Priesemann kann "keine intransparenten, persönlichen Interessen im klassischen Sinne bei meinen engen Kollegen" wahrnehmen

Die "FAZ" wird ihr Foto zu dem Artikel »INTERVIEW MIT VIOLA PRIESEMANN:„Man kann Wissenschaftler sehr gut aufs Glatteis füh­ren“« nicht als Fahndungsfoto ver­ste­hen wollen.

faz​.net (11.4.)

Priesemann befin­det sich in dem Interview in einem Universum, das weit von unse­rem ent­fernt ist:

»… Es scheint, als sei­en Wissenschaftler zumin­dest in eini­gen Teilen der Gesellschaft mehr und mehr mit Misstrauen kon­fron­tiert. Die Angst vor einer „Expertokratie“ wur­de immer wie­der arti­ku­liert. Und das, obwohl Wissenschaftler ger­ne beto­nen, dass sie objek­tiv an die Dinge her­an­ge­hen, dass sie nur Wenn-dann-Szenarien anbie­ten und den Leuten eben nicht sagen, was sie tun sol­len. Können Wissenschaftler ihre eige­nen Meinungen und Interessen denn wirk­lich so gut ausblenden?

… Es geht auch um die Frage, ob die ­Forschung neu­tral und objek­tiv ist. ­Dieser Punkt ist wich­tig, denn wir haben in der Wissenschaft die Möglichkeit, unser Herangehen zu objek­ti­vie­ren. Wenn ich zum Beispiel ein Bayes’sches Modell auf­baue, muss ich abso­lut ­kris­tall­klar for­mu­lie­ren, was mei­ne Annahmen sind und was ich unter ­die­sen Annahmen herausfinde.

… ein Bayes’sches Modell beinhal­tet Statistik, die den Einfluss der ein­ge­hen­den Annahmen quan­ti­fi­zier­bar und damit sicht­bar macht.

Genau. Damit erzeugt man die­se Wenn-dann-Szenarien, die Sie ange­spro­chen haben. Das sehe ich als Objektivierung der Wissenschaft: dass man den Stand des Wissens, die Unsicherheiten und die Annahmen glas­klar auf­schreibt und kom­mu­ni­ziert. Damit kann man dann ver­schie­de­ne alter­na­ti­ve Szenarien berech­nen. Wenn all die­se Szenarien zu ähn­li­chen Ergebnissen füh­ren – zum Beispiel dass man frü­her oder spä­ter einen Lockdown braucht, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu ver­mei­den –, dann ist das mehr als nur zu sagen: Ich glau­be, wir brau­chen jetzt einen Lockdown. Manchmal sind die Ergebnisse der Szenarien recht ein­deu­tig, manch­mal über­wiegt jedoch auch die Unsicherheit…«

Keine Interessen im klassischen Sinne

»Und trotz­dem scheint vie­len Menschen das Vertrauen in die Wissenschaft zu feh­len. Sie fürch­ten, dass Forscher Studienergebnisse nicht objek­tiv, son­dern ent­spre­chend ihrer eige­nen Interessen inter­pre­tie­ren – dahin­ter könn­ten pri­va­te Präferenzen oder der Wunsch nach Aufmerksamkeit stecken.

Da gibt es sicher­lich sys­te­ma­ti­sche Forschung. Wenn ich selbst dazu etwas sagen soll­te, wür­de ich zuerst her­vor­he­ben, dass ich kei­ne intrans­pa­ren­ten, per­sön­li­chen Interessen im klas­si­schen Sinne bei mei­nen engen Kollegen wahr­neh­me. Unser gemein­sa­mes Interesse ist, die Pandemieentwicklung zu ver­ste­hen und das Wissen trans­pa­rent dar­zu­le­gen. Um die­ses Wissen best­mög­lich her­aus­zu­kris­tal­li­sie­ren und mög­li­che unbewuss­te Aspekte zu ver­rin­gern, habe ich inter­dis­zi­pli­nä­re Stellungnahmen orga­ni­siert, in denen wirk­lich vie­le Forscherinnen und Forscher zusam­men­tra­gen, was das gesi­cher­te Wissen ist. Es ist dabei auch wich­tig, das gesi­cher­te Wissen klar zu tren­nen von der Einordnung oder mög­li­cher­wei­se einer Empfehlung…

Können Sie ein Zwischenfazit zie­hen aus Ihren Erfahrungen der ver­gan­ge­nen zwei Jahre hin­sicht­lich der Interaktion von Wissenschaft und Medienvertretern?

