Scrabble mit Steffen Seibert und Lothar Wieler

Daraus lie­ße sich schon mal HALAL legen. Nehmen wir uns ein wei­te­res Steinchen und es ist ein "I" für "Ignoranz" und tau­schen ein "A" weg gegen ein "L" für "Lockdown", so haben wir schon HALALI.

Mit den drei "G"s von Lothar Wieler ("Geschlossene Räume, Gruppen und Gedränge, Gespräche in leb­haf­ter Atmosphäre und engem Kontakt zuein­an­der" – sind das nicht eigent­lich vier?) wird es schwie­ri­ger. "GAGA" geht auf jeden Fall.

Obszöne Geschäfte mit Tests für Reisende

Angestoßen von MinisterInnen und BürokratInnen und befeu­ert durch immer neue Ausweisungen von "Risikogebieten" durch das RKI blüht das Geschäft vor allem gro­ßer Labore mit Tests von Reisewilligen.

Auf faz.net ist heu­te zu lesen, daß Menschen am Düsseldorfer Flughafen rich­tig Glück hat­ten. Denn ers­tens konn­ten sie sich kurz­fris­tig tes­ten las­sen und zwei­tens muß­ten sie dafür "nur" 59 Euro auf den Tisch legen.

»Für den glei­chen soge­nann­ten PCR-Test, bei dem Proben aus den Atemwegen ent­nom­men wer­den, ver­lan­gen ande­re Anbieter schnell ein­mal 160 Euro, sofern man über­haupt einen Termin erhält. Beispiel Berlin: Hier berech­net der Anbieter Quicktest 158,65 Euro je Person. Für eine vier­köp­fi­ge Familie kommt so eine statt­li­che Summe zusam­men. Wenn es eilig ist, las­sen sich die Labore das beson­ders teu­er bezah­len. Für Schnelltests kön­nen laut einem Agenturbericht bei einem Anbieter in Berlin sogar 281 Euro fäl­lig wer­den.«

(Wie es scheint, ist die Firma "Labor Berlin", für die Christian Drosten tätig ist, hier nicht invol­viert, Privatleute kön­nen sich an sie nicht wen­den.)

Wie kommt es dazu? Eine Mitschuld tra­gen Drosten und die Charité.

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Warum Frau Schmoll gegen längere Weihnachtsferien ist

Heike Schmoll ist "Korrespondent/in (oll.)" im Politik-Ressort der FAZ. (Zu "oll." s. unten.) Sie trägt einen theo­lo­gi­schen Ehrendoktor und ist zustän­dig "für Schul- und Hochschulpolitik sowie Fragen der wis­sen­schaft­li­chen Theologie", was immer man sich unter letz­te­rer vor­stel­len mag. Jedenfalls wird sie etwas von Weihnachten ver­ste­hen. Frau Schmoll schreibt am 13.10. in einem Kommentar:

»Wer den jüngs­ten Vorschlag zwei­er Unions-Bundestagsabgeordneter zu einer Verlängerung der Weihnachtsferien hört, wird erleich­tert sein, dass der Deutsche Bundestag nicht über Schulferien zu befin­den hat. Der Hamburger CDU-Vorsitzende Christoph Ploß hat­te vor­ge­schla­gen, "die Winterferien um zwei bis drei Wochen zu ver­län­gern und im Sommer ent­spre­chend zu kür­zen". Der CSU-Abgeordnete Stephan Pilsinger ergänz­te: "Das Wohl der Schüler und Lehrer muss im Vordergrund ste­hen".«

Nach eini­gen Argumenten zum Kindeswohl kommt Frau Schmoll zum für die FAZ essen­ti­el­len Punkt: "Eltern brau­chen Verlässlichkeit, um ihrer Arbeit auch unter wid­ri­gen Bedingungen nach­zu­ge­hen".

