Spahn-Test: hochvolumige Verträge

»Corona-Laientests. „Neue Qualität“: Spahn glaubt fest an Discounter« ist auf apotheke-adhoc.de am 25.2. zu erfah­ren, daß alles gut wird, weil er schon die ers­te Werbemail bekom­men hat.

»Berlin – Bei den FFP2-Masken durf­ten die Apotheken ein­sprin­gen, bei den Laientests setzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Discounter. Er wird nicht müde zu beto­nen, wel­che Vorteile die­ser Kanal hat – für den Preis, aber auch für die Verfügbarkeit. Er spricht von einer „neu­en Qualität“.

Im Interview mit dem Deutschlandfunk räum­te Spahn ein, dass die gera­de zuge­las­se­nen Tests wahr­schein­lich nicht „gleich über­mor­gen in allen Regalen in Deutschland“ ver­füg­bar sein wer­den. „Das habe ich auch ges­tern im Bundestag sehr klar gesagt. Aber ich weiß anders her­um auch, weil wir ja dies­mal nicht auf Apotheken oder Drogerien beschränkt sind bei die­sen Tests, son­dern dass die­se tat­säch­lich in allen Bereichen – im Einzelhandel, im Discounter, in der Drogerie – ver­füg­bar sein wer­den. Das heißt, dass hier jetzt sehr hoch­vo­lu­mig Verträge geschlos­sen wer­den können.“

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Pharmaindustrie hat kein Interesse an lange wirkenden Impfstoffen

In Zeiten, in denen Journalismus nicht über­wie­gend im Zitieren aus Pressemitteilungen von Industrieunternehmen und aus Regierungsstuben bestand, konn­te der "Tagesspiegel" noch einen Beitrag brin­gen, der sich kri­tisch mit dem Impfgeschäft aus­ein­an­der­setz­te. Er erschien am 14.11.2012 und ist (anders als bei der taz) im Netz noch zu lesen:

»Mehr Nachteile als Nutzen
Die sai­so­na­le Grippeimpfung ist ein Milliardengeschäft. Kein Wunder, dass die Pharmaindustrie eine gerin­ge Motivation hat, bes­se­re Impfstoffe zu entwickeln. 

Alle Jahre wie­der kommt er auf die Erde nie­der: Der Aufruf zur Grippeimpfung gehört zur Vorweihnachtszeit wie Plätzchenbacken und Verkehrschaos. Die Influenza, so betet das Robert-Koch-Institut uner­müd­lich vor, tötet allei­ne in Deutschland bis zu 15 000 Menschen pro Jahr. Deshalb sol­len sich ins­be­son­de­re Personen über 60 Jahre, Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen und Menschen mit chro­ni­schen Krankheiten jähr­lich piek­sen lassen.

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Impfarzt mit sehr eigenen Regeln

»Arzt aus NRW holt Maximum aus Corona-Impfstoff von Biontech heraus
Frank Leyener heißt der Mediziner, der als Hausarzt im Landkreis Siegen-Wittgenstein ganz im Süden von NRW prak­ti­ziert – und der offen­bar bei der Verabreichung der Corona-Impfung von Biontech* ein glück­li­ches Händchen hat.«

Das ist zu lesen am 25.2. auf ruhr24.de. Ich lie­be die gespro­che­ne Sprache aus dem Pott, sie ist so herr­lich unaf­fek­tiert und ein­fach. Auch geschrie­ben hält sich ein Redakteur sym­pa­thisch wenig an Vorschriften:

»Grund für den Impferfolg des Arztes ist ein ein­fa­cher Trick: So las­sen sich durch vor­schrifts­mä­ßi­ger Verdünnung des Impfstoffs mit Kochsalzlösung mehr Dosen ent­neh­men, als der geplan­ten fünf. Denn: Die Biontech-Ampullen ent­hal­ten mehr Impfstoff, als ange­ge­ben, sind also über­füllt, damit das Impf-Personal die Dosen ein­fa­cher ent­neh­men kann.«

Frank Leyener schafft sie­ben Dosen. Was macht der Mann also?

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"Die Stimmung kippt und das zweieinhalb Wochen vor der hessischen Kommunalwahl."

So lau­tet ein Kernsatz des Kommentars auf hessenschau.de am 25.2. zu den hes­si­schen "Öffnungsvorschlägen".