… In der Wissenschaft gibt es eine gro­ße Bereitschaft, alles Wissen auch wirk­lich zu tei­len. Und das ist natür­lich etwas ande­res, als wenn man einen Politiker oder eine Politikerin inter­viewt – da muss man als Journalist viel­leicht manch­mal ver­su­chen, Informationen aus dem Gesprächspartner her­aus­zu­kit­zeln. Diese Unterschiede soll­ten den Interviewstil beein­flus­sen. Anders als Politiker sind die meis­ten Wissenschaftler kei­ne Medienprofis. Man kann Wissenschaftler mit ent­spre­chen­den Techniken sehr gut aufs Glatteis füh­ren. Aber die Konsequenz ist dann ein Vertrauensverlust auf allen Seiten: ein Vertrauensverlust der Wissenschaftler und genau­so der Leser in die Medien…«


"160 Prozent Covid-Patienten"

Die "mehr­fach preis­ge­krön­te Physikerin Priesemann" hat­te für die­sen März den "Kollaps der Intensivstationen" vor­her­ge­sagt. "Und in der Woche dar­auf sind das dann 160 Prozent" Corona-IntensivpatientInnen (sie­he Die rech­te und die lin­ke Hand des RKI. Und was Frau Priesemann dar­aus macht).

Über die Physikerin ("ihre Modellierungen lagen immer wie­der dane­ben" (NZZ-Kommentar: Falsche Corona-Prognosen: Manipulation im Namen der Wissenschaft) gibt es hier zahl­rei­che Beiträge, unter anderem:

Weitere Beiträge sind zu fin­den mit https://​www​.coro​dok​.de/​?​s​=​v​i​o​l​a​+​p​r​i​e​s​e​m​ann.

26 Antworten auf „Priesemann kann "keine intransparenten, persönlichen Interessen im klassischen Sinne bei meinen engen Kollegen" wahrnehmen“

  1. Seltsam bleibt die immer nega­ti­ve, dys­to­pi­sche Prognose der Wissenschaftler.
    Bis auf weni­ge Fachleute, wie Streeck und Stöhr, ist es die ewi­ge Leier der Apokalypse.
    Natürlich ist sie Dank der "Maßnahmen" unse­rer Politikerdarsteller bis­her nicht eingetreten.

  2. Man sehe nach Shanghai.
    Man kann dort den Viola Priesemann zero­co­vid Ultrahorror beobachten.
    Diese "Wissenschaftler" rich­ten unfass­ba­re nicht wie­der­gut­zu­ma­chen­de Schäden an.

  3. Meine sta­tis­ti­schen Berechnungen (die nicht inter­es­se­ge­lei­tet sind) haben erge­ben, dass die­se Frau gut zu Melanie Brinkmann passt und mir bestimmt kei­ne Definition von über­stei­ger­tem Narzissmus geben kann.

  4. Ein mathe­ma­ti­sches Modell hat so viel mit Wissenschaft zu tun, wie der Gang zum Klo mit einem Restaurant zu tun hat. Das eine kann jeweils Teil des ande­ren sein.

    Vielleicht soll­ten Qualitätsjournalisten das Wort Wissenschaft nicht mehr ver­wen­den, schon gar nicht, wenn sie über aka­de­mi­sche Mundstücke schreiben.

