Für Geld gehen sie über Leichen

»Eine Forschergruppe des Zentrums für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hat die Möglichkeit unter­sucht, das Antidepressivum Fluoxetin gegen Covid-19 ein­zu­set­zen. Dabei kam das Team um Ursula Rescher in einer Vorab-Studie zu der Erkenntnis, dass das bes­ser als Prozac bekann­te Medikament eine ent­schei­den­de Rolle in der Behandlung von Corona-Patienten spie­len könnte.«

Das mel­det n‑tv am 23.10. Bei Fluoxetin han­delt es sich um ein Medikament, bei dem die Liste der Warnhinweise rie­sig ist. Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Gegenanzeigen fin­den sich in Hülle und Fülle (s. Stiftung Warentest, Wikipedia, netdoktor.de usw.) 2007 berich­te­te in der taz ein ehe­ma­li­ger Geschäftsführer des Pharmakonzerns, der über das Fluoexetin-Patent ver­fügt, über kri­mi­nel­le Machenschaften:

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Blühender Unsinn aus dem Roten Rathaus

Der Tagesspiegel hat's bemerkt:

»Die Corona-Regeln ver­än­dern sich im Wochenrhythmus. Welche Verbote kom­men dazu, wel­che fal­len weg? Wo müs­sen Masken getra­gen wer­den? Ein Überblick.«

Der Überblick gibt den Stand vom 23.10. 10:33 wie­der. Das heißt, zum jet­zi­gen Zeitpunkt kann er schon wie­der völ­lig anders sein.

»Seit dem 10. Oktober gilt aller­dings auch das soge­nann­te Vereinzelungs­gebot. Das bedeu­tet, dass zwi­schen 23 Uhr bis 6 Uhr nur noch höchs­tens fünf Personen gemein­sam oder zwei Haushalte zusam­men im öffent­li­chen Raum unter­wegs sein dür­fen – das gilt ins­be­son­de­re für Straßen, Parks und Plätze.«

Eine inter­es­san­te Sprachschöpfung wie auch die folgende:

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Wenn Pharma-Lobbyisten Virologen Preise verleihen

Vor kur­zem wur­de hier berich­tet, daß Christian Drosten und die Groupies aus sei­nem Podcast den x‑ten Preis für fabel­haf­te Kommunikation erhal­ten haben, dies­mal den "Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus".

Dort war zu lesen, welch hono­ri­ge Menschen in der Jury saßen. Einer davon war Prof. Dr. Dr. Andreas Barner.

Über den Herrn weiß Wikipedia:

»Seit dem 1. Juli 1999 war er Mitglied der Unternehmensleitung und dort für den Unternehmensbereich Pharma-Forschung, Entwicklung und Medizin zustän­dig. 2009 über­nahm er zusätz­lich die Rolle des Sprechers der Unternehmensleitung.

Am 30. Juni 2016 schied Barner als Vorsitzender der Unternehmens­leitung aus und wech­sel­te in den Gesellschafterausschuss von Boehringer Ingelheim.

Barner nimmt Funktionen in meh­re­ren Verbänden der Wissenschaft und der Industrie wahr. 

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So kann's gehen

2014 war die Wissenschaftswelt fast noch in Ordnung. Fälscher und Hochstapler wur­den erwischt und bestraft. zeit.de hat einen Fall in sei­nem Archiv:

»Dieser Mann hat der Wissenschaft die Smarties geklaut
… Als Diederik Stapel, nach­dem er in sei­nem Leben ziem­lich viel Mist gebaut hat­te, auf den Friedhöfen von Tilburg neue Gräber aus­hob, hat­te er end­lich kei­ne Angst mehr. Keine Angst vor dem Tod. Keine Angst vor den Lebenden, die ihm unan­ge­neh­me Fragen stel­len könn­ten. Keine Angst, dass alles auf­flie­gen und die Universität ihn raus­wer­fen wür­de. Das hat­te er nun hin­ter sich, im Herbst 2013, genau­so wie die Psychotherapie und den Ärger mit dem Staatsanwalt. Drei Wochen gemein­nüt­zi­ge Arbeit lau­te­te der Deal mit der Justiz. Tiefer sin­ken als beim Gräber aus­he­ben konn­te er zu Lebzeiten nicht mehr… 

Früher rie­fen Journalisten bei Diederik Stapel an, um über sei­ne Forschung zu berich­ten. Super Schlagzeilen waren das: 

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Lauterbach: K.O.-Sieg über Reinhardt

Ärztepräsident Reinhardt muß sei­ne Meinung ändern. Wie das vor sich gegan­gen sein mag, drückt die Überschrift auf zeit.de aus:

»Geballte Ärzteschaft spricht sich für Masken aus
Nach umstrit­te­nen Äußerungen von Ärztepräsident Reinhardt zum Sinn von Masken geben meh­re­re Fachgesellschaften eine Erklärung her­aus. Erstunterzeichner: Klaus Reinhardt.«

In dem System, das gemein­hin als Stalinismus bezeich­net wird, nann­te sich sol­ches Vorgehen "Selbstkritik". Man konn­te damit dem Gulag entgehen.

