Schon wieder: Corona-Leugner in der FAZ

Schon am 8.9. muß­te man sich die Augen rei­ben beim Lesen eines Kommentars in der FAZ. Am 10.9. schei­nen die "Corona-Leugner" die Macht im publi­zis­ti­schen Schlachtschiff des Kapitals über­nom­men zu haben. In einem wei­te­ren Kommentar ist dort zu lesen (Druckausgabe):

»Die Zahl der Toten hier­zu­lan­de ist noch nicht ein­mal halb so hoch wie die der letz­ten schwe­ren Grippewelle. Das Durchschnittsalter der Toten liegt bei mehr als 80 Jahren. Das Gesundheitssystem steht wei­ter­hin gut da. Viele haben die Infektion tat­säch­lich über­stan­den – und es gibt, trotz wie­der recht zahl­rei­cher posi­ti­ver Testergebnisse, wei­ter­hin Landkreise und Gegenden mit kei­ner ein­zi­gen Neuinfektion in den ver­gan­ge­nen Tagen.«

Der Autor beschäf­tigt sich haupt­säch­lich mit dem Vorschlag des Bundespräsidenten für ein offi­zi­el­les Corona-Gedenken und fragt:

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Wann lügt der Verfassungsschutz nicht?

»In Berlin ist bestä­tigt wor­den, wovor wir seit März und April bereits war­nen. Dass näm­lich die Corona-Proteste deut­lich von Rechtsextremisten beein­flusst und in zuneh­men­der Weise instru­men­ta­li­siert wer­den. Wir haben am Anfang fest­ge­stellt, dass Rechtsextremisten ver­sucht haben, das Thema auf­zu­grei­fen und ver­sucht haben, eige­ne Veranstaltungen zu orga­ni­sie­ren. Das hat aber nicht wirk­lich funk­tio­niert.«

Das erzähl­te am 10.9. der Chef des NRW-Verfassungsschutzes. Das ist nicht wahr, zumin­dest für den Bundes­verfassungsschutz. Nach der Berliner Demonstration vom 1.8. hat­te der erklärt, nur „ein­zel­ne Angehörige“ aus dem rechts­ex­tre­men Spektrum hät­ten dar­an teil­ge­nom­men.

»"Insofern resul­tier­te aus der Kundgebung für die tra­di­tio­nel­le rechts­ex­tre­mis­ti­sche Szene kei­ne nen­nens­wer­te Anschlussfähigkeit an demo­kra­ti­sche Kundgebungsteilnehmer", sagen die Verfassungsschützer.«

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Christian Drosten erhält Ehrenpreis des BdKom – "Eliten" unter sich

»Der Bundesverband der Kommunikatoren (BdKom; bis September 2019 Bundesverband deut­scher Pressesprecher, BdP) ist eine berufs­stän­di­sche Vereinigung für Kommunikations­manager, ins­be­son­de­re Pressesprecher. « weiß Wikipedia.

»Der Ehrenpreis dürf­te vie­len als zier­li­ches und schön anzu­se­hen­des Wildkraut ein Begriff sein. Seine volks­tüm­li­chen Namen Allerweltsheil oder Wundheilkraut ver­ra­ten schon, dass die Pflanze als Heilkraut Verwendung fin­det. Allerdings war die medi­zi­ni­sche Bedeutung des Ehrenpreises im Mittelalter deut­lich höher als heu­te, wo sie meist nur noch bei Husten oder bei chro­ni­schen Hautleiden genutzt wird.« infor­miert kraeuter-buch.de.

Christian Drosten ist Sammler von Preisen und ein bedeu­ten­der Vertreter des Perkolationismus.

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Perkolationismus grassiert

» Psychologisch las­sen sich Verschwörungstheorien als Paranoia deu­ten, wenn­gleich die Mehrzahl der Forscher den Anhängern von Verschwörungstheorien kei­ne psy­chi­sche Störung unter­stellt… Verschwörungstheorien die­nen dem über­las­te­ten Menschen in über­for­dern­den Situationen zur Komplexitätsreduktion und zur Aufrechterhaltung des Glaubens an die Durchschaubarkeit der Realität und die Selbstwirksamkeit des Subjekts.« (Wikipedia)

Immer deut­li­cher wird, daß die Themen Infektionsgeschehen, Erkrankungen, Sterberaten, Lockdown, "Kollateralschäden" sehr viel kom­ple­xer sind, als daß sie auf einen Kampf gegen das Virus redu­ziert wer­den kön­nen. Während klü­ge­re JournalistInnen die­se Einsicht lang­sam für ihr Wirken zulas­sen, suchen ande­re ver­zwei­felt ihr Heil im Nachbeten neu­er Religionen. Aktuell ist das der von C. Drosten erfun­de­ne Perkolationismus. Hier ein Beispiel aus dem "Stern":

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Quarantäne: Letzte Möglichkeit Schusswaffe?

Diese Lüge sei­ner Autorin Petra Thiele war swrfernsehen.de dann lang­sam doch pein­lich.:

»Was pas­siert, wenn ein Infizierter das Haus ver­lässt?
Gelingt dem Infizierten den­noch die Flucht, darf die zustän­di­ge Behörde die­sen im Rahmen des Verwaltungszwangs mit Gewalt wie­der in Gewahrsam neh­men und in Quarantäne unter­brin­gen. Als letz­te Möglichkeit dürf­te sogar von der Schusswaffe Gebrauch gemacht wer­den, denn die Ansteckungsgefahr für eine Vielzahl von Personen wäre so hoch, dass zur Verhinderung der wei­te­ren Ausbreitung gebo­ten sein kann, flüch­ti­ge Patienten unschäd­lich zu machen.«

So war es in einem inzwi­schen gelösch­ten Beitrag seit dem 10.3. zu lesen. Da "das Internet nichts ver­gißt", läßt sich der Artikel hier nach­le­sen. Ein aktua­li­sier­ter Text for­mu­liert nun vor­sich­ti­ger:

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Der Perkolations-Jünger. Galoppierender Wahnsinn in der "Zeit"

Professor Dr. Matthias F. Schneider lei­tet die Abteilung Medizinische und bio­lo­gi­sche Physik an der TU Dortmund. Auf zeit.de stellt er sich am 9.9. der Aufgabe, die von Christian Drosten erzeug­te Verwirrung um die dro­hen­de Corona-Perkolation zu ord­nen. Er schei­tert.