  5. Mit sol­chen Vernebelungen möch­te die Propaganda ja auch der Justiz vor­täu­schen, dass für die Politik eine Meinungsführung durch "objek­ti­ve" Experten gesi­chert sei, wäh­rend metho­di­sche Weglassungen, Unterstellungen und sta­tis­ti­sche Verfälschungen dabei geleug­net werden.
    Durch Detailforschungen zu den Impfmitteln hat sich gezeigt, dass die­se auf dem Weg vom Schultermuskel zu den Atemwegen an zig unter­schied­li­chen Zwischenstationen sehr unter­schied­lich wirk­sam wer­den kön­nen, wofür die Wissenschaft noch gar kei­ne ver­bin­den­de Blickweise hat.
    Und dann wird ein­fach mal "siche­re Wirksamkeit" behaup­tet, obwohl man bis­her "objek­tiv" immer nur an klei­nen Ausschnitten des gesam­ten Wirkungsfeldes Datenerfassung betrei­ben kann.
    Die Propaganda lebt dann davon, dass den moder­nen Normalbürger*innen eine Welt der Halbwahrheiten zu kom­plex ist und sie sich mög­lichst immer schon nach spä­tes­tens drei Klicks als Schnellversteher*innen füh­len möchten.
    Das gilt dann auch für die Suche nach Schuldigen.

  6. Daß man etwas nicht wahr­neh­men kann, heißt nicht, daß es das nicht gibt.
    Modelle sind Quatsch ‑Realität zählt.
    Wie oft habe ich die "hei­ter bis wol­kig" aus dem Keller gepumpt?!
    Na?!
    Man soll­te die­sen Quarknasen nicht soviel Aufmerksamkeit widmen.

  7. Hatte gera­de "Covid" (Test war posi­tiv) und bin nicht dage­gen geimpft. Habe mich bei mei­nem 80 jäh­ri­gen Vater ange­steckt, dem es ins­ge­samt gesund­heit­lich nicht so gut geht. Er hat­te im Mai sei­ne AstraZ Impfung und die Auffrischung mit Biontech im Dezember, der Schutz soll­te also auch kaum noch vor­han­den gewe­sen sein. Meinem Vater ging es nach drei Tagen wie­der bes­ser, jetzt will er schon wie­der raus aber mei­ne Mutter bremst ihn noch. Auf jeden Fall hab ich schon wesent­lich schlim­me­re Infekte bei ihm erlebt als er noch deut­lich jün­ger war. Ich hat­te am ers­ten Tag etwas Fieber, was sich in der Nacht gestei­gert hat. Weder geschmacks- noch geruchs­ver­lust, auch mei­ne Atemwege waren kaum belas­tet, etwas Schleim abge­hus­tet und die Nase kom­plett frei. Am nächs­ten Tag war ich noch schlapp und hat­te leicht erhöh­te Temperatur, heu­te gehts mir deut­lich bes­ser. Bin 55 Jahre und hat­te schon häu­fi­ger grip­pa­le Infekte, die deut­lich schlim­mer waren. Von Omikron hät­te kei­ner was bemerkt, wenn man nicht das Thema so über­hö­hen wür­de und wer des­halb auf die ITS kommt oder stirbt kann eigent­lich nur gesund­heit­lich extrem vor­be­las­tet gewe­sen sein. Übrigens haben alle Damen im Haushalt bis­her kei­ne spür­ba­ren Symptome…

  8. Du bist was Du isst! (auch das mit der Wahrnehmung)

    Im Übrigen scheint sich das Rätsel um die pan­de­mi­sche Nichtseuche auch für Passivbürger zu lich­ten. Die Ukraine bekommt Waffen für über eine Billion! Das erklärt war­um Herr Putin mit so einer klei­nen Armee in die Ukraine ein­ge­drun­gen ist. Verstehst Du nicht? – Dann denk mal drü­ber nach.

    Unkeklärt ist der­zeit noch die­se Frage. Nach General a.D. der Bundeswehr (!) Wittmann wird Russland kei­ne Atomwaffen ein­set­zen. Er will aber auch wis­sen dass der 24 Februar nicht wegen eines Feiertages zum Einmarschdatum wur­de. Woher weiss der das? – Na dann, wenn DER sich so sicher ist. Warum fra­gen wir nicht ein­fach denn Panzergrünen Krechstmann?

    https://www.youtube.com/watch?v=t‑E_esKomY0

    Übrigens, gehör­ten die ukrai­ni­schen Milizen im zwei­ten Weltkrieg eigent­lich direkt zu den SS-Totenkopfverbänden – Weiss das viel­eicht Einer? Steht näm­lich nicht in Wikipedia (wie so Vieles) Es muss doch Abrechnungsbelege geben, oder nicht? Eigentlich eine his­to­ri­sche Frage.

