich da noch ori­en­tie­ren? Ich war vor­ges­tern in der Oper (wohl Kategorie Event). Im Publikum eng bei­ein­an­der saßen Maskierte (also wohl Vulnerable) und Fächler (also wohl Spreader), es gab auch fächeln­de Maskierte – kei­ner der Fächler fächel­te im Takt. – Wer hat das Chaos in den Köpfen ange­rich­tet? Ich habe den Irrsinn nur bis zur Pause ertragen.

  5. Dazu Schmidt-Chanasit:
    "Die #Pandemie hat bestä­tigt, dass ein Null-Infektionsrisiko in medi­zi­ni­schen Einrichtungen im Rahmen einer Pandemie nicht rea­lis­tisch ist und dass eine Risikoabwägung zwi­schen den Infektionsschutzmaßnahmen und den sozia­len Kollateraleffekten erfol­gen muss."

    https://twitter.com/ChanasitJonas/status/1543353380000645120?cxt=HHwWgICynZvui-sqAAAA

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/225992/COVID-19-Pandemie-Schlussfolgerungen-aus-krankenhaushygienischer-Sicht

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