Impfungen: WissenschaftlerInnen der Pharmaindustrie besorgt

Eine Studie von WissenschaftlerInnen der Pharmaindustrie, die am 26.9. in "The Lancet" ver­öf­fent­licht wur­de, reagiert "auf man­geln­des Vertrauen in die Bedeutung, Sicherheit oder Wirksamkeit von Impfstoffen".

»Einige Akteure haben die Impfstoffdebatten bewusst pola­ri­siert, indem sie die zwei­feln­de Öffentlichkeit und die Systemschwächen für poli­ti­sche Zwecke aus­nutz­ten, während das schwin­den­de Impfstoffvertrauen in ande­ren Situationen durch ein brei­te­res Umfeld des Misstrauens gegenüber Regierungs- und Wissenschaftseliten beein­flusst wer­den könnte…

Eine gemein­sa­me Vertrauenskennziffer und eine Vergleichsbasis zu haben, ist ent­schei­dend, um die­se sich im Laufe der Zeit ver­än­dern­den Trends zu ver­ste­hen, die als Frühwarnsystem die­nen kön­nen, um not­wen­di­ge Interventionen zu ver­an­las­sen, um einen Rückgang des Vertrauens in Impfstoffe und deren Akzeptanz zu ver­hin­dern.«

Wer sind die AutorInnen und ihre Hinterleute?

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Was Börsianer über Corona wissen

»Trumps Corona-Infektion sorgt für Nervosität« über­schreibt wallstreet-online.de am 2.10. einen Bericht, in dem es wei­ter heißt:

»Der deut­sche Aktienmarkt hat am Freitag mit Verlusten auf die Nachricht reagiert, wonach sich US-Präsident Donald Trump mit dem Coronavirus ange­steckt hat… Der Dax notier­te am Nachmittag 1,24 Prozent tie­fer bei 12 573,21 Punkten. Damit deu­tet sich für den deut­schen Leitindex ein Wochenplus von rund 0,8 Prozent an.«

Ist das nur der übli­che Blick in die Glaskugel oder schon fort­ge­schrit­te­ne Kaffeesatzleserei (s. Perkolationismus gras­siert)? Die Zahlenspiele lesen sich zumin­dest ähn­lich wie RKI-Berichte.

SPD-Extremistin des Tages

Weiter berich­tet tagesspiegel.de über die SPD-Politikerin, die erneut recht ver­trau­ens­er­we­ckend por­trä­tiert wird:

»Gleichzeitig erneu­er­te sie ihre schon vor eini­gen Tagen vor­ge­brach­te Forderung nach wei­ter­ge­hen­den Kontaktbeschränkungen. Nach den Vorstellungen der Senatorin soll­ten die Begegnungsmöglichkeiten auf zwei Haushalte oder fünf Personen begrenzt wer­den, um die wei­te­re Ausbreitung der Pandemie zu brem­sen.…
„Die Bürgerinnen und Bürger erwar­ten, dass der Staat in der Pandemie han­delt."«

CDU-Perkolationist: "Quasi mit der Hammer draufschlagen"

»Im Berliner Bezirk Neukölln sind der­zeit an 14 Schulen ins­ge­samt min­des­tens 25 Klassen vom Coronavirus betrof­fen und des­halb in Quarantäne. "Pro Schule gibt es ein bis drei Fälle", sag­te Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU). Wie vie­le Lehrer betrof­fen sind, konn­te er nicht sagen. Zudem sind der­zeit sie­ben Kindertagesstätten von Corona betrof­fen. Bei ihnen wur­den ein­zel­ne Gruppen und die betrof­fe­nen Erzieher in Quarantäne geschickt.

Aufgrund der stei­gen­den Infektionsfälle beab­sich­tigt Liecke eine här­te­re Quarantänemaßnahme als bis­her, soll­te die Grenze von 50 Infizierten pro 100 000 Einewohnern über­schrit­ten wer­den. „Es wird wohl dazu kom­men, dass wir dann qua­si mit der Hammer drauf­schla­gen", sag­te der Gesundheitsstadtrat.

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Frankfurt: Ein Patient im Krankenhaus löst dritte Corona-Warnstufe aus

»In Frankfurt gibt es in einer Gemeinschaftsunterkunft zahl­rei­che Coronavirus-Infektionen. Insgesamt 114 Personen sei­en mitt­ler­wei­le infi­ziert, teil­te die Stadt am Freitag mit. Betroffen sei­en Bewohner und Mitarbeiter. In der Unterkunft leben Geflüchtete, ost­eu­ro­päi­sche EU-Bürger und Obdachlose. Die Stadt führt das Überschreiten der nächs­ten Corona-Meldestufe auf die zahl­rei­chen Fälle in der Unterkunft zurück…

Positiv getes­te­te Personen sowie Familienangehörige sei­en in ande­ren Unterkünften iso­liert wor­den. Mehr als die Hälfte der Infizierten hät­ten kei­ne Symptome, eini­ge leich­te Beschwerden. Zwei Personen mit aus­ge­präg­te­ren Beschwerden wür­den von Ärzten des Gesundheitsamtes regel­mä­ßig besucht, ein Patient mit einer schwe­ren Grunderkrankung wer­de in der Uniklinik behan­delt.«

Das berich­tet am 2.10. tagesspiegel.de. Es dürf­ten der übli­che Zynismus und Ignoranz sein, wenn die Stadt erklärt "Die hohen Infektionszahlen sind offen­sicht­lich auf das Nichteinhalten der Hygieneregeln und der Maskenpflicht zurück­zu­füh­ren".

Update 4.10.:

Zu Recht fragt eine Leserin: Welches Frankfurt? Entschuldigung für die Wessi-Ignoranz, es ist Frankfurt am Main.

Junge Union schützt unsere Alten

»Chef der Jungen Union for­det Nullrunde für Rentner
Der Chef der Jungen Union (JU), Tilman Kuban, for­dert ange­sichts der Corona-Krise eine Nullrunde für Rentner im kom­men­den Jahr. "Niemand möch­te die Lebensleistung der Rentner schmä­lern, aber wir müs­sen dar­auf ach­ten, dass der jun­gen Generation nicht ein völ­lig über­for­der­tes Rentensystem ver­erbt wird", sag­te Kuban dem Wirtschaftsmagazin "Business Insider".

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) warf er vor, für die Rentner eine teu­re Ausnahme zu machen. Es gehe nicht an, dass die Renten im kom­men­den Jahr stei­gen soll­ten, obwohl die Löhne auf­grund der Kurzarbeit sin­ken, sag­te Kuban. Das sei kei­ne Solidarität, son­dern gehe zu Lasten der jun­gen Generation. Das Grundprinzip, wonach die Renten den Löhnen fol­gen, dür­fe nicht ange­tas­tet wer­den.«

So zu lesen heu­te auf tagesspiegel.de.

Menschenkette um Bodensee?

Bei Querdenkern soll alles ger­ne his­to­risch sein, die Welt soll auf sie bli­cken, immer mal wie­der wer­den hun­dert­tau­sen­de, wenn nicht Millionen Menschen für Demonstrationen ange­kün­digt. (Siehe Frieden, Freiheit, Eierkuchen?) Das galt auch für die heu­ti­ge Umrundung des Bodensees. Die VeranstalterInnen gaben im Vorfeld bekannt:

»Diese Friedensmenschenkette wird eine der längs­ten Menschenkette Europas, sym­bo­lisch für Frieden, Freiheit und Wahrheit, die Europa je gese­hen hat.

Warum ver­bin­den sich gera­de wäh­rend einer Pandemie so vie­le Menschen für den Frieden? Warum kann jeder Teil die­ses his­to­ri­schen Ereignisses sein?«

Bis zur Stunde geben die "offi­zi­el­len" Medien im wesent­li­chen dpa-Meldungen wie­der. Die VeranstalterInnen hal­ten sich bedeckt. "Dafür müss­ten Luftaufnahmen aus­ge­wer­tet wer­den, hieß es vom Mitorganisator Gerry Mayr" sagt dpa. Der von ihnen bewor­be­ne you­tube-Kanal des AfD-Funktionärs Stefan Bauer gibt für die ange­kün­dig­ten Massen eben­so wenig etwas her wie der von RT. So blei­ben vor­erst die dpa-Informationen:

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"Keine Pandemie hindert uns, stolz zu sein"

So über­schreibt tagesschau.de die Ansprache des Bundespräsidenten zum Einheitstag. Damit hat er end­lich den Slogan "Ich bin stolz, Deutscher zu sein!" aus der rech­ten Schmuddelecke geholt. Was Franzmann und Russe nicht geschafft haben, wird auch Corona nicht gelin­gen.

Das war auch das ein­zi­ge Neue an sei­ner Rede. Ansonsten gab es die seit 30 Jahren bekann­ten Leerformeln. Ein "Steinmaier"-Porträt, eben­falls auf tagesschau.de, schleimt:

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Volksabstimmung in der Bahn?

»Fast 50.000 Zugreisende wegen Maskenpflicht-Verstößen ermahnt
Die Bundespolizei hat in den knapp drei Wochen zwi­schen dem 12. September und 1. Oktober fast 50.000 Bahnreisende wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bahnhöfen und Zügen ermahnt. Der über­wie­gen­de Teil der an Bahnhöfen oder in Zügen ermahn­ten 48.692 Reisenden habe sich ein­sich­tig gezeigt, teil­te das Bundespolizei­präsidium in Potsdam mit. «

So zu lesen auf www.tagesschau.de. Schön ist, was man aus sol­chen Meldungen ler­nen kann, etwa daß es ein Bundespolizei­präsidium gibt. Dessen Chef ist Dieter Romann, ehe­mals Deutscher Meister in Karate (Gewichtsklasse bis 70 kg). Er war "an der Formulierung der Anti-Terror-Gesetze und des Zuwanderungsgesetzes betei­ligt" und ist des­halb gewiß der rich­ti­ge Mann für die aktu­el­le Aufgabe. Die Angaben stam­men von Wikipedia, das auch noch dies mit­teilt:

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Corona-Warn-App: Risiko-Begegnung ohne Risiko

»Warum ist mein Risiko immer noch nied­rig, obwohl es einen Risiko-Kontakt gab? Das fra­gen sich vie­le Nutzer der Corona-Warn-App, die mit einer gro­ßen grü­nen Fläche ver­mit­telt, dass alles okay sei. Diese unver­ständ­li­che Warnmeldung irri­tiert vie­le Nutzer. "1 Risiko-Begegnung" – das bedeu­tet:

        • Die Corona-Warn-App hat einen Kontakt mit einer nach­weis­lich infi­zier­ten Person fest­ge­stellt. Allerdings war die Begegnung nur kurz oder die ande­re Person weit weg.
        • Hintergrund ist, dass die App per Bluetooth misst, wie lan­ge und in wel­chem Abstand Sie sich zu ande­ren Personen mit der Corona-Warn-App befin­den. Wenn Sie einer ande­ren Person nicht näher als drei Meter kom­men und das auch nicht län­ger als fünf Minuten, kann es allen­falls ein "nied­ri­ges Risiko" in der App geben.
        • Konkret ori­en­tie­ren kön­nen Sie sich an der Farbe: Bleibt die App grün, müs­sen Sie nichts wei­ter tun.«

So infor­miert praxistipps.chip.de. Es gibt also eine Warnung, bei der man nichts tun muß, ein Risiko ohne Risiko. Apple-User wer­den noch mehr ver­un­si­chert:

„Corona-Warn-App: Risiko-Begegnung ohne Risiko“ wei­ter­le­sen