    [Im Übrigen glau­be ich auch dass das Datum zum 24. eine ande­re Ursache hat]

    1. nach­ge­reicht:

      Sehr scha­de dass das Interview mit Wittmann nicht mehr auf­find­bar zu sein scheint. Vermutlich ist sein Wert über Nacht durch die Decke gegan­gen. Hoffentlich hat es nicht "Welt​.de" oder sowas gekauft und zweck­ent­stellt. 😉 Wittmann selbst scheint ja über Nacht zum Lauterbach des Offizierskorps a.D. avan­ciert zu sein. Ein Wirrwar an Links zu sei­nen Kommentaren. Warum eigent­lich? Was fehlt wäre ein Scholl-Latour.

  9. Habe hier gera­de was bei Twitter gese­hen, Biontech schreibt selber:

    "We may not be able to demons­tra­te suf­fi­ci­ent effi­cacy or safe­ty of our COVID-19 vac­ci­ne and/or vari­ant-spe­ci­fic for­mu­la­ti­ons to obtain per­ma­nent regu­la­to­ry appro­val in the United States, the United Kingdom, the European Union, or other coun­tries whe­re it has been aut­ho­ri­zed for emer­gen­cy use or gran­ted con­di­tio­nal mar­ke­ting approval."

    zu deutsch:
    "Wir sind mög­li­cherw. nicht in der Lage, eine aus­rei­chen­de Wirksamkeit oder Sicherheit unse­res COVID-19-Impfstoffs und/oder vari­an­ten­spe­zi­fi­scher Formulierungen nach­zu­wei­sen, um eine dau­er­haf­te behördl. Zulassung in USA, UK u. EU oder ande­ren Ländern zu erhalten …"

    Quelle:
    https://​inves​tors​.bio​n​tech​.de/​n​o​d​e​/​1​1​9​3​1​/​h​t​m​l​#​i​c​5​e​0​6​a​0​5​a​3​1​d​4​c​4​4​9​1​0​3​1​d​3​2​0​8​c​e​f​8​c​2​_​2​856

    1. @BenFu: Das ist ein Papier, in dem die Firma den Investoren erklä­ren muß­te, was alles pas­sie­ren könn­te. Zu Recht haben sie damit nicht wirk­lich gerechnet.

      1. ja genau. Nur hab ich vor­her noch nicht gele­sen, dass Biontech sel­ber ein­räumt, dass sie kei­ne "rich­ti­ge" Zulassung für ihren Impfstoff erhal­ten wür­den. Allgemeiner Konsens in den MSM ist doch: die Zulassung ist zwar im Moment noch bedingt, die voll­stän­di­ge Zulassung kommt dann später.

    2. Der Beipackzettel für die Investoren ist halt ehr­li­cher und umfas­sen­der als der (nicht vor­han­de­ne?) für die Patienten. Im Gegensatz zum Ernstfall bei den Patienten kann der Konzern bei den Investoren ja auch rich­tig blu­ten, wenn's schief­geht und er nicht gewarnt hat.

  10. https://​www​.ber​li​ner​-zei​tung​.de/​n​e​w​s​/​b​e​r​l​i​n​-​f​e​u​e​r​w​e​h​r​-​h​e​r​z​p​r​o​b​l​e​m​e​-​u​n​d​-​s​c​h​l​a​g​a​n​f​a​e​l​l​e​-​z​a​h​l​-​d​e​r​-​r​e​t​t​u​n​g​s​e​i​n​s​a​e​t​z​e​-​s​t​e​i​g​t​-​s​t​a​r​k​-​a​n​-​l​i​.​2​2​2​431