»"Wir kön­nen Corona noch stop­pen"
Leben mit dem Infektionsrisiko – das scheint der neue Normalzustand. So müss­te es nicht sein. Die Seuche wäre in den Griff zu krie­gen, wenn man die­se acht Punkte bedenkt.«

Wer bei die­sen Grundannahmen (Corona = Seuche = Pest, Cholera, Ebola, also gilt Ausrotten) nicht wei­ter­le­sen mag, ver­paßt Amüsantes. Auch acht Tips, wie man von einer Erde nicht her­un­ter­fällt, die man für eine Scheibe hält, kön­nen ein net­ter Zeitvertreib sein.

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Mediziner: Feststellung einer natio­nalen epi­de­mi­schen Lage nicht aufheben (?)

So faßt die Webseite des Bundestags die Anhörung des Gesundheits-Ausschusses zusam­men. Im Text ist immer­hin zu lesen

»Juristen gaben aller­dings zu beden­ken, dass die mit dem Feststellungsbeschluss ein­her­ge­hen­den Befugnisse für das Bundesgesundheitsministerium (BMG) ver­fas­sungs­recht­lich bedenk­lich sei­en.«

Die Überschrift hät­te also auch lau­ten kön­nen "Verfassungsrechtliche Bedenken zur natio­nalen epi­de­mi­schen Lage".

Was sagen die Sachverständigen?

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Drosten hat nicht geschwänzt. Sondern das gesagt:

Fälschlicherweise wur­de hier berich­tet, Christian Drosten habe dem Gesundheits-Ausschuß des Bundestages kei­ne Stellungnahme ein­ge­reicht. Ein Video des Parlamentsfernsehens zeigt sie. Anfangs war anschei­nend der Hinweis des Ausschuß-Vorsitzenden zum Einschalten des Mikrofons nicht beach­tet wor­den. Man höre (ab ca. 0:40):

Seine Kernaussagen, soweit ver­ständ­lich, sind:

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Maskenpflicht erhöht Infektionsrisiko – sagt Virologin Kappstein

Die Zeitschrift "Krankenhaushygiene up2date" ver­öf­fent­lich­te schon am 18.8. einen Beitrag, der sich kri­tisch mit der RKI-Empfehlung zum Maskenschutz aus­ein­an­der­setzt. Er wur­de ver­faßt von Prof. Dr. med. Ines Kappstein, Leitung Klinikhygiene im Klinikum Passau. Sein Fazit:

»Aus einer Maskenpflicht für vie­le Millionen Bürger in Deutschland kön­nen jeden Tag zig-mil­lio­nen­fa­che Kontaminationen resul­tie­ren, die zu einem wesent­li­chen Teil ver­meid­bar wären, weil die ohne­hin schon häu­fi­gen Hand-Gesichts-Kontakte der Menschen durch die Maskenpflicht noch häu­fi­ger wer­den, Händewaschen unter­wegs aber nur aus­nahms­wei­se mög­lich ist. Dabei besteht das Risiko, dass der – schon zwangs­läu­fig – unsach­ge­mä­ße Umgang mit der Maske und die erhöh­te Tendenz, sich selbst ins Gesicht zu fas­sen, wäh­rend man die Maske trägt, tat­säch­lich das Risiko einer Erregerverbreitung und damit Erregerübertragung noch erhöht – ein Risiko, das man doch aber gera­de durch die Maske redu­zie­ren will.

Eine Maskenpflicht ver­mit­telt ein fal­sches Sicherheitsgefühl, und ein fal­sches Sicherheitsgefühl ist immer ein Sicherheitsrisiko.«

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Gesundheits-Ausschuß: Hat Drosten geschwänzt?

Müssen wir uns Sorgen machen um Christian Drosten? Sein letz­ter Tweet stammt vom 8.9. Und nun noch das:

Gestern tag­te der Gesundheits-Ausschuß des Deutschen Bundestages. Themen waren meh­re­re Anträge zu "Rechtsverordnungen und Anordnungen aus der epi­de­mi­schen Lage von natio­na­ler Tragweite". Als einer von 6 Sachverständigen für die "öffent­li­che Anhörung", die wegen Corona ohne Publikum statt­fand (?!), war Drosten benannt. Von allen wer­den Stellungnahmen ver­öf­fent­lich – die von Drosten fehlt.

Die Sachverständigen waren nicht vor­ge­la­den. Deshalb ist Schwänzen nicht ein ganz rich­ti­ger Ausdruck. Merkwürdig mutet jedoch schon an, wenn alle sich der Mühe unter­zie­hen, eine Stellungnahme abzu­ge­ben, Herr Drosten das aber nicht für erfor­der­lich zu hal­ten scheint.

Update: Ein Kommentator ver­weist dar­auf, daß Herr Drosten eine Stellungnahme abge­ge­ben hat, sie aber noch nicht ver­schrift­licht wur­de. Die Sorgen sind also unbe­rech­tigt.