"Tagesspiegel": Panikmache mit Lüge

"Zahl der Intensivpatienten seit 23. September ver­dop­pelt" über­schreibt tagesspiegel.de am 11.10. einen Beitrag. Dort ist zu lesen:

»Die Zahl der Intensivpatienten in Berliner Kliniken hat sich seit dem 23. September ver­dop­pelt. Momentan wer­den 160 Patienten sta­tio­när in Krankenhäusern wegen einer Covid-19-Erkrankung behan­delt, 39 davon inten­siv­me­di­zi­nisch, 24 müs­sen beatmet wer­den.«

Aus der bei­gefüg­ten Grafik ergibt sich, daß der Vergleichswert völ­lig will­kür­lich gewählt wur­de. Außerdem stimmt er nicht.

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Schon Nazis oder "nur" miese DenunziantInnen?

Die von zahl­lo­sen PolitikerInnen und Medien lan­ge vor­ge­tra­ge­ne Stimmungsmache gegen "Party-People" und Asoziale, die in Zeiten wie die­sen Kindergeburtstage oder Verlobungen fei­ern oder sich dem Drostenschen Imperativ der "Vorquarantäne" ent­zie­hen, trägt die beab­sich­tig­ten Früchte.

tagesspiegel.de berich­tet heu­te:

»Anonymer Hinweisgeber mel­det Berliner Familie in Ferienhaus bei der Polizei
Weil die Kinder der Familie schon schlie­fen, ließ die Polizei sie gewäh­ren. Nun muss das Gesundheitsamt über Konsequenzen ent­schei­den.

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Malen nach Zahlen?

Aus einem Tweet von Dave:

»1/ Update 2020-10-06, mit vor­läu­fi­gen Werten für Meldewoche KW40. Aus gege­be­nen Anlass die kom­plet­ten Heatmaps seit KW10. Man kann schön sehen, wie die Altersverteilung jetzt noch unter­schied­lich zum Frühjahr ist, aber auch die Durchmischung der Altersgruppen begon­nen hat… Komme eher aus der dig. Signalverarbeitung und das ist mein ers­ter Berührungspunkt mit Nowcasting.«

Gotteslästerung in der Berliner Zeitung

"Christian Drosten und der klei­ne Angsthase" ist dort am 10.10. eine Kolumne von Sabine Rennefanz über­schrie­ben.

»Wie sich der berühm­te Virologe vom Liebling der Deutschen zur Nervensäge ent­wi­ckel­te und was das mit der gro­ßen unge­klär­ten Frage der Pandemie zu tun hat.

Am Anfang der Pandemie war ich aus der Ferne ein wenig in den Virologen Christian Drosten ver­liebt. Ich glau­be, es ging halb Deutschland so. Alle hin­gen an dem Podcast vom NDR und lie­ßen sich in die neue Pandemiewelt mit­neh­men. Ich lern­te mit ihm eine neue Sprache: Reproduktionsrate, Aerosole, PCR-Test. Er konn­te selbst die kom­pli­zier­tes­ten Sachverhalte so erklä­ren, dass man sie auch ohne Biochemie-Studium ver­stand.

Drosten hat­te eine ange­neh­me Stimme, und er sah aus wie ein Fernsehstar. Alle woll­ten mit ihm spre­chen, die Kanzlerin, der Regierende Bürgermeister Berlins, der "Guardian". Es gab einen "Spiegel"-Titel und einen "Bild"-Skandal. Man ver­zieh ihm, dass er mal gegen die Schulschließungen argu­men­tier­te und dann, spä­ter, im Kanzleramt, vehe­ment dafür. Christian Drosten wur­de zum wich­tigs­ten Berater der Regierung, auch wenn er das selbst nicht so for­mu­lie­ren wür­de.

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Jammern auf hohem (Corona-)Niveau

"BASF muss wegen Corona Milliarden abschrei­ben" war am 10.10. in der Druckausgabe der FAZ zu lesen.