    "Die Feuerwehrgemeinschaft Berlin, ein Zusammenschluss Hunderter impf­kri­ti­scher Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen, hat die Anfrage des SPD-Abgeordneten Robert Schaddach nach eige­ner Aussage „mit regem Interesse zur Kenntnis genom­men“. Der Berliner Zeitung sag­te ein Sprecher der Feuerwehrgemeinschaft: „Derartige Steigerungsraten sind erklä­rungs­be­dürf­tig“. Auffällig sei, dass „die Gesamtzahlen der Herzbeschwerden und Schlaganfälle 2018 und 2019 rela­tiv nah bei­ein­an­der lie­gen. Im Jahr 2020 lässt sich ein ers­ter Anstieg gegen­über dem Durchschnitt 2018/19 von 12,4 Prozent für Herzbeschwerden bzw. 12,9 Prozent bei Schlaganfällen beob­ach­ten. Im Jahr 2021 ist ein zwei­ter, noch höhe­rer Anstieg zu ver­zeich­nen. Gegenüber dem Durchschnitt von 2018/19 liegt die­ser mas­si­ve­re Anstieg dann bei 31,2 Prozent für Herzbeschwerden bzw. 27,4 Prozent bei Schlaganfällen“.

    Zwar kön­ne es für das Jahr 2020 „noch ansatz­wei­se plau­si­bel erschei­nen, dass eine unheil­vol­le Melange aus dem Aufkommen eines neu­en Virustypus und dem Einführen bei­spiel­lo­ser Maßnahmen mit allen Kollateralschäden zu einer tra­gi­schen Steigerung der Zahlen führ­te“. Der Sprecher wei­ter: „Für das Jahr 2021 scheint aber offen­bar ein wei­te­rer unbe­kann­ter Faktor hin­zu­ge­kom­men zu sein, der den vor­ma­li­gen Anstieg noch ein­mal wesent­lich ver­stärkt.“ Zudem sei bei einem Vergleich der Altersgruppen auf­fäl­lig, dass „die höchs­ten Steigerungsraten gera­de in den Altersgruppen erfol­gen, die gemein­hin nicht als vul­nerable Gruppen im Hinblick auf die Covid-19-Erkrankung ver­stan­den werden“."

  11. Ich kopie­re es ger­ne noch mal rein,
    dann kanns­te Dir das aus­dru­cken und über´s Bett tackern, Priesemann ( & Co )

    British Medical Journal (BMJ), 16.03.2022
    The illu­si­on of evi­dence based medicine

    Die Illusion der evi­denz­ba­sier­ten Medizin

    Die evi­denz­ba­sier­te Medizin ist durch Unternehmensinteressen, geschei­ter­te Regulierung und die Kommerzialisierung der Wissenschaft kor­rum­piert worden,
    argu­men­tie­ren die­se Autoren
    Jon Jureidini, Leemon B. McHenry

    Das Aufkommen der evi­denz­ba­sier­ten Medizin war ein
    Paradigmenwechsel, der eine soli­de wissenschaftliche
    Grundlage für die Medizin schaf­fen sollte.
    Die Gültigkeit die­ses neuen
    Paradigmas hängt jedoch von zuver­läs­si­gen Daten aus
    kli­ni­schen Studien ab, von denen die meis­ten von der
    phar­ma­zeu­ti­schen Industrie durch­ge­führt und im Namen
    von hoch­ran­gi­gen Wissenschaftlern ver­öf­fent­licht wurden.
    Die Veröffentlichung von zuvor vertraulichen
    Dokumenten der Pharmaindustrie hat der medi­zi­ni­schen Gemeinschaft wert­vol­le Einblicke ige­währt in das Ausmaß, in dem von der Industrie gespon­ser­te kli­ni­sche Studien falsch dar­ge­stellt werden.
    Solange die­ses Problem nicht beho­ben ist,
    wird die evi­denz­ba­sier­te Medizin eine Illusion bleiben.