Vielleicht gibt es LeserInnen aus der Zeitungsbranche oder der Theologie, die die Abkürzung "oll." erklä­ren kön­nen. Die Deutungen auf duden.de schei­nen hier nicht zu pas­sen:

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FAZ: "Kipppunkt in der Corona-Debatte erreicht"

Im Wirtschaftsteil von faz.net ist heu­te zu lesen:

»Nun könn­te er erreicht sein: der Kipppunkt in der Corona-Debatte. Mehr als ein hal­bes Jahr haben die aller­meis­ten Bürger und Unternehmen die Vorsichtsmaßnahmen gegen das Virus mehr oder weni­ger klag­los mit­ge­tra­gen. Doch jetzt deu­tet vie­les dar­auf hin, dass die Politik den Bogen über­spannt hat. Gegen die mit­ten in der Herbstferienzeit ver­häng­ten Beherbergungsverbote für Urlauber braut sich jeden­falls ein Sturm der Entrüstung zusam­men, wie es ihn seit März nicht gege­ben hat.

Das gilt zum einen für die betrof­fe­nen Urlauber. Wer vor eini­gen Wochen den Appellen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) folg­te und sei­nen Herbsturlaub in Deutschland buch­te, hat nun das Nachsehen, muss mit Hotels über Stornierungskosten ver­han­deln, wäh­rend ande­re es sich in Griechenland, Italien oder Schweden gut­ge­hen las­sen.«

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Buch-Inzidenz zu hoch

Dieses Risiko konn­ten die Verantwortlichen der Frankfurter Buchmesse nun wirk­lich nicht ein­ge­hen. In der 13.500 Personen fas­sen­den Festhalle soll­ten sich 250 gela­de­ne Gäste auf­hal­ten. Gleichzeitig! Offenbar ent­sprach sie nicht der Drostenschen Normhöhe: "Ich war vor Kurzem auf einer Veranstaltung in einer Fabrikhalle. Die war so hoch, das war prak­tisch drau­ßen." (s. "Ich bin abso­lut ersetz­bar") .

»"Angesichts stei­gen­der Infektionszahlen in Frankfurt am Main und bun­des­weit" haben die Verantwortlichen beschlos­sen, das Programm in der Frankfurter Festhalle "nur mit den betei­lig­ten Moderator*innen und Autor*innen durch­zu­füh­ren"«

weiß faz.net und auch:

»Die im Rahmen von "Bookfest City" geplan­ten Veranstaltungen in der Innenstadt sol­len in der Messewoche (14.–18. Oktober 2020) aber wie ange­kün­digt statt­fin­den. Alle betei­lig­ten Veranstaltungsorte erfüll­ten die aktu­ell gel­ten­den Schutzverordnungen des Landes Hessen.«

deepl.com über­setzt "Bookfest City" mit "Buchfest-Stadt". Die Rückübersetzung lau­tet "Book Festival City", wie­der zurück "Buchfestival-Stadt"…

FAZ im Glashaus. Spahn als Coverboy für Anzeige der Pharmalobby

"Sender muss Bußgeld zah­len wegen Werbung für 'Querdenker'" liest man heu­te auf faz.net. Danach wur­de gegen den Regionalsender "L‑TV“ ein Bußgeld in Höhe von 65.000 Euro ver­hängt, weil er im August offen­bar gegen Bezahlung Demonstrationen der Initiative "Querdenken 711" über­tra­gen hat­te. Es sei unzu­läs­sig, "gesell­schaft­li­chen Gruppen eine Werbefläche zur Darstellung poli­ti­scher Positionen zur Verfügung zu stel­len". Ein grü­ner Sprecher ergänzt:

»Der Entscheid soll­te auch eine Mahnung sein. Wer Geld in sei­ne Tasche steckt, um im Gegenzug die öffent­li­che Wahrnehmung zu mani­pu­lie­ren, wird hart bestraft. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut in unse­rer Demokratie.«

Am glei­chen Tag, dem 13.10., erschien in der Druck-Ausgabe der FAZ die­se ganz­sei­ti­ge "Anzeigensonderveröffentlichung":

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Wer sonst? Christian Drosten hält die Schillerrede 2020

