Merkel und Spahn linksradikal?

»Lieber Herr Aschmoneit,
die Freiheiten des Sommers sind vor­bei, beschied Kanzleramtsminister Braun uns kürz­lich in preu­ßi­scher Knappheit…

Das neue Coronavirus ist weit gefähr­li­cher als Grippe, das hat eine Reihe von Studien in vie­len Ländern gezeigt…

"Die Muslime, die hier leben, sind nicht offen für Kritik"«

Das schreibt mir heu­te Ulf Poschardt, Chefredakteur der "Welt". Natürlich nicht nur mir, son­dern allen AbonnentInnen von welt.de. So weit, so erwart­bar. Verblüffend dage­gen ist, daß mir der Chef eines Blattes, das mona­te­lang alle Kritiker der "Corona-Maßnahmen" in die rech­te Ecke stell­te, nun auch noch erklärt:

»Früher kam der auto­ri­tä­re Impuls von rechts – heu­te aus der nach links ver­scho­be­nen gesell­schaft­li­chen Mitte.«

Im tra­di­tio­nel­len Verständnis waren rechts immer die PolitikerInnen der Besitzenden und Mächtigen ange­sie­delt, links die der Ausgebeuteten und Unterdrückten. Das mag heu­te weni­ger trenn­scharf sein. Wer sich aber die Verquickung der Spahns, Drostens und Lauterbachs mit dem gro­ßen Geld ansieht, ahnt: Deren auto­ri­tä­rer Impuls ist klas­sisch rechts.

Mehr Einschränkungen wagen

Dieser Kommentar-Titel auf faz.net vom 15.10. ist Programm. Angelehnt an den legen­dä­ren Satz Willy Brandts aus dem Jahr 1969 "Wir wol­len mehr Demokratie wagen" soll genau das ersetzt wer­den durch den repres­si­ven Staat.

»Die Niederländer machen es rich­tig. Auf die auch im Nachbarland stark stei­gen­den Corona-Neuinfektionen reagiert die Regierung Rutte beherzt mit Einschränkungen. Während hier­zu­lan­de noch über Nebenkriegs­schauplätze wie das Beherbergungsverbot gestrit­ten wird, blei­ben Kneipen, Cafés und Restaurants in den Niederlanden ab sofort geschlos­sen. Zu Hause dür­fen dort zudem nur noch höchs­tens drei Gäste emp­fan­gen wer­den.

Aus dem Bauch her­aus mag das für vie­le über­trie­ben wir­ken.«

Erneut macht ein FAZ-Kommentar klar, daß es um alles ande­re als die Gesundheit geht:

»Die Wahrheit ist eine ande­re: Erst wenn die Infektionszahlen wie­der sin­ken, kann es für die Unternehmen und Selbständigen berg­auf gehen. Lauert hin­ge­gen über­all die Corona-Gefahr, trau­en sich vie­le Menschen nicht in die Geschäfte und hal­ten ihr Geld zusam­men.«

„Mehr Einschränkungen wagen“ wei­ter­le­sen

Das niederländische Maske-Burka-Dilemma

»Die Regierung will das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken künf­tig zur Pflicht in Innenräumen machen, aller­dings erst auf einer neu­en gesetz­li­chen Grundlage. "Wir müs­sen das juris­tisch gut regeln", sag­te Rutte. Medizinisch sei­en sie sinn­voll…

Verfassungsrechtler argu­men­tie­ren, dass eine gene­rel­le Maskenpflicht nicht per Notverordnung durch­ge­setzt wer­den kann, weil das gegen Artikel 10 (Recht auf Wahrung der Privatsphäre) und 11 (Recht auf kör­per­li­che Unversehrtheit) der Verfassung ver­sto­ßen wür­de…

Das Zögern Ruttes hat­te zwei Gründe. Sein Gesundheitsminister und des­sen Stellvertreterin bestrit­ten bis vor kur­zem, dass das Tragen einer Maske über­haupt eine mess­ba­re medi­zi­ni­sche Wirkung hät­ten. Außerdem wol­len Ruttes Rechtsliberale eines ihrer Vorzeige-Gesetze nicht kon­ter­ka­rie­ren. Seit 1. August 2019 ist es in den Niederlanden ver­bo­ten, das Gesicht im öffent­li­chen Raum zu ver­schlei­ern. Dieses soge­nann­te Anti-Burka-Gesetz rich­te­te sich gegen fun­da­men­ta­lis­ti­sche Muslime. Die Niederlande folg­ten damit Frankreich und Belgien. Die Idee dazu geht frei­lich auf Geert Wilders zurück, den Gründer der rechts­po­pu­lis­ti­schen "Partei für die Freiheit".« faz.net, 13.10.

Gute Nachrichten häufen sich

Aus dem aktu­el­len Corona-Liveblog von faz.net der letz­ten zwei Stunden:

»Die gesam­te Führungsriege des Bundesamtes (BfV) für Verfassungsschutz ist mit dem Coronavirus infi­ziert. Das bestä­tig­te ein Sprecher der Behörde am Freitag auf Anfrage. Zunächst hat­te der "Spiegel" dar­über berich­tet. Neben Präsident Thomas Haldenwang wur­den dem­nach auch die bei­den Vizechefs sowie eini­ge Mitarbeiter posi­tiv auf das neu­ar­ti­ge Virus getes­tet.

"Die Amtsleitung führt die Dienstgeschäfte aus dem Homeoffice wei­ter", hieß es vom BfV. "Die Arbeitsfähigkeit des BfV ist voll­um­fäng­lich sicher­ge­stellt." Schon zu Beginn der Pandemie habe die Behörde einen Krisenstab ein­ge­rich­tet.«


»Das Bundesverfassungsgericht hat gewis­se Zweifel, ob das mona­te­lan­ge Einreiseverbot für Tagestouristen nach Mecklenburg-Vorpommern wegen Corona ver­fas­sungs­ge­mäß war. Das ergibt sich aus einem am Freitag ver­öf­fent­lich­ten Beschluss aus dem September. «

„Gute Nachrichten häu­fen sich“ wei­ter­le­sen

Drosten: "Wichtig ist, dass hinter dem Titel tatsächlich eine Kompetenz steht

»Was bei Medizinern zum guten Ruf gehört, kann Germanisten sogar scha­den: Ob ein Doktortitel wirk­lich etwas bringt, ist davon abhän­gig, in wel­chem Fach und unter wel­chen Umständen er erwor­ben wird…

"Wichtig ist, dass hin­ter dem Titel tat­säch­lich eine Kompetenz steht", sagt Drosten. Dann sei­en die Unternehmen auch bereit, ein höhe­res Gehalt zu zah­len…

Von einer Promotion allein der Karriere wegen rät Drosten jedoch ab. Denn so eine Doktorarbeit dau­ert im Schnitt drei bis fünf Jahre – eine lan­ge Zeit, wenn man nur hin­ter den zwei Buchstaben her ist, aber kein aus­ge­präg­tes wis­sen­schaft­li­ches Interesse hat. "Dann droht die Gefahr, dass die Promotion nicht abge­schlos­sen wird", so Sörge Drosten.«

Es ist also nicht Christian, der zu die­ser Erkenntnis gelangt. Sondern Sörge Drosten, Partner bei Kienbaum Executive Consultants im Kölner Stadtanzeiger vom 11.7.06.

Giffey: "Kitas selbst sind keine Infektionsherde"

»Kinder sind laut der Bundesfamilienministerin kei­ne Infektions­treiber. Eine prä­ven­ti­ve Schließung von Kitas soll es daher trotz stei­gen­der Fälle wei­ter­hin nicht geben.

Angesichts des Infektionsgeschehens müs­sen Eltern kei­ne neu­en Kita-Schließungen befürch­ten: "Wir haben die ent­schei­den­de Erkenntnis gewon­nen, dass Kitas selbst kei­ne Infektionsherde und Kinder kei­ne Infektionstreiber sind", sag­te Bundes­familien­ministerin Franziska Giffey (SPD) bei der Vorstellung einer Untersuchung der Lage in Kinder­betreuungseinrichtungen in der Corona-Krise mit Bundesgesundheits­minister Jens Spahn (CDU)…

Die Vermutung, dass Kinder den Virus in die Familien tra­gen, habe sich nicht bestä­tigt. Erst ab 13 Jahren stei­ge die Übertragung merk­lich…

Außerdem wie­der­hol­te Spahn sei­ne Empfehlung einer Grippeimpfung für Erzieherinnen und Erzieher. Dort wo eine Infektion oder ein Verdachtsfall auf­tre­te sol­le außer­dem umfang­reich getes­tet wer­den.«

Das berich­tet soeben zeit.de. Mal sehen, ob das Blatt über die Studie selbst infor­mie­ren wird. Auf onvista.de ist immer­hin zu erfah­ren:

„Giffey: "Kitas selbst sind kei­ne Infektionsherde"“ wei­ter­le­sen

So bestehst Du den Corona-Intelligenztest

"In Deutschland ist die Zukunft noch offen. Die Frage lau­tet: Wie dumm stel­len wir uns an?" volksverpetzer.de gibt am 15.10. die Antwort mit sei­nem "CORONA-INTELLIGENZTEST". Er sei allen LeserInnen drin­gend ans Herz gelegt. Erstaunt erfah­ren wir dort:

»Die Corona-Krise ist ein für die meis­ten von uns voll­kom­men neu­es Problem…

Aber was ist 2 hoch zwan­zig? Das weiß nie­mand aus dem Kopf. Ihr könnt ja kurz die Größenordnung raten, ich las­se euch hier etwas Platz mit einem süßen Katzenbaby, dann könnt ihr wei­ter­scrol­len…

Wir haben aktu­ell noch 9000 freie Intensivplätze. Das klingt nach viel. Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstation hat sich in drei Wochen ver­dop­pelt, das klingt nach wenig.

Aber das ist es nicht.«

Wie das mit den nach­lau­fen­den Zahlen wei­ter­geht und wel­cher R‑Wert für die Wirtschaft opti­mal wäre: Bitte sel­ber nach­le­sen, und viel Vergnügen

"Volksverpetzer" bleiben faktenresistent (Drosten-Dissertation)

volksverpetzer.de lag schon oft dane­ben (s. Drosten-Diss: Faktenchecker hin­ken hin­ter­her und ver­zap­fen Unsinn). Heute wol­len sie erneut bewei­sen, daß wirk­lich alles in Ordnung ist mit der Dissertation von Christian Drosten:

»DROSTENS DOKTORARBEIT ERST SEIT 2020 VERFÜGBAR?
Natürlich gibt es für ver­nünf­ti­ge Menschen kei­nen ein­zi­gen Grund, die Existenz von Drostens Doktorarbeit anzu­zwei­feln. Drosten-Hasser und ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­sche Pandemie-Leugner:innen ver­su­chen aber seit Monaten, irgend­et­was zu fin­den, um Drosten als Symbol für die gro­ße Mehrheit der ver­nünf­ti­gen Wissenschaftler:innen zu dif­fa­mie­ren. Daran sieht man übri­gens, wie wenig ech­te Argumente die­se wahn­haf­te Bewegung hat und mit wel­chen schmut­zi­gen Tricks sie spielt, wenn sie sogar die Existenz von Drostens Doktorarbeit anzwei­feln muss.

Bereits im Juli ver­brei­te­ten sich Sharepics mit dem Inhalt, die Doktorarbeit von Dr. Drosten sei angeb­lich „nicht auf­find­bar“. Die Intention dahin­ter natür­lich: Die inter­na­tio­nal extrem hohe Reputation des Corona-Experten zu dif­fa­mie­ren und zu unter­stel­len, die Doktorarbeit sei gefälscht, exis­tie­re gar nicht oder der­glei­chen.«

Der Stil macht deut­lich: Hier geht es um Fakten, Fakten, Fakten und nichts sonst.

„"Volksverpetzer" blei­ben fak­ten­re­sis­tent (Drosten-Dissertation)“ wei­ter­le­sen