    Die Philosophie des kri­ti­schen Rationalismus, ver­tre­ten durch
    den Philosophen Karl Popper, trat bekannt­lich für
    die Integrität der Wissenschaft und ihre Rolle in einer offenen,
    demo­kra­ti­schen Gesellschaft ein.
    Eine wirk­lich inte­gre Wissenschaft wäre eine, in der die Praktiker dar­auf ach­ten, nicht an lieb­ge­won­ne­nen Hypothesen fest­zu­hal­ten und die Ergebnisse der strengs­ten Experimente ernst nehmen.
    Dieses Ideal wird jedoch von Unternehmen bedroht,
    in denen finan­zi­el­le Interessen das Gemeinwohl übertrumpfen.
    Die Medizin wird weit­ge­hend von einer klei­nen Zahl von
    sehr gro­ßen Pharmaunternehmen domi­niert, die um Marktanteile kon­kur­rie­ren, sich aber in ihren
    Bemühungen, die­sen Markt zu erwei­tern, einig sind.
    Der kurz­fris­ti­ge Anreiz für die bio­me­di­zi­ni­sche Forschung durch die Privatisierung wur­de von den Verfechter des frei­en Marktes gefei­ert, aber die unbe­ab­sich­tig­ten, lang­fris­ti­gen Folgen für die Medizin sind schwerwiegend.
    Der wis­sen­schaft­li­che Fortschritt wird durch das Eigentum an
    Daten und Wissen behin­dert, weil die Industrie
    nega­ti­ve Studienergebnisse unter­drückt, uner­wünsch­te Ereignisse nicht mel­det und die Rohdaten nicht mit der aka­de­mi­schen Forschungsgemeinschaft teilt.
    Patienten ster­ben auf­grund der
    nach­tei­li­gen Einflusses kom­mer­zi­el­ler Interessen
    auf die Forschungsagenda, die Universitäten und die Aufsichtsbehörden.

    Die Verantwortung der Pharmaindustrie gegen­über ihren
    Aktionären bedeu­tet, dass ihre hier­ar­chi­schen Machtstrukturen, Produkttreue und die Propaganda für die Öffentlichkeitsarbeit über der wis­sen­schaft­li­che Integrität steht.
    Obwohl Universitäten seit jeher Eliteinstitutionen sind, die durch Stiftungen beein­flusst Einfluss neh­men kön­nen, erhe­ben sie seit lan­gem den Anspruch, die Hüter der Wahrheit und das mora­li­sche Gewissen der Gesellschaft zu sein.
    Doch ange­sichts der unzu­rei­chen­den staatlichen
    Finanzierung haben sie einen neo­li­be­ra­len Marktansatz gewählt
    und bemü­hen sich aktiv um eine phar­ma­zeu­ti­sche Finanzierung
    zu kom­mer­zi­el­len Bedingungen.
    Dies hat zur Folge, dass die Universitäts-Abteilungen zu Instrumenten der Industrie wurden:
    durch die Kontrolle der Unternehmen über die Forschungsagenda und Ghostwriting von medi­zi­ni­schen Zeitschriftenartikeln und medi­zi­ni­scher Fortbildung wer­den Akademiker zu Agenten für die Förderung kom­mer­zi­el­ler Produkte.
    Wenn Skandale mit part­ner­schaft­li­cher Beteiligung von Industrie und Akademikern in den Mainstream-Medien auf­ge­deckt wer­den, wird das Vertrauen in aka­de­mi­sche Institutionen geschwächt und die Vision einer offe­nen Gesellschaft wird verraten.