»Vor zwei Wochen galt: Wir müs­sen mit den Inzidenzen run­ter auf einen sta­bi­len Durchschnittswert von unter 35, erst dann kön­nen wir über Lockerungen nach­den­ken. Zu gefähr­lich sei­en die hoch anste­cken­den Virus-Mutationen. Damals sag­te Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), er befürch­te eine drit­te Welle. Das Signal: Wer schon von Lockerungen träumt, soll­te das mal bes­ser sein lassen.

Plötzlich ist alles anders. Bouffier stellt fest, dass die Leute "die Schnauze voll haben" und sich nach Lockerungen seh­nen. Dieses Gefühl will er mit sei­nem "Perspektivplan" bedie­nen – ohne all­zu viel zu ver­spre­chen.«

Alles hängt vom "Pandemiegeschehen" ab.

»Aber wie wird die­ses Pandemiegeschehen gemes­sen? In einer "Gesamtabwägung", in die Inzidenzwerte, Leistungsfähigkeit der Gesundheitsämter, Reproduktionszahl R, Quote der Positivtestungen, Impffortschritt, Hospitalisierungsrate und Testkapazitäten ein­flie­ßen sol­len. Was in wel­chem Maße? Völlig unklar.

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Hauen und Stechen im Corona-Lager

»PANDEMIE-PAUKENSCHLAG
Polizeipräsident nach Kritik an Impf-Strategie ent­las­sen«

Unschwer erkenn­bar han­delt es sich hier um eine Schlagzeile auf bild.de, hier vom 24.2. Im Text kommt dann doch ein Fragezeichen:

»Paukenschlag in Niedersachsen: Innenminister Boris Pistorius (60, SPD) feu­ert Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig (63) – weil der das Impfdebakel der Landesregierung kri­ti­siert hatte?

Am Dienstagvormittag teil­te Pistorius dem Beamten am Telefon mit, er wer­de mit sofor­ti­ger Wirkung in den vor­zei­ti­gen Ruhestand ver­setzt. Begründung: Er habe kein Vertrauen mehr in die Arbeit des Polizeipräsidenten – offen­bar wegen der Impf-Kritik.

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Deutsche Krankenhausgesellschaft: Krankenhäuser waren und sind nicht überlastet

Das Lager der "Corona-LeugnerInnen" wird zuneh­mend unüber­schau­bar. de.rt.de berich­tet unter obi­ger Überschrift am 24.2. und bezieht sich auf ein Interview auf welt.de mit Gerald Gaß, bis Ende 2020 Präsident und künf­ti­ger Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) vom 22.2. Dort ist zu lesen:

»Gerald Gaß: Die Lage hat sich im Vergleich zum Höchststand der zwei­ten Welle spür­bar ent­spannt. Wir hat­ten Anfang Januar fast 6000 Intensivpatienten und 25.000 auf den Infektionsstationen, mitt­ler­wei­le sind wir bei 3000 im Intensivbereich. Das bedarf immer noch eines erhöh­ten Infektionsschutzes und gro­ßer Aufmerksamkeit, wir sind aber von die­ser Maximalbelastung weg. Das macht mich sehr zufrieden…

Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir sagen kön­nen: Wir sind nicht überlastet.

WELT: Der Verband der Intensivmediziner DIVI sieht das anders. Entspannung gebe es erst bei weni­ger als 1000 Intensivpatienten, hieß es zuletzt.

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SARS-CoV‑2: FDA will Hürden für neue Impfstoffe und Medikamente gegen Virusvarianten senken

Da wer­den EMA und Paul-Ehrlich-Institut nicht nach­ste­hen. aerzteblatt.de infor­miert am 24.2. über den Plan, "im Notfall völ­lig auf kli­ni­sche Tests zu ver­zich­ten":

»Silver Spring/Maryland – Die neu­en Varianten von SARS-CoV‑2, die sich in den letz­ten Monaten ausge­breitet haben, könn­ten die Diagnose, Behandlung und Vorbeugung von COVID-19 erschwe­ren, wenn die Tests die Viren nicht mehr erken­nen, Antikörperpräparate ins Leere grei­fen und Impfstoffe nicht mehr vor einer Infektion schüt­zen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA denkt des­halb dar­über nach, wie der Zulassungspro­zess für neue Impfstoffe und Medikamente beschleu­nigt wer­den kann.

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