"Hier abzukürzen, kann extrem gefährlich sein"

»Liegen die Ergebnisse aller Studien vor, prü­fen die Zulassungsbehörden – in der EU etwa die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA, in den USA die U.S. Food and Drug Administration FDA – alle Resultate und ertei­len im Idealfall die Zulassung. Die Massenproduktion des Impfstoffes kann beginnen.

In der Summe dau­ern die kli­ni­schen Studien meh­re­re Monate bis meh­re­re Jahre. Hier abzu­kür­zen, kann extrem gefähr­lich sein; etwa wenn eine gefähr­li­che Nebenwirkung über­se­hen wird, weil sie erst nach Monaten auf­tritt oder sehr sel­ten ist und daher erst bei tau­send­fa­cher Anwendung beob­ach­tet wird.«

So beschrieb im April die "Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V." ein bekann­tes Problem. Sie zitiert Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), als Roß, aber auch den Reiter:

»Ugur Sahin von BioNTech ist sich aller­dings sicher, dass es zu einem beschleu­nig­ten Zulassungsverfahren kom­men wird. „Die Frage ist nicht, ob das geschieht, son­dern wie“, sagt er. «

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Wie war das noch… mit dem Curevac-Impfstoff? Und dem von Sanofi und Glaxo Smith Kline?

Lieferschwierigkeiten gibt es bei allen zuge­las­se­nen und geplan­ten Impfstoffen. Von ande­ren Herstellern, mit denen bereits Verträge geschlos­sen wur­den und die z.T. erheb­li­che Subventionen erhiel­ten, ist nichts mehr zu hören. Im August war auf sueddeutsche.de zu lesen:

»Die Europäische Union [hat] inzwi­schen meh­re­re Verträge mit Impfstoffherstellern abge­schlos­sen: Neben einem Vertrag mit Sanofi und Glaxo Smith Kline über ein noch voll­stän­dig expe­ri­men­tel­les Vakzin exis­tiert bereits ein Übereinkommen mit dem Pharmahersteller Astra Zeneca über 300 Millionen Dosen eines Impfstoffs der University of Oxford.«

Im November fei­er­te sich der Gründer von CureVac als Entdecker der mRNA-Methode und rühm­te sich der Unterstützung von Bill Gates (s. CureVac und das Geschäft mit dem mRNA-Impfstoff). Im Juni hat­ten Mehrheitseigner Dietmar Hopp und der Wirtschaftsminister ver­ein­bart, daß der Bund mit 300 Millionen Euro in das Unternehmen ein­steigt (unbe­dingt lesens­wert: Impfstoff: 300 Millionen als "finan­zi­el­le Sicherheit" für Multimilliardär Hopp). 

Im November kauf­te die EU für einen unbe­kann­ten Preis etwas, von dem bis heu­te nicht bekannt ist, ob es jemals gelie­fert wird: EU bestellt 405 Millionen Dosen Impfstoff bei Curevac.
Update: Mehrere LeserInnen haben bemerkt:

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3000 : 11 für Mutante. "Verdacht auf das Vorliegen der Variante"

Früher wäre ein sol­cher Artikel bei einer Schülerzeitung abge­lehnt wor­den. Heute erscheint er auf kurier.de.

»Briten-Virus
Klinikum Bayreuth macht dicht: 3000 in Quarantäne

Nur noch, was drin­gend not­wen­dig ist: Klinik behan­delt kei­ne Patienten mehr – mehr als 3000 Mitarbeiter in Quarantäne geschickt. Alle Mitarbeiter und Patienten getes­tet. Elf Personen mit gefähr­li­che­rer Briten-Variante infi­ziert. Dauer: unbe­kannt. Ob das Virus in der gan­zen Region ist: unbe­kannt. Landrat: „Harter Schritt“.

Bayreuth – Erstmals in der Geschichte Bayreuths ist eine gan­ze Klinik in Quarantäne. Schuld dar­an ist das Auftauchen der eng­li­schen Mutation des Corona-Virus. Aufgenommen wer­den nur noch drin­gen­de Fälle. Wie lan­ge das dau­ert, steht nicht fest. Es hängt auch davon ab, ob und wenn ja wie stark sich die Virus-Mutation außer­halb des Klinikums ver­brei­tet hat.

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Verkriecht sich die Mutante?

Merkwürdige Zahlen nennt heu­te um 8:47 tagesschau.de. Dort ist zwar zu lesen:

»Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sinkt weiter…
Die Zahl der bin­nen sie­ben Tagen gemel­de­ten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner – die Sieben-Tage-Inzidenz – lag laut RKI im Bundesdurchschnitt bei 107,6. Ihr bis­he­ri­ger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht wor­den. Der Wert geht seit Wochen zurück…
Der bun­des­wei­te Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht bei 0,95 (Vortag 1,01). «

Woher die wei­ter genann­ten Zahlen kom­men, ist aber unklar:

»Die deut­schen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 6408 Corona-Neuinfektionen bin­nen eines Tages gemel­det. Außerdem wur­den 903 neue Todesfälle inner­halb von 24 Stunden ver­zeich­net, wie das RKI bekannt gab.«

Das RKI selbst nennt hin­ge­gen aktu­ell die­se Daten:

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Vortests an Tieren: Keine Hinweise, daß Schwangere oder Ungeborene durch die Impfung gefährdet sein könnten

Der die­se Botschaft ver­brei­tet, darf sich beim SRF Schweizer Radio und Fernsehen "Wissenschaftsredakteur" nen­nen. In einem Beitrag "Kampf gegen das Coronavirus-Ist eine Impfung wäh­rend der Schwangerschaft ris­kant?" erklärt er am 25.1.:

»Thomas Häusler: Ich den­ke, wich­tig ist, dass Betroffene Risiken mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt bespre­chen. Grundsätzlich gilt: Die gros­sen, kli­ni­schen Tests haben zwar Schwangere von Impfungen aus­ge­schlos­sen, es gibt aber eine Reihe Vortests an Tieren, die kei­ne Hinweise auf­ge­zeigt haben, dass Schwangere oder Ungeborene durch die Impfung gefähr­det sein könn­ten. Das ist die Grundlage für die Entscheidung für die Empfehlung. Andere Fachgesellschaften, wie bei­spiels­wei­se die ame­ri­ka­ni­sche Seuchenbehörde CDC, hand­habt das ähnlich.

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Verwaltungsrichter kippen 15-Kilometer-Regel vorläufig

br.de berich­tet heute:

»Die 15-Kilometer-Grenze für den Bewegungsradius in der Pandemie gilt in Bayern ab sofort nicht mehr. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof setz­te die Regelung im Eilverfahren vor­läu­fig außer Vollzug. Bestätigt wur­de indes die FFP2-Maskenpflicht.

Der baye­ri­sche Verwaltungsgerichtshof hat das Verbot von tou­ris­ti­schen Tagesausflügen für Bewohner von Corona-Hotspots über einen Umkreis von 15 Kilometern hin­aus in Bayern vor­läu­fig gekippt. Die text­li­che Festlegung eines sol­chen Umkreises sei nicht deut­lich genug und ver­sto­ße aller Voraussicht nach gegen den Grundsatz der Normenklarheit, ent­schied das Gericht am Dienstag.

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