Berliner Senat begreift es einfach nicht

Allerorten wer­den die dümms­ten Vorschriften von Gerichten gekippt und zuneh­mend von BürgerInnen igno­riert. Das hin­dert den Berliner Senat nicht, immer noch einen drauf zu set­zen. War er im August kra­chend mit Demonstrationsverboten geschei­tert und hat­te gera­de in Sachen Sperrstunde auch in zwei­ter Instanz eine Niederlage ein­ste­cken müs­sen, plant er jetzt die bereits ach­te Änderungsverordnung sei­ner Infektionsschutz­verordnung. Der Tagesspiegel mel­de­te am 16.10:

»Ab nächs­ter Woche dür­fen sich laut des Papiers maxi­mal fünf Personen gemein­sam im öffent­li­chen Raum auf­hal­ten – oder meh­re­re Angehörige zwei­er Haushalte. Bislang galt die­se Regel nur für die Zeit zwi­schen 23 Uhr und sechs Uhr mor­gens. Die Zeitbegrenzung wur­de jetzt gestri­chen.…

Weiterhin mög­lich sein sol­len auch pri­va­te Veranstaltungen und Feiern bis zu 50 Personen im Freien und bis zu zehn Personen in geschlos­se­nen Räumen, wenn ein Hygienekonzept vor­liegt und eine Anwesenheitsdokumentation geführt wird…

„Berliner Senat begreift es ein­fach nicht“ wei­ter­le­sen

Island. Ende einer Corona-Erfolgsgeschichte?

So – aller­dings ohne Fragezeichen – lau­tet der Titel eines Artikels vom 17.10. auf welt.de.

»Island galt lan­ge als Vorbild bei der Eindämmung der Corona-Pandemie. Nun bewegt sich die Infektionsrate aber auf dem Niveau von schwer betrof­fe­nen Ländern wie Frankreich und Großbritannien…

In den ver­gan­ge­nen drei Wochen erleb­te der Inselstaat einen rasan­ten Anstieg von Neuinfektionen. Im Vergleich zu ande­ren Ländern schei­nen die Zahlen abso­lut gese­hen klein. Setzt man sie jedoch ins Verhältnis zu den 364.000 Einwohnern, dann steht der Inselstaat ganz weit oben auf der Liste der beson­ders betrof­fe­nen euro­päi­schen Länder – und weit vor sei­nen nächs­ten Nachbarn in Nordeuropa.…

Tatsächlich hat das Land im lau­fen­den Monat Oktober eine Rate von 269 Tests pro 1000 Einwohner – so viel wie wohl kein ande­res Land.«

Dazu gibt es furcht­erre­gen­de Grafiken. Mit 3.998 "Fällen" laut Johns Hopkins Universität gibt es bei der ange­ge­be­nen Zahl von 364.000 EinwohnerInnen damit in der Tat 110 Fälle pro 10.000 Ew. Im Artikel nicht genannt wird die Zahl der "an und mit Corona Verstorbenen". Das sind 11 und damit 30 pro 1 Million Ew. Die 9.776 Toten für Deutschland ent­spre­chen einer Zahl von 117 pro 1 Million Ew.

Regierungssprecherin sucht "Sprachregelung" zu Drosten

Gähnende Leere herrsch­te in der Bundespressekonferenz vom 16.10. Nur ver­ein­zel­te JournalistInnen woll­ten hören, was deut­lich mehr MinisterialbeamtInnen auf dem Podium u.a. zur Corona-Lage zu sagen hat­ten.

Interessant war die Verunsicherung der Sprecherin der Bundesregierung bei der Frage, war­um Christian Drosten nicht zu dem Treffen mit der Kanzlerin und den MinisterpräsidentInnen ein­ge­la­den war. Sie muß­te nach der "Sprachregelung" suchen.

Quelle: deutsch.rt.com (ca. Min. 33).

Christian, wie wäre es mal mit "Sorry"?

Das war eine Schlagzeile auf rnd.de vom 30.4.:

»Drosten-Studie: Kinder sind genau­so infek­ti­ös wie Erwachsene
Der Virologe Christian Drosten und sein Team der Berliner Charité haben eine neue Studie ver­öf­fent­licht.
Darin machen der Virologe und sein Team deut­lich, dass Kinder genau­so leicht das Coronavirus über­tra­gen kön­nen wie Erwachsene.
Eine unbe­grenz­te Wiedereröffnung von Schulen und Kindergärten sei des­halb zur­zeit nicht rat­sam.«

So kam es dann auch. Kita- und Schulleitungen waren im Dauereinsatz, um ihre "Hygienekonzepte" stän­dig wech­seln­den Anforderungen anzu­pas­sen. Inzwischen liegt der aktu­el­le Monatsbericht des Deutschen Jugendinstituts und des RKI vor. Dort wird für den beob­ach­te­ten Zeitraum vom 10. August bis 4. Oktober 2020 kon­sta­tiert:

»Einen tat­säch­lich bestä­tig­ten Infektionsfall bei Kindern, Beschäftigten oder Eltern berich­ten nur maxi­mal 1 Prozent der Einrichtungen pro Woche