»Der Mediziner Christian Drosten hält am 8. November die Schillerrede 2020…

Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, ent­deck­te 2003 den Erreger von SARS und forscht als "welt­weit füh­ren­der Experte im Hinblick auf Coronaviren" (Science) zur Covid-19-Pandemie. Zum Vordenker wur­de er durch die trans­pa­ren­te Verbreitung sei­ner Forschungsergebnisse und sei­nen NDR-Podcast, der jetzt mit dem Grimme Online Award aus­ge­zeich­net wur­de. Einen Sonderpreis des Communicator-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbandes erhielt er kürz­lich zudem für "her­aus­ra­gen­de Kommunikation der Wissenschaft in der Covid-19-Pandemie". Mit der Schillerrede wird jähr­lich an den Geburtstag von Friedrich Schiller erin­nert. Schiller wirk­te nach sei­nem Medizinstudium kurz­zei­tig als Regimentsmedicus der würt­tem­ber­gi­schen Armee, die Medizin präg­te sein phi­lo­so­phi­sches Denken.«

Das "deut­sche lite­ra­tur archiv mar­bach" begrün­det also sei­ne Wahl damit, daß Drosten schon ande­re Preise bekom­men hat. Hier ein paar Zitate von Herrn Schiller:

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plagiatsgutachten.com kommt doch ins Grübeln

Ein wenig ist es wie bei Christian Drosten selbst: Was ich vor fünf Minuten gesagt habe, kann durch­aus im Gegensatz ste­hen zu dem, was ich jetzt erklä­re. War auf plagiatsgutachten.com noch ges­tern zu lesen "Herrn Drosten ist kein schuld­haf­tes Verhalten oder Fehlverhalten vor­zu­wer­fen", so ist dort heu­te zu ver­neh­men:

»Christian Drosten publi­zier­te drei Papers zum Thema der Dissertation mit Ko-Autoren. In der Dissertation, die auf den Papers basiert, muss­te er aber ange­ben, die gesam­te Arbeit "ohne sons­ti­ge Hilfe selbst durch­ge­führt" zu haben. Also: Entweder ist die­se "ehren­wört­li­che Erklärung" falsch, oder die in den Papers ange­ge­be­nen Autoren haben alle­samt den Rang einer Ehrenautorschaft. Das wäre laut DFG-Kodex wis­sen­schaft­li­ches Fehlverhalten, übri­gens nor­miert seit 1998. Eine drit­te Möglichkeit wäre, dass die drei Papers gar nichts mit der Dissertation zu tun haben. Nun, dann wäre die Argumentation der Universität Frankfurt ungül­tig, dass die Ergebnisse der Dissertation in drei Papers ver­öf­fent­licht wur­den.

Eine Schieflage: Gutachter beur­tei­len ihre eige­nen Arbeiten

Das größ­te Kuriosum einer medi­zi­ni­schen Promotionsschrift Drostenscher Art ist aber wohl, dass Begutachter ihre eige­nen Arbeiten bewer­ten (ähn­lich hier). Der Erstgutachter der Dissertation von Christian Drosten, W. K. Roth, war auch Ko-Autor aller drei Papers, die die Basis der Dissertation bil­de­ten, in einem Fall sogar Erstautor.

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Drosten-Dissertation: Zu "drei Teilaufsätzen" und einem "Wasserschaden"

Da es Nachfragen gab zu den drei Teilaufsätzen, die die Goethe-Universität in einer ihrer Varianten zur Dissertation von C. Drosten für die Veröffentlichung hält, sei­en die­se hier noch ein­mal genannt:

Drosten C, Seifried E, Roth WK. TaqMan 5'-nuclease human immun­ode­fi­ci­en­cy virus type 1 PCR assay with pha­ge-packa­ged com­pe­ti­ti­ve inter­nal con­trol for high-through­put blood donor scree­ning. J Clin Microbiol 2001;39(12):4302–8.

Roth WK, Buhr S, Drosten C, Seifried E. NAT and viral safe­ty in blood trans­fu­si­on. Vox Sang 2000;78 Suppl 2(257–9).

Drosten C, Weber M, Seifried E, Roth WK. Evaluation of a new PCR assay with com­pe­ti­ti­ve inter­nal con­trol sequence for blood donor scree­ning.
Transfusion 2000;40(6):718–24.

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