    Die Unternehmensuniversität kom­pro­mit­tiert auch das
    Konzept der aka­de­mi­schen Führung.
    Dekane, die ihre Führungsposition auf­grund herausragender
    Beiträge zu ihren Disziplinen erreicht hat­ten, wur­den teilweise
    durch Geldbeschaffer und aka­de­mi­sche Manager ersetzt,
    die gezwun­gen sind, ihre Rentabilität zu demons­trie­ren oder
    zei­gen, wie sie Sponsoren aus der Wirtschaft anzie­hen können.
    In der Medizin sind die­je­ni­gen, die in der aka­de­mi­schen Welt erfolg­reich sind, wahr­schein­lich Meinungsführer (KOLs im Marketing), deren Karrieren durch die von der Industrie gebo­te­nen Möglichkeiten wei­ter­ent­wi­ckelt werden.
    Potenzielle KOLs wer­den auf der Grundlage einer kom­ple­xen Reihe von Profiling-Aktivitäten aus­ge­wählt, die von den Unternehmen durch­ge­führt werden,
    zum Beispiel wer­den Ärzte auf­grund ihres Einflusses auf die Verschreibungsgewohnheiten ande­rer Ärzte ausgewählt.
    KOLs wer­den von der Industrie wegen die­ses Einflusses gesucht
    und wegen des Prestiges, das ihre Universitätszugehörigkeit
    für das Branding der Produkte des Unternehmens bringt.
    Als gut bezahl­te Mitglieder von phar­ma­zeu­ti­schen Beiräten/
    Beratungsgremien und Rednerbüros prä­sen­tie­ren KOLs die
    Ergebnisse von Studien der Industrie auf medi­zi­ni­schen Konferenzen und in medi­zi­ni­schen Fortbildung.
    Anstatt als unab­hän­gi­ge, unpar­tei­ische Wissenschaftler zu han­deln und die Leistung eines Medikaments zu bewer­ten, wer­den sie zu dem
    Marketingverantwortlichen als "Produktverfechter".

    Ironischerweise schei­nen die von der Industrie gespon­ser­ten KOLs vie­le der Vorteile der aka­de­mi­schen Freiheit zu genießen,
    da sie von ihren Universitäten, der Industrie und Zeitschriftenherausgebern unter­stützt wer­den, um ihre
    Ansichten zu äußern, selbst wenn die­se Ansichten nicht mit
    den tat­säch­li­chen Erkenntnissen stehen.
    Während Universitäten es ver­säu­men, die Falschdarstellungen der Wissenschaft aus sol­chen Zusammenarbeit zu kor­ri­gie­ren, müs­sen Kritiker der Industrie mit Ablehnungen in Zeitschriften, recht­li­chen Drohungen und der mög­li­chen Zerstörung
    ihrer Karrieren rechnen.
    Dieses unglei­che Spielfeld ist genau das, was Popper beschäf­tig­te, als er über die Unterdrückung und Kontrolle der Mittel der wissenschaftlichen
    Kommunikation schrieb.

    Die Erhaltung von Institutionen zur Förderung wis­sen­schaft­li­cher Objektivität und Unparteilichkeit (d.h. öffent­li­che Laboratorien, unab­hän­gi­ge wis­sen­schaft­li­che Zeitschriften und Kongresse) ist völ­lig der poli­ti­schen und kom­mer­zi­el­len Macht/Gnade ausgeliefert;
    Interessen wer­den sich immer die Rationalität der
    Beweise überschreiben

    Die Regulierungsbehörden wer­den von der Industrie finan­ziert und ver­wen­den von der Industrie finan­zier­te und durch­ge­führ­te Studien für die Zulassung/Genehmigung von Medikamenten, ohne in den meis­ten Fällen die Rohdaten zu sehen.
    Welches Vertrauen kön­nen wir in ein System haben, in dem
    Arzneimittelfirmen ihre eige­nen Hausaufgaben machen dür­fen, anstatt ihre Produkte tes­ten zu lassen

    Übersetzt mit http://​www​.DeepL​.com/​T​r​a​n​s​l​a​tor (kos­ten­lo­se Version)
    aber ziem­lich holprig

  12. Wenn-dann-Szenarien sind nach ihrem Grundprinzip sub­jek­tiv, wenn man sie rich­tig nutzt, kann man sie den­noch benut­zen, um das eige­ne Bild zu ver­voll­stän­di­gen. Soweit so gut. Nur schei­tern Raketenantrieb-Viola und ihre Freunde regel­mä­ßig am dosier­ten Einsatz.
    Bayes'sche Statistik ist gut und schön, um Möglichkeiten aus­zu­lo­ten. Wenn man aber soviel über das unter­such­te Thema weiß, dass man mit der Methode den Ergebnisbereich ziel­ge­nau ein­gren­zen kann, dann weiß man auch mehr als genug, um mit klas­si­schen Methoden mit weni­ger Aufwand zu einem bes­se­ren Ergebnis zu kom­men, wel­ches man auch nicht auf­wen­dig "kom­mu­ni­zie­ren" und "trans­pa­rent machen" muss, weil es oben­drein leich­ter zu ver­ste­hen ist.