»Kritik an den Äußerungen kam unter ande­rem von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Die Aussagen "von höchs­ter Stelle der Ärzteschaft" sei­en für ihn uner­klär­lich. "Das ist fast erschüt­ternd", sag­te Seehofer am Rande der Tarifverhandlungen für den öffent­li­chen Dienst in Potsdam. Er freue sich, dass dort alle eine Maske trü­gen. "Die Bevölkerung ist manch­mal noch sach­kun­di­ger und ein­sich­ti­ger als man­che Berufsfunktionäre."…

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, selbst Epidemiologe, hat­te nach der Fernsehsendung Reinhardts Rücktritt gefor­dert, falls er sei­ne Äußerungen nicht zurück­neh­me, weil sie "für den rang­höchs­ten deut­schen Ärztefunktionär unent­schuld­bar" sei­en. Genau das ist jetzt gesche­hen: Reinhardts Unterschrift ist die ers­te unter der Erklärung.«

Wenig Geld, viel Geld

Gerade ein­mal 3,5 Prozent Gehaltserhöhung in drei Jahren bie­ten die kom­mu­na­len Arbeitgeber der Gewerkschaft an, nach­dem sie über Wochen die Tarifverhandlungen ver­schleppt hat­ten. 50 Euro zusätz­lich soll es geben für MitarbeiterInnen in Gesundheitsämtern pro Monat, in dem sie in Sachen Corona gear­bei­tet haben. Die glei­che Summe sol­len MitarbeiterInnen in Kranken- und Pflegeeinrichtungen ab März 2021 erhal­ten. Zudem soll es eine Corona-Sonderzahlung von 300 Euro geben. Das berich­tet heu­te zdf.de.

»SPD-Experte trotz Corona-Krise gegen Kürzungen bei Verteidigung« berich­tet hin­ge­gen wallstreet-online.de.

»Trotz Corona-Krise sieht der SPD-Verteidigungsexperte Fritz Felgentreu kei­nen Grund, die Ausgaben für die Bundeswehr zu ver­rin­gern. "Wir dür­fen gera­de jetzt bei öffent­li­chen Ausgaben nicht spa­ren. Das muss auch für Sicherheit und Verteidigung gel­ten", sag­te der ver­tei­di­gungs­po­li­ti­sche Sprecher der Bundestagsfraktion der Deutschen Presse-Agentur. Felgentreu ver­wies dar­auf, dass die Bundeswehr die Gesundheitsämter in ganz Deutschland bei der Bewältigung der Corona-Pandemie unter­stüt­ze und von den Rüstungsausgaben der Bundeswehr auch kon­junk­tu­rel­le Impulse aus­gin­gen. "Die Krise lie­fert kei­ne Argumente, um Verteidigungsausgaben zu senken."

Am Mittwoch hat­te die Nato neue Berechnungen bekannt­ge­ge­ben, nach denen die für das Bündnis rele­van­ten deut­schen Verteidigungsausgaben 2020 auf einen Rekordwert von 51,5 Milliarden Euro stei­gen. Das ent­spre­che den aktu­el­len Prognosen zufol­ge einem Anteil von 1,57 Prozent am Bruttoinlandsprodukt – nach 1,36 Prozent im Vorjahr.«

Apotheken-Crashs wegen betrügerischen Bankrotts?

Es klingt wie die Bestätigung der alten attac-Losung "Gesundheit ist kei­ne Ware", was sei­ner­zeit eher als Forderung denn als Beschreibung gemeint war.

»… Die Insolvenz des Rezeptabrechnungszentrums AVP aus Düsseldorf hat für des­sen Kunden, zu denen mehr als 3000 der rund 19.000 Apotheken in Deutschland zäh­len, schwer­wie­gen­de Folgen. Viele ste­cken jetzt in aku­ten finan­zi­el­len Schwierigkeiten, nicht weni­ge ban­gen um ihre Existenz – die beruf­li­che und die pri­va­te. Denn Apotheken betrei­ben ihr Geschäft in der Regel als ein­ge­tra­ge­ne Kaufleute, sie haf­ten mit ihrem Privatvermögen.… 

Durch die Insolvenz von AVP sind die Apotheken – die über die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln ein wich­ti­ger Teil der öffent­li­chen Daseinsvorsorge sind – unver­schul­det in Not gera­ten. Inzwischen beschäf­tigt sich auch die Politik mit dem Fall.

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Wer sind denn diese Quandts (II)

Mehrere Anfragen an die­sen Blog beschäf­ti­gen sich mit der Milliardärsfamilie Quandt, die groß­zü­gig in die Karriere von Christian Drosten und Sandra Ciesek inves­tiert haben.

Die Frage, wer die­se Quandts sind, wur­de behan­delt in Wer sind denn die­se Quandts? und Drosten, Grimme-Preis und die QuandtsWie wur­de Christian Drosten Prof. an der Charité?.

Eine Zuschrift weist dar­auf hin, daß Stefan Quandt auch in "Sicherheits­technologie" inves­tiert.

»Die Dedrone GmbH, füh­ren­der Anbieter von Drohnen-Warnsystemen zum Schutz von Unternehmen, Veranstaltungen und kri­ti­schen Infrastrukturen, hat die Beteiligungsgesellschaft AQTON Private Equity GmbH des Unternehmers Stefan Quandt als neu­en Investor gewin­nen kön­nen. Das deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Start-up ent­wi­ckelt auf Basis sei­ner Drohnen-Detektion außer­dem Technologien, die künf­tig in Smart Cities den auto­no­men Flugverkehr regeln sollen.

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