Seit den Kalenderwochen 33/34 nimmt die Anzahl an COVID-19-Meldefällen in der Altersgruppe null bis fünf Jahre wie­der ab. Aktuell betref­fen drei Prozent der COVID-19-Fälle die­se Altersgruppe. Dies ist weni­ger, als dem Anteil der Null- bis Fünfjährigen in der Gesamtbevölkerung ent­spricht (= sechs Prozent). Das heißt, dass in die­ser Altersgruppe antei­lig weni­ger Fälle gemel­det wer­den als in ande­ren Altersgruppen.«

Noch im Podcast vom 24.6. hat­te Drosten erklärt (nur für die Harten):

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Völlig unsachlich, komplett Off-Topic, aber nett

»Im Jahre 1844 wur­de in Trier auf Veranlassung Bischof Arnoldis der "Heilige Rock" wie­der gezeigt. Diese Reliquie soll angeb­lich ein Gewand Jesu Christi sein. In 7 Wochen kamen über eine Million Pilger. Diese ers­te Zurschaustellung seit dem Ende des ers­ten deut­schen Kaiserreichs führ­te zu hef­ti­gen Debatten in der Öffentlichkeit. Sie war Auslöser für Otto von Corvins anti­kle­ri­ka­les Buch Pfaffenspiegel, Rudolf Löwenstein schrieb dar­auf­hin die­sen Text, der im Kladderadatsch ver­öf­fent­licht wur­de. Zu hören ist das Lied in einer sehr schö­nen Version auf Hannes Waders Volkssänger-Album.

Freifrau von Droste-Vischering
Vi‑, Va‑, Vischering
zum heil­gen Rock nach Trier ging
Tri‑, Tra‑, Trier ging
Sie kroch auf allen Vieren,
sie tat sich sehr genie­ren
sie wollt gern ohne Krücken
duch die­ses Leben rücken
Ach herr­je, herr­je­mi­ne
ach, herr­je, herr­je­mi­ne
ach herr­je, herr­je­mi­ne
Josef und Maria!

„Völlig unsach­lich, kom­plett Off-Topic, aber nett“ wei­ter­le­sen

Goethe-Uni: Lies nach bei Leopoldina!

Zwar stammt die Stellungnahme der "Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina" aus dem Jahr 2017. Sie dürf­te aber bereits 2002 Gültigkeit gehabt haben, dem Jahr, als Christian Drosten sei­ne Dissertation ein­reich­te:

»Die Promotion ist die eigen­stän­di­ge Durchführung eines wis­sen­schaft­li­chen Projekts, das durch die Verleihung eines Doktorgrads doku­men­tiert wird. Das insti­tu­tio­nel­le Promotionsrecht ist durch staat­li­che Gesetze gere­gelt und sieht die Universitäten, gleich­ge­stell­te Hochschulen oder ent­spre­chend akkre­di­tier­te Institutionen als den Titel ver­lei­hen­de Institutionen vor. Der Promotion liegt eine selb­stän­di­ge Forschungsleistung zugrun­de, deren Ergebnis als Dissertation in schrift­li­cher Form öffent­lich gemacht ist.«

"Jahrzehnt der Gesundheit" aus Sicht von Bill Gates

Wie sich die Bill-Gates-Stiftung, der Wellcome Trust und lei­der auch Unicef das "Jahrzehnt der Gesundheit" vor­stel­len, ist in einem gru­se­li­gen Werbespot zu sehen:

Näheres zu den Stiftungen und ihre uner­meß­li­che Macht in

Gestapo 2.0 in Berlin?

Wenn es nach dem Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin geht, dann hat das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung aus­ge­dient.

Er möch­te sei­ne KollegInnen schon nach ein­zel­nen Denunziationen in Wohnungen schi­cken und dort "Identitätsfeststellungen" durch­füh­ren las­sen. In einem Interview mit welt.de vom 16.10. mit dem irre­füh­ren­den Titel "Wenn der Nachbar Alarm schlägt, darf die Polizei in die Wohnung" erklärt der GdP-Mensch (nicht etwa ein Polizeisprecher, der es bes­ser wis­sen könn­te):

»Jendro: Die Unverletzlichkeit der Wohnung ist durch das Grundgesetz geschützt. Die Polizei kann also nicht ein­fach bei Familie Schmidt klin­geln und sagen: Wir wür­den jetzt gern mal in die Wohnung kom­men und zäh­len, wie vie­le Leute sich hier auf­hal­ten.

Wenn man aber einen Hinweis bekommt, zum Beispiel von einem Nachbarn, dann geht das durch­aus. Das gilt auch, wenn man über Social Media erfährt, dass irgend­wo eine Feier geplant ist. Die Polizei ist dann nicht nur legi­ti­miert, son­dern auch ver­pflich­tet, dage­gen vor­zu­ge­hen.

WELT: Dürfen Polizisten dann auch die Wohnung betre­ten?«

„Gestapo 2.0 in Berlin?“ wei­ter­le­sen