    Diese Bayes-Pest im Zuge der expan­die­ren­den Rechnerkapazitäten lässt immer mehr Technokraten an den Start gehen, denen der über­grei­fen­de Blick fehlt. "Interdisziplinäre Stellungnahmen" bräuch­te man nicht, wenn man sich ange­mes­sen mit dem Problem befasst.

  13. Es wird span­nend – die WHO mischt sich in Kriege ein
    https://​www​.the​guar​di​an​.com/​w​o​r​l​d​/​2​0​2​2​/​a​p​r​/​1​3​/​w​h​o​-​c​h​i​e​f​-​t​e​d​r​o​s​-​u​k​r​a​i​n​e​-​e​t​h​i​o​p​i​a​-​t​i​g​ray

    "Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Konzentration der Weltgemeinschaft auf den Krieg in der Ukraine kri­ti­siert und behaup­tet, dass Krisen in ande­ren Ländern, dar­un­ter auch in sei­nem Heimatland Äthiopien, nicht die glei­che Aufmerksamkeit geschenkt wird, mög­li­cher­wei­se weil die betrof­fe­nen Menschen nicht weiß sind.

    Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus warf die Frage auf, ob "die Welt dem Leben von Schwarzen und Weißen wirk­lich die glei­che Aufmerksamkeit schenkt", da die lau­fen­den Notfälle in Äthiopien, Jemen, Afghanistan und Syrien nur einen "Bruchteil" der Sorge um die Ukraine aus­ge­macht hätten. "
    Übersetzt mit Hilfe von DeepL

    Wenn wir jetzt noch das "Gesundheit geht vor Freiheit" auf Kriege anwenden …

  14. wer oder WAS bit­te ist Herr Priesemann ?
    Sollte es eine Frau sein, was Ihre Verwendung der Wendung "Viola" (= DIE "Gewaltätige") nahe­legt, so umgen­dern Sie der Namen GEFÄLLIX im PriesHerr !
    Dank Sei mit Dir, Oh Herrn Drasche.

  15. "Aktion Klabautermann"

    "Ermittler sind in Razzien gegen Mitglieder meh­re­rer Telegram-Chatgruppen radi­ka­ler Corona-Kritiker vor­ge­gan­gen. … So woll­ten Mitglieder einer Chatgruppe in einer Aktion namens „Klabautermann“ den Gesundheitsminister Karl Lauterbach entführen. "
    ber­li­ner-zei­tung

  16. Die sitzt wohl gera­de im Raumschiff mit dem Unwahrscheinlichkeits-Drive, wäh­rend drau­ßen ein Pottwal vor­bei­fliegt und sich exis­tenz­phi­lo­so­phi­sche Gedanken macht…

  17. Priesemann kann noch ganz ande­re Dinge offen­sicht­lich nicht wahr­neh­men. Vielleicht soll­te Priesemann ernst­haft in Betracht zie­hen, eine modell­haf­te Selbsthilgegruppe zu grün­den oder einer sol­chen bei­zu­tre­ten. Es gibt schon genü­gend­her Selbsthilfegruppen: Regierungen, Leopoldina, Corona-Expertenrat, Ethikrat, STIKO, Verband der Virenzüchter- und züch­te­rin­nen, coronö­ser Elferrat …

  18. @Erfurt
    rich­tig, denn:
    "Objektivität ist die Wahnvorstellung, Beobachtungen könn­ten ohne Beobachter gemacht werden."
    (Heinz von Foerster)

    Bei Fr. Briesemann kommt dazu, dass sie nicht ein­mal mehr beobachtet. 

    Wie sag­te vor Jahren ein­mal ein Modellierer, mit einer man­gel­haf­ten Übereinstimmung sei­nes Modells mit der Realität kon­fron­tiert: "Ich gebe zu, dass die Realität noch nicht ganz mit mei­nem Modell übereinstimmt."

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