»Wegen der schwä­che­ren gesamt­wirt­schaft­li­chen Entwicklung infol­ge der Corona-Pandemie habe sich ein Abwertungsbedarf von 2,8 Milliarden Euro erge­ben, teilt der Konzern in einer Pflichtmitteilung am Freitag mit…

BASF band sei­ne Hiobsbotschaften an opti­mis­ti­sche Aussagen zum Tagesgeschäft… Im Gesamtjahr geht BASF nun davon aus, bei mode­rat rück­läu­fi­gen Umsätzen einen Betriebsgewinn in der Spanne von 3 bis 3,3 Milliarden Euro erwirt­schaf­ten zu kön­nen.«

Da wird sich man­cher Gastronom und man­che Schauspielerin tot­är­gern, daß sie nicht auch in Chemie gemacht haben.

Selbst Grippe-Impfung floppt

Die Impfmüdigkeit in die­sem Land wächst ste­tig. Riesige Geldgeschenke der öffent­li­chen Hand an Pharmaunternehmen für Corona-Impfstoffe dro­hen in den Sand gesetzt zu wer­den. Politik und Medienmaschine ver­su­chen fast schon ver­zwei­felt, wenigs­tens die bereits ein­ge­kauf­ten Dosen für die Grippeimpfung an den Mann und die Frau und deren Kinder zu brin­gen.

Die FAZ ver­sucht das mit einem Artikel "Grippe-Impfstoff ist man­cher­orts knapp". Entgegen allen Empfehlungen aus der Wissenschaft kom­men bekann­te und weni­ger bekann­te Experten so zu Wort:

»"Jeder, der sich und sei­ne Kinder imp­fen las­sen will, soll­te und kann das tun", sag­te Spahn… "Deshalb hof­fe ich, dass sich vor allem in die­sem Jahr mög­lichst vie­le Menschen in Deutschland gegen Influenza imp­fen las­sen", sag­te bei­spiels­wei­se Christine Aschenberg-Dugnus, gesund­heits­po­li­ti­sche Sprecherin der FDP… Auch Karl Lauterbach von der SPD warb für die Impfung: "Es ist eine sehr sinn­vol­le Maßnahme mit gerin­gen Kosten."«

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Erkältungen "können für einige gemeldete COVID-19-Fälle verantwortlich sein"

Werden auch wir bald eng­li­sche Verhältnisse haben?

»Die medi­zi­ni­sche Direktorin von Public Health England Yvonne Doyle sag­te: "Wir sehen deut­li­che Anzeichen dafür, dass sich die­ses Virus jetzt in allen Altersgruppen weit ver­brei­tet."

Und sie füg­te hin­zu: "Unsere Überwachung deu­tet dar­auf hin, dass wir einen Anstieg bei ande­ren Viren sehen, die Erkältungen ver­ur­sa­chen. Diese kön­nen eine lau­fen­de Nase, Niesen und Halsschmerzen ver­ur­sa­chen.

"Sie soll­ten nur dann einen COVID-Test anfor­dern, wenn Sie stän­dig hus­ten, fie­bern oder Ihren Geschmacks- oder Geruchssinn ver­lie­ren oder sich ver­än­dern."…

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WHO bestätigt (versehentlich), dass Covid nicht gefährlicher als eine Grippe ist

So lau­tet der Titel eines Beitrags auf off-guardian.org. Er stützt sich auf eine Aussage wäh­rend einer Sondersitzung des WHO-Exekutivausschuss "zur Antwort auf COVID-19" vom 5./6.10. Dort hat­te Dr. Michael Ryan, "exe­cu­ti­ve direc­tor of the World Health Organization's Health Emergencies Programme" erklärt:

»Unseren der­zeit bes­ten Schätzungen zufol­ge könn­ten etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung mit die­sem Virus infi­ziert sein. Dies vari­iert je nach Land, es vari­iert von Stadt zu Land, es vari­iert zwi­schen ver­schie­de­nen Gruppen.«

Der Beitrag fährt fort:

„WHO bestä­tigt (ver­se­hent­lich), dass Covid nicht gefähr­li­cher als eine Grippe ist“ wei­ter­le­sen

Sinkende Todesfallraten über alle Altersgruppen

In einem noch nicht von Fachkollegen begut­ach­te­ten (peer-review­ed) Beitrag von Daniel Howdon vom "Leeds Institute of Health Sciences", Prof. Carl Heneghan, Direktor des "Centre for Evidence-Based Medicine and Director of Studies" an der Universität Oxford und Jason Oke vom "Nuffield Department of Primary Care Health Sciences" heißt es bezo­gen auf deut­sche Daten:

»Um die Veränderung des CFR [Case Fatality Rate = Fall-Verstorbenen-Anteil, AA] zu ver­an­schau­li­chen, stel­len wir sowohl ein­fa­che deskrip­ti­ve Statistiken als auch einen aus­ge­feil­te­ren Ansatz zur Verfügung, den wir zuvor ver­wen­det haben, um die Verzögerung zwi­schen Fällen und Todesfällen zu erklä­ren…

In der Frühphase der Pandemie spie­gel­ten die Todesfälle in Deutschland die Fälle wider, aber der jüngs­te Trend geht dahin, dass die Fälle zuneh­men, wäh­rend die Zahl der Todesfälle wei­ter zurück­geht…

Diese Analyse zeigt, dass die Sterblichkeitsrate von COVID-19 in allen Altersgruppen zurück­ge­gan­gen ist, und die älte­ren Altersgruppen trei­ben den all­ge­mei­nen Rückgang an…

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Charité-Epidemiologe kritisiert bundesweiten Schwellenwert

Nein, die Charité ist kein Hort der Finsternis, auch wenn es da jeman­den geben soll­te, der die­ses Bild erzeu­gen möch­te. Auf zeit.de ist mit Datum 6.10. zu lesen:

»Aus Sicht des Direktors am Institut für Epidemiologie an der Berliner Charité, Stefan Willich, fehlt für die sta­tis­ti­sche Einschätzung von Corona-Neuinfektionen ein "ver­nünf­ti­ger Bezugsrahmen". Der jet­zi­ge Schwellenwert von 50 neu­en Fällen pro 100.000 Einwohner und Woche sei vor fünf Monaten defi­niert wor­den und inzwi­schen nicht mehr hilf­reich.

"Das schien damals prä­zi­se, war aber eigent­lich immer nur ein gro­ber Anhaltspunkt", sag­te Willich im rbb-Inforadio. Jetzt wer­de mehr getes­tet als im Frühjahr. "Das heißt, allein wegen der Anzahl der Testung ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man hier die­se Zahl mal über­schrei­tet. Dann gibt es kei­nen ver­nünf­ti­gen Bezugsrahmen."

Laut Willich müss­ten sich die Zahlen auf reprä­sen­ta­ti­ve Stichproben bezie­hen, die erst jetzt begin­nen. "Ich den­ke, das wird in den nächs­ten Wochen auch auf der Basis von neu­en Stichproben und Erhebungen noch ein­mal anders defi­niert wer­den müs­sen", sag­te der Mediziner. Damit könn­ten die Werte bes­ser und rea­lis­ti­scher ein­ge­ord­net wer­den.

Schutzmaßnahmen blei­ben lang­fris­tig erhal­ten
Schutzmaßnahmen wie Maskentragen, Sicherheitsabstand und Kontaktnachverfolgung bei erkrank­ten Personen wer­den nach Willichs Einschätzung noch für eine län­ge­re Zeit not­wen­dig sein. "Das wer­den die Stützpfeiler einer lang­fris­ti­gen Strategie sein. Wir müs­sen län­ger­fris­tig mit die­sen Maßnahmen gut leben, dann wird das Pandemiegeschehen auch im Griff blei­ben", sag­te er. Zudem müss­ten Risikopatienten in Senioren- und Pflegeheimen und in Krankenhäusern beson­ders gut geschützt